Quellen-Tabelle

Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.

BSDC-IDDatumTitel & QuelleKernaussageKlartext
BSDC-J-FIN-2024-2242
Relevanz 3Pandora-Papers, Geldwaesche-Ermittlung-Frankreich, Andrej-Babis
08.08.2024
Pandora Papers: Frankreich ermittelt gegen Andrej Babiš wegen Château Bigaud
VSquare.org mit investigace.cz
Recherche: DC
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Die französische Finanzstaatsanwaltschaft ermittelt seit Februar 2022 wegen Geldwäscheverdachts gegen den ehemaligen tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babiš. Grundlage ist der 2009 erfolgte Kauf des Anwesens Château Bigaud bei Cannes, den Babiš laut den 2021 veröffentlichten Pandora Papers über Offshore-Firmen mit rund 15 Millionen Euro finanzierte, ohne die Immobilie in seinen tschechischen Vermögenserklärungen anzugeben. Die tschechische Behörde NCOZ hatte zuvor kein strafbares Verhalten in Tschechien festgestellt und den Fall an Frankreich verwiesen.

Eine formelle Anklage gegen Babiš ist bislang nicht belegt, es handelt sich weiterhin um ein vorläufiges Ermittlungsverfahren. Die genaue Herkunft der 2009 eingesetzten 15 Millionen Euro bleibt ungeklärt. Babiš bestreitet jegliches Fehlverhalten.

BSDC-P-FIN-2018-2243
Relevanz 3Whistleblower, Bankgeheimnis, WikiLeaks
10.10.2018
Fall Rudolf Elmer: Bundesgericht verneint Bankgeheimnisverletzung
Schweizerisches Bundesgericht
Recherche: DC
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Rudolf Elmer war ab 1994 Chefbuchhalter und ab 1999 operativer Leiter der Julius Baer Bank & Trust Company Ltd. auf den Kaimaninseln. Nach seiner Kündigung 2002 leitete er Kundendaten an Steuerbehörden, die Zeitschrift Cash und ab 2008 an WikiLeaks weiter, wo Daten zu rund 2000 Konten veröffentlicht wurden. Das Obergericht Zürich sprach ihn 2016 vollständig vom Vorwurf der Bankgeheimnisverletzung frei. Am 10.10.2018 bestätigte das Bundesgericht diesen Freispruch: Als Angestellter der auf den Kaimaninseln ansässigen Tochtergesellschaft habe Elmer nicht dem Schweizer Bankkundengeheimnis unterstanden.

Nicht Gegenstand des Urteils war, ob die von Elmer erhobenen Vorwürfe der Steuerhinterziehung gegen Julius-Baer-Kunden zutrafen. Die genaue Zahl der veröffentlichten Konten wird in Presseberichten uneinheitlich mit rund 1900 bis 2000 angegeben.

BSDC-S-FIN-2012-2244
Relevanz 3Steuerhinterziehung, Whistleblower, Bankgeheimnis
11.09.2012
UBS-Whistleblower Birkenfeld: Steuerhinterziehung aufgedeckt, 104 Millionen Dollar IRS-Prämie
Internal Revenue Service (IRS) / U.S. Department of Justice
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Der frühere UBS-Private-Banker Bradley Birkenfeld informierte 2007 das US-Justizministerium darüber, wie UBS systematisch wohlhabende US-Bürger bei Steuerhinterziehung über Schweizer Geheimkonten unterstützte. Die Ermittlungen führten 2009 zu einer 780-Millionen-Dollar-Strafe für UBS. Birkenfeld selbst wurde 2008 angeklagt, da er seine eigene Rolle bei der Verschleierung von rund 200 Millionen Dollar für einen Klienten verschwiegen hatte, und verbüßte 40 Monate Haft. Am 11.09.2012 zahlte ihm die IRS eine Prämie von 104 Millionen Dollar, die bis dahin höchste Einzelauszahlung an einen Hinweisgeber.

Welcher Betrag exakt als Berechnungsgrundlage der 104-Millionen-Dollar-Prämie diente, geht aus verfügbaren Quellen nicht eindeutig hervor, manche nennen 26 Prozent von rund 400 Millionen Dollar, andere verweisen auf über 5 Milliarden Dollar Gesamtsteuernachzahlungen. Die genaue Zahl der offengelegten UBS-Kundennamen wird unterschiedlich beziffert.

BSDC-P-FIN-2023-2245
Relevanz 3Cum-Ex, Hanno-Berger, Steuerhinterziehung
20.09.2023
BGH bestätigt Haftstrafe für Cum-Ex-Ideengeber Hanno Berger
Bundesgerichtshof (1. Strafsenat)
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Der Bundesgerichtshof bestätigte am 20.09.2023 das Urteil des Landgerichts Bonn gegen den Steueranwalt Hanno Berger als Ideengeber und Strategieberater der Cum-Ex-Geschäfte des Bankhauses M.M. Warburg zwischen 2007 und 2011. Berger wurde wegen besonders schwerer Steuerhinterziehung zu acht Jahren Haft verurteilt, zusätzlich wurden rund 13,6 Millionen Euro seines Taterlöses eingezogen. Laut BGH erlangten die Beteiligten dadurch mehr als 275 Millionen Euro zu Unrecht erstattete, nie einbehaltene Kapitalertragsteuer. Das Urteil wurde damit rechtskräftig.

Der Gesamtschaden der Cum-Ex-Praktiken für den deutschen Staat ist nicht Teil dieser Entscheidung. Schätzungen schwanken von rund 10 bis fast 36 Milliarden Euro allein für Deutschland. Berger wurde in einem separaten zweiten Cum-Ex-Prozess vom Landgericht Wiesbaden zu weiteren acht Jahren und drei Monaten verurteilt, vom BGH erst 2024 bestätigt.

BSDC-J-FIN-2026-2246
Relevanz 3Cum-Cum, Steuervermeidung
22.07.2026
Cum-Cum-Razzia bei der Deutschen Bank: Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt wegen Postbank-Geschäften
hessenschau.de (Hessischer Rundfunk, Recherche mit WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung)
Recherche: DC
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Am 22.07.2026 durchsuchte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf die Frankfurter Zentrale der Deutschen Bank wegen Cum-Cum-Geschäften der Postbank aus den Jahren 2008 bis 2010, aus einer Zeit vor der vollständigen Übernahme durch die Deutsche Bank. Die Ermittler gehen von einem Steuerschaden von mehr als 350 Millionen Euro durch falsche Körperschaftsteuererklärungen aus. Zehn ehemalige Postbank-Verantwortliche gelten als Beschuldigte. Die Deutsche Bank selbst wird nur als Rechtsnachfolgerin erfasst.

Wie die Schadenssumme von über 350 Millionen Euro berechnet wurde, ist nicht belegt, ebenso wenig der Ausgang des laufenden Verfahrens. Bei Cum-Cum wird durch kurzfristige Verlagerung des wirtschaftlichen Eigentums an Aktien um den Dividendenstichtag eine Steuer vermieden, anders als bei Cum-Ex, wo eine einmal gezahlte Steuer mehrfach erstattet wurde. Die Gesamtschadenssumme aller Cum-Cum-Geschäfte in Deutschland ist umstritten, das Bundesfinanzministerium nannte rund 7,5 Milliarden Euro, wissenschaftliche Schätzungen für 2000 bis 2020 gehen von mindestens 28,5 Milliarden Euro aus.

BSDC-B-FIN-2020-2247
Relevanz 3Bilanzskandal, Investigativjournalismus, Finanzaufsicht
25.06.2020
Wirecard-Bilanzskandal
Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
Recherche: DC
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Der FT-Journalist Dan McCrum veröffentlichte ab 2015 wiederholt kritische Berichte über Wirecard, die sich ab 2019 zu konkreten Vorwürfen der Bilanzfälschung in asiatischen Tochtergesellschaften verdichteten. Die BaFin reagierte im Frühjahr 2019 mit einem zweimonatigen Leerverkaufsverbot für Wirecard-Aktien und stellte Strafanzeige gegen die FT-Journalisten wegen Marktmanipulation, statt die Vorwürfe zu prüfen. Am 18.06.2020 verweigerte EY die Testierung des Jahresabschlusses 2019, weil sich 1,9 Milliarden Euro auf angeblichen philippinischen Treuhandkonten nicht nachweisen ließen. Vorstandschef Markus Braun trat am 19.06.2020 zurück, am 25.06.2020 meldete Wirecard Insolvenz an, das erste DAX-Unternehmen mit nachgewiesenem Bilanzbetrug.

Der Verbleib des ehemaligen COO Jan Marsalek ist nicht geklärt, er gilt als nach Russland geflohen und wird per Interpol-Haftbefehl gesucht. Wer bei BaFin und Staatsanwaltschaft München für das Leerverkaufsverbot verantwortlich war, konnte auch der Bundestags-Untersuchungsausschuss nicht abschließend klären. Die Schadenssummen schwanken zwischen rund 3 und über 15 Milliarden Euro. Das Hauptstrafverfahren gegen Ex-CEO Braun war bis Sommer 2026 noch nicht rechtskräftig entschieden.

BSDC-J-FIN-2025-2248
Relevanz 3Jan-Marsalek, Wirecard-Skandal, Russische-Spionage
16.09.2025
Jan Marsalek: Flucht nach Russland und mutmaßliche Geheimdienstverbindungen
ZDFheute
Recherche: DC
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Jan Marsalek, ehemaliger COO von Wirecard, floh am 19.06.2020 mit einem Privatjet nach Minsk in Belarus. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt seither wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs, seit dem 22.06.2020 liegt ein internationaler Haftbefehl vor. Eine Recherche von ZDF Frontal, Der Spiegel, Der Standard und weiteren Medien dokumentierte im September 2025, dass Marsalek unter der Tarnidentität Alexander Nelidov mit russischem Pass in Moskau lebt; sein Mobiltelefon wurde 2024 mehr als 300 Mal nahe der FSB-Zentrale geortet. Im Mai 2025 verurteilte das Old-Bailey-Gericht in London sechs Bulgaren wegen Spionage für Russland, laut Staatsanwaltschaft fungierte Marsalek als Vermittler zu russischen Geheimdiensten.

Der aktuelle Aufenthaltsort und die Legalidentität Marsaleks sind nicht amtlich bestätigt, sondern stammen aus Medienrecherchen. Angebliche Kampfeinsätze Marsaleks in der Ukraine stützen sich auf Aussagen anonymer Insider und sind kaum unabhängig überprüfbar. Ob Marsalek für den GRU, den FSB oder beide Dienste tätig ist, wird unterschiedlich dargestellt.

BSDC-J-FIN-2021-2249
Relevanz 3Danske-Bank, Geldwaesche, Estland
29.04.2021
Danske Bank: Ermittlungen gegen Führungskräfte nach Estland-Skandal eingestellt
ERR News (Estnischer Rundfunk)
Recherche: DC
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Die dänische Wirtschaftskriminalpolizei SØIK erhob 2019 vorläufige Anklagen gegen neun ehemalige Führungskräfte der Danske Bank, darunter den früheren Vorstandsvorsitzenden Thomas Borgen, wegen möglicher Verstöße gegen das Geldwäschegesetz im Zusammenhang mit der estnischen Filiale. Am 29.04.2021 stellte SØIK alle Verfahren ein, zuletzt gegen Borgen. Als Begründung nannte die Behörde, es habe sich keine so grobe Fahrlässigkeit einzelner Personen nachweisen lassen. Im November 2022 scheiterte zudem eine Zivilklage von 155 institutionellen Investoren über 2,4 Milliarden dänische Kronen gegen Borgen.

Eine persönliche strafrechtliche oder zivilrechtliche Verantwortung einzelner Führungskräfte ist nicht belegt. Unklar bleibt, warum bei einem Verdachtsvolumen von rund 200 Milliarden Euro keine individuelle grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden konnte. Die estnische Staatsanwaltschaft erhob 2023 separat Anklage gegen sechs frühere operative Mitarbeiter der Tallinner Filiale, ein Urteil lag zum Zeitpunkt der Recherche noch nicht vor.

BSDC-P-FIN-2018-2250
Relevanz 3ABLV-Bank-Lettland, Nordkorea-Sanktionen, Geldwaesche-Baltikum
13.02.2018
ABLV Bank Lettland: Schließung nach US-Vorwürfen zu Geldwäsche und Nordkorea-Sanktionsumgehung
FinCEN (U.S. Department of the Treasury)
Recherche: DC
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Die US-Finanzaufsichtsbehörde FinCEN stufte die lettische ABLV Bank am 13.02.2018 als Institution primärer Geldwäschebesorgnis ein. FinCEN warf der Bank vor, Geldwäsche institutionalisiert zu haben, den Diebstahl von über 1 Milliarde Dollar aus moldawischen Banken erleichtert und Transaktionen für mit Nordkoreas Waffenprogramm verbundene Akteure abgewickelt zu haben. Nach massiven Einlagenabzügen stufte die EZB ABLV am 23.02.2018 als ausfallend ein, die Aktionäre beschlossen am 26.02.2018 die freiwillige Liquidation. 2022 erhob die lettische Staatsanwaltschaft gegen acht ehemalige ABLV-Führungskräfte Anklage wegen Geldwäsche von rund 2,1 Milliarden Euro.

Der von FinCEN erhobene Bestechungsvorwurf gegen ABLV-Führungskräfte ist nicht gerichtlich bestätigt, die lettische Antikorruptionsbehörde KNAB fand später keine Beweise dafür. Der genaue Umfang der mit Nordkoreas Raketenprogramm verbundenen Transaktionen wurde nicht im Detail beziffert. Die 2022 erhobene Anklage war zum Zeitpunkt der Recherche ohne rechtskräftiges Urteil.

BSDC-J-FIN-2019-2251
Relevanz 3Troika-Laundromat, Geldwaesche, Russland-Offshore
04.03.2019
Troika Laundromat: OCCRP deckt 4,6-Milliarden-Dollar-Geldwäschesystem der Moskauer Investmentbank Troika Dialog auf
Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP), mit 21 internationalen Medienpartnern
Recherche: DC
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Am 04.03.2019 veröffentlichte das OCCRP die Recherche Troika Laundromat, basierend auf einem Leak von über 1,3 Millionen Banktransaktionen. Die Investmentbank Troika Dialog unter Leitung von Ruben Vardanyan richtete zwischen 2006 und Anfang 2013 mindestens 75 Briefkastenfirmen ein, über die rund 4,6 Milliarden Dollar aus Russland ins Ausland flossen. Korrespondenzbanken wie Deutsche Bank, Raiffeisen Bank International und Commerzbank leiteten Zahlungen weiter. Unter den Empfängern war laut OCCRP der Cellist Sergei Roldugin, ein Vertrauter von Wladimir Putin, der mehr als 69 Millionen Dollar erhielt.

Die genaue Gesamtsumme wird unterschiedlich beziffert, teils als 4,6 Milliarden Dollar Zufluss, teils als 8,8 Milliarden Dollar Gesamttransaktionsvolumen inklusive interner Scheingeschäfte. Welcher Anteil der Gelder aus Straftaten stammte, ist nicht abschließend geklärt. Strafrechtliche Konsequenzen gegen Ruben Vardanyan sind öffentlich nicht dokumentiert.

BSDC-P-FIN-2023-2253
Relevanz 3Wirecard, Wirtschaftspruefung, Anlegerklagen
31.03.2023
Wirecard-Prüfungsskandal: APAS sanktioniert EY, Anleger klagen auf Schadensersatz
APAS (Abschlussprüferaufsichtsstelle) / Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
Recherche: DC
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Die APAS stellte am 31.03.2023 fest, dass Ernst & Young (EY) bei den Prüfungen der Wirecard-Jahresabschlüsse 2016 bis 2018 gegen Berufspflichten verstoßen hat. Gegen fünf Wirtschaftsprüfer verhängte die APAS Geldbußen zwischen 23.000 und 300.000 Euro, gegen EY eine Geldbuße von 500.000 Euro sowie ein zweijähriges Verbot neuer Prüfungsmandate bei Unternehmen von öffentlichem Interesse. Parallel fordern geschädigte Anleger vor dem Landgericht München I Schadensersatz von EY, unter anderem eine Klage von mehr als 700 Millionen Euro. Das Bayerische Oberste Landesgericht entschied am 28.02.2025, dass die von EY erteilten Bestätigungsvermerke keine Kapitalmarktinformation im Sinne des KapMuG darstellen.

Ob und in welcher Höhe EY den geschädigten Anlegern zivilrechtlich haftet, ist nicht abschließend geklärt. Die Entscheidung vom 28.02.2025 hat den gebündelten Schadensersatzforderungen nur die prozessuale Grundlage im Musterverfahren entzogen, betroffene Anleger müssen seither einzeln klagen. Die tatsächliche Gesamtschadenshöhe ist umstritten.

BSDC-J-FIN-2023-2266
Relevanz 3Bankdaten-Leck, MOVEit-Sicherheitsluecke, Drittanbieter-Risiko
11.07.2023
Datenleck bei Deutsche Bank und Postbank durch MOVEit-Schwachstelle beim Dienstleister Majorel
BleepingComputer
Recherche: DC
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Deutsche Bank und Postbank bestätigten Anfang Juli 2023, dass bei ihrem externen Dienstleister Majorel Deutschland GmbH, der den Kontowechselservice betrieb, Kundendaten entwendet wurden. Ursache war eine Schwachstelle in der Dateiübertragungssoftware MOVEit Transfer, ausgenutzt von der Erpressergruppe Cl0p. Betroffen waren Kunden, die zwischen 2016 und 2020 den Kontowechselservice nutzten; erbeutet wurden Namen sowie IBANs. Auch ING, Comdirect und Norisbank waren betroffen, laut Deutsche Bank global mehr als 100 Unternehmen in über 40 Ländern durch denselben MOVEit-Vorfall. Die eigenen Systeme der Deutschen Bank waren nicht kompromittiert, betroffen war ausschließlich der Dienstleister.

Die genaue Gesamtzahl der betroffenen Kunden ist nicht offiziell bestätigt. Ein Sekundärbericht nennt unbelegte Einzelzahlen von insgesamt über 144.000 Datensätzen, die in dieser Recherche nicht anhand einer offiziellen Quelle verifiziert werden konnten. Ein Bußgeld oder förmliches Aufsichtsverfahren zu diesem konkreten Vorfall wurde nicht gefunden.

BSDC-J-FIN-2026-2271
Relevanz 3Cum-Ex-Geschaefte, Warburg-Bank, Steuerhinterziehung
18.03.2026
BGH: Einziehung von Cum-Ex-Millionen bei Warburg-Bank-Chef Olearius muss neu geprüft werden
Bundesgerichtshof (BGH)
Recherche: DC
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Der BGH entschied am 18.03.2026, dass die Einziehung von rund 40 Millionen Euro Tatlohn beim früheren Chef der Warburg Bank, Christian Olearius, trotz Einstellung des Strafverfahrens wegen dauerhafter Verhandlungsunfähigkeit erneut geprüft werden muss. Das Landgericht Bonn hatte das Verfahren gegen Olearius 2024 eingestellt, ohne über die Einziehung zu entscheiden. Der BGH verwies das Verfahren zur Neuentscheidung zurück. Bereits am 28.07.2021 hatte der BGH im bundesweit ersten Cum-Ex-Strafverfahren die Einziehung von rund 176 Millionen Euro gegen das Bankhaus M.M. Warburg selbst bestätigt.

Ob und in welcher Höhe die Einziehung gegen Olearius persönlich angeordnet wird, ist offen, das Landgericht Bonn muss das erst neu entscheiden. Eine strafrechtliche Verurteilung von Olearius selbst gibt es nicht, für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Die genannten Summen werden in Presseberichten leicht abweichend beziffert.

BSDC-P-FIN-2013-2272
Relevanz 3Darknet-Marktplaetze, Kryptowaehrungs-Kriminalitaet, Begnadigung
02.10.2013
Silk-Road-Zerschlagung 2013 und Begnadigung von Ross Ulbricht 2025
U.S. Department of Justice, Southern District of New York / FBI
Recherche: DC
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Das FBI verhaftete Ross Ulbricht am 01.10.2013 in San Francisco und schaltete am selben Tag den Darknet-Marktplatz Silk Road ab, den er seit 2011 unter dem Pseudonym Dread Pirate Roberts betrieben hatte. Über Tor und Bitcoin wurden dort anonymisiert Drogen gehandelt. Im Februar 2015 wurde Ulbricht in allen sieben Anklagepunkten schuldig gesprochen und im Mai 2015 zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt. Am 21.01.2025 begnadigte US-Präsident Trump Ulbricht vollständig, nach über elf Jahren Haft.

Die tatsächliche Umsatzhöhe von Silk Road ist umstritten, die Anklageschrift bezifferte sie auf rund 1,2 Milliarden Dollar. Der Vorwurf, Ulbricht habe Auftragsmorde in Auftrag gegeben, wurde nie als eigenständiger Anklagepunkt verhandelt. Trumps politische Begründung für die Begnadigung ist keine gerichtlich festgestellte Tatsache.

BSDC-P-FIN-2017-2273
Relevanz 3Darknet-Maerkte, Verdeckte-Ermittlungen, Internationale-Strafverfolgung
20.07.2017
Verdeckte Übernahme des Darknet-Marktplatzes Hansa Market durch niederländische Polizei im Rahmen von Operation Bayonet
Europol / Nationale Politie (Niederlande)
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Am 20.06.2017 übernahm die niederländische Polizei mit richterlicher Genehmigung heimlich die Server des Darknet-Marktplatzes Hansa Market, nachdem deutsche Behörden die mutmaßlichen Betreiber festgenommen hatten. Einen Monat lang betrieben die Ermittler die Plattform verdeckt als Honeypot weiter und protokollierten Nutzerdaten. Als das FBI Anfang Juli 2017 den Konkurrenzmarktplatz AlphaBay abschaltete, wechselten dessen Kunden unwissentlich zum bereits polizeikontrollierten Hansa Market. Am 20.07.2017 gaben Europol, FBI und niederländische Polizei die öffentliche Abschaltung bekannt, mindestens 10.000 Käuferadressen wurden an Europol übergeben.

Häufig genannte Zahlen zu erfassten Nutzerkonten und beschlagnahmten Bitcoin stammen aus Sekundärquellen und ließen sich nicht direkt in einer Europol-Pressemitteilung verifizieren. Wie viele der übergebenen Käuferadressen zu Anklagen führten, ist nicht dokumentiert.

BSDC-B-FIN-2024-2308
Relevanz 3Ransomware, Fintech, Bankdaten
27.08.2024
Datenleck bei Evolve Bank and Trust durch die Ransomwaregruppe LockBit
Evolve Bank & Trust
Recherche: DC
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Evolve Bank and Trust wurde Anfang 2024 Opfer eines LockBit-Ransomwareangriffs, nachdem ein Mitarbeiter auf einen manipulierten Link geklickt hatte. Die Täter luden Datenbanken herunter und veröffentlichten die Daten im Juni 2024, nachdem Evolve kein Lösegeld gezahlt hatte. Betroffen waren Namen, Sozialversicherungsnummern und Kontonummern von Privat- und Hypothekenkunden sowie von Partnerunternehmen. Evolve meldete der Generalstaatsanwaltschaft von Maine rund 7,64 Millionen betroffene Personen.

Spätere Unterlagen zur Sammelklage sprechen von rund 18 Millionen Betroffenen, ohne dass diese höhere Zahl öffentlich erklärt wurde. LockBits Behauptung, es handle sich um Daten der US-Notenbank Federal Reserve, war falsch.

BSDC-B-FIN-2024-2311
Relevanz 3LockBit, Ransomware-Sanktionen, Cybercrime
07.05.2024
Enttarnung und Sanktionierung des LockBit-Anführers Dmitry Khoroshev
National Crime Agency (NCA), in Zusammenarbeit mit US-Justizministerium, FBI und US-Finanzministerium (OFAC)
Recherche: DC
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Am 07.05.2024 identifizierten NCA, FBI, US-Justizministerium sowie Partnerbehörden aus USA, Großbritannien und Australien den Russen Dmitry Khoroshev als Entwickler und Administrator der Ransomware-Gruppe LockBit, bekannt unter dem Pseudonym LockBitSupp. US-, britische und australische Sanktionsbehörden verhängten Vermögenssperren und Einreiseverbote gegen ihn. Eine Grand Jury in New Jersey erhob Anklage in 26 Punkten, Höchststrafe 185 Jahre Haft. Das US-Außenministerium setzte eine Belohnung von bis zu 10 Millionen Dollar aus. LockBit soll zwischen 2019 und 2024 mehr als 2.500 Opfer in mindestens 120 Ländern angegriffen haben.

Khoroshev wurde nach der Anklage nicht festgenommen und hält sich vermutlich in Russland auf, das keine Auslieferungsabkommen mit den USA hat. Ein Gerichtsurteil steht aus, es gilt die Unschuldsvermutung. Angaben zur Gesamtschadenssumme schwanken zwischen über 500 Millionen und über 1 Milliarde Dollar.

BSDC-J-FIN-2020-2325
Relevanz 3FinCEN-Files, Geldwaesche-Meldewesen, Deutsche-Bank
20.09.2020
FinCEN Files: Geleakte US-Verdachtsmeldungen enthüllen Billionen-Dollar-Geldwäscheverdacht bei Großbanken
ICIJ (International Consortium of Investigative Journalists) / BuzzFeed News
Recherche: DC
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BuzzFeed News erhielt 2019 mehr als 2.100 Verdachtsmeldungen (Suspicious Activity Reports, SARs) der US-Finanzaufsichtsbehörde FinCEN und teilte sie mit dem International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ), das sie mit rund 400 Journalisten aus 88 Ländern auswertete. Am 20.09.2020 veröffentlichten ICIJ, BuzzFeed News und über 100 Medienpartner die Ergebnisse: Insgesamt 2.657 Dokumente, darunter 2.121 SARs, dokumentieren mehr als 200.000 verdächtige Transaktionen im Wert von über 2 Billionen US-Dollar zwischen 1999 und 2017. Am stärksten vertreten war die Deutsche Bank mit rund 1,3 Billionen US-Dollar verdächtiger Transaktionen und etwa 62 Prozent aller SARs im Datensatz, gefolgt von JPMorgan Chase mit rund 514 Milliarden US-Dollar. Die frühere FinCEN-Mitarbeiterin Natalie Mayflower Sours Edwards bekannte sich im Januar 2020 der unerlaubten Weitergabe der Dokumente schuldig und wurde zu sechs Monaten Haft verurteilt.

Dass die in den SARs genannten Kunden und Firmen tatsächlich Geldwäsche begangen haben, ist durch die Verdachtsmeldungen allein nicht bewiesen. Eine SAR ist eine bankinterne Meldepflicht an FinCEN ohne Anklage oder Gerichtsurteil gegen die genannten Personen. Ob und wie FinCEN auf einzelne Meldungen konkret reagierte, geht aus den geleakten Dokumenten nicht hervor. Die genannten Summen wie die 1,3 Billionen US-Dollar bei der Deutschen Bank beziffern das Volumen der als verdächtig gemeldeten Transaktionen über 18 Jahre, nicht nachgewiesene Straftaten.

BSDC-J-FIN-2018-2326
Relevanz 3Danske-Bank, Kurssturz-2018, Geldwaesche-Estland
27.12.2018
Danske Bank: Aktienkurs halbiert sich 2018 nach Estland-Geldwäscheskandal
PYMNTS
Recherche: DC
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Nachdem die dänische Zeitung Berlingske ab März 2017 über Geldwäscheverdacht in der estnischen Danske-Bank-Filiale berichtet hatte, veröffentlichte die Bank am 19.09.2018 einen internen Untersuchungsbericht zu rund 200 Milliarden Euro verdächtigen Zahlungen aus den Jahren 2007 bis 2015. Die Aktie fiel an diesem Tag um fast 8 Prozent, Vorstandschef Thomas Borgen trat noch am selben Tag zurück. Über das gesamte Jahr 2018 verlor die Danske-Bank-Aktie rund die Hälfte ihres Werts, ein Marktwertverlust von mehr als 15 Milliarden US-Dollar. Eine zusätzliche Gewinnwarnung im Dezember 2018 drückte den Kurs auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2014.

Die genauen Prozentangaben zum Kursverlust schwanken je nach Quelle zwischen rund 45 und 50 Prozent, je nachdem ob das Kalenderjahr 2018 oder der Rückgang seit März 2018 zugrunde gelegt wird. Der bezifferte Marktwertverlust stammt aus journalistischen Berechnungen ohne einheitlichen Stichtag. Eine strenge statistische Trennung zwischen dem Einfluss des Skandals und allgemeinen Marktfaktoren liegt in den ausgewerteten Quellen nicht vor.

BSDC-J-FIN-2020-2327
Relevanz 3Wirecard-Skandal, Bilanzbetrug, Treuhandbetrug
19.06.2020
Wirecard-Skandal: Die gefälschten Treuhandkonten auf den Philippinen
GMA News Online
Recherche: DC
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Im Jahresabschluss 2019 wies Wirecard rund 1,9 Milliarden Euro auf angeblichen Treuhandkonten bei den philippinischen Banken BDO Unibank und Bank of the Philippine Islands (BPI) aus. Als örtlicher Treuhänder trat der Manila-Anwalt Mark Tolentino auf. Am 18.06.2020 verweigerte Wirtschaftsprüfer EY das Testat. Am 19.06.2020 erklärten BDO und BPI öffentlich, die vorgelegten Kontobestätigungen trügen gefälschte Unterschriften und Wirecard sei nie ihr Kunde gewesen. Wirecard räumte daraufhin ein, das Geld habe wahrscheinlich nie existiert, und meldete am 25.06.2020 Insolvenz an.

Ob Treuhänder Mark Tolentino wissentlich an der Fälschung mitwirkte oder selbst getäuscht wurde, ist rechtlich nicht abschließend geklärt. Im August 2022 stellte das philippinische Justizministerium die Ermittlungen gegen Tolentino und den flüchtigen Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek mangels Beweisen ein, lediglich ein BPI-Bankangestellter wurde wegen Urkundenfälschung angeklagt. Wer die Dokumente tatsächlich erstellt hat, ist mangels rechtskräftigen Urteils nicht gerichtsfest bewiesen.

BSDC-P-FIN-2018-2328
Relevanz 31MDB, Geldwaesche, Interpol-Fahndung
01.11.2018
Jho Low: US-Anklage gegen mutmaßlichen 1MDB-Drahtzieher
U.S. Department of Justice (Eastern District of New York)
Recherche: DC
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Das US-Justizministerium klagte den malaysischen Finanzier Low Taek Jho, bekannt als Jho Low, am 01.11.2018 wegen Verschwörung zur Geldwäsche und gegen den Foreign Corrupt Practices Act an. Laut Anklage soll Low mehr als 2,7 Milliarden US-Dollar aus dem Staatsfonds 1MDB veruntreut und teils zur Bestechung von Beamten sowie für Luxusimmobilien und die Finanzierung von Hollywoodfilmen wie The Wolf of Wall Street verwendet haben. Bereits am 24.08.2018 hatte die malaysische Staatsanwaltschaft Low in Abwesenheit angeklagt, Interpol stellte am 11.06.2018 eine Red Notice gegen ihn aus.

Jho Lows genauer Aufenthaltsort ist bis heute nicht offiziell bestätigt, malaysische Behörden vermuteten wiederholt China, was chinesische Stellen mehrfach dementierten. Da Low nie festgenommen wurde, gibt es gegen ihn persönlich kein Strafurteil. Diese Anklage bezieht sich nur auf einen Teilbetrag von 2,7 Milliarden Dollar der insgesamt veruntreuten rund 4,5 Milliarden Dollar. Eine Auslieferung fand bis heute nicht statt.

BSDC-J-FIN-2018-2329
Relevanz 3Geldwaesche, Bankenaufsicht, Danske-Bank
03.05.2018
Finanstilsynet-Entscheidung zu Danske Bank Estland
Finanstilsynet (dänische Finanzaufsichtsbehörde)
Recherche: DC
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Die dänische Finanzaufsicht Finanstilsynet stellte am 03.05.2018 schwere Mängel in der Unternehmensführung von Danske Bank bei der Geldwäscheprävention in der estnischen Zweigstelle fest. Die Behörde erließ acht Anordnungen und acht Rügen und verlangte eine Erhöhung der Kapitalanforderung um 5 Milliarden dänische Kronen. Laut Finanstilsynet reagierte die Bankführung zu spät auf Hinweise eines internen Whistleblowers. Zwischen 2007 und 2015 wurden über die estnische Zweigstelle rund 200 Milliarden Euro an Zahlungen von Nichtansässigen abgewickelt, überwiegend aus Russland und anderen früheren Sowjetstaaten.

Nicht belegt ist, welcher Anteil der rund 200 Milliarden Euro tatsächlich aus Geldwäsche stammte, die Zahl umfasst auch legale Transaktionen. Das Entscheidungsdatum wird in manchen Sekundärquellen fälschlich mit 2019 statt 2018 angegeben. Offen blieb zum Zeitpunkt der Entscheidung, ob einzelne frühere Führungskräfte persönlich zur Verantwortung gezogen würden.

BSDC-B-FIN-2018-2330
Relevanz 3Geldwaesche, Bankenaufsicht, Compliance
04.09.2018
ING Niederlande: 775 Millionen Euro Bußgeld wegen Geldwäsche-Versäumnissen
Openbaar Ministerie (Niederländische Staatsanwaltschaft)
Recherche: DC
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Die niederländische Großbank ING einigte sich am 04.09.2018 mit der Staatsanwaltschaft auf eine Zahlung von 775 Millionen Euro, davon 675 Millionen Euro Geldbuße und 100 Millionen Euro Gewinnabschöpfung. Grund waren strukturelle Mängel bei der Geldwäscheprävention zwischen 2010 und 2016, darunter unzureichende Kundenprüfung und ausgebliebene Verdachtsmeldungen. Es handelte sich um einen außergerichtlichen Vergleich ohne Gerichtsverfahren, die Summe war zum Zeitpunkt der Einigung der höchste jemals in den Niederlanden verhängte Betrag in einem Strafverfahren.

Nicht Bestandteil des Settlements war eine strafrechtliche Verurteilung der Bank selbst, viele Einzelheiten zu konkreten Geldwäschefällen sind dadurch nicht öffentlich nachvollziehbar. Die Staatsanwaltschaft sprach nur von hunderten Millionen Euro inkriminierter Gelder, ohne präzise Summe. Strafrechtliche Ermittlungen gegen einzelne frühere Manager liefen separat weiter, ihr Ausgang ist in dieser Quelle nicht dokumentiert.

BSDC-P-FIN-2018-2331
Relevanz 3Geldwaesche, Bankenaufsicht, USA
07.02.2018
Rabobank Kalifornien: 369 Millionen Dollar Strafe wegen Verschleierung von Geldwäschemängeln
US-Justizministerium (DOJ) / US-Attorney Southern District of California
Recherche: DC
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Rabobank National Association, die kalifornische Tochtergesellschaft der niederländischen Cooperatieve Rabobank, bekannte sich im Februar 2018 vor einem US-Bundesgericht schuldig, die Aufsichtsbehörde OCC bei einer Prüfung getäuscht zu haben, und stimmte einer Zahlung von rund 369 Millionen US-Dollar zu. Zwischen 2009 und 2012 ließen mangelhafte Programme an den Filialen in Calexico und Tecate hunderte Millionen Dollar an nicht nachverfolgbarem Bargeld aus Mexiko unbeanstandet passieren. Als das OCC dies 2013 aufzudecken drohte, sollen Bankmitarbeiter der Aufsicht falsche Angaben gemacht und Unterlagen zurückgehalten haben.

Nicht abschließend geklärt ist, in welchem Umfang das durchgeleitete Bargeld tatsächlich aus Drogenhandel mexikanischer Kartelle stammte, die Angabe hunderte Millionen Dollar ist eine Näherung. Der genaue Anteil der 369 Millionen Dollar als strafrechtliche Vermögensabschöpfung versus zivilrechtliche Bußgelder anderer Behörden wird in Presseberichten unterschiedlich aufgeschlüsselt. Die Rolle einzelner früherer Führungskräfte ist in den ausgewerteten Quellen nur unvollständig dargestellt.

BSDC-P-FIN-2019-2332
Relevanz 3Sanktionsumgehung, Geldwaesche, Standard-Chartered
09.04.2019
Standard Chartered: Wiederholte US-Bußgelder wegen Sanktionsverstößen und Geldwäsche 2012 bis 2019
U.S. Department of Justice (DOJ)
Recherche: DC
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Standard Chartered Bank zahlte zwischen 2012 und 2019 wiederholt Bußgelder an US- und britische Behörden wegen Umgehung von Iran-Sanktionen. Im Dezember 2012 zahlte die Bank rund 667 Millionen Dollar wegen verschleierter Iran-Transaktionen aus 2001 bis 2007. 2014 verhängte die New Yorker Finanzaufsicht DFS eine weitere Strafe von 300 Millionen Dollar. Am 09.04.2019 bekannte sich die Bank schuldig, zwischen 2007 und 2011 rund 9.500 Transaktionen im Wert von etwa 240 Millionen Dollar für iranische Institutionen abgewickelt zu haben, und zahlte zusammen mit mehreren Behörden insgesamt rund 1,1 Milliarden Dollar.

Die genaue Aufschlüsselung der Transaktionssummen variiert je nach Quelle und Behörde, ob und wie stark sich verschiedene Zeiträume und Summen überschneiden, lässt sich aus öffentlich zugänglichen Quellen nicht vollständig auflösen. Bei den Verfahren handelt es sich überwiegend um Deferred Prosecution Agreements und aufsichtsrechtliche Vergleiche, nicht um Urteile nach vollständigem Strafprozess. Eine individuelle strafrechtliche Verantwortung einzelner Manager ist öffentlich nicht dokumentiert.