Quellen-Tabelle
Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.
| BSDC-ID | Datum | Titel & Quelle | Kernaussage | Klartext |
|---|---|---|---|---|
| BSDC-J-FIN-2018-2423 Relevanz 3Anlagebetrug, Schneeballsystem, BaFin-Aufsicht | 09.07.2018 | Infinus-Gruppe Dresden: Urteile im Schneeballsystem mit Nachrangdarlehen Legal Tribune Online (LTO) Recherche: DC Quelle öffnen → | Das Landgericht Dresden verurteilte am 09.07.2018 fünf ehemalige Manager der Infinus Gruppe wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs zu Freiheitsstrafen zwischen fünf Jahren vier Monaten und acht Jahren. Die Gruppe hatte Nachrangdarlehen mit überhöhten Renditeversprechen vertrieben, finanziert durch Gelder neu geworbener Anleger. Rund 22.000 Anleger investierten etwa 312 Millionen Euro, der festgestellte Nettoschaden lag bei rund 155 Millionen Euro. Das Gericht ordnete die Einziehung von über 51 Millionen Euro an. | Die genaue Schadenshöhe wird in Verfahrensdokumenten unterschiedlich beziffert, zwischen 155 und 415,6 Millionen Euro je nach Berechnungsgrundlage. Die aufsichtsrechtliche Rolle der BaFin vor 2012 ist nicht im Detail dokumentiert. Der Ausgang möglicher Revisionsverfahren ist nicht abschließend geklärt. |
| BSDC-J-FIN-2017-2424 Relevanz 3Anlagebetrug, Grauer-Kapitalmarkt, Immobilienfonds | 29.03.2017 | S&K-Gruppe: Immobilienfonds-Betrug und Verurteilung der Gründer in Frankfurt Wikipedia / Landgericht Frankfurt am Main Recherche: DC Quelle öffnen → | Die S&K Gruppe kaufte Immobilien unter Verkehrswert bei Zwangsversteigerungen und vertrieb sie über geschlossene Fonds am grauen Kapitalmarkt. Am 19.02.2013 durchsuchten rund 1.200 Ermittler 130 Objekte und nahmen die Geschäftsführer fest. Am 29.03.2017 verurteilte das Landgericht Frankfurt die Gründer Stephan Schäfer und Jonas Köller zu je acht Jahren und sechs Monaten Haft wegen schwerer Untreue. Die Gründer finanzierten mit Anlegergeldern einen Luxuslebensstil mit Sportwagen und Privatjets. | Die Zahl der geschädigten Anleger wird unterschiedlich beziffert, zwischen 6.000 mit 90 Millionen Euro Schaden und 11.000 mit mindestens 240 Millionen Euro. Die Urteile waren zum Zeitpunkt der Verkündung nicht in allen Punkten rechtskräftig, Revisionen waren möglich. |
| BSDC-J-FIN-2019-2425 Relevanz 3Wirecard-Skandal, Bilanzfaelschung, Finanzkriminalitaet-Asien | 12.02.2019 | Wirecard-Singapur-Bürorazzia und die Rolle von Edo Kurniawan bei der Bilanzfälschung CNBC Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 08.02.2019 durchsuchte die Singapurer Polizei Büros von Wirecard-Entitäten, einen Tag nachdem die Financial Times über ein Round-Tripping-Schema berichtet hatte, bei dem Bargeld zwischen asiatischen Tochtergesellschaften verschoben wurde, um Bilanzen aufzublähen. Edo Kurniawan soll laut interner Präsentation Project Tiger Summary Anweisungen zu verdächtigen Transaktionen im Umfang von 37 Millionen Euro gegeben haben. Kurniawan verließ das Unternehmen am 01.04.2019 und gilt seither als flüchtig mit Interpol Red Notice. Im Juni 2023 wurden zwei Mitverdächtige in Singapur zu 21 beziehungsweise 10 Monaten Haft verurteilt. | Nicht belegt ist der Aufenthaltsort von Edo Kurniawan seit seiner Flucht. Die Höhe des veruntreuten Betrags wird unterschiedlich beziffert, teils 37 Millionen Euro, teils im Kontext der insgesamt fehlenden 1,9 Milliarden Euro auf den Philippinen. Kurniawans eigene strafrechtliche Verantwortung wurde bislang nicht gerichtlich festgestellt. |
| BSDC-J-FIN-2015-2426 Relevanz 3Geldwaesche, Deutsche-Bank, Russland-Sanktionen | 26.10.2015 | Deutsche Bank Mirror Trades: New Yorker Aufsicht weitet verdeckte Geldwäsche-Ermittlung aus OCCRP (Organized Crime and Corruption Reporting Project) Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Frühjahr 2015 begannen das US-Justizministerium und die NYDFS eine Untersuchung von rund 6 Milliarden US-Dollar an Spiegelgeschäften der Deutschen Bank. Zwischen 2011 und Anfang 2015 kauften russische Kunden über die Moskauer Niederlassung Wertpapiere in Rubel und verkauften identische Positionen zeitnah in Fremdwährung über die Londoner Niederlassung. Im Zentrum stand Tim Wiswell, ehemaliger Leiter des Russland-Aktienhandels, der freigestellt wurde. Zu den mutmaßlichen Nutznießern gehörten Personen aus dem Umfeld von Wladimir Putin, darunter die Brüder Rotenberg. Diese Ermittlungsphase liegt zwei Jahre vor der öffentlichen Bußgeldeinigung von 2017. | Nicht belegt ist, wie NYDFS und DOJ ursprünglich auf die Spiegelgeschäfte aufmerksam wurden. Die Höhe des insgesamt bewegten Volumens schwankt je nach Quelle zwischen 6 und 10 Milliarden US-Dollar. Ob die genannten Personen aus Putins Umfeld tatsächlich strafrechtlich relevante Vorteile zogen, wurde in dieser frühen Berichterstattung nicht geklärt. |
| BSDC-J-FIN-2020-2427 Relevanz 3Geldwaesche, Danske-Bank, Baltikum-Bankenaufsicht | 25.09.2020 | Litauens Zentralbank kooperiert bei Danske-Bank-Geldwäscheermittlungen LRT (Lithuanian National Radio and Television) Recherche: DC Quelle öffnen → | Die litauische Zentralbank Lietuvos bankas erklärte, sie beobachte Informationen zur möglichen Beteiligung litauischer Finanzinstitute an Geldwäsche und arbeite mit dänischen Behörden zusammen. Hintergrund waren die FinCEN Files, laut denen zwischen 2012 und 2015 verdächtige Geldtransfers über die Danske-Bank-Filiale in Litauen abgewickelt wurden, Teil eines Spiegelgeschäfte-Systems zum Herausschleusen russischer Rubel. | Nicht dokumentiert ist eine eigenständige formelle Untersuchung der Danske-Bank-Litauen-Filiale durch die litauische Zentralbank 2019. Der Hauptskandal betraf primär die estnische Filiale, die litauische Zentralbank äußerte sich nur allgemein zur Kooperation, ohne eigene Ermittlungsergebnisse oder Fallzahlen für Litauen zu nennen. |
| BSDC-P-FIN-2020-2428 Relevanz 3Geldwaesche, FIFA-Korruption, Bankenaufsicht-Schweiz | 20.02.2020 | Julius Baer zahlt über 79 Millionen Dollar wegen Geldwäsche im FIFA-Korruptionsfall U.S. Department of Justice / FINMA Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Schweizer Bank Julius Baer gab in einem Deferred Prosecution Agreement zu, zwischen Februar 2013 und Mai 2015 Gelder aus Bestechungszahlungen im FIFA-Korruptionsskandal transferiert zu haben, und zahlte über 79 Millionen US-Dollar. Parallel stellte die FINMA fest, dass Julius Baer zwischen 2009 und Anfang 2018 systematisch gegen Sorgfaltspflichten verstoßen hatte, unter anderem im Zusammenhang mit PDVSA und FIFA. Fast alle 70 geprüften Geschäftsbeziehungen wiesen Unregelmäßigkeiten auf. | Nicht dokumentiert ist, welche konkreten Bankmitarbeiter individuell strafrechtlich verfolgt wurden. Die FINMA-Untersuchung war auf eine Stichprobe von rund 70 Geschäftsbeziehungen begrenzt, keine vollständige Durchleuchtung aller Kundenbeziehungen. |
| BSDC-J-FIN-2016-2429 Relevanz 3Panama-Papers, Steueroasen, Norwegen | 05.04.2016 | DNB Luxembourg und die Panama Papers: Briefkastenfirmen auf den Seychellen Aftenposten Recherche: DC Quelle öffnen → | Im April 2016 deckte Aftenposten im Rahmen der Panama Papers auf, dass die Luxemburger Privatbank-Tochter der norwegischen Großbank DNB seit 2006 rund 40 bis 45 Kunden half, Briefkastenfirmen auf den Seychellen zu gründen, mit Unterstützung der Kanzlei Mossack Fonseca. Etwa 30 der betroffenen Gesellschaften gehörten norwegischen Staatsbürgern. DNB beauftragte die Kanzlei Hjort mit einer unabhängigen Untersuchung. | Die genaue Zahl betroffener Kunden schwankt zwischen 40 und 45. Die interne Untersuchung kam zu dem Schluss, dass Konzernleitung und Vorstand vor 2016 keine Kenntnis hatten, diese Selbstauskunft wurde nicht durch ein unabhängiges Gerichtsurteil bestätigt. |
| BSDC-J-FIN-2019-2430 Relevanz 3Geldwaesche, Bankenaufsicht, Estland-Skandal | 07.05.2019 | Anklage gegen Ex-Danske-Bank-Chef Thomas Borgen im Geldwäschefall Estland The National Law Review Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Mai 2019 erhob die dänische Staatsanwaltschaft Anklage gegen Thomas Borgen, ehemaliger Vorstandschef der Danske Bank, wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das dänische Geldwäschegesetz im Zusammenhang mit der estnischen Filiale. Borgen leitete von 2009 bis 2012 das internationale Geschäft, zu dem die estnische Filiale gehörte, und war bis September 2018 Vorstandsvorsitzender. Er trat nach Veröffentlichung eines internen Untersuchungsberichts zurück, der die Kontrollen als offensichtlich unzureichend bezeichnete. | Nicht belegt ist, ob Borgen persönlich Kenntnis von den Transaktionen hatte. Ein früheres internes Rechtsgutachten war zu dem Schluss gekommen, Borgen habe keine Pflichten verletzt, im Widerspruch zur späteren Anklage. Spätere Berichte von 2021 deuten darauf hin, dass die Anklage fallengelassen wurde, dies ist nicht Gegenstand dieser Quelle von 2019. |
| BSDC-J-FIN-2019-2431 Relevanz 3Geldwaesche, Bankenaufsicht, Baltikum | 01.10.2019 | Swedbank Estland: Geldwäscheverdacht, Kursabsturz und Führungswechsel nach SVT-Enthüllungen Bloomberg Recherche: DC Quelle öffnen → | Der schwedische Sender SVT enthüllte im Februar 2019, dass über Konten der estnischen Swedbank-Filiale zwischen 2007 und 2015 verdächtige Transaktionen in Milliardenhöhe abgewickelt worden sein sollen, mit Verbindungen zum Danske-Bank-Skandal. Die Aktie stürzte ab, Vorstandschefin Birgitte Bonnesen wurde kurz vor der Hauptversammlung entlassen, eine Woche später trat auch der Verwaltungsratschef zurück. | Die genaue Höhe der geflossenen verdächtigen Gelder ist nicht abschließend geklärt, SVT nannte rund 5,8 Milliarden US-Dollar, diese Zahlen stammen aus journalistischer Recherche, nicht aus einem abgeschlossenen behördlichen Verfahren. |
| BSDC-J-FIN-2013-2432 Relevanz 3Whistleblowing, Geldwaesche, Danske-Bank | 29.09.2020 | Howard Wilkinsons Whistleblower-Bericht an Danske Bank über die Estland-Filiale International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) Recherche: DC Quelle öffnen → | Ende Dezember 2013 sandte der britische Händler Howard Wilkinson eine E-Mail an die Danske-Bank-Zentrale mit dem Betreff Whistleblowing disclosure. Er beschrieb, dass Finanzberichte der Firma Lantana Trade nicht zu den hohen Transaktionsvolumen auf deren Konto bei der Estland-Filiale passten. Nach höflicher Bestätigung ohne Maßnahmen fand er 15 weitere Kunden mit vergleichbaren Auffälligkeiten und verfasste zwischen 2013 und 2014 insgesamt vier Berichte an die interne Revision. | Nicht dokumentiert ist, wie genau die Geschäftsleitung intern auf die Berichte reagierte, interne Sitzungsprotokolle liegen nicht öffentlich vor. Die Bank reagierte öffentlich nicht, bis Wilkinsons Name 2018 durchsickerte. |
| BSDC-J-FIN-2019-2433 Relevanz 3Geldwaesche, Korrespondenzbanken, Danske-Bank-Skandal | 05.03.2019 | Danske-Bank-Geldwäscheskandal erreicht österreichische Banken derStandard.at (Recherchenetzwerk Addendum und Profil) Recherche: DC Quelle öffnen → | Laut Recherchen von Addendum und Profil sollen rund 967 Millionen US-Dollar an mutmaßlichem Schwarzgeld aus dem Danske-Bank-Estland-Komplex über Konten österreichischer Banken geflossen sein, davon rund 634 Millionen US-Dollar auf die Raiffeisen Bank International. Die RBI-Aktie verlor am Tag der Berichterstattung zeitweise bis zu 15 Prozent an Wert, ein Marktkapitalisierungsverlust von etwa einer Milliarde Euro. | Für eine spezifische Verbindung der Erste Group Bank Österreich zum Danske-Estland-Netzwerk liegen keine belastbaren, primärquellenbasierten Belege vor, die Recherchen nennen namentlich nur die Raiffeisen Bank International. Die genannte Summe stützt sich auf journalistische Recherchen, nicht auf eine behördliche Feststellung. |
| BSDC-P-FIN-2016-2434 Relevanz 3Panama-Papers, Steuerhinterziehung, Offshore-Banking | 20.07.2016 | Nordea Bank und die Panama Papers: interne Untersuchung zu Offshore-Strukturen Nordea Bank Recherche: DC Quelle öffnen → | Nach der Veröffentlichung der Panama Papers ließ Nordea seine Luxemburger Einheit und Teile des Nordic Private Banking intern untersuchen: 137 Offshore-Strukturen mit rund 216 Millionen Euro verwaltetem Vermögen, Zeitraum 2010 bis 2016. Rund 60 Mitarbeiter prüften über 10.000 Dokumente. Nordea blockierte 68 Kundenakten, überwiegend aus der Zeit vor 2013, für vertiefte Prüfung. | Laut Nordeas eigener Untersuchung ist nicht bewiesen, dass Mitarbeiter aktiv Offshore-Strukturen initiierten. In wie vielen der 68 markierten Fälle tatsächlich Steuerhinterziehung festgestellt wurde, ist nicht veröffentlicht. Die spätere NYDFS-Buße von 2020 betraf einen separaten, späteren Komplex. |
| BSDC-J-FIN-2025-2435 Relevanz 3Russland-Sanktionen, Bankenaufsicht, Kriegsfinanzierung | 01.10.2025 | Raiffeisen Bank International scheitert erneut am Ausstieg aus Russland Reuters, veröffentlicht via The Moscow Times Recherche: DC Quelle öffnen → | Die RBI, größte noch in Russland aktive westliche Bank, konnte ihr russisches Geschäft Anfang Oktober 2025 erneut nicht verkaufen, weil russische Behörden den Verkauf an einen einheimischen Käufer blockierten. RBI wickelt Zahlungen für Gaslieferungen über TurkStream ab. Seit der russischen Invasion 2022 hat RBI in Russland Berichten zufolge rund 7 Milliarden Euro Gewinn angehäuft, der im Land gebunden bleibt. | Nicht belegt ist die Identität des potenziellen russischen Käufers oder der Kaufpreis. Die Zahl von 7 Milliarden Euro Gewinn stammt aus Presseberichten, keine offiziell testierte Bilanzangabe. Eine formelle Feststellung eines Sanktionsverstoßes liegt nicht vor. |
| BSDC-P-FIN-2018-2436 Relevanz 3Bestechung, Finanzkriminalitaet, Libyen | 04.06.2018 | Societe Generale zahlt Millionenstrafe wegen Bestechung im Libyen-Geschäft US-Justizministerium (DOJ) Recherche: DC Quelle öffnen → | Societe Generale einigte sich im Juni 2018 mit DOJ, SEC und der französischen Finanzstaatsanwaltschaft auf Strafzahlungen wegen Bestechung libyscher Amtsträger. Zwischen 2004 und 2009 zahlte die Bank rund 90 Millionen US-Dollar an einen Vermittler mit Verbindungen zum Gaddafi-Regime, um Investmentgeschäfte im Volumen von rund 3,66 Milliarden US-Dollar zu erhalten. Die Gesamtstrafzahlungen für Libyen- und einen parallelen Libor-Fall summierten sich auf über 860 Millionen US-Dollar. | Nicht dokumentiert ist, welche konkreten libyschen Amtsträger die Bestechungsgelder tatsächlich erhielten. Die Aufteilung zwischen Libyen-Komplex und Libor-Fall wird in verschiedenen Quellen leicht unterschiedlich beziffert. Ob einzelne Bankmitarbeiter strafrechtlich individuell verfolgt wurden, bleibt offen. |
| BSDC-P-FIN-2021-2437 Relevanz 3Finanzkriminalitaet, Korruption, Bankenaufsicht | 19.10.2021 | Credit Suisse Mosambik-Tuna-Bond-Skandal: US- und UK-Bußgelder U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 19.10.2021 einigte sich Credit Suisse mit US- und britischen Behörden auf Zahlungen von rund 475 Millionen US-Dollar wegen Betrugs im Zusammenhang mit zwei Anleiheemissionen für staatliche Unternehmen in Mosambik, bekannt als Tuna Bonds, mit denen mehr als 1 Milliarde US-Dollar aufgenommen wurden. Die Emissionsunterlagen verschwiegen laut SEC verdeckte Verschuldung, Bestechungszahlungen an mosambikanische Regierungsvertreter und Kickbacks an Credit-Suisse-Banker. Die britische FCA verhängte zusätzlich rund 200,66 Millionen US-Dollar. | Nicht geklärt ist, welcher Anteil der veruntreuten Gelder tatsächlich zurückverfolgt und mosambikanischen Bürgern zugutekam. Die Beteiligung einzelner mosambikanischer Regierungsmitglieder wurde teils erst später in getrennten Verfahren untersucht. |
| BSDC-J-FIN-2018-2438 Relevanz 3Geldwaesche, Danske-Bank-Estland, Finma-Aufsicht | 28.09.2018 | Finma prüft Schweizer Banken im Danske-Bank-Estland-Skandal Neue Zürcher Zeitung (NZZ) Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma erklärte im September 2018, sie prüfe die Verwicklung Schweizer Institute in den Geldwäscheskandal um die estnische Danske-Bank-Filiale. Eine interne Danske-Untersuchung hatte zuvor ergeben, dass ein Großteil der rund 200 Milliarden Euro, die zwischen 2007 und 2015 durch die estnische Filiale flossen, als verdächtig einzustufen war. | Die Finma nannte keine konkreten Institute mit förmlichem Verfahren. Ob es sich um eine formelle Enforcement-Untersuchung oder eine informelle Abklärung handelte, blieb unklar. Spätere konkrete Bußen gegen namentlich genannte Schweizer Banken sind aus den verfügbaren Quellen nicht ersichtlich. |
| BSDC-J-FIN-2010-2441 Relevanz 3Bankgeheimnis, Datenschutzverstoss, Finanzvertrieb | 07.05.2010 | Postbank-Datenskandal: Bußgeld wegen unerlaubtem Zugriff auf Kontobewegungsdaten Stiftung Warentest Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Landesbeauftragte für Datenschutz NRW verhängte am 07.05.2010 ein Bußgeld von 120.000 Euro gegen die Postbank AG. Rund 4.000 freiberufliche Handelsvertreter konnten allein mit Name und Geburtsdatum eines Kunden auf dessen komplette Girokontobewegungen zugreifen, betroffen waren mehr als eine Million Kundendatensätze. Die Vertreter nutzten die Daten, um Kunden bei größeren Geldeingängen gezielt anzusprechen. Aufgedeckt wurde die Praxis 2009 durch Finanztest, die Postbank stellte den Zugriff im November 2009 ab. | Nicht dokumentiert ist, wie viele der über eine Million Datensätze tatsächlich für Werbeansprachen genutzt wurden. Die genaue Zahl der Handelsvertreter mit tatsächlichem Zugriff bleibt unklar. Das Bußgeld gilt im Verhältnis zur Konzerngröße als vergleichsweise gering. |
| BSDC-P-FIN-2022-2460 Relevanz 3Darknet, Finanzkriminalitaet, Kryptowaehrungen | 05.04.2022 | Zerschlagung des Darknet-Marktplatzes Hydra Market Bundeskriminalamt (BKA) und Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main (ZIT) Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 05.04.2022 sicherten BKA und ZIT Frankfurt die in Deutschland befindliche Serverinfrastruktur des russischsprachigen Darknet-Marktplatzes Hydra Market und schalteten ihn ab, dabei wurden 543 Bitcoin im Gegenwert von rund 23 Millionen Euro beschlagnahmt. Hydra Market galt als weltweit umsatzstärkster illegaler Online-Marktplatz mit mindestens 1,23 Milliarden Euro Umsatz allein 2020, gehandelt wurden vor allem Betäubungsmittel. Den Ermittlungen seit August 2021 gingen internationale Kooperationen voraus. | Nicht dokumentiert ist die Identität der eigentlichen Hauptbetreiber, auch wenn US-Behörden parallel Anklage gegen einen mutmaßlichen russischen Staatsangehörigen erhoben. Unklar bleibt, in welchem Umfang der Handel durch die Abschaltung tatsächlich zurückging, da Nachfolgeplattformen bald entstanden. |
| BSDC-J-FIN-2025-2463 Relevanz 3Datenpanne-Gesundheitswesen, Sammelklage-USA, Ransomware | 30.04.2025 | Change-Healthcare-Sammelklagen: Vergleichsverhandlungen nach Cyberangriff 2024 AboutLawsuits.com Recherche: DC Quelle öffnen → | Nach dem Ransomware-Angriff auf Change Healthcare im Februar 2024 sind die Klagen als Multidistrict Litigation MDL 3108 in Minnesota gebündelt, bis August 2025 auf 78 Verfahren angewachsen. Am 30.04.2025 ordnete das Gericht persönliche Vergleichsgespräche an. Change Healthcare meldete zum 31.07.2025 rund 192,7 Millionen betroffene Personen, der größte je erfasste Datenschutzvorfall im US-Gesundheitswesen. | Bis zum Recherchestand im August 2025 wurde kein finaler Vergleich bekanntgegeben. Die Zahl der Betroffenen wurde mehrfach nach oben korrigiert, von anfänglich rund 100 Millionen auf 192,7 Millionen. Der Ausgang der Klageabweisungsanträge war noch nicht entschieden. |
| BSDC-O-FIN-2022-2469 Relevanz 3Urheberrecht, Kuenstliche-Intelligenz, Open-Source | 03.11.2022 | Sammelklage gegen GitHub, Microsoft und OpenAI wegen Copilot-Trainingsdaten US District Court for the Northern District of California Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 03.11.2022 reichte die Joseph Saveri Law Firm im Namen mehrerer Softwareentwickler eine Sammelklage gegen GitHub, Microsoft und OpenAI ein. Die Klage wirft vor, KI-Systeme Codex und Copilot mit Milliarden Zeilen öffentlichem Code trainiert zu haben, ohne Lizenzbedingungen wie GNU GPL einzuhalten. Die Kläger bezifferten mögliche Schadensersatzansprüche theoretisch auf über 9 Milliarden US-Dollar. Der Richter wies 20 von 22 Klagepunkten ab, ließ aber Ansprüche wegen Lizenzverletzung zu. | Das Gericht stellte fest, dass die Kläger nicht nachweisen konnten, dass spezifischer Code aus spezifischen Trainingsdaten in spezifischen Copilot-Ausgaben erscheint. Die Summe von 9 Milliarden Dollar ist eine theoretische Maximalberechnung, kein zugesprochener Betrag. Der Ausgang war zum Recherchezeitpunkt nicht rechtskräftig. |
| BSDC-J-FIN-2023-2474 Relevanz 3Ransomware, Finanzmarktinfrastruktur, LockBit | 10.11.2023 | ICBC-Ransomware-Angriff stört US-Staatsanleihenhandel CNBC Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 08. und 09.11.2023 wurde ICBC Financial Services, US-Tochter der weltgrößten Bank ICBC, Opfer eines Ransomware-Angriffs, für den die Gruppe LockBit verantwortlich gemacht wurde. Der Angriff legte den US-Broker-Dealer-Arm lahm und verhinderte die Abwicklung von Trades im US-Staatsanleihenmarkt. ICBC musste Handelsdetails per USB-Stick durch einen Boten übermitteln. Die Rate gescheiterter Abwicklungen stieg am 09.11. auf rund 60 Milliarden US-Dollar. | Die Zuordnung zu LockBit stützt sich auf Einschätzungen von Sicherheitsfirmen, keine offizielle behördliche Bestätigung in jeder Quelle. US-Finanzministerin Yellen erklärte später, der Hack habe keine materiellen Auswirkungen gehabt, im Spannungsverhältnis zu den anfänglichen Berichten. Ob ein Lösegeld gezahlt wurde, ist unbekannt. |
| BSDC-O-FIN-2023-2476 Relevanz 3Kartenbetrug, EMV-Sicherheit, Kontaktloses-Bezahlen | 09.08.2023 | EMV-PIN-Bypass bei kontaktlosen Kartenzahlungen: Forschung ohne belegten Girocard-Fall USENIX Association, ETH Zürich Recherche: DC Quelle öffnen → | Forscher der ETH Zürich stellten auf dem USENIX Security Symposium 2023 eine Arbeit vor, die zeigte, dass sich bei kontaktlosen EMV-Transaktionen von Visa, Mastercard und Maestro die PIN-Abfrage durch Manipulation von Datenfeldern umgehen lässt. Transaktionen wurden im Labor über typischen kontaktlosen PIN-Limits erfolgreich durchgeführt. Mastercard bestätigte den Erhalt der Meldung und leitete Gegenmaßnahmen ein. | Ein konkreter, dokumentierter Fall eines ausgenutzten Girocard-NFC-Exploits in Deutschland ist durch die Quellen nicht belegt, die Forschung betrifft nachweislich internationale Systeme, nicht das eigenständige deutsche Girocard-Verfahren, das seit 2012 durchgängig auf Chip und PIN basiert. |
| BSDC-P-FIN-2022-2490 Relevanz 3Ransomware, Gesundheitsdaten, Datenschutzaufsicht | 05.06.2024 | Medibank-Datenleck Australien: Ransomware-Erpressung und Veröffentlichung von Gesundheitsdaten Office of the Australian Information Commissioner (OAIC) Recherche: DC Quelle öffnen → | Der australische Krankenversicherer Medibank meldete der OAIC am 25.10.2022 einen Cyberangriff, bei dem Gesundheitsdaten von 9,7 Millionen Australiern kompromittiert wurden. Die Angreifer veröffentlichten Teile der Daten im Darknet, nachdem Medibank sich geweigert hatte, Lösegeld zu zahlen. Am 05.06.2024 erhob die OAIC vor dem Federal Court Zivilklage wegen unzureichender technischer Schutzmaßnahmen im Zeitraum März 2021 bis Oktober 2022, mit Bußgeldern bis zu 2,22 Millionen australischen Dollar pro Verstoß. | Nicht geklärt ist, wie die Angreifer ursprünglich Zugang erlangten, dies ist Gegenstand des laufenden Verfahrens. Die tatsächliche Bußgeldhöhe steht offen, da die theoretische Gesamtsumme je nach Zählung der Verstöße kontrovers diskutiert wird. Der Ausgang des Gerichtsverfahrens war zum Zeitpunkt der Quelle nicht entschieden. |
| BSDC-J-FIN-2026-2495 Relevanz 3Aktionaersklage, Datenschutzskandal, Vorstandshaftung | 08.04.2026 | 190-Millionen-Dollar-Vergleich im Cambridge-Analytica-Aktionärsprozess gegen Zuckerberg besiegelt Bloomberg Law Recherche: DC Quelle öffnen → | Das Delaware Chancery Court genehmigte am 07.04.2026 einen Vergleich über 190 Millionen US-Dollar zur Beilegung einer Aktionärsklage gegen Mark Zuckerberg, Sheryl Sandberg und weitere Meta-Direktoren. Eine Gruppe von Pensionsfonds hatte vorgeworfen, Facebook habe im Umgang mit den Daten im Cambridge-Analytica-Skandal gegen eine FTC-Unterlassungsverfügung von 2012 verstoßen. Der Prozess begann am 16.07.2025, die Kläger hatten ursprünglich 8 Milliarden US-Dollar gefordert. Die Zahlung erfolgt laut Berichten aus der D&O-Haftpflichtversicherung. | Nicht öffentlich dokumentiert ist die genaue Aufteilung der 190 Millionen Dollar zwischen den Versicherungspolicen. Ob Zuckerberg oder andere Beklagte persönlich finanziell hafteten, ist nicht abschließend belegt. |
| BSDC-J-FIN-2026-2497 Relevanz 3Wirecard, Bilanzbetrug, Strafprozess | 23.07.2026 | Wirecard-Strafprozess München: Schlussplädoyers gegen Markus Braun angekündigt beck aktuell (LG München I) Recherche: DC Quelle öffnen → | Am Landgericht München I läuft seit dem 08.12.2022 der Strafprozess gegen den ehemaligen Wirecard-Vorstandschef Markus Braun, den früheren Dubai-Manager Oliver Bellenhaus als Kronzeugen und einen ehemaligen Chefbuchhalter. Der geschätzte Gesamtschaden liegt bei über 3 Milliarden Euro. Bis Juli 2026 wurden mehr als 270 Verhandlungstage absolviert, die Schlussplädoyers wurden für die vierte Oktoberwoche 2026 terminiert. Braun sitzt seit Juni 2020 in Untersuchungshaft. | Ein Urteil lag zum Zeitpunkt dieser Quelle noch nicht vor. Die genaue Schadenssumme schwankt in Quellen zwischen 1,9 und 3,2 Milliarden Euro. Die Rolle des seit 2020 mit internationalem Haftbefehl gesuchten Jan Marsalek konnte im Prozess nicht abschließend geklärt werden. |