Quellen-Tabelle
Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.
| BSDC-ID | Datum | Titel & Quelle | Kernaussage | Klartext |
|---|---|---|---|---|
| BSDC-J-FIN-2010-2683 Relevanz 3Wildtierhandel, Suedafrika, Geldwaesche | 01.09.2019 | Der Fall Groenewald: Nashorn-Wilderei als organisiertes Finanzverbrechen in Suedafrika Oxpeckers Investigative Environmental Journalism Recherche: DC Quelle öffnen → | Der suedafrikanische Wildzuechter Dawie Groenewald und seine Familie wurden 2010 verhaftet und mit ueber 1.800 Anklagepunkten konfrontiert, darunter Racketeering, Betrug, Steuerhinterziehung und illegaler Handel mit Nashornhoernern. Ueber Pseudo-Jagden wurden legale Jagdlizenzen genutzt, um Nashornhorn im Wert mehrerer Millionen Rand zu waschen und international zu vermarkten. | Der Fall ist bis heute nicht rechtskraeftig abgeschlossen; Verurteilungen in zentralen Anklagepunkten blieben lange aus, und die genaue Hoehe der gewaschenen Gelder ist nicht abschliessend beziffert. |
| BSDC-O-FIN-2024-2684 Relevanz 3Geldwaesche, Suedamerika, Drogenhandel | 24.09.2024 | US-Sanktionen gegen Fuehrung des Clan del Golfo und Geldwaesche-Netzwerk US-Finanzministerium (OFAC) Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 24. September 2024 verhaengte das US-Finanzministerium (OFAC) Sanktionen gegen fuenf kolumbianische Staatsangehoerige, die als Fuehrungsfiguren des Clan del Golfo identifiziert wurden, einer der groessten Drogenhandelsorganisationen Kolumbiens und zentraler Akteur bei Menschenschmuggel durch den Darién-Dschungel. Parallel wurden zwei in Mexiko ansaessige Unternehmen des Sinaloa-Kartells sanktioniert. | Die Pressemitteilung dokumentiert die Sanktionsliste, liefert aber keine oeffentlich einsehbaren Ermittlungsakten oder Gerichtsurteile; ob der Zugriff auf Vermoegen wirksam ist, bleibt aus der Quelle allein nicht nachvollziehbar. |
| BSDC-S-FIN-2023-2686 Relevanz 3Sanktionsumgehung, Schattenflotte, Griechenland | 14.02.2023 | Griechische Reeder und die Umgehung des Ölpreisdeckels fuer russisches Rohoel Global Witness Recherche: DC Quelle öffnen → | Global Witness dokumentierte, dass griechische Reedereien nach der Verhaengung des G7-Preisdeckels einen erheblichen Anteil der weltweiten Verschiffungen von russischem Rohoel uebernahmen: griechisch kontrollierte Tanker transportierten im Januar 2023 rund ein Drittel der seewaertigen Rohoel-Exporte Russlands, teils mit westlicher Versicherung und Preisen ueber der 60-Dollar-Grenze. | Der Bericht stuetzt sich auf AIS-Schiffsverfolgungsdaten, die nicht in jedem Einzelfall die tatsaechlich gezahlten Preise belegen koennen; einzelne genannte Reedereien haben Vorwuerfe zurueckgewiesen. |
| BSDC-O-FIN-2024-2687 Relevanz 3Organisierte-Kriminalitaet, Suedamerika, Geldwaesche | 05.09.2024 | US-Sanktionen gegen Tren-de-Aragua-Fuehrung wegen Geldwaesche und Menschenhandel US-Finanzministerium (OFAC) Recherche: DC Quelle öffnen → | Das US-Finanzministerium (OFAC) verhaengte am 5. September 2024 Sanktionen gegen fuehrende Mitglieder der venezolanischen Bande Tren de Aragua, darunter Hector Guerrero Flores alias "Niño Guerrero", wegen deren Rolle in grenzueberschreitender organisierter Kriminalitaet, Menschenhandel, Drogenschmuggel und damit verbundener Geldwaesche in Lateinamerika, einschliesslich Ecuador. Der Schritt erfolgte im Kontext der zunehmenden Praesenz der Gruppe in Ecuador, wo sie mit lokalen Banden wie Los Choneros kooperiert. | Die Pressemitteilung listet Sanktionsziele auf, liefert aber keine detaillierten Zahlen zu Geldwaesche-Volumina oder konkreten Transaktionen in Ecuador; die genaue finanzielle Verflechtung zwischen Tren de Aragua und Los Choneros bleibt oeffentlich nur bruchstueckhaft dokumentiert. |
| BSDC-J-FIN-2023-2691 Relevanz 3Korruption, Infrastruktur-Sabotage, Suedafrika | 24.01.2023 | Eskom-Korruptionsskandal: Suedafrikas Stromversorger im Sog von Bestechung und Sabotage Reuters / amaBhungane Centre for Investigative Journalism Recherche: DC Quelle öffnen → | Der scheidende Eskom-CEO Andre de Ruyter erklaerte im Januar 2023, dass organisierte Kriminalitaet und korrupte Netzwerke innerhalb und ausserhalb des staatlichen Stromversorgers Eskom systematisch Kohlelieferungen und Wartungsvertraege manipulieren, was massgeblich zur Lastabwurf-Krise beitraegt. De Ruyter berichtete zudem von einem Giftanschlag auf sich selbst kurz nach seiner Ankuendigung, gegen Korruption vorzugehen. | Die Vorwuerfe stuetzen sich groesstenteils auf De Ruyters eigene Aussagen; eine juristische Aufarbeitung mit rechtskraeftigen Verurteilungen steht bislang weitgehend aus. Der Fall ist primaer ein Korruptions- und Sabotagefall, keine dokumentierte digitale Cyberattacke. |
| BSDC-J-FIN-2020-2692 Relevanz 3Sportswashing, Katar, FIFA-Korruption | 06.04.2020 | US-Justizministerium: Bestechungsvorwuerfe bei Vergabe der Fussball-WM 2022 an Katar US Department of Justice (Eastern District of New York) Recherche: DC Quelle öffnen → | Im April 2020 legte das US-Justizministerium eine erweiterte Anklageschrift im FIFA-Korruptionsverfahren vor, in der dargelegt wird, dass FIFA-Funktionaere Bestechungsgelder erhielten, um bei der Vergabe der WM 2018 (Russland) und WM 2022 (Katar) fuer diese Laender zu stimmen. Die Ermittler beschreiben Zahlungen in Millionenhoehe an mehrere Exekutivkomitee-Mitglieder. | Die Anklage stuetzt sich auf Aussagen kooperierender Zeugen und nicht auf ein rechtskraeftiges Urteil gegen Katar selbst; eine direkte strafrechtliche Verantwortung katarischer Offizieller wurde bislang nicht gerichtlich festgestellt. |
| BSDC-J-FIN-2023-2695 Relevanz 3Goldschmuggel, Geldwaesche, Afrika | 23.03.2023 | Gold Mafia: Al-Jazeera-Recherche zu Goldschmuggel und Geldwäsche in Simbabwe Al Jazeera Investigative Unit Recherche: DC Quelle öffnen → | Eine verdeckte Undercover-Recherche von Al Jazeera deckte ein Netzwerk auf, das illegal geschürftes simbabwisches Gold im Wert von mehreren hundert Millionen US-Dollar jaehrlich nach Dubai schmuggelte und dabei Geldwaesche fuer sanktionierte Akteure organisierte. Zentrale Figur war der kenianische Geschaeftsmann Kamlesh Pattni, der Undercover-Journalisten anbot, Bargeld ueber Goldkaeufe zu waschen. | Die Recherche stuetzt sich auf verdeckte Kameraaufnahmen; die Aussagen der gefilmten Personen sind nicht gleichzusetzen mit gerichtlich festgestellten Straftaten, und nicht alle Anschuldigungen fuehrten zu Anklagen in Simbabwe selbst. |
| BSDC-J-FIN-2020-2696 Relevanz 3Menschenhandel, Suedasien, Zwangsarbeit | 27.05.2020 | Menschenhandel und Zwangsarbeit nepalesischer Wanderarbeiter am Golf Amnesty International Recherche: DC Quelle öffnen → | Amnesty International dokumentierte, wie nepalesische Wanderarbeiter über das Kafala-System und private Anwerbeagenturen mit illegalen Vermittlungsgebühren nach Katar gelockt wurden, verschuldet und in Zwangsarbeit auf WM-Baustellen gerieten; Pässe wurden einbehalten, Löhne teils monatelang nicht ausgezahlt. | Die Quelle konzentriert sich auf Katar und den Bausektor, nicht spezifisch auf Bhutan; belastbare Einzelfall-Strafverfahren gegen konkrete Finanzierungsnetzwerke werden nicht im Detail benannt. |
| BSDC-J-FIN-2020-2697 Relevanz 3Rohstoffkorruption, Bergbau, Pazifikraum | 24.04.2020 | Papua-Neuguinea entzieht Barrick Gold die Lizenz fuer die Porgera-Mine Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Regierung von Papua-Neuguinea verweigerte im April 2020 der von Barrick Gold gefuehrten Betreibergesellschaft die Verlaengerung der Sonderabbaulizenz fuer die Porgera-Goldmine, eine der groessten Goldminen der Welt. Praesident James Marape begruendete den Schritt mit unzureichender wirtschaftlicher Beteiligung des Staates sowie Umwelt- und Sozialschaeden. | Der Artikel dokumentiert den politischen Lizenzentzug, belegt aber keine strafrechtlich festgestellte Korruption einzelner Amtstraeger; Vorwuerfe zu Umwelt- und Sozialschaeden stammen groesstenteils aus Regierungsdarstellungen. |
| BSDC-J-FIN-2013-2698 Relevanz 3Drogenschmuggel, Hafen-Cyberkriminalitaet, Organisierte-Kriminalitaet | 21.10.2015 | Hafen-Hack Antwerpen: Cyberkriminelle im Dienst des Kokainschmuggels Joseph Cox, Motherboard/VICE Recherche: DC Quelle öffnen → | Zwischen 2011 und 2013 schleusten von einem Drogenschmuggelring beauftragte Hacker eingeschleuste Hardware (Keylogger) und Schadsoftware in die IT-Systeme von Containerterminals im Hafen Antwerpen ein, um Freigabecodes fuer bestimmte Container abzufangen. Dadurch konnten Komplizen Container mit versteckten Kokain- und Heroinladungen vor den regulaeren Lkw-Fahrern abholen. Die belgische Polizei zerschlug den Ring nach zweijaehrigen Ermittlungen. | Der Artikel stuetzt sich stark auf einen Europol-Bericht und Gerichtsunterlagen aus Belgien, nennt aber keine genaue Zahl abgefangener Container oder einen exakten Drogenwert; die vollstaendigen Gerichtsakten sind nicht oeffentlich einsehbar. |
| BSDC-J-FIN-2023-2702 Relevanz 3Ransomware, Suedostasien, Bankensektor | 15.05.2023 | Ransomware-Angriff auf Bank Syariah Indonesia (BSI) durch LockBit Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Anfang Mai 2023 legte ein Ransomware-Angriff die Systeme der Bank Syariah Indonesia (BSI), der groessten islamischen Bank Indonesiens, ueber mehrere Tage lahm. Die Ransomware-Gruppe LockBit reklamierte den Angriff fuer sich und veroeffentlichte rund 1,5 Terabyte an angeblich gestohlenen Daten von rund 15 Millionen Kunden und Mitarbeitern. | Der genaue Umfang der tatsaechlich kompromittierten und missbrauchten Daten sowie die exakte technische Angriffsmethode wurden von BSI nie vollstaendig oeffentlich bestaetigt oder unabhaengig verifiziert. |
| BSDC-J-FIN-2017-2704 Relevanz 3Migration, Libyen, EU-Grenzschutz | 28.08.2019 | EU-finanzierte libysche Küstenwache: Kommandeur wegen Menschenschmuggels sanktioniert Associated Press Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Associated Press deckte auf, dass Abd al-Rahman al-Milad ("Bija"), ein Kommandeur der von der EU trainierten und finanzierten libyschen Küstenwache, gleichzeitig ein Anführer eines Menschenschmugglernetzwerks war. Ein UN-Sicherheitsrats-Sanktionsbericht von 2017 belegte, dass seine Miliz Boote mit Migranten versenkte und Schutzgelder erpresste, während die EU-Mission Sophia seine Einheit unterstützte. | Die genaue Höhe der an al-Milads Einheit geflossenen EU-Gelder lässt sich aus öffentlichen Quellen nicht exakt beziffern, da Zahlungen über mehrere Programme liefen. |
| BSDC-J-FIN-2018-2706 Relevanz 3Fischereirecht, Westsahara, EU-Marokko-Abkommen | 27.02.2018 | EuGH-Urteil zum EU-Marokko-Fischereiabkommen und der Westsahara Europäischer Gerichtshof (EuGH) / Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Europäische Gerichtshof entschied am 27. Februar 2018, dass das EU-Marokko-Fischereiabkommen nicht auf die Gewässer der von Marokko besetzten Westsahara anwendbar ist, da die saharauische Bevölkerung dem Abkommen nie zugestimmt hatte. Die Front Polisario hatte geklagt, weil EU-Fangflotten und die damit verbundenen Zahlungen faktisch marokkanischen Behörden zuflossen. | Das Urteil betrifft primär völkerrechtliche Zuständigkeit und EU-Vertragsrecht, nicht direkt Sanktionsumgehung im engeren Sinn; Details zu tatsächlichen Zahlungsflüssen an marokkanische Behörden sind in der Quelle nicht quantifiziert. |
| BSDC-J-FIN-2023-2707 Relevanz 3Geldwaesche, Suedamerika, Fussballtransfers | 15.06.2023 | Ermittlungen gegen Fußballagent Christian Bragarnik wegen Geldwäscheverdacht bei Spielertransfers Infobae Recherche: DC Quelle öffnen → | Die argentinische Finanzaufsicht UIF erstattete 2023 Anzeige gegen den Fußballagenten Christian Bragarnik wegen des Verdachts der Geldwäsche über Spielertransfers argentinischer Clubs. Untersucht wurden verdächtige Geldflüsse und überhöhte Ablösesummen, bei denen ein Teil der Zahlungen über Bragarniks Firmenstruktur und Strohleute geschleust worden sein soll. | Es handelt sich um eine eingeleitete Ermittlung, nicht um ein rechtskräftiges Urteil; konkrete Schuldfeststellungen sind aus der Quelle nicht ersichtlich. |
| BSDC-J-FIN-2020-2708 Relevanz 3Pyramidensystem, Suedostasien, Anlagebetrug | 22.12.2020 | Vietnam: Milliarden-Pyramidensystem "Lien Ket Viet" - Fuehrungsspitze verurteilt Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Ein vietnamesisches Gericht verurteilte die Fuehrung des Multi-Level-Marketing-Unternehmens "Lien Ket Viet", das als Nahrungsergaenzungsmittel-Vertrieb getarnt ein Pyramidensystem betrieb. Rund 68.000 Anleger wurden um insgesamt etwa 80 Millionen US-Dollar betrogen; Firmenchef Le Xuan Giang wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. | Der Fall stammt nicht direkt aus dem Herbalife-Umfeld, sondern betrifft ein aehnlich gelagertes MLM-Pyramidensystem in Vietnam. Ob Opfer entschaedigt wurden, bleibt offen. |
| BSDC-J-FIN-2021-2709 Relevanz 3Organisierte-Kriminalitaet, Balkan-Kartell, Geldwaesche | 14.06.2021 | US-Sanktionen gegen das Balkan-Kartell um Edin Gacanin US-Finanzministerium (OFAC) / OCCRP Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Juni 2021 verhängte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen den bosnisch-österreichischen Drogenboss Edin Gacanin und sein Netzwerk, das als eines der einflussreichsten Balkan-Kartelle fuer Kokainschmuggel aus Suedamerika nach Europa gilt. Das Netzwerk soll ueber Haefen wie Antwerpen und Rotterdam mehrere Tonnen Kokain geschleust und die Gewinne ueber Immobilien und Scheinfirmen gewaschen haben. | Die genaue Menge des geschmuggelten Kokains und der Gesamtumfang der Geldwaesche sind nicht abschliessend beziffert; die OFAC-Angaben stuetzen sich auf Ermittlungsergebnisse, nicht auf ein rechtskraeftiges Urteil. |
| BSDC-O-FIN-2023-2710 Relevanz 3Fentanyl-Geldwaesche, Chinesische-Untergrundbanken, Kartell-Finanzierung | 14.04.2023 | US-Sanktionen gegen chinesisches Geldwäschenetzwerk fuer Fentanyl-Erloese (Xizhi Li) US-Finanzministerium (OFAC) Recherche: DC Quelle öffnen → | Das US-Finanzministerium verhaengte Sanktionen gegen Xizhi Li und ein chinesisches Geldwaeschenetzwerk, das Drogenkartellen in Mexiko half, Erloese aus dem Fentanyl-Handel in den USA zu waschen. Das Netzwerk nutzte chinesische Untergrundbanken, um Bargeld zu sammeln und ueber komplexe Transaktionsketten nach China und Mexiko zu transferieren. | Die Pressemitteilung liefert keine vollstaendigen Fallzahlen wie die genaue Gesamtsumme der gewaschenen Gelder; die Einordnung als chinesisches Netzwerk bezieht sich auf die Herkunft der Vermittler, nicht auf staatliche Beteiligung. |
| BSDC-J-FIN-2022-2711 Relevanz 3Staatsbankrott, Suedasien, Korruption | 20.04.2022 | Sri Lankas Staatsbankrott: Wie Familienherrschaft und Steuerpolitik der Rajapaksas die Krise befeuerten Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Sri Lanka wurde im April 2022 mit rund 51 Mrd. USD Auslandsschulden erstmals in seiner Geschichte zahlungsunfähig. Als Ursachen benennt Reuters die Machtkonzentration der Familie Rajapaksa, drastische populistische Steuersenkungen 2019 und ein abruptes Verbot chemischer Düngemittel 2021, die massive Proteste (Aragalaya) auslösten. | Der Bericht dokumentiert wirtschaftspolitische Fehlentscheidungen, belegt aber keine strafrechtlich nachgewiesene persönliche Bereicherung einzelner Familienmitglieder durch konkrete Korruptionsdelikte. |
| BSDC-J-FIN-2020-2712 Relevanz 3Menschenhandel, Suedliches-Afrika, Zwangsarbeit-Landwirtschaft | 30.01.2020 | Zwangsarbeit auf Farm in Musina: Dutzende malawische Wanderarbeiter befreit IOM Südafrika / News24 Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Januar 2020 befreiten südafrikanische Behörden gemeinsam mit der IOM mehrere Dutzend malawische Staatsangehörige, die auf einer Farm in der Grenzregion Musina unter Bedingungen von Zwangsarbeit festgehalten wurden. Die Arbeiter waren mit falschen Versprechungen legaler Beschäftigung nach Südafrika gelockt worden und mussten ihre Pässe abgeben. | Genaue Opferzahl, Täteridentität und Ausgang etwaiger Strafverfahren sind aus der verfügbaren Presseberichterstattung nicht abschließend belegt. |
| BSDC-O-FIN-2021-2713 Relevanz 3Korruption, Suedasien, Geldwaesche | 10.12.2021 | US-Sanktionen gegen Ex-Präsident Yameen wegen MMPRC-Korruption US-Finanzministerium (OFAC) Recherche: DC Quelle öffnen → | Das US-Finanzministerium sanktionierte im Rahmen des Global Magnitsky Act mehrere Personen im Zusammenhang mit dem MMPRC-Skandal, aus dem zwischen 2014 und 2018 unter Ex-Präsident Abdulla Yameen rund 90 Millionen US-Dollar veruntreut wurden. Gelder aus der Verpachtung von Inselresorts wurden über Briefkastenfirmen geschleust; Yameen wurde 2019 wegen Geldwäsche verurteilt, das Urteil spaeter aufgehoben und 2022 erneuert. | Die Pressemitteilung nennt nicht Yameen selbst als sanktionierte Einzelperson, sondern beteiligte Netzwerkakteure; der veruntreute Gesamtbetrag variiert je nach Quelle. |
| BSDC-J-FIN-2019-2714 Relevanz 3Finanzkriminalitaet, Sudan, Rohstoffschmuggel | 01.12.2019 | Sudans Militaer und die RSF: Goldschmuggel als Finanzierungsquelle eines paramilitaerischen Wirtschaftsimperiums The Sentry Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Bericht "Sudan's Bloody Gold" dokumentiert, wie die paramilitaerische Rapid Support Forces (RSF) unter General Mohamed Hamdan Dagalo ("Hemedti") ueber die Firma Al-Junaid Multi Activities Co. Goldminen im Darfur-Gebiet kontrolliert und Gold im Wert von geschaetzt hunderten Millionen US-Dollar jaehrlich nach Dubai verschmuggelt, um die RSF-Truppen zu finanzieren. | Exakte Exportvolumina und Dollarbetraege beruhen auf Schaetzungen von The Sentry, nicht auf offiziellen Zollstatistiken; strafrechtliche Verurteilungen einzelner Verantwortlicher liegen bislang nicht vor. |
| BSDC-S-FIN-2010-2715 Relevanz 3Suedostasien, Rohstoffschmuggel, Korruption | 11.05.2010 | Kambodschas Sandexporte: Wie eine Elite-Familie den Sandschmuggel nach Singapur kontrollierte Global Witness Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Bericht "Shifting Sand" dokumentiert, wie kambodschanische Unternehmen mit Verbindungen zur Familie von Senator Ly Yong Phat jahrelang Flusssand aus der Küstenregion Koh Kong nach Singapur exportierten, obwohl ein offizielles Exportverbot bestand. Singapur importierte zwischen 2007 und 2009 Sand im Wert von mehreren zehn Millionen US-Dollar aus Kambodscha, waehrend Phnom Penh Exporte offiziell bestritt. | Der Bericht stützt sich vor allem auf Handelsstatistiken und Satellitenbilder, nicht auf interne Firmen- oder Bankunterlagen; einzelne Empfänger der Erlöse bleiben teilweise Vermutung. |
| BSDC-J-FIN-2013-2716 Relevanz 3Finanzkriminalitaet, Rohstoffhandel, Belgien | 28.12.2013 | Omega-Diamonds-Vergleich: Rekordbusse im Antwerpener Diamantenhandel Reuters / Belgische Staatsanwaltschaft Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Antwerpener Diamantenhändler Omega Diamonds einigte sich Ende 2013 mit belgischen Behörden auf eine Zahlung von rund 160 Millionen Euro, um ein Strafverfahren wegen Zoll- und Steuerbetrugs sowie mutmasslicher Geldwäsche im Zusammenhang mit Diamantenimporten aus zentralafrikanischen Konfliktregionen zu beenden. Es war der bis dahin höchste aussergerichtliche Steuervergleich in der belgischen Geschichte. | Der Vergleich beendete das Verfahren ohne förmliches Schuldeingeständnis oder strafrechtliche Verurteilung einzelner Personen; die genaue Rolle israelischer Netzwerke bleibt nur skizzenhaft dokumentiert. |
| BSDC-J-FIN-2022-2718 Relevanz 3Sanktionsumgehung, Oligarchen-Vermoegen, Offshore-Finanzkriminalitaet | 15.06.2022 | Malta als Fluchthafen: Wie die Jachtflagge Sanktionen gegen russische Oligarchen unterlief OCCRP Recherche: DC Quelle öffnen → | OCCRP-Recherchen zeigten, dass zahlreiche Superjachten sanktionierter russischer Oligarchen unter maltesischer Flagge registriert blieben, obwohl die EU seit Februar 2022 Sanktionen gegen deren Eigentümer verhängt hatte. Malta gilt neben Zypern als Flagge der Wahl fuer Superjachten wegen laxer Eigentuemerpruefung. | Nicht in jedem Einzelfall ist gerichtsfest belegt, dass die maltesische Registerbehoerde bewusst Sanktionsumgehung ermoeglichte; die Recherche stuetzt sich auf Registerdaten und Leaks, nicht auf strafrechtliche Verurteilungen. |
| BSDC-J-FIN-2020-2719 Relevanz 3Mobile-Money-Betrug, Ostafrika, SIM-Swapping | 05.02.2021 | Betrug mit mobilem Geld: SIM-Swapping und M-Pesa-Cyberkriminalität in Kenia Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Kenianische Ermittler und Reuters berichteten Anfang 2021 über organisierte Betrugsnetzwerke, die per SIM-Swapping und Social Engineering Zugriff auf M-Pesa-Mobile-Money-Konten von Safaricom-Kunden erlangten. Täter beantragten mit gefälschten Ausweisdokumenten Ersatz-SIM-Karten der Opfer und setzten anschließend M-Pesa-PINs zurück. | Eine bundesweite Gesamtschadenssumme oder eine offizielle Fallzahl für ganz Kenia ist nicht belastbar zu beziffern; die genaue technische Vorgehensweise variiert von Fall zu Fall. |