Quellen-Tabelle

Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.

BSDC-IDDatumTitel & QuelleKernaussageKlartext
BSDC-J-FIN-2019-2523
Relevanz 3Bilanzbetrug, Wirtschaftskriminalitaet, Einzelhandel
15.06.2019
Steinhoff-Bilanzskandal: PwC-Untersuchung deckt 7,4 Milliarden Dollar fiktive Gewinne auf
amaBhungane Centre for Investigative Journalism
Recherche: DC
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Der Einzelhandelskonzern Steinhoff International räumte im Dezember 2017 Bilanzunregelmäßigkeiten ein, der Aktienkurs brach um über 90 Prozent ein. Die forensische PwC-Untersuchung ergab, dass zwischen 2009 und 2017 fiktive Transaktionen in Höhe von etwa 7,4 Milliarden US-Dollar verbucht wurden, um Verluste zu verschleiern. Als zentrale Verantwortliche gelten Ex-CEO Markus Jooste und Ex-CFO Ben la Grange.

Der vollständige PwC-Bericht wurde nie veröffentlicht, nur Zusammenfassungen sind bekannt. Strafrechtliche Verurteilungen in Südafrika stehen weiterhin größtenteils aus.

BSDC-J-FIN-2000-2524
Relevanz 3Offshore-Finanzplaetze, Geldwaesche, FATF-Sanktionen
01.10.2000
Nauru als Briefkastenbankenparadies: 400 Offshore-Banken auf 15.000 Einwohner
Financial Action Task Force (FATF)
Recherche: DC
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Der Inselstaat Nauru vergab in den 1990er Jahren Lizenzen an rund 400 Offshore-Banken, obwohl das Land weniger als 15.000 Einwohner zählte. Die russische Zentralbank schätzte, dass 1998 rund 70 Milliarden US-Dollar über Nauru-verknüpfte Konten geleitet wurden. Die FATF stufte Nauru im Oktober 2000 als unkooperatives Land ein. Nauru widerrief daraufhin 139 der 140 Offshore-Banklizenzen.

Die Zahl von 400 Banken stammt aus journalistischen Sekundärquellen, ein vollständiges Bankregister aus jener Zeit ist nicht öffentlich einsehbar. Die 70-Milliarden-Schätzung wurde nie unabhängig forensisch verifiziert.

BSDC-S-FIN-1992-2525
Relevanz 3Bankenskandal, Geldwaesche, Finanzaufsicht
01.12.1992
Der BCCI-Affair-Bericht des US-Senats zum Zusammenbruch der Bank of Credit and Commerce International
US Senate Committee on Foreign Relations
Recherche: DC
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Am 05.07.1991 schalteten Bankaufsichtsbehörden in sieben Ländern koordiniert die Bank of Credit and Commerce International (BCCI) ab. Der US-Senatsausschuss veröffentlichte im Dezember 1992 den Bericht The BCCI Affair, der dokumentiert, dass BCCI systematisch Bankaufsicht umging, gefälschte Bilanzen vorlegte und als Instrument für Geldwäsche und Waffenhandel diente, unter anderem für das Drogenkartell von Medellín. Der Schaden wird auf mehr als 10 Milliarden US-Dollar beziffert.

Die genaue Gesamthöhe des Schadens schwankt zwischen 10 und über 20 Milliarden Dollar je nach Quelle. Das Ausmaß behaupteter Verbindungen zu CIA und pakistanischem ISI blieb unklar.

BSDC-S-FIN-1995-2526
Relevanz 3Finanzkriminalitaet, Bankenaufsicht, Rogue-Trading
18.07.1995
Zusammenbruch der Barings Bank durch Händler Nick Leeson
UK Parliament / Board of Banking Supervision (Bank of England)
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Die 1762 gegründete Barings Bank brach am 26.02.1995 zusammen, nachdem Händler Nick Leeson in Singapur über Jahre unautorisierte Termingeschäfte auf den Nikkei 225 tätigte und Verluste über ein Fehlerkonto verschleierte. Die Verluste beliefen sich auf rund 827 Millionen Pfund. Barings wurde für ein Pfund von der ING Group übernommen. Leeson wurde 1995 zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt.

Ob interne Kontrollen und Vorgesetzte die Positionen früher hätten erkennen müssen, ist nicht abschließend geklärt. Der Anteil des Erdbebens von Kobe an der Eskalation bleibt umstritten.

BSDC-P-FIN-2008-2527
Relevanz 3Finanzkriminalitaet, Bankenaufsicht, Betrug-im-Finanzsektor
24.01.2008
Société Générale: Jérôme Kerviels Handelsverlust 2008
Société Générale
Recherche: DC
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Der Händler Jérôme Kerviel baute bei der Société Générale unautorisierte Positionen von rund 50 Milliarden Euro auf, obwohl sein Limit bei 125 Millionen Euro lag, und verschleierte sie durch fiktive Gegengeschäfte. Beim Auflösen der Positionen im Januar 2008 entstand ein Verlust von 4,9 Milliarden Euro. Der Cour de Cassation bestätigte 2014 seine Verurteilung.

Ob Vorgesetzte oder Kontrollabteilungen von den Positionen wussten, ist nicht abschließend geklärt. Ein Gericht reduzierte 2016 den von Kerviel geforderten Schadensersatz auf rund 1 Million Euro wegen Mitschuld der Bank.

BSDC-J-FIN-2016-2528
Relevanz 3Theranos, Finanzbetrug, Gesundheitswesen
12.06.2016
Walgreens beendet Partnerschaft mit Theranos und schließt 40 Wellness Centers
Forbes
Recherche: DC
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Am 12.06.2016 beendete Walgreens seine Partnerschaft mit Theranos und schloss alle 40 Theranos Wellness Centers in Arizona, nachdem die US-Gesundheitsbehörde CMS mehrere Testergebnisse für ungültig erklärt und Theranos' Korrekturplan abgelehnt hatte. Bereits im Januar 2016 hatte Walgreens den Testbetrieb in Palo Alto eingestellt.

Die genauen finanziellen Konditionen der Trennung sind nicht dokumentiert. Walgreens klagte später separat wegen eines Investments von rund 140 Millionen Dollar, dieser Zivilprozess ist vom operativen Ende der Partnerschaft zu unterscheiden.

BSDC-B-FIN-2025-2531
Relevanz 3Phishing, Online-Banking-Betrug, Sparkasse
01.07.2025
Phishing-Betrugswelle gegen Sparkassen-Kunden 2025
Müller Seidel Vos Rechtsanwälte
Recherche: DC
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Im Juni 2025 nutzten Betrüger eine technische Störung der pushTAN-App der Sparkassen aus, um per gefälschten SMS Kunden zur Preisgabe von Zugangsdaten und TANs zu bewegen. Zudem dokumentierte die Kanzlei Quishing-Angriffe mit gefälschten QR-Codes sowie Phishing-Mails ohne persönliche Kundenansprache. Das Landgericht Köln verurteilte 2023 eine Sparkasse zur Rückzahlung von 9.933,38 Euro, da die per Phishing veranlasste Zahlung nach Paragraf 675u BGB nicht autorisiert war.

Eine bundesweite Gesamtschadenssumme für die Phishing-Welle 2025 gegen Sparkassen-Kunden ist nicht dokumentiert. Ob die Ausnutzung der pushTAN-Störung im Juni 2025 einer koordinierten Tätergruppe zuzurechnen ist, bleibt unklar.

BSDC-P-FIN-2024-2543
Relevanz 3Geldwaesche, Immobilien, Staatsanwaltschaft
11.06.2024
Geldwäscheermittlungen wegen Immobilieninvestitionen in Stuttgart eingestellt
Staatsanwaltschaft Stuttgart
Recherche: DC
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Die Staatsanwaltschaft Stuttgart stellte Anfang Juni 2024 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Geldwäsche im Zusammenhang mit Investitionen in hochpreisige Immobilien ein. Der Verdacht bezog sich auf mutmaßlich illegale Gewinne aus betrügerischen, mit Bestechung verbundenen Logistikverträgen für US-Militär und NATO während des Afghanistankriegs. Die Einstellung erfolgte nach Paragraf 170 Absatz 2 StPO mangels hinreichenden Tatverdachts.

Die konkreten Namen der beteiligten Immobilienunternehmen und die Höhe der mutmaßlich gewaschenen Summen sind nicht dokumentiert. Die Einstellung bedeutet ausdrücklich keinen Freispruch, sondern nur unzureichende Beweise für eine Anklage.

BSDC-P-FIN-2024-2544
Relevanz 3Kryptowaehrung, Beschlagnahmung, Digitale-Piraterie
15.07.2024
LKA Sachsen beschlagnahmt und veräußert 50.000 Bitcoin, Rekordsumme für deutsche Behörden
Sächsische Staatsregierung
Recherche: DC
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Im Januar 2024 stellte das LKA Sachsen im Rahmen von Ermittlungen gegen die Betreiber des illegalen Streamingportals movie2k.to rund 50.000 Bitcoin sicher, den größten jemals von einer deutschen Behörde beschlagnahmten Kryptowährungsbestand. Zwischen dem 19.06. und 12.07.2024 veräußerte der Freistaat Sachsen rund 49.858 Bitcoin und erzielte Erlöse von etwa 2,639 Milliarden Euro.

Ein Gericht in Leipzig stufte Teile der Vorwürfe gegen die Beschuldigten als verjährt ein, was Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Einziehung aufwirft. Wie viel der über 2,6 Milliarden Euro letztlich an Staat, Geschädigte oder Beschuldigte zurückfließt, war zum Zeitpunkt der Quelle offen.

BSDC-P-FIN-2025-2552
Relevanz 3BaFin-Aufsicht, MiCAR-Regulierung, Stablecoin-Sanktion
15.04.2025
BaFin ordnet Abwicklung der Ethena GmbH und USDe-Geschäft an
BaFin
Recherche: DC
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Die BaFin ordnete am 14.04.2025 gegenüber der Ethena GmbH in Frankfurt die Abwicklung ihrer erlaubnispflichtigen Geschäfte rund um den Stablecoin USDe an. Grundlage waren Mängel in der Geschäftsorganisation, Verstöße gegen MiCAR-Vorgaben sowie unzureichende Angaben zur Kundenzahl in der EU. Bereits am 04.04.2025 hatte die BaFin ein Zwangsgeld von 600.000 Euro verhängt.

Der tatsächliche Anlegerschaden ist nicht beziffert, da die BaFin selbst von unzureichenden Unternehmensangaben zur Kundenzahl spricht. Der Ausgang der Widersprüche der Ethena GmbH war offen.

BSDC-P-FIN-2025-2553
Relevanz 3BaFin-Aufsicht, Neobank-Compliance, Geldwaescheprävention
15.12.2025
BaFin ordnet Sonderbeauftragten und Geschäftsbeschränkungen für N26 Bank SE an
BaFin
Recherche: DC
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Die BaFin verhängte am 15.12.2025 gegen die N26 Bank SE zusätzliche Eigenmittelanforderungen und Geschäftsbeschränkungen und bestellte einen Sonderbeauftragten. Grundlage waren eine Sonderprüfung, die eine nicht ordnungsgemäße Geschäftsorganisation sowie Mängel im Risiko- und Beschwerdemanagement offenlegte. Der Bank ist Neugeschäft mit Hypothekenkrediten in den Niederlanden untersagt. Bereits im März 2025 hatte die BaFin ein Bußgeld von 15.000 Euro verhängt.

Die genaue Höhe der zusätzlichen Eigenmittelanforderung wird nicht genannt. Es ist bereits der zweite Sonderbeauftragte seit 2021, warum frühere Maßnahmen nicht ausreichend wirkten, ist nicht öffentlich bewertet.

BSDC-J-FIN-2023-2559
Relevanz 3Ransomware, Datenleck-Einzelhandel, Erpressung
06.01.2024
Cactus-Ransomware-Angriff auf die schwedische Handelskette Coop
Cybernews
Recherche: DC
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Am 22.12.2023 wurde die schwedische Handelskette Coop, rund 800 Filialen, Ziel eines Ransomware-Angriffs. Die Gruppe Cactus veröffentlichte im Januar 2024 personenbezogene Daten von rund 167.000 Personen und gab an, 257 Gigabyte aus mehr als 21.000 Verzeichnissen erbeutet zu haben.

Wie die Cactus-Gruppe ursprünglich Zugang erlangte, ist nicht dokumentiert. Die Datenmenge stammt allein von der Angreiferseite und wurde von Coop nicht unabhängig bestätigt.

BSDC-J-FIN-2024-2576
Relevanz 3Ransomware, Mexiko, Behoerdenhack
28.11.2024
Ransomware-Angriff auf mexikanisches Präsidialamt: RansomHub erbeutet 313 GB
R3D, Red en Defensa de los Derechos Digitales
Recherche: DC
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Am 19.11.2024 drang die Gruppe RansomHub in die Systeme der Consejería Jurídica de la Presidencia, dem juristischen Beratungsbüro der mexikanischen Präsidentschaft, ein und erbeutete 313 Gigabyte an Daten. Rund 206 Gigabyte wurden im Darknet veröffentlicht, darunter Verträge und personenbezogene Daten von Regierungsmitarbeitern. Präsidentin Sheinbaum kündigte eine Bundesuntersuchung an. Drei Tage nach Veröffentlichung entfernte RansomHub die Daten ohne Erklärung wieder.

Die geforderte Lösegeldsumme wurde nicht öffentlich bekannt, ebenso unklar ist, ob gezahlt wurde. Wie die Angreifer Zugang erlangten, ist nicht belegt.

BSDC-J-FIN-2024-2594
Relevanz 3Ransomware, Suedamerika, Finanzsektor
10.05.2024
Ransomware-Angriff auf die Banco de Venezuela durch LockBit
Efecto Cocuyo
Recherche: DC
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Die staatliche Banco de Venezuela wurde im April 2024 Ziel eines Angriffs mit der Ransomware LockBit 3.0. Die Angreifer veröffentlichten die Erpressung am 19.04.2024 auf der LockBit-Leak-Seite mit Zahlungsfrist bis zum 10.05.2024. Die Bank erklärte, ihre elektronischen Kundendienste funktionierten weiterhin normal, interne Mitarbeitersysteme waren jedoch verschlüsselt.

Welche und wie viele Datensätze exfiltriert wurden, ist nicht belegt, LockBits eigene Behauptungen wurden nicht unabhängig bestätigt. Ob die Lösegeldforderung bezahlt wurde, bleibt unklar.

BSDC-P-FIN-2023-2603
Relevanz 3Menschenhandel, Cyberbetrug, Suedostasien
29.08.2023
UN-Bericht: Hunderttausende Menschen zu Online-Betrug in Südostasien gezwungen
UN-Menschenrechtsbüro (OHCHR)
Recherche: DC
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Das UN-Menschenrechtsbüro veröffentlichte am 29.08.2023 einen Bericht, wonach mindestens 120.000 Menschen in Myanmar und rund 100.000 in Kambodscha in Betrugszentren festgehalten und zu Online-Betrug gezwungen werden. Die Opfer stammen aus mehr als 60 Ländern und werden zu Krypto- und Romance-Scams gezwungen, dokumentiert wurden Folter und Zwangsarbeit.

Die Opferzahlen sind Schätzungen ohne vollständige Zählung. Die tatsächliche Gesamtsumme der weltweit erbeuteten Gelder lässt sich nicht exakt beziffern.

BSDC-P-FIN-2024-2604
Relevanz 3Kryptowaehrungsdiebstahl, Nordkorea-Cyberkriminalitaet, Social-Engineering
24.12.2024
DMM-Bitcoin-Diebstahl: FBI und japanische Polizei attribuieren 308-Millionen-Dollar-Hack an Nordkorea
FBI, DC3, NPA Japan
Recherche: DC
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Ende Mai 2024 wurden der japanischen Kryptobörse DMM Bitcoin 4.502,9 Bitcoin (rund 308 Millionen US-Dollar) entwendet. FBI, DC3 und NPA attribuierten den Diebstahl der nordkoreanischen Gruppe TraderTraitor. Ein Akteur kontaktierte Ende März 2024 unter dem Vorwand eines Recruiters einen Mitarbeiter der Wallet-Firma Ginco und schleuste über ein Bewerbungstest-Skript Schadcode ein.

Die konkrete Rolle einzelner nordkoreanischer Regierungsstellen ist nicht öffentlich belegt. Der genaue technische Ablauf der finalen Transaktionsmanipulation wurde nicht vollständig veröffentlicht.

BSDC-J-FIN-2024-2610
Relevanz 3Ransomware, Suedostasien, Finanzsektor
01.04.2024
Ransomware-Angriff auf vietnamesischen Broker VNDirect legt Boersenhandel lahm
Reuters
Recherche: DC
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Am 24. Maerz 2024 wurde der vietnamesische Wertpapierhaendler VNDirect, einer der groessten Broker des Landes mit rund 940.000 Kundenkonten, Opfer eines Ransomware-Angriffs, der die IT-Systeme verschluesselte und den Handel an der Ho-Chi-Minh-Stadt-Boerse fuer mehrere Tage lahmlegte. Der Handel konnte erst nach rund einer Woche schrittweise wieder aufgenommen werden, vollstaendig erst am 1. April 2024.

Oeffentlich bestaetigt sind Angriffsart, Zeitraum und Handelsausfall; nicht abschliessend belegt sind der genaue Umfang exfiltrierter Kundendaten, die Identitaet der Angreifergruppe und ob Loesegeld gezahlt wurde.

BSDC-J-FIN-2019-2614
Relevanz 3Romance-Scam, Westafrika, Cyberbetrug
22.08.2019
Sakawa: Ghanas Cyber-Betrugsszene und die Romance-Scam-Industrie
BBC News (Thomas Naadi)
Recherche: DC
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Die BBC-Recherche dokumentiert die als "Sakawa" bekannte ghanaische Cyberbetrugsszene, in der junge Männer über gefälschte Online-Dating-Profile monate- bis jahrelange Beziehungen zu ausländischen Opfern aufbauen, um sie zu Geldüberweisungen zu bewegen. Der Bericht schildert konkrete Fälle mit fünf- bis sechsstelligen Dollarverlusten sowie die Verknüpfung mit spirituellen Ritualen ("Juju").

Belastbare Gesamtstatistiken zu Opferzahlen oder Schadenssumme in Ghana insgesamt liefert der Artikel nicht; eine juristische Aufarbeitung wird nicht genannt.

BSDC-J-FIN-2024-2623
Relevanz 3Romance-Scam, Westafrika, Cyberbetrug
14.11.2024
Interpol-Razzia zerschlaegt Cyberbetrugsnetzwerk in Nigeria
INTERPOL
Recherche: DC
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Im Rahmen der Interpol-Operation "Serengeti" (September bis Oktober 2024) wurden ueber 1.006 Verdaechtige in 19 afrikanischen Laendern festgenommen, davon eine erhebliche Zahl in Nigeria; die Aktion richtete sich gegen Ransomware, Phishing, Business-Email-Compromise sowie Romance- und Investment-Scams und identifizierte rund 35.000 Opfer weltweit mit einem geschaetzten finanziellen Schaden von ueber 193 Millionen US-Dollar.

Wie viele der 1.006 Festnahmen und wie viel des Gesamtschadens konkret auf Nigeria bzw. auf Romance-Scam-Faelle im engeren Sinne entfallen, wird in der Quelle nicht separat aufgeschluesselt.

BSDC-J-FIN-2023-2627
Relevanz 3Menschenhandel, Suedostasien, Anlagebetrug
21.12.2023
Massendeportation aus Betrugszentren in Myawaddy, Myanmar
Reuters
Recherche: DC
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Im Zuge einer gemeinsamen chinesisch-myanmarischen Operation gegen Cyberbetrugszentren im Grenzgebiet Kokang/Myawaddy wurden bis Dezember 2023 mehr als 31.000 Verdaechtige an China ausgeliefert bzw. deportiert. Die Zentren hatten Zehntausende Menschen, viele davon Opfer von Menschenhandel, zu "Pig-Butchering"-Anlagebetrug und Romance Scams gegen Opfer weltweit gezwungen.

Die Zahl 31.000 stammt aus offiziellen chinesischen und myanmarischen Angaben und laesst sich nicht unabhaengig verifizieren; unklar bleibt, wie viele der Deportierten selbst Betrugsopfer/Zwangsarbeiter waren statt Taeter.

BSDC-J-FIN-2020-2630
Relevanz 3Geldwaesche, Golden-Visa, Zypern
23.08.2020
Cyprus Papers: Goldene Pässe für Kriminelle und Hochrisikopersonen
Al Jazeera Investigative Unit
Recherche: DC
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Die Al-Jazeera-Recherche "Cyprus Papers" veröffentlichte im August 2020 eine geleakte Liste von über 2.500 Personen, die zwischen 2017 und 2019 im Rahmen des zypriotischen "Golden Passport"-Programms die Staatsbürgerschaft gegen Investitionen ab 2 Millionen Euro erhalten hatten, darunter mutmaßlich mit Geldwäsche und Sanktionsumgehung in Verbindung stehende Personen. Die zyprische Regierung kündigte im Oktober 2020 das Ende des Programms an.

Die Recherche stützt sich auf eine geleakte, nicht unabhängig vollständig verifizierte Liste; nicht bei allen genannten Personen ist strafrechtlich belegt, dass tatsächlich Geldwäsche stattfand.

BSDC-J-FIN-2024-2644
Relevanz 3Cyberbetrug, Sambia, Organisierte-Kriminalitaet
10.04.2024
Sambia zerschlägt chinesisch geführten Cyberbetrugsring
Associated Press (AP News)
Recherche: DC
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Im April 2024 hob die sambische Polizei einen von chinesischen Staatsangehörigen betriebenen Callcenter-Betrugsring in einem Wohnhaus in Lusaka aus. Festgenommen wurden 22 Personen, darunter 17 chinesische sowie sambische, kamerunische und weitere Staatsangehörige; die Gruppe soll über gefälschte Apps und Textnachrichten Zehntausende Sambier zu Online-Betrug verleitet haben.

Die genaue Opferzahl und Gesamtschadenssumme werden in der Berichterstattung nicht beziffert; die Angaben stützen sich vorrangig auf Polizeimitteilungen, deren vollständige Ermittlungsergebnisse noch ausstanden.

BSDC-P-FIN-2023-2648
Relevanz 3Geldwaesche, Suedostasien, Bankenaufsicht
18.08.2023
Singapurs Milliarden-Geldwaescheskandal: Razzia gegen chinesisches Netzwerk
Reuters
Recherche: DC
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Im August 2023 verhaftete die singapurische Polizei zehn Personen mit fujianesisch-chinesischem Hintergrund und beschlagnahmte Vermoegenswerte im Wert von rund 1 Milliarde Singapur-Dollar, darunter Immobilien, Luxusfahrzeuge, Bargeld, Schmuck sowie Kryptowaehrungen. Es handelt sich um einen der groessten Geldwaeschefaelle in der Geschichte Singapurs.

Die genaue Herkunft der gewaschenen Gelder sowie der vollstaendige Umfang des Netzwerks ausserhalb Singapurs sind bis heute nicht abschliessend oeffentlich belegt.

BSDC-J-FIN-2017-2656
Relevanz 3Geldwaesche, Aserbaidschan, Bankenskandal
04.09.2017
Aserbaidschanische Waschmaschine (Azerbaijani Laundromat)
OCCRP (Organized Crime and Corruption Reporting Project)
Recherche: DC
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OCCRP deckte auf, dass zwischen 2012 und 2014 rund 2,9 Milliarden US-Dollar ueber vier Briefkastenfirmen bei der estnischen Filiale der Danske Bank aus Aserbaidschan geschleust wurden. Das Geld stammte aus staatsnahen Quellen und diente unter anderem der Bestechung europaeischer Politiker sowie einer verdeckten Lobbykampagne zur Verbesserung des internationalen Images Aserbaidschans.

Die Recherche basiert auf geleakten internen Bankdaten, deren vollstaendige Herkunft und Authentizitaet nicht unabhaengig gerichtlich geprueft wurde; strafrechtliche Konsequenzen fuer die Hauptverantwortlichen in Aserbaidschan blieben weitgehend aus.

BSDC-S-FIN-2021-2665
Relevanz 3Schuldenkrise, China-Afrika, Finanztransparenz
29.09.2021
AidData-Studie deckt verdeckte chinesische Kredite an Sambia und Angola auf
AidData (William & Mary, USA)
Recherche: DC
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Die Studie "Banking on the Belt and Road" wertete 13.427 chinesische Entwicklungsprojekte in 165 Ländern aus und zeigte, dass rund die Hälfte der chinesischen Kredite an Entwicklungsländer nicht in offiziellen Schuldenstatistiken auftauchte. Bei Sambia und Angola identifizierten die Autoren Kredite mit Sicherheiten- und Vertraulichkeitsklauseln, die eine koordinierte Umschuldung erschwerten.

Die Studie liefert aggregierte, länderübergreifende Datenbankauswertungen, keine vollständige Offenlegung einzelner Kreditverträge; die genauen Vertragsbedingungen bleiben größtenteils geheim.