Quellen-Tabelle
Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.
| BSDC-ID | Datum | Titel & Quelle | Kernaussage | Klartext |
|---|---|---|---|---|
| BSDC-J-FIN-2019-2523 Relevanz 3Bilanzbetrug, Wirtschaftskriminalitaet, Einzelhandel | 15.06.2019 | Steinhoff-Bilanzskandal: PwC-Untersuchung deckt 7,4 Milliarden Dollar fiktive Gewinne auf amaBhungane Centre for Investigative Journalism Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Einzelhandelskonzern Steinhoff International räumte im Dezember 2017 Bilanzunregelmäßigkeiten ein, der Aktienkurs brach um über 90 Prozent ein. Die forensische PwC-Untersuchung ergab, dass zwischen 2009 und 2017 fiktive Transaktionen in Höhe von etwa 7,4 Milliarden US-Dollar verbucht wurden, um Verluste zu verschleiern. Als zentrale Verantwortliche gelten Ex-CEO Markus Jooste und Ex-CFO Ben la Grange. | Der vollständige PwC-Bericht wurde nie veröffentlicht, nur Zusammenfassungen sind bekannt. Strafrechtliche Verurteilungen in Südafrika stehen weiterhin größtenteils aus. |
| BSDC-J-FIN-2000-2524 Relevanz 3Offshore-Finanzplaetze, Geldwaesche, FATF-Sanktionen | 01.10.2000 | Nauru als Briefkastenbankenparadies: 400 Offshore-Banken auf 15.000 Einwohner Financial Action Task Force (FATF) Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Inselstaat Nauru vergab in den 1990er Jahren Lizenzen an rund 400 Offshore-Banken, obwohl das Land weniger als 15.000 Einwohner zählte. Die russische Zentralbank schätzte, dass 1998 rund 70 Milliarden US-Dollar über Nauru-verknüpfte Konten geleitet wurden. Die FATF stufte Nauru im Oktober 2000 als unkooperatives Land ein. Nauru widerrief daraufhin 139 der 140 Offshore-Banklizenzen. | Die Zahl von 400 Banken stammt aus journalistischen Sekundärquellen, ein vollständiges Bankregister aus jener Zeit ist nicht öffentlich einsehbar. Die 70-Milliarden-Schätzung wurde nie unabhängig forensisch verifiziert. |
| BSDC-S-FIN-1992-2525 Relevanz 3Bankenskandal, Geldwaesche, Finanzaufsicht | 01.12.1992 | Der BCCI-Affair-Bericht des US-Senats zum Zusammenbruch der Bank of Credit and Commerce International US Senate Committee on Foreign Relations Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 05.07.1991 schalteten Bankaufsichtsbehörden in sieben Ländern koordiniert die Bank of Credit and Commerce International (BCCI) ab. Der US-Senatsausschuss veröffentlichte im Dezember 1992 den Bericht The BCCI Affair, der dokumentiert, dass BCCI systematisch Bankaufsicht umging, gefälschte Bilanzen vorlegte und als Instrument für Geldwäsche und Waffenhandel diente, unter anderem für das Drogenkartell von Medellín. Der Schaden wird auf mehr als 10 Milliarden US-Dollar beziffert. | Die genaue Gesamthöhe des Schadens schwankt zwischen 10 und über 20 Milliarden Dollar je nach Quelle. Das Ausmaß behaupteter Verbindungen zu CIA und pakistanischem ISI blieb unklar. |
| BSDC-S-FIN-1995-2526 Relevanz 3Finanzkriminalitaet, Bankenaufsicht, Rogue-Trading | 18.07.1995 | Zusammenbruch der Barings Bank durch Händler Nick Leeson UK Parliament / Board of Banking Supervision (Bank of England) Recherche: DC Quelle öffnen → | Die 1762 gegründete Barings Bank brach am 26.02.1995 zusammen, nachdem Händler Nick Leeson in Singapur über Jahre unautorisierte Termingeschäfte auf den Nikkei 225 tätigte und Verluste über ein Fehlerkonto verschleierte. Die Verluste beliefen sich auf rund 827 Millionen Pfund. Barings wurde für ein Pfund von der ING Group übernommen. Leeson wurde 1995 zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. | Ob interne Kontrollen und Vorgesetzte die Positionen früher hätten erkennen müssen, ist nicht abschließend geklärt. Der Anteil des Erdbebens von Kobe an der Eskalation bleibt umstritten. |
| BSDC-P-FIN-2008-2527 Relevanz 3Finanzkriminalitaet, Bankenaufsicht, Betrug-im-Finanzsektor | 24.01.2008 | Société Générale: Jérôme Kerviels Handelsverlust 2008 Société Générale Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Händler Jérôme Kerviel baute bei der Société Générale unautorisierte Positionen von rund 50 Milliarden Euro auf, obwohl sein Limit bei 125 Millionen Euro lag, und verschleierte sie durch fiktive Gegengeschäfte. Beim Auflösen der Positionen im Januar 2008 entstand ein Verlust von 4,9 Milliarden Euro. Der Cour de Cassation bestätigte 2014 seine Verurteilung. | Ob Vorgesetzte oder Kontrollabteilungen von den Positionen wussten, ist nicht abschließend geklärt. Ein Gericht reduzierte 2016 den von Kerviel geforderten Schadensersatz auf rund 1 Million Euro wegen Mitschuld der Bank. |
| BSDC-J-FIN-2016-2528 Relevanz 3Theranos, Finanzbetrug, Gesundheitswesen | 12.06.2016 | Walgreens beendet Partnerschaft mit Theranos und schließt 40 Wellness Centers Forbes Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 12.06.2016 beendete Walgreens seine Partnerschaft mit Theranos und schloss alle 40 Theranos Wellness Centers in Arizona, nachdem die US-Gesundheitsbehörde CMS mehrere Testergebnisse für ungültig erklärt und Theranos' Korrekturplan abgelehnt hatte. Bereits im Januar 2016 hatte Walgreens den Testbetrieb in Palo Alto eingestellt. | Die genauen finanziellen Konditionen der Trennung sind nicht dokumentiert. Walgreens klagte später separat wegen eines Investments von rund 140 Millionen Dollar, dieser Zivilprozess ist vom operativen Ende der Partnerschaft zu unterscheiden. |
| BSDC-B-FIN-2025-2531 Relevanz 3Phishing, Online-Banking-Betrug, Sparkasse | 01.07.2025 | Phishing-Betrugswelle gegen Sparkassen-Kunden 2025 Müller Seidel Vos Rechtsanwälte Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Juni 2025 nutzten Betrüger eine technische Störung der pushTAN-App der Sparkassen aus, um per gefälschten SMS Kunden zur Preisgabe von Zugangsdaten und TANs zu bewegen. Zudem dokumentierte die Kanzlei Quishing-Angriffe mit gefälschten QR-Codes sowie Phishing-Mails ohne persönliche Kundenansprache. Das Landgericht Köln verurteilte 2023 eine Sparkasse zur Rückzahlung von 9.933,38 Euro, da die per Phishing veranlasste Zahlung nach Paragraf 675u BGB nicht autorisiert war. | Eine bundesweite Gesamtschadenssumme für die Phishing-Welle 2025 gegen Sparkassen-Kunden ist nicht dokumentiert. Ob die Ausnutzung der pushTAN-Störung im Juni 2025 einer koordinierten Tätergruppe zuzurechnen ist, bleibt unklar. |
| BSDC-P-FIN-2024-2543 Relevanz 3Geldwaesche, Immobilien, Staatsanwaltschaft | 11.06.2024 | Geldwäscheermittlungen wegen Immobilieninvestitionen in Stuttgart eingestellt Staatsanwaltschaft Stuttgart Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Staatsanwaltschaft Stuttgart stellte Anfang Juni 2024 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Geldwäsche im Zusammenhang mit Investitionen in hochpreisige Immobilien ein. Der Verdacht bezog sich auf mutmaßlich illegale Gewinne aus betrügerischen, mit Bestechung verbundenen Logistikverträgen für US-Militär und NATO während des Afghanistankriegs. Die Einstellung erfolgte nach Paragraf 170 Absatz 2 StPO mangels hinreichenden Tatverdachts. | Die konkreten Namen der beteiligten Immobilienunternehmen und die Höhe der mutmaßlich gewaschenen Summen sind nicht dokumentiert. Die Einstellung bedeutet ausdrücklich keinen Freispruch, sondern nur unzureichende Beweise für eine Anklage. |
| BSDC-P-FIN-2024-2544 Relevanz 3Kryptowaehrung, Beschlagnahmung, Digitale-Piraterie | 15.07.2024 | LKA Sachsen beschlagnahmt und veräußert 50.000 Bitcoin, Rekordsumme für deutsche Behörden Sächsische Staatsregierung Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Januar 2024 stellte das LKA Sachsen im Rahmen von Ermittlungen gegen die Betreiber des illegalen Streamingportals movie2k.to rund 50.000 Bitcoin sicher, den größten jemals von einer deutschen Behörde beschlagnahmten Kryptowährungsbestand. Zwischen dem 19.06. und 12.07.2024 veräußerte der Freistaat Sachsen rund 49.858 Bitcoin und erzielte Erlöse von etwa 2,639 Milliarden Euro. | Ein Gericht in Leipzig stufte Teile der Vorwürfe gegen die Beschuldigten als verjährt ein, was Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Einziehung aufwirft. Wie viel der über 2,6 Milliarden Euro letztlich an Staat, Geschädigte oder Beschuldigte zurückfließt, war zum Zeitpunkt der Quelle offen. |
| BSDC-P-FIN-2025-2552 Relevanz 3BaFin-Aufsicht, MiCAR-Regulierung, Stablecoin-Sanktion | 15.04.2025 | BaFin ordnet Abwicklung der Ethena GmbH und USDe-Geschäft an BaFin Recherche: DC Quelle öffnen → | Die BaFin ordnete am 14.04.2025 gegenüber der Ethena GmbH in Frankfurt die Abwicklung ihrer erlaubnispflichtigen Geschäfte rund um den Stablecoin USDe an. Grundlage waren Mängel in der Geschäftsorganisation, Verstöße gegen MiCAR-Vorgaben sowie unzureichende Angaben zur Kundenzahl in der EU. Bereits am 04.04.2025 hatte die BaFin ein Zwangsgeld von 600.000 Euro verhängt. | Der tatsächliche Anlegerschaden ist nicht beziffert, da die BaFin selbst von unzureichenden Unternehmensangaben zur Kundenzahl spricht. Der Ausgang der Widersprüche der Ethena GmbH war offen. |
| BSDC-P-FIN-2025-2553 Relevanz 3BaFin-Aufsicht, Neobank-Compliance, Geldwaescheprävention | 15.12.2025 | BaFin ordnet Sonderbeauftragten und Geschäftsbeschränkungen für N26 Bank SE an BaFin Recherche: DC Quelle öffnen → | Die BaFin verhängte am 15.12.2025 gegen die N26 Bank SE zusätzliche Eigenmittelanforderungen und Geschäftsbeschränkungen und bestellte einen Sonderbeauftragten. Grundlage waren eine Sonderprüfung, die eine nicht ordnungsgemäße Geschäftsorganisation sowie Mängel im Risiko- und Beschwerdemanagement offenlegte. Der Bank ist Neugeschäft mit Hypothekenkrediten in den Niederlanden untersagt. Bereits im März 2025 hatte die BaFin ein Bußgeld von 15.000 Euro verhängt. | Die genaue Höhe der zusätzlichen Eigenmittelanforderung wird nicht genannt. Es ist bereits der zweite Sonderbeauftragte seit 2021, warum frühere Maßnahmen nicht ausreichend wirkten, ist nicht öffentlich bewertet. |
| BSDC-J-FIN-2023-2559 Relevanz 3Ransomware, Datenleck-Einzelhandel, Erpressung | 06.01.2024 | Cactus-Ransomware-Angriff auf die schwedische Handelskette Coop Cybernews Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 22.12.2023 wurde die schwedische Handelskette Coop, rund 800 Filialen, Ziel eines Ransomware-Angriffs. Die Gruppe Cactus veröffentlichte im Januar 2024 personenbezogene Daten von rund 167.000 Personen und gab an, 257 Gigabyte aus mehr als 21.000 Verzeichnissen erbeutet zu haben. | Wie die Cactus-Gruppe ursprünglich Zugang erlangte, ist nicht dokumentiert. Die Datenmenge stammt allein von der Angreiferseite und wurde von Coop nicht unabhängig bestätigt. |
| BSDC-J-FIN-2024-2576 Relevanz 3Ransomware, Mexiko, Behoerdenhack | 28.11.2024 | Ransomware-Angriff auf mexikanisches Präsidialamt: RansomHub erbeutet 313 GB R3D, Red en Defensa de los Derechos Digitales Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 19.11.2024 drang die Gruppe RansomHub in die Systeme der Consejería Jurídica de la Presidencia, dem juristischen Beratungsbüro der mexikanischen Präsidentschaft, ein und erbeutete 313 Gigabyte an Daten. Rund 206 Gigabyte wurden im Darknet veröffentlicht, darunter Verträge und personenbezogene Daten von Regierungsmitarbeitern. Präsidentin Sheinbaum kündigte eine Bundesuntersuchung an. Drei Tage nach Veröffentlichung entfernte RansomHub die Daten ohne Erklärung wieder. | Die geforderte Lösegeldsumme wurde nicht öffentlich bekannt, ebenso unklar ist, ob gezahlt wurde. Wie die Angreifer Zugang erlangten, ist nicht belegt. |
| BSDC-J-FIN-2024-2594 Relevanz 3Ransomware, Suedamerika, Finanzsektor | 10.05.2024 | Ransomware-Angriff auf die Banco de Venezuela durch LockBit Efecto Cocuyo Recherche: DC Quelle öffnen → | Die staatliche Banco de Venezuela wurde im April 2024 Ziel eines Angriffs mit der Ransomware LockBit 3.0. Die Angreifer veröffentlichten die Erpressung am 19.04.2024 auf der LockBit-Leak-Seite mit Zahlungsfrist bis zum 10.05.2024. Die Bank erklärte, ihre elektronischen Kundendienste funktionierten weiterhin normal, interne Mitarbeitersysteme waren jedoch verschlüsselt. | Welche und wie viele Datensätze exfiltriert wurden, ist nicht belegt, LockBits eigene Behauptungen wurden nicht unabhängig bestätigt. Ob die Lösegeldforderung bezahlt wurde, bleibt unklar. |
| BSDC-P-FIN-2023-2603 Relevanz 3Menschenhandel, Cyberbetrug, Suedostasien | 29.08.2023 | UN-Bericht: Hunderttausende Menschen zu Online-Betrug in Südostasien gezwungen UN-Menschenrechtsbüro (OHCHR) Recherche: DC Quelle öffnen → | Das UN-Menschenrechtsbüro veröffentlichte am 29.08.2023 einen Bericht, wonach mindestens 120.000 Menschen in Myanmar und rund 100.000 in Kambodscha in Betrugszentren festgehalten und zu Online-Betrug gezwungen werden. Die Opfer stammen aus mehr als 60 Ländern und werden zu Krypto- und Romance-Scams gezwungen, dokumentiert wurden Folter und Zwangsarbeit. | Die Opferzahlen sind Schätzungen ohne vollständige Zählung. Die tatsächliche Gesamtsumme der weltweit erbeuteten Gelder lässt sich nicht exakt beziffern. |
| BSDC-P-FIN-2024-2604 Relevanz 3Kryptowaehrungsdiebstahl, Nordkorea-Cyberkriminalitaet, Social-Engineering | 24.12.2024 | DMM-Bitcoin-Diebstahl: FBI und japanische Polizei attribuieren 308-Millionen-Dollar-Hack an Nordkorea FBI, DC3, NPA Japan Recherche: DC Quelle öffnen → | Ende Mai 2024 wurden der japanischen Kryptobörse DMM Bitcoin 4.502,9 Bitcoin (rund 308 Millionen US-Dollar) entwendet. FBI, DC3 und NPA attribuierten den Diebstahl der nordkoreanischen Gruppe TraderTraitor. Ein Akteur kontaktierte Ende März 2024 unter dem Vorwand eines Recruiters einen Mitarbeiter der Wallet-Firma Ginco und schleuste über ein Bewerbungstest-Skript Schadcode ein. | Die konkrete Rolle einzelner nordkoreanischer Regierungsstellen ist nicht öffentlich belegt. Der genaue technische Ablauf der finalen Transaktionsmanipulation wurde nicht vollständig veröffentlicht. |
| BSDC-J-FIN-2024-2610 Relevanz 3Ransomware, Suedostasien, Finanzsektor | 01.04.2024 | Ransomware-Angriff auf vietnamesischen Broker VNDirect legt Boersenhandel lahm Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 24. Maerz 2024 wurde der vietnamesische Wertpapierhaendler VNDirect, einer der groessten Broker des Landes mit rund 940.000 Kundenkonten, Opfer eines Ransomware-Angriffs, der die IT-Systeme verschluesselte und den Handel an der Ho-Chi-Minh-Stadt-Boerse fuer mehrere Tage lahmlegte. Der Handel konnte erst nach rund einer Woche schrittweise wieder aufgenommen werden, vollstaendig erst am 1. April 2024. | Oeffentlich bestaetigt sind Angriffsart, Zeitraum und Handelsausfall; nicht abschliessend belegt sind der genaue Umfang exfiltrierter Kundendaten, die Identitaet der Angreifergruppe und ob Loesegeld gezahlt wurde. |
| BSDC-J-FIN-2019-2614 Relevanz 3Romance-Scam, Westafrika, Cyberbetrug | 22.08.2019 | Sakawa: Ghanas Cyber-Betrugsszene und die Romance-Scam-Industrie BBC News (Thomas Naadi) Recherche: DC Quelle öffnen → | Die BBC-Recherche dokumentiert die als "Sakawa" bekannte ghanaische Cyberbetrugsszene, in der junge Männer über gefälschte Online-Dating-Profile monate- bis jahrelange Beziehungen zu ausländischen Opfern aufbauen, um sie zu Geldüberweisungen zu bewegen. Der Bericht schildert konkrete Fälle mit fünf- bis sechsstelligen Dollarverlusten sowie die Verknüpfung mit spirituellen Ritualen ("Juju"). | Belastbare Gesamtstatistiken zu Opferzahlen oder Schadenssumme in Ghana insgesamt liefert der Artikel nicht; eine juristische Aufarbeitung wird nicht genannt. |
| BSDC-J-FIN-2024-2623 Relevanz 3Romance-Scam, Westafrika, Cyberbetrug | 14.11.2024 | Interpol-Razzia zerschlaegt Cyberbetrugsnetzwerk in Nigeria INTERPOL Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Rahmen der Interpol-Operation "Serengeti" (September bis Oktober 2024) wurden ueber 1.006 Verdaechtige in 19 afrikanischen Laendern festgenommen, davon eine erhebliche Zahl in Nigeria; die Aktion richtete sich gegen Ransomware, Phishing, Business-Email-Compromise sowie Romance- und Investment-Scams und identifizierte rund 35.000 Opfer weltweit mit einem geschaetzten finanziellen Schaden von ueber 193 Millionen US-Dollar. | Wie viele der 1.006 Festnahmen und wie viel des Gesamtschadens konkret auf Nigeria bzw. auf Romance-Scam-Faelle im engeren Sinne entfallen, wird in der Quelle nicht separat aufgeschluesselt. |
| BSDC-J-FIN-2023-2627 Relevanz 3Menschenhandel, Suedostasien, Anlagebetrug | 21.12.2023 | Massendeportation aus Betrugszentren in Myawaddy, Myanmar Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Zuge einer gemeinsamen chinesisch-myanmarischen Operation gegen Cyberbetrugszentren im Grenzgebiet Kokang/Myawaddy wurden bis Dezember 2023 mehr als 31.000 Verdaechtige an China ausgeliefert bzw. deportiert. Die Zentren hatten Zehntausende Menschen, viele davon Opfer von Menschenhandel, zu "Pig-Butchering"-Anlagebetrug und Romance Scams gegen Opfer weltweit gezwungen. | Die Zahl 31.000 stammt aus offiziellen chinesischen und myanmarischen Angaben und laesst sich nicht unabhaengig verifizieren; unklar bleibt, wie viele der Deportierten selbst Betrugsopfer/Zwangsarbeiter waren statt Taeter. |
| BSDC-J-FIN-2020-2630 Relevanz 3Geldwaesche, Golden-Visa, Zypern | 23.08.2020 | Cyprus Papers: Goldene Pässe für Kriminelle und Hochrisikopersonen Al Jazeera Investigative Unit Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Al-Jazeera-Recherche "Cyprus Papers" veröffentlichte im August 2020 eine geleakte Liste von über 2.500 Personen, die zwischen 2017 und 2019 im Rahmen des zypriotischen "Golden Passport"-Programms die Staatsbürgerschaft gegen Investitionen ab 2 Millionen Euro erhalten hatten, darunter mutmaßlich mit Geldwäsche und Sanktionsumgehung in Verbindung stehende Personen. Die zyprische Regierung kündigte im Oktober 2020 das Ende des Programms an. | Die Recherche stützt sich auf eine geleakte, nicht unabhängig vollständig verifizierte Liste; nicht bei allen genannten Personen ist strafrechtlich belegt, dass tatsächlich Geldwäsche stattfand. |
| BSDC-J-FIN-2024-2644 Relevanz 3Cyberbetrug, Sambia, Organisierte-Kriminalitaet | 10.04.2024 | Sambia zerschlägt chinesisch geführten Cyberbetrugsring Associated Press (AP News) Recherche: DC Quelle öffnen → | Im April 2024 hob die sambische Polizei einen von chinesischen Staatsangehörigen betriebenen Callcenter-Betrugsring in einem Wohnhaus in Lusaka aus. Festgenommen wurden 22 Personen, darunter 17 chinesische sowie sambische, kamerunische und weitere Staatsangehörige; die Gruppe soll über gefälschte Apps und Textnachrichten Zehntausende Sambier zu Online-Betrug verleitet haben. | Die genaue Opferzahl und Gesamtschadenssumme werden in der Berichterstattung nicht beziffert; die Angaben stützen sich vorrangig auf Polizeimitteilungen, deren vollständige Ermittlungsergebnisse noch ausstanden. |
| BSDC-P-FIN-2023-2648 Relevanz 3Geldwaesche, Suedostasien, Bankenaufsicht | 18.08.2023 | Singapurs Milliarden-Geldwaescheskandal: Razzia gegen chinesisches Netzwerk Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Im August 2023 verhaftete die singapurische Polizei zehn Personen mit fujianesisch-chinesischem Hintergrund und beschlagnahmte Vermoegenswerte im Wert von rund 1 Milliarde Singapur-Dollar, darunter Immobilien, Luxusfahrzeuge, Bargeld, Schmuck sowie Kryptowaehrungen. Es handelt sich um einen der groessten Geldwaeschefaelle in der Geschichte Singapurs. | Die genaue Herkunft der gewaschenen Gelder sowie der vollstaendige Umfang des Netzwerks ausserhalb Singapurs sind bis heute nicht abschliessend oeffentlich belegt. |
| BSDC-J-FIN-2017-2656 Relevanz 3Geldwaesche, Aserbaidschan, Bankenskandal | 04.09.2017 | Aserbaidschanische Waschmaschine (Azerbaijani Laundromat) OCCRP (Organized Crime and Corruption Reporting Project) Recherche: DC Quelle öffnen → | OCCRP deckte auf, dass zwischen 2012 und 2014 rund 2,9 Milliarden US-Dollar ueber vier Briefkastenfirmen bei der estnischen Filiale der Danske Bank aus Aserbaidschan geschleust wurden. Das Geld stammte aus staatsnahen Quellen und diente unter anderem der Bestechung europaeischer Politiker sowie einer verdeckten Lobbykampagne zur Verbesserung des internationalen Images Aserbaidschans. | Die Recherche basiert auf geleakten internen Bankdaten, deren vollstaendige Herkunft und Authentizitaet nicht unabhaengig gerichtlich geprueft wurde; strafrechtliche Konsequenzen fuer die Hauptverantwortlichen in Aserbaidschan blieben weitgehend aus. |
| BSDC-S-FIN-2021-2665 Relevanz 3Schuldenkrise, China-Afrika, Finanztransparenz | 29.09.2021 | AidData-Studie deckt verdeckte chinesische Kredite an Sambia und Angola auf AidData (William & Mary, USA) Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Studie "Banking on the Belt and Road" wertete 13.427 chinesische Entwicklungsprojekte in 165 Ländern aus und zeigte, dass rund die Hälfte der chinesischen Kredite an Entwicklungsländer nicht in offiziellen Schuldenstatistiken auftauchte. Bei Sambia und Angola identifizierten die Autoren Kredite mit Sicherheiten- und Vertraulichkeitsklauseln, die eine koordinierte Umschuldung erschwerten. | Die Studie liefert aggregierte, länderübergreifende Datenbankauswertungen, keine vollständige Offenlegung einzelner Kreditverträge; die genauen Vertragsbedingungen bleiben größtenteils geheim. |