Quellen-Tabelle

Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.

BSDC-IDDatumTitel & QuelleKernaussageKlartext
BSDC-J-FIN-2022-2668
Relevanz 3Bergbau-Korruption, Ressourcenfluch, Mongolei
05.12.2022
Mongolei: Kohle-Korruptionsskandal loest Massenproteste in Ulaanbaatar aus
Reuters
Recherche: DC
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Im Dezember 2022 gingen in Ulaanbaatar Tausende Mongolen auf die Strasse, nachdem oeffentlich geworden war, dass Kohle im Wert von schaetzungsweise 12,7 Millionen Tonnen aus dem staatlichen Bergbauunternehmen Erdenes Tavan Tolgoi bei Exporten nach China verschwunden und in dubiose Netzwerke von Beamten und Geschaeftsleuten umgeleitet worden war.

Die genaue Menge der veruntreuten Kohle sowie die vollstaendige Liste der beteiligten Akteure sind bis heute nicht abschliessend gerichtlich festgestellt.

BSDC-S-FIN-2023-2675
Relevanz 3Sanktionsumgehung, Suedsudan, Korruption
01.11.2023
Sanktionsumgehung sudsudanesischer Geschaeftsleute im Umfeld von Praesident Kiir
The Sentry
Recherche: DC
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Die NGO The Sentry dokumentiert, wie von den USA sanktionierte sudsudanesische Geschaeftsleute im inneren Zirkel von Praesident Salva Kiir ihre Sanktionen mutmasslich mittels neu gegruendeter, auf Verwandte registrierter Firmen umgehen. Diese Firmen erhielten nach der Sanktionsverhaengung Regierungsvertraege im Wert von Milliarden US-Dollar.

Die wirtschaftliche Eigentuemerschaft der genannten Firmen wird von The Sentry als "wahrscheinlich" dargestellt, nicht als gerichtsfest bewiesen; eine offizielle behoerdliche Bestaetigung liegt nicht vor.

BSDC-S-FIN-2023-2679
Relevanz 3Menschenhandel, Suedostasien, Anlagebetrug
29.08.2023
UN-Bericht zu Menschenhandel in Betrugszentren Suedostasiens
UN-Menschenrechtsbuero (OHCHR)
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Das UN-Menschenrechtsbuero dokumentierte, dass mindestens 120.000 Menschen in Myanmar und rund 100.000 in Kambodscha in Betrugszentren zur Zwangsarbeit gezwungen wurden, viele davon durch falsche Jobangebote angelockt und anschliessend zu Anlage- und Romance-Scams gezwungen. Die Opfer stammten aus ueber 50 Laendern.

Der Bericht bezieht sich primaer auf Kambodscha und Myanmar und liefert Schaetzungen, keine verifizierten Einzelfallzahlen; die Rolle einzelner krimineller Netzwerke bleibt mangels Zugang zu den Anlagen unklar.

BSDC-O-FIN-2021-2680
Relevanz 3Sanktionsumgehung, Libyen, Finanzkriminalitaet
08.03.2021
UN-Expertenbericht zu Sanktionsumgehung und Treibstoffschmuggel in Libyen
UN Security Council Panel of Experts on Libya
Recherche: DC
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Der Abschlussbericht des UN-Expertengremiums zu Libyen dokumentiert systematische Umgehung des Waffenembargos sowie Treibstoffschmuggel und illegale Rohölexporte, mit denen bewaffnete Gruppen und Netzwerke Sanktionen unterliefen. Beschrieben werden konkrete Schiffsrouten, involvierte Firmenkonstrukte und Finanzflüsse.

Der Bericht beruht auf Ermittlungen eines UN-Gremiums mit begrenztem Vor-Ort-Zugang; nicht alle Vorwürfe führten zu strafrechtlichen Verurteilungen, viele Netzwerke blieben trotz Benennung aktiv.

BSDC-J-FIN-2018-2682
Relevanz 3EU-Foerdergelder, Korruption, Ungarn
08.02.2018
OLAF-Bericht zu Elios: EU-Foerdergelder und die Firma von Orbans Schwiegersohn
Reuters (Marton Dunai, Krisztina Than)
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Der EU-Betrugsbekaempfungsbehoerde OLAF zufolge kam es bei einem ungarischen Strassenbeleuchtungs-Foerderprojekt der Firma Elios Innovativ zu "ernsten Unregelmaessigkeiten" bei der Vergabe; Elios wurde bis 2015 von Istvan Tiborcz, dem Schwiegersohn von Ministerpraesident Viktor Orban, mitgegruendet. OLAF empfahl Rueckforderungen im Wert von etwa 40 Millionen Euro.

Der OLAF-Bericht selbst wurde nie offiziell veroeffentlicht, sondern nur durchgestochen und von Journalisten zitiert; eine strafrechtliche Verurteilung von Tiborcz ist bis heute nicht erfolgt.

BSDC-J-FIN-2010-2683
Relevanz 3Wildtierhandel, Suedafrika, Geldwaesche
01.09.2019
Der Fall Groenewald: Nashorn-Wilderei als organisiertes Finanzverbrechen in Suedafrika
Oxpeckers Investigative Environmental Journalism
Recherche: DC
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Der suedafrikanische Wildzuechter Dawie Groenewald und seine Familie wurden 2010 verhaftet und mit ueber 1.800 Anklagepunkten konfrontiert, darunter Racketeering, Betrug, Steuerhinterziehung und illegaler Handel mit Nashornhoernern. Ueber Pseudo-Jagden wurden legale Jagdlizenzen genutzt, um Nashornhorn im Wert mehrerer Millionen Rand zu waschen und international zu vermarkten.

Der Fall ist bis heute nicht rechtskraeftig abgeschlossen; Verurteilungen in zentralen Anklagepunkten blieben lange aus, und die genaue Hoehe der gewaschenen Gelder ist nicht abschliessend beziffert.

BSDC-O-FIN-2024-2684
Relevanz 3Geldwaesche, Suedamerika, Drogenhandel
24.09.2024
US-Sanktionen gegen Fuehrung des Clan del Golfo und Geldwaesche-Netzwerk
US-Finanzministerium (OFAC)
Recherche: DC
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Am 24. September 2024 verhaengte das US-Finanzministerium (OFAC) Sanktionen gegen fuenf kolumbianische Staatsangehoerige, die als Fuehrungsfiguren des Clan del Golfo identifiziert wurden, einer der groessten Drogenhandelsorganisationen Kolumbiens und zentraler Akteur bei Menschenschmuggel durch den Darién-Dschungel. Parallel wurden zwei in Mexiko ansaessige Unternehmen des Sinaloa-Kartells sanktioniert.

Die Pressemitteilung dokumentiert die Sanktionsliste, liefert aber keine oeffentlich einsehbaren Ermittlungsakten oder Gerichtsurteile; ob der Zugriff auf Vermoegen wirksam ist, bleibt aus der Quelle allein nicht nachvollziehbar.

BSDC-S-FIN-2023-2686
Relevanz 3Sanktionsumgehung, Schattenflotte, Griechenland
14.02.2023
Griechische Reeder und die Umgehung des Ölpreisdeckels fuer russisches Rohoel
Global Witness
Recherche: DC
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Global Witness dokumentierte, dass griechische Reedereien nach der Verhaengung des G7-Preisdeckels einen erheblichen Anteil der weltweiten Verschiffungen von russischem Rohoel uebernahmen: griechisch kontrollierte Tanker transportierten im Januar 2023 rund ein Drittel der seewaertigen Rohoel-Exporte Russlands, teils mit westlicher Versicherung und Preisen ueber der 60-Dollar-Grenze.

Der Bericht stuetzt sich auf AIS-Schiffsverfolgungsdaten, die nicht in jedem Einzelfall die tatsaechlich gezahlten Preise belegen koennen; einzelne genannte Reedereien haben Vorwuerfe zurueckgewiesen.

BSDC-O-FIN-2024-2687
Relevanz 3Organisierte-Kriminalitaet, Suedamerika, Geldwaesche
05.09.2024
US-Sanktionen gegen Tren-de-Aragua-Fuehrung wegen Geldwaesche und Menschenhandel
US-Finanzministerium (OFAC)
Recherche: DC
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Das US-Finanzministerium (OFAC) verhaengte am 5. September 2024 Sanktionen gegen fuehrende Mitglieder der venezolanischen Bande Tren de Aragua, darunter Hector Guerrero Flores alias "Niño Guerrero", wegen deren Rolle in grenzueberschreitender organisierter Kriminalitaet, Menschenhandel, Drogenschmuggel und damit verbundener Geldwaesche in Lateinamerika, einschliesslich Ecuador. Der Schritt erfolgte im Kontext der zunehmenden Praesenz der Gruppe in Ecuador, wo sie mit lokalen Banden wie Los Choneros kooperiert.

Die Pressemitteilung listet Sanktionsziele auf, liefert aber keine detaillierten Zahlen zu Geldwaesche-Volumina oder konkreten Transaktionen in Ecuador; die genaue finanzielle Verflechtung zwischen Tren de Aragua und Los Choneros bleibt oeffentlich nur bruchstueckhaft dokumentiert.

BSDC-J-FIN-2023-2691
Relevanz 3Korruption, Infrastruktur-Sabotage, Suedafrika
24.01.2023
Eskom-Korruptionsskandal: Suedafrikas Stromversorger im Sog von Bestechung und Sabotage
Reuters / amaBhungane Centre for Investigative Journalism
Recherche: DC
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Der scheidende Eskom-CEO Andre de Ruyter erklaerte im Januar 2023, dass organisierte Kriminalitaet und korrupte Netzwerke innerhalb und ausserhalb des staatlichen Stromversorgers Eskom systematisch Kohlelieferungen und Wartungsvertraege manipulieren, was massgeblich zur Lastabwurf-Krise beitraegt. De Ruyter berichtete zudem von einem Giftanschlag auf sich selbst kurz nach seiner Ankuendigung, gegen Korruption vorzugehen.

Die Vorwuerfe stuetzen sich groesstenteils auf De Ruyters eigene Aussagen; eine juristische Aufarbeitung mit rechtskraeftigen Verurteilungen steht bislang weitgehend aus. Der Fall ist primaer ein Korruptions- und Sabotagefall, keine dokumentierte digitale Cyberattacke.

BSDC-J-FIN-2020-2692
Relevanz 3Sportswashing, Katar, FIFA-Korruption
06.04.2020
US-Justizministerium: Bestechungsvorwuerfe bei Vergabe der Fussball-WM 2022 an Katar
US Department of Justice (Eastern District of New York)
Recherche: DC
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Im April 2020 legte das US-Justizministerium eine erweiterte Anklageschrift im FIFA-Korruptionsverfahren vor, in der dargelegt wird, dass FIFA-Funktionaere Bestechungsgelder erhielten, um bei der Vergabe der WM 2018 (Russland) und WM 2022 (Katar) fuer diese Laender zu stimmen. Die Ermittler beschreiben Zahlungen in Millionenhoehe an mehrere Exekutivkomitee-Mitglieder.

Die Anklage stuetzt sich auf Aussagen kooperierender Zeugen und nicht auf ein rechtskraeftiges Urteil gegen Katar selbst; eine direkte strafrechtliche Verantwortung katarischer Offizieller wurde bislang nicht gerichtlich festgestellt.

BSDC-J-FIN-2023-2695
Relevanz 3Goldschmuggel, Geldwaesche, Afrika
23.03.2023
Gold Mafia: Al-Jazeera-Recherche zu Goldschmuggel und Geldwäsche in Simbabwe
Al Jazeera Investigative Unit
Recherche: DC
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Eine verdeckte Undercover-Recherche von Al Jazeera deckte ein Netzwerk auf, das illegal geschürftes simbabwisches Gold im Wert von mehreren hundert Millionen US-Dollar jaehrlich nach Dubai schmuggelte und dabei Geldwaesche fuer sanktionierte Akteure organisierte. Zentrale Figur war der kenianische Geschaeftsmann Kamlesh Pattni, der Undercover-Journalisten anbot, Bargeld ueber Goldkaeufe zu waschen.

Die Recherche stuetzt sich auf verdeckte Kameraaufnahmen; die Aussagen der gefilmten Personen sind nicht gleichzusetzen mit gerichtlich festgestellten Straftaten, und nicht alle Anschuldigungen fuehrten zu Anklagen in Simbabwe selbst.

BSDC-J-FIN-2020-2696
Relevanz 3Menschenhandel, Suedasien, Zwangsarbeit
27.05.2020
Menschenhandel und Zwangsarbeit nepalesischer Wanderarbeiter am Golf
Amnesty International
Recherche: DC
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Amnesty International dokumentierte, wie nepalesische Wanderarbeiter über das Kafala-System und private Anwerbeagenturen mit illegalen Vermittlungsgebühren nach Katar gelockt wurden, verschuldet und in Zwangsarbeit auf WM-Baustellen gerieten; Pässe wurden einbehalten, Löhne teils monatelang nicht ausgezahlt.

Die Quelle konzentriert sich auf Katar und den Bausektor, nicht spezifisch auf Bhutan; belastbare Einzelfall-Strafverfahren gegen konkrete Finanzierungsnetzwerke werden nicht im Detail benannt.

BSDC-J-FIN-2020-2697
Relevanz 3Rohstoffkorruption, Bergbau, Pazifikraum
24.04.2020
Papua-Neuguinea entzieht Barrick Gold die Lizenz fuer die Porgera-Mine
Reuters
Recherche: DC
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Die Regierung von Papua-Neuguinea verweigerte im April 2020 der von Barrick Gold gefuehrten Betreibergesellschaft die Verlaengerung der Sonderabbaulizenz fuer die Porgera-Goldmine, eine der groessten Goldminen der Welt. Praesident James Marape begruendete den Schritt mit unzureichender wirtschaftlicher Beteiligung des Staates sowie Umwelt- und Sozialschaeden.

Der Artikel dokumentiert den politischen Lizenzentzug, belegt aber keine strafrechtlich festgestellte Korruption einzelner Amtstraeger; Vorwuerfe zu Umwelt- und Sozialschaeden stammen groesstenteils aus Regierungsdarstellungen.

BSDC-J-FIN-2013-2698
Relevanz 3Drogenschmuggel, Hafen-Cyberkriminalitaet, Organisierte-Kriminalitaet
21.10.2015
Hafen-Hack Antwerpen: Cyberkriminelle im Dienst des Kokainschmuggels
Joseph Cox, Motherboard/VICE
Recherche: DC
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Zwischen 2011 und 2013 schleusten von einem Drogenschmuggelring beauftragte Hacker eingeschleuste Hardware (Keylogger) und Schadsoftware in die IT-Systeme von Containerterminals im Hafen Antwerpen ein, um Freigabecodes fuer bestimmte Container abzufangen. Dadurch konnten Komplizen Container mit versteckten Kokain- und Heroinladungen vor den regulaeren Lkw-Fahrern abholen. Die belgische Polizei zerschlug den Ring nach zweijaehrigen Ermittlungen.

Der Artikel stuetzt sich stark auf einen Europol-Bericht und Gerichtsunterlagen aus Belgien, nennt aber keine genaue Zahl abgefangener Container oder einen exakten Drogenwert; die vollstaendigen Gerichtsakten sind nicht oeffentlich einsehbar.

BSDC-J-FIN-2023-2702
Relevanz 3Ransomware, Suedostasien, Bankensektor
15.05.2023
Ransomware-Angriff auf Bank Syariah Indonesia (BSI) durch LockBit
Reuters
Recherche: DC
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Anfang Mai 2023 legte ein Ransomware-Angriff die Systeme der Bank Syariah Indonesia (BSI), der groessten islamischen Bank Indonesiens, ueber mehrere Tage lahm. Die Ransomware-Gruppe LockBit reklamierte den Angriff fuer sich und veroeffentlichte rund 1,5 Terabyte an angeblich gestohlenen Daten von rund 15 Millionen Kunden und Mitarbeitern.

Der genaue Umfang der tatsaechlich kompromittierten und missbrauchten Daten sowie die exakte technische Angriffsmethode wurden von BSI nie vollstaendig oeffentlich bestaetigt oder unabhaengig verifiziert.

BSDC-J-FIN-2017-2704
Relevanz 3Migration, Libyen, EU-Grenzschutz
28.08.2019
EU-finanzierte libysche Küstenwache: Kommandeur wegen Menschenschmuggels sanktioniert
Associated Press
Recherche: DC
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Die Associated Press deckte auf, dass Abd al-Rahman al-Milad ("Bija"), ein Kommandeur der von der EU trainierten und finanzierten libyschen Küstenwache, gleichzeitig ein Anführer eines Menschenschmugglernetzwerks war. Ein UN-Sicherheitsrats-Sanktionsbericht von 2017 belegte, dass seine Miliz Boote mit Migranten versenkte und Schutzgelder erpresste, während die EU-Mission Sophia seine Einheit unterstützte.

Die genaue Höhe der an al-Milads Einheit geflossenen EU-Gelder lässt sich aus öffentlichen Quellen nicht exakt beziffern, da Zahlungen über mehrere Programme liefen.

BSDC-J-FIN-2018-2706
Relevanz 3Fischereirecht, Westsahara, EU-Marokko-Abkommen
27.02.2018
EuGH-Urteil zum EU-Marokko-Fischereiabkommen und der Westsahara
Europäischer Gerichtshof (EuGH) / Reuters
Recherche: DC
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Der Europäische Gerichtshof entschied am 27. Februar 2018, dass das EU-Marokko-Fischereiabkommen nicht auf die Gewässer der von Marokko besetzten Westsahara anwendbar ist, da die saharauische Bevölkerung dem Abkommen nie zugestimmt hatte. Die Front Polisario hatte geklagt, weil EU-Fangflotten und die damit verbundenen Zahlungen faktisch marokkanischen Behörden zuflossen.

Das Urteil betrifft primär völkerrechtliche Zuständigkeit und EU-Vertragsrecht, nicht direkt Sanktionsumgehung im engeren Sinn; Details zu tatsächlichen Zahlungsflüssen an marokkanische Behörden sind in der Quelle nicht quantifiziert.

BSDC-J-FIN-2023-2707
Relevanz 3Geldwaesche, Suedamerika, Fussballtransfers
15.06.2023
Ermittlungen gegen Fußballagent Christian Bragarnik wegen Geldwäscheverdacht bei Spielertransfers
Infobae
Recherche: DC
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Die argentinische Finanzaufsicht UIF erstattete 2023 Anzeige gegen den Fußballagenten Christian Bragarnik wegen des Verdachts der Geldwäsche über Spielertransfers argentinischer Clubs. Untersucht wurden verdächtige Geldflüsse und überhöhte Ablösesummen, bei denen ein Teil der Zahlungen über Bragarniks Firmenstruktur und Strohleute geschleust worden sein soll.

Es handelt sich um eine eingeleitete Ermittlung, nicht um ein rechtskräftiges Urteil; konkrete Schuldfeststellungen sind aus der Quelle nicht ersichtlich.

BSDC-J-FIN-2020-2708
Relevanz 3Pyramidensystem, Suedostasien, Anlagebetrug
22.12.2020
Vietnam: Milliarden-Pyramidensystem "Lien Ket Viet" - Fuehrungsspitze verurteilt
Reuters
Recherche: DC
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Ein vietnamesisches Gericht verurteilte die Fuehrung des Multi-Level-Marketing-Unternehmens "Lien Ket Viet", das als Nahrungsergaenzungsmittel-Vertrieb getarnt ein Pyramidensystem betrieb. Rund 68.000 Anleger wurden um insgesamt etwa 80 Millionen US-Dollar betrogen; Firmenchef Le Xuan Giang wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der Fall stammt nicht direkt aus dem Herbalife-Umfeld, sondern betrifft ein aehnlich gelagertes MLM-Pyramidensystem in Vietnam. Ob Opfer entschaedigt wurden, bleibt offen.

BSDC-J-FIN-2021-2709
Relevanz 3Organisierte-Kriminalitaet, Balkan-Kartell, Geldwaesche
14.06.2021
US-Sanktionen gegen das Balkan-Kartell um Edin Gacanin
US-Finanzministerium (OFAC) / OCCRP
Recherche: DC
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Im Juni 2021 verhängte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen den bosnisch-österreichischen Drogenboss Edin Gacanin und sein Netzwerk, das als eines der einflussreichsten Balkan-Kartelle fuer Kokainschmuggel aus Suedamerika nach Europa gilt. Das Netzwerk soll ueber Haefen wie Antwerpen und Rotterdam mehrere Tonnen Kokain geschleust und die Gewinne ueber Immobilien und Scheinfirmen gewaschen haben.

Die genaue Menge des geschmuggelten Kokains und der Gesamtumfang der Geldwaesche sind nicht abschliessend beziffert; die OFAC-Angaben stuetzen sich auf Ermittlungsergebnisse, nicht auf ein rechtskraeftiges Urteil.

BSDC-O-FIN-2023-2710
Relevanz 3Fentanyl-Geldwaesche, Chinesische-Untergrundbanken, Kartell-Finanzierung
14.04.2023
US-Sanktionen gegen chinesisches Geldwäschenetzwerk fuer Fentanyl-Erloese (Xizhi Li)
US-Finanzministerium (OFAC)
Recherche: DC
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Das US-Finanzministerium verhaengte Sanktionen gegen Xizhi Li und ein chinesisches Geldwaeschenetzwerk, das Drogenkartellen in Mexiko half, Erloese aus dem Fentanyl-Handel in den USA zu waschen. Das Netzwerk nutzte chinesische Untergrundbanken, um Bargeld zu sammeln und ueber komplexe Transaktionsketten nach China und Mexiko zu transferieren.

Die Pressemitteilung liefert keine vollstaendigen Fallzahlen wie die genaue Gesamtsumme der gewaschenen Gelder; die Einordnung als chinesisches Netzwerk bezieht sich auf die Herkunft der Vermittler, nicht auf staatliche Beteiligung.

BSDC-J-FIN-2022-2711
Relevanz 3Staatsbankrott, Suedasien, Korruption
20.04.2022
Sri Lankas Staatsbankrott: Wie Familienherrschaft und Steuerpolitik der Rajapaksas die Krise befeuerten
Reuters
Recherche: DC
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Sri Lanka wurde im April 2022 mit rund 51 Mrd. USD Auslandsschulden erstmals in seiner Geschichte zahlungsunfähig. Als Ursachen benennt Reuters die Machtkonzentration der Familie Rajapaksa, drastische populistische Steuersenkungen 2019 und ein abruptes Verbot chemischer Düngemittel 2021, die massive Proteste (Aragalaya) auslösten.

Der Bericht dokumentiert wirtschaftspolitische Fehlentscheidungen, belegt aber keine strafrechtlich nachgewiesene persönliche Bereicherung einzelner Familienmitglieder durch konkrete Korruptionsdelikte.

BSDC-J-FIN-2020-2712
Relevanz 3Menschenhandel, Suedliches-Afrika, Zwangsarbeit-Landwirtschaft
30.01.2020
Zwangsarbeit auf Farm in Musina: Dutzende malawische Wanderarbeiter befreit
IOM Südafrika / News24
Recherche: DC
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Im Januar 2020 befreiten südafrikanische Behörden gemeinsam mit der IOM mehrere Dutzend malawische Staatsangehörige, die auf einer Farm in der Grenzregion Musina unter Bedingungen von Zwangsarbeit festgehalten wurden. Die Arbeiter waren mit falschen Versprechungen legaler Beschäftigung nach Südafrika gelockt worden und mussten ihre Pässe abgeben.

Genaue Opferzahl, Täteridentität und Ausgang etwaiger Strafverfahren sind aus der verfügbaren Presseberichterstattung nicht abschließend belegt.

BSDC-O-FIN-2021-2713
Relevanz 3Korruption, Suedasien, Geldwaesche
10.12.2021
US-Sanktionen gegen Ex-Präsident Yameen wegen MMPRC-Korruption
US-Finanzministerium (OFAC)
Recherche: DC
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Das US-Finanzministerium sanktionierte im Rahmen des Global Magnitsky Act mehrere Personen im Zusammenhang mit dem MMPRC-Skandal, aus dem zwischen 2014 und 2018 unter Ex-Präsident Abdulla Yameen rund 90 Millionen US-Dollar veruntreut wurden. Gelder aus der Verpachtung von Inselresorts wurden über Briefkastenfirmen geschleust; Yameen wurde 2019 wegen Geldwäsche verurteilt, das Urteil spaeter aufgehoben und 2022 erneuert.

Die Pressemitteilung nennt nicht Yameen selbst als sanktionierte Einzelperson, sondern beteiligte Netzwerkakteure; der veruntreute Gesamtbetrag variiert je nach Quelle.