Quellen-Tabelle
Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.
| BSDC-ID | Datum | Titel & Quelle | Kernaussage | Klartext |
|---|---|---|---|---|
| BSDC-J-FIN-2017-2515 Relevanz 3Offshore-Leaks, Steuervermeidung, Datenleck | 05.11.2017 | Paradise Papers: Internationale Enthüllung von Offshore-Finanzstrukturen International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 05.11.2017 veröffentlichte das ICIJ mit 95 Medienpartnern die Recherche Paradise Papers, basierend auf 13,4 Millionen geleakten Dateien hauptsächlich aus der Offshore-Kanzlei Appleby. Die Dokumente zeigten Offshore-Verbindungen von mehr als 120 Politikern und Steuerplanungsstrukturen von knapp 100 multinationalen Konzernen wie Apple und Nike. Die Originaldaten wurden der Süddeutschen Zeitung zugespielt. | Nicht bewiesen ist, dass alle genannten Personen oder Firmen gegen geltendes Recht verstießen, Offshore-Strukturen sind vielfach legal. Der Ursprung des Lecks bei Appleby wurde nie einem Täter zugeordnet, Appleby selbst sprach von einem kriminellen Cyberangriff. |
| BSDC-J-FIN-2019-2523 Relevanz 3Bilanzbetrug, Wirtschaftskriminalitaet, Einzelhandel | 15.06.2019 | Steinhoff-Bilanzskandal: PwC-Untersuchung deckt 7,4 Milliarden Dollar fiktive Gewinne auf amaBhungane Centre for Investigative Journalism Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Einzelhandelskonzern Steinhoff International räumte im Dezember 2017 Bilanzunregelmäßigkeiten ein, der Aktienkurs brach um über 90 Prozent ein. Die forensische PwC-Untersuchung ergab, dass zwischen 2009 und 2017 fiktive Transaktionen in Höhe von etwa 7,4 Milliarden US-Dollar verbucht wurden, um Verluste zu verschleiern. Als zentrale Verantwortliche gelten Ex-CEO Markus Jooste und Ex-CFO Ben la Grange. | Der vollständige PwC-Bericht wurde nie veröffentlicht, nur Zusammenfassungen sind bekannt. Strafrechtliche Verurteilungen in Südafrika stehen weiterhin größtenteils aus. |
| BSDC-J-FIN-2000-2524 Relevanz 3Offshore-Finanzplaetze, Geldwaesche, FATF-Sanktionen | 01.10.2000 | Nauru als Briefkastenbankenparadies: 400 Offshore-Banken auf 15.000 Einwohner Financial Action Task Force (FATF) Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Inselstaat Nauru vergab in den 1990er Jahren Lizenzen an rund 400 Offshore-Banken, obwohl das Land weniger als 15.000 Einwohner zählte. Die russische Zentralbank schätzte, dass 1998 rund 70 Milliarden US-Dollar über Nauru-verknüpfte Konten geleitet wurden. Die FATF stufte Nauru im Oktober 2000 als unkooperatives Land ein. Nauru widerrief daraufhin 139 der 140 Offshore-Banklizenzen. | Die Zahl von 400 Banken stammt aus journalistischen Sekundärquellen, ein vollständiges Bankregister aus jener Zeit ist nicht öffentlich einsehbar. Die 70-Milliarden-Schätzung wurde nie unabhängig forensisch verifiziert. |
| BSDC-J-FIN-2016-2528 Relevanz 3Theranos, Finanzbetrug, Gesundheitswesen | 12.06.2016 | Walgreens beendet Partnerschaft mit Theranos und schließt 40 Wellness Centers Forbes Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 12.06.2016 beendete Walgreens seine Partnerschaft mit Theranos und schloss alle 40 Theranos Wellness Centers in Arizona, nachdem die US-Gesundheitsbehörde CMS mehrere Testergebnisse für ungültig erklärt und Theranos' Korrekturplan abgelehnt hatte. Bereits im Januar 2016 hatte Walgreens den Testbetrieb in Palo Alto eingestellt. | Die genauen finanziellen Konditionen der Trennung sind nicht dokumentiert. Walgreens klagte später separat wegen eines Investments von rund 140 Millionen Dollar, dieser Zivilprozess ist vom operativen Ende der Partnerschaft zu unterscheiden. |
| BSDC-J-FIN-2023-2559 Relevanz 3Ransomware, Datenleck-Einzelhandel, Erpressung | 06.01.2024 | Cactus-Ransomware-Angriff auf die schwedische Handelskette Coop Cybernews Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 22.12.2023 wurde die schwedische Handelskette Coop, rund 800 Filialen, Ziel eines Ransomware-Angriffs. Die Gruppe Cactus veröffentlichte im Januar 2024 personenbezogene Daten von rund 167.000 Personen und gab an, 257 Gigabyte aus mehr als 21.000 Verzeichnissen erbeutet zu haben. | Wie die Cactus-Gruppe ursprünglich Zugang erlangte, ist nicht dokumentiert. Die Datenmenge stammt allein von der Angreiferseite und wurde von Coop nicht unabhängig bestätigt. |
| BSDC-J-FIN-2024-2576 Relevanz 3Ransomware, Mexiko, Behoerdenhack | 28.11.2024 | Ransomware-Angriff auf mexikanisches Präsidialamt: RansomHub erbeutet 313 GB R3D, Red en Defensa de los Derechos Digitales Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 19.11.2024 drang die Gruppe RansomHub in die Systeme der Consejería Jurídica de la Presidencia, dem juristischen Beratungsbüro der mexikanischen Präsidentschaft, ein und erbeutete 313 Gigabyte an Daten. Rund 206 Gigabyte wurden im Darknet veröffentlicht, darunter Verträge und personenbezogene Daten von Regierungsmitarbeitern. Präsidentin Sheinbaum kündigte eine Bundesuntersuchung an. Drei Tage nach Veröffentlichung entfernte RansomHub die Daten ohne Erklärung wieder. | Die geforderte Lösegeldsumme wurde nicht öffentlich bekannt, ebenso unklar ist, ob gezahlt wurde. Wie die Angreifer Zugang erlangten, ist nicht belegt. |
| BSDC-J-FIN-2024-2594 Relevanz 3Ransomware, Suedamerika, Finanzsektor | 10.05.2024 | Ransomware-Angriff auf die Banco de Venezuela durch LockBit Efecto Cocuyo Recherche: DC Quelle öffnen → | Die staatliche Banco de Venezuela wurde im April 2024 Ziel eines Angriffs mit der Ransomware LockBit 3.0. Die Angreifer veröffentlichten die Erpressung am 19.04.2024 auf der LockBit-Leak-Seite mit Zahlungsfrist bis zum 10.05.2024. Die Bank erklärte, ihre elektronischen Kundendienste funktionierten weiterhin normal, interne Mitarbeitersysteme waren jedoch verschlüsselt. | Welche und wie viele Datensätze exfiltriert wurden, ist nicht belegt, LockBits eigene Behauptungen wurden nicht unabhängig bestätigt. Ob die Lösegeldforderung bezahlt wurde, bleibt unklar. |
| BSDC-J-FIN-2024-2610 Relevanz 3Ransomware, Suedostasien, Finanzsektor | 01.04.2024 | Ransomware-Angriff auf vietnamesischen Broker VNDirect legt Boersenhandel lahm Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 24. Maerz 2024 wurde der vietnamesische Wertpapierhaendler VNDirect, einer der groessten Broker des Landes mit rund 940.000 Kundenkonten, Opfer eines Ransomware-Angriffs, der die IT-Systeme verschluesselte und den Handel an der Ho-Chi-Minh-Stadt-Boerse fuer mehrere Tage lahmlegte. Der Handel konnte erst nach rund einer Woche schrittweise wieder aufgenommen werden, vollstaendig erst am 1. April 2024. | Oeffentlich bestaetigt sind Angriffsart, Zeitraum und Handelsausfall; nicht abschliessend belegt sind der genaue Umfang exfiltrierter Kundendaten, die Identitaet der Angreifergruppe und ob Loesegeld gezahlt wurde. |
| BSDC-J-FIN-2019-2614 Relevanz 3Romance-Scam, Westafrika, Cyberbetrug | 22.08.2019 | Sakawa: Ghanas Cyber-Betrugsszene und die Romance-Scam-Industrie BBC News (Thomas Naadi) Recherche: DC Quelle öffnen → | Die BBC-Recherche dokumentiert die als "Sakawa" bekannte ghanaische Cyberbetrugsszene, in der junge Männer über gefälschte Online-Dating-Profile monate- bis jahrelange Beziehungen zu ausländischen Opfern aufbauen, um sie zu Geldüberweisungen zu bewegen. Der Bericht schildert konkrete Fälle mit fünf- bis sechsstelligen Dollarverlusten sowie die Verknüpfung mit spirituellen Ritualen ("Juju"). | Belastbare Gesamtstatistiken zu Opferzahlen oder Schadenssumme in Ghana insgesamt liefert der Artikel nicht; eine juristische Aufarbeitung wird nicht genannt. |
| BSDC-J-FIN-2024-2623 Relevanz 3Romance-Scam, Westafrika, Cyberbetrug | 14.11.2024 | Interpol-Razzia zerschlaegt Cyberbetrugsnetzwerk in Nigeria INTERPOL Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Rahmen der Interpol-Operation "Serengeti" (September bis Oktober 2024) wurden ueber 1.006 Verdaechtige in 19 afrikanischen Laendern festgenommen, davon eine erhebliche Zahl in Nigeria; die Aktion richtete sich gegen Ransomware, Phishing, Business-Email-Compromise sowie Romance- und Investment-Scams und identifizierte rund 35.000 Opfer weltweit mit einem geschaetzten finanziellen Schaden von ueber 193 Millionen US-Dollar. | Wie viele der 1.006 Festnahmen und wie viel des Gesamtschadens konkret auf Nigeria bzw. auf Romance-Scam-Faelle im engeren Sinne entfallen, wird in der Quelle nicht separat aufgeschluesselt. |
| BSDC-J-FIN-2023-2627 Relevanz 3Menschenhandel, Suedostasien, Anlagebetrug | 21.12.2023 | Massendeportation aus Betrugszentren in Myawaddy, Myanmar Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Zuge einer gemeinsamen chinesisch-myanmarischen Operation gegen Cyberbetrugszentren im Grenzgebiet Kokang/Myawaddy wurden bis Dezember 2023 mehr als 31.000 Verdaechtige an China ausgeliefert bzw. deportiert. Die Zentren hatten Zehntausende Menschen, viele davon Opfer von Menschenhandel, zu "Pig-Butchering"-Anlagebetrug und Romance Scams gegen Opfer weltweit gezwungen. | Die Zahl 31.000 stammt aus offiziellen chinesischen und myanmarischen Angaben und laesst sich nicht unabhaengig verifizieren; unklar bleibt, wie viele der Deportierten selbst Betrugsopfer/Zwangsarbeiter waren statt Taeter. |
| BSDC-J-FIN-2020-2630 Relevanz 3Geldwaesche, Golden-Visa, Zypern | 23.08.2020 | Cyprus Papers: Goldene Pässe für Kriminelle und Hochrisikopersonen Al Jazeera Investigative Unit Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Al-Jazeera-Recherche "Cyprus Papers" veröffentlichte im August 2020 eine geleakte Liste von über 2.500 Personen, die zwischen 2017 und 2019 im Rahmen des zypriotischen "Golden Passport"-Programms die Staatsbürgerschaft gegen Investitionen ab 2 Millionen Euro erhalten hatten, darunter mutmaßlich mit Geldwäsche und Sanktionsumgehung in Verbindung stehende Personen. Die zyprische Regierung kündigte im Oktober 2020 das Ende des Programms an. | Die Recherche stützt sich auf eine geleakte, nicht unabhängig vollständig verifizierte Liste; nicht bei allen genannten Personen ist strafrechtlich belegt, dass tatsächlich Geldwäsche stattfand. |
| BSDC-J-FIN-2024-2644 Relevanz 3Cyberbetrug, Sambia, Organisierte-Kriminalitaet | 10.04.2024 | Sambia zerschlägt chinesisch geführten Cyberbetrugsring Associated Press (AP News) Recherche: DC Quelle öffnen → | Im April 2024 hob die sambische Polizei einen von chinesischen Staatsangehörigen betriebenen Callcenter-Betrugsring in einem Wohnhaus in Lusaka aus. Festgenommen wurden 22 Personen, darunter 17 chinesische sowie sambische, kamerunische und weitere Staatsangehörige; die Gruppe soll über gefälschte Apps und Textnachrichten Zehntausende Sambier zu Online-Betrug verleitet haben. | Die genaue Opferzahl und Gesamtschadenssumme werden in der Berichterstattung nicht beziffert; die Angaben stützen sich vorrangig auf Polizeimitteilungen, deren vollständige Ermittlungsergebnisse noch ausstanden. |
| BSDC-J-FIN-2017-2656 Relevanz 3Geldwaesche, Aserbaidschan, Bankenskandal | 04.09.2017 | Aserbaidschanische Waschmaschine (Azerbaijani Laundromat) OCCRP (Organized Crime and Corruption Reporting Project) Recherche: DC Quelle öffnen → | OCCRP deckte auf, dass zwischen 2012 und 2014 rund 2,9 Milliarden US-Dollar ueber vier Briefkastenfirmen bei der estnischen Filiale der Danske Bank aus Aserbaidschan geschleust wurden. Das Geld stammte aus staatsnahen Quellen und diente unter anderem der Bestechung europaeischer Politiker sowie einer verdeckten Lobbykampagne zur Verbesserung des internationalen Images Aserbaidschans. | Die Recherche basiert auf geleakten internen Bankdaten, deren vollstaendige Herkunft und Authentizitaet nicht unabhaengig gerichtlich geprueft wurde; strafrechtliche Konsequenzen fuer die Hauptverantwortlichen in Aserbaidschan blieben weitgehend aus. |
| BSDC-J-FIN-2022-2668 Relevanz 3Bergbau-Korruption, Ressourcenfluch, Mongolei | 05.12.2022 | Mongolei: Kohle-Korruptionsskandal loest Massenproteste in Ulaanbaatar aus Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Dezember 2022 gingen in Ulaanbaatar Tausende Mongolen auf die Strasse, nachdem oeffentlich geworden war, dass Kohle im Wert von schaetzungsweise 12,7 Millionen Tonnen aus dem staatlichen Bergbauunternehmen Erdenes Tavan Tolgoi bei Exporten nach China verschwunden und in dubiose Netzwerke von Beamten und Geschaeftsleuten umgeleitet worden war. | Die genaue Menge der veruntreuten Kohle sowie die vollstaendige Liste der beteiligten Akteure sind bis heute nicht abschliessend gerichtlich festgestellt. |
| BSDC-J-FIN-2018-2682 Relevanz 3EU-Foerdergelder, Korruption, Ungarn | 08.02.2018 | OLAF-Bericht zu Elios: EU-Foerdergelder und die Firma von Orbans Schwiegersohn Reuters (Marton Dunai, Krisztina Than) Recherche: DC Quelle öffnen → | Der EU-Betrugsbekaempfungsbehoerde OLAF zufolge kam es bei einem ungarischen Strassenbeleuchtungs-Foerderprojekt der Firma Elios Innovativ zu "ernsten Unregelmaessigkeiten" bei der Vergabe; Elios wurde bis 2015 von Istvan Tiborcz, dem Schwiegersohn von Ministerpraesident Viktor Orban, mitgegruendet. OLAF empfahl Rueckforderungen im Wert von etwa 40 Millionen Euro. | Der OLAF-Bericht selbst wurde nie offiziell veroeffentlicht, sondern nur durchgestochen und von Journalisten zitiert; eine strafrechtliche Verurteilung von Tiborcz ist bis heute nicht erfolgt. |
| BSDC-J-FIN-2010-2683 Relevanz 3Wildtierhandel, Suedafrika, Geldwaesche | 01.09.2019 | Der Fall Groenewald: Nashorn-Wilderei als organisiertes Finanzverbrechen in Suedafrika Oxpeckers Investigative Environmental Journalism Recherche: DC Quelle öffnen → | Der suedafrikanische Wildzuechter Dawie Groenewald und seine Familie wurden 2010 verhaftet und mit ueber 1.800 Anklagepunkten konfrontiert, darunter Racketeering, Betrug, Steuerhinterziehung und illegaler Handel mit Nashornhoernern. Ueber Pseudo-Jagden wurden legale Jagdlizenzen genutzt, um Nashornhorn im Wert mehrerer Millionen Rand zu waschen und international zu vermarkten. | Der Fall ist bis heute nicht rechtskraeftig abgeschlossen; Verurteilungen in zentralen Anklagepunkten blieben lange aus, und die genaue Hoehe der gewaschenen Gelder ist nicht abschliessend beziffert. |
| BSDC-J-FIN-2023-2691 Relevanz 3Korruption, Infrastruktur-Sabotage, Suedafrika | 24.01.2023 | Eskom-Korruptionsskandal: Suedafrikas Stromversorger im Sog von Bestechung und Sabotage Reuters / amaBhungane Centre for Investigative Journalism Recherche: DC Quelle öffnen → | Der scheidende Eskom-CEO Andre de Ruyter erklaerte im Januar 2023, dass organisierte Kriminalitaet und korrupte Netzwerke innerhalb und ausserhalb des staatlichen Stromversorgers Eskom systematisch Kohlelieferungen und Wartungsvertraege manipulieren, was massgeblich zur Lastabwurf-Krise beitraegt. De Ruyter berichtete zudem von einem Giftanschlag auf sich selbst kurz nach seiner Ankuendigung, gegen Korruption vorzugehen. | Die Vorwuerfe stuetzen sich groesstenteils auf De Ruyters eigene Aussagen; eine juristische Aufarbeitung mit rechtskraeftigen Verurteilungen steht bislang weitgehend aus. Der Fall ist primaer ein Korruptions- und Sabotagefall, keine dokumentierte digitale Cyberattacke. |
| BSDC-J-FIN-2020-2692 Relevanz 3Sportswashing, Katar, FIFA-Korruption | 06.04.2020 | US-Justizministerium: Bestechungsvorwuerfe bei Vergabe der Fussball-WM 2022 an Katar US Department of Justice (Eastern District of New York) Recherche: DC Quelle öffnen → | Im April 2020 legte das US-Justizministerium eine erweiterte Anklageschrift im FIFA-Korruptionsverfahren vor, in der dargelegt wird, dass FIFA-Funktionaere Bestechungsgelder erhielten, um bei der Vergabe der WM 2018 (Russland) und WM 2022 (Katar) fuer diese Laender zu stimmen. Die Ermittler beschreiben Zahlungen in Millionenhoehe an mehrere Exekutivkomitee-Mitglieder. | Die Anklage stuetzt sich auf Aussagen kooperierender Zeugen und nicht auf ein rechtskraeftiges Urteil gegen Katar selbst; eine direkte strafrechtliche Verantwortung katarischer Offizieller wurde bislang nicht gerichtlich festgestellt. |
| BSDC-J-FIN-2023-2695 Relevanz 3Goldschmuggel, Geldwaesche, Afrika | 23.03.2023 | Gold Mafia: Al-Jazeera-Recherche zu Goldschmuggel und Geldwäsche in Simbabwe Al Jazeera Investigative Unit Recherche: DC Quelle öffnen → | Eine verdeckte Undercover-Recherche von Al Jazeera deckte ein Netzwerk auf, das illegal geschürftes simbabwisches Gold im Wert von mehreren hundert Millionen US-Dollar jaehrlich nach Dubai schmuggelte und dabei Geldwaesche fuer sanktionierte Akteure organisierte. Zentrale Figur war der kenianische Geschaeftsmann Kamlesh Pattni, der Undercover-Journalisten anbot, Bargeld ueber Goldkaeufe zu waschen. | Die Recherche stuetzt sich auf verdeckte Kameraaufnahmen; die Aussagen der gefilmten Personen sind nicht gleichzusetzen mit gerichtlich festgestellten Straftaten, und nicht alle Anschuldigungen fuehrten zu Anklagen in Simbabwe selbst. |
| BSDC-J-FIN-2020-2696 Relevanz 3Menschenhandel, Suedasien, Zwangsarbeit | 27.05.2020 | Menschenhandel und Zwangsarbeit nepalesischer Wanderarbeiter am Golf Amnesty International Recherche: DC Quelle öffnen → | Amnesty International dokumentierte, wie nepalesische Wanderarbeiter über das Kafala-System und private Anwerbeagenturen mit illegalen Vermittlungsgebühren nach Katar gelockt wurden, verschuldet und in Zwangsarbeit auf WM-Baustellen gerieten; Pässe wurden einbehalten, Löhne teils monatelang nicht ausgezahlt. | Die Quelle konzentriert sich auf Katar und den Bausektor, nicht spezifisch auf Bhutan; belastbare Einzelfall-Strafverfahren gegen konkrete Finanzierungsnetzwerke werden nicht im Detail benannt. |
| BSDC-J-FIN-2020-2697 Relevanz 3Rohstoffkorruption, Bergbau, Pazifikraum | 24.04.2020 | Papua-Neuguinea entzieht Barrick Gold die Lizenz fuer die Porgera-Mine Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Regierung von Papua-Neuguinea verweigerte im April 2020 der von Barrick Gold gefuehrten Betreibergesellschaft die Verlaengerung der Sonderabbaulizenz fuer die Porgera-Goldmine, eine der groessten Goldminen der Welt. Praesident James Marape begruendete den Schritt mit unzureichender wirtschaftlicher Beteiligung des Staates sowie Umwelt- und Sozialschaeden. | Der Artikel dokumentiert den politischen Lizenzentzug, belegt aber keine strafrechtlich festgestellte Korruption einzelner Amtstraeger; Vorwuerfe zu Umwelt- und Sozialschaeden stammen groesstenteils aus Regierungsdarstellungen. |
| BSDC-J-FIN-2013-2698 Relevanz 3Drogenschmuggel, Hafen-Cyberkriminalitaet, Organisierte-Kriminalitaet | 21.10.2015 | Hafen-Hack Antwerpen: Cyberkriminelle im Dienst des Kokainschmuggels Joseph Cox, Motherboard/VICE Recherche: DC Quelle öffnen → | Zwischen 2011 und 2013 schleusten von einem Drogenschmuggelring beauftragte Hacker eingeschleuste Hardware (Keylogger) und Schadsoftware in die IT-Systeme von Containerterminals im Hafen Antwerpen ein, um Freigabecodes fuer bestimmte Container abzufangen. Dadurch konnten Komplizen Container mit versteckten Kokain- und Heroinladungen vor den regulaeren Lkw-Fahrern abholen. Die belgische Polizei zerschlug den Ring nach zweijaehrigen Ermittlungen. | Der Artikel stuetzt sich stark auf einen Europol-Bericht und Gerichtsunterlagen aus Belgien, nennt aber keine genaue Zahl abgefangener Container oder einen exakten Drogenwert; die vollstaendigen Gerichtsakten sind nicht oeffentlich einsehbar. |
| BSDC-J-FIN-2023-2702 Relevanz 3Ransomware, Suedostasien, Bankensektor | 15.05.2023 | Ransomware-Angriff auf Bank Syariah Indonesia (BSI) durch LockBit Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Anfang Mai 2023 legte ein Ransomware-Angriff die Systeme der Bank Syariah Indonesia (BSI), der groessten islamischen Bank Indonesiens, ueber mehrere Tage lahm. Die Ransomware-Gruppe LockBit reklamierte den Angriff fuer sich und veroeffentlichte rund 1,5 Terabyte an angeblich gestohlenen Daten von rund 15 Millionen Kunden und Mitarbeitern. | Der genaue Umfang der tatsaechlich kompromittierten und missbrauchten Daten sowie die exakte technische Angriffsmethode wurden von BSI nie vollstaendig oeffentlich bestaetigt oder unabhaengig verifiziert. |
| BSDC-J-FIN-2017-2704 Relevanz 3Migration, Libyen, EU-Grenzschutz | 28.08.2019 | EU-finanzierte libysche Küstenwache: Kommandeur wegen Menschenschmuggels sanktioniert Associated Press Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Associated Press deckte auf, dass Abd al-Rahman al-Milad ("Bija"), ein Kommandeur der von der EU trainierten und finanzierten libyschen Küstenwache, gleichzeitig ein Anführer eines Menschenschmugglernetzwerks war. Ein UN-Sicherheitsrats-Sanktionsbericht von 2017 belegte, dass seine Miliz Boote mit Migranten versenkte und Schutzgelder erpresste, während die EU-Mission Sophia seine Einheit unterstützte. | Die genaue Höhe der an al-Milads Einheit geflossenen EU-Gelder lässt sich aus öffentlichen Quellen nicht exakt beziffern, da Zahlungen über mehrere Programme liefen. |