Quellen-Tabelle

Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.

BSDC-IDDatumTitel & QuelleKernaussageKlartext
BSDC-J-FND-2026-718
Relevanz 3D9
26.01.2026
Revelations on the misuse of Interpol by the world's most repressive regimes
Disclose.ngo / BBC
Recherche: DC
Quelle öffnen →

86.000 Red Notices im Umlauf, 322 Löschungen 2024, Russland/Tadschikistan/Türkei als Top-Missbraucher.

Keine vollständige Liste aller Einzelfälle.

BSDC-J-FND-2025-719
Relevanz 3D9
24.07.2025
How Türkiye's Authoritarian Agenda Is Corrupting Interpol's Red Notice System
Red Notice Monitor
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Türkei stellte 3.579 Red-Notice-Anträge gegen Gülen-Anhänger, tarnt politische Vorwürfe als Straftaten.

Ablehnungsquote durch Interpol nicht belegt.

BSDC-J-FND-2025-720
Relevanz 3D9
09.07.2025
EU Border Software Riddled with Flaws (EDPS-Audit SIS II)
ETIAS.com
Recherche: DC
Quelle öffnen →

EDPS-Audit fand tausende hohe Schwachstellen, Patches bis 5,5 Jahre verzögert, 93 Mio. Datensätze im SIS II.

Konkrete Falschtreffer bei Einzelpersonen nicht belegt.

BSDC-J-FND-2025-729
Relevanz 3F9
02.09.2025
Hikvision: Hersteller der Hamburger KI-Überwachungskameras
netzpolitik.org
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Hamburg installierte ab 01.09.2025 69 Hikvision-KI-Kameras, Amnesty wirft Hikvision Menschenrechtsverletzungen vor.

Datenabfluss nach China bei Hamburger Geräten nicht belegt.

BSDC-P-FND-2025-734
Relevanz 3A8
März 2025
03.2025
State of Affairs for Randomized and Changing MAC Addresses (RFC 9724)
IETF
Recherche: DC
Quelle öffnen →

WLAN-Geräte offenbaren MAC-Adresse bei Probe-Requests, Android/iOS/Windows randomisieren dagegen.

Verbreitung kommerziellen WLAN-Trackings in Deutschland nicht belegt.

BSDC-O-FND-2025-1030
Relevanz 3F1
26.03.2025
National Security Officials Were Warned in February That Signal Was Vulnerable to Attack
U.S. News & World Report
Recherche: DC
Quelle öffnen →

US-Sicherheitsbeamte wurden vor Signalgate-Skandal vor Schwachstellen bei Signal-Nutzung für sensible Kommunikation gewarnt.

Anonyme Regierungsquellen, technische Schwachstelle nicht spezifiziert.

BSDC-O-FND-2026-1045
Relevanz 3F6
2026
nur Jahresangabe in der Quelle
2026
Elektronisches Urkundenarchiv – FAQ zu Sicherheit und Datenschutz
Bundesnotarkammer
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Seit 2022 werden notarielle Urkunden verpflichtend elektronisch signiert und für 100 Jahre im zentralen Urkundenarchiv gespeichert.

Selbstdarstellung ohne unabhängige Sicherheitsprüfung.

BSDC-J-FND-2025-1139
Relevanz 3C4
07.05.2025
Sind Cloud-Speicher sicher? Das sagt das BSI zu den beliebten Online-Diensten
Netzwelt
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Fasst BSI-Empfehlungen zu Cloud-Speicher-Diensten zusammen: Zwei-Faktor-Authentifizierung, zeitlich begrenzte Freigabelinks, Vorabverschlüsselung sensibler Dateien.

Journalistische Zusammenfassung, keine direkte BSI-Primärquelle.

BSDC-J-FND-2024-1163
Relevanz 3C4
2024
nur Jahresangabe in der Quelle
2024
Passwort-Manager im Vergleich: Tipps & Tools für die Passwort-Verwaltung
heise online
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Vergleicht cloudbasierte und lokale Passwort-Manager, betont Zero-Knowledge-Architektur als essenziell, verweist auf vergangene Sicherheitslücken bei LastPass.

Redaktioneller Ratgeber ohne eigene technische Tiefenprüfung.

BSDC-P-FND-2020-1216
Relevanz 3F1
17.01.2020
30.000 Euro Bußgeld für rechtswidriges Cookie-Banner (Vueling-Fall, AEPD)
AEPD / LHR Rechtsanwälte
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Die spanische Datenschutzaufsicht verhängte gegen Vueling ein Bußgeld, weil das Cookie-Banner keine einfache Möglichkeit zur Ablehnung von Tracking-Cookies bot.

Spanische Behörde, aber früher Präzedenzfall für Cookie-Banner-Bußgelder.

BSDC-P-FND-2023-1250
Relevanz 3A6
2023
nur Jahresangabe in der Quelle
2023
Big Data – Schwarmintelligenz im öffentlichen Nahverkehr?
DSN GROUP
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Ordnet WLAN- und Bluetooth-basierte Fahrgastzählverfahren datenschutzrechtlich ein und mahnt eine Interessenabwägung an.

Kanzlei-Blogpost, keine aufsichtsbehördliche Einzelfallprüfung.

BSDC-J-FND-2023-1395
Relevanz 3STAAT, CYBERCRIME
14.06.2023
Xplain-Hack: Play-Ransomware-Gruppe veröffentlicht gestohlene Bundesdaten im Darknet
Bundesamt für Justiz (BJ) Schweiz
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Ende Mai 2023 wurde bekannt, dass der Schweizer Software-Dienstleister Xplain Opfer eines Ransomware-Angriffs der Gruppe Play wurde. Betroffen waren Betriebsdaten der Bundesverwaltung, darunter Armee, Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit sowie Fedpol. Weil Xplain kein Lösegeld zahlte, veröffentlichten die Angreifer das gestohlene Datenpaket am 14.06.2023 im Darknet. Laut Medienberichten waren darunter vertrauliche Dokumente des Nachrichtendienstes, Adressen von Bundesratsmitgliedern sowie Sicherheitsinformationen zu ausländischen Diplomaten und Botschaften.

Die genaue Zahl der betroffenen Personendatensätze schwankt je nach Quelle (bis zu 1,3 Mio. Datensätze bzw. bis zu 425.000 Auslandschweizer laut swissinfo). Eine offizielle, abschließende Gesamtzahl der Bundesstelle liegt hier nicht vor.

BSDC-J-FND-2023-1397
Relevanz 3CYBERCRIME, MEGA-BREACH
26.10.2023
MOVEit/Cl0p-Massenhack: über 2.500 Organisationen und 66 Millionen Betroffene
Emsisoft / Wikipedia (2023 MOVEit data breach)
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Die Ransomware-Gruppe Cl0p nutzte ab dem 27.05.2023 eine Zero-Day-Schwachstelle in der Dateiübertragungssoftware MOVEit Transfer aus, um bei zahlreichen Organisationen weltweit Daten abzuziehen. Stand 24.08.2023 waren laut Emsisoft 988 Opfer bekannt; bis zum 26.10.2023 waren 2.559 Organisationen mit insgesamt 66.369.148 betroffenen Personen bestätigt. Damit gilt der Angriff als einer der größten Massen-Datendiebstähle über eine einzelne Software-Schwachstelle.

Die Opferzahlen sind kumulative Zwischenstände aus laufender Berichterstattung, keine amtlich abschließend festgestellte Endsumme; sie können je nach Quelle und Erhebungsdatum leicht abweichen.

BSDC-J-FND-2024-1398
Relevanz 3CYBERCRIME, MEGA-BREACH, FIN
12.07.2024
Snowflake-Datenleck-Welle: Ticketmaster, Santander und AT&T über kompromittierte Cloud-Konten betroffen
CNBC / Cloud Security Alliance
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Zwischen April und Juni 2024 griff die Gruppe UNC5537 gezielt Kundenkonten des Cloud-Datenanbieters Snowflake an, bei rund 165 betroffenen Organisationen, darunter Ticketmaster/Live Nation, Santander Bank, AT&T, Advance Auto Parts und Neiman Marcus. Ursache war laut Untersuchungsbericht das Fehlen einer verpflichtenden Zwei-Faktor-Authentifizierung auf Kundenkonten, kombiniert mit über die Schadsoftware Lumma Stealer entwendeten Zugangsdaten. Ticketmaster allein meldete den Verlust von Daten von 500 Millionen Nutzern. Im Oktober/November 2024 wurde ein Verdächtiger festgenommen und Anklage gegen zwei Personen erhoben.

Die Zahl von 500 Millionen betroffenen Ticketmaster-Nutzern stammt aus Unternehmensangaben in Medienberichten, nicht aus einer unabhängigen forensischen Bestätigung dieser exakten Größenordnung.

BSDC-J-FND-2024-1399
Relevanz 3CYBERCRIME, MEGA-BREACH, OSINT
09.10.2024
Data Broker National Public Data meldet nach 2,9-Milliarden-Datensätze-Leck Insolvenz an
The Record (Recorded Future News) / Cybernews
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Am 07.04.2024 bot ein Hacker unter dem Namen USDoD auf dem Kriminalmarktplatz Breached eine Datenbank mit angeblich 2,9 Milliarden Datensätzen zu US-Bürgern an (277,1 GB), darunter vollständige Namen, aktuelle und frühere Adressen, Sozialversicherungsnummern, Geburtsdaten und Telefonnummern. Der Datendiebstahl beim Data Broker National Public Data begann im Dezember 2023, der eigentliche Abfluss ab April 2024. Am 02.10.2024 meldete das Unternehmen Insolvenz an, mit geschätztem Vermögen von nur 25.000 bis 75.000 USD. Generalstaatsanwälte aus über 20 US-Bundesstaaten fordern Bußgelder, rund 20 Sammelklagen sowie FTC-Ermittlungen laufen parallel.

Die Zahl von 2,9 Milliarden Datensätzen stammt aus der Eigenangabe des Angreifers beim Verkaufsangebot, nicht aus einer unabhängigen forensischen Verifikation der exakten Datensatzmenge.

BSDC-O-FND-2009-1402
Relevanz 3ARBEIT, HISTORIE
23.02.2009
Consulting Association: illegale Blacklist von 3.213 britischen Bauarbeitern durch 44 Baufirmen
Information Commissioner's Office (ICO) / Wikipedia
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Am 23.02.2009 durchsuchten Ermittler des britischen Information Commissioner's Office (ICO) die Räume der Consulting Association und fanden Akten zu 3.213 Bauarbeitern, die als illegale schwarze Liste dienten. Auf der über mehr als 30 Jahre von großen Baufirmen finanzierten Liste standen politische Aktivisten, Umweltschützer, Betriebsräte und Arbeitsschutzbeauftragte, die deshalb keine Anstellung mehr bekamen. Der Betreiber Ian Kerr wurde wegen Verstoßes gegen das Datenschutzgesetz zu 5.000 Pfund Geldstrafe verurteilt; 44 identifizierte Baufirmen erhielten Vollzugsschreiben des ICO.

Eine spätere Entschädigungsregelung für Betroffene wurde in Großbritannien eingerichtet; deren genauer Umfang und die ausgezahlten Summen sind aus dieser Quelle nicht belegt.

BSDC-P-FND-2019-1404
Relevanz 3RECHT-VOLLZUG, OSINT
01.08.2019
GDPArrrrr-Forschung zeigt: DSGVO-Auskunftsanfragen können zum Identitätsdiebstahl missbraucht werden
James Pavur / Casey Knerr, Black Hat USA
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Die auf der Black-Hat-Konferenz 2019 vorgestellte GDPArrrrr-Forschung testete, wie Unternehmen auf DSGVO-Auskunftsanfragen (Art. 15) reagieren, wenn sich ein Angreifer als eine andere Person ausgibt. Ergebnis: Die Identitätsprüfung der angefragten Unternehmen war stark uneinheitlich, teilweise genügte eine E-Mail vom vermeintlichen Konto oder bloße Login-Daten als Nachweis. Einige Organisationen verwechselten die Auskunftsanfrage sogar mit einer Löschanfrage und entfernten Konten ohne ordentliche Identitätsprüfung.

Die Studie zeigt eine strukturelle Schwachstelle in der Praxis der Auskunftsbearbeitung, keine flächendeckende, aktuelle Zahl erfolgreicher Identitätsdiebstähle über diesen Weg.

BSDC-P-FND-2026-1405
Relevanz 3RECHT-VOLLZUG
01.05.2026
noyb-Erhebung: 83,5 Prozent der DSGVO-Auskunftsanfragen werden nicht rechtskonform beantwortet
noyb – European Center for Digital Rights
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Laut einer Erhebung von noyb erhielten nur 16,5 Prozent der Anfragenden eine vollständige Antwort auf ihre Auskunftsanfrage nach Art. 15 DSGVO, fast 30 Prozent bekamen überhaupt keine Antwort. Damit erfüllten 83,5 Prozent der untersuchten Antworten nicht die gesetzlichen Vorgaben. noyb betont, das eigentliche Problem sei nicht der Missbrauch des Auskunftsrechts durch Betroffene, sondern die mangelhafte Erfüllung der Auskunftspflicht durch die Unternehmen selbst, und kritisiert deshalb den EU-Digital-Omnibus-Vorschlag, der das Auskunftsrecht einschränken will.

Die Stichprobengröße und Methodik der zitierten noyb-Erhebung ist aus dieser Sekundärquelle nicht im Detail belegt; die Prozentzahlen stammen aus noybs eigener Auswertung.

BSDC-J-FND-2023-1406
Relevanz 3RECHT-VOLLZUG
01.01.2023
Irische Datenschutzbehörde als 'schlimmster Flaschenhals' der DSGVO-Durchsetzung kritisiert
Johnny Ryan / Irish Council for Civil Liberties (ICCL)
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Weil die europäischen Hauptsitze von Meta, TikTok, X/Twitter und WhatsApp in Irland liegen, ist die irische Datenschutzbehörde (DPC) für die meisten grenzüberschreitenden Verfahren gegen diese Konzerne federführend zuständig. Johnny Ryan vom Irish Council for Civil Liberties nennt Irland den 'schlimmsten Flaschenhals' der DSGVO-Durchsetzung. Verfahren gegen Meta, X/Twitter und WhatsApp zogen sich über Jahre und mussten teils vom Europäischen Datenschutzausschuss (EDPB) korrigiert werden, weil andere Behörden die irischen Entwurfsentscheidungen als zu schwach ansahen. Andere EU-Staaten müssen auf irische Entwurfsentscheidungen warten, bevor sie selbst tätig werden können.

Die Kritik am 'Flaschenhals' stammt von zivilgesellschaftlicher Seite (ICCL) und wird von anderen Aufsichtsbehörden geteilt; eine offizielle Selbsteinschätzung der irischen DPC mit dieser Formulierung liegt hier nicht vor.

BSDC-P-FND-2023-1407
Relevanz 3RECHT-VOLLZUG
09.02.2023
EuGH: Abberufung von Datenschutzbeauftragten bei Interessenkonflikt möglich (C-453/21)
Europäischer Gerichtshof (EuGH)
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Der EuGH entschied am 09.02.2023 (Rechtssache C-453/21), dass ein Interessenkonflikt im Sinne von Art. 38 Abs. 6 DSGVO vorliegen kann, wenn ein Datenschutzbeauftragter gleichzeitig weitere Aufgaben wahrnimmt, in denen er selbst über Zwecke und Mittel der Datenverarbeitung entscheidet. Im konkreten Fall ging es um einen Datenschutzbeauftragten, der zugleich freigestellter Betriebsratsvorsitzender war und nach Inkrafttreten der DSGVO 2018 von seiner Position als Datenschutzbeauftragter abberufen wurde. Ob ein solcher Konflikt vorliegt, muss laut EuGH im Einzelfall von den nationalen Gerichten geprüft werden.

Das Urteil stellt einen abstrakten Prüfmaßstab auf; es bewertet nicht, wie viele betriebliche Datenschutzbeauftragte in Deutschland tatsächlich in einem solchen Interessenkonflikt stehen.

BSDC-O-FND-2025-1408
Relevanz 3KI-RISIKEN, RECHT-VOLLZUG
28.03.2025
FraUKe: Hessens KI-Assistenzsystem unterstützt Richter erstmals bundesweit bei der Urteilsfindung
Hessisches Ministerium der Justiz / Land NRW
Recherche: DC
Quelle öffnen →

FraUKe (Frankfurter Urteilskonfigurator Elektronisch) ist laut hessischem Justizministerium bundesweit das erste KI-gestützte Assistenzsystem, bei dem Künstliche Intelligenz Richterinnen und Richter aktiv bei der Urteilsfindung unterstützt, eingesetzt im Bereich der Fluggastrechte. Parallel entwickeln Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Brandenburg und Hessen im Projekt MAKI (Massenverfahrens-Assistenz mittels Künstlicher Intelligenz) eine gemeinsame Grundlage für den KI-Einsatz bei Massenverfahren an Amtsgerichten; NRW und Bayern bauen zudem gemeinsam ein juristisches Sprachmodell (GSJ) auf.

Belegt ist der Einsatz bei Fluggastrechte-Massenverfahren. Wie weit die Letztentscheidung beim Menschen liegt und in welchem Umfang die KI-Textvorschläge unverändert übernommen werden, ist aus dieser Quelle nicht im Detail belegt.

BSDC-O-FND-2017-1412
Relevanz 3KONSUM, RECHT-VOLLZUG
02.05.2017
Robinsonliste: freiwilliger Werbewiderspruch ohne rechtliche Prüfpflicht der Versender
Landesbeauftragter für den Datenschutz Baden-Württemberg
Recherche: DC
Quelle öffnen →

In Deutschland gibt es zwei etablierte Robinsonlisten (ichhabediewahl.de und robinsonliste.de), in die sich Verbraucher gegen unerwünschte Werbepost eintragen können. Unternehmen sind jedoch rechtlich nicht verpflichtet, ihre Adressbestände gegen diese Listen abzugleichen; der Abgleich ist freiwillig und kostenpflichtig. Größere Firmen, insbesondere Mitglieder des Deutschen Dialogmarketing Verbands, gleichen meist freiwillig ab, während kleinere oder ausländische Versender den Abgleich häufig aus Kosten- oder Organisationsgründen auslassen. Ein individueller Werbewiderspruch gegenüber einem Adresshändler muss dagegen unverzüglich befolgt werden; danach ist die weitere Nutzung der Daten für Werbezwecke untersagt.

Die Robinsonliste wirkt nur gegenüber den Unternehmen, die freiwillig abgleichen; sie ist kein rechtlich durchsetzbares generelles Werbeverbot.

BSDC-J-FND-2021-1415
Relevanz 3CYBERCRIME
06.07.2021
Ransomware-Angriff auf Landkreis Anhalt-Bitterfeld: erster von BSI anerkannter Katastrophenfall durch Cyberangriff in Deutschland
heise online / Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Am 06.07.2021 wurden Server des Landkreises Anhalt-Bitterfeld durch die Ransomware-Gruppe 'Pay or Grief' verschlüsselt. Der Landkreis zahlte kein Lösegeld und rief am 09.07.2021 den Katastrophenfall aus, laut BSI der erste Fall in Deutschland, der auf einen Cyberangriff zurückgeht. In der Folge konnten zeitweise keine Sozialleistungen ausgezahlt und keine Bürgerdienste erbracht werden; die Angreifer luden zusätzlich abgeflossene Daten ins Darknet hoch. Der Katastrophenfall wurde erst im Februar 2022 aufgehoben, die Gesamtkosten des Angriffs beliefen sich auf rund 2,5 Millionen Euro.

Welche konkreten Bürgerdaten dauerhaft kompromittiert blieben, ist aus dieser Quelle nicht im Detail beziffert.

BSDC-O-FND-1995-1416
Relevanz 3OEFFENTLICHE-REGISTER
01.01.1995
Wählerverzeichnis in Deutschland: Einsicht in fremde Daten nur bei plausibel behauptetem Fehler
Wikipedia / Datenschutzkonferenz
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Wahlberechtigte können das Wählerverzeichnis in Deutschland üblicherweise vom 20. bis zum 16. Tag vor der Wahl einsehen, allerdings nur die eigenen Daten uneingeschränkt. Die Einsicht in die Daten anderer Personen ist nur zulässig, wenn ein möglicher Fehler im Wählerverzeichnis plausibel dargelegt wird. Aus Datenschutzgründen geht die Praxis zunehmend dazu über, statt vollständiger Listen nur gezielte Einzelabfragen zuzulassen. Für Personen mit eingetragener Auskunftssperre nach § 51 Bundesmeldegesetz gilt das Einsichtsrecht Dritter gar nicht erst.

Die genaue Ausgestaltung der Einsichtsregeln kann je nach Bundesland und Kommune leicht variieren; eine bundesweit einheitliche Verwaltungspraxis ist aus dieser Quelle nicht belegt.

BSDC-J-FND-2020-1417
Relevanz 3ARBEIT, KONSUM
01.09.2020
Project Red Card: über 850 britische Fußballprofis fordern Entschädigung für Leistungsdaten-Nutzung
Global Sports Data and Technology Group / Norton Rose Fulbright
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Die Initiative 'Project Red Card' vertritt über 850 Profifußballer aus Premier League, National League, EFL und schottischer Premiership und fordert Entschädigung dafür, dass Wett- und Gaming-Unternehmen ihre Leistungsdaten (u. a. Lauf- und Positionsdaten) ohne ausreichende Rechtsgrundlage sammeln und verwerten. Die Global Sports Data and Technology Group verschickte vorprozessuale Aufforderungsschreiben an 17 Unternehmen, die mit Spielerdaten im Wett- und Gaming-Sektor handeln, mit der Begründung, die Datenverarbeitung verstoße gegen Datenschutzrecht.

Der Ausgang etwaiger Gerichtsverfahren und eine mögliche Entschädigungssumme sind aus dieser Quelle nicht belegt; es handelt sich um vorprozessuale Forderungen.