Quellen-Tabelle

Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.

BSDC-IDDatumTitel & QuelleKernaussageKlartext
BSDC-J-FND-2021-1922
Relevanz 3MEGA-BREACH, CYBERCRIME
04.03.2021
SITA-Datenleck: Angriff auf Passagierdatensystem trifft Fluggesellschaften weltweit
TechCrunch / BleepingComputer
Recherche: DC
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Der Luftfahrt-IT-Dienstleister SITA, dessen Passenger Service System rund 90 Prozent der Fluggesellschaften weltweit nutzen, bestätigte am 24. Februar 2021 einen Cyberangriff auf seine Systeme. Der Einbruch fand laut einem Lufthansa-Sprecher zwischen dem 21. Januar und 11. Februar 2021 statt und betraf unter anderem Malaysia Airlines, Finnair, Singapore Airlines, Cathay Pacific, Air New Zealand, Lufthansa, SAS, American Airlines und United. Kompromittiert wurden vor allem Vielfliegerdaten wie Mitgliedsnummern und Statuslevel.

Eine weltweite Gesamtzahl betroffener Passagiere veröffentlichte SITA nicht, einzelne Airlines nannten nur Teilzahlen wie rund 500.000 bei Singapore Airlines oder etwa 1,35 Millionen Miles-and-More-Teilnehmer bei Lufthansa. Die genaue Angriffsmethode und die Identität der Angreifer wurden von SITA öffentlich nicht bestätigt.

BSDC-J-FND-2024-1942
Relevanz 3Ransomware, Gesundheitswesen
19.12.2024
Ransomware-Angriff auf Ascension Health
HIPAA Journal
Recherche: DC
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Der US-Krankenhauskonzern Ascension mit 140 Kliniken in 19 Bundesstaaten meldete am 8. Mai 2024 einen Ransomware-Angriff, der elektronische Patientenakten, Portale und Teile der klinischen IT lahmlegte und wochenlange Ausweichbetriebe erzwang. Laut Meldung an das HHS Office for Civil Rights vom Dezember 2024 waren die Daten von 5.599.699 Personen betroffen, darunter Namen, Sozialversicherungsnummern und Versicherungsdaten. Ascension gab an, dass nur 7 von 25.000 Servern kompromittiert wurden.

Die Zuordnung zur Gruppe Black Basta stützt sich laut Berichten von CNN auf vier anonyme Quellen und wurde von Ascension nie offiziell bestätigt. Ob ein Lösegeld gezahlt wurde, ist nicht öffentlich bekannt. Ascension erklärte zudem, es gebe keine Hinweise auf einen Zugriff auf klinische EHR-Systeme selbst, was im Widerspruch zu den berichteten wochenlangen EHR-Ausfällen diskutiert wurde.

BSDC-P-FND-2024-1943
Relevanz 3Ransomware, Datenleck
08.01.2024
LoanDepot-Ransomware-Angriff
loanDepot, Inc.
Recherche: DC
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loanDepot meldete der US-Börsenaufsicht SEC im Januar 2024 einen Ransomware-Angriff der Gruppe ALPHV/BlackCat, bei dem Systeme des Hypothekenanbieters verschlüsselt und Daten entwendet wurden. Betroffen waren rund 16,9 Millionen Kunden, deren Namen, Sozialversicherungsnummern, Geburtsdaten und Finanzkontonummern offengelegt wurden. Das Unternehmen bezifferte allein für das erste Quartal 2024 Kosten von 12 bis 17 Millionen Dollar und bildete später eine Rückstellung von 25 Millionen Dollar für Sammelklagen.

Offen bleibt, wie die Angreifer ursprünglich in die Systeme eindrangen und ob loanDepot ein Lösegeld zahlte. Auch die Ermittlungen mehrerer US-Bundesstaaten sowie die Sammelklagen der betroffenen Kunden waren zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht abgeschlossen.

BSDC-J-FND-2024-1946
Relevanz 3Ransomware, Cyberangriffe-auf-Lieferketten
12.07.2024
CDK-Global-Ransomware-Angriff auf US-Autohändler
CyberScoop
Recherche: DC
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Am 19. Juni 2024 legte die Ransomware-Gruppe BlackSuit die Systeme des Autohändler-Softwareanbieters CDK Global lahm und legte damit rund 15.000 Autohändler in den USA und Kanada wochenlang faktisch still. Die Blockchain-Analysefirma TRM Labs identifizierte eine Kryptowährungs-Wallet, die vermutlich BlackSuit zuzuordnen ist und am 21. Juni 2024 eine Zahlung von rund 387 Bitcoin im Wert von etwa 25 Millionen Dollar erhielt.

CDK Global und die Muttergesellschaft Brookfield Business Partners haben nie offiziell bestätigt, ob und von wem ein Lösegeld gezahlt wurde. Die Blockchain-Analyse liefert laut CyberScoop nur den bislang stärksten Hinweis, aber keinen zweifelsfreien Beweis dafür, dass die Zahlung tatsächlich von CDK stammt.

BSDC-P-FND-2025-1950
Relevanz 3Ransomware, Scattered-Spider
10.07.2025
Ransomware-Angriff auf Marks and Spencer
National Crime Agency (UK)
Recherche: DC
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Im April 2025 griff die Gruppe Scattered Spider den britischen Einzelhändler Marks and Spencer per Social Engineering an, verschaffte sich Zugang zu einem Drittanbieter-Servicedesk und setzte die DragonForce-Ransomware ein, was wochenlange Ausfälle bei Online-Bestellungen und Warenregalen verursachte. M&S-Chairman Archie Norman bestätigte den Vorfall als Ransomware-Angriff vor einem Unterausschuss des britischen Parlaments am 08.07.2025 und bezifferte den Gewinneinbruch auf rund 300 Millionen Pfund. Die National Crime Agency nahm am 10.07.2025 vier Verdächtige im Zusammenhang mit den Angriffen auf M&S, Co-op und Harrods fest.

Offen bleibt, ob M&S ein Lösegeld gezahlt hat; Norman wollte sich dazu nicht äußern. Die genaue Rolle und Identität der vier festgenommenen Personen im Verhältnis zur Scattered-Spider-Gruppe war zum Zeitpunkt der Festnahme noch nicht gerichtlich geklärt.

BSDC-S-FND-2025-1952
Relevanz 3Ransomware, Kritische-Infrastruktur
22.10.2025
Cyberangriff auf Jaguar Land Rover
Cyber Monitoring Centre (UK)
Recherche: DC
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Am 31. August 2025 wurde der britische Automobilhersteller Jaguar Land Rover Opfer eines Cyberangriffs, der ab 1. September zur Einstellung der Produktion in den Hauptwerken führte. Die Produktion stand rund fünf Wochen still, das unabhängige britische Cyber Monitoring Centre stufte den Vorfall als systemisches Ereignis mit einem geschätzten volkswirtschaftlichen Schaden von 1,9 Milliarden Pfund ein. Eine Gruppe namens Scattered Lapsus Hunters bekannte sich zu dem Angriff, die britische Regierung sicherte JLR eine Kreditgarantie zu.

Offen bleibt, ob die operative Technik (OT) der Fabriken kompromittiert wurde und ob ein Lösegeld gefordert oder gezahlt wurde. Die genaue technische Angriffsmethode und die endgültige Wiederherstellungsdauer waren zum Zeitpunkt der Einschätzung noch nicht abschließend geklärt.

BSDC-S-FND-2025-1954
Relevanz 3Cyberangriff, SaaS-Lieferkettenangriff
26.08.2025
Salesloft-Drift-OAuth-Token-Diebstahl
Google Threat Intelligence Group / Mandiant
Recherche: DC
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Zwischen 8. und 18. August 2025 nutzte die als UNC6395 verfolgte Angreifergruppe gestohlene OAuth-Zugriffstoken der Chatbot-Integration Salesloft Drift, um systematisch Daten aus Salesforce-Instanzen von mehr als 700 Organisationen abzugreifen, darunter Cloudflare, Google, Palo Alto Networks und Zscaler. Die Angreifer suchten gezielt nach weiterverwertbaren Zugangsdaten wie AWS-Schlüsseln, Snowflake-Token und Passwörtern. Am 20. August 2025 widerriefen Salesloft und Salesforce alle Drift-OAuth-Token und entfernten die Anwendung aus dem Salesforce AppExchange.

Wie die OAuth-Token bei Salesloft ursprünglich entwendet wurden, ist öffentlich nicht im Detail dokumentiert. Eine vollständige Liste aller betroffenen Kunden sowie das genaue Ausmaß der bei einzelnen Organisationen abgeflossenen Daten wurden nicht vollständig veröffentlicht. Eine Zuordnung von UNC6395 zu einem bekannten Staat oder einer bereits bekannten Gruppierung liegt bislang nicht vor.

BSDC-J-FND-2025-1956
Relevanz 3Social-Engineering, Drittanbieter-Risiko
28.07.2025
Allianz-Life-Datenleck 2025
Cybersecurity Dive
Recherche: DC
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Am 16.07.2025 verschaffte sich ein Angreifer per Social Engineering Zugriff auf ein cloudbasiertes CRM-System eines Drittanbieters (Salesforce), das von Allianz Life Insurance Company of North America genutzt wurde. Betroffen waren personenbezogene Daten von rund 1,4 Millionen Kunden, Finanzberatern und Mitarbeitern, darunter Namen, Adressen, Geburtsdaten und Sozialversicherungsnummern. Allianz Life entdeckte den Vorfall am 17.07.2025, informierte das FBI und meldete den Vorfall offiziell beim Attorney General des US-Bundesstaats Maine.

Nicht offiziell von Allianz bestätigt ist die von mehreren Sicherheitsmedien vorgenommene Zuordnung des Angriffs zur Gruppe Scattered Spider beziehungsweise ShinyHunters. Offen bleibt zudem, wie viele der 1,4 Millionen Datensätze konkret exfiltriert wurden.

BSDC-J-FND-2023-1957
Relevanz 3Social-Engineering, IT-Dienstleister-Haftung
23.07.2025
Clorox-Cyberangriff über Cognizant-Helpdesk
Cybersecurity Dive
Recherche: DC
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Am 11. August 2023 verschaffte sich ein Angreifer durch mehrere Anrufe beim IT-Helpdesk des Dienstleisters Cognizant Zugang zu Clorox-Systemen, weil Mitarbeiter Passwörter und MFA ohne Identitätsprüfung zurücksetzten. Der Angriff wird Sicherheitsforschern zufolge der Gruppe Scattered Spider zugeschrieben und legte Produktion und Auslieferung von Clorox-Produkten monatelang lahm. Am 23. Juli 2025 verklagte Clorox Cognizant auf 380 Millionen US-Dollar Schadensersatz.

Nicht gerichtlich geklärt ist bislang, ob Cognizant tatsächlich haftbar gemacht wird. Cognizant bestreitet die Vorwürfe und macht stattdessen unzureichende interne Sicherheitsvorkehrungen bei Clorox selbst verantwortlich. Der Ausgang des Zivilverfahrens war zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch offen.

BSDC-J-FND-2023-1958
Relevanz 3Ransomware, Kritische-Infrastruktur
27.09.2023
Johnson-Controls-Ransomware-Angriff durch Dark Angels
BleepingComputer
Recherche: DC
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Am Wochenende des 23. September 2023 legte die Gruppe Dark Angels mit Ransomware Teile der IT-Infrastruktur des Gebäudetechnik-Konzerns Johnson Controls lahm und verschlüsselte unter anderem VMware-ESXi-Server. Die Gruppe forderte 51 Millionen Dollar Lösegeld und behauptete, über 27 Terabyte an Daten entwendet zu haben. Johnson Controls bestätigte den Vorfall in einer SEC-8-K-Meldung und bezifferte die finanziellen Folgen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2024 auf rund 27 Millionen Dollar.

Nicht offiziell bestätigt ist, ob und in welcher Höhe ein Lösegeld tatsächlich gezahlt wurde. Unklar bleibt auch der genaue Umfang und Inhalt der gestohlenen Daten. Berichte über eine mögliche Betroffenheit sensibler Daten des US-Heimatschutzministeriums stützen sich auf Spekulationen und wurden nicht amtlich bestätigt.

BSDC-J-FND-2023-1960
Relevanz 3DDoS-Angriffe, Finanzaufsicht
05.09.2023
DDoS-Angriff auf die Webseite der Finanzaufsicht BaFin
Der Tagesspiegel
Recherche: DC
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Ab dem 1. September 2023 war die öffentliche Webseite der deutschen Finanzaufsicht BaFin durch einen DDoS-Angriff nur eingeschränkt erreichbar. BaFin bestätigte den Angriff offiziell und erklärte, sofort Sicherheits- und Abwehrmaßnahmen eingeleitet zu haben, während alle anderen internen Systeme uneingeschränkt funktionierten. Der Vorfall reiht sich in eine Welle von DDoS-Angriffen pro-russischer Hacktivisten auf europäische Banken und Finanzaufsichtsbehörden im Jahr 2023 ein.

Wer genau hinter dem Angriff steckt, blieb ungeklärt. Laut Recorded Future News reklamierte keine der bekannten pro-russischen Gruppen wie NoName057(16), die zu dieser Zeit Banken in Polen, Tschechien und Litauen angriffen, die Tat für sich. Ein Datenabfluss oder Einbruch in interne BaFin-Systeme wurde nicht festgestellt.

BSDC-P-FND-2024-1965
Relevanz 3Cyberkriminalitaet, Sanktionsumgehung
11.12.2024
Nordkoreanisches IT-Arbeiter-Betrugsschema gegen US-Firmen
US-Justizministerium (DOJ)
Recherche: DC
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Das US-Justizministerium klagte am 11. Dezember 2024 vierzehn nordkoreanische Staatsangehörige an, die über Tarnfirmen mit gefälschten und gestohlenen US-Identitäten als Remote-IT-Mitarbeiter bei amerikanischen Firmen angeheuert wurden. Über sechs Jahre erbeuteten mindestens 130 eingesetzte IT-Arbeiter so rund 88 Millionen US-Dollar, die an das nordkoreanische Regime flossen. In mehreren Fällen drohten die Täter zusätzlich mit der Veröffentlichung gestohlenen Quellcodes.

Alle 14 Angeklagten befinden sich weiterhin auf freiem Fuß, es liegen keine bestätigten Festnahmen vor. Wie viele der über 100 betroffenen US-Unternehmen die Infiltration bereits vorher bemerkten, bleibt in der Anklage offen.

BSDC-J-FND-2023-1967
Relevanz 3Datenlecks, Quellcode-Sicherheit
27.03.2023
Twitter-Quellcode-Leak auf GitHub
CBS News
Recherche: DC
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Ein Nutzer mit dem Pseudonym FreeSpeechEnthusiast veröffentlichte ab Anfang Januar 2023 über mehrere Wochen hinweg Teile des internen Twitter-Quellcodes und interner Tools auf GitHub. Twitter forderte am 24. März 2023 per DMCA-Meldung die Entfernung, GitHub löschte den Code noch am selben Tag. Twitter beantragte anschließend gerichtlich bei GitHub die Herausgabe von Nutzerdaten der Hochlader und Downloader.

Die tatsächliche Identität von FreeSpeechEnthusiast wurde nie öffentlich bekannt, ebenso wenig ob ein Insider oder Ex-Mitarbeiter verantwortlich war. Der genaue Umfang des zugänglichen Codes und ob sensible Nutzerdaten oder Sicherheitslücken konkret ausgenutzt wurden, blieb ungeklärt.

BSDC-J-FND-2023-1968
Relevanz 3Datenleck, Insider-Bedrohung
26.01.2023
Yandex-Quellcode-Leak 2023
BleepingComputer
Recherche: DC
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Am 25. Januar 2023 wurde auf einem Hackerforum ein 44,7 GB großes Datenpaket mit internem Yandex-Quellcode als Torrent veröffentlicht, das Code zu mehr als 13 Diensten enthielt, darunter Suche, Karten, Taxi, Mail und Cloud. Yandex bestätigte den Vorfall offiziell und erklärte, das Unternehmen sei nicht gehackt worden, sondern ein ehemaliger Mitarbeiter habe Fragmente eines internen Repositorys veröffentlicht.

Nicht öffentlich belegt ist, ob der geleakte Code der aktuell produktiv genutzten Version entspricht. Yandex erklärte, er unterscheide sich vom aktuellen Stand, während ein Sicherheitsforscher rund 90 Prozent Übereinstimmung schätzte. Offen bleiben zudem die genaue Identität des ehemaligen Mitarbeiters und ein etwaiges politisches Motiv.

BSDC-P-FND-2025-1969
Relevanz 3Digital-Markets-Act, Big-Tech-Regulierung
23.04.2025
EU-Bußgeld gegen Apple wegen DMA-Anti-Steering-Verstoß
Europäische Kommission
Recherche: DC
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Die EU-Kommission verhängte am 23. April 2025 gegen Apple ein Bußgeld von 500 Millionen Euro, weil das Unternehmen gegen die Anti-Steering-Pflichten des Digital Markets Act verstoßen hat. Apple erlaubte App-Entwicklern demnach nicht ausreichend, Nutzer im App Store auf günstigere Kaufoptionen außerhalb der Plattform hinzuweisen. Es handelt sich um die erste Bußgeldentscheidung der Kommission unter dem DMA, parallel wurde Meta mit 200 Millionen Euro belegt. Apple legte im Juli 2025 Rechtsmittel gegen die Entscheidung ein.

Offen ist der Ausgang von Apples Berufung vor dem Gericht der EU, das Verfahren war zum Zeitpunkt der Recherche noch nicht entschieden. Nicht dokumentiert sind interne Abwägungen bei Apple zur Preisgestaltung der App-Store-Gebühren.

BSDC-P-FND-2023-1973
Relevanz 3Ransomware, Datenleck
05.05.2023
Western-Digital-Cyberangriff (My Cloud)
Western Digital Corporation
Recherche: DC
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Western Digital bestätigte, dass am 26. März 2023 ein unbefugter Dritter in Firmensysteme eindrang, woraufhin der My-Cloud-Dienst und der Online-Shop tagelang abgeschaltet wurden. Das Unternehmen bestätigte, dass eine Kopie der Online-Shop-Datenbank mit Kundennamen, Adressen, E-Mail-Adressen und Teilen von Kreditkartennummern entwendet wurde. Die Ransomware-Gruppe ALPHV/BlackCat reklamierte den Angriff für sich und behauptete, rund 10 Terabyte an Daten erbeutet zu haben.

Der von den Angreifern behauptete Umfang von rund 10 Terabyte gestohlener Daten ist nicht unabhängig verifiziert, ebenso wenig eine tatsächliche Lösegeldzahlung. Western Digital bestätigte offiziell nur den Diebstahl der Online-Shop-Kundendatenbank.

BSDC-J-FND-2024-1993
Relevanz 3Datenlecks, Passwort-Kompilationen
23.01.2024
Mother of All Breaches: 26-Milliarden-Datensatz-Kompilation
Cybernews
Recherche: DC
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Sicherheitsforscher entdeckten im Januar 2024 eine offen zugängliche Datenbank mit rund 26 Milliarden Datensätzen und 12 Terabyte Umfang. Es handelt sich um eine Kompilation aus zahlreichen früheren Datenlecks, unter anderem mit Bezug zu Twitter/X, LinkedIn, Dropbox, Adobe, Weibo und Tencent, plus Datensätzen mit Bezug zu Regierungsorganisationen mehrerer Länder.

Nicht belegt ist, dass es sich um einen neuen eigenständigen Hack handelt: Die Forscher gehen davon aus, dass die Daten überwiegend aus bereits bekannten, älteren Lecks stammen und stark dupliziert sind. Wer die Datenbank zusammengestellt und online gestellt hat, blieb ungeklärt.

BSDC-P-FND-2025-1997
Relevanz 3Cybercrime-Foren, Strafverfolgung-Cyberkriminalitaet
30.01.2025
Operation Talent: Zerschlagung der Hackerforen Cracked und Nulled
Europol
Recherche: DC
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Im Rahmen der vom deutschen Bundeskriminalamt geleiteten und von Europol koordinierten Operation Talent nahmen Behörden aus acht Ländern zwischen dem 28. und 30. Januar 2025 die Cybercrime-Foren Cracked und Nulled sowie den zugehörigen Zahlungsdienstleister Sellix und Hoster StarkRDP vom Netz. Die beiden Plattformen hatten zusammen über 10 Millionen registrierte Nutzerkonten. Es wurden zwei Personen in Spanien festgenommen, 12 Domains sowie 17 Server beschlagnahmt, dazu rund 300.000 Euro in Bargeld und Kryptowährungen.

Offen bleibt das genaue Gesamtausmaß der über die Foren abgewickelten kriminellen Umsätze. Nicht öffentlich dokumentiert ist, wie viele der acht identifizierten mutmaßlichen Hauptbetreiber inzwischen tatsächlich strafrechtlich verurteilt wurden, da Verfahren in mehreren Ländern noch liefen.

BSDC-P-FND-2025-2020
Relevanz 3Datenleck, Social-Engineering
20.06.2025
Aflac-Datenleck 2025 durch Scattered Spider
Aflac Incorporated
Recherche: DC
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Aflac bestätigte am 20. Juni 2025, dass Angreifer am 12. Juni 2025 per Social Engineering in US-Systeme eindrangen und dabei Sozialversicherungsnummern, Gesundheitsdaten und Schadensfallinformationen abgriffen. Sicherheitsforscher ordneten den Angriff der Gruppe Scattered Spider zu, die im gleichen Zeitraum weitere US-Versicherer attackierte. Laut einer Meldung vom Februar 2026 waren fast 13,9 Millionen Personen mit betroffenen Gesundheitsdaten registriert.

Die Zuordnung zur Gruppe Scattered Spider stammt von Sicherheitsforschern, nicht von einer offiziellen Bestätigung Aflacs. Offen bleibt, ob und in welchem Umfang die gestohlenen Daten tatsächlich für Betrug missbraucht wurden.

BSDC-P-FND-2024-2027
Relevanz 3Zero-Day, Netzwerksicherheit
08.02.2024
Kritische FortiOS-SSL-VPN-Sicherheitslücke CVE-2024-21762 massenhaft ausgenutzt
Fortinet PSIRT / CISA
Recherche: DC
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Fortinet veröffentlichte am 08.02.2024 einen Sicherheitshinweis zu CVE-2024-21762, einer kritischen Out-of-Bounds-Write-Schwachstelle in FortiOS SSL-VPN mit einem CVSS-Wert von 9,6. Die Lücke erlaubt nicht authentifizierten Angreifern per präparierter HTTP-Anfrage die Ausführung beliebigen Codes auf betroffenen Firewalls. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA nahm die Lücke bereits am 09.02.2024 in ihren Known-Exploited-Vulnerabilities-Katalog auf, da eine Ausnutzung in freier Wildbahn beobachtet wurde.

Wie viele Geräte weltweit tatsächlich erfolgreich kompromittiert wurden, ist nicht abschließend beziffert. Die Identität der ersten ausnutzenden Angreifergruppen blieb ungeklärt, im März 2024 bot ein Akteur auf einem Untergrundforum zusätzlich einen Exploit für die Lücke zum Verkauf an.

BSDC-P-FND-2024-2028
Relevanz 3Zero-Day, Netzwerksicherheit
10.01.2024
Ivanti-Connect-Secure-Zero-Days massenhaft ausgenutzt
Volexity / Mandiant / CISA
Recherche: DC
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Sicherheitsforscher entdeckten ab dem 10.01.2024 die aktive Ausnutzung zweier Zero-Day-Schwachstellen in Ivanti Connect Secure und Policy Secure, CVE-2023-46805 (Authentifizierungsumgehung, CVSS 8,2) und CVE-2024-21887 (Command Injection, CVSS 9,1). In Kombination ermöglichten die Lücken unauthentifizierte Remotecodeausführung auf den Geräten, erste Ausnutzung wurde bereits auf den 03.12.2023 zurückdatiert. Betroffen waren alle unterstützten Versionen 9.x und 22.x, zum Zeitpunkt der Offenlegung waren über 15.000 Geräte weltweit erreichbar und rund 1.700 nachweislich kompromittiert.

Zum Zeitpunkt der ersten Offenlegung stand noch kein offizieller Patch zur Verfügung, Ivanti bot zunächst nur eine Mitigations-XML-Datei an. Die Identität der ursprünglichen Angreifergruppe hinter der Erstausnutzung wurde nicht abschließend öffentlich benannt.

BSDC-P-FND-2020-2031
Relevanz 3DSGVO-Bussgeld, Telemarketing
15.01.2020
TIM: 27,8 Millionen Euro Bußgeld des Garante wegen wildem Telemarketing
Garante per la protezione dei dati personali (Italien)
Recherche: DC
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Die italienische Datenschutzbehörde Garante verhängte am 15.01.2020 gegen den Telekommunikationskonzern TIM ein Bußgeld von 27.802.946 Euro. Grundlage waren mehrere hundert Beschwerden aus den Jahren 2017 bis Anfang 2019 über unerwünschte Werbeanrufe ohne gültige Einwilligung, Missachtung des Widerspruchsregisters sowie mangelhafte Einwilligungsverfahren in der App TIM Party. Die Behörde ordnete zusätzlich 20 Korrekturmaßnahmen an und bezeichnete die Sanktion als die bis dahin höchste in Italien verhängte Datenschutzstrafe.

Ob TIM gegen die Entscheidung Rechtsmittel eingelegt hat und ob die Bußgeldsumme später bestätigt oder reduziert wurde, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor. Die genaue Zahl der tatsächlich betroffenen Personen wird nicht exakt beziffert.

BSDC-J-FND-2023-2035
Relevanz 3Ransomware, Managed-File-Transfer-Sicherheitsluecke
19.04.2023
GoAnywhere-MFT-Zero-Day: Cl0p-Massenausnutzung bei Fortra
BleepingComputer
Recherche: DC
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Die Ransomware-Gruppe Cl0p nutzte ab dem 18.01.2023 eine Zero-Day-Schwachstelle (CVE-2023-0669) in der Managed-File-Transfer-Software GoAnywhere MFT des Herstellers Fortra aus. Fortra entdeckte die Aktivität am 30.01.2023 und veröffentlichte am 07.02.2023 ein Update. Cl0p beanspruchte am 10.02.2023 die Verantwortung und gab an, Daten von rund 130 Organisationen erbeutet zu haben, darunter Hitachi Energy und Crown Resorts.

Die genaue Gesamtzahl der tatsächlich betroffenen Organisationen ist nicht unabhängig verifiziert. Dieser Fall betrifft die GoAnywhere-MFT-Software und ist von der separaten MOVEit-Transfer-Kampagne derselben Cl0p-Gruppe ab Mai 2023 zu unterscheiden.

BSDC-J-FND-2023-2036
Relevanz 3Ransomware, Cybercrime-Strafverfolgung
19.12.2023
FBI/DOJ zerschlagen ALPHV/BlackCat-Infrastruktur, Gruppe hebt Angriffsverbot auf Krankenhäuser auf
U.S. Department of Justice / BleepingComputer
Recherche: DC
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Am 19.12.2023 gab das US-Justizministerium bekannt, die Infrastruktur der Ransomware-Gruppe ALPHV/BlackCat gestört zu haben, die zuvor mehr als 1.000 Opfer weltweit kompromittiert und rund 300 Millionen US-Dollar erbeutet hatte. Das FBI hatte 946 Schlüsselpaare für Tor-Websites der Gruppe sichergestellt und einen Entschlüsselungscode entwickelt, mit dem über 500 Opfer ihre Daten wiederherstellen konnten. Wenige Stunden nach der Ankündigung erklärte ALPHV/BlackCat, die eigene Leak-Website zurückerobert zu haben, und hob als Vergeltung das interne Verbot auf, Krankenhäuser anzugreifen.

Ob ALPHV/BlackCat die eigene Website tatsächlich zurückerlangte oder die Ankündigung eine Inszenierung war, ist unter Sicherheitsforschern umstritten. Ob der zwei Monate später erfolgte Angriff auf Change Healthcare unmittelbar auf die Aufhebung der Angriffsbeschränkungen zurückzuführen ist, wird vermutet, aber nicht belegt.

BSDC-P-FND-2012-2042
Relevanz 3Bestandsdatenauskunft, Staat
24.01.2012
Bundesverfassungsgericht etabliert Doppeltürenmodell und kippt PIN/PUK-Herausgabe nach § 113 TKG
Bundesverfassungsgericht
Recherche: DC
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Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts entschied am 24.01.2012, dass Sicherheitsbehörden Zugangssicherungscodes wie PIN und PUK nach § 113 Absatz 1 Satz 2 TKG nur abfragen dürfen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen für die Nutzung dieser Codes vorliegen. Die bestehende Fassung der Norm erklärte das Gericht insoweit für verfassungswidrig. Zugleich formulierte der Senat das sogenannte Doppeltürenmodell, wonach für Datenabruf und Datenübermittlung jeweils eigene, korrespondierende Rechtsgrundlagen nötig sind.

Wie oft Sicherheitsbehörden vor diesem Beschluss tatsächlich PIN, PUK oder andere Zugangssicherungscodes abgefragt haben, geht aus der Entscheidung nicht hervor. Die als Reaktion geschaffene Neufassung des § 113 TKG wurde acht Jahre später in einem separaten Verfahren am 27.05.2020 ihrerseits vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt, dieses spätere Urteil ist nicht Gegenstand dieser Quelle.