Quellen-Tabelle
Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.
| BSDC-ID | Datum | Titel & Quelle | Kernaussage | Klartext |
|---|---|---|---|---|
| BSDC-B-FND-2025-389 ✅ in KraftRelevanz 2F1 | 21.07.2025 ⚠ Feld enthält mehrere Jahresangaben, Originaltext prüfen | Statista-Datenreihe-Metadaten — Threema-Nutzerzahlen Februar 2014 bis Juli 2025 (Zahlenwert zensiert) Statista, mit Bezug auf Threema-eigene Angaben ("Threema. (21. Juli, 2025)") Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Statista-Seite bestätigt, dass Threema selbst am 21. Juli 2025 eine aktualisierte Nutzerzahl herausgegeben hat — der konkrete Zahlenwert ist auf der frei zugänglichen Seite jedoch durch Sternchen ersetzt und nur mit kostenpflichtigem Account einsehbar. | Bestätigt den bereits in Batch 41 dokumentierten Befund: Es gibt eine aktuellere Zahl (Juli 2025), aber sie ist nicht frei zugänglich. Für Blackstone bedeutet das konkret: Ohne eigenen Statista-Zugang bleibt die Zahl aus dem CEO-Interview 2021 ("bald 10 Millionen") weiterhin die beste frei verfügbare Referenz — mit der bereits dokumentierten Einschränkung, dass sie mehrere Jahre alt ist. |
| BSDC-B-FND-2026-401 ✅ in KraftRelevanz 3F1, Masterplan | 07.07.2026 | reichelt elektronik — Smart-Home-Studie 2026, 65% Nutzung, konkrete Sorgen-Prozentzahlen reichelt elektronik (Elektronikhändler), Studie mit 1.000 Befragten in Deutschland Recherche: DC Quelle öffnen → | 65% der 1.000 befragten deutschen Verbraucher nutzen mindestens ein smartes Gerät. Am beliebtesten: Multimedia-Geräte wie Smart-TVs (57%), gefolgt von Sprachassistenten wie Alexa/Google Home (46%) und Sicherheitslösungen (26%). 39% fürchten Hackerangriffe oder unbefugten Gerätezugriff, 35% haben Angst vor Datendiebstahl. Gleichzeitig legen 80% großen Wert auf regelmäßige Sicherheitsupdates, 79% auf verschlüsselte Datenübertragung. | Wichtige Größenordnung für Blackstones Masterplan-Kapitel 8 (Smart Home): Fast zwei Drittel der Deutschen nutzen bereits Smart-Home-Geräte — kein Nischenthema. Bemerkenswert: Die Sorge um Sicherheit (80% wollen Updates) übersteigt sogar die tatsächliche Kaufbereitschaft für mehr Privatsphäre — ein Hinweis darauf, dass viele Nutzer Sicherheitsbedenken haben, aber trotzdem kaufen, statt bewusst zu verzichten. |
| BSDC-B-FND-2024-402 ✅ in KraftRelevanz 3F1, Masterplan | 08.06.2024 | Surfshark "Smart Home Privacy Checker" — Alexa sammelt dreifachen Durchschnitt an Datenpunkten datensicherheit.de, mit Bezug auf Surfshark-Studie Recherche: DC Quelle öffnen → | Amazons "Alexa" sammelt 28 von 32 möglichen Datenpunkten — mehr als das Dreifache des Durchschnitts typischer Smart-Home-Geräte. Amazon und Google entwickelten die datenhungrigsten Apps in diesem Marktsegment. Eine von zehn Smart-Home-Apps nutzt die gesammelten Daten explizit für Nutzerverfolgung (Tracking). | Sehr konkrete, vergleichende Einzelzahl: Alexa sammelt nicht einfach "viele" Daten, sondern nachweislich das 3-fache dessen, was für die Funktion eigentlich nötig wäre, verglichen mit anderen Geräten derselben Kategorie. Wichtiger Hinweis zur Quellenkritik: Surfshark ist selbst ein VPN-Anbieter mit kommerziellem Interesse an Privacy-Ängsten — die Methodik (Zählung konkreter Datenpunkte pro App) ist aber nachvollziehbar und spezifisch genug, um als seriöse Grundlage zu gelten, nicht nur als Marketing-Behauptung. |
| BSDC-B-FND-2023-403 ✅ in KraftRelevanz 2F1, Masterplan | 25.10.2023 ⚠ Feld enthält mehrere Jahresangaben, Originaltext prüfen | Statista — 22,9 Millionen deutsche Haushalte mit internetverbundenem Smart-TV Statista, mit Bezug auf "die medienanstalten" (Gemeinsame Stelle Medien) Recherche: DC Quelle öffnen → | 2023 gab es in rund 22,9 Millionen deutschen Haushalten einen ans Internet angeschlossenen Smart-TV. | Konkrete Basiszahl für die Größenordnung des Smart-TV-Themas in Deutschland — über die Hälfte aller deutschen Haushalte (ca. 41 Millionen Gesamthaushalte) hat demnach bereits einen vernetzten Fernseher, mit potenziellem Zugriff auf Mikrofon/Kamera bei vielen Modellen. |
| BSDC-B-FND-2026-404 ✅ in KraftRelevanz 3F1, Masterplan | 18.06.2026 | Matter-Standard und lokale Datenverarbeitung als technische Lösung Fachportal, Vergleichsartikel Apple/Alexa/Google/Home Assistant Recherche: DC Quelle öffnen → | Apple Home und Home Assistant gelten als besonders datenschutzfreundlich, weil vieles lokal statt in der Cloud läuft. Der Matter-Standard sorgt zunehmend dafür, dass verschiedene Hersteller-Systeme zusammenwachsen und geräteübergreifend funktionieren, unabhängig vom gewählten Ökosystem. | Direkte Bestätigung der bereits im Masterplan (Kapitel 8) empfohlenen Home-Assistant-Lösung durch eine unabhängige, aktuelle Marktübersicht — sie wird explizit als eine der beiden datenschutzfreundlichsten Optionen genannt (neben Apple Home). Der Matter-Standard ist zusätzlich wichtig, weil er verhindert, dass sich Nutzer für immer an ein einzelnes (möglicherweise datenhungriges) Ökosystem binden müssen. |
| BSDC-B-FND-2025-435 Relevanz 5F1 | 2025 ⚠ nur Jahresangabe in der Quelle 2025 | Sanctions and corrective measures: CNIL's actions in 2025 CNIL Recherche: DC Quelle öffnen → | 83 Sanktionen 2025, ca. 486,8 Mio. Euro Gesamtsumme, 21 Einheiten wegen Cookie/Tracker-Verstößen sanktioniert. | Französische Datenschutzbehörde ging 2025 hart gegen Cookie-Verstöße vor. |
| BSDC-B-FND-2025-612 Relevanz 3D9 | 2025 ⚠ nur Jahresangabe in der Quelle 2025 | API-Testphase 2025: 26,7 Mio. Advance-Passenger-Information-Datensätze bei deutschen Behörden netzpolitik.org Recherche: DC Quelle öffnen → | 26,7 Mio. API-Datensätze verarbeitet, 20.161 Personen-/5.561 Sachfahndungstreffer, ~90% aller Passagiere erfasst. | Endgültige bundesweite Trefferquote nicht belegt. |
| BSDC-B-FND-2022-632 Relevanz 2B4 | 28.09.2022 | BVerfG: Datenweitergabe des Verfassungsschutzes an Polizei verfassungswidrig eingeschränkt Dr. Datenschutz Recherche: DC Quelle öffnen → | BVerfG: Weitergabe heimlich erhobener Verfassungsschutz-Daten nur bei überragend wichtigen Rechtsgütern zulässig. | Praxiswirkung der reformierten Rechtslage nicht belegt. |
| BSDC-B-FND-2025-704 Relevanz 3A8 | 09.09.2025 | Pakistan: Mass surveillance and censorship machine fueled by international companies Amnesty International Recherche: DC Quelle öffnen → | Pakistans Überwachungssystem nutzt Komponenten deutscher Firma Utimaco und weiterer internationaler Zulieferer. | Behördengenehmigung der Exporte nicht belegt. |
| BSDC-B-FND-2025-705 Relevanz 3A8 | September 2025 09.2025 | Shadows of Control: Censorship and Mass Surveillance in Pakistan (Volltext) Amnesty International Security Lab Recherche: DC Quelle öffnen → | BAFA reagierte auf Amnesty-Anfragen, beantwortete Fragen zu Utimaco-Exporten aber nicht inhaltlich. | Ob BAFA Exporte genehmigt hat, nicht belegt. |
| BSDC-B-FND-2025-707 Relevanz 3B4 | 05.12.2025 | Freedom on the Net 2025: An Uncertain Future for the Global Internet Freedom House Recherche: DC Quelle öffnen → | 72 Länder bewertet, 28 verschlechtert, 17 verbessert, China/Myanmar bleiben unfreiste Umgebungen. | Keine Ursachenanalyse einzelner technischer Maßnahmen. |
| BSDC-B-FND-2026-715 Relevanz 3F6 | 2026 ⚠ nur Jahresangabe in der Quelle 2026 | DeleteMe Review - Erfolgsquote im Vergleich zu DIY-Opt-out CyberInsider Recherche: DC Quelle öffnen → | DIY-Opt-out Erfolgsquote ~70%, DeleteMe-Dienst nur ~27%, scannt 950 Seiten aber nur ~86 automatisiert. | Nur DeleteMe getestet, keine Vergleichsdaten anderer Dienste. |
| BSDC-B-FND-2018-874 Relevanz 5F1 | 2018 ⚠ nur Jahresangabe in der Quelle 2018 | Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus Shoshana Zuboff, Campus Verlag Recherche: DC Quelle öffnen → | Grundlagenwerk definiert Überwachungskapitalismus als Wirtschaftslogik, in der Verhaltensüberschuss zu Vorhersageprodukten verarbeitet wird. | Perlentaucher fasst nur Feuilleton-Rezensionen zusammen. |
| BSDC-B-FND-2026-978 Relevanz 5F1 | 31.03.2026 | When repression meets resistance: internet shutdowns in 2025 Access Now / #KeepItOn Recherche: DC Quelle öffnen → | 2025 wurden weltweit 313 Internet-Shutdowns in 52 Ländern dokumentiert, mehr als je zuvor, Myanmar mit 95 Abschaltungen führend. | Basiert auf Selbstmeldungen, potenziell lückenhaft. |
| BSDC-B-FND-2024-984 Relevanz 4A8 | 11.10.2024 | Datenschutzrechtliche Risiken der neuen Windows-Funktion Recall datenschutz nord Recherche: DC Quelle öffnen → | Recall dokumentiert per Screenshot alle fünf Sekunden Bildschirminhalte inkl. sensibler Daten, speichert bis zu drei Monate zentral. | Auf Zeitpunkt Oktober 2024 bezogener Funktionsstand. |
| BSDC-B-FND-2025-1036 Relevanz 4A8 | 17.06.2025 | Deutschlandticket ohne App-Zwang – Eine Übersicht Digitalcourage e.V. Recherche: DC Quelle öffnen → | Dokumentiert Verkehrsunternehmen mit datenschutzfreundlicher Chipkarten-Option statt App-Zwang. | Aktivistische Organisation mit Datenschutz-Agenda. |
| BSDC-B-FND-2024-1162 Relevanz 4C4 | 03.01.2024 | Bitwarden Heist – How to Break Into Password Vaults Without Using Passwords RedTeam Pentesting GmbH Recherche: DC Quelle öffnen → | Kritische Schwachstelle (CVE-2023-27706) in der Windows-Hello-Integration von Bitwarden Desktop ermöglichte Entschlüsselung von Tresoren ohne Master-Passwort. | Betraf spezifisch die Windows-Hello-Implementierung, im April 2023 behoben. |
| BSDC-B-FND-2022-1240 Relevanz 4IDN | 12.09.2022 | Datenschutz nach dem Tod: DSGVO-Rechte für Verstorbene? Dr. Datenschutz (Intersoft Consulting) Recherche: DC Quelle öffnen → | Da die DSGVO auf Verstorbene nicht anwendbar ist, greifen für digitale Nachlässe stattdessen postmortales Persönlichkeitsrecht, Berufsgeheimnisse und erbrechtliche Gesamtrechtsnachfolge. | Fachblog-Beitrag, keine amtliche Verlautbarung. |
| BSDC-B-FND-2014-1866 Relevanz 3Kritische Infrastruktur, Industriesteuerungsanlagen | 17.12.2014 | Cyberangriff auf deutsches Stahlwerk Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Recherche: DC Quelle öffnen → | Das BSI dokumentierte im Lagebericht 2014 einen der ersten offiziell bestätigten Fälle eines Cyberangriffs mit physischem Schaden an einer Industrieanlage. Angreifer verschafften sich per Spear-Phishing Zugang zum Büronetz eines deutschen Stahlwerks und drangen von dort in die Steuerungssysteme der Produktion vor. Dadurch konnte ein Hochofen nicht geregelt heruntergefahren werden und wurde massiv beschädigt. | Welches Stahlwerk konkret betroffen war, gibt das BSI aus Vertraulichkeitsgründen bis heute nicht bekannt. Auch die Identität der Angreifer, das genaue Angriffsdatum und die exakte Schadenshöhe wurden nie offiziell veröffentlicht. Das BSI bewertete die technischen Fähigkeiten der Täter lediglich als sehr fortgeschritten, ohne dies weiter zu belegen. |
| BSDC-B-FND-2017-2073 Relevanz 3Ransomware, EternalBlue-Exploit | 27.10.2017 | WannaCry-Ransomware-Angriff auf den NHS Mai 2017 National Audit Office (Vereinigtes Königreich) Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 12.05.2017 verbreitete sich die Ransomware WannaCry weltweit unter Ausnutzung der Windows-Schwachstelle EternalBlue, eines von der NSA entwickelten und von der Gruppe Shadow Brokers veröffentlichten Angriffswerkzeugs. Laut National Audit Office waren mindestens 81 von 236 NHS-Trusts in England sowie 603 weitere NHS-Einrichtungen betroffen, mehr als 19.000 Termine mussten abgesagt werden. Ein Sicherheitsforscher stoppte die weitere Ausbreitung durch Aktivierung eines im Schadcode enthaltenen Kill-Switch. | Die genaue Gesamtzahl weltweit infizierter Computer wird unterschiedlich beziffert, häufig zwischen 200.000 und 300.000 Systemen. Die Zuschreibung an die nordkoreanische Lazarus-Gruppe erfolgte erst im Dezember 2017, also nach Veröffentlichung des hier zitierten Berichts. |
| BSDC-B-FND-2009-2179 Relevanz 3Cyberspionage, Staatliche-Ueberwachung | 28.03.2009 | GhostNet: Aufdeckung eines globalen Cyberspionage-Netzwerks durch Citizen Lab Information Warfare Monitor (Citizen Lab, Universität Toronto) Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Bericht Tracking GhostNet dokumentiert nach zehnmonatiger Untersuchung ein Cyberspionage-Netzwerk mit über 1.295 infizierten Rechnern in 103 Ländern. Rund 30 Prozent der betroffenen Systeme galten als hochwertige Ziele, darunter Außenministerien und Botschaften. Die Angreifer erlangten Zugriff auf Dokumente aus dem privaten Büro des Dalai Lama, die Schadsoftware erlaubte auch die Fernsteuerung von Webcams und Mikrofonen. | Die Verfasser stellen ausdrücklich klar, dass die genaue Identität der Angreifer nicht bekannt ist. Die technischen Spuren führten mehrheitlich zu Servern in China, eine gesicherte staatliche Urheberschaft wurde jedoch nicht nachgewiesen und von China zurückgewiesen. |
| BSDC-B-FND-2016-2183 Relevanz 3Kritische-Infrastruktur, ICS-SCADA-Sicherheit | 18.03.2016 | Analyse des Cyberangriffs auf das ukrainische Stromnetz (BlackEnergy, Dezember 2015) SANS Institute (ICS) und E-ISAC Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 23.12.2015 kam es in der Westukraine zu einem Cyberangriff auf drei regionale Energieversorger. Angreifer nutzten die Schadsoftware BlackEnergy 3, die per Spearphishing platziert worden war. Rund 30 Umspannwerke wurden ferngesteuert abgeschaltet, wodurch etwa 230.000 Menschen für ein bis sechs Stunden ohne Strom waren, der weltweit erste bekannte erfolgreiche Cyberangriff auf ein Stromnetz. | Die konkrete Urheberschaft ist nicht gerichtsfest bewiesen. Sicherheitsforscher ordnen den Angriff der Gruppe Sandworm zu, die mit dem russischen Militärgeheimdienst GRU in Verbindung gebracht wird, der Bericht selbst nimmt keine offizielle Attribution vor. |
| BSDC-B-FND-2015-2233 Relevanz 3VW-Dieselskandal, Dieselgate, Abgasmanipulation | 18.09.2015 | EPA und ICCT decken Volkswagens Dieselabgasbetrug durch Software auf US Environmental Protection Agency (EPA) / California Air Resources Board (CARB) Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 18.09.2015 teilten EPA und CARB in einer Verstoßmitteilung mit, dass Volkswagen und Audi bei rund 482.000 in den USA verkauften Dieselfahrzeugen der Modelljahre 2009 bis 2015 eine unzulässige Abschalteinrichtung einsetzten. Die Software erkannte Testbedingungen und aktivierte dann die volle Abgasreinigung, während im Straßenbetrieb die Stickoxidminderung zurückgefahren wurde, sodass Fahrzeuge dort bis zum 40fachen des zulässigen Grenzwerts ausstießen. Ausgangspunkt war eine Messreihe des International Council on Clean Transportation und der West Virginia University aus 2013/2014. Volkswagen räumte die Abschalteinrichtung am 03.09.2015 gegenüber den Behörden ein. | Die später ermittelte weltweite Gesamtzahl von rund 11 Millionen betroffenen Fahrzeugen ist in dieser Mitteilung nicht enthalten, sie bezieht sich nur auf rund 482.000 US-Fahrzeuge mit 2,0-Liter-Motoren. Für Modelle mit 3,0-Liter-Motoren erließ die EPA erst am 02.11.2015 eine eigenständige Mitteilung. Welche einzelnen Personen im Konzern die Software in Auftrag gaben, wird in der Mitteilung selbst nicht benannt. |
| BSDC-B-FND-2021-2282 Relevanz 3Ransomware, Datenleck, Clop | 24.02.2021 | Accellion-FTA-Datendiebstahl: Clop-nahe Gruppe FIN11 erpresst rund 100 Firmen CISA, FBI, ACSC, NCSC (gemeinsame Sicherheitswarnung) Recherche: DC Quelle öffnen → | Ab Mitte Dezember 2020 nutzten Angreifer vier zuvor unbekannte Schwachstellen in der veralteten Dateiübertragungssoftware Accellion FTA aus, luden über die Webshell DEWMODE Kundendaten herunter und drohten mit Veröffentlichung. Laut gemeinsamer Sicherheitswarnung vom 24.02.2021 waren mindestens 13 Organisationen betroffen, darunter Kroger, die Kanzlei Jones Day und die University of Colorado, die eine Lösegeldforderung von zunächst 17 Millionen Dollar erhielt, aber nicht zahlte, woraufhin Daten von mehr als 310.000 Personen veröffentlicht wurden. Mandiant ordnete die Angreifer der Gruppe FIN11 und dem Umfeld der Clop-Ransomware zu. | Die Gesamtzahl betroffener Accellion-Kunden schwankt je nach Quelle zwischen unter 100 und rund 100 Firmen. Eine offizielle Gesamtsumme aller erpressten Zahlungen wurde nie beziffert. |
| BSDC-B-FND-2021-2288 Relevanz 3Log4Shell, IT-Sicherheit, Zero-Day-Schwachstelle | 22.12.2021 | Log4Shell: Kritische Zero-Day-Sicherheitslücke in Apache Log4j CISA (Cybersecurity and Infrastructure Security Agency) mit FBI, NSA und internationalen Partnerbehörden Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 09. und 10.12.2021 wurde die kritische Sicherheitslücke CVE-2021-44228 (Log4Shell) in der Java-Bibliothek Apache Log4j2 öffentlich bekannt, mit dem höchstmöglichen CVSS-Wert von 10,0. Über präparierte Log-Nachrichten mit JNDI-Lookups konnten Angreifer aus der Ferne beliebigen Code ausführen. Entdeckt wurde die Lücke am 24.11.2021 vom Alibaba-Cloud-Forscher Chen Zhaojun. Apache veröffentlichte am 10.12.2021 einen ersten Patch, weitere folgten bis Anfang Januar 2022. CISA, FBI und NSA warnten am 22.12.2021 vor anhaltender aktiver Ausnutzung. | Das genaue weltweite Ausmaß der Kompromittierungen ist nicht abschließend geklärt, Angaben stammen überwiegend von einzelnen Sicherheitsfirmen. Berichte über chinesische Sanktionen gegen Alibaba Cloud wegen verspäteter Meldung sind nicht offiziell bestätigt. Ein amtlich bezifferter Gesamtschaden liegt nicht vor. |