Quellen-Tabelle

Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.

BSDC-IDDatumTitel & QuelleKernaussageKlartext
BSDC-J-GER-2025-2530
Relevanz 3Ransomware, Kritische-Infrastruktur, Cyberangriff-Energieversorger
21.11.2025
Cyberangriff auf Stadtwerke Detmold
Zeitung für kommunale Wirtschaft (zfk.de)
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Am 16.11.2025 fielen die zentralen IT- und Kommunikationssysteme der Stadtwerke Detmold GmbH aus. Die Generalstaatsanwaltschaft Köln führt ein Ermittlungsverfahren wegen Erpressung, übergeben an die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW. Laut Bild-Zeitung erhielten die Stadtwerke eine Lösegeldforderung. Die Versorgung mit Erdgas, Trinkwasser, Strom und Wärme blieb gesichert, betroffen waren vor allem Kommunikationswege. Die IT-Systeme waren seit Anfang Januar 2026 wieder vollständig funktionsfähig.

Die Höhe der Lösegeldforderung, die Identität der Angreifer und die genaue Angriffsmethode sind nicht öffentlich dokumentiert. Ob ein Datenabfluss stattfand oder ein Lösegeld gezahlt wurde, ist nicht bestätigt.

BSDC-P-GER-2025-2532
Relevanz 3Chatkontrolle, Ueberwachung, EU-Gesetzgebung
09.10.2025
Bundestag debattiert Ablehnung der EU-Chatkontrolle
Deutscher Bundestag
Recherche: DC
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Am 09.10.2025 debattierte der Bundestag in einer von der AfD-Fraktion beantragten Aktuellen Stunde über die geplante EU-Chatkontrolle. Die Bundesregierung signalisierte, im EU-Rat gegen eine anlasslose Chatkontrolle zu stimmen. CDU/CSU sprachen sich für Chat-Scans nur bei konkretem Verdacht aus, Grüne und SPD kritisierten die Regelung als massiven Eingriff. Ein AfD-Antrag gegen die Chatkontrolle wurde am 17.10.2025 an Ausschüsse überwiesen.

Eine formelle, verbindliche Beschlussfassung des gesamten Bundestags gegen die EU-Chatkontrolle liegt nicht vor, die Anträge wurden nur beraten und überwiesen. Wie sich Deutschland im entscheidenden EU-Ratsvotum tatsächlich verhalten wird, bleibt offen.

BSDC-J-GER-2025-2535
Relevanz 3Krankenhaus-Cyberangriff, Patientendaten-Diebstahl, DSGVO-Verfahren
01.09.2025
Cyberangriff auf Ameos Kliniken: Patientendaten gestohlen
Security Insider (dpa)
Recherche: DC
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Im Juli 2025 wurde der Klinikbetreiber Ameos, der mehr als 100 Einrichtungen an über 50 Standorten vor allem in Sachsen-Anhalt betreibt, Ziel eines Cyberangriffs. Ameos fuhr vorsorglich alle digitalen Systeme herunter. Nach Ermittlungsangaben erbeuteten die Täter personenbezogene Daten von Patienten und Mitarbeitern aus mehreren Standorten. Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt ermittelt, zudem laufen datenschutzrechtliche Prüfverfahren mehrerer Landesdatenschutzbehörden gegen Ameos.

Die genaue Zahl der vom Datendiebstahl betroffenen Personen ist nicht dokumentiert, obwohl Ameos jährlich mehr als 500.000 Patienten behandelt. Ob es sich um Ransomware handelte und ob ein Erpressungsversuch stattfand, ist nicht eindeutig belegt.

BSDC-P-GER-2025-2536
Relevanz 3Cyberangriff-auf-Justizbehoerde, Spear-Phishing, Staatlich-gelenkte-Hacker
19.08.2025
Cyberangriff auf die Berliner Senatsverwaltung für Justiz
Senatsverwaltung für Justiz Berlin
Recherche: DC
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Im August 2025 wurde ein Computer im Leitungsbereich der Berliner Senatsverwaltung für Justiz Ziel eines gezielten Cyberangriffs. Die Angreifer gaben sich als Vertreter des Zentralrats der Juden aus, ein Mitarbeiter klickte auf einen präparierten Link. Von diesem Computer flossen Daten ab, darunter der digitale Kalender von Justizsenatorin Felor Badenberg sowie dienstliche E-Mails seit dem 01.02.2023. LKA Berlin, Verfassungsschutz und die Datenschutzbeauftragte wurden eingeschaltet.

Es handelt sich um einen Spear-Phishing-Vorfall mit Spionage-Schadsoftware, keinen Ransomware-Angriff. Die konkrete Urheberschaft, vermutet werden iranische Hacker der Gruppe Charming Kitten, ist nicht abschließend bewiesen.

BSDC-P-GER-2022-2537
Relevanz 3Autonomes-Fahren, DSGVO-Bussgeld, Videoueberwachung
26.07.2022
1,1 Millionen Euro Bußgeld gegen Volkswagen wegen Kamera-Testfahrzeugen für autonomes Fahren
Landesbeauftragter für den Datenschutz Niedersachsen
Recherche: DC
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Der Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen verhängte am 26.07.2022 ein Bußgeld von 1,1 Millionen Euro gegen Volkswagen. Anlass war ein Testfahrzeug, das 2019 bei einer Verkehrskontrolle nahe Salzburg mit nicht erkennbaren Kameras zum Training eines Fahrassistenzsystems auffiel. Die Behörde stellte Verstöße gegen Informationspflichten, das Fehlen eines Auftragsverarbeitungsvertrags sowie eine fehlende Datenschutz-Folgenabschätzung fest.

Wie viele Personen tatsächlich durch die Kameraaufnahmen erfasst wurden, ist nicht belegt. Die Bewertung, dass die Forschungsfahrten selbst unproblematisch waren, stammt von der Behörde selbst und wurde nicht gerichtlich überprüft.

BSDC-J-GER-2022-2541
Relevanz 3Messenger-Ueberwachung, Behoerdenzugriff, Telegram
03.06.2022
Telegram übergibt erstmals Nutzerdaten an das BKA
Tarnkappe.info
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Telegram übermittelte 2022 erstmals Nutzerdaten an das Bundeskriminalamt und gab damit seine bisherige Verweigerungshaltung teilweise auf. Die übergebenen Daten betrafen ausschließlich Verdächtige aus den Bereichen Kindesmissbrauch und Terrorismus. Vorausgegangen waren seit Februar 2022 direkte Verhandlungen des Bundesinnenministeriums mit dem Team von Telegram-Gründer Pawel Durow.

Die genaue Anzahl der Fälle, in denen Telegram Daten übergab, ist nicht dokumentiert. Die rechtliche Grundlage der Herausgabe ist unklar, da Telegram als in den VAE ansässiges Unternehmen keiner unmittelbaren deutschen Rechtspflicht unterliegt.

BSDC-J-GER-2022-2542
Relevanz 3Chatkontrolle, Client-Side-Scanning, Verschluesselung
13.12.2022
Bundesinnenministerium hält an Client-Side-Scanning fest
netzpolitik.org
Recherche: DC
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Netzpolitik.org veröffentlichte am 13.12.2022 ein internes Positionspapier des Bundesinnenministeriums vom 22.11.2022 zur geplanten EU-Verordnung gegen Kindesmissbrauch im Netz. Das Papier hält am Client-Side-Scanning fest, bei dem Inhalte auf Endgeräten vor dem Versand durchsucht werden, während gleichzeitig durchgängige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gefordert wird, was IT-Sicherheitsexperten als technisch widersprüchlich bezeichnen.

Es handelt sich um ein Positionspapier des BMI, keine eigene öffentlich dokumentierte Stellungnahme des BKA. Die technische Vereinbarkeit von Client-Side-Scanning mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gilt unter Kryptografieexperten als ungelöst.

BSDC-J-GER-2025-2545
Relevanz 3Ransomware, Kommunale-IT-Sicherheit, Datenleck
01.10.2025
Ransomware-Angriff auf Gemeindeverwaltung Untereisesheim, gestohlene Bürgerdaten im Darknet
KOMMUNAL (Fachmedium für Kommunalpolitik)
Recherche: DC
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Im Oktober 2025 wurde die Gemeindeverwaltung Untereisesheim im Landkreis Heilbronn Opfer eines Ransomware-Angriffs. Die Server wurden verschlüsselt, das Rathaus war neun Tage handlungsunfähig. Recherchen des SWR ergaben, dass anschließend sensible Bürgerdaten im Darknet auftauchten, darunter Ausweiskopien, Führungszeugnisse, Covid-19-Impflisten und psychiatrische Gutachten inklusive Medikation. Die Gemeinde zahlte kein Lösegeld und baute die IT-Infrastruktur neu auf.

Die genaue Zahl der betroffenen Bürger sowie die konkrete Ransomware-Variante und die verantwortliche Erpressergruppe sind nicht öffentlich dokumentiert. Der Infektionsweg bleibt unklar.

BSDC-J-GER-2024-2546
Relevanz 3Cyberangriff, Handwerkskammer, IT-Dienstleister
08.01.2024
Hackerangriff auf deutsche Handwerkskammern legt IT-Systeme lahm
Tarnkappe.info
Recherche: DC
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In der ersten Januarwoche 2024 wurde ein gemeinsamer IT-Dienstleister mehrerer deutscher Handwerkskammern Ziel eines Cyberangriffs. Betroffen waren mehr als 30 von bundesweit 53 Handwerkskammern, darunter Düsseldorf, Köln, Trier, Stuttgart und München. Wegen möglicher Gefahr eines Datenabflusses wurde der Landesbeauftragte für den Datenschutz Rheinland-Pfalz informiert.

Ob tatsächlich personenbezogene oder geschäftliche Daten abgeflossen sind, war zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht bestätigt. Die Identität der Angreifer ist nicht dokumentiert.

BSDC-P-GER-2025-2547
Relevanz 3Cyberangriff-Hochschule, IT-Sicherheit-Bildungseinrichtung, Datenleck-Deutschland
24.11.2025
Cyberangriff auf die Hochschule Mainz
Hochschule Mainz
Recherche: DC
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Die Hochschule Mainz wurde am 24.11.2025 Ziel eines Cyberangriffs. Die IT-Systeme wurden vollständig heruntergefahren, ein Krisenstab eingesetzt. Alle E-Mail-Adressen mit der Endung hs-mainz.de waren betroffen. Möglicherweise alle vom Rechenzentrum betriebenen Windows-Geräte waren betroffen und durften danach nur noch offline genutzt werden. Der Präsenzbetrieb der Lehre wurde aufrechterhalten.

Ob und in welchem Umfang personenbezogene Daten entwendet wurden, ist nicht dokumentiert. Ob es sich um Ransomware handelte, wurde nicht bestätigt.

BSDC-P-GER-2024-2548
Relevanz 3Gesundheitsdaten, IT-Sicherheit, Telematikinfrastruktur
27.12.2024
CCC deckt gravierende Sicherheitslücken der elektronischen Patientenakte auf
Chaos Computer Club (CCC)
Recherche: DC
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Sicherheitsforscher des CCC demonstrierten auf dem 38C3 Ende Dezember 2024 Schwachstellen der Telematikinfrastruktur der elektronischen Patientenakte. Mit vergleichsweise geringem Aufwand ließen sich gültige Berufsausweise und Versichertenkarten Dritter beschaffen, mit denen Zugriffstoken für beliebige Patientenakten erzeugt werden konnten. Theoretisch war Zugriff auf Akten von mehr als 70 Millionen Versicherten möglich. Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte im April 2025 die Schließung der Lücke.

Nicht belegt ist, dass die Angriffswege tatsächlich von Dritten außerhalb der CCC-Forschungsgruppe genutzt wurden. Die Zahl von 70 Millionen beschreibt die theoretische Angriffsfläche, nicht tatsächlich kompromittierte Akten.

BSDC-P-GER-2025-2550
Relevanz 3Call-ID-Spoofing, Trickbetrug, Identitaetsmissbrauch
03.06.2025
Call-ID-Spoofing gegen Rentenversicherte, DRV warnt vor Trickbetrugswelle
Deutsche Rentenversicherung Bund
Recherche: DC
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Am 03.06.2025 warnte die Deutsche Rentenversicherung Bund vor einer bundesweiten Betrugsmasche mittels Call-ID-Spoofing. Angerufene sehen durch technische Manipulation die tatsächliche Telefonnummer der Rentenversicherung. Die Anrufer geben sich als Mitarbeiter aus und drohen mit einer angeblichen Rentenpfändung, um Zahlungen auf Auslandskonten zu erwirken.

Es handelt sich nicht um ein technisches Datenleck der DRV, sondern um eine Betrugsmasche Dritter. Wie die Täter an Telefonnummern gelangen und wie viele Personen Geld verloren haben, ist nicht beziffert.

BSDC-J-GER-2024-2551
Relevanz 3Staatstrojaner, BND, Pegasus-NSO-Group
07.11.2024
BND darf Pegasus-Nutzung geheim halten, Bundesverwaltungsgericht weist Klage ab
netzpolitik.org
Recherche: DC
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Das Bundesverwaltungsgericht wies am 07.11.2024 eine Klage von FragDenStaat-Journalist Arne Semsrott gegen den BND ab. Der Journalist wollte per Auskunftsanspruch erfahren, ob der BND die Spähsoftware Pegasus der NSO Group gekauft und eingesetzt hat. Das Gericht entschied, der BND dürfe diese Information verweigern, da eine Offenlegung die operative Handlungsfähigkeit beeinträchtigen könnte.

Das Urteil beweist nicht, ob der BND Pegasus tatsächlich gekauft oder eingesetzt hat, es entscheidet nur über die Auskunftspflicht. Kaufjahr und Einsatzhäufigkeit bleiben offen.

BSDC-J-GER-2021-2693
Relevanz 3Korruption, Mittelamerika, Justizverfolgung
24.07.2021
Entlassung des Anti-Korruptions-Staatsanwalts Juan Francisco Sandoval als Nachwirkung des CICIG-Endes in Guatemala
Reuters
Recherche: DC
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Am 23. Juli 2021 entließ Guatemalas Generalstaatsanwältin Consuelo Porras den Leiter der Sonderstaatsanwaltschaft gegen Straflosigkeit (FECI), Juan Francisco Sandoval, der zuvor gegen Präsident Alejandro Giammattei sowie Wirtschafts- und Politikeliten wegen Korruption ermittelt hatte. Sandoval floh noch am selben Tag ins Exil, gut zwei Jahre nach dem erzwungenen Abzug der UN-Anti-Korruptions-Kommission CICIG.

Der Bericht dokumentiert Entlassung und Flucht Sandovals, belegt aber keine strafrechtliche Verurteilung von Porras oder Giammattei; die Einordnung als CICIG-Nachwirkung ist eine von Beobachtern hergestellte Kausalverbindung, kein juristisch festgestellter Zusammenhang.

BSDC-J-GER-2024-2699
Relevanz 3Deepfake, Suedkorea, Sexualisierte-Gewalt
30.08.2024
Suedkorea: Telegram-Deepfake-Pornografie-Skandal an Schulen und Universitaeten
BBC News
Recherche: DC
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Im August 2024 wurde in Suedkorea ein landesweiter Skandal bekannt: In Telegram-Gruppenchats tauschten Nutzer mithilfe von KI erstellte, sexualisierte Deepfake-Bilder von Mitschuelerinnen, Kolleginnen und Bekannten aus. Die Polizei leitete Ermittlungen gegen mehrere hundert Verdaechtige ein, viele davon minderjaehrig; manche Chatgruppen sollen zehntausende Mitglieder gehabt haben.

Die genaue Gesamtzahl der Taeter und Opfer sowie das Ausmass der einzelnen Chatgruppen liessen sich zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht abschliessend verifizieren, da Telegram-Gruppen oft geloescht wurden.

BSDC-S-GER-2024-2733
Relevanz 3Protestrepression, Osteuropa, Ueberwachungsgesetzgebung
07.05.2024
Georgien: Gewaltsame Polizeirepression gegen Proteste gegen das "Agenten-Gesetz"
Human Rights Watch
Recherche: DC
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Im April/Mai 2024 kam es in Tiflis zu wochenlangen Massenprotesten gegen das georgische "Agenten-Gesetz". Human Rights Watch dokumentierte, dass die Bereitschaftspolizei Traenengas, Wasserwerfer und Gummigeschosse gegen ueberwiegend friedliche Demonstrierende einsetzte, zudem Schlaege gegen Protestierende und Journalisten sowie mehr als hundert Festnahmen.

Der Bericht stuetzt sich primaer auf Zeugenaussagen und Videomaterial, keine unabhaengige gerichtliche Feststellung; die Urheberschaft nächtlicher Ueberfaelle auf Aktivisten wurde nicht der Regierung direkt zugeordnet.

BSDC-P-GER-2024-2735
Relevanz 3Suedkorea, Rechtsstaatlichkeit, Putschversuch
19.02.2026
Kriegsrecht-Putschversuch von Präsident Yoon Suk Yeol und Verurteilung wegen Aufstands
NBC News
Recherche: DC
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Der südkoreanische Präsident Yoon Suk Yeol verhängte am 3. Dezember 2024 überraschend für rund sechs Stunden das Kriegsrecht; das Parlament hob die Anordnung noch in derselben Nacht auf. Ein Sonderstaatsanwalt klagte Yoon und 23 weitere Personen wegen Anstiftung zum Aufstand an; das Seoul Central District Court verurteilte Yoon zu lebenslanger Haft.

Die Quelle ist ein tagesaktueller Nachrichtenbericht über das Urteil, kein vollständiges Gerichtsdokument; der Ausgang der Verfahren gegen die weiteren 23 Mitangeklagten bleibt unklar.

BSDC-O-GER-2024-2747
Relevanz 3Justizirrtum, IT-Fehler, Grossbritannien
01.03.2024
Post Office (Horizon System Offences) Act 2024 – pauschale Entschädigung fuer zu Unrecht verurteilte Postmaster
UK-Regierung (Department for Business and Trade)
Recherche: DC
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Zwischen 1999 und 2015 wurden hunderte britische Postmaster aufgrund fehlerhafter Buchhaltungsdaten der Horizon-IT-Software (Fujitsu) faelschlich wegen Diebstahls, Betrugs oder Falschbuchung verurteilt. Mit dem Post Office (Horizon System Offences) Act 2024 wurden die betroffenen Verurteilungen pauschal aufgehoben; Betroffene erhalten wahlweise eine feste Entschaedigungssumme von 600.000 Pfund ohne individuelle Pruefung.

Die genaue Zahl der letztlich ausgezahlten Faelle und Gesamtsummen aendert sich laufend, da mehrere parallele Entschaedigungsprogramme noch nicht abgeschlossen sind.

BSDC-O-GER-2021-2751
Relevanz 3Algorithmische-Diskriminierung, Niederlande, Behoerdenversagen
12.04.2021
Niederlaendische Datenschutzbehoerde verhaengt Bussgeld gegen Steuerbehoerde wegen diskriminierender Kindergeld-Algorithmen
Autoriteit Persoonsgegevens
Recherche: DC
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Die niederlaendische Datenschutzbehoerde verhaengte 2021 ein Bussgeld von 2,75 Millionen Euro gegen die Steuerbehoerde, weil beim Kinderbetreuungszuschuss (Toeslagenaffaire) jahrelang ein Risikoklassifizierungssystem betrieben wurde, das die doppelte Staatsangehoerigkeit als Risikofaktor nutzte. Etwa 26.000 Familien wurden faelschlich der Beihilfebetrug vorgeworfen; der Skandal fuehrte 2021 zum Ruecktritt der gesamten Regierung Rutte III.

Die genaue Zahl der betroffenen Familien und der finanzielle Gesamtschaden variieren je nach Quelle; die vollstaendige technische Funktionsweise des Algorithmus ist nur teilweise oeffentlich dokumentiert.

BSDC-P-GER-2024-2765
Relevanz 3Behoerden-IT, Justizirrtum, Vergabepraxis
09.01.2024
Fujitsu erhielt trotz Horizon-Skandal weiter britische Staatsauftraege im Milliardenwert
The Guardian
Recherche: DC
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Trotz des Horizon-Skandals, bei dem fehlerhafte Fujitsu-IT-Software zwischen 1999 und 2015 zur fehlerhaften strafrechtlichen Verfolgung von ueber 900 britischen Postamtsleitern fuehrte, erhielt Fujitsu laut Guardian-Recherche seit 1999 britische Staatsauftraege im Gesamtwert von rund 6,8 Milliarden Pfund, davon signifikante Summen noch nach Bekanntwerden der Softwarefehler.

Die genaue Zahl und der Gesamtwert der nach 2015 neu vergebenen Fujitsu-Vertraege ist nicht praezise rekonstruierbar; die 6,8-Milliarden-Zahl bezieht sich auf den gesamten Zeitraum seit 1999.

BSDC-J-GER-2019-2767
Relevanz 3Pestizide, Gerichtsverfahren, Frankreich
06.12.2019
Fall Paul François gegen Monsanto: Franzoesischer Landwirt gewinnt Pestizid-Prozess
Le Monde / AFP
Recherche: DC
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Der franzoesische Landwirt Paul Francois wurde 2004 beim Reinigen eines Spritztanks durch Daempfe des Unkrautvernichters Lasso (Monsanto) vergiftet und erlitt dauerhafte neurologische Schaeden. Das Berufungsgericht Lyon bestaetigte 2019 die Verantwortung von Monsanto (heute Bayer) wegen unzureichender Warnhinweise.

Der Fall betrifft das Herbizid Lasso, nicht direkt Glyphosat/Roundup; eine vergleichbar dokumentierte franzoesische Glyphosat-Verurteilung liess sich nicht auffinden.

BSDC-J-GER-2024-2769
Relevanz 3Whistleblower, Luftfahrtsicherheit, USA
12.03.2024
Tod des Boeing-Whistleblowers John Barnett waehrend laufender Klage gegen den Konzern
BBC News
Recherche: DC
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Der ehemalige Boeing-Qualitaetsmanager John Barnett, der jahrelang oeffentlich Sicherheits- und Qualitaetsmaengel bei Boeing erhoben hatte, wurde am 9. Maerz 2024 tot in seinem Auto aufgefunden, waehrend er sich mitten in einer Zeugenaussage im Rahmen seiner Whistleblower-Klage befand. Die Polizei stufte den Tod als Suizid ein; Barnetts Familie und Anwaelte aeusserten Zweifel.

Nicht belegt ist eine Fremdeinwirkung; die offizielle Todesursachen-Feststellung wurde von der Familie angezweifelt, aber nicht widerlegt.