Quellen-Tabelle
Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.
| BSDC-ID | Datum | Titel & Quelle | Kernaussage | Klartext |
|---|---|---|---|---|
| BSDC-S-GER-2018-334 ✅ in KraftRelevanz 3D6, D3 | November 2019 ⚠ Feld enthält mehrere Jahresangaben, Originaltext prüfen ursprünglich 2018/2019, weiterhin als Standardreferenz zitiert | "Kognitive Gefahrenzonen" und Racial-Profiling-Risiko — akademische Einordnung Humanistische Union, mit Bezug auf akademische Forschung (Egbert/Krasmann, Straube/Belina) Recherche: DC Quelle öffnen → | Predictive-Policing-Software wie PRECOBS ist bei privatwirtschaftlichen Anbietern proprietär und wird als Betriebsgeheimnis behandelt — die Algorithmen bleiben selbst für die polizeilichen Anwender opak ("Black Box"). Es entstehen dynamische "kognitive Gefahrenzonen", in denen laut Forschung Racial Profiling begünstigt werden kann. | Wichtiger technischer Kritikpunkt: Selbst die Polizei selbst weiß teilweise nicht genau, wie die Software zu ihren Vorhersagen kommt — ein "Black Box"-Problem, das über die reine Datenschutzfrage hinausgeht und die demokratische Kontrollierbarkeit polizeilicher Entscheidungen betrifft. Das ergänzt die bereits in D3 (Palantir) dokumentierte Intransparenz-Kritik um eine weitere Facette. |
| BSDC-S-GER-2026-336 ✅ in KraftRelevanz 3D6, D3, A8 | 14.03.2026 | SozTheo — aktuelle Fachübersicht, Ausweitung auf neue Anwendungsfelder SozTheo (kriminologisches Fachportal, Betreiber Christian Wickert) Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Einsatz von Predictive Policing bei Wohnungseinbrüchen wurde inzwischen vielfach beendet oder pausiert — auch wegen mangelnder wissenschaftlicher Evidenz für die Wirksamkeit der Systeme. Parallel entstehen aber neue Formen prädiktiver Polizeiarbeit im Bereich der inneren Sicherheit, etwa bei Gefährderprognosen, Social-Media-Monitoring oder Data Mining zur Terrorismusabwehr. | Wichtiger Function-Creep-Beleg trotz Rückgangs beim ursprünglichen Anwendungsfall: Auch wenn die klassische Wohnungseinbruch-Vorhersage vielerorts zurückgefahren wurde, verschiebt sich die Technologie in neue, tendenziell eingriffsintensivere Bereiche (Gefährderprognosen, Terrorismusabwehr) — ein Muster, das dem bei A8 (Staatstrojaner: von Terror zu Alltagsdelikten) ähnelt, nur in umgekehrter Richtung (von harmlosem Delikt zu schwererem Bereich). Direkter Bezug zu D3 (Palantir), das genau in diesem Feld (Data Mining zur Gefahrenabwehr) verortet ist. |
| BSDC-S-GER-2020-337 ✅ in KraftRelevanz 2D6 | August 2018 2020 (Grundlagenstudie, weiterhin als Standardreferenz genutzt) | Bertelsmann Stiftung — umfassende Studie zu allen deutschen Predictive-Policing-Systemen im Überblick Bertelsmann Stiftung Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Systeme nutzen für ihre Prognosen nur wenige Datenpunkte mit Bezug zur Tat selbst — dieser überschaubare Mechanismus bedeutet aber nicht automatisch, dass sie unproblematisch sind, zumal sie stetig weiterentwickelt werden, potenziell mehr Informationsquellen integrieren und auf andere Deliktarten ausgeweitet werden könnten. | Nuancierte akademische Einschätzung, die weder Alarmismus noch Verharmlosung betreibt: Die aktuellen Systeme sind technisch relativ einfach (wenige Datenpunkte), aber die Studie warnt vor der Möglichkeit künftiger Erweiterung — genau die Function-Creep-Sorge, die auch für andere Blackstone-Dossiers relevant ist, hier aber als noch nicht eingetretene Möglichkeit statt als bereits belegtes Faktum formuliert. |
| BSDC-S-GER-2018-381 ✅ in KraftRelevanz 3D7 | 21.01.2026 ⚠ Feld enthält mehrere Jahresangaben, Originaltext prüfen | KFN-Studie NRW — "geringer, aber statistisch bedeutsamer Effekt", uneindeutige internationale Befundlage Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN), Studie 2018 im Auftrag des NRW-Innenministeriums, hier über CORRECTIV referenziert Recherche: DC Quelle öffnen → | Das KFN untersuchte 2018 in sechs großen NRW-Städten den Effekt der Videoüberwachung auf Kriminalitätsbelastung und Aufklärungsquote. Ergebnis: ein statistisch bedeutsamer, aber relativ geringer Effekt auf die Aufklärungsquote. Ein "wissenschaftlicher Nachweis eines allgemein kriminalitätsreduzierenden Effekts der Videoüberwachung" kann laut den Wissenschaftlern nicht erbracht werden — der Nutzen hänge stark von der jeweils betrachteten Deliktart ab. Gleichzeitig betonen "polizeiliche Praktiker" das wahrgenommene Potenzial der Technologie. | Sehr wichtiges, differenziertes Ergebnis — passt zum bereits etablierten F4-Muster: Weder "Videoüberwachung wirkt nicht" noch "Videoüberwachung löst alles" — die Wahrheit liegt dazwischen: geringer, aber messbarer Effekt bei der Aufklärung, kein Nachweis für allgemeine Kriminalitätsreduktion, starke Abhängigkeit von der Deliktart. Interessant: Ein Bruch zwischen wissenschaftlicher Zurückhaltung und dem gefühlten Potenzial bei der Polizei selbst — beide Perspektiven sollten in einem Blackstone-Artikel nebeneinander stehen. |
| BSDC-S-GER-2026-383 ✅ in KraftRelevanz 3D7 | 31.10.2025 | Weitere KFN-Detailzahlen — Aachen vs. Dortmund, gegensätzliche Stadtteil-Effekte Tarnkappe.info, detaillierte KFN-Studienauswertung Recherche: DC Quelle öffnen → | Untersucht wurden sieben NRW-Städte (Düsseldorf, Mönchengladbach, Aachen, Essen, Dortmund, Duisburg, Köln). Ergebnis war uneinheitlich: In Aachen ging die Kriminalität im videoüberwachten Bereich um 9% zurück — im übrigen Stadtgebiet aber um 13%, also STÄRKER als im überwachten Bereich. In Dortmund kam es sogar zu einem Anstieg der Straßenkriminalität im videoüberwachten Bereich. | Besonders eindrückliches Detail: In Aachen sank die Kriminalität außerhalb der Kameras sogar stärker als innerhalb — ein Befund, der die reine "mehr Kameras = weniger Kriminalität"-These direkt infrage stellt. Der Anstieg in Dortmund zeigt zusätzlich: Es gibt keine Garantie, dass Kameras überhaupt in die gewünschte Richtung wirken. Diese konkreten Stadt-Einzelergebnisse sind viel überzeugender als eine abstrakte "Studien sind gemischt"-Aussage. |
| BSDC-S-GER-2005-384 ✅ in KraftRelevanz 2D7 | 2005 ⚠ nur Jahresangabe in der Quelle 2005 (älter, aber methodisch wertvolle internationale Metaanalyse) | Deutsches Forum für Kriminalprävention — Verlagerungseffekte und Campbell-Collaboration-Metaanalyse Deutsches Forum für Kriminalprävention, mit Bezug auf internationale Campbell-Collaboration-Metaanalyse Recherche: DC Quelle öffnen → | Bei vier U-Bahn-Studien waren die Befunde widersprüchlich: zwei positive Effekte, ein Effekt null, ein negativer Effekt — die durchschnittliche "Erfolgsquote" war nicht statistisch signifikant. Zur Kriminalitätsverlagerung in angrenzende Gebiete: gemischte Befunde, teilweise deutet sich sogar eine positive Ausstrahlung (Prävention wirkt auch auf Nachbargebiete) an. | Wichtige methodische Ergänzung: Selbst zur Verlagerungsfrage (wandert Kriminalität einfach woanders hin?) gibt es keine eindeutige Antwort — manchmal ja, manchmal sogar das Gegenteil (positive Ausstrahleffekte). Zeigt: Die Wirksamkeitsdebatte bei Videoüberwachung ist wissenschaftlich komplexer als sowohl Befürworter als auch Kritiker oft darstellen. |
| BSDC-S-GER-2016-385 ✅ in KraftRelevanz 2D7 | 06.05.2017 | Leipzig-Fallstudie — konkrete Verdrängung in Wohngebiete, Behinderung sozialer Arbeit Digitalcourage, mit Bezug auf Studie von Peter Ullrich und Marco Tullney (2012) zu einem Leipziger Bahnhof Recherche: DC Quelle öffnen → | Ein videoüberwachter Leipziger Bahnhof, zuvor von Drogenhandel und Kfz-Einbrüchen geprägt, zeigte eine Verdrängung dieser Delikte in umliegende Wohngebiete. Bereits installierte Angebote der aufsuchenden Sozialarbeit wurden durch diese Verlagerung erheblich blockiert. | Konkreter, sozial bedeutsamer Einzelfall: Videoüberwachung verlagerte hier nicht nur Kriminalität, sondern störte auch bereits bestehende soziale Hilfsangebote (Drogenberatung/Streetwork) — ein Aspekt, der über die reine "wirkt/wirkt nicht"-Debatte hinausgeht und zeigt, dass Überwachungsmaßnahmen auch bestehende soziale Strukturen stören können. |
| BSDC-S-GER-2026-524 Relevanz 3D8 | 15.07.2026 | Most Smart Watches, Rings, and Bands Lack Basic Transparency Reports Electronic Frontier Foundation Recherche: DC Quelle öffnen → | Nur Apple Watch bietet E2E-Verschlüsselung für Gesundheitsdaten unter 10 untersuchten Marken, nur Apple/Google veröffentlichen Transparenzberichte. | Behördenzugriff per Vorladung bei den meisten Wearables möglich. |
| BSDC-S-GER-2025-710 Relevanz 3A8 | 06.11.2025 | Stalkerware Detection Test 2025 AV-Comparatives / EFF Recherche: DC Quelle öffnen → | 13 Sicherheitsprodukte auf Android-Stalkerware-Erkennung getestet, Täter weichen zunehmend auf günstige Bluetooth-Tracker aus. | Bestes Einzelprodukt und iOS-Vergleich nicht belegt. |
| BSDC-S-GER-2019-740 Relevanz 5F9 | 2019 ⚠ nur Jahresangabe in der Quelle 2019 | Evaluation der Predictive-Policing-Software: Projekt P4 Baden-Württemberg Dominik Gerstner, Max-Planck-Institut Recherche: DC Quelle öffnen → | Erste unabhängige wissenschaftliche Evaluation von Predictive Policing in Kontinentaleuropa zeigt begrenzte Vorhersagbarkeit und nur moderate kriminalitätsreduzierende Wirkung (0,3 Folgetaten weniger). | Keine generelle Wirksamkeit außerhalb des untersuchten Delikts/Bundeslandes belegt. |
| BSDC-S-GER-2025-769 Relevanz 5D9 | 22.12.2025 | Justizministerium veröffentlicht Gesetzentwurf zur Vorratsdatenspeicherung netzpolitik.org Recherche: DC Quelle öffnen → | Gesetzentwurf verpflichtet ~3.000 Anbieter zur dreimonatigen anlasslosen Speicherung von IP-Adressen/Portnummern, dritter deutscher Anlauf nach zwei gekippten Vorgängerregelungen. | Quelle mit überwachungskritischer redaktioneller Linie. |
| BSDC-S-GER-2025-770 Relevanz 4D9 | 11.06.2025 | Vorratsdatenspeicherung: Keine Begründung für überlange Speicherfrist netzpolitik.org Recherche: DC Quelle öffnen → | Justizministerium konnte keine empirische Begründung für dreimonatige IP-Speicherfrist liefern; BKA-Daten zeigen 7 Tage klären ~75% der Fälle auf. | Zahlen aus Artikel selbst, nicht direkt mit Primärquelle verifiziert. |
| BSDC-S-GER-2026-771 Relevanz 4D9 | 02.02.2026 | Stellungnahme zur geplanten Vorratsdatenspeicherung Digitalcourage e.V. Recherche: DC Quelle öffnen → | Digitalcourage lehnt Dezember-2025-Entwurf als anlasslose Massenüberwachung ab, fordert Quick-Freeze-Verfahren. | Stellungnahme eines Bürgerrechtsvereins, keine neutrale Analyse. |
| BSDC-S-GER-2024-772 Relevanz 5D9 | 2024 ⚠ nur Jahresangabe in der Quelle 2024 | EuGH-Urteil Rs. C-470/21 zur Vorratsdatenspeicherung von IP-Adressen Wissenschaftliche Dienste des Bundestages Recherche: DC Quelle öffnen → | EuGH erlaubte 2024 anlassbezogene Speicherung von IP-Adressen auch bei weniger schweren Straftaten, hielt aber Verbot allgemeiner Vorratsdatenspeicherung aufrecht. | Einordnung der wissenschaftlichen Dienste, kein Urteilsvolltext. |
| BSDC-S-GER-2024-808 Relevanz 5D9 | 01.08.2024 | KI-Verordnung Art. 5 Abs. 1 lit. f – Verbot von Emotionserkennung am Arbeitsplatz Europäisches Parlament und Rat der EU Recherche: DC Quelle öffnen → | AI Act verbietet KI-Systeme zur Emotionserkennung am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen seit 2.02.2025, mit engen Ausnahmen. | Ausnahmen für medizinische/Sicherheitsgründe sind auslegungsbedürftig. |
| BSDC-S-GER-2024-849 Relevanz 5A8 | 03.04.2024 | Kritische Backdoor in XZ für Linux (CVE-2024-3094) BSI Recherche: DC Quelle öffnen → | BSI warnt vor absichtlich eingebauter Backdoor in XZ-Utils, CVSS 10, über Jahre durch vertrauenswürdigen Co-Maintainer in Lieferkette eingeschleust. | Deckt nur den konkreten XZ-Fall ab. |
| BSDC-S-GER-2023-905 Relevanz 4A8 | 27.03.2023 | Tausende Landesangestellte mit Berechtigung: Zugriffe auf Meldedaten werden kaum kontrolliert netzpolitik.org Recherche: DC Quelle öffnen → | In Sachsen-Anhalt haben über 4.000 Beschäftigte in 73 Behörden Zugriff auf Melderegisterdaten, faktisch ohne Kontrollmechanismen. | Fallbeispiel bezieht sich auf Sachsen-Anhalt. |
| BSDC-S-GER-2018-923 Relevanz 5A9 | 29.01.2018 | Strava fitness tracking map reveals military bases, movements in war zones NBC News Recherche: DC Quelle öffnen → | Strava-Heatmaps enthüllten 2018 versehentlich geheime US-Militärbasen in Syrien/Afghanistan/Irak, White House stufte es als Sicherheitsrisiko ein. | Schildert konkreten Vorfall, keine systematische Analyse aller Standorte. |
| BSDC-S-GER-2021-957 Relevanz 4A8 | 26.02.2021 | Untersuchung von über 90.000 Alexa Skills: Datenschutzprobleme in Kategorie Kids Ruhr-Universität Bochum / NC State University Recherche: DC Quelle öffnen → | Nur 24,2% aller Alexa Skills haben Datenschutzerklärung, Anteil in sensiblen Kategorien wie Kids noch geringer. | Studie mit Stand 2021. |
| BSDC-S-GER-2026-1121 Relevanz 5A6 | 18.06.2026 | Router-Sicherheit und digitale Souveränität in Deutschland Gesellschaft für Informatik e.V. (im Auftrag von AVM/FRITZ!) Recherche: DC Quelle öffnen → | Analysiert 2.190 dokumentierte CVE-Sicherheitslücken von vier Routerherstellern zwischen 2020-2025; viele Consumer-Router erhalten nach Support-Ende keine Sicherheitsupdates mehr. | Studie im Auftrag eines Herstellers (AVM), begünstigt möglicherweise dessen Einordnung. |
| BSDC-S-GER-2021-1192 Relevanz 4C4 | Januar 2021 01.2021 | Strategie zur Stärkung der digitalen Souveränität der öffentlichen Verwaltung (Beschluss 2021/09) IT-Planungsrat / BMI Recherche: DC Quelle öffnen → | Der IT-Planungsrat beschließt eine Hybridstrategie zum Aufbau alternativer, insbesondere quelloffener IT-Lösungen für die Verwaltung. | Enthält keine verbindlichen Fristen zur Ablösung konkreter Microsoft- oder AWS-Dienste. |
| BSDC-S-GER-2019-1202 Relevanz 3A6 | 2019 ⚠ nur Jahresangabe in der Quelle 2019 | WLAN-Tracking beim Stadtbummel DSN GROUP Recherche: DC Quelle öffnen → | Ordnet WLAN-Tracking an stark frequentierten öffentlichen Orten datenschutzrechtlich ein und diskutiert, unter welchen Bedingungen MAC-Adressen als personenbezogene Daten gelten. | Genauer Veröffentlichungsmonat ließ sich nicht zweifelsfrei bestimmen, nur das Jahr ist gesichert. |
| BSDC-S-GER-2015-1229 Relevanz 5F6 | 01.11.2015 | § 44 BMG - Einfache Melderegisterauskunft (Bundesmeldegesetz) buzer.de Recherche: DC Quelle öffnen → | Meldebehörden dürfen Namen und aktuelle Anschrift einer Person an jedermann herausgeben; für Werbe- und Adresshandelszwecke muss der Anfragende den Zweck angeben, damit Betroffene widersprechen können. | Reiner Gesetzestext nennt keine Bußgeldpraxis oder Vollzugsdefizite. |
| BSDC-S-GER-2018-1246 Relevanz 3F9 | Mai 2018 05.2018 | Zwischenbericht zur wissenschaftlichen Begleitung des Bodycam-Pilotprojekts der Polizei NRW HSPV NRW Recherche: DC Quelle öffnen → | Untersucht Akzeptanz bei Polizeibeamten sowie erste Effekte von Bodycams auf Deeskalation und Eigensicherung. | Zwischenbericht eines Pilotprojekts mit begrenzter Fallzahl, keine abschließenden Wirkungsaussagen. |
| BSDC-S-GER-2022-1727 Relevanz 3APP-TRACKING, DSGVO-VERSTOSS | 11.04.2022 | DB-Navigator-App sendet Reisedaten ohne Einwilligung an zehn Drittfirmen Kuketz IT-Security Blog (Mike Kuketz) Recherche: DC Quelle öffnen → | Der unabhängige IT-Sicherheitsexperte Mike Kuketz veröffentlichte am 11.04.2022 eine technische Analyse der App DB Navigator der Deutschen Bahn. Mittels einer Intercepting-Proxy-Software untersuchte er den Netzwerkverkehr der App auf einem Android-10- und einem iOS-15.4.1-Gerät. Die Analyse ergab, dass die App Reisedaten wie Start- und Zielbahnhof, Reisedatum, Bahncard-Status, Gerätemodell und Mobilfunkanbieter an bis zu zehn externe Dienstleister übermittelt, darunter Google, Adobe, Optimizely, Tealium, Qualtrics und CrossEngage. Diese Datenweitergabe erfolgte laut Kuketz auch dann, wenn Nutzer in den Cookie-Einstellungen lediglich die Option nur erforderliche Cookies ausgewählt hatten. Kuketz dokumentierte damit mögliche Verstöße gegen Paragraf 25 TTDSG sowie gegen mehrere Artikel der DSGVO, unter anderem wegen Datenübermittlungen in Drittstaaten wie die USA. Im Herbst 2022 reichte der Verein Digitalcourage aus Bielefeld wegen dieser Praxis Klage gegen die Deutsche Bahn ein. Seit dem 19.05.2025 wird die Klage vor dem Landgericht Frankfurt am Main verhandelt. Ein Urteil stand zum Zeitpunkt der Recherche noch aus. | Aus dieser Quelle nicht belegt sind eine konkrete Zahl betroffener Nutzer sowie eine Bestätigung, dass die geschilderte Datenweitergabe auch in aktuellen App-Versionen noch in gleicher Form besteht. |