Quellen-Tabelle

Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.

BSDC-IDDatumTitel & QuelleKernaussageKlartext
BSDC-B-GER-2026-388
in KraftRelevanz 2D7
30.03.2026
Bundespolizei — offizielle Statistik zu bundesweiten Schwerpunkteinsätzen an Bahnhöfen
Bundespolizei (offizielle Pressemitteilung)
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Die Bundespolizei führte 2026 bereits mehrfach (u. a. 29.-31. Mai, weiteres Wochenende im März) bundesweite Schwerpunkteinsätze zur Bekämpfung von Gewaltkriminalität an jeweils 50 Bahnhöfen gleichzeitig durch.

Zeigt eine zusätzliche, bereits bestehende Kontrollpraxis (koordinierte bundesweite Einsätze) neben der Video-/Gesichtserkennungstechnik — relevant als Kontext, wie viel bereits an personeller Polizeipräsenz an Bahnhöfen stattfindet, unabhängig von der Technik-Debatte.

BSDC-B-GER-2012-397
in KraftRelevanz 3C7
April 2012
Feld enthält mehrere Jahresangaben, Originaltext prüfen
historisches Ereignis 2012/2013, Wikipedia-Stand aktuell
Wikipedia — technischer Gesetzesinhalt, ursprüngliche vs. finale Fassung (Widerspruchslösung)
Wikipedia
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Das Bundesinnenministerium hatte auf Wunsch von CDU/CSU und FDP bereits im April 2012 eine Formulierungshilfe vorgelegt, in der erstmals die "Widerspruchslösung" festgeschrieben war — Meldeämter dürfen personenbezogene Daten grundsätzlich herausgeben, SELBST WENN Bürger dem widersprochen hatten (nach dem ursprünglichen Regierungsentwurf). Eine Protokollierung der erteilten Auskünfte war nicht vorgesehen und wird "folglich auch nicht durchgeführt".

Sehr wichtiger Function-Creep-Beleg: Der ursprünglich geplante Entwurf hätte sogar einen bereits erklärten Widerspruch von Bürgern ignorieren können — das wurde erst durch öffentlichen Druck (siehe DSGVO-Vorläufer-Debatte) nachträglich korrigiert. Zusätzlich fehlt bis heute eine Protokollierung, wer wann welche Meldedaten abgefragt hat — Bürger können also nicht nachvollziehen, wer ihre Adresse warum bekommen hat.

BSDC-B-GER-2026-398
in KraftRelevanz 3C7
ohne Datum
laufend aktualisiert
BfDI — aktuelle offizielle Rechtslage, Widerspruchsrechte im Detail
Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Eine Datenübermittlung für Zwecke der Werbung oder des Adresshandels ist grundsätzlich ausgeschlossen, außer der gewerbliche Zweck wird bei der Anfrage ausdrücklich angegeben. Auf das Widerspruchsrecht muss die Gemeinde mindestens einmal jährlich per ortsüblicher Bekanntmachung hinweisen — häufig also nur in einem lokalen Mitteilungsblatt, das kaum jemand liest.

Wichtige aktuelle Rechtslage: Die Grundregel ist inzwischen restriktiver als 2012 — Adresshandel ist grundsätzlich ausgeschlossen. ABER: Die Informationspflicht der Kommunen ist minimal (einmal jährlich in einem oft unbeachteten Mitteilungsblatt) — ein klassisches Beispiel für formal korrekte, aber praktisch wirkungslose Transparenz.

BSDC-B-GER-2026-400
in KraftRelevanz 3C7, Masterplan
13.07.2012
Stiftung Warentest / Verbraucherzentrale — praktischer Musterbrief für Widerspruch
Stiftung Warentest, mit Verweis auf Musterbrief des Bundesverbands der Verbraucherzentralen
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Bürger können schriftlich beim zuständigen Einwohnermeldeamt Widerspruch gegen die Datenweitergabe einlegen — das Amt trägt dann eine Übermittlungssperre ein. Für besonders gefährdete Personen (z. B. Staatsanwälte, die nicht von Straftätern gefunden werden wollen) gibt es zusätzlich die Möglichkeit einer Auskunftssperre. Einen kostenlosen Musterbrief bietet der Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Sehr praktischer Baustein für einen Blackstone-Community-Guide: Es gibt einen fertigen, kostenlosen Musterbrief für den Widerspruch — eine der einfachsten und konkretesten "Sofort-Maßnahmen", die Blackstone seinen Mitgliedern empfehlen könnte, mit sehr geringem Aufwand und hoher Wirkung.

BSDC-B-GER-2026-419
Relevanz 5B3
22.04.2026
Kabinett beschließt Gesetzentwurf zur vorsorglichen Sicherung von IP-Adressen
Bundesregierung
Recherche: DC
Quelle öffnen →

3 Monate IP-Speicherung, Quick-Freeze-Verfahren, Funkzellenabfrage künftig bei Straftaten 'erheblicher Bedeutung'.

Offizielle Ankündigung des Kabinettsbeschlusses. Kein finaler Gesetzestext.

BSDC-B-GER-2025-440
Relevanz 4D8, D9
02.02.2025
Verbotene Praktiken - Biometrische Fernidentifizierungssysteme im öffentlichen Raum (EU AI Act, Art. 5)
Bundesnetzagentur
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Art. 5 AI Act verbietet seit 02.02.2025 Echtzeit-Fernidentifizierung im öffentlichen Raum, mit eng gefassten Ausnahmen.

EU-Verbot mit begrenzten Ausnahmefällen. Erklärt nur EU-Recht, nicht konkrete Landesumsetzung.

BSDC-B-GER-2026-459
Relevanz 3F9
02.07.2026
Iran: Digitale Überwachung im Dienst der Repression
Iran Human Rights Monitor
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Iran nutzt Gesichtserkennung, Drohnen, Kamerasysteme; Kooperation mit russischem NtechLab und chinesischen Firmen berichtet.

Bericht selbst weist auf unabhängigen Bestätigungsbedarf einzelner Behauptungen hin.

BSDC-B-GER-2025-475
Relevanz 3D8
Januar 2026
01.2026
The State of Vulnerability Disclosure Policy Usage in Global Consumer IoT 2025
IoT Security Foundation
Recherche: DC
Quelle öffnen →

40,53% von 491 IoT-Herstellern bieten Kontaktweg für Schwachstellenmeldungen (2024: 35,59%).

Weniger als Hälfte der IoT-Hersteller hat offiziellen Meldeweg für Sicherheitslücken.

BSDC-B-GER-2025-544
Relevanz 3F1
2023
nur Jahresangabe in der Quelle
2023
BayLDA verhängt 3,2 Mio. Euro Bußgeld wegen Werbe-Targeting mit gehashten E-Mail-Adressen
BayLDA
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Bayerisches Unternehmen übermittelte 2019-2021 gehashte E-Mail-Adressen ohne Einwilligung an US-Unternehmen.

Unternehmensname von Behörde nicht veröffentlicht.

BSDC-B-GER-2024-713
Relevanz 3A8
13.03.2024
The State of Stalkerware in 2023 - A Kaspersky Report
Kaspersky Securelist
Recherche: DC
Quelle öffnen →

31.031 Stalkerware-Betroffene weltweit 2023, Deutschland europaweit mit 577 Betroffenen an erster Stelle.

Nur Kasperskys eigene Erkennungsdaten, kein vollständiges Bild.

BSDC-B-GER-2025-850
Relevanz 4A8
23.09.2025
Widespread Supply Chain Compromise Impacting npm Ecosystem
CISA
Recherche: DC
Quelle öffnen →

CISA warnt vor großflächiger npm-Kompromittierung, weit verbreitete Pakete mit über 1 Mrd. wöchentlicher Downloads infiziert.

Behördliche Kurzwarnung ohne forensische Tiefenanalyse.

BSDC-B-GER-2025-851
Relevanz 4A8
25.11.2025
The npm Threat Landscape: Shai-Hulud Supply Chain Attack
Unit 42, Palo Alto Networks
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Selbstverbreitender Schadcode Shai-Hulud kompromittierte über 25.000 Repositories und ~350 npm-Konten.

Herstellerbericht, Zahlen können sich ändern.

BSDC-B-GER-2024-1066
Relevanz 5D9
02.10.2024
Rechtsgrundlage für die Datei Gewalttäter Sport auch nach Reform verfassungswidrig
HÄRTING Rechtsanwälte
Recherche: DC
Quelle öffnen →

BVerfG bemängelte fehlende Speicherzwecke und Löschfristen in § 18 BKAG, Datei verliert bis 31.07.2025 Rechtsgrundlage.

Kanzleibeitrag mit eigener rechtlicher Bewertung.

BSDC-B-GER-2021-1078
Relevanz 3F9
07.02.2021
Blitzerfotos von Beifahrern – datenschutzrechtliche Bewertung
Datenschutz Agentur
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Eine Aufsichtsbehörde stufte das grundsätzliche Erfassen unverpixelter Beifahrer auf Blitzerfotos als zulässig ein, beanstandete jedoch die unverpixelte Versendung an den Betroffenen.

Schildert einen konkreten Einzelfall, keine grundsätzliche Neubewertung der Rechtslage.

BSDC-B-GER-2021-1126
Relevanz 4F9
22.01.2021
Bundeskabinett treibt die automatisierte Kfz-Kennzeichenerfassung voran
Dr. Datenschutz (Intersoft Consulting)
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Gesetzentwurf zur automatisierten Kennzeichenlesung (§ 163g StPO) erfasst trotz Löschauflagen bei Nichttreffern viele unbeteiligte Fahrzeughalter.

Kanzlei-Fachanalyse zu einem damaligen Gesetzentwurf, keine amtliche Quelle.

BSDC-B-GER-2016-1198
Relevanz 4A6
12.10.2016
Was das neue Bahn-WLAN über seine Nutzer ausplaudert
Chaos Computer Club Hannover
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Über ungeschützte JSONP-Schnittstellen im ICE-WLAN der Deutschen Bahn konnten Webseiten GPS-Koordinaten des Zuges sowie MAC- und IP-Adressen der Nutzer auslesen.

Die Sicherheitslücke wurde nach Bekanntwerden per Software-Update geschlossen.

BSDC-B-GER-2016-1199
Relevanz 3A6
13.10.2016
Datenschutz im Zug: Deutsche Bahn will Sicherheitslücke in neuem ICE-WLAN schließen
netzpolitik.org
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Berichtet über eine vom CCC entdeckte Sicherheitslücke im ICE-WLAN, durch die GPS-Position und Geräte-MAC-Adressen abgreifbar waren.

Die Deutsche Bahn kündigte noch am selben Tag ein Software-Update an.

BSDC-B-GER-2017-1200
Relevanz 3A6
11.09.2017
Öffentliche WLAN-Hotspots – Risiken und Schutzmaßnahmen
Dr. Datenschutz (Intersoft Consulting)
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Datenverkehr in öffentlichen Hotspots wird meist unverschlüsselt übertragen und kann von Dritten mitgelesen oder manipuliert werden.

Mehrere Jahre alt, grundsätzliche technische Risiken bestehen aber weiterhin.

BSDC-B-GER-2024-1201
Relevanz 3A6
12.07.2024
Is Airport WiFi Safe?
Keeper Security
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Man-in-the-Middle-Angriffe, Router-Hijacking und Malware-Verteilung sind Hauptrisiken offener Flughafen-WLANs; empfiehlt VPN-Nutzung sowie mobile Hotspots als Alternative.

Blog eines Passwortmanager-Anbieters mit werblichem Charakter für eigene Produkte.

BSDC-B-GER-2026-1223
Relevanz 4D9
2026
nur Jahresangabe in der Quelle
2026
Quellen-Telekommunikationsüberwachung und Online-Durchsuchung
Bundeskriminalamt
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Das BKA erläutert die rechtlichen Grundlagen und den technischen Zweck von Quellen-TKÜ und Online-Durchsuchung.

Offizielle Selbstdarstellung ohne Angaben zu Einsatzzahlen.

BSDC-B-GER-2024-1260
Relevanz 4A9
2024
nur Jahresangabe in der Quelle
2024
EHDS, E-Patientenakte und Co.: Schutz von Gesundheitsdaten aus rechtlicher Sicht
heise online
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Das Risiko der Re-Identifizierung bei Gesundheitsdaten kann nie völlig ausgeschlossen werden; empfiehlt Kombination mehrerer Anonymisierungstechniken statt alleiniger Pseudonymisierung.

Genaues Veröffentlichungsdatum nicht ausgewiesen.

BSDC-B-GER-2026-1297
Relevanz 5AUTO, A6
08.05.2026
Attorney General Bonta, Partners Secure $12.75 Million General Motors Privacy Settlement
California Department of Justice, Office of the Attorney General
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Kalifornien erzielte einen Vergleich über 12,75 Millionen US-Dollar mit General Motors, weil GM zwischen 2020 und 2024 Geolokations- und Fahrverhaltensdaten hunderttausender Kalifornier ohne Wissen und Einwilligung an Verisk und LexisNexis verkaufte. Es ist die bislang höchste CCPA-Strafe.

Vergleich ohne Schuldanerkenntnis, die genaue Zahl Betroffener wird nicht beziffert.

BSDC-B-GER-2023-1362
Relevanz 3SMARTHOME
31.05.2023
FTC Says Ring Employees Illegally Surveilled Customers, Failed to Stop Hackers from Taking Control of Users' Cameras
Federal Trade Commission (FTC)
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Ring (Amazon) zahlte 2023 5,8 Mio. Dollar, weil laut FTC vor Juli 2017 jeder Mitarbeiter und jeder ukrainische Vertragspartner uneingeschränkten Zugriff auf sämtliche Kundenvideos hatte.

Belegt den FTC-Vergleich vom 31.05.2023. Der uneingeschränkte Zugriff betraf die Zeit vor Juli 2017, danach galten laut FTC engere, aber laut Klage weiterhin unzureichende Kontrollen.

BSDC-B-GER-2024-2152
Relevanz 3Handy-Forensik, Ueberwachungsexport
16.12.2024
Digitales Gefängnis: Cellebrite-Entsperrsoftware gegen Zivilgesellschaft in Serbien
Amnesty International (Security Lab)
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Amnesty International dokumentierte im Dezember 2024, dass serbische Polizei und der Sicherheitsdienst BIA das Cellebrite-Tool UFED nutzten, um Handys von Journalisten und Aktivisten zu entsperren, und anschließend die Spyware NoviSpy installierten. Die Cellebrite-Geräte stammten aus einer 2019 über UNOPS abgewickelten norwegischen Entwicklungshilfe. Nach dem Bericht stellte Cellebrite im Februar 2025 die Nutzung durch die betroffenen serbischen Kunden ein.

Wie viele weitere Personen in Serbien überwacht wurden, ist offen. Ob Cellebrite von der konkreten Verwendung zur Spyware-Installation wusste, ist nicht belegt, das Unternehmen lieferte die Entsperrtechnik, nicht NoviSpy.

BSDC-B-GER-2025-2187
Relevanz 3Gesichtserkennung, EU-KI-Verordnung
01.02.2025
EU-KI-Verordnung: Verbot der Echtzeit-Gesichtserkennung durch die Polizei tritt in Kraft
AlgorithmWatch
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Seit dem 02.02.2025 gelten die Verbote aus Artikel 5 der EU-KI-Verordnung. Darunter fällt der Einsatz biometrischer Echtzeit-Fernidentifizierung im öffentlichen Raum durch Strafverfolgungsbehörden, der grundsätzlich untersagt ist. Ausnahmen bestehen nur eng begrenzt, etwa bei der Suche nach vermissten Kindern. Verstöße können mit Bußgeldern bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden.

Nicht vom Verbot erfasst ist die nachträgliche biometrische Fernidentifizierung, wofür bereits ein begründeter Tatverdacht genügt, was Bürgerrechtsorganisationen als Schlupfloch kritisieren. Belastbare Zahlen zu tatsächlichen Anwendungsfällen liegen nicht vor.