Quellen-Tabelle
Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.
| BSDC-ID | Datum | Titel & Quelle | Kernaussage | Klartext |
|---|---|---|---|---|
| BSDC-S-GER-2017-2212 Relevanz 3Datenleck, IT-Sicherheit, Finanzaufsicht | 22.07.2019 | Equifax-Datenleck 2017 Consumer Financial Protection Bureau (CFPB) / Federal Trade Commission (FTC) Recherche: DC Quelle öffnen → | Die US-Auskunftei Equifax gab im September 2017 ein Datenleck bekannt, von dem rund 147 Millionen Menschen betroffen waren, hauptsächlich in den USA. Erbeutet wurden Namen, Geburtsdaten, Adressen sowie bei etwa 145,5 Millionen Personen Sozialversicherungsnummern und bei rund 209.000 Personen Kreditkartendaten. Ursache war eine bereits am 07.03.2017 von Apache veröffentlichte und gepatchte kritische Schwachstelle in der Software Apache Struts (CVE-2017-5638), die Equifax auf einem internen Portal nicht schloss, obwohl die eigene Sicherheitsabteilung eine Patch-Frist von 48 Stunden angeordnet hatte. Angreifer nutzten die Lücke ab dem 10.03.2017 aus und exfiltrierten zwischen Mai und Juli 2017 unentdeckt Daten. Im Juli 2019 einigte sich Equifax mit FTC, CFPB sowie 48 US-Bundesstaaten auf einen Vergleich von bis zu 700 Millionen US-Dollar. | Die genaue Identität der Angreifer ist nicht abschließend geklärt, das US-Justizministerium erhob 2020 Anklage gegen vier mutmaßliche Mitglieder der chinesischen Volksbefreiungsarmee, dies stammt aus einer separaten Ermittlung. Die Zahl von 147 Millionen Betroffenen ist eine später revidierte Schätzung, die ursprüngliche Meldung nannte 143 Millionen. Der Gesamtwert des Vergleichs von 700 Millionen Dollar ist ein Maximalbetrag, tatsächlich zahlte Equifax mindestens 575 Millionen Dollar garantiert. |
| BSDC-S-GER-2017-2257 Relevanz 3Gesundheitsdaten, NHS-DeepMind-Skandal, Datenschutzrecht-Grossbritannien | 03.07.2017 | Google DeepMind und Royal Free Hospital: ICO stellt Verstoß gegen britisches Datenschutzrecht fest Information Commissioner's Office (ICO), Vereinigtes Königreich Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Royal Free London NHS Foundation Trust übergab 2015 die Gesundheitsdaten von rund 1,6 Millionen Patienten an Google DeepMind, um die App Streams zur Erkennung von akutem Nierenversagen klinisch zu testen. Die ICO stellte am 03.07.2017 fest, dass der Trust gegen den Data Protection Act 1998 verstoßen hatte: Patienten seien nicht angemessen informiert worden und es habe keine ausreichende Rechtsgrundlage gegeben. Die ICO verhängte kein Bußgeld, verpflichtete den Trust jedoch, eine ordnungsgemäße Rechtsgrundlage zu schaffen und die Studie extern prüfen zu lassen. | In welchem Umfang DeepMind die Patientendaten für andere Zwecke nutzte, ist nicht abschließend geklärt, DeepMind bestritt eine Zweckentfremdung. Eine spätere Sammelklage von rund 1,6 Millionen Patienten wurde im Mai 2023 von einem britischen Gericht abgewiesen, da kein individueller Schaden nachgewiesen werden konnte. |
| BSDC-S-GER-2024-2309 Relevanz 3Ransomware, Kritische-Infrastruktur, Indonesien | 24.06.2024 | Ransomware-Angriff auf Indonesiens Nationales Rechenzentrum The Register / NBC News / BSSN Indonesien Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 20.06.2024 legte die Ransomware Brain Cipher, eine Weiterentwicklung von LockBit 3.0, das temporäre Nationale Rechenzentrum Indonesiens in Surabaya lahm. Betroffen waren mehr als 200 Regierungsbehörden, darunter Einwanderungs- und Passdienste, was zu langen Warteschlangen an Flughäfen führte. Die Angreifer forderten rund 8 Millionen Dollar, die indonesische Regierung lehnte eine Zahlung ab. Am 03.07.2024 veröffentlichte Brain Cipher unaufgefordert den Entschlüsselungscode kostenlos. | Die genaue Zahl betroffener Behörden schwankt je nach Quelle. Der genaue Anfangsvektor des Einbruchs ist nicht abschließend geklärt, Berichte verweisen auf deaktivierte Windows-Defender-Schutzfunktionen. Ob tatsächlich Daten exfiltriert wurden, ist nicht unabhängig verifiziert. |
| BSDC-S-GER-2024-2733 Relevanz 3Protestrepression, Osteuropa, Ueberwachungsgesetzgebung | 07.05.2024 | Georgien: Gewaltsame Polizeirepression gegen Proteste gegen das "Agenten-Gesetz" Human Rights Watch Recherche: DC Quelle öffnen → | Im April/Mai 2024 kam es in Tiflis zu wochenlangen Massenprotesten gegen das georgische "Agenten-Gesetz". Human Rights Watch dokumentierte, dass die Bereitschaftspolizei Traenengas, Wasserwerfer und Gummigeschosse gegen ueberwiegend friedliche Demonstrierende einsetzte, zudem Schlaege gegen Protestierende und Journalisten sowie mehr als hundert Festnahmen. | Der Bericht stuetzt sich primaer auf Zeugenaussagen und Videomaterial, keine unabhaengige gerichtliche Feststellung; die Urheberschaft nächtlicher Ueberfaelle auf Aktivisten wurde nicht der Regierung direkt zugeordnet. |