Quellen-Tabelle
Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.
| BSDC-ID | Datum | Titel & Quelle | Kernaussage | Klartext |
|---|---|---|---|---|
| BSDC-B-IDN-2026-227 ✅ in KraftRelevanz 3B3 | 08.06.2026 ⚠ Feld enthält mehrere Jahresangaben, Originaltext prüfen | EuGH-Urteil C-470/21 vom 30.04.2024 — Lockerung der bisherigen restriktiven Linie (Rechtsgrundlage des neuen Anlaufs) Stiftung Datenschutz Recherche: DC Quelle öffnen → | Hintergrund des erneuten gesetzgeberischen Anlaufs für eine Vorratsdatenspeicherung ist das Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 30.04.2024 (C-470/21), in welchem der EuGH seine lange bestehende restriktive Linie gelockert hatte. | Wichtige Ergänzung zur bereits dokumentierten EuGH-Urteilskette (Batch 5, F5): Nach vier Urteilen gegen Vorratsdatenspeicherung (2014-2022) hat der EuGH 2024 seine Linie erstmals gelockert — das ist die rechtliche Grundlage, auf die sich der aktuelle deutsche Gesetzentwurf stützt. Wichtig für die Ehrlichkeit des Dossiers: Die Rechtsprechung ist nicht statisch, sondern hat sich 2024 tatsächlich verändert — das rechtfertigt zwar nicht jede denkbare Ausweitung, zeigt aber, dass der neue Anlauf nicht einfach "gegen geltendes Recht" verstößt, sondern auf einer echten Rechtsprechungsänderung aufbaut. |
| BSDC-B-IDN-2026-228 ✅ in KraftRelevanz 3B3 | 09.02.2026 | BRAK-Stellungnahme mit BKA-Zitat zur Verhältnismäßigkeit der Speicherfrist netzpolitik.org, mit Zitat der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) und BKA-Vizepräsidentin Martina Link Recherche: DC Quelle öffnen → | Die BRAK fragt in ihrer Stellungnahme, warum eine Frist von vier Wochen nicht ebenso ausreichen könnte — "nicht ersichtlich", so die BRAK — und verweist dabei auf eine Aussage von BKA-Vizepräsidentin Martina Link aus einer Bundestagsanhörung im Oktober 2023, in der Link selbst die Frage aufwarf, wie lange Speicherfristen für die Zuordnung von IP-Adressen tatsächlich bemessen sein müssten. | Diese Quelle ergänzt und bestätigt den bereits in Batch 15 dokumentierten Befund (BKA-Positionspapier zu kürzeren Fristen): Auch die Bundesrechtsanwaltskammer verweist unabhängig auf dieselbe BKA-Aussage, dass kürzere Fristen praktisch ausreichen könnten — ein zweiter, unabhängiger Beleg für dasselbe Verhältnismäßigkeits-Argument. |
| BSDC-J-IDN-2025-229 ✅ in KraftRelevanz 3B2 | 10.10.2025 | "Discord-Datenleck betrifft mindestens 70.000 Nutzer:innen" — Original-Vorfallbeschreibung Apfeltalk, mit Bezug auf Recherchen von 404 Media Recherche: DC Quelle öffnen → | Das Datenleck entstand, nachdem eine externe Dienstleisterfirma kompromittiert wurde, die Discord für Altersnachweis-Überprüfungen nutzte. Betroffene mussten im Rahmen eines "age-related appeal" Selfies mit Ausweis und Discord-Nutzernamen einreichen. Laut Discord waren mindestens 70.000 Nutzer betroffen, offengelegt wurden neben Ausweisfotos auch IP-Adressen, die Rückschlüsse auf den ungefähren Wohnort erlauben. | Wichtige Präzisierung: Es waren nicht "nur" Ausweisfotos betroffen, sondern zusätzlich IP-Adressen — also auch grobe Standortdaten. Das zeigt, wie stark Altersverifikations-Systeme verschiedene sensible Datenkategorien gleichzeitig bündeln, was das Schadenspotenzial bei einem Leck erhöht. |
| BSDC-J-IDN-2025-230 ✅ in KraftRelevanz 3B2 | 10.10.2025 | "Discord-Hack: Daten werden geleakt" — Umfang und Erpressungskontext Born's IT- und Windows-Blog Recherche: DC Quelle öffnen → | Discord bestätigte den Vorfall am 3. Oktober 2025 — Unbefugte hatten einen für den Kundendienst eingesetzten Drittanbieter kompromittiert. Im Rahmen eines mutmaßlichen Erpressungsversuchs behaupten die Angreifer, 1,5 Terabyte an Daten mit über 2 Millionen amtlichen Passfotos erbeutet zu haben — deutlich mehr als die von Discord bestätigten 70.000 Nutzer. | Wichtige Diskrepanz für Blackstones Ehrlichkeitsprinzip: Es gibt zwei sehr unterschiedliche Zahlen — Discords offiziell bestätigte 70.000 Betroffene versus die Angreifer-Behauptung von über 2 Millionen Passfotos. Bei Erpressungsfällen ist es normal, dass Angreifer die Zahlen übertreiben, um Druck zu erhöhen — im Artikel sollte klar zwischen "bestätigt" und "von Angreifern behauptet" unterschieden werden, nicht die höhere Zahl unkritisch übernehmen. |
| BSDC-B-IDN-2026-231 ✅ in KraftRelevanz 3B2 | 23.06.2026 | Discord-eigene FAQ zur Altersverifikation — Stellungnahme zum Datenleck-Zusammenhang Discord Inc. (offizielle Support-Seite) Recherche: DC Quelle öffnen → | Discord erklärt offiziell: Die für die Altersverifikation eingesetzten spezialisierten Anbieter waren NICHT am Datenleck vom September 2025 beteiligt. Bei der Gesichtsschätzung wird das Video-Selfie direkt auf dem Gerät verarbeitet und nie gespeichert; Ausweisdokumente werden nur zur Altersermittlung verarbeitet und danach gelöscht — die Identität wird nie mit dem Discord-Konto verknüpft. | Wichtig für Fairness: Discord stellt offiziell klar, dass das *neue* Verifikationssystem NICHT derselbe Dienstleister ist, der beim Leck 2025 betroffen war — man hat also (zumindest laut eigener Aussage) reagiert und den Anbieter gewechselt bzw. das System überarbeitet. Diese Unternehmensposition sollte im Blackstone-Artikel neben der berechtigten Nutzer-Skepsis stehen, nicht unterschlagen werden — auch wenn "es war ein anderer Anbieter" das grundsätzliche Risiko (Drittanbieter-Abhängigkeit bei sensiblen Daten) nicht beseitigt. |
| BSDC-S-IDN-2024-429 Relevanz 3B1 | 01.10.2024 | Verbraucherbefragung zur passwortlosen Authentisierung mit Passkeys Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik Recherche: DC Quelle öffnen → | 38% kennen Passkeys namentlich, nur 18% nutzen sie aktiv; 72% der Nutzenden haben hohes Vertrauen. | BSI-Umfrage zu Passkey-Bekanntheit/Nutzung. Keine Zahlen zu einzelnen Diensten. |
| BSDC-B-IDN-2019-430 Relevanz 3B1 | 20.12.2019 | Jugendmedienschutz: Neue Methode für Altersverifikation im Internet (Autoident) Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) Recherche: DC Quelle öffnen → | KJM lässt Autoident-Verfahren (automatischer Foto-Ausweis-Abgleich per ML) als Ersatz für Video-Identifizierung zur Altersverifikation zu. | Zulassung eines automatisierten Altersverifikationsverfahrens 2019. Belegt nicht spätere Verbreitung/Fehlerquoten. |
| BSDC-O-IDN-2025-465 Relevanz 3B2 | 10.12.2025 | Online Safety Amendment (Social Media Minimum Age) Act 2024 eSafety Commissioner Australien Recherche: DC Quelle öffnen → | Seit 10.12.2025 müssen 10 Plattformen Nutzer unter 16 aktiv ausschließen, Selbstauskunft reicht nicht, Bußgeld bis 49,5 Mio. AUD. | Australien erstes Land mit striktem Unter-16-Ausschluss. Wirksamkeit der Prüfung nicht belegt. |
| BSDC-O-IDN-2026-466 Relevanz 3B2 | Juli 2026 07.2026 | Use of Age Assurance Report 2026 Ofcom Recherche: DC Quelle öffnen → | Anteil wirksamer Alterschecks bei Kindern stieg von 25% (Jul 2025) auf 43% (Jan 2026); 69 Mio. Alterschecks im 2. Halbjahr 2025. | UK-Regulierer misst Fortschritt der Altersverifikationspflicht. |
| BSDC-O-IDN-2025-467 Relevanz 3B2 | Januar 2026 01.2026 | The Year States Chose Surveillance Over Safety: 2025 in Review Electronic Frontier Foundation Recherche: DC Quelle öffnen → | Mind. 9 US-Bundesstaaten führten 2025 Altersverifikationspflichten ein; Floridas Gesetz löste 1150%-Anstieg der VPN-Nachfrage aus. | EFF-Kritik: Gesetze treiben Nutzer zu unregulierten Auslandsseiten. |
| BSDC-O-IDN-2025-468 Relevanz 3B2 | 27.06.2025 | The Supreme Court's Decision on Age Verification Tramples Free Speech Electronic Frontier Foundation Recherche: DC Quelle öffnen → | Nach Free Speech Coalition v. Paxton senkte der Supreme Court den Prüfmaßstab für Altersverifikation von strict auf intermediate scrutiny. | US-Urteil senkt Grundrechtsschutz bei Altersprüfung. |
| BSDC-O-IDN-2025-469 Relevanz 3D8 | 15.07.2025 | When 'Bossware' Manages Workers National Employment Law Project Recherche: DC Quelle öffnen → | US-Report: Arbeitgeber setzen Bossware ohne Transparenz/Widerspruchsmöglichkeiten ein. | Keine Nutzungszahlen für Deutschland. |
| BSDC-O-IDN-2026-471 Relevanz 3D8 | 16.04.2026 | KI-Recruiting wird Hochrisiko (ab 02.08.2026) Skill Sprinters Recherche: DC Quelle öffnen → | Ab 02.08.2026 gelten KI-Bewerbertools als Hochrisiko-KI, Verstöße bis 15 Mio. Euro oder 3% Jahresumsatz. | Neue EU-Pflichten für KI-Recruiting-Tools. |
| BSDC-O-IDN-2025-479 Relevanz 3B1 | März 2025 03.2025 | Deepfake CEO Scam: Wie ein Zoom-Call in Singapur 499.000 US-Dollar kostete Tookitaki Recherche: DC Quelle öffnen → | Finance Director autorisierte 499.000 USD Zahlung während Zoom-Call, bei dem alle Führungskräfte KI-Deepfakes waren. | Konkreter Deepfake-Betrugsfall. Details zur Software/Aufdeckung nicht belegt. |
| BSDC-B-IDN-2026-481 Relevanz 3B1 | 15.01.2026 | AI Fake IDs and the New KYC Risk Sumsub Recherche: DC Quelle öffnen → | 2% aller entdeckten gefälschten Dokumente 2025 mit generativer KI erstellt; KI-Fake-IDs für ca. 15 USD in 30 Minuten produzierbar. | KI macht Dokumentenfälschung billiger. Herstellerstudie, nicht unabhängig verifiziert. |
| BSDC-B-IDN-2026-482 Relevanz 3B1 | 21.01.2026 | Deepfake-as-a-Service revolutionizing biometrics spoofing and identity fraud Group-IB Recherche: DC Quelle öffnen → | 8.065 biometrische Injection-Angriffsversuche bei einem Finanzinstitut Jan-Aug 2025; Deepfake-Erstellung ab 10-50 USD als Dienstleistung. | Zahl bezieht sich nur auf ein Institut, nicht die Gesamtbranche. |
| BSDC-J-IDN-2026-488 Relevanz 3C5 | 06.03.2026 | BVerwG: Datenanalyse privater Krankenversicherer ohne Einwilligung unzulässig Bundesverwaltungsgericht Recherche: DC Quelle öffnen → | BVerwG untersagt PKV-Analyse von Abrechnungsdaten ohne Einwilligung für Vorsorgeprogramm-Auswahl. | Krankenversicherer dürfen nicht heimlich Diagnosen für Bonusprogramme auswerten. |
| BSDC-S-IDN-2025-489 Relevanz 3C5 | September 2025 09.2025 | Genetischer Datenschutz Wau Holland Stiftung / Gen-ethisches Netzwerk Recherche: DC Quelle öffnen → | Warnung vor Ausweitung polizeilicher DNA-Analyse; genetische Daten offenbaren auch Infos über Verwandte, nicht nachhaltig anonymisierbar. | DNA-Daten besonders heikel, betreffen auch Angehörige. |
| BSDC-O-IDN-2025-490 Relevanz 3C5 | 07.08.2026 | FAQ zum Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ Gesundheit) BfArM Recherche: DC Quelle öffnen → | FDZ Gesundheit erschließt seit Oktober 2025 Abrechnungsdaten von ca. 73 Mio. gesetzlich Versicherten für Forschung. | Zentrale Forschungsdatenstelle für fast alle GKV-Versicherten. Widerspruchsmöglichkeit nicht im Detail erklärt. |
| BSDC-P-IDN-2024-491 Relevanz 3C5 | 19.03.2024 | Vorsicht vor Online-Gentests! Gen-ethisches Netzwerk / Netzwerk Datenschutzexpertise Recherche: DC Quelle öffnen → | Mehrere Online-Gentest-Anbieter verstoßen laut GeN gegen DSGVO/Gendiagnostikgesetz, Kundendaten teils an Pharmafirmen weiterverkauft. | Warnung vor kommerziellen DNA-Tests ohne ärztliche Beratung. |
| BSDC-P-IDN-2025-500 Relevanz 3B2 | 18.11.2025 | Thüringer OLG: Biometrische Daten beim Online-Proctoring rechtswidrig Thüringer Oberlandesgericht / GFF Recherche: DC Quelle öffnen → | OLG: biometrische Proctoring-Überwachung verstößt gegen Art. 9 DSGVO, keine wirksame Einwilligung möglich. | Gericht erklärt Gesichtsüberwachung bei Online-Klausuren für rechtswidrig. |
| BSDC-S-IDN-2022-501 Relevanz 3B2 | 18.07.2022 | IT-Sicherheits- und Datenschutzmängel bei Kita-Apps (PETS-Studie) Ruhr-Universität Bochum, Westfälische Hochschule, MPI Bochum Recherche: DC Quelle öffnen → | 40 von 42 untersuchten Kita-Apps enthielten Tracking, 8 mit Sicherheitslücken zu privaten Kinderfotos. | Peer-reviewte Studie zeigt weitverbreitete Mängel bei Kita-Apps. |
| BSDC-P-IDN-2025-538 Relevanz 3C7 | 19.08.2025 | Wenn Städte Bürgerdaten an Parteien verkaufen CORRECTIV Recherche: DC Quelle öffnen → | Berlin gab ca. 4,8 Mio. Melderegisterdatensätze an Parteien, München ca. 340.000 für 34.000 Euro (§50 BMG). | Vor Wahlen geben Kommunen Namen/Adressen an Parteien. |
| BSDC-P-IDN-2025-539 Relevanz 3C7 | 05.11.2025 | BVerwG: Auskunftssperre im Melderegister für bedrohte Behördenmitarbeiter Bundesverwaltungsgericht Recherche: DC Quelle öffnen → | BVerwG verpflichtet Stadt Bonn zu Auskunftssperren für zwei BaFin-Mitarbeiter, berufsbedingte Bedrohungslage genügt. | Stärkt Melderegister-Schutz für bedrohte Berufsgruppen. |
| BSDC-S-IDN-2025-557 Relevanz 3B1 | 09.09.2025 | SIM Swap Scam Statistics 2025 DeepStrike / FBI IC3 Recherche: DC Quelle öffnen → | FBI IC3: 982 SIM-Swap-Beschwerden 2024, 26 Mio. USD Verlust; UK-Fälle stiegen um 1055%, T-Mobile zu 33 Mio. USD Schadenersatz verurteilt. | SMS-2FA umgehbar durch SIM-Swapping, steigende Fallzahlen. |