Quellen-Tabelle
Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.
| BSDC-ID | Datum | Titel & Quelle | Kernaussage | Klartext |
|---|---|---|---|---|
| BSDC-P-IDN-2023-1851 Relevanz 3Gesichtserkennung, Algorithmische Diskriminierung | 19.12.2023 | FTC verbietet Rite Aid Gesichtserkennung wegen diskriminierender Fehlidentifikationen U.S. Federal Trade Commission (FTC) Recherche: DC Quelle öffnen → | Die FTC einigte sich am 19.12.2023 mit der US-Drogeriekette Rite Aid darauf, dass diese für fünf Jahre keine Gesichtserkennung zur Ladenüberwachung einsetzen darf. Laut FTC-Beschwerde nutzte Rite Aid die Technik von 2012 bis 2020 in hunderten Filialen, wobei Mitarbeitende tausende Fehlalarme erhielten und Kunden fälschlich des Ladendiebstahls beschuldigt wurden. Die Fehlerquote war in Stadtteilen mit überwiegend Schwarzer, asiatischer und lateinamerikanischer Bevölkerung nachweislich höher als in mehrheitlich weißen Gegenden. | Offen bleibt die genaue Zahl der fälschlich beschuldigten Personen sowie individuelle Schadensersatzforderungen, da die Vereinbarung eine zivilrechtliche Einigung ohne Schuldeingeständnis ist. Rite Aid bestritt die Vorwürfe und verwies darauf, das System bereits Jahre vor der FTC-Untersuchung eingestellt zu haben. |
| BSDC-P-IDN-2021-1852 Relevanz 3Datenleck, Identitaetsdiebstahl | 17.08.2021 | T-Mobile-Datenleck 2021 T-Mobile US, Inc. Recherche: DC Quelle öffnen → | T-Mobile bestätigte offiziell, dass bei einem Cyberangriff im August 2021 Daten von rund 40 Millionen ehemaligen und potenziellen Kunden sowie 7,8 Millionen bestehenden Postpaid-Kunden gestohlen wurden. Erbeutet wurden Namen, Geburtsdaten, Sozialversicherungsnummern sowie Führerschein- beziehungsweise ID-Daten, jedoch nach Unternehmensangaben keine Finanz- oder Kreditkartendaten. Insgesamt waren nach T-Mobiles eigener Zählung Datensätze von fast 50 Millionen Personen betroffen. | Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war die Untersuchung noch nicht abgeschlossen, sodass der genaue Gesamtumfang offenblieb. Nicht dokumentiert ist, in welchem Umfang die gestohlenen Daten tatsächlich für konkreten Identitätsdiebstahl oder Kreditbetrug missbraucht wurden. |
| BSDC-J-IDN-2016-1864 Relevanz 3MEGA-BREACH, IDENTITAETSDIEBSTAHL | 13.11.2016 | FriendFinder-Networks-Hack: 412 Millionen Konten von Erwachsenen-Dating-Seiten geleakt TechCrunch Recherche: DC Quelle öffnen → | Bei einem im Oktober 2016 über eine Local-File-Inclusion-Lücke ausgeführten Hack von FriendFinder Networks (AdultFriendFinder, Penthouse.com, Cams.com, Stripshow.com, iCams.com) wurden rund 412 Millionen Nutzerkonten kompromittiert. Der Sicherheitsdienst LeakedSource stellte den vollen Umfang am 13. November 2016 öffentlich fest. 99 Prozent der Passwörter waren im Klartext oder nur schwach mit SHA1 gehasht gespeichert und ließen sich knacken, betroffen waren auch Daten von Millionen bereits gelöschter Konten. | Offen bleibt, warum FriendFinder Networks weiterhin Kundendaten von Penthouse.com vorhielt, obwohl die Seite bereits im Februar 2016 verkauft worden war. Auch die genaue Bedeutung der als gelöscht markierten Konten sowie ob und wie vollständig alle betroffenen Nutzer benachrichtigt wurden, ist den Berichten zufolge unklar geblieben. |
| BSDC-P-IDN-2016-1868 Relevanz 3MEGA-BREACH, DATENSCHUTZAUFSICHT | 23.08.2016 | Ashley-Madison-Datenschutzprüfung: Behörden bestätigen Sicherheitsmängel und gefälschtes Gütesiegel Office of the Privacy Commissioner of Canada (OPC) und Office of the Australian Information Commissioner (OAIC) Recherche: DC Quelle öffnen → | Die kanadische Datenschutzbehörde OPC und die australische OAIC veröffentlichten am 23.08.2016 die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Untersuchung zum Ashley-Madison-Datenleck von 2015. Die Behörden stellten bei der Betreiberfirma Avid Life Media gravierende Sicherheitsmängel fest, darunter fehlende dokumentierte Sicherheitsrichtlinien, unzureichend abgesicherter Fernzugriff auf interne Systeme und im Klartext gespeicherte Verschlüsselungsschlüssel und Passwörter. Zudem bestätigten die Behörden, dass die Firma auf ihrer Startseite ein gefälschtes Sicherheits-Gütesiegel zeigte und Nutzerdaten auch nach kostenpflichtiger Löschung des Profils weiter speicherte. | Der Bericht verhängte keine Geldstrafe gegen das Unternehmen, sondern setzte auf verbindliche Verbesserungszusagen. Ob und in welchem Umfang die zugesagten Sicherheitsmaßnahmen tatsächlich fristgerecht umgesetzt wurden, geht aus der Quelle nicht abschließend hervor. |
| BSDC-J-IDN-2020-1873 Relevanz 3MEGA-BREACH, STAATLICHE-HACKER | 10.02.2020 | Equifax-Hack: US-Justiz klagt vier chinesische Militärhacker an heise online Recherche: DC Quelle öffnen → | Das US-Justizministerium klagte am 10.02.2020 vier Mitglieder der chinesischen Volksbefreiungsarmee wegen des Equifax-Hacks von 2017 an. Laut Anklage nutzten die Hacker die ungepatchte Apache-Struts-Sicherheitslücke im Streitbeilegungsportal von Equifax aus, verschleierten ihre Herkunft über rund 34 Server in fast 20 Ländern und erbeuteten Namen, Geburtsdaten und Sozialversicherungsnummern von knapp 150 Millionen US-Bürgern sowie Führerscheinnummern von mindestens 10 Millionen Betroffenen. | Da die USA kein Auslieferungsabkommen mit China haben, befinden sich die vier Angeklagten weiterhin auf freiem Fuß in China und wurden bislang nicht vor Gericht gestellt. Ob sie im direkten staatlichen Auftrag handelten oder wozu die gestohlenen Daten letztlich verwendet wurden, ist dadurch gerichtlich nie geprüft worden. |
| BSDC-J-IDN-2013-1874 Relevanz 3Datenleck, Yahoo | 05.10.2017 | Yahoo-Datenleck 2013: alle 3 Milliarden Konten betroffen TechTarget (SearchSecurity) Recherche: DC Quelle öffnen → | Yahoo bzw. die Verizon-Tochter Oath bestätigte im Oktober 2017, dass ein im August 2013 verübter Hackerangriff sämtliche zu diesem Zeitpunkt bestehenden 3 Milliarden Yahoo-Nutzerkonten betraf. Erst im Dezember 2016 war der Vorfall mit geschätzten 1 Milliarde betroffenen Konten bekannt geworden, die neue Zahl kam erst während forensischer Untersuchungen im Rahmen der Verizon-Übernahme zustande. Erbeutet wurden Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten sowie MD5-gehashte Passwörter und teils unverschlüsselte Sicherheitsfragen, jedoch keine Klartext-Passwörter oder Zahlungsdaten. | Wer genau hinter dem Angriff steckt, ist nicht abschließend öffentlich geklärt, auch wenn spätere US-Anklagen mutmaßlich staatlich unterstützte Akteure aus Russland benannten. Offen bleibt zudem, warum die volle Größenordnung von 3 Milliarden Konten erst 2017 erkannt wurde und ob frühere Angaben bewusst zu niedrig kommuniziert wurden. |
| BSDC-P-IDN-2024-1875 Relevanz 3MEGA-BREACH, FTC-VERGLEICH | 09.10.2024 | FTC-Vergleich mit Marriott und Starwood wegen dreier Datenlecks 2014 bis 2020 U.S. Federal Trade Commission (FTC) Recherche: DC Quelle öffnen → | Die FTC gab am 09.10.2024 einen Vergleich mit Marriott International und der Tochter Starwood Hotels wegen dreier Datenlecks zwischen 2014 und 2020 bekannt, von denen weltweit mehr als 344 Millionen Kunden betroffen waren. Laut FTC-Beschwerde fehlten bei Marriott und Starwood angemessene Passwort- und Zugriffskontrollen, Netzwerksegmentierung, aktuelle Software-Patches und eine ausreichende Mehrfaktor-Authentifizierung. Der Vergleich verpflichtet die Unternehmen zu einem umfassenden Informationssicherheitsprogramm; parallel zahlte Marriott 52 Millionen Dollar an 49 US-Bundesstaaten. | Der Vergleich beruht auf einer vorgeschlagenen FTC-Anordnung, ein Schuldeingeständnis von Marriott geht aus dieser Quelle nicht hervor. Offen bleibt, in welchem Umfang sich die 344 Millionen genannten Datensätze mit den bereits 2018 gemeldeten rund 339 Millionen Starwood-Datensätzen überschneiden. |
| BSDC-J-IDN-2014-1887 Relevanz 3Massenueberwachung, Geheimdienste | 27.02.2014 | GCHQ Optic Nerve: Massenhafte Erfassung von Yahoo-Webcam-Bildern The Guardian, basierend auf Snowden-Dokumenten Recherche: DC Quelle öffnen → | Der britische Geheimdienst GCHQ betrieb mit technischer Unterstützung der NSA das Programm Optic Nerve, das zwischen 2008 und mindestens 2012 automatisch alle fünf Minuten Standbilder aus Yahoo-Messenger-Webcam-Chats abgriff und in einer durchsuchbaren Datenbank speicherte. Allein in einem Sechsmonatszeitraum wurden Bilder von rund 1,8 Millionen Yahoo-Nutzerkonten weltweit erfasst, unabhängig davon, ob die Betroffenen Zielpersonen der Geheimdienste waren. | Nicht öffentlich belegt ist, wie viele der gespeicherten Bilder tatsächlich für Gesichtserkennungsexperimente oder konkrete Ermittlungen genutzt wurden und was mit dem Datenbestand langfristig geschah. Offen bleibt zudem, in welchem Umfang die NSA selbst auf die gesammelten Bilder zugriff und ob das Programm nach 2012 fortgeführt wurde. |
| BSDC-P-IDN-2023-1909 Relevanz 3KI-Regulierung, Datenschutzbehoerden | 31.03.2023 | Garante sperrt ChatGPT vorübergehend in Italien Garante per la protezione dei dati personali Recherche: DC Quelle öffnen → | Die italienische Datenschutzbehörde Garante ordnete am 30. März 2023 eine sofortige vorläufige Beschränkung der Datenverarbeitung durch ChatGPT in Italien an. Als Gründe nannte sie die fehlende Rechtsgrundlage für die massenhafte Sammlung und Speicherung personenbezogener Daten zum Training der Algorithmen, mangelhafte Nutzerinformation sowie das Fehlen einer Altersverifikation für Minderjährige. Ausgelöst wurde die Maßnahme auch durch ein Datenleck bei OpenAI vom 20. März 2023. Nachdem OpenAI bis zum 28. April 2023 Auflagen umsetzte, wurde der Dienst wieder freigeschaltet. | Offen bleibt, in welchem Umfang OpenAI die geforderten Maßnahmen tatsächlich dauerhaft und vollständig umsetzte, da spätere Verfahren des Garante weitere Verstöße feststellten. Nicht abschließend geklärt ist zudem, wie wirksam die eingeführte Altersverifikation in der Praxis tatsächlich Minderjährige schützt. |
| BSDC-P-IDN-2023-1911 Relevanz 3KI-Regulierung, Kinderschutz | 02.02.2023 | Garante verbietet KI-Chatbot Replika wegen Kinderschutz Garante per la protezione dei dati personali Recherche: DC Quelle öffnen → | Die italienische Datenschutzbehörde Garante erließ am 2. Februar 2023 eine Dringlichkeitsanordnung gegen den US-Anbieter Luka Inc und untersagte die Verarbeitung personenbezogener Daten italienischer Nutzer durch den KI-Begleiter-Chatbot Replika. Grund waren fehlende Altersverifikation und Verstöße gegen Transparenzpflichten der DSGVO, da Replika Minderjährige nicht wirksam ausschließen konnte und diesen laut Tests auch sexuell konnotierte Antworten lieferte. Bei Nichtbefolgung drohte eine Strafe von bis zu 20 Millionen Euro. | Offen bleibt, wie viele italienische Minderjährige Replika tatsächlich nutzten und welchen konkreten Schaden sie erlitten. Die genaue Höhe der später verhängten Geldbuße gegen Luka Inc ist in den hier genutzten Quellen nicht abschließend beziffert. |
| BSDC-J-IDN-2013-1912 Relevanz 3Datenleck, Insider-Angriff | 12.09.2013 | Vodafone-Deutschland-Datenleck 2013 heise online Recherche: DC Quelle öffnen → | Vodafone Deutschland bestätigte am 12. September 2013 einen Angriff auf einen internen Server, bei dem Name, Adresse, Geburtsdatum, Geschlecht, Bankleitzahl und Kontonummer von rund zwei Millionen Kunden entwendet wurden. Vodafone erklärte, der Angriff sei nur mit hoher krimineller Energie und Insiderwissen möglich gewesen. Die Polizei identifizierte einen tatverdächtigen Mitarbeiter, während eine Hackergruppe namens Team_L4w sich in einem Bekennerschreiben zu der Tat bekannte. | Offen blieb, wer die Tat tatsächlich beging und ob der festgenommene Verdächtige allein oder im Zusammenwirken mit der Hackergruppe handelte. Unklar blieb auch der genaue Verschlüsselungsstatus der Kundendaten sowie der volle Umfang des Datenbankzugriffs. |
| BSDC-P-IDN-2019-1913 Relevanz 3DSGVO-Bussgelder, Authentifizierung | 09.12.2019 | 1&1 Telecom Bußgeld wegen unsicherer Kundenauthentifizierung Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) Recherche: DC Quelle öffnen → | Der BfDI Ulrich Kelber verhängte am 9. Dezember 2019 ein Bußgeld von 9,55 Millionen Euro gegen die 1&1 Telecom GmbH. Grund war ein Verstoß gegen Art. 32 DSGVO, da Anrufer an der Kundenhotline sich lediglich mit Name und Geburtsdatum ausweisen mussten und dadurch unbefugt an persönliche Kundendaten gelangen konnten. Auslöser war ein 2018 dokumentierter Fall, in dem eine Ex-Partnerin so die neue Telefonnummer eines Kunden erfragte. | 1&1 legte gegen das Bußgeld Einspruch ein. Das Landgericht Bonn bestätigte 2020 zwar den Verstoß, reduzierte die Strafe aber auf 900.000 Euro, da es die Fahrlässigkeit als gering einstufte. Ob weitere Kunden konkret geschädigt wurden, ist nicht dokumentiert. |
| BSDC-P-IDN-2014-1916 Relevanz 3MEGA-BREACH, CYBERCRIME | 07.04.2014 | Telekom-Datenklau 2014: 18 Millionen gestohlene Zugangsdaten Deutsche Telekom AG / BSI Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Staatsanwaltschaft Verden übergab dem BSI rund 21 Millionen sichergestellte Zugangsdaten, nach Bereinigung verblieben etwa 18 Millionen Datensätze, davon 3 Millionen deutschen Providern zuzuordnen. Die Deutsche Telekom bestätigte offiziell, dass rund 87.000 ihrer T-Online-Kunden betroffen waren und informierte diese per E-Mail über Schutzmaßnahmen. Laut BSI handelte es sich um gestohlene Benutzernamen und Passwörter, die vermutlich durch Schadsoftware auf Nutzergeräten abgegriffen wurden. | Die genaue Herkunft und der ursprüngliche Angriffsweg der gestohlenen Zugangsdaten bleiben laut BSI ungeklärt, ein Diebstahl direkt von Telekom-Servern wird aber ausgeschlossen. Nicht belegt ist, wie viele der informierten Kunden tatsächlich Opfer von Missbrauch wurden. |
| BSDC-J-IDN-2019-1917 Relevanz 3Sprachassistenten-Ueberwachung, Consumer-Privacy-Tech-Konzerne | 10.04.2019 | Amazon-Mitarbeiter hören Alexa-Sprachaufnahmen von Kunden ab Bloomberg Recherche: DC Quelle öffnen → | Bloomberg deckte am 10. April 2019 auf, dass Amazon weltweit tausende Mitarbeiter und Vertragspartner in Standorten wie Boston, Costa Rica, Indien und Rumänien beschäftigte, um Sprachaufnahmen von Echo-Alexa-Geräten manuell abzuhören und zu transkribieren. Die Aufnahmen wurden mit Kontonummer, Vornamen und Geräteseriennummer verknüpft. Reviewer sichteten pro neunstündiger Schicht bis zu 1000 Audioclips und hörten dabei teils sensible Inhalte wie medizinische Gespräche oder häusliche Konflikte. | Offen blieb, wie viele Nutzer insgesamt betroffen waren und in welchem Umfang identifizierende Daten in der Praxis tatsächlich zur Identifikation einzelner Personen genutzt wurden. Nicht abschließend dokumentiert ist zudem, ob und wie stark Amazon die Praxis nach der Veröffentlichung tatsächlich einschränkte. |
| BSDC-P-IDN-2016-1923 Relevanz 3Gesundheitsdaten, Staatliche-Datenprogramme | 06.07.2016 | Absage des NHS-Programms care.data Department of Health and Social Care / NHS England Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 6. Juli 2016 gab das britische Gesundheitsministerium bekannt, dass NHS England das umstrittene Programm care.data einstellt. Care.data sollte ab 2013 Patientendaten aus Hausarztpraxen in England zentral zusammenführen und für Forschung und Planung verfügbar machen, wurde aber wegen unzureichender Aufklärung der Patienten und Datenschutzbedenken nie vollständig umgesetzt. Die Einstellung folgte auf den Caldicott-Bericht der National Data Guardian sowie einen Bericht der Care Quality Commission. | Die offizielle Erklärung nennt keine konkreten Zahlen zu Kosten oder Opt-out-Quoten des Programms. Berichte anderer Medien beziffern die bereits entstandenen Kosten auf rund 8 Millionen Pfund und die Zahl der Opt-outs auf etwa 1,5 Millionen, dies stammt jedoch nicht aus der Primärquelle selbst. |
| BSDC-J-IDN-2021-1924 Relevanz 3GESUNDHEITSDATEN-PLATTFORM, GPDPR-NHS | 08.06.2021 | NHS-GPDPR-Programm: Regierung verschiebt zentrale Hausarztdaten-Sammlung nach Protesten The Register Recherche: DC Quelle öffnen → | NHS Digital wollte im Rahmen des Programms General Practice Data for Planning and Research (GPDPR) ab dem 1. Juli 2021 identifizierbare Gesundheitsdaten aus allen Hausarztpraxen in England zentral für Planungs- und Forschungszwecke sammeln. Nach Widerstand der Ärzteverbände BMA und Royal College of GPs, einer angekündigten Klage der Organisation Foxglove und politischem Druck der Labour-Partei verschob die britische Regierung den Starttermin am 8. Juni 2021 um zwei Monate auf den 1. September 2021. | Aus dieser Quelle nicht beziffert ist die genaue Zahl der bis zu diesem Zeitpunkt eingegangenen Patienten-Opt-outs. Offen bleibt aus diesem Artikel auch der weitere Verlauf nach der zweimonatigen Verschiebung, da das Programm späteren Berichten zufolge am 19. Juli 2021 auf unbestimmte Zeit zusätzlich pausiert wurde. |
| BSDC-P-IDN-2018-1925 Relevanz 3GESUNDHEITSDATEN-LEAKS, GESUNDHEITSWESEN | 30.10.2018 | Sicherheitslücken in der Gesundheits-App Vivy modzero AG Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Schweizer IT-Sicherheitsfirma modzero deckte 2018 gravierende Sicherheitslücken in der von 14 gesetzlichen und 2 privaten Krankenkassen unterstützten Gesundheits-App Vivy auf, die rund 13,5 Millionen Versicherte digital nutzen konnten. Namen, Fotos, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten und Versichertennummern sowie Arztdaten waren durch Schwächen bei Verschlüsselung und Schlüsselverwaltung unzureichend geschützt. modzero informierte Vivy am 21.09.2018 und veröffentlichte den Bericht am 30.10.2018 nach Ablauf einer vereinbarten Frist. | Der Bericht dokumentiert nur die technische Machbarkeit der Angriffe, keine belegten Fälle von tatsächlichem Datenmissbrauch oder Datenabfluss an Dritte. Ob die von Vivy zugesicherten Gegenmaßnahmen alle Lücken vollständig schlossen, wurde von modzero nicht unabhängig nachgeprüft. |
| BSDC-P-IDN-2012-1927 Relevanz 3Datenleck, Passwortsicherheit | 06.06.2012 | LinkedIn-Passwortleck 2012 LinkedIn Recherche: DC Quelle öffnen → | LinkedIn bestätigte am 6. Juni 2012 offiziell, dass ein Teil der zuvor auf einem russischen Hackerforum veröffentlichten Passwort-Hashes zu LinkedIn-Konten gehörte. Die rund 6,5 Millionen unsalted SHA-1-Hashes stammten aus einer Datenbank, betroffene Nutzer wurden zum Passwort-Reset aufgefordert und das Unternehmen führte danach Salting für die Passwortspeicherung ein. | Wie die Angreifer Zugriff auf die Datenbank erlangten, blieb in der offiziellen Mitteilung unbeschrieben. Die tatsächliche Gesamtzahl betroffener Konten war 2012 unklar und wurde erst 2016 auf rund 117 Millionen E-Mail-Passwort-Kombinationen nach oben korrigiert. |
| BSDC-P-IDN-2018-1928 Relevanz 3Datenleck, Zugangsdaten | 29.03.2018 | MyFitnessPal-Datenleck bei Under Armour Under Armour, Inc. Recherche: DC Quelle öffnen → | Under Armour bestätigte am 29. März 2018 offiziell ein Datenleck bei seiner Fitness-App MyFitnessPal, von dem rund 150 Millionen Nutzerkonten betroffen waren. Kompromittiert wurden Nutzernamen, E-Mail-Adressen und größtenteils mit bcrypt gehashte Passwörter. Der unbefugte Zugriff erfolgte laut Unternehmen Ende Februar 2018 und wurde am 25. März 2018 entdeckt, Zahlungsdaten und Sozialversicherungsnummern waren nach Unternehmensangaben nicht betroffen. | Nicht öffentlich dokumentiert sind die Identität der Angreifer und der genaue technische Einbruchsweg in die Systeme. Offen bleibt zudem, in welchem Umfang die gestohlenen Zugangsdaten später tatsächlich für Kontoübernahmen bei anderen Diensten missbraucht wurden. |
| BSDC-P-IDN-2022-1929 Relevanz 3Datenleck, Zugangsdaten-Diebstahl | 31.12.2022 | Slack-GitHub-Repository-Diebstahl 2022 Slack Technologies Recherche: DC Quelle öffnen → | Unbekannte Angreifer nutzten gestohlene Zugangs-Tokens von Slack-Mitarbeitern, um am 27. Dezember 2022 auf extern gehostete private GitHub-Repositories von Slack zuzugreifen und Code herunterzuladen. Slack bestätigte offiziell, dass die Tokens durch die Kompromittierung eines Drittanbieters entwendet wurden, und rotierte anschließend alle betroffenen Zugangsdaten. | Slack erklärte, dass keine Kundendaten, keine Zugangsmittel zu Kundendaten und nicht der primäre Produktionscode betroffen waren. Welcher Drittanbieter genau kompromittiert wurde und wie die Angreifer dort eindrangen, wurde von Slack nicht öffentlich benannt. |
| BSDC-P-IDN-2022-1930 Relevanz 3CREDENTIAL-PHISHING, SUPPLY-CHAIN-ANGRIFF | 01.11.2022 | Dropbox-Phishing 2022: Gefälschte CircleCI-Seite öffnet Zugriff auf 130 Code-Repositories Dropbox Inc. Recherche: DC Quelle öffnen → | Anfang Oktober 2022 versendeten Angreifer Phishing-E-Mails an Dropbox-Mitarbeiter, die vorgaben, von der CI/CD-Plattform CircleCI zu stammen, und auf eine gefälschte CircleCI-Login-Seite verwiesen. Mitarbeiter gaben dort ihre Zugangsdaten ein, wodurch die Angreifer Zugriff auf ein GitHub-Konto eines Dropbox-Entwicklers erlangten. Über dieses Konto kopierten die Angreifer rund 130 interne Code-Repositories, Entwickler-API-Schlüssel sowie einige tausend Namen und E-Mail-Adressen von Mitarbeitern und Kunden. GitHub informierte Dropbox am 14.10.2022, woraufhin Dropbox den Zugriff sperrte. | Dropbox erklärte, dass Kerninhalte, Passwörter und Zahlungsinformationen von Nutzern nicht betroffen waren, ohne diese Aussage durch eine unabhängige Prüfung zu belegen. Die genaue Identität der Angreifer, die Gesamtzahl der betroffenen Personen sowie ein möglicher weiterer Missbrauch der gestohlenen API-Schlüssel gehen aus der Quelle nicht hervor. |
| BSDC-J-IDN-2023-1932 Relevanz 3Datenleck, Drittanbieter-Sicherheit | 15.05.2023 | Discord-Datenleck durch kompromittiertes Support-Mitarbeiterkonto SecurityWeek Recherche: DC Quelle öffnen → | Discord informierte im Mai 2023 Nutzer per E-Mail über ein Datenleck, nachdem Unbefugte das Konto eines externen Kundendienst-Mitarbeiters kompromittiert hatten. Betroffen waren E-Mail-Adressen, Inhalte von Support-Nachrichten und angehängte Dateien aus der Ticket-Warteschlange des Dienstleisters. Discord deaktivierte das betroffene Konto, beauftragte eine Forensik-Firma und informierte Strafverfolgungsbehörden. | Der Name des kompromittierten Support-Dienstleisters wurde von Discord nie offiziell bestätigt. Mehrere Medien vermuteten damals Zendesk als betroffenen Anbieter, dies blieb jedoch unbestätigt und ist von einem späteren, offiziell bestätigten Zendesk-Vorfall bei Discord im Jahr 2025 zu unterscheiden. |
| BSDC-P-IDN-2023-1933 Relevanz 3Identitaetsdiebstahl, Cyberangriffe-auf-Unternehmen | 20.10.2023 | Okta-Support-System-Datenleck 2023 Okta Security Recherche: DC Quelle öffnen → | Okta bestätigte offiziell, dass Angreifer zwischen Ende September und Anfang Oktober 2023 mit einem gestohlenen Zugangsdatensatz auf das Kundensupport-System zugriffen, getrennt von der produktiven Okta-Plattform. Die Täter konnten von Kunden hochgeladene Dateien einsehen, darunter HAR-Dateien mit Cookies und Session-Tokens, die zur Identitätsübernahme missbraucht werden können. BeyondTrust entdeckte den Angriff am 2. Oktober 2023 und meldete ihn an Okta. | Wie das ursprüngliche Zugangsdatum genau gestohlen wurde, bleibt laut Okta offen. Unklar sind zudem die genaue Gesamtzahl betroffener Kunden, die volle Dauer des unautorisierten Zugriffs und ob über HAR-Dateien hinaus weitere Kundendaten eingesehen wurden. |
| BSDC-P-IDN-2019-1934 Relevanz 3RECHT-AUF-VERGESSENWERDEN, EUGH-GRUNDSATZURTEIL | 24.09.2019 | EuGH begrenzt Recht auf Vergessenwerden auf EU-Gebiet (Google gegen CNIL) Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) Recherche: DC Quelle öffnen → | Der EuGH entschied im Fall Google LLC gegen die französische Datenschutzbehörde CNIL, dass ein Suchmaschinenbetreiber eine Auslistung nach dem Recht auf Vergessenwerden nicht weltweit auf allen Domain-Versionen durchführen muss, sondern nur auf den Versionen, die den EU-Mitgliedstaaten entsprechen. Vorausgegangen war ein Bußgeld von 100.000 Euro, das die CNIL 2016 gegen Google verhängt hatte. Der Suchmaschinenbetreiber muss aber wirksame Maßnahmen wie Geoblocking einsetzen, damit Nutzer in der EU die gelöschten Links nicht über Nicht-EU-Versionen der Suchmaschine umgehen können. | Aus der Pressemitteilung und dem Urteil selbst geht nicht hervor, wie wirksam die von Google eingesetzten Geoblocking-Maßnahmen in der Praxis tatsächlich sind. Offen bleibt zudem, ob und wie einzelne Mitgliedstaaten seither per nationalem Recht doch eine weltweite Auslistung angeordnet haben, da der EuGH dies ausdrücklich nicht ausschließt. |
| BSDC-P-IDN-2021-1935 Relevanz 3VORRATSDATENSPEICHERUNG, EUGH-GRUNDSATZURTEIL | 02.03.2021 | EuGH-Urteil Prokuratuur: Staatsanwaltschaft darf nicht selbst über Zugriff auf Vorratsdaten entscheiden Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH), Große Kammer Recherche: DC Quelle öffnen → | Der EuGH entschied am 2. März 2021 im Fall H.K. gegen Prokuratuur (C-746/18), dass Zugriff auf gespeicherte Verkehrs- und Standortdaten nur zur Bekämpfung schwerer Kriminalität oder zur Abwehr ernster Bedrohungen der öffentlichen Sicherheit erlaubt ist. Das Unionsrecht steht einer nationalen Regelung entgegen, nach der die Staatsanwaltschaft selbst und ohne vorherige Kontrolle durch ein Gericht oder eine unabhängige Stelle über den Datenzugriff für Ermittlungsbehörden entscheiden darf. Das Urteil baut auf der Tele2/Watson-Linie des EuGH auf. | Nicht belegt ist, wie die estnische Staatsanwaltschaft und Gerichte den konkreten Ausgangsfall nach der Zurückverweisung entschieden haben. Ebenfalls offen bleibt die vollständige Umsetzungspraxis in allen EU-Mitgliedstaaten, insbesondere ob einzelne Länder ihre Zugriffsverfahren seither tatsächlich an eine unabhängige Vorabkontrolle angepasst haben. |