Quellen-Tabelle
Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.
| BSDC-ID | Datum | Titel & Quelle | Kernaussage | Klartext |
|---|---|---|---|---|
| BSDC-O-IDN-2026-013 💬 nur DiskussionRelevanz 3B1 | 05.03.2026 | "Five problems the Commission must fix in the EU Wallet" (u. a. verpflichtendes biometrisches Foto in Mindestdatensatz) epicenter.works (österreichische Grundrechte-NGO, EDRi-Mitglied) Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Kommissionsvorschlag sieht vor, ein verpflichtendes biometrisches Porträtfoto in den Mindestdatensatz aufzunehmen, den jede EUDI-Wallet enthalten muss — jede Nutzung, etwa Altersnachweis oder Vertragsunterschrift, würde potenziell ein Gesichtsbild übertragen. Während der Trilog-Verhandlungen zur eIDAS-Verordnung wurde eine Formulierung zum Schutz vor biometrischer Verarbeitung explizit aus dem Text gestrichen; die Kommission versuche nun, verpflichtende Biometrie per Durchführungsrechtsakt einzuführen und damit das Parlament zu umgehen. | Eine Bürgerrechtsorganisation zeigt mit Belegen: Die Kommission versucht über einen technischen Nebenweg (Durchführungsrechtsakt statt neues Gesetz), doch noch verpflichtende Gesichtserkennungs-Daten in die Wallet einzubauen — obwohl das im Hauptgesetz extra herausverhandelt wurde. Das ist der konkreteste, am besten belegte "Function Creep"-Fall im ganzen Themenfeld. |
| BSDC-O-IDN-2026-014 💬 nur DiskussionRelevanz 2B1 | 10.03.2026 | "The eID Wallet still doesn't deserve your full trust" European Digital Rights (EDRi) Recherche: DC Quelle öffnen → | EDRi-Mitglied epicenter.works warnt seit fünf Jahren vor Schwachstellen bei Sicherheit, Datenschutz und Nutzersicherheit des europaweiten digitalen Identifikationssystems und war zentraler Akteur dabei, dass die eIDAS-Verordnung überhaupt Schutzmechanismen enthält. Zeigt: Die im Gesetz vorhandenen guten Klauseln (siehe BSDC-P-IDN-2024-011) sind selbst das Ergebnis von Zivilgesellschafts-Druck — kein automatisches Wohlwollen der Kommission. | Diese Organisation erklärt, warum man der fertigen App trotz gutem Gesetzestext noch nicht blind vertrauen sollte — und dass die guten Regeln im Gesetz überhaupt nur drinstehen, weil Bürgerrechtler dafür gekämpft haben. |
| BSDC-J-IDN-2026-015 💬 nur DiskussionRelevanz 2B1 | 12.03.2026 | "EU Commission undermines data protection of digital wallet" heise online Recherche: DC Quelle öffnen → | Das eigentlich als Musterbeispiel für Datensparsamkeit gedachte digitale Wallet-System werde durch aktuelle Durchführungsbestimmungen der Kommission genau in diesem Kernprinzip unterlaufen: Firmen könnten mehr Daten anfragen als nötig, warnt epicenter.works. | Ein etabliertes deutsches IT-Fachmedium (kein Aktivisten-Blog) bestätigt unabhängig dieselbe Kritik: Die Wallet sollte sparsam mit Daten umgehen, aber die aktuellen Umsetzungsregeln höhlen genau das aus. Zweitbeleg, wichtig weil aus anderer redaktioneller Quelle als netzpolitik.org. |
| BSDC-B-IDN-2025-018 💬 nur DiskussionRelevanz 2B2 | 17.10.2024 | Stellungnahme der USK zum Leitlinien-Entwurf nach Art. 28 Abs. 4 DSA Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) — deutsche Games-Branchen-Selbstkontrolle Recherche: DC Quelle öffnen → | Die USK plädiert für das Verhältnismäßigkeitsprinzip als maßgeblichen Ansatz — differenzierte, von der Schädlichkeit der Inhalte abhängige Maßnahmen wie Elternbegleittools statt reiner Konzentration auf Altersverifikationssysteme — und fordert eine klare EU-weite Definition von Altersverifikation. | Selbst eine offizielle deutsche Prüfstelle für Jugendschutz sagt: Nicht bei jedem Inhalt braucht es harte Alters-Ausweiskontrolle, oft reichen mildere Mittel. Zeigt: Kritik an zu scharfer Altersverifikation kommt nicht nur von Privacy-Aktivisten, sondern auch aus dem Jugendschutz-Establishment selbst. |
| BSDC-O-IDN-2026-066 💬 nur DiskussionRelevanz 2B3 | 31.01.2026 | Stellungnahme "IP-Adressspeicherung ist ein fatales Signal für die Grundrechte" D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt Recherche: DC Quelle öffnen → | D64 begrüßt, dass die verfassungs- und europarechtlich unhaltbare präventive Speicherung von Standort- und Verkehrsdaten aus dem Gesetz gestrichen werden soll, sieht aber weiterhin die neuen Eingriffe als fatales Signal für den Grundrechtsschutz — der Entwurf setzt auf pauschale Speicherung sämtlicher IP-Adressen über drei Monate. | Wichtig für Fairness: Selbst ein kritischer Digitalverband erkennt an, dass der neue Entwurf schon abgespeckter ist als frühere Pläne — die Kritik bleibt trotzdem bestehen, aber differenziert statt pauschal ablehnend. |