Quellen-Tabelle
Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.
| BSDC-ID | Datum | Titel & Quelle | Kernaussage | Klartext |
|---|---|---|---|---|
| BSDC-P-KOM-2024-060 ✅ in KraftRelevanz 3A4 | 11.04.2024 ⚠ Feld enthält mehrere Jahresangaben, Originaltext prüfen | Verordnung (EU) 2024/1083 zur Schaffung eines gemeinsamen Rahmens für Mediendienste (European Media Freedom Act, EMFA) Europäisches Parlament und Rat Recherche: DC Quelle öffnen → | Kern des EMFA ist die Garantie redaktioneller Unabhängigkeit der Medien und der Schutz journalistischer Arbeit vor staatlicher Einflussnahme; das Gesetz enthält verbindliche Regeln für Medienunternehmen, Online-Plattformen und Behörden. | Das ist NICHT das Gesetz, das öffentlich-rechtliche Sender bevorzugt zeigen lässt — es ist in erster Linie ein Schutzgesetz gegen politische Einmischung in Medien (Stichwort Ungarn, Polen). Die "Priorisierung"-Frage aus den ursprünglichen Notizen steckt in einem einzelnen Artikel (Art. 18), nicht im ganzen Gesetz — siehe nächste Quelle. |
| BSDC-O-KOM-2025-061 ✅ in KraftRelevanz 3A4 | 08.05.2025 | "In defence of Article 18" — EMFA Observatory EMFA Observatory / Centre for Media Pluralism and Freedom (European University Institute) Recherche: DC Quelle öffnen → | Nach Art. 18 EMFA haben anerkannte Medien das Recht, vor einer Entfernung ihrer Inhalte über die Gründe informiert zu werden und innerhalb von 24 Stunden zu reagieren; ihre Beschwerden werden prioritär behandelt. Art. 18 stellt eine klare Abweichung von Art. 17 DSA dar und schafft einen privilegierten Status für traditionelle Medien. Wichtig: Art. 18 gilt NICHT für systemische Risiken wie Desinformation — das Medienprivileg betrifft nicht die Moderation durch die Plattformen selbst in diesen Fällen. | Hier ist die präzise Wahrheit hinter der vereinfachten Behauptung: Medien werden nicht generell "bevorzugt angezeigt" — sie bekommen nur ein Vorwarn- und Widerspruchsrecht, BEVOR eine Plattform ihre Inhalte löscht. Das ist etwas anderes als erzwungene Sichtbarkeit. Wichtige Einschränkung: Bei Desinformation gilt dieser Schutz nicht. |
| BSDC-J-KOM-2023-062 ✅ in KraftRelevanz 2A4 | 01.12.2023 | "Europäisches Medienfreiheitsgesetz: Abgeschwächter Sonderstatus für Medien auf großen Plattformen" netzpolitik.org Recherche: DC Quelle öffnen → | EFF und andere Organisationen hatten die Kuratierung von Inhalten durch Algorithmen als "deutlich ernstere Bedrohung" beschrieben als eine Moderation durch Facebook und Co.; das neue europäische Gremium soll formal unabhängig sein, allerdings ist das Sekretariat direkt der EU-Kommission unterstellt und wird von dieser finanziert — die vom Parlament geforderte "funktionale Unabhängigkeit" wurde damit nicht erreicht. | Bemerkenswert: Ausgerechnet Digital-Rights-Organisationen wie die EFF sahen die größere Gefahr NICHT im Medienprivileg selbst, sondern in Algorithmen allgemein. Und: Das neue Aufsichtsgremium ist finanziell von der Kommission abhängig — ein berechtigter Kritikpunkt an der Unabhängigkeit, unabhängig von der Priorisierungsfrage. |
| BSDC-B-KOM-2024-063 ✅ in KraftRelevanz 2A4 | 29.03.2026 | EMFA und öffentlich-rechtlicher Rundfunk — Vorgaben zu Unabhängigkeit und Finanzierung "Die Medien" (österreichisches Fachportal), mit direkten Verordnungszitaten Recherche: DC Quelle öffnen → | Der EMFA verordnet Schutzmechanismen für die Unabhängigkeit öffentlich-rechtlicher Medien, mit Vorgaben für Bestellung und Abberufung des Managements — nicht Vorgaben, dass diese Sender von Plattformen bevorzugt angezeigt werden müssten. | Wichtigste Richtigstellung für Davids ursprüngliche Notiz zu diesem Punkt: Das Gesetz macht öffentlich-rechtliche Sender unabhängiger von der Politik (z. B. schwerer für eine Regierung, den Sender-Chef nach Belieben abzusetzen) — es zwingt Plattformen NICHT, diese Sender bevorzugt anzuzeigen. Die "Priorisierung" bezieht sich, wie oben gezeigt, auf ein Lösch-Widerspruchsrecht (Art. 18), nicht auf Sichtbarkeits-Ranking. |
| BSDC-B-KOM-2025-134 🔶 im VerfahrenRelevanz 2A4 | Juli 2025 Stand Juli 2025, weiterhin gültig | EMFA vor dem EuGH — Nichtigkeitsklage Ungarns CBH Rechtsanwälte Recherche: DC Quelle öffnen → | Einige Mitgliedstaaten haben während des Gesetzgebungsverfahrens die Kompetenz der EU für Teile des EMFA angezweifelt; Ungarn hat sogar eine Nichtigkeitsklage beim EuGH erhoben (Rs. C-486/24). Allgemein wird aufgrund der weiten Kompetenzauslegung des EuGH aber nicht erwartet, dass der EMFA für nichtig erklärt wird. | Bisher nicht in der Datenbank: Es gibt einen offenen Gerichtsstreit um das gesamte EMFA-Gesetz, angestoßen von Ungarn. Wahrscheinlich wird das Gesetz bestehen bleiben, aber das Verfahren ist noch nicht entschieden — relevant für die Statuskennzeichnung. |
| BSDC-O-KOM-2024-510 Relevanz 3A4 | 13.03.2024 | Verordnung (EU) 2024/900 über Transparenz und Targeting politischer Werbung (TTPA) Europäisches Parlament und Rat Recherche: DC Quelle öffnen → | EU-Verordnung schreibt Transparenz-/Sorgfaltspflichten für politische Werbung vor, gilt ab 10.10.2025. | Pflicht zur Kennzeichnung politischer Werbung und Offenlegung des Targetings. |
| BSDC-B-KOM-2025-511 Relevanz 3A4 | 26.07.2025 | Meta stoppt politische Werbung in der EU ab Oktober 2025 Mimikama Recherche: DC Quelle öffnen → | Meta verbietet ab 10.10.2025 politische Werbung in der EU komplett statt TTPA umzusetzen. | Meta zieht sich aus politischer Werbung in EU zurück statt neue Regeln umzusetzen. |
| BSDC-J-KOM-2025-512 Relevanz 3A4 | 21.02.2025 | Microtargeting im Bundestagswahlkampf 2025 ZDFheute Recherche: DC Quelle öffnen → | SPD/CDU/CSU/Grüne/FDP/Linke Fairness-Abkommen gegen Microtargeting; Parteien gaben 6,9 Mio. Euro auf Meta aus. | AfD/BSW unterzeichneten Fairness-Abkommen nicht. |
| BSDC-P-KOM-2023-513 Relevanz 3A4 | 12.06.2023 | Quantifying the potential persuasive returns to political microtargeting Tappin, Wittenberg, Hewitt, Berinsky, Rand (PNAS) Recherche: DC Quelle öffnen → | Microtargeting übertrifft alternative Werbestrategien im Schnitt um 70% oder mehr bei gleichgerichteten Botschaften. | Experimentelle Studie zur Wirksamkeit von Microtargeting. |