Quellen-Tabelle

Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.

BSDC-IDDatumTitel & QuelleKernaussageKlartext
BSDC-B-KOM-2026-373
in KraftRelevanz 3B5
10.06.2026
netzpolitik.org — Bestandsdatenauskunft 2025: 35,11 Millionen Ersuchen, "öfter als jede Sekunde"
netzpolitik.org, mit Bezug auf offizielle Bundesnetzagentur-Statistik
Recherche: DC
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Im Jahr 2025 wurden rund 35,11 Millionen Ersuchen über das Automatisierte Auskunftsverfahren bei der Bundesnetzagentur beantwortet — ein neues Allzeithoch. Staatliche Stellen wie Polizei, Geheimdienste und Zoll erhielten damit im Schnitt fast jede Sekunde einen Datensatz mit Name, Anschrift und weiteren Bestandsdaten. Diese nummernbasierten Ersuchen haben sich innerhalb von fünf Jahren verdoppelt.

Eine der einprägsamsten Zahlen im gesamten Projekt: "Öfter als jede Sekunde" ist ein extrem griffiges Bild für Community-Content — und die Verdopplung innerhalb von nur fünf Jahren zeigt einen sehr steilen, ungebremsten Wachstumstrend, kein Plateau. Wichtig für die technische Präzision: Es handelt sich um Bestandsdaten (Name, Adresse zu einer Nummer), nicht um Kommunikationsinhalte — trotzdem eine gewaltige Overwachungs-Infrastruktur allein für diese vergleichsweise "kleine" Datenkategorie.

BSDC-J-KOM-2026-374
in KraftRelevanz 3B5, D4
07.04.2026
netzpolitik.org — Rasterfahndung 2.0: biometrische Fahndungsabfragen mehr als verdoppelt (heise-Berichterstattung)
heise online, mit Bezug auf Antwort von Innenstaatssekretär Christoph de Vries (CDU) an Bundestagsabgeordnete Lea Reisner (Die Linke)
Recherche: DC
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Das BKA nutzte sein Gesichtserkennungssystem 2025 mit insgesamt rund 343.856 Suchanfragen — mehr als doppelt so oft wie im Vorjahr. Landeskriminalämter allein generierten 2024 noch rund 121.000 Anfragen, 2025 aber über 313.500. Die Bundespolizei griff zusätzlich rund 30.000 Mal auf die zentrale Fotodatenbank zu — ein Anstieg von etwa 50%.

Sehr wichtiger, hochaktueller Fund mit direktem Bezug zu D4 (Gesichtserkennung): Während D4 bisher vor allem den Frankfurt-Einzelfall und die neue Bundespolizeigesetz-Reform dokumentiert, zeigt dieser Fund die bereits *bestehende* bundesweite Nutzung der zentralen BKA-Fotodatenbank — mit einer Verdopplung allein von 2024 auf 2025. Das ist ein noch nicht in D4 erfasster, aber sehr wichtiger quantitativer Beleg für die tatsächliche Ausbreitung von Gesichtserkennung in Deutschland, unabhängig von der geplanten Reform.

BSDC-P-KOM-2013-375
in KraftRelevanz 3B5
27.05.2020
BVerfG-Urteil zur Bestandsdatenauskunft — Ursprungsentscheidung, verlangt klarere Regelung
netzpolitik.org, Zusammenfassung der BVerfG-Rechtsprechung (Urteil erging nach jahrelanger Wartezeit seit 2013)
Recherche: DC
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Seit 2013 hatten Bürgerrechtler auf das Urteil gewartet: Das Bundesverfassungsgericht entschied, der Gesetzgeber müsse klarer definieren, welche Behörde bei welchen Anlässen welche Daten abfragen dürfe und wie diese genutzt werden dürften. Die Kläger werteten das Urteil als Teilerfolg, hätten sich aber mehr gewünscht.

Wichtige Ergänzung zur bereits in F5/B3 dokumentierten BVerfG-Rechtsprechungslinie zu Überwachungsmaßnahmen: Auch bei der Bestandsdatenauskunft gab es bereits eine verfassungsgerichtliche Klarstellung — mit dem für Blackstones Muster charakteristischen Ergebnis "Teilerfolg, aber nicht das, was sich Kläger erhofft hatten". Trotz dieser Klarstellung zeigt die aktuelle 35-Millionen-Zahl (siehe oben), dass das grundlegende Nutzungsvolumen davon unberührt weiter gewachsen ist.

BSDC-B-KOM-2025-376
in KraftRelevanz 2B5
November 2025
02.05.2025
IP-Catching als verwandte, aber gesondert zu betrachtende Überwachungsmethode
Rechtsanwalt Jens Ferner (Fachanwalt für Strafrecht und IT-Recht)
Recherche: DC
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IP-Catching ist eine Überwachungsmaßnahme, bei der ein Telekommunikationsanbieter in Echtzeit erfasst, welche IP-Adressen mit einer bestimmten Ziel-IP kommunizieren — etwa einem verdächtigen Server im Tor-Netzwerk. Anders als klassisches IP-Tracking (bekannte IP wird zu Nutzer aufgelöst) zielt IP-Catching auf die Identifizierung einer bislang unbekannten Person aus einer Vielzahl von Nutzern eines Dienstes.

Wichtige technische Abgrenzung für die Blackstone-Systematik: Diese Methode ist besonders relevant für Tor-Nutzer (F1) — sie zielt speziell darauf ab, Menschen zu identifizieren, die anonymisierende Dienste nutzen. Sollte als eigener kleiner Unterpunkt oder eigenständiges Thema in einem künftigen Batch vertieft werden, da es direkt Blackstones eigene Tor-Empfehlung (Masterplan) berührt.