Quellen-Tabelle
Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.
| BSDC-ID | Datum | Titel & Quelle | Kernaussage | Klartext |
|---|---|---|---|---|
| BSDC-J-KOM-2024-2557 Relevanz 3Datenleck, Staatliche-Hacker, Polizei-Niederlande | 27.09.2024 | Hackerangriff auf niederländische Polizei legt Kontaktdaten von 63.000 Beamten offen NL Times Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 26.09.2024 wurde bekannt, dass Unbekannte in ein System der niederländischen Nationalpolizei eingedrungen waren und dienstliche Kontaktdaten von rund 63.000 Polizeibeschäftigten erbeuteten. Die Polizei stufte es als sehr wahrscheinlich ein, dass ein staatlich unterstützter Akteur hinter dem Angriff stand. | Der genaue technische Angriffsweg ist nicht dokumentiert. Die Zuschreibung an einen staatlichen Akteur wurde nur als sehr wahrscheinlich bezeichnet, nicht zweifelsfrei nachgewiesen. |
| BSDC-J-KOM-2024-2573 Relevanz 3Desinformation, Staatliche-Cyberangriffe, Polen | 31.05.2024 | Cyberangriff auf die polnische Nachrichtenagentur PAP mit gefälschter Mobilmachungsmeldung Polska Agencja Prasowa (PAP) Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 31.05.2024 wurde im Nachrichtendienst der staatlichen polnischen Nachrichtenagentur PAP zweimal eine gefälschte Eilmeldung über eine Teilmobilmachung von 200.000 Bürgern veröffentlicht. Der Inlandsgeheimdienst ABW erklärte, es handle sich mutmaßlich um einen russischen Cyberangriff über ein infiziertes Mitarbeitergerät. Premierminister Tusk bezeichnete den Vorfall als Teil einer russischen Destabilisierungsstrategie. | Die konkrete Urheberschaft ist nicht offiziell bestätigt, polnische Behörden sprachen nur von einem wahrscheinlichen russischen Angriff. Der genaue technische Ablauf wurde nicht veröffentlicht. |
| BSDC-P-KOM-2024-2581 Relevanz 3Datenpanne, Gesundheitsdaten, Neuseeland | 27.03.2025 | Datenpanne bei Health New Zealand Te Whatu Ora Central Region Health New Zealand Te Whatu Ora Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Oktober 2024 verschaffte sich ein Angreifer unbefugten Zugriff auf IT-Systeme der Gesundheitsbehörde Health New Zealand Te Whatu Ora in der Central Region. Kompromittiert wurden Personaldaten aktueller und ehemaliger Mitarbeitender von 2020 bis 2024, darunter medizinische Beurteilungen. Die Polizei nahm strafrechtliche Ermittlungen auf. | Die genaue Zahl betroffener Personen ist nicht dokumentiert. Die Identität des Angreifers ist offiziell nicht bestätigt, ein Gerichtsverfahren steht noch aus. |
| BSDC-J-KOM-2024-2590 Relevanz 3DDoS-Angriffe, Baltikum-Cybersicherheit, Hacktivismus-Russland | 20.08.2024 | DDoS-Wellenangriffe auf lettische Regierungswebsites im August 2024 The Record (Recorded Future News) Recherche: DC Quelle öffnen → | Ab dem 19./20.08.2024 wurden lettische Regierungswebsites durch DDoS-Angriffe gestört, darunter die zentrale Plattform TVP und die Website des Ministerkabinetts. Die pro-russische Gruppe NoName057(16) sowie eine Gruppe namens Anonymous Guys bekannten sich dazu und begründeten dies mit lettischer Militärhilfe für die Ukraine. CERT.LV bestätigte, dass die Angriffe nach einem neuen Ukraine-Hilfspaket erwartbar gewesen seien. | Konkrete Zahlen zum Datenvolumen oder zur Botnetz-Größe fehlen. Die Urheberschaft stützt sich ausschließlich auf Telegram-Bekenntnisse der Gruppen, keine unabhängige forensische Zuordnung liegt vor. |
| BSDC-J-KOM-2023-2598 Relevanz 3Spyware, Ueberwachungstechnologie, Zentralasien | 09.10.2023 | Predator Files: Kasachstan in Infrastruktur der Spyware Predator identifiziert Amnesty International Security Lab Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Oktober 2023 identifizierte Amnesty International im Rahmen der Predator-Files-Recherche technische Infrastruktur der Spyware Predator in Kasachstan, neben Angola, Ägypten, der Mongolei, Indonesien, Madagaskar, Sudan und Vietnam. Für Kasachstan wurden lediglich technische Infrastrukturspuren festgestellt, keine konkrete aktive Überwachungskampagne. | Wer in Kasachstan Ziel der Überwachung war und ob Geräte tatsächlich infiziert wurden, ist nicht dokumentiert. Die kasachische Regierung äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. |
| BSDC-J-KOM-2025-2599 Relevanz 3Spyware, Ostafrika, Pressefreiheit | 11.08.2025 | Überwachungsnetzwerk in Uganda: Spyware gegen Journalisten und Menschenrechtsverteidiger Unwanted Witness Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Organisation Unwanted Witness veröffentlichte am 11.08.2025 einen Bericht über Überwachung in Ostafrika mit Fokus auf Uganda. Journalist Canary Mugume erhielt im Mai 2025 eine Apple-Bedrohungsbenachrichtigung wegen möglicher Spyware-Infektion. Der Bericht verweist zudem auf das 126-Millionen-Dollar-Huawei-Safe-City-Projekt in Kampala und verpflichtende biometrische SIM-Registrierung. | Welcher Spyware-Anbieter verantwortlich war, ist nicht bewiesen, Apples Benachrichtigungen liefern keine forensische Attribution. Eine systematische unabhängige Geräteuntersuchung liegt nicht vor. |
| BSDC-J-KOM-2023-2600 Relevanz 3Ueberwachung-Nordafrika, Pressefreiheit-Tunesien, Politische-Verfolgung | 24.03.2023 | Tunesien: Überwachung und Handykonfiszierung im Verschwörungsfall gegen die Opposition Inkyfada Recherche: DC Quelle öffnen → | Ab Februar 2023 verhafteten tunesische Behörden im Rahmen des Verfahrens gegen die Opposition wegen angeblicher Verschwörung Politiker, Journalisten und Aktivisten. Behörden beschlagnahmten Mobiltelefone und werteten private Nachrichten auf WhatsApp, Telegram und Signal aus, die zur Begründung der Untersuchungshaft herangezogen wurden. | Mit welcher technischen Methode Zugriff auf verschlüsselte Messenger erlangt wurde, ist nicht dokumentiert. Die tunesische Regierung wies die Vorwürfe politischer Verfolgung zurück. |
| BSDC-J-KOM-2023-2601 Relevanz 3Spyware, Golfstaaten, Predator-Intellexa | 05.10.2023 | Predator Files: Katar als Kunde der Intellexa-Spyware-Allianz identifiziert Amnesty International Security Lab / European Investigative Collaborations (EIC) Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 05.10.2023 veröffentlichte das EIC gemeinsam mit dem Amnesty International Security Lab die Recherche Predator Files. Sie identifizierte mindestens 25 Staaten als Käufer oder Nutzer von Intellexa-Produkten, darunter Katar, Oman, die VAE, Kenia, Singapur, Pakistan, Jordanien und Vietnam. Die Intellexa Group wurde 2018 vom ehemaligen israelischen Armeeoffizier Tal Dilian gegründet. | Ob der katarische Staat die Predator-Spyware tatsächlich gegen konkrete Ziele einsetzte, ist nicht belegt. Die Quellen weisen Katar als Kunden aus, dokumentieren aber keine bestätigten Einzelfälle von Überwachung. |
| BSDC-J-KOM-2024-2602 Relevanz 3Spyware, Pegasus, Nahost-Ueberwachung | 01.02.2024 | Pegasus-Spyware gegen Zivilgesellschaft in Jordanien aufgedeckt Access Now / Citizen Lab Recherche: DC Quelle öffnen → | Eine gemeinsame Untersuchung von Access Now, Citizen Lab, Human Rights Watch und Amnesty International deckte auf, dass zwischen 2019 und September 2023 mindestens 35 Personen in Jordanien mit Pegasus infiziert oder angegriffen wurden, darunter 14 forensisch bestätigte Medienschaffende und acht Menschenrechtsanwälte. | Wer die Überwachung konkret anordnete, ist nicht belegt, die jordanische Regierung wird nur vermutet. Die Ermittler gehen von einer hohen Dunkelziffer über die 35 bestätigten Fälle hinaus aus. |
| BSDC-J-KOM-2025-2606 Relevanz 3Desinformation, China-Taiwan-Konflikt, Cyberangriffe | 03.01.2025 | Taiwans Geheimdienst meldet massive Zunahme chinesischer Desinformation und Cyberangriffe 2024 Focus Taiwan, basierend auf Bericht des National Security Bureau Taiwan Recherche: DC Quelle öffnen → | Taiwans National Security Bureau dokumentierte für 2024 rund 2,16 Millionen Verbreitungen von Desinformationsinhalten chinesischen Ursprungs, ein Anstieg von 60 Prozent gegenüber 2023. Der Bericht identifizierte 28.216 inauthentische Accounts, davon 77,85 Prozent auf Facebook, sowie KI-gestützte Deepfake-Videos taiwanesischer Politiker. | Die Zahlen stammen ausschließlich vom taiwanesischen Geheimdienst, einer Konfliktpartei mit China, unabhängige Verifikation liegt nicht vor. Die Zurechnung zu staatlichen chinesischen Stellen wird behauptet, aber nicht forensisch belegt. |
| BSDC-S-KOM-2023-2607 Relevanz 3Ueberwachungstechnologie, Suedamerika, Spyware-Handel | 28.09.2023 | Access Now deckt israelische Abhoertechnik im Einsatz bei bolivianischen Behoerden auf Access Now Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Bericht "Buying Spying" von Access Now dokumentiert den globalen Handel mit kommerzieller Ueberwachungstechnologie und identifiziert Bolivien unter den Staaten, die Mobilfunk-Abhoer- und Ortungssysteme (u.a. IMSI-Catcher- und Interception-Technologie israelischer Anbieter wie Ability/Rayzone) beschafft haben. Die Recherche stuetzt sich auf Exportunterlagen, Firmenregister und Beschaffungsdokumente und ordnet Bolivien in ein Netzwerk aus mindestens 15 Laendern ein, die aehnliche Systeme ohne ausreichende rechtliche Kontrolle einsetzen. | Der Bericht liefert keine Einzelfallbeweise fuer konkrete Ueberwachungsopfer in Bolivien, sondern stuetzt sich auf Beschaffungs- und Exportdaten sowie Firmenverflechtungen; welche bolivianische Behoerde die Systeme in welchem Umfang tatsaechlich einsetzt, bleibt unklar. |
| BSDC-J-KOM-2021-2608 Relevanz 3Spyware, Pressefreiheit, Osteuropa | 18.07.2021 | Pegasus-Projekt enthüllt Überwachung ungarischer Journalisten durch Orbán-Regierung Direkt36 (Szabolcs Panyi) / Forbidden Stories / Amnesty International Security Lab Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Rahmen des internationalen "Pegasus-Projekts" enthüllte das ungarische Investigativmedium Direkt36 gemeinsam mit Forbidden Stories und Amnesty International, dass die NSO-Group-Spyware Pegasus in Ungarn gegen mindestens zehn Journalisten, Medieneigentümer und deren Umfeld eingesetzt wurde, darunter der Direkt36-Reporter Szabolcs Panyi und der Fotograf Dániel Németh. Eine forensische Analyse von Amnesty International bestätigte erfolgreiche Pegasus-Infektionen auf mehreren Mobiltelefonen; die Nummern tauchten in einer Liste von über 50.000 potenziellen Zielen auf. Die ungarische Regierung räumte spaeter ein, dass Behörden legal Spyware-Verträge mit NSO Group unterhielten. | Belegt ist die technische Infektion einzelner Geräte per forensischer Analyse sowie der Verkauf/Einsatz von Pegasus in Ungarn; nicht abschließend geklärt ist, welche konkrete ungarische Behörde im Einzelfall die Überwachungsanordnung veranlasste, da keine unabhängige gerichtliche Untersuchung stattfand. |
| BSDC-J-KOM-2019-2613 Relevanz 3Huawei, Ueberwachung, Afrika | 15.08.2019 | Huawei-Techniker halfen Sambias Regierung beim Ausspähen oppositioneller Blogger Wall Street Journal (Joe Parkinson, Nicholas Bariyo, Josh Chin) Recherche: DC Quelle öffnen → | Laut einer WSJ-Recherche halfen Huawei-Techniker den sambischen Behörden dabei, Telefone und Facebook-Konten oppositioneller Blogger des Portals Zambian Watchdog zu überwachen und deren Verschlüsselung zu umgehen, was 2017 zur Festnahme zweier Blogger führte. Die Techniker arbeiteten direkt mit Regierungsbeamten der Cyber-Kriminalitätseinheit zusammen. | Die Recherche stützt sich auf anonyme Aussagen von Insidern; Huawei bestritt öffentlich jede Beteiligung. Der genaue Umfang der Beteiligung einzelner Huawei-Mitarbeiter bleibt unklar. |
| BSDC-S-KOM-2022-2615 Relevanz 3Spyware, Pressefreiheit, Mittelamerika | 12.01.2022 | Pegasus-Spyware gegen salvadorianische Journalisten (Projekt Torogoz) Citizen Lab / Access Now Recherche: DC Quelle öffnen → | Citizen Lab dokumentierte gemeinsam mit Access Now, dass zwischen Juli 2020 und November 2021 mindestens 35 Geraete von Journalisten und Mitarbeitern zivilgesellschaftlicher Organisationen in El Salvador mit der NSO-Group-Software Pegasus infiziert wurden, darunter 22 Mitarbeiter des Onlinemediums El Faro. Die Regierung von Praesident Nayib Bukele uebernahm keine offizielle Verantwortung. | Citizen Lab nennt keinen direkten technischen Beweis, der die Bukele-Regierung als Auftraggeber zweifelsfrei identifiziert; die Zuordnung stuetzt sich auf Indizien, nicht auf forensisch nachgewiesene Kaeuferidentitaet. |
| BSDC-S-KOM-2021-2618 Relevanz 3Spyware, Nahost, Menschenrechte | 24.08.2021 | Bahrain: Pegasus-Spyware gegen Menschenrechtsaktivisten und Oppositionelle Citizen Lab (University of Toronto) Recherche: DC Quelle öffnen → | Citizen Lab dokumentierte, dass mindestens neun bahrainische Aktivisten zwischen Juni 2020 und Februar 2021 mit der Pegasus-Spyware von NSO Group infiziert wurden. Die Angriffe erfolgten über Zero-Click-Exploits (KISMET, FORCEDENTRY) gegen iPhones, teils waehrend die Betroffenen bereits Asyl in Grossbritannien hatten. | Die Zuordnung des Betreiber-Clusters zu staatlichen Stellen Bahrains stützt sich auf forensische Indizien, nicht auf ein gerichtliches Eingeständnis; nicht belegt ist, wer innerhalb der Regierung konkret die Überwachung anordnete. |
| BSDC-J-KOM-2021-2620 Relevanz 3Spyware, Pressefreiheit, Nordafrika | 18.07.2021 | Pegasus Project: Marokko setzt Spyware gegen franzoesischen Journalisten Edwy Plenel und weitere Medienschaffende ein Forbidden Stories / Amnesty International Security Lab (Pegasus Project) Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Rahmen des internationalen "Pegasus Project" wiesen forensische Analysen von Amnesty Internationals Security Lab nach, dass die Rufnummer des Mediapart-Chefredakteurs Edwy Plenel sowie weiterer franzoesischer Journalisten auf einer Liste von potenziellen NSO-Group-Zielen stand, die mit dem marokkanischen Nachrichtendienst in Verbindung gebracht wurde. Eine forensische Untersuchung des Telefons von Plenel bestaetigte Spuren einer Pegasus-Infektion im Jahr 2019. | Die technische Forensik belegt eine Infektion des Geraets, der eindeutige Nachweis einer direkten staatlichen Anordnung durch marokkanische Behoerden ist jedoch nicht oeffentlich dokumentiert; Marokko bestreitet die Vorwuerfe. |
| BSDC-S-KOM-2021-2621 Relevanz 3Spyware, Suedostasien, Ueberwachung-Zivilgesellschaft | 17.07.2022 | GeckoSpy: Pegasus-Spyware gegen Thailands Demokratiebewegung The Citizen Lab (in Kooperation mit iLaw und DigitalReach) Recherche: DC Quelle öffnen → | Citizen Lab dokumentierte gemeinsam mit den thailändischen Organisationen iLaw und DigitalReach mindestens 30 Fälle von Aktivisten, Anwälten und Unterstützern der Demokratiebewegung, deren Smartphones zwischen Oktober 2020 und November 2021 mit der NSO-Group-Spyware Pegasus infiziert wurden. Die Infektionen fielen zeitlich mit den landesweiten pro-demokratischen Protesten gegen Premierminister Prayuth Chan-o-cha zusammen. | Der Bericht benennt keinen konkreten staatlichen Auftraggeber; er stützt sich auf forensische Indizien für Pegasus-Infektionen und den Umstand, dass Thailand nachweislich Zugang zu Pegasus hatte, ohne dies einer bestimmten Behörde formal zuzuordnen. |
| BSDC-J-KOM-2022-2624 Relevanz 3Internetsperren, Zentralasien, Zensur | 18.05.2022 | Internetsperren in Tadschikistan waehrend der Proteste in Berg-Badachschan NetBlocks Recherche: DC Quelle öffnen → | Die unabhaengige Netzwerk-Monitoring-Organisation NetBlocks dokumentierte im Mai 2022 grossflaechige Internetabschaltungen in der autonomen Region Berg-Badachschan in Tadschikistan, waehrend Sicherheitskraefte gegen Proteste und Unruhen in der Region vorgingen. Die Netzwerkdaten zeigten einen fast vollstaendigen Zusammenbruch der Konnektivitaet, konsistent mit gezielten, staatlich angeordneten Abschaltungen. | Die Messung stammt aus technischer Netzwerk-Telemetrie; eine offizielle Bestaetigung oder Begruendung durch die tadschikische Regierung liegt nicht vor, und die genaue Anordnungskette ist aus dem Bericht allein nicht rekonstruierbar. |
| BSDC-J-KOM-2021-2625 Relevanz 3Spyware, Pressefreiheit, Kaukasus | 18.07.2021 | Pegasus Project: Aserbaidschan setzte NSO-Spyware gegen Journalisten und Aktivisten ein OCCRP / Forbidden Stories / Amnesty International Security Lab Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Rahmen des internationalen "Pegasus Project" identifizierten OCCRP und Partnermedien anhand einer geleakten Liste von rund 50.000 Telefonnummern auch aserbaidschanische Journalisten, Aktivisten und Oppositionelle als mutmassliche Ziele der NSO-Group-Spyware Pegasus, darunter die investigative Journalistin Khadija Ismayilova. Forensische Analysen von Amnesty International Security Lab bestaetigten bei mehreren dieser Geraete tatsaechliche Pegasus-Infektionen. | Die Liste der Telefonnummern allein belegt nur eine potenzielle Zielauswahl, keine erfolgreiche Infektion; eine offizielle Bestaetigung der Kundenbeziehung zwischen Aserbaidschan und NSO Group liegt nicht vor. |
| BSDC-S-KOM-2015-2629 Relevanz 3Kommunikationsueberwachung, Suedliches-Afrika, Staatliche-Ueberwachung | 01.09.2015 | Massenueberwachung der Telekommunikation in Namibia durch Telecom Namibia und NCIS Privacy International Recherche: DC Quelle öffnen → | Privacy International dokumentierte, wie der staatliche Telekomanbieter Telecom Namibia dem Namibia Central Intelligence Service (NCIS) direkten Zugriff auf Kommunikationsdaten und Anrufmitschnitte ermoeglichte, ohne dass eine gerichtliche Anordnung oder gesetzliche Grundlage vorlag. Betroffen waren laut den Recherchen Journalisten, Oppositionspolitiker und Aktivisten. | Der genaue Umfang der Ueberwachung und die Zahl der betroffenen Personen sind nicht abschliessend zu beziffern; er stuetzt sich stark auf Presseberichte und Insider-Aussagen, die von den Behoerden offiziell nicht bestaetigt wurden. |
| BSDC-S-KOM-2023-2631 Relevanz 3Ueberwachung, Gesichtserkennung, Suedosteuropa | 15.12.2023 | Gesichtserkennungs-Ueberwachung in Belgrad: Human-Rights-Watch-Bericht zu Huawei-Kamerasystem Human Rights Watch Recherche: DC Quelle öffnen → | Human Rights Watch dokumentierte in ihrem Bericht "A Digital Prisoner", dass die serbische Polizei in Belgrad ein von Huawei geliefertes Video-Ueberwachungssystem mit Gesichtserkennungs- und Kennzeichenerkennungsfunktion an rund 1.000 Standorten betreibt, obwohl der noetige Rechtsrahmen dafuer fehlt. Betroffen sind laut HRW potenziell Millionen Buerger im oeffentlichen Raum Belgrads. | Der genaue Umfang der tatsaechlichen Nutzung ist nicht vollstaendig oeffentlich belegt, da die serbischen Behoerden Transparenzanfragen groesstenteils verweigerten. Es handelt sich um ein systemisches Ueberwachungsproblem, nicht um einen einzelnen Hackerangriff. |
| BSDC-J-KOM-2023-2632 Relevanz 3Spyware, Osteuropa, Pressefreiheit | 15.02.2023 | Pegasus-Spyware-Verdacht gegen slowenische Amtstraeger und Journalisten Access Now / Citizen Lab (zitiert u.a. in Necenzurirano und Politico Europe) Recherche: DC Quelle öffnen → | Recherchen von Access Now und dem investigativen slowenischen Medium Necenzurirano legten 2023 Hinweise offen, wonach die Geraete mehrerer slowenischer Amtstraeger, darunter der damalige Justizminister und Personen aus dem Umfeld des Geheimdienstes SOVA, mit der Spyware Pegasus der israelischen Firma NSO Group infiziert bzw. angegriffen worden sein sollen. Ein offizieller slowenischer Untersuchungsausschuss nahm die Vorwuerfe auf. | Wer genau die Ueberwachung angeordnet oder durchgefuehrt hat, blieb oeffentlich nicht abschliessend geklaert; NSO Group bestritt Details und verwies auf vertrauliche Kundenvereinbarungen. |
| BSDC-J-KOM-2018-2633 Relevanz 3Gesichtserkennung, China-Afrika-Kooperation, Wahlen-Simbabwe | 24.04.2018 | Gesichtserkennung von CloudWalk fuer Simbabwe: Chinesische Ueberwachungstechnologie vor den Wahlen 2018 Amy Hawkins / Quartz Africa Recherche: DC Quelle öffnen → | Anfang 2018 schloss die simbabwische Regierung ein Abkommen mit dem chinesischen Unternehmen CloudWalk Technology zur landesweiten Einfuehrung eines Gesichtserkennungssystems, offiziell fuer Sicherheits- und Grenzkontrollzwecke. Simbabwe lieferte im Gegenzug biometrische Gesichtsdaten seiner Bevoelkerung an CloudWalk, um dessen Algorithmen zu trainieren. | Die konkrete operative Nutzung des Systems waehrend der Wahlen 2018 ist journalistisch nicht im Detail dokumentiert; belegt ist primaer der Regierungsvertrag und der Datentransfer, nicht ein nachgewiesener direkter Einsatz zur Wahlmanipulation. |
| BSDC-P-KOM-2026-2634 Relevanz 3Spyware, Suedamerika, Pressefreiheit | 13.08.2026 | Apple-Warnung: Spyware-Angriff auf Aktivistin Gabriela Panchana in Ecuador Fundamedios / Expreso (Ecuador) Recherche: DC Quelle öffnen → | Apple benachrichtigte die ecuadorianische Politikanalystin und Antikorruptions-Aktivistin Gabriela Panchana am 13.08.2026 direkt darüber, dass ihr iPhone Ziel eines staatlich anmutenden, gezielten Spyware-Angriffs gewesen sei. Ihr Anwalt erstattete daraufhin Strafanzeige und forderte eine Untersuchung staatlicher Geheimdienstverträge. | Zum Zeitpunkt der Berichterstattung lag kein bestätigtes forensisches Ergebnis vor, welcher konkrete Spyware-Hersteller tatsächlich verantwortlich ist; die Einordnung beruht auf der Angriffsmethodik der Apple-Benachrichtigung, nicht auf einer forensischen Bestätigung durch Citizen Lab. |
| BSDC-J-KOM-2021-2636 Relevanz 3Spyware, Ostafrika, Exil-Dissidenten | 18.07.2021 | Pegasus-Spyware gegen ruandische Dissidenten und Kritiker im Exil Amnesty International / Forbidden Stories (Pegasus Project) Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Rahmen des Pegasus Project wurde Ruanda als mutmasslicher Kunde der NSO-Group-Spyware Pegasus identifiziert, mit rund 3.500 Telefonnummern von Ruandern und im Ausland lebenden Regimekritikern auf einer geleakten Zielliste. Carine Kanimba, Tochter des inhaftierten Regimekritikers Paul Rusesabagina, wurde forensisch nachweisbar mehrfach mit Pegasus infiziert. | Die Zuordnung zu Ruanda basiert auf einer geleakten Nummernliste und forensischen Befunden bei einzelnen Geraeten, nicht auf einem direkten behoerdlichen Eingestaendnis; Ruanda bestreitet die Vorwuerfe offiziell. |