Quellen-Tabelle
Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.
| BSDC-ID | Datum | Titel & Quelle | Kernaussage | Klartext |
|---|---|---|---|---|
| BSDC-B-KOM-2026-280 ✅ in KraftRelevanz 3A8, A5 | 27.05.2026 | Grundlagenerklärung — Quellen-TKÜ vs. Online-Durchsuchung, technische Funktionsweise datenschutz.org (Fachportal) Recherche: DC Quelle öffnen → | Es gibt zwei rechtlich unterschiedliche Einsatzszenarien: Quellen-TKÜ fängt Kommunikation (z.B. WhatsApp, Signal, Telegram) direkt auf dem Gerät ab, bevor sie verschlüsselt wird oder nachdem sie entschlüsselt wurde — Ziel ist das Mitlesen laufender Kommunikation. Die Online-Durchsuchung ist der tiefere Eingriff: Behörden dürfen theoretisch das gesamte System durchsuchen, auch alte Dateien und Festplatteninhalte, die lange vor der Installation gespeichert wurden. | Wichtige Grundlagenunterscheidung für Blackstones Artikel: "Staatstrojaner" ist ein Sammelbegriff für zwei rechtlich unterschiedlich schwerwiegende Maßnahmen — die laufende Kommunikation mitlesen (Quellen-TKÜ) ist etwas anderes als das gesamte Gerät samt Vergangenheit zu durchsuchen (Online-Durchsuchung, umgangssprachlich "großer Staatstrojaner"). Direkter Bezug zu A5 (Going Dark): Das ist die technische Umsetzung dessen, was dort als "Client-Side-Scanning"-Alternative diskutiert wird. |
| BSDC-B-KOM-2021-281 ✅ in KraftRelevanz 3A8 | 18.02.2021 | taz — Datenqualitäts-Skandal bei den ersten offiziellen Staatstrojaner-Statistiken taz, mit Bezug auf Bundesamt für Justiz Recherche: DC Quelle öffnen → | Ende 2020 legte das Bundesamt für Justiz erstmals die gesetzlich vorgeschriebene Statistik vor: 578 angeordnete und 368 durchgeführte Quellen-TKÜ-Einsätze für 2019. Kurz darauf musste eine "berichtigte" Statistik mit drastisch niedrigeren Zahlen vorgelegt werden: nur 31 Anordnungen und tatsächlich nur DREI durchgeführte Einsätze — eine Diskrepanz um den Faktor 18 bei den Anordnungen und um den Faktor 122 bei den tatsächlichen Einsätzen. | Sehr wichtiger Fund für Blackstones Sorgfaltspflicht: Bei diesem Thema gab es bereits einen dokumentierten, gravierenden Fall fehlerhafter offizieller Statistik — die ursprünglich gemeldeten Zahlen waren um mehr als das Hundertfache zu hoch. Für Blackstone bedeutet das: Bei allen folgenden Jahresstatistiken zu diesem Thema besondere Vorsicht walten lassen und wenn möglich auf die jeweils aktuellste, bereits korrigierte Fassung verweisen — sowie diesen historischen Fehler selbst als Beispiel für Datenqualitätsprobleme bei Überwachungsstatistiken erwähnen. |
| BSDC-B-KOM-2025-282 ✅ in KraftRelevanz 3A8 | 05.08.2025 | netzpolitik.org — Justizstatistik 2023, aktuellste verfügbare Zahlenreihe mit Verdopplungstrend netzpolitik.org, mit Bezug auf Bundesjustizamt-Statistik Recherche: DC Quelle öffnen → | 2023 durften Polizei und Ermittlungsbehörden 130 Mal Geräte mit Staatstrojanern hacken, 68 Mal war der Einsatz erfolgreich — eine Verdopplung innerhalb von zwei Jahren. Anlass ist wie in den Vorjahren vor allem der Verdacht einer Straftat nach dem Betäubungsmittelgesetz (Drogendelikte), nicht Terrorismus, wofür das Instrument ursprünglich eingeführt wurde. Nur fünf Bundesländer (Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland) haben bislang keine Quellen-TKÜ eingesetzt — die Mehrheit der Bundesländer "hackt" mittlerweile. | Zentraler Function-Creep-Beleg für A8: Der Staatstrojaner wurde ursprünglich zur Terrorismusbekämpfung eingeführt — tatsächlich wird er laut den offiziellen Zahlen "wie in den vergangenen Jahren" vor allem bei Drogendelikten eingesetzt. Das ist ein sehr klar dokumentiertes Beispiel für Zweckentfremdung eines Überwachungsinstruments: von der schweren Bedrohung (Terror) zur Verfolgung vergleichsweise häufiger, oft nicht besonders schwerer Delikte. |
| BSDC-O-KOM-2025-283 ✅ in KraftRelevanz 3A8 | ohne Datum laufend aktualisiert | GFF — Verfassungsrechtliche Einordnung, IT-Grundrecht-Verletzung Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) Recherche: DC Quelle öffnen → | Der erleichterte Einsatz von Staatstrojanern missachtete laut GFF frühere Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts — die Gesetzesänderung verletze das "IT-Grundrecht" (Grundrecht auf Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme), das das BVerfG 2008 in einem eigenen Urteil entwickelt hatte. | Wichtiger rechtlicher Anknüpfungspunkt: Es gibt bereits seit 2008 ein eigenständiges, vom BVerfG entwickeltes Grundrecht speziell für die Integrität von Computersystemen — nicht erst seit den aktuellen Diskussionen. Die GFF hat als sachkundige Dritte an einem Verfahren mitgewirkt, das diese Grundrechte gegen die erleichterten Staatstrojaner-Regeln in Stellung bringt. Für Blackstone wichtig: Es gibt eine seit fast 20 Jahren bestehende, spezifische verfassungsrechtliche Grundlage für dieses Thema, die als Ausgangspunkt für ein Dossier dienen sollte. |
| BSDC-B-KOM-2025-289 ✅ in KraftRelevanz 3A2, F6 | 23.12.2025 | EU-Kommission — Meta räumt Nutzern mehr Wahlfreiheit bei personalisierter Werbung ein Security-Insider, mit Bezug auf EU-Kommissions-Mitteilung Recherche: DC Quelle öffnen → | Meta bietet EU-Nutzern ab Januar 2026 auf Druck der EU-Kommission die Wahl zwischen mehr oder weniger Datenweitergabe für personalisierte Werbung. Die Kommission kündigte an, die Umsetzung nach Einführung im Januar 2026 zu prüfen — das Verfahren sei durch Metas Ankündigung noch nicht abgeschlossen. | Wichtige Ergänzung zu A2 (DSA-Durchsetzung, Batch 30): Diese Zusage steht im direkten Kontext der DSA-Durchsetzungspraxis — ein weiteres Beispiel dafür, dass die EU-Regulierung praktische Konsequenzen für einen der größten Datenkonzerne hat. Wichtig für Ausgewogenheit: Die Kommission selbst betont, das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen — es handelt sich um eine Zusage, keine bereits verifizierte Umsetzung. |
| BSDC-J-KOM-2025-290 ✅ in KraftRelevanz 3A2, F6 | 09.12.2025 | "EU zwingt Meta in die Knie" — 200-Millionen-Bußgeld als Auslöser, kritische Einordnung Business Punk (Wirtschaftsmagazin) Recherche: DC Quelle öffnen → | Meta musste im April 2025 eine Strafe von 200 Millionen Euro der EU-Kommission zahlen, bevor es zur Ankündigung der neuen Wahlfreiheit kam. Kritische Einordnung des Artikels: Die Umsetzung erst 2026 gebe dem Konzern reichlich Zeit, sein Datensammel-Modell neu zu justieren — eine echte kostenfreie Option ganz ohne Tracking fehle weiterhin, das "Pay-or-Consent"-Modell bleibe bestehen. | Wichtige kritische Einordnung für Blackstones Ausgewogenheit: Nicht nur unkritisch als EU-Erfolg feiern — der Artikel weist zu Recht darauf hin, dass "mehr Wahlfreiheit" nicht automatisch "kein Tracking mehr" bedeutet, und dass Meta weiterhin ein Bezahlmodell für Tracking-Freiheit anbietet (wer nicht zahlt, wird weiter getrackt). Diese Differenzierung ist wichtig, um nicht zu suggerieren, das Grundproblem sei bereits gelöst. |
| BSDC-P-KOM-2023-291 ✅ in KraftRelevanz 3A2, F6 | 07.09.2023 | EuGH-Urteil C-252/21 — Meta darf sich nicht auf "berechtigtes Interesse" für personalisierte Werbung berufen ePrivacy Blog (Fachportal), mit Bezug auf EuGH-Urteil Recherche: DC Quelle öffnen → | Der EuGH stellte klar: Auch wenn ein soziales Netzwerk wie Facebook kostenlos ist, kann ein Nutzer vernünftigerweise nicht damit rechnen, dass der Betreiber seine personenbezogenen Daten für personalisierte Werbung ohne Einwilligung verarbeitet. Die Interessen des Nutzers überwiegen gegenüber dem Interesse des Betreibers an werbefinanzierter Personalisierung. | Das ist die eigentliche rechtliche Ursache für die gesamte Entwicklung: Ein EuGH-Urteil von 2023 hat Metas bisherige Rechtsgrundlage für personalisierte Werbung ("berechtigtes Interesse" statt Einwilligung) für unzureichend erklärt — die aktuellen Zusagen aus 2025/2026 sind direkte Folgen dieses Urteils, nicht eine freiwillige unternehmerische Entscheidung. Wichtiger Präzedenzfall auch für andere werbefinanzierte Plattformen. |
| BSDC-B-KOM-2026-302 ✅ in KraftRelevanz 3A1 | 21.07.2026 | BKA-Pressemitteilung — Bundeslagebild Sexualdelikte 2025, BKA-Präsident zur Regelungslücke Bundesministerium des Innern / BKA, Zitat BKA-Präsident Holger Münch Recherche: DC Quelle öffnen → | BKA-Präsident Holger Münch: "Das NCMEC hat dem BKA über 100.000 strafrechtlich relevante Hinweise in 2025 übermittelt. Durch die seit Anfang April 2026 gültige Regelungslage ist nun eine Lücke bei der Erkennung und Meldung von kinder-/jugendpornografischen Inhalten sowie Cybergrooming in der EU entstanden. Die aktuellen Bestrebungen der EU, diese Lücke zu schließen, begrüßen wir ausdrücklich." Zudem wird gefordert, bis zum erneuten Auslaufen der geplanten Interimslösung im April 2028 eine dauerhafte Regelung zu schaffen. | Direkte Bestätigung und Konkretisierung der bereits in Batch 27 dokumentierten Regelungslücke: Der BKA-Präsident selbst bestätigt jetzt öffentlich, dass die im April 2026 ausgelaufene freiwillige Scan-Regelung (siehe A1) zu einer realen Erkennungslücke geführt hat — mit einer sehr konkreten Zahl (100.000 Hinweise vom US-amerikanischen NCMEC allein 2025). Wichtig für Ausgewogenheit: Das ist eine legitime, sicherheitsbehördliche Perspektive auf die Folgen der Chatkontrolle-Verzögerung — passt zum bereits in Batch 33 dokumentierten Prinzip "Ziel richtig, Mittel-Debatte berechtigt". |
| BSDC-B-KOM-2026-303 ✅ in KraftRelevanz 3A1 | 21.07.2026 ⚠ Feld enthält mehrere Jahresangaben, Originaltext prüfen | BKA-Bundeslagebild 2025 — Fallzahlen und Online-Anteil im Detail Bundeskriminalamt Recherche: DC Quelle öffnen → | 2025 wurden 17.126 Fälle sexuellen Missbrauchs bei Kindern registriert (2024: 16.354) sowie 1.239 Fälle bei Jugendlichen (2024: 1.191) — insgesamt 20.051 Minderjährige als Opfer, gegenüber 19.344 im Vorjahr. Online begangene Delikte ("Hands-Off-Straftaten") machen mittlerweile mehr als ein Viertel aller Fälle aus, mit neuen Höchstwerten bei jugendpornografischen Inhalten. | Aktualisierte, sehr konkrete Zahlenbasis zum Ausmaß des Grundproblems, das der gesamten A1-Debatte zugrunde liegt (ergänzt die 2022er-Zahlen aus Batch 33) — mehr als ein Viertel der Fälle spielt sich mittlerweile online ab, mit weiter steigender Tendenz. Wichtig für Blackstones Ehrlichkeitsprinzip: Diese Zahlen sind real und sollten nicht kleingeredet werden, auch wenn die Kritik an der konkreten Chatkontrolle-Ausgestaltung berechtigt bleibt. |
| BSDC-J-KOM-2026-304 ✅ in KraftRelevanz 3A1, B3 | 22.07.2026 | Unabhängige Missbrauchsbeauftragte Kerstin Claus — kritische Einordnung der Dunkelziffer Berichterstattung mit Zitat der Unabhängigen Bundesbeauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Kerstin Claus Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Unabhängige Beauftragte Kerstin Claus betont, dass das Lagebild das tatsächliche Ausmaß der Gewalt im Netz nicht annähernd abbilde — es zeige nur das Hellfeld der angezeigten Fälle. Gleichzeitig fordert Bundesinnenminister Dobrindt in diesem Kontext explizit auch die IP-Adressenspeicherung (Dossier B3) als Instrument zur Täteridentifizierung. | Wichtige Verbindung zwischen zwei Blackstone-Dossiers: Die Bundesregierung nutzt die Kindesmissbrauchs-Statistik nicht nur zur Begründung der Chatkontrolle (A1), sondern explizit auch zur Begründung der IP-Adressspeicherung (B3) — beide Dossiers hängen also politisch-argumentativ zusammen, nicht nur thematisch. Die unabhängige Missbrauchsbeauftragte selbst warnt zudem vor einer Verharmlosung durch das Hellfeld-Dunkelfeld-Verhältnis — ein Fakt, der ernst genommen werden sollte, ohne dass daraus automatisch jede vorgeschlagene Gegenmaßnahme gerechtfertigt wird. |
| BSDC-P-KOM-2026-306 ✅ in KraftRelevanz 3A1 | 28.07.2026 | Verordnung (EU) 2026/1881 — Verlängerung der freiwilligen Chatkontrolle bis 2028, in Kraft getreten Tichys Einblick, mit Bezug auf Amtsblatt der Europäischen Union (Meinungsmedium — Fakten zur Verordnung selbst unabhängig prüfbar, siehe Einordnung unten) Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 28. Juli 2026 ist im Amtsblatt der EU die Verordnung (EU) 2026/1881 erschienen, drei Tage später in Kraft getreten und bis zum 3. April 2028 befristet. Anbieter wie Google, Microsoft oder Meta dürfen damit weiterhin freiwillig unverschlüsselte private Nachrichten und E-Mails automatisiert nach Hinweisen auf sexuellen Kindesmissbrauch durchsuchen. Dies ist die dritte Auflage eines Textes, der ursprünglich 2021 als befristete Ausnahme gedacht war. | Wichtigste Status-Änderung: Die in Batch 27 dokumentierte Regelungslücke ist jetzt geschlossen — durch eine erneute Verlängerung der freiwilligen (nicht verpflichtenden) Regelung bis April 2028. Wichtig für Statuskennzeichnung: A1 sollte jetzt als ✅ (freiwillige Zwischenregelung in Kraft) UND 🔶 (dauerhafte CSA-Verordnung weiter im Trilog) gleichzeitig geführt werden — beide Ebenen existieren parallel. |
| BSDC-B-KOM-2026-307 ✅ in KraftRelevanz 3A1 | 07.08.2026 | Erste offizielle Wirksamkeits-Evaluation der freiwilligen Chatkontrolle — Trefferquote 7,7 Milliardstel Bezug auf offizielle EU-Evaluation, Berichterstattung Tichys Einblick — **Zahl unabhängig verifizieren, bevor sie prominent zitiert wird, da Herkunfts-Studie hier nicht direkt verlinkt ist** Recherche: DC Quelle öffnen → | Eine Evaluation der bisherigen freiwilligen Chatkontrolle ergab eine "Trefferquote" von lediglich etwa 7,7 Milliardstel aller gescannten Nachrichten — dies, obwohl das Europäische Parlament die Verlängerung zuvor zweimal abgelehnt hatte, bevor sie letztlich per Eilverfahren durchgesetzt wurde. | Das wäre, falls verifizierbar, die bislang wichtigste Einzelzahl im gesamten A1-Dossier: Eine Trefferquote von 7,7 Milliardstel würde bedeuten, dass von einer Milliarde gescannter Nachrichten im Schnitt nur etwa 7-8 tatsächlich relevant waren — eine extrem geringe Präzision im Verhältnis zur Menge der durchsuchten privaten Kommunikation. Wichtiger Vorbehalt: Diese Zahl stammt aus einem klar meinungsorientierten Medium (Tichys Einblick) ohne direkten Link zur Original-Evaluationsstudie. Bevor sie in einem Blackstone-Artikel prominent verwendet wird, MUSS die zugrundeliegende offizielle EU-Evaluation identifiziert und die Zahl dort direkt verifiziert werden — sonst bestünde das Risiko, eine möglicherweise verzerrte oder falsch wiedergegebene Zahl zu übernehmen. Dies widerspräche Blackstones Kernprinzip der Quellenpräzision. |
| BSDC-B-KOM-2026-308 ✅ in KraftRelevanz 3A1 | 09.07.2026 | Details zum Eilverfahren — Abstimmungsergebnis 314:276, Metsola-Rolle Thomas Krampe (Fachblog, IT-Recht-Bezug) Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 9. Juli stimmte das EU-Parlament über die Chatkontrolle ab, zwei Tage nachdem es mit 314 zu 276 Stimmen ein Eilverfahren dafür durchgewunken hatte. Wichtige Klarstellung: Die am meisten gefürchtete Frage — verpflichtendes Client-Side-Scanning — ist Stand jetzt NICHT Teil des aktuellen Entwurfs; der Rat hat diese Passage bereits im November 2025 aus seiner Position gestrichen. Schlagzeilen wie "Chatkontrolle killt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung" geben den aktuellen Verhandlungsstand nicht korrekt wieder. | Sehr wichtige Einordnung für Blackstones Präzisionsanspruch: Die dramatischste, meistgefürchtete Variante (verpflichtendes Scannen auf dem Gerät) steht laut dieser Analyse aktuell NICHT zur Debatte — auch wenn das in vielen reißerischen Schlagzeilen anders klingt. Für A1 wichtig: Bei jeder Verwendung des Begriffs "Chatkontrolle" präzise zwischen der jetzt in Kraft getretenen freiwilligen Regelung und der weiterhin verhandelten, aber entschärften dauerhaften Verordnung unterscheiden. |
| BSDC-J-KOM-2026-309 ✅ in KraftRelevanz 3A1 | 12.06.2026 | "Chatkontrolle in der EU: Trilog geht in die heiße Phase" — vorläufige Einigung zur Verschlüsselungsfrage (Ende Mai/Juni 2026) Fachportal, mit Bezug auf netzpolitik.org-Leaks vom 21. Mai und 10. Juni 2026 Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Institutionen haben sich laut geleakten Verhandlungsprotokollen "vorläufig" darauf geeinigt, verschlüsselte Inhalte aus dem Gesetz auszunehmen — kein Client-Side-Scanning. Verbleibende Streitpunkte: Müssen Anbieter scannen oder dürfen sie nur? Und: Nur Inhalte Verdächtiger oder generell aller Nutzer? | Bestätigt und präzisiert die Entschärfung der Verschlüsselungsfrage aus der vorherigen Quelle mit einem konkreten Datum (Mai/Juni 2026). Die verbliebene Debatte ist trotzdem noch bedeutsam — der Unterschied zwischen "generell alle" und "nur Verdächtige" ist der Kern der Generalverdacht-Frage, die Blackstones Kritik weiterhin berechtigt trägt. |
| BSDC-J-KOM-2026-310 🔶 im VerfahrenRelevanz 3A1 | 02.07.2026 | Trilog-Sommerpause, nächster Termin 29. September 2026, deutsche Verhandlungsposition netzpolitik.org Recherche: DC Quelle öffnen → | Der nächste politische Trilog ist für den 29. September 2026 vorgesehen — der Vorsitz ist zwischenzeitlich von Zypern auf Irland übergegangen. Deutschlands Position: nicht grundsätzlich gegen verpflichtende Chatkontrolle, "solange sie eine ergänzende Maßnahme zu freiwilligen Durchsuchungen darstellt" — der Umfang der freiwilligen Chatkontrolle solle "nicht eingeschränkt werden". | Wichtiges konkretes Datum für die Redaktionsplanung: 29. September 2026 ist der nächste bekannte Verhandlungstermin — sollte in den Blackstone-Redaktionskalender als Beobachtungspunkt aufgenommen werden. Zusätzlich wichtig: Deutschlands offizielle Verhandlungsposition ist differenzierter als oft dargestellt — nicht kategorische Ablehnung von verpflichtenden Elementen, sondern eine "Ergänzung statt Ersatz"-Position. |
| BSDC-B-KOM-2025-311 ✅ in KraftRelevanz 3A1 | 17.12.2025 | "Chatkontrolle: Kein Nachweis, dass Massen-Scans verhältnismäßig sind" — Original-Berichterstattung zum EU-Kommissionsbericht netzpolitik.org, mit direktem Bezug auf den offiziellen EU-Kommissionsbericht (zuständig: EU-Innenkommissar Magnus Brunner) Recherche: DC Quelle öffnen → | Die EU-Kommission ist gesetzlich verpflichtet, die Verhältnismäßigkeit der freiwilligen Massen-Scans zu untersuchen, veröffentlichte den fälligen Bericht aber erst mit vier Monaten Verspätung. Der Bericht selbst räumt eine "Unzulänglichkeit der Daten" ein, stuft die Massenüberwachung aber trotzdem als verhältnismäßig ein — die Berichte der Mitgliedstaaten würden weiterhin auf "unvollständigen und fragmentierten" Daten beruhen. Bereits 2023 war ein erster Versuch an denselben Datenproblemen gescheitert. | Das ist die Original-Primärquelle für die Trefferquoten-Zahl aus Batch 74 — ein echter, offizieller (wenn auch verspäteter) EU-Kommissionsbericht, nicht nur eine Meinungsmedium-Behauptung. Wichtige Nuance: Der Bericht selbst räumt Datenprobleme ein, kommt aber TROTZDEM zum Schluss "verhältnismäßig" — ein logischer Widerspruch, den auch die Kommission selbst nicht auflösen kann. Die Kommission wollte laut netzpolitik.org zudem keine weiteren Fragen dazu beantworten. |
| BSDC-O-KOM-2026-312 ✅ in KraftRelevanz 3A1 | 09.07.2026 | Digitale Gesellschaft e.V. — exakte Prozentzahlen der Trefferquote (weltweit vs. EU) Digitale Gesellschaft e.V. (Digitalrechte-NGO) Recherche: DC Quelle öffnen → | Insgesamt sei nur 0,000002735% der weltweit gescannten Nachrichten illegales Material, in der EU sogar nur 0,00000077% — die EU-Kommission räumt in dem Bericht selbst ein, dass sie auch nach mehreren Jahren keine Nachweise für die Verhältnismäßigkeit der Massenüberwachung hat. | Präzisere Version der "7,7 Milliardstel"-Zahl mit exaktem Dezimalwert und wichtigem Zusatz: In der EU ist die Quote sogar noch niedriger als weltweit (0,00000077% vs. 0,000002735%). Diese Version ist besser zitierfähig, da die exakten Zahlen genannt werden, statt einer gerundeten Umschreibung. |
| BSDC-O-KOM-2023-313 ✅ in KraftRelevanz 3A1 | 20.12.2023 | Patrick Breyer — 75%-Zahl zu irrelevanten Bildern, direktes Johansson-Zitat netzpolitik.org, Zitat Patrick Breyer (MdEP, Piratenpartei) Recherche: DC Quelle öffnen → | Breyer zitiert eine Aussage der damaligen EU-Innenkommissarin Ylva Johansson vor den EU-Innenministern: "Nur mit jedem vierten ausgeleiteten Privatfoto oder -video kann die Polizei überhaupt etwas anfangen, zu 75% gelangen durch die Chatkontrolle strafrechtlich völlig irrelevante private und intime Bilder und Videos in Hände von Mitarbeitern, bei denen sie nicht sicher sind." | Möglicherweise noch eindrücklicher als die 7,7-Milliardstel-Zahl: Wenn dieses Zitat korrekt ist, hätte die zuständige EU-Kommissarin selbst eingeräumt, dass drei von vier ausgeleiteten privaten Bildern für die Polizei irrelevant sind — private, intime Aufnahmen landen dann bei Content-Moderatoren, ohne dass Sicherheit über deren Umgang damit besteht. Wichtig: Dies ist ein Zitat, das von einem Kritiker (Breyer) wiedergegeben wird — für höchste Präzision sollte nach Möglichkeit die Original-Quelle des Johansson-Zitats (Protokoll der Innenminister-Sitzung) noch verifiziert werden, bevor es ohne Einschränkung übernommen wird. |
| BSDC-B-KOM-2026-314 ✅ in KraftRelevanz 3A1, F4 | 09.07.2026 | BKA-Stellungnahme — kein Einbruch bei Verdachtsmeldungen nach Auslaufen der Regelung Bundeskriminalamt, zitiert via Digitale Gesellschaft e.V. / netzpolitik.org Recherche: DC Quelle öffnen → | Anders als vor dem Auslaufen der Ausnahmeregelung teilweise behauptet, sind die Meldungen von Verdachtsfällen an das BKA nicht eingebrochen. Das BKA erklärte gegenüber netzpolitik.org: "Ein konkreter Zusammenhang mit dem Wegfall der Interims-Verordnung kann bisher nicht festgestellt werden." | Wichtiger Kontrastpunkt zu Batch 73 (BKA-Präsident Münch warnte dort vor einer "Lücke bei Erkennung und Meldung"): Diese Quelle zeigt eine differenziertere, möglicherweise sogar leicht widersprüchliche Aussage derselben Behörde — konkret nachweisbar sei der befürchtete Einbruch bisher nicht. Für Blackstones Präzisionsanspruch wichtig: Beide BKA-Aussagen sollten nebeneinander dargestellt werden (allgemeine Warnung vor Lücke vs. konkret keine nachweisbare Auswirkung auf Meldezahlen) — das zeigt eine Behörde, die zwischen genereller Sorge und tatsächlich messbaren Daten unterscheidet, was für Blackstones Wirksamkeits-Debatte (F4) sehr wertvoll ist. |
| BSDC-J-KOM-2024-316 ✅ in KraftRelevanz 3A1 | 22.03.2024 | ComputerBase — unabhängige Zweitquelle zum Johansson-Zitat, mit internationalen Vergleichszahlen ComputerBase (unabhängiges deutsches Tech-Fachmedium, redaktionell getrennt von netzpolitik.org/Breyer) Recherche: DC Quelle öffnen → | EU-Kommissarin Ylva Johansson musste in einer Runde der EU-Innenminister einräumen, dass die Quote der Falschmeldungen bei rund 75 Prozent liegen würde. Bei rund zehn Milliarden Nachrichten, die täglich in der EU verschickt werden, müssten schon bei einer Meldequote von nur 0,001 Prozent täglich 100.000 Nachrichten überprüft werden. | Der offene Verifikationspunkt aus Batch 75 ist damit erfüllt: Ein zweites, von Breyer und netzpolitik.org unabhängiges Fachmedium bestätigt dasselbe Zitat — die 75%-Falschmeldequote kann jetzt als belastbarer Fakt gelten, nicht nur als Kritiker-Wiedergabe. Zusätzlich eine sehr konkrete Verhältniszahl: Selbst bei einer winzigen Trefferquote von 0,001% wären täglich 100.000 Nachrichten zu prüfen — ein anschauliches Beispiel für die Skalierungsproblematik bei Massenüberwachung. |
| BSDC-B-KOM-2024-317 ✅ in KraftRelevanz 3A1 | 22.03.2024 | Internationale Vergleichszahlen — Irland (9,7% verwertbar) und Schweiz (80% irrelevant) ComputerBase, mit Bezug auf irische und Schweizer Polizeibehörden Recherche: DC Quelle öffnen → | Die irische Polizei kommt nach eigenen Angaben zu einem noch ernüchternderen Ergebnis: Lediglich 9,7 Prozent aller NCMEC-Verdachtsmeldungen im Jahr 2020 seien für sie verwertbar gewesen — also 90,3% unbrauchbar. Bei der Schweizer Polizei waren im gleichen Zeitraum rund 80 Prozent der Meldungen irrelevant. | Sehr wichtiger Fund — diese Zahlen sind sogar noch dramatischer als die EU-Kommissions-eigenen Zahlen und stammen direkt von operativen Polizeibehörden zweier verschiedener Länder: Irland (90,3% unbrauchbar) und die Schweiz (80% irrelevant) bestätigen unabhängig voneinander ein sehr ähnliches Muster wie die EU-weiten Zahlen. Das ist ein außergewöhnlich gut abgesichertes Wirksamkeits-Argument für A1 — drei unabhängige Quellen (EU-Kommission, irische Polizei, Schweizer Polizei) kommen zu vergleichbaren Ergebnissen. |
| BSDC-O-KOM-2026-328 ✅ in KraftRelevanz 3D5 | 30.04.2026 | noyb-Klage gegen Hamburgische Datenschutzbehörde — Originalmeldung mit Schrems-Zitat PPC Land, mit direktem Zitat Max Schrems (noyb-Vorsitzender) Recherche: DC Quelle öffnen → | Schrems: "Die unkontrollierte Verbreitung von Gesichtserkennungs-Tools wie PimEyes ist verheerend für die Privatsphäre: Stalking und Massenüberwachung von Millionen Menschen lassen sich binnen Sekunden durchführen. PimEyes hat Milliarden biometrischer Datenpunkte unschuldiger Menschen ohne deren Wissen gesammelt und macht diese Daten für jeden verfügbar." Die Hamburger Behörde selbst stuft die Praktiken als rechtswidrig ein, sieht sich aber laut noyb nicht in der Lage, wirksam durchzugreifen. | Bemerkenswerter Fall: Selbst die zuständige Aufsichtsbehörde hält PimEyes für rechtswidrig — trotzdem passiert seit Jahren nichts. Das ist kein Fall von unklarer Rechtslage, sondern von Durchsetzungsversagen bei eindeutig als illegal eingestufter Praxis. Wichtig für Blackstones Argumentation: Manchmal ist nicht das Gesetz das Problem, sondern die fehlende Durchsetzung — eine wichtige Nuance gegenüber Dossiers, die neue Gesetze kritisieren. |
| BSDC-B-KOM-2026-329 ✅ in KraftRelevanz 3D5 | 30.04.2026 | MLex — Begründung der Hamburger Behörde für Untätigkeit (Dubai-Sitz als Ausrede) MLex (spezialisiertes Rechts-/Regulierungs-Fachmedium) Recherche: DC Quelle öffnen → | Laut noyb hat die Aufsichtsbehörde das Unternehmen zwar per Brief kontaktiert, weigert sich aber, weitere Maßnahmen zu ergreifen, weil der Firmensitz offenbar in Dubai liegt — obwohl sie die Praktiken von PimEyes selbst für illegal hält. | Konkreter Grund für die Untätigkeit: Die Behörde begründet ihre Passivität mit dem Auslandssitz des Unternehmens. Wichtig für Blackstones Präzision: Der CCC (Batch 78-Kontext) stellt dazu klar, dass die DSGVO nach dem Marktortprinzip trotzdem anwendbar wäre — der Sitz in Dubai wäre demnach keine wirkliche rechtliche Ausrede, sondern eher eine Bequemlichkeits-Begründung. |
| BSDC-O-KOM-2026-330 ✅ in KraftRelevanz 3D5, D4 | 30.04.2026 | CCC — Marktortprinzip-Klarstellung und Verbindung zu staatlichen Plänen Chaos Computer Club Recherche: DC Quelle öffnen → | Ob PimEyes oder andere Anbieter in der EU, auf den Seychellen oder sonstwo niedergelassen sind, spielt keine Rolle — die DSGVO ist nach dem Marktortprinzip anwendbar. An den aktuellen Plänen der Bundesregierung zur biometrischen Massenüberwachung wird sichtbar, dass jahrelange behördliche Inaktivität gegenüber offensichtlich rechtswidrigen Anbietern nicht nur deren Weiterexistenz ermöglicht, sondern solche Praktiken so weit normalisiert, dass sie nun quasi Vorbild für ein grundrechtsfeindliches Gesetz werden sollen. | Sehr wichtige Verbindung zwischen D4 und D5: Der CCC argumentiert, dass die jahrelange Duldung von PimEyes durch die Behörden die gesellschaftliche Normalisierung biometrischer Gesichtserkennung vorangetrieben hat — und damit indirekt den Weg für die in D4 dokumentierte staatliche Gesichtserkennung (Frankfurt, Bundespolizeigesetz-Reform) bereitet haben könnte. Diese These ist eine Einordnung, keine bewiesene Kausalität — sollte im Blackstone-Artikel entsprechend als Interpretation gekennzeichnet werden, aber als plausibler thematischer Zusammenhang zwischen den beiden Dossiers erwähnt werden. |
| BSDC-B-KOM-2022-331 ✅ in KraftRelevanz 3D5 | 21.12.2022 | Baden-Württemberg — erstes Bußgeldverfahren gegen PimEyes (historischer Ausgangspunkt) Wikipedia, mit Bezug auf Landesbeauftragten für Datenschutz Baden-Württemberg Recherche: DC Quelle öffnen → | Bereits im Dezember 2022 eröffnete der Landesbeauftragte für Datenschutz Baden-Württemberg ein Bußgeldverfahren gegen PimEyes — parallel gab es bereits seit Mai 2021 Prüfverfahren in Hamburg. Über vier Jahre später (Stand dieser Recherche, 2026) ist noch immer keine wirksame Maßnahme umgesetzt. | Sehr wichtiger Zeitfakt: Es geht hier nicht um ein neues Problem — bereits 2021/2022 begannen zwei verschiedene deutsche Landesbehörden Verfahren gegen PimEyes. Über vier Jahre später läuft das Unternehmen weiterhin ungehindert. Das ist ein außergewöhnlich langer Zeitraum behördlicher Untätigkeit trotz erkannter Rechtswidrigkeit — ein sehr konkretes Beispiel für strukturelles Durchsetzungsversagen im deutschen/europäischen Datenschutzrecht. |