Quellen-Tabelle
Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.
| BSDC-ID | Datum | Titel & Quelle | Kernaussage | Klartext |
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| BSDC-B-KOM-2025-044 ✅ in KraftRelevanz 3A5 | 24.06.2025 | ProtectEU — A European Internal Security Strategy (Kommissionsmitteilung) Europäische Kommission, GD Migration and Home Affairs Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Kommission legt einen Fahrplan vor, der sechs Bereiche umfasst: Vorratsdatenspeicherung, rechtmäßige Überwachung, digitale Forensik, Entschlüsselung, Standardisierung und KI-Lösungen für die Strafverfolgung; 2025 soll eine Folgenabschätzung zur Aktualisierung der Vorratsdatenspeicherungsregeln erfolgen. | Das ist der offizielle Fahrplan der Kommission, WIE sie an verschlüsselte Daten und gespeicherte Nutzerdaten herankommen will. Noch kein Gesetz — aber ein sehr konkreter, terminierter Plan mit Jahreszahlen. |
| BSDC-B-KOM-2025-045 🔶 im VerfahrenRelevanz 3A5 | 22.09.2025 | "Technology Roadmap on Encryption" — Termine und Zielsetzung eucrim (Fachpublikation für EU-Strafrecht, Max-Planck-Institut-nahes Netzwerk) Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Kommission wird 2026 eine Technology Roadmap zur Verschlüsselung vorlegen, die Lösungen für den rechtmäßigen Zugriff der Strafverfolgung auf verschlüsselte Daten identifizieren und bewerten soll; zusätzlich wird die Erforschung neuer Entschlüsselungskapazitäten unterstützt, um Europol ab 2030 mit Entschlüsselungstechnologie der nächsten Generation auszustatten. | Konkretes Datum: 2026 kommt der Fahrplan, ab 2030 soll die europäische Polizeibehörde bessere Werkzeuge haben, um Verschlüsselung zu knacken. Das ist kein "vielleicht irgendwann" — es gibt eine Timeline. |
| BSDC-O-KOM-2025-046 💬 nur DiskussionRelevanz 3A5 | 26.05.2025 | Joint Letter zu ProtectEU / Encryption Roadmap (89 Organisationen) Global Encryption Coalition (Koalition aus Zivilgesellschaft, Unternehmen, Sicherheitsforschern) Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 26. Mai 2025 veröffentlichten 89 zivilgesellschaftliche Organisationen, Unternehmen und Cybersicherheitsexperten, darunter Mitglieder der Global Encryption Coalition, einen gemeinsamen Brief an die Europäische Kommission zu den Auswirkungen der ProtectEU-Strategie auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Auch die EFF (Electronic Frontier Foundation) gehörte zu den Unterzeichnern. | Eine breite, internationale Koalition — nicht nur "Privacy-Aktivisten", sondern auch Unternehmen und anerkannte Sicherheitsexperten — warnt gemeinsam vor diesem Plan. Das ist ein starkes Signal, dass die Kritik fachlich breit getragen wird. |
| BSDC-S-FND-2011-077 ✅ in KraftRelevanz 3F4, A1, A5, B3 | 21.03.2012 ⚠ Feld enthält mehrere Jahresangaben, Originaltext prüfen | "Schutzlücken durch Wegfall der Vorratsdatenspeicherung?" — Gutachten für das Bundesamt für Justiz Prof. Dr. Hans-Jörg Albrecht, Kriminologische Abteilung, Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht — im Auftrag des Bundesministeriums der Justiz Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Vorratsdatenspeicherung hat laut dem Gutachten keinen messbaren Einfluss auf Aufklärungsquoten. Für den Untersuchungszeitraum 1987 bis 2010 kann der Wegfall der Vorratsdatenspeicherung nicht als Ursache für Bewegungen in der Aufklärungsquote herangezogen werden — dieser Befund gilt insbesondere für Computerkriminalität und Internetkriminalität. | Das ist die wohl wichtigste Einzelquelle im gesamten Themenfeld "Wirkt Überwachung überhaupt?": Das eigene Justizministerium hat eine 271-seitige wissenschaftliche Studie in Auftrag gegeben — und das Ergebnis war, dass die ständig behauptete "Schutzlücke" ohne Vorratsdatenspeicherung nicht nachweisbar ist. Das ist kein Aktivisten-Papier, sondern eine im Regierungsauftrag erstellte Studie. |
| BSDC-B-FND-2024-159 ✅ in KraftRelevanz 3F8, A5 | November 2024 November 2024, seither weitere Unterzeichner | Gemeinsame Erklärung von 17+ europäischen Staaten zu Post-Quanten-Kryptografie BSI und Partnerbehörden aus mittlerweile 20 europäischen Staaten Recherche: DC Quelle öffnen → | Das BSI hat zusammen mit Partnern aus 17 europäischen Staaten im November 2024 eine gemeinsame Erklärung zum Thema Post-Quanten-Kryptografie veröffentlicht, die von Wirtschaft, Betreibern kritischer Infrastruktur sowie öffentlicher Verwaltung den Übergang fordert; inzwischen haben Partner aus drei weiteren europäischen Staaten unterzeichnet. | Europaweite Koordination bei der Verschlüsselungs-*Stärkung* — zeigt den Umfang der Kooperation zwischen europäischen Sicherheitsbehörden bei diesem Thema, als Kontrast zur "Going Dark"-Verschlüsselungs-Schwächung im selben Politikfeld (siehe A5). |
| BSDC-B-KOM-2026-280 ✅ in KraftRelevanz 3A8, A5 | 27.05.2026 | Grundlagenerklärung — Quellen-TKÜ vs. Online-Durchsuchung, technische Funktionsweise datenschutz.org (Fachportal) Recherche: DC Quelle öffnen → | Es gibt zwei rechtlich unterschiedliche Einsatzszenarien: Quellen-TKÜ fängt Kommunikation (z.B. WhatsApp, Signal, Telegram) direkt auf dem Gerät ab, bevor sie verschlüsselt wird oder nachdem sie entschlüsselt wurde — Ziel ist das Mitlesen laufender Kommunikation. Die Online-Durchsuchung ist der tiefere Eingriff: Behörden dürfen theoretisch das gesamte System durchsuchen, auch alte Dateien und Festplatteninhalte, die lange vor der Installation gespeichert wurden. | Wichtige Grundlagenunterscheidung für Blackstones Artikel: "Staatstrojaner" ist ein Sammelbegriff für zwei rechtlich unterschiedlich schwerwiegende Maßnahmen — die laufende Kommunikation mitlesen (Quellen-TKÜ) ist etwas anderes als das gesamte Gerät samt Vergangenheit zu durchsuchen (Online-Durchsuchung, umgangssprachlich "großer Staatstrojaner"). Direkter Bezug zu A5 (Going Dark): Das ist die technische Umsetzung dessen, was dort als "Client-Side-Scanning"-Alternative diskutiert wird. |
| BSDC-B-KOM-2025-407 Relevanz 3A5 | ohne Datum | E-Mail-Verschlüsselung in der Praxis (PGP/OpenPGP vs. S/MIME, WKD/WKS) Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Recherche: DC Quelle öffnen → | Das BSI empfiehlt S/MIME primär für Behörden/Unternehmen, OpenPGP eher privat, hebt automatisierten Schlüsselaustausch via WKD/WKS hervor. | Offizielle BSI-Empfehlung, kein gesetzlicher Zwang zur E-Mail-Verschlüsselung. |
| BSDC-P-KOM-2025-409 Relevanz 3A5 | 19.11.2025 | Ratsdokument ST-15585-2025-INIT zur Chatkontrolle-Verordnung Rat der Europäischen Union Recherche: DC Quelle öffnen → | Offizielles Ratsdokument im Gesetzgebungsverfahren zur Chatkontrolle-Verordnung, Teil laufender Trilog-Verhandlungen. | Technisches Verhandlungsdokument, dient als Beleg für Verfahrensstand, nicht für inhaltliche Details. |
| BSDC-P-KOM-2025-462 Relevanz 3A5 | 21.02.2025 | Apple can no longer offer Advanced Data Protection in the United Kingdom Apple Inc. Recherche: DC Quelle öffnen → | Apple stellte E2E-Verschlüsselung für iCloud-Backups für neue UK-Nutzer ein nach behördlicher Technical Capability Notice. | Apple verweigerte Hintertür, schaltete Funktion stattdessen ab. Wortlaut der Anordnung nicht öffentlich. |
| BSDC-J-KOM-2026-463 Relevanz 3A5 | 26.07.2026 | EU Chat Control: The Fight to Scan Every Private Message (Live Tracker) closednetwork.io Recherche: DC Quelle öffnen → | EU-Parlament verlängerte freiwillige Chatkontrolle 1.0 bis 2028; verpflichtendes Client-Side-Scanning weiter blockiert nach gescheitertem fünften Trilog. | Laufender Stand der Chatkontrolle-Verhandlungen Juli 2026. |
| BSDC-P-KOM-2026-464 Relevanz 3A5 | 13.02.2026 | Russia blocks access to WhatsApp and further restricts Telegram developingtelecoms.com Recherche: DC Quelle öffnen → | Russland blockierte WhatsApp vollständig (~100 Mio. Nutzer), bewirbt unverschlüsselten Staats-Messenger 'Max' als Ersatz. | Vollständige WhatsApp-Sperre in Russland. |
| BSDC-P-KOM-2026-553 Relevanz 3A5 | 10.02.2026 | mailbox.org Transparenzbericht 2025 mailbox.org Recherche: DC Quelle öffnen → | 74 Behördenanfragen 2025 (60 aus Deutschland), rund ein Drittel abgelehnt, häufigster Grund unverschlüsselte Übermittlung. | Vergleichbare Berichte anderer Anbieter (z.B. Gmail) fehlen. |
| BSDC-P-KOM-2026-554 Relevanz 3A5 | Januar 2026 01.2026 | Tuta Transparenzbericht: Warrant Canary (H2 2025) Tuta Recherche: DC Quelle öffnen → | 220 Behördenanfragen H2 2025, ca. 75% abgelehnt, nie NSL oder FISA-Anordnung erhalten. | Ob abgelehnte Anfragen später anderweitig durchgesetzt wurden, nicht belegt. |
| BSDC-P-KOM-2026-555 Relevanz 3A5 | 2025 ⚠ nur Jahresangabe in der Quelle 2025 | Posteo Transparenzbericht 2025 Posteo e.K. Recherche: DC Quelle öffnen → | 85 Behördenanfragen 2025, keine Bestandsdatenauskünfte herausgegeben, nur 2 Fälle TKÜ per Gerichtsbeschluss. | Posteo speichert grundsätzlich keine personenbezogenen Daten/IP-Adressen. |
| BSDC-J-KOM-2025-556 Relevanz 3A5 | 26.08.2025 | OLG München: E-Mail-Anbieter muss keine Auskunft über Bestandsdaten geben OLG München / beck-aktuell Recherche: DC Quelle öffnen → | E-Mail-Anbieter ist kein 'digitaler Dienst' nach §21 TDDDG, unterliegt TKG, schuldet keine Bestandsdatenauskunft an Private. | Betrifft nur zivilrechtliche Anfragen, nicht Strafverfolgungsbehörden. |
| BSDC-O-FND-2025-566 Relevanz 3A5 | April 2025 04.2025 | Mass surveillance: ECtHR and CJEU Case-Law - Joint Factsheet FRA / EGMR Recherche: DC Quelle öffnen → | Merkblatt fasst EGMR/EuGH-Rechtsprechung zu Massenüberwachung, Vorratsdatenspeicherung systematisch zusammen. | Übersichtsdokument, kein neues Urteil. |
| BSDC-P-FND-2024-567 Relevanz 3A5 | 13.02.2024 | Podchasov v. Russia - EGMR-Urteil zu Verschlüsselung/Entschlüsselungspflicht Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte Recherche: DC Quelle öffnen → | EGMR: russische Telegram-Entschlüsselungspflicht verletzt Art.8 EMRK, Backdoors treffen alle Nutzer. | Erstes internationales Gerichtsurteil gegen Verschlüsselungs-Hintertüren. Bindend nur für Russland. |
| BSDC-P-FND-2026-568 Relevanz 3A5 | 20.01.2026 | GFF-Beschwerde beim EGMR gegen Staatstrojaner-Befugnisse deutscher Geheimdienste Gesellschaft für Freiheitsrechte Recherche: DC Quelle öffnen → | GFF klagt in Straßburg gegen G-10-Gesetz-Novelle 2021 (Staatstrojaner für alle 19 Geheimdienste), nach BVerfG-Ablehnung. | Beschwerde eingereicht, Ausgang offen. |
| BSDC-J-FND-2025-569 Relevanz 3A5 | 02.12.2025 | Schweizer Bundesverwaltungsgericht: Kabelaufklärung des NDB verstößt gegen EMRK watson.ch Recherche: DC Quelle öffnen → | Schweizer Gericht: Kabel-/Funkaufklärung des NDB verfassungs-/EMRK-widrig, 5-Jahres-Frist zur Nachbesserung. | Nationales Urteil mit EMRK-Bezug, nicht direkt EGMR-Ebene. |
| BSDC-P-KOM-2025-591 Relevanz 3A5 | 23.05.2025 | Telegram Is Cooperating with Authorities, for Now Lawfare Media Recherche: DC Quelle öffnen → | Behördenanfragen an Telegram in Frankreich von 4 (Q1 2024) auf 668 (Q1 2025) gestiegen, nach Durov-Verhaftung. | Dauerhaftigkeit der Kooperation nicht belegt. |
| BSDC-J-KOM-2026-592 Relevanz 3A5 | 20.01.2026 | Telegram plays down user figures to avoid stricter EU rules Follow the Money Recherche: DC Quelle öffnen → | Telegram zählt nur aktive Nutzer öffentlicher Gruppen, um unter DSA-Schwelle von 45 Mio. EU-Nutzern zu bleiben. | Tatsächliche Gesamtnutzerzahl nicht belegt. |
| BSDC-J-KOM-2025-593 Relevanz 3A5 | 26.02.2025 | Signal May Exit Sweden If Government Imposes Encryption Backdoor Infosecurity Magazine Recherche: DC Quelle öffnen → | Signal-Präsidentin Whittaker droht mit Marktrückzug aus Schweden bei geplantem Verschlüsselungs-Backdoor-Gesetz. | Ob Gesetz verabschiedet wurde, nicht belegt. |
| BSDC-P-KOM-2025-648 Relevanz 3A5 | 21.10.2025 | Interne Dokumente: EU arbeitet an ausufernder Vorratsdatenspeicherung netzpolitik.org Recherche: DC Quelle öffnen → | EU-Kommission plant Vorratsdatenspeicherung inkl. Messenger-Metadaten, 16 von 37 Staaten verlangen SIM-Registrierung. | Offizieller Gesetzesvorschlag stand noch aus. |
| BSDC-P-KOM-2025-649 Relevanz 3A5 | 31.10.2025 | WhatsApp Privacy Review 2025 Mozilla Foundation Recherche: DC Quelle öffnen → | WhatsApp sammelt unabschaltbare Metadaten, mind. 13 Meta-Bibliotheken, ~1.500 Ingenieure hatten Datenzugriff. | Chat-Inhalte bleiben laut Bericht verschlüsselt. |
| BSDC-P-KOM-2025-650 Relevanz 3A5 | 03.12.2025 | Data Retention Commission to present proposal by mid-2026 heise online Recherche: DC Quelle öffnen → | EU-Staaten favorisieren 6-12 Monate Speicherung von Messenger-Metadaten, Kommissionsvorschlag für Mitte 2026 erwartet. | Genauer Gesetzestext noch nicht vorliegend. |