Quellen-Tabelle
Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.
| BSDC-ID | Datum | Titel & Quelle | Kernaussage | Klartext |
|---|---|---|---|---|
| BSDC-J-KOM-2026-240 ✅ in KraftRelevanz 3A6 | 19.11.2025 | "Digital Omnibus: Europas schleichender Abschied vom Datenschutz" — Detailanalyse der Neudefinition Golem Karrierewelt Recherche: DC Quelle öffnen → | Die geplante Neudefinition personenbezogener Daten würde es Unternehmen erlauben, pseudonyme oder deduzierte Informationen als "nicht personenbezogen" zu deklarieren. KI-Training und Gerätezugriffe sollen künftig als "berechtigtes Interesse" gelten — damit könnten personenbezogene Daten ohne aktive Zustimmung verarbeitet werden. | Konkrete technische Erklärung, WAS genau sich ändern würde: Wenn ein Unternehmen Daten nur "vermuten" statt "wissen" kann (pseudonym/deduziert), müsste es sie nicht mehr als besonders geschützte personenbezogene Daten behandeln — ein direkter Weg, DSGVO-Pflichten zu umgehen, ohne das Gesetz formal abzuschaffen. |
| BSDC-J-KOM-2025-345 ✅ in KraftRelevanz 3A6 | 16.01.2026 | netzpolitik.org — "Direkt von Big Techs Wunschliste": Analyse nach Veröffentlichung des finalen Entwurfs netzpolitik.org Recherche: DC Quelle öffnen → | Die im Vorfeld geäußerten Befürchtungen haben sich laut ersten Analysen nach der offiziellen Vorstellung des Omnibus weitgehend bewahrheitet — die im Vorfeld befürchtete "Wunschliste" der großen Tech-Konzerne wurde demnach in wesentlichen Teilen tatsächlich übernommen. | Wichtiger Nachtrag zur zeitlichen Entwicklung: Die im November 2025 geäußerten Warnungen (127-Organisationen-Brief) waren zunächst Reaktionen auf einen geleakten Entwurf — dieser Artikel bestätigt aus Sicht der Kritiker, dass die finale, offizielle Fassung (19.11.2025 vorgestellt) die Befürchtungen weitgehend bestätigt statt entkräftet hat. Wichtig: Auch das ist eine Einschätzung von netzpolitik.org, keine neutrale Feststellung — sollte entsprechend attribuiert werden. |
| BSDC-J-KOM-2025-347 ✅ in KraftRelevanz 3A6 | 19.11.2025 | netzpolitik.org — "Auf Crash-Kurs mit digitalen Grundrechten", Interview mit EDPS-Mitarbeitern netzpolitik.org, Interview mit Thomas Zerdick und Robert Riemann (Europäischer Datenschutzbeauftragter/EDPS) Recherche: DC Quelle öffnen → | Auch wenn ein paar Regeln weniger unter die Räder kommen als ursprünglich befürchtet, ist der digitale Omnibus laut dieser Einschätzung tatsächlich auf Crash-Kurs mit digitalen Grundrechten — allerdings weniger drastisch als der ursprünglich geleakte Entwurf befürchten ließ. | Wichtige Nuance: Die finale Fassung war offenbar etwas weniger einschneidend als der ursprünglich geleakte Entwurf — ein Hinweis darauf, dass der öffentliche Protest (127-Organisationen-Brief, Parlaments-Widerstand) zumindest teilweise Wirkung gezeigt haben könnte, auch wenn die Grundrichtung nach dieser Einschätzung bestehen bleibt. Diese Differenzierung (schlimmer befürchtet als tatsächlich gekommen, aber immer noch problematisch) ist wichtig für Blackstones Präzisionsanspruch. |
| BSDC-J-KOM-2025-348 ✅ in KraftRelevanz 2A6 | 16.11.2025 | taz — Schrems-Zitat zur Deregulierung, Trump-Kontext taz Recherche: DC Quelle öffnen → | US-Präsident Donald Trump versucht seit Monaten, die EU-Regeln zu "knacken" — ein geopolitischer Kontext, den auch Max Schrems in seiner Kritik am Digital Omnibus anspricht. | Wichtiger geopolitischer Zusatzkontext: Die Deregulierungsdebatte findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern auch vor dem Hintergrund transatlantischen politischen Drucks (USA) auf die EU-Digitalregulierung — ein Aspekt, der die Debatte über reine Innen-EU-Politik hinaus einordnet und für ein vertieftes Verständnis der Hintergründe relevant ist. |
| BSDC-J-GER-2024-529 Relevanz 3A6 | 30.12.2024 | Urteil zum digitalen Nachlass: OLG Oldenburg (13 U 116/23) OLG Oldenburg / WBS.LEGAL Recherche: DC Quelle öffnen → | OLG Oldenburg: Erben erhalten auch aktive Nutzungsrechte an Social-Media-Accounts Verstorbener, nicht nur passiven Zugriff. | Betrifft Instagram-Account eines verstorbenen DSDS-Gewinners. |
| BSDC-J-IDN-2025-724 Relevanz 3A6 | 28.11.2025 | OVG Koblenz: DSGVO-Beschwerderecht ist höchstpersönlich und nicht vererbbar OVG Rheinland-Pfalz Recherche: DC Quelle öffnen → | DSGVO schützt nur lebende Personen, Angehörige können sich nicht auf Datenschutzrechte Verstorbener berufen. | Zivilrechtliche Klagen wegen postmortaler Persönlichkeitsrechte bleiben unberührt. |
| BSDC-J-IDN-2023-867 Relevanz 4A6 | 08.02.2023 | eIDAS 2.0: Beim europäischen ID-Wallet droht die Überidentifikation netzpolitik.org Recherche: DC Quelle öffnen → | Analysiert Datenschutzrisiken der EU-Digital-Identity-Wallet unter eIDAS 2.0, Gefahr der Überidentifikation durch Diensteanbieter. | Bezieht sich auf Trilog-Verhandlungsstand 2023. |
| BSDC-J-IDN-2018-996 Relevanz 4A6 | 23.11.2018 | Personalausweis – Sicherheitsforscher knacken die Online-Ausweisfunktion t3n Recherche: DC Quelle öffnen → | Sicherheitsforscher fanden Schwachstelle im Governikus-Autent-SDK, mit der Angreifer sich online als beliebige Personen ausgeben konnten. | Betraf Server-Software, nicht direkt den RFID-Chip selbst. |
| BSDC-J-GER-2016-1105 Relevanz 4A6 | 2016 ⚠ nur Jahresangabe in der Quelle 2016 | Datenschutz beim Smart Metering (RDV Heft 3) Lüdemann, Ortmann, Pokrant Recherche: DC Quelle öffnen → | Analysiert die Möglichkeit, aus hochauflösenden Lastprofilen auf einzelne Geräte und Verhaltensmuster im Haushalt zu schließen. | Bewertet den Rechtsrahmen von 2016, spätere Novellen nicht berücksichtigt. |
| BSDC-J-KOM-2019-1168 Relevanz 5A6 | 05.08.2019 | Amazon Alexa: Mitarbeiter hörten im Home-Office Sprachaufnahmen ComputerBase Recherche: DC Quelle öffnen → | Amazon ließ Zeitarbeiter in Polen Alexa-Sprachaufnahmen von zuhause aus abhören und transkribieren, auch Familienangehörige hatten Zugang zu sensiblen Nutzerdaten. | Basiert auf einem einzelnen Medienbericht mit anonymen Zeitarbeiter-Aussagen. |
| BSDC-J-KOM-2019-1169 Relevanz 5A6 | 10.07.2019 | Google employees are eavesdropping, even in your living room, VRT NWS has discovered VRT NWS Recherche: DC Quelle öffnen → | Anhand über 1000 geleakter Audiodateien zeigte VRT NWS, dass Google-Mitarbeiter Sprachaufnahmen abhören und 153 unbeabsichtigte Aufnahmen ohne Aktivierungswort fanden. | Auswertung eines Leaks durch einen belgischen Subunternehmer-Mitarbeiter, nicht durch Google offengelegt. |
| BSDC-J-KOM-2020-1170 Relevanz 4A6 | 20.05.2020 | Siri-Whistleblower fordert EU-Untersuchung gegen Apple heise online Recherche: DC Quelle öffnen → | Ein ehemaliger Apple-Subunternehmer-Mitarbeiter forderte eine EU-Untersuchung der Siri-Sprachauswertung, bei der Mitarbeiter täglich tausende Aufnahmen mit intimen Details anhörten. | Beruht auf Aussagen eines einzelnen Whistleblowers, keine unabhängige behördliche Bestätigung. |
| BSDC-J-KOM-2019-1172 Relevanz 3A6 | 05.08.2019 | Alexas Aufzeichnungen per Sprachbefehl löschen – oder auch nicht DSN GROUP Recherche: DC Quelle öffnen → | Prüft Amazons Löschoptionen für Alexa-Sprachaufzeichnungen, stellt fest, dass die Löschung im Test unzuverlässig funktionierte. | Fachblog mit eigenem Praxistest, keine wissenschaftliche Prüfung. |
| BSDC-J-IDN-2024-1279 Relevanz 5AUTO, A6 | 27.12.2024 | Datenleck bei Volkswagen: Bewegungsdaten von Hunderttausenden VW-Kunden offen im Netz ComputerBase Recherche: DC Quelle öffnen → | Von rund 800.000 betroffenen Fahrzeugen (300.000 in Deutschland) waren zu 460.000 präzise Standortdaten abrufbar; bei VW und Seat auf etwa 10 Zentimeter genau, bei Audi und Skoda auf etwa 10 Kilometer. Betroffen waren auch 35 E-Fahrzeuge der Hamburger Polizei. | Genauigkeitsangaben stammen aus der CCC-/Spiegel-Recherche und wurden von VW nicht im Detail bestätigt. |
| BSDC-J-IDN-2025-1280 Relevanz 5AUTO, A6 | 28.01.2025 | Intimes Überwachungsinstrument: Das wissen Autohersteller über Dich und Dein Fahrzeug netzpolitik.org Recherche: DC Quelle öffnen → | Cariad hatte rund 9,5 Terabyte Daten weitgehend ungeschützt in einem Amazon-Cloudspeicher liegen, darunter Fahrzeug-Identifikationsnummern, Halterinformationen und GPS-Positionen mit bis zu zehn Zentimetern Genauigkeit. Bei Mercedes-Benz fanden die Autoren rund 100 Datenarten inklusive GPS-Fahrtenbuch mit drei Monaten Speicherdauer. | Belegt Telematik- und Sensordaten, jedoch keine Übertragung von Innenraum-Kamerabildern an die Hersteller. |
| BSDC-J-IDN-2024-1282 Relevanz 4AUTO, A6 | 27.12.2024 | Customer data from 800,000 electric cars and owners exposed online BleepingComputer Recherche: DC Quelle öffnen → | Standortgenauigkeit lag bei VW und Seat bei rund 10 Zentimetern, bei Audi und Skoda bei rund 10 Kilometern; betroffen waren u.a. 300.000 Fahrzeuge in Deutschland, 80.000 in Norwegen, 68.000 in Schweden. | Stützt sich vollständig auf die CCC-/Spiegel-Recherche, nennt keine exakte Anfangsdauer des Lecks. |
| BSDC-J-GER-2023-1283 Relevanz 5AUTO, A6 | 13.07.2023 | Delegierte Verordnung (EU) 2023/2590 – Fortschrittliche Ablenkungswarnsysteme (ADDW) Europäische Kommission / EUR-Lex Recherche: DC Quelle öffnen → | Legt Typgenehmigungsanforderungen für Ablenkungswarnsysteme fest und schreibt vor, dass sie ohne biometrische personenbezogene Daten funktionieren müssen; eine Identifizierung der Person ist untersagt. | Regelt nur die Pflichtfunktion ADDW, nicht die freiwillig verbauten Innenraumkameras der Hersteller. |
| BSDC-J-IDN-2015-1305 Relevanz 5AUTO, A6 | 31.03.2018 | Verordnung (EU) 2015/758 über die Typgenehmigung des bordeigenen eCall-Systems Europäisches Parlament und Rat der EU Recherche: DC Quelle öffnen → | Seit dem 31.03.2018 dürfen neue Pkw-Typen nur noch mit 112-basiertem eCall typgenehmigt werden; das System darf das Fahrzeug im Normalbetrieb nicht nachverfolgbar machen, Positionsdaten werden fortlaufend gelöscht und nur die drei letzten Positionen vorgehalten. | Regelt nur das 112-eCall-System, nicht die herstellereigenen Zusatzdienste über dieselbe Hardware. |