Quellen-Tabelle

Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.

BSDC-IDDatumTitel & QuelleKernaussageKlartext
BSDC-S-GER-2018-381
in KraftRelevanz 3D7
21.01.2026
Feld enthält mehrere Jahresangaben, Originaltext prüfen
KFN-Studie NRW — "geringer, aber statistisch bedeutsamer Effekt", uneindeutige internationale Befundlage
Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN), Studie 2018 im Auftrag des NRW-Innenministeriums, hier über CORRECTIV referenziert
Recherche: DC
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Das KFN untersuchte 2018 in sechs großen NRW-Städten den Effekt der Videoüberwachung auf Kriminalitätsbelastung und Aufklärungsquote. Ergebnis: ein statistisch bedeutsamer, aber relativ geringer Effekt auf die Aufklärungsquote. Ein "wissenschaftlicher Nachweis eines allgemein kriminalitätsreduzierenden Effekts der Videoüberwachung" kann laut den Wissenschaftlern nicht erbracht werden — der Nutzen hänge stark von der jeweils betrachteten Deliktart ab. Gleichzeitig betonen "polizeiliche Praktiker" das wahrgenommene Potenzial der Technologie.

Sehr wichtiges, differenziertes Ergebnis — passt zum bereits etablierten F4-Muster: Weder "Videoüberwachung wirkt nicht" noch "Videoüberwachung löst alles" — die Wahrheit liegt dazwischen: geringer, aber messbarer Effekt bei der Aufklärung, kein Nachweis für allgemeine Kriminalitätsreduktion, starke Abhängigkeit von der Deliktart. Interessant: Ein Bruch zwischen wissenschaftlicher Zurückhaltung und dem gefühlten Potenzial bei der Polizei selbst — beide Perspektiven sollten in einem Blackstone-Artikel nebeneinander stehen.

BSDC-S-GER-2026-383
in KraftRelevanz 3D7
31.10.2025
Weitere KFN-Detailzahlen — Aachen vs. Dortmund, gegensätzliche Stadtteil-Effekte
Tarnkappe.info, detaillierte KFN-Studienauswertung
Recherche: DC
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Untersucht wurden sieben NRW-Städte (Düsseldorf, Mönchengladbach, Aachen, Essen, Dortmund, Duisburg, Köln). Ergebnis war uneinheitlich: In Aachen ging die Kriminalität im videoüberwachten Bereich um 9% zurück — im übrigen Stadtgebiet aber um 13%, also STÄRKER als im überwachten Bereich. In Dortmund kam es sogar zu einem Anstieg der Straßenkriminalität im videoüberwachten Bereich.

Besonders eindrückliches Detail: In Aachen sank die Kriminalität außerhalb der Kameras sogar stärker als innerhalb — ein Befund, der die reine "mehr Kameras = weniger Kriminalität"-These direkt infrage stellt. Der Anstieg in Dortmund zeigt zusätzlich: Es gibt keine Garantie, dass Kameras überhaupt in die gewünschte Richtung wirken. Diese konkreten Stadt-Einzelergebnisse sind viel überzeugender als eine abstrakte "Studien sind gemischt"-Aussage.

BSDC-S-GER-2005-384
in KraftRelevanz 2D7
2005
nur Jahresangabe in der Quelle
2005 (älter, aber methodisch wertvolle internationale Metaanalyse)
Deutsches Forum für Kriminalprävention — Verlagerungseffekte und Campbell-Collaboration-Metaanalyse
Deutsches Forum für Kriminalprävention, mit Bezug auf internationale Campbell-Collaboration-Metaanalyse
Recherche: DC
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Bei vier U-Bahn-Studien waren die Befunde widersprüchlich: zwei positive Effekte, ein Effekt null, ein negativer Effekt — die durchschnittliche "Erfolgsquote" war nicht statistisch signifikant. Zur Kriminalitätsverlagerung in angrenzende Gebiete: gemischte Befunde, teilweise deutet sich sogar eine positive Ausstrahlung (Prävention wirkt auch auf Nachbargebiete) an.

Wichtige methodische Ergänzung: Selbst zur Verlagerungsfrage (wandert Kriminalität einfach woanders hin?) gibt es keine eindeutige Antwort — manchmal ja, manchmal sogar das Gegenteil (positive Ausstrahleffekte). Zeigt: Die Wirksamkeitsdebatte bei Videoüberwachung ist wissenschaftlich komplexer als sowohl Befürworter als auch Kritiker oft darstellen.

BSDC-S-GER-2016-385
in KraftRelevanz 2D7
06.05.2017
Leipzig-Fallstudie — konkrete Verdrängung in Wohngebiete, Behinderung sozialer Arbeit
Digitalcourage, mit Bezug auf Studie von Peter Ullrich und Marco Tullney (2012) zu einem Leipziger Bahnhof
Recherche: DC
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Ein videoüberwachter Leipziger Bahnhof, zuvor von Drogenhandel und Kfz-Einbrüchen geprägt, zeigte eine Verdrängung dieser Delikte in umliegende Wohngebiete. Bereits installierte Angebote der aufsuchenden Sozialarbeit wurden durch diese Verlagerung erheblich blockiert.

Konkreter, sozial bedeutsamer Einzelfall: Videoüberwachung verlagerte hier nicht nur Kriminalität, sondern störte auch bereits bestehende soziale Hilfsangebote (Drogenberatung/Streetwork) — ein Aspekt, der über die reine "wirkt/wirkt nicht"-Debatte hinausgeht und zeigt, dass Überwachungsmaßnahmen auch bestehende soziale Strukturen stören können.