Quellen-Tabelle
Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.
| BSDC-ID | Datum | Titel & Quelle | Kernaussage | Klartext |
|---|---|---|---|---|
| BSDC-J-FND-2025-1462 Relevanz 3KINDER-VULNERABLE | 01.01.2025 | ZDF-Undercover-Recherche: Cybergroomer kontaktiert fiktives Kinderprofil auf Roblox binnen kurzer Zeit ZDF (Panorama/SCHAU HIN!) Recherche: DC Quelle öffnen → | Roblox funktioniert nicht nur als Spiel, sondern als soziales Netzwerk, in dem Kinder gezielt von Erwachsenen angesprochen und manipuliert werden können. In einer Undercover-Recherche gaben sich ZDF-Reporter als minderjähriges Mädchen aus und traten Community-Gruppen auf der Plattform bei. Kurz nach dem Beitritt kontaktierte ein mutmaßlicher Cybergroomer das fiktive Profil und lockte es in einen privaten Chat auf einer externen Chat-Plattform, wo die Nachrichten schnell sexuellen und übergriffigen Charakter annahmen, verbunden mit Forderungen nach Fotos und Aufforderungen zur Geheimhaltung. Als Reaktion auf öffentlichen Druck deaktiviert Roblox verschlüsselte Chats, sobald Minderjährige beteiligt sind, um Inhalte besser überwachen zu können; Discord kündigte ähnliche Schutzmaßnahmen an, verschob deren Einführung jedoch nach Kritik. | Die Recherche zeigt einen dokumentierten Einzelfall unter kontrollierten Bedingungen; eine belastbare Häufigkeitsstatistik erfolgreicher Grooming-Versuche auf der Plattform insgesamt ist aus dieser Quelle nicht abgeleitet. |
| BSDC-J-GER-2023-1464 Relevanz 3GESICHTSERKENNUNG, STAAT | 01.09.2023 | Deutsche Bahn und Bundespolizei planen biometrische Gesichtserkennung an Bahnhöfen ohne geklärte Rechtsgrundlage heise online / ZDF Recherche: DC Quelle öffnen → | Politik und Deutsche Bahn verständigten sich auf ein Maßnahmenpaket, das intelligente Videoüberwachung und biometrische Gesichtserkennung an Bahnhöfen als Unterstützungsinstrument insbesondere für die Bundespolizei vorsieht. In einer ersten Testphase wurde Gesichtserkennungssoftware erprobt, in einer zweiten Phase sollen verschiedene Gefahrensituationen automatisch erkannt und angezeigt werden. Bei Vorstellung des Plans war laut Expertenkritik völlig offen, auf welcher Rechtsgrundlage der Einsatz erfolgen soll: Nach DSGVO ist die Erhebung biometrischer Daten zur Identifizierung von Personen grundsätzlich verboten. Bis 2023 standen bei der Bundespolizei bereits über 70 Millionen Euro für den Ausbau der Videoüberwachung bereit, aus dem Bundeshaushalt sollten zusätzlich 50 Millionen Euro hinzukommen. | Ob und auf welcher konkreten Rechtsgrundlage die Gesichtserkennung inzwischen tatsächlich im Regelbetrieb läuft, ist aus dieser Quelle nicht abschließend belegt; zum Berichtszeitpunkt war dies laut Quelle noch ungeklärt. |
| BSDC-J-GER-2021-1467 Relevanz 3OSINT, STALKERWARE | 07.12.2021 | Life360: Familien-Tracking-App verkauft seit 2016 Standortdaten von 33 Millionen Nutzern an Datenbroker The Markup Recherche: DC Quelle öffnen → | Die als Sicherheits-App vermarktete Familien-Tracking-App Life360 verkauft laut Recherchen von The Markup, gestützt auf Aussagen zweier ehemaliger Mitarbeiter, seit 2016 Standortdaten von rund 33 Millionen Nutzern an etwa ein Dutzend Datenbroker, die sie wiederum an praktisch jeden zahlenden Kunden weitergeben, darunter auch US-Regierungsbehörden wie das Verteidigungsministerium und die Gesundheitsbehörde CDC. Firmengründer und CEO Chris Hulls bestätigte, der Datenverkauf sei fester Bestandteil des Geschäftsmodells; die Datenschutzbestimmungen der App erwähnen die Weitergabe an Dritte, werden aber laut Berichten von den meisten Nutzern nicht sorgfältig gelesen. Der CEO betonte, man verkaufe Daten nicht direkt an Regierungsstellen, um die Rechte potenzieller Angeklagter in Strafverfahren nicht zu untergraben, wich damit aber der Frage nach der Weitergabe über zwischengeschaltete Datenbroker an genau solche Stellen aus. | Ob und wie oft die über Umwege an Behörden gelangten Life360-Standortdaten tatsächlich in konkreten Strafverfahren verwendet wurden, ist aus dieser Quelle nicht belegt. |
| BSDC-J-GER-2020-1468 Relevanz 3GERAETE-OS, CYBERCRIME | 01.05.2020 | Massenangriffswelle auf FritzBox-Router: 13 Schwachstellen und Fernzugriff als Einfallstor für Botnetze heise online / Palo Alto Networks Unit 42 Recherche: DC Quelle öffnen → | Sicherheitsforscher von Palo Alto Networks Unit 42 entdeckten eine Angriffswelle, bei der Schadsoftware Router wie die FritzBox über insgesamt 13 Schwachstellen sowie Brute-Force-Angriffe in ein Botnetz eingliederte, ebenso wie IP-Kameras und andere IoT-Geräte. Angreifer können dadurch das Heimnetz ausspähen, Bewegungsprofile erstellen oder die Geräte für DDoS-Angriffe missbrauchen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnte zusätzlich vor der komfortablen, aber riskanten Fernzugriffsfunktion, mit der die FritzBox über das Internet von außerhalb des Zuhauses erreichbar gemacht werden kann: Kriminelle durchsuchen das Internet gezielt nach FritzBoxen mit aktiviertem Fernzugriff und können bei geknacktem Passwort oder unentdeckter Sicherheitslücke vollen Zugriff auf den Router erlangen. Geräte mit eingestelltem Support gelten dabei als besonders gefährdet, da veraltete Firmware Zugriff auf Bankdaten und smarte Haushaltsgeräte im Netzwerk ermöglichen kann. | Wie viele deutsche Haushalte tatsächlich von der beschriebenen Botnetz-Kampagne betroffen waren, ist aus dieser Quelle nicht mit einer Gesamtzahl belegt. |
| BSDC-J-FIN-2018-1469 Relevanz 3FIN, KONSUM | 01.09.2018 | Google und Mastercard: geheime Vereinbarung verknüpft Kreditkarten-Transaktionsdaten mit Werbeklicks heise online Recherche: DC Quelle öffnen → | Google und Mastercard trafen eine zunächst geheim gehaltene Vereinbarung, bei der Google massenhaft Kreditkarten-Transaktionsdaten von Mastercard kaufte und mit den Klicks eigener Nutzer auf Online-Werbung korrelierte, um so den Erfolg von Werbeanzeigen bis zum tatsächlichen Ladenkauf nachzuverfolgen. Visa wickelte im betreffenden Jahr 45 Milliarden Transaktionen ab, Mastercard 23 Milliarden; beide Unternehmen planten zusätzlich eigene Programme, mit denen gesammelte Kreditkartendaten künftig direkt für personalisierte Online-Werbung genutzt werden sollten. Beide Kartenanbieter bieten Websites an, auf denen Kunden der Analyse ihrer Kreditkartendaten für solche Zwecke widersprechen können. | Der genaue Umfang, wie viele Nutzer von der Google-Mastercard-Vereinbarung konkret betroffen waren, ist aus dieser Quelle nicht beziffert; Details der Vereinbarung wurden erst nachträglich öffentlich bekannt. |
| BSDC-J-FND-2020-1471 Relevanz 3PREDICTIVE-POLICING | 01.01.2020 | Chicago beendet rassistisch verzerrte Predictive-Policing-'Heat List' nach jahrelanger Kritik TIME / The Appeal Recherche: DC Quelle öffnen → | Chicago führte 2012 die 'Strategic Subjects List' ('Heat List') ein, die Personen mit hoher statistischer Wahrscheinlichkeit, eine Straftat zu begehen oder Opfer einer solchen zu werden, auf Basis historischer Faktoren wie Vorstrafen einen Zahlenwert von 0 bis über 500 zuwies. 2013 stufte der Algorithmus Hunderte junge Schwarze Männer als mutmaßliche Täter oder Opfer von Waffengewalt ein, obwohl viele von ihnen keinerlei Vorstrafen hatten; kritisiert wurde, dass die Eingabedaten (insbesondere Festnahmen) selbst bereits durch die diskretionären Entscheidungen von Polizeibeamten bei Streife und Ermittlung verzerrt waren. Die Liste erfasste unverhältnismäßig viele People of Color. Nach Untersuchungen, die dem Programm Ungenauigkeit, Wirkungslosigkeit und rassistische Verzerrung attestierten, stellte Chicago die Nutzung der Heat List im Januar 2020 endgültig ein. | Der genaue kausale Effekt der Liste auf tatsächliche Polizeimaßnahmen gegen gelistete Personen (z. B. verstärkte Kontrollen) ist aus dieser Quelle nicht mit Einzelfallzahlen belegt. |
| BSDC-J-GER-2025-1476 Relevanz 3GESUNDHEITSDATEN-LEAKS, CYBERCRIME | 01.02.2025 | Unimed-Cyberangriff: 120.000 Patientendaten deutscher Universitätskliniken über externen Dienstleister gestohlen drweb.de / Security-Insider Recherche: DC Quelle öffnen → | Ein Cyberangriff auf einen externen IT-Dienstleister führte zum Abfluss von Daten Zehntausender Patienten und betraf mehrere große deutsche Universitätskliniken, darunter Freiburg, Heidelberg, Tübingen, Ulm, Mannheim und Köln. Insgesamt wurden über 120.000 Patientendatensätze deutscher Universitätskliniken im sogenannten Unimed-Cyberangriff gestohlen. Parallel griffen Hacker um den Jahreswechsel 2024/25 das Praxisverwaltungssystem des MVZ Herz-Lungen-Praxis Hamburg-Bergedorf an, einer Tochtergesellschaft der LungenClinic Großhansdorf, und erlangten Zugriff auf 12.000 Patientendatensätze. Nach Angaben von Check Point Software stiegen Cyberangriffe in der DACH-Region 2025 um 124 Prozent, wobei Deutschland über 82 Prozent aller registrierten Vorfälle in der Region ausmachte. | Ob und in welchem Umfang die gestohlenen Daten öffentlich veröffentlicht wurden oder ausschließlich im kriminellen Untergrund gehandelt wurden, ist aus dieser Quelle nicht abschließend geklärt. |
| BSDC-J-IDN-2013-1478 Relevanz 3FITNESS-STUDIOS-ZUTRITTSBIOMETRIE, KINDER-VULNERABLE | 01.08.2013 | Hamburger Grundschulen führen Fingerabdruck-Pflicht für Kantinenbezahlung ein, Eltern-Proteste ignoriert taz / Piratenpartei Hamburg Recherche: DC Quelle öffnen → | An der Adolph-Schönfelder-Grundschule in Hamburg sowie 15 weiteren Schulen entschied ein Catering-Unternehmen, dass Grundschulkinder ihren Fingerabdruck zeigen mussten, um Zugang zur Schulkantine zu erhalten. Die IT-Firma People & Project GmbH aus Schleswig-Holstein hatte das biometrische Bezahlsystem den Schulbehörden im Oktober 2012 angeboten, eingeführt wurde es zu Schuljahresbeginn. Das Unternehmen ignorierte laut Piratenpartei Hamburg die Einwände zahlreicher Eltern; Kritik kam zusätzlich von der Opposition und Datenschutzinstitutionen, die betonten, Schulen hätten die pädagogische Aufgabe, Kinder für den Umgang mit ihren persönlichen Daten zu sensibilisieren, statt sie zur biometrischen Erfassung zu zwingen. | Ob das System nach den Protesten tatsächlich wieder abgeschafft wurde, ist aus dieser Quelle nicht belegt. |
| BSDC-J-GER-2023-1480 Relevanz 3GESUNDHEITSDATEN-LEAKS, STAATEN-DATENFLUESSE | 01.11.2023 | NHS England vergibt 330-Millionen-Pfund-Vertrag zur Gesundheitsdatenverwaltung an Palantir, Proteste und Parlamentskritik Deutsches Ärzteblatt / London Review of Books Recherche: DC Quelle öffnen → | Der britische Gesundheitsdienst NHS England unterzeichnete 2023 einen zunächst siebenjährigen Vertrag über 330 Millionen Pfund, der die zentrale Datenverwaltungsplattform des gesamten Gesundheitssystems an das US-Unternehmen Palantir auslagert. Latifa Patel, Vorsitzende des Vertretungsgremiums der British Medical Association, nannte die Vergabe 'zutiefst besorgniserregend'; Amnesty International forderte von Palantir verbindliche Garantien, Patientendaten künftig nicht zu monetarisieren. 2023 blockierten rund 200 Menschen die NHS-Büros aus Protest gegen die Vertragsvergabe; Aktivisten der Koalition um 'Keep Our NHS Public' organisierten seither wiederholt Informationsstände, Flugblattaktionen und Unterschriftensammlungen. Ein parlamentarischer Ausschuss warnte, Palantirs Rolle stelle eine 'inakzeptable Schwachstelle' dar und verwies auf die Risiken einer Abhängigkeit von wenigen US-Technologieunternehmen. | Ob Palantir die geforderten Garantien gegen eine Monetarisierung der Patientendaten tatsächlich abgegeben hat, ist aus dieser Quelle nicht belegt. |
| BSDC-J-FND-2024-1482 Relevanz 3ZUKUNFTSTECHNIK, KI-RISIKEN | 01.01.2025 | Von 70 Zielen im Jahr zu 70 Zielen am Tag: KI-Zielsystem 'Lavender' im Ukraine-Krieg-Umfeld dokumentiert Yuval Abraham / netzpolitik.org Recherche: DC Quelle öffnen → | In der Ukraine wurden laut Berichten binnen drei Monaten über 22.000 Einsätze unbemannter Systeme registriert; KI-gestützte Objekterkennung unterstützt Drohnen zunehmend bei der Zielerfassung. Der israelische Journalist Yuval Abraham interviewte Soldaten, die ein KI-Zielsystem namens 'Lavender' nutzten; ein Zitat lautete: 'Früher hatten wir 70 Ziele im Jahr, jetzt haben wir 70 Ziele am Tag.' KI-Expertin Verena Jackson erklärte, eine ethisch geführte Kriegsführung mit autonomen Waffen sei kaum möglich; neu am Ukraine-Krieg sei das weitgehende Herausnehmen des menschlichen Entscheiders aus der Zielauswahl, ein Szenario, das Ethiker zuvor ein Jahrzehnt lang als theoretischen Worst Case diskutiert hatten und das nun ohne Regelwerk, Aufsicht oder Präzedenzfall operativer Standard geworden sei. Amnesty International, Access Now und über 200 weitere Organisationen forderten einen sofortigen Stopp des KI-Einsatzes in militärischen Tötungsketten. | Das 'Lavender'-System wird primär im Kontext des Gaza-Kriegs beschrieben, nicht spezifisch der Ukraine; die Quelle verknüpft beide Konflikte als Beispiele für denselben Trend zur KI-gestützten Zielerfassung, ohne dass Lavender selbst in der Ukraine nachgewiesen im Einsatz war. |
| BSDC-J-GER-2019-1486 Relevanz 3SMARTHOME | 01.12.2019 | Serie von Ring- und Nest-Kamera-Hacks: Fremde belästigen Familien und Kinder über gekaperte Smart-Home-Kameras heise online / t-online Recherche: DC Quelle öffnen → | In den USA häuften sich Fälle, in denen Hacker sich unbefugten Zugriff auf smarte Ring- und Nest-Kameras verschafften. In Mississippi spielte ein Hacker über die Kamera im Kinderzimmer eines Mädchens den Song 'Tiptoe Through The Tulips' ab und beschimpfte die Achtjährige; in Florida spionierte ein Unbekannter eine Familie tagelang über deren Ring-Kameras aus, aktivierte die Alarmsirene und moderierte über die Lautsprecher einen Hacker-Podcast, während er Eltern und Sohn beschimpfte. Weitere Fälle wurden aus Georgia, New York und Connecticut gemeldet. Bei Google-Nest-Kameras übernahm in Milwaukee ein Hacker wiederholt die Kontrolle über smarte Haushaltsgeräte; bereits 2018 berichteten US-Medien über Sicherheitsprobleme bei Nest-Kameras, bei denen Angreifern der Zugriff auf Nutzerkonten gelang. | Die dokumentierten Fälle beruhen überwiegend auf wiederverwendeten, bei anderen Datenlecks erbeuteten Zugangsdaten (Credential Stuffing), nicht auf einer direkten Sicherheitslücke in Ring oder Nest selbst; dieser technische Hintergrund wird in den zitierten Berichten nicht in jedem Einzelfall differenziert dargestellt. |
| BSDC-J-FIN-2017-1493 Relevanz 3UNSICHTBARE-TECHNIK, STAAT | 21.10.2017 | LKW-Maut-Kontrolltechnik von Toll Collect fotografiert jedes Fahrzeug, Kritiker warnen vor Bewegungsprofilen heise online / freiheitsfoo.de Recherche: DC Quelle öffnen → | Toll Collect GmbH, seit 2002 zuständig für Organisation und Kontrolle der deutschen LKW-Maut und zu jeweils 45 Prozent im Besitz der Deutschen Telekom und Daimler sowie zu 10 Prozent des französischen Baukonzerns Vinci, errichtete rund 600 zusätzliche Kfz-Kennzeichen-Scanner entlang der Autobahnen und Bundesstraßen. Kritiker warnten, dass die dabei eingesetzte Gesichtserkennung theoretisch zur Erstellung von Bewegungsprofilen beliebiger Autobahnnutzer oder zur Personenverfolgung genutzt werden könnte, da die Kontrolleinrichtungen praktisch jedes durchfahrende Fahrzeug fotografieren. Ob die erfassten Daten tatsächlich für Strafverfolgung oder durch Nachrichtendienste genutzt werden, wird immer wieder diskutiert, ohne dass es dafür bislang Belege gibt. Zusätzlich wurde Toll Collect vorgeworfen, dem Staat fragwürdige Ausgaben wie eine Oldtimer-Rallye, eine Luxushotel-Vorstandssitzung und die Unterstützung eines Berliner Kinderheims als 'Marketingkosten' der LKW-Maut in Rechnung gestellt zu haben. | Für die immer wieder diskutierte Nutzung der Mautdaten durch Polizei oder Nachrichtendienste gibt es laut dieser Quelle explizit keine Belege; die Kritik betrifft primär das theoretische Missbrauchspotenzial der Infrastruktur. |
| BSDC-J-IDN-2018-1497 Relevanz 3KINDER-VULNERABLE | 29.08.2018 | Kinderüberwachungs-App Bark scannt Millionen Smartphones: Eltern lesen private Nachrichten ihrer Kinder mit TechCrunch / UNICEF-Kinderschutzexperten Recherche: DC Quelle öffnen → | Für rund 9 US-Dollar im Monat können Eltern die App Bark mit den Geräten ihrer Kinder verbinden, um Textnachrichten, E-Mails sowie Social-Media-Beiträge auf über 30 Plattformen (u. a. Instagram, Snapchat, TikTok, Discord) automatisiert per KI auf Anzeichen von Mobbing, Grooming, Selbstverletzung, Suizidgedanken oder anderen Risiken zu durchsuchen; die App hat nach eigenen Angaben bereits über 2 Millionen Smartphones gescannt. Eine Kinderschutzexpertin von UNICEF wies auf Datenschutzbedenken hin, insbesondere wenn Kinder nicht wissen, dass eine solche App installiert ist. Zahlreiche Nutzer, darunter Teenager selbst, beschweren sich über die Verletzung ihrer Privatsphäre und berichten, dass die Überwachung das Vertrauen innerhalb der Familie beschädigt; Kritiker bezeichnen das Bark-Monitoring als De-facto-Überwachung des Privatlebens von Kindern im Namen ihrer Sicherheit. | Bark selbst wirbt damit, nur bei tatsächlich erkannten Risiken zu alarmieren statt alle Nachrichten offenzulegen; ob dieses Versprechen technisch zuverlässig eingehalten wird, ist aus dieser Quelle nicht unabhängig geprüft. |
| BSDC-J-FND-2022-1499 Relevanz 3OSINT, PLATTFORMMACHT | 24.08.2022 | Sammelklage wirft Oracle vor, heimlich Dossiers über 5 Milliarden Menschen als 'weltweite Überwachungsmaschine' erstellt zu haben Irish Council for Civil Liberties (ICCL) / heise online Recherche: DC Quelle öffnen → | Im August 2022 reichten unter anderem das Irish Council for Civil Liberties (ICCL), der Forschungsdirektor Mike Katz-Lacabe sowie die Informationswissenschaftlerin Jennifer Golbeck eine Sammelklage gegen Oracle beim US-Bezirksgericht für den Nordbezirk Kaliforniens ein. Die Klage wirft dem Softwarekonzern und seinen Ad-Tech-Tochterfirmen vor, ohne Zustimmung detaillierte Dossiers zu rund fünf Milliarden Menschen erstellt zu haben, was praktisch alle Internetnutzer weltweit abdecken würde, und diese Überwachungsdaten mit weiteren Daten aus Oracles eigenem Datenmarktplatz zu Profilen zu verknüpfen und zu verkaufen. Teile der Klagebegründung stützen sich auf eine 2016 gehaltene Präsentation von Oracle-Gründer und CTO Larry Ellison, in der er beschrieb, wie Daten gesammelt werden, damit Unternehmen das Kaufverhalten von Verbrauchern vorhersagen können. | Der Ausgang der Sammelklage ist aus dieser Quelle nicht belegt, da sie den Zeitpunkt der Klageeinreichung beschreibt. |
| BSDC-J-FND-2026-1502 Relevanz 3GEOFENCE, STAAT | 01.07.2026 | US-Supreme-Court: Google-Standortverlauf fällt unter Vierten Verfassungszusatz, Polizei braucht künftig Durchsuchungsbefehl Last Month at the Supreme Court / heise online Recherche: DC Quelle öffnen → | Der US Supreme Court entschied im Fall Chatrie v. United States, dass der Zugriff auf Googles Standortverlauf (Location History) über einen Geofence Warrant eine Durchsuchung im Sinne des Vierten Verfassungszusatzes darstellt und künftig einen richterlichen Durchsuchungsbefehl erfordert. In einem aufsehenerregenden früheren Fall aus Pennsylvania hatte die Polizei von Google Informationen zu allen Personen erhalten, die zuvor nach einer bestimmten Adresse gesucht hatten, die später zum Tatort eines Mordes wurde. Google selbst hatte seine Timeline-Funktion bereits 2023 auf geräteinterne Speicherung umgestellt und speichert Standortdaten seit Juli 2025 nicht mehr zentral auf eigenen Servern. | Die Wirkung des Urteils auf bereits laufende oder abgeschlossene Verfahren, in denen Standortdaten ohne Durchsuchungsbefehl erlangt wurden, ist aus dieser Quelle nicht behandelt. |
| BSDC-J-FND-2015-1504 Relevanz 3STAAT, STAATEN-DATENFLUESSE | 01.05.2015 | BND-Selektorenliste: 459.000 NSA-Suchbegriffe zielten auf europäische Regierungen, Bundesregierung verweigerte Bundestag Einsicht netzpolitik.org / Deutscher Bundestag Recherche: DC Quelle öffnen → | In den Archiven des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Pullach tauchten 2015 zuvor unbekannte Dateien mit insgesamt 459.000 sogenannten Selektoren auf, Suchbegriffen zur Filterung von Internet- und Telefonkommunikation, die der BND im Auftrag der NSA einsetzte. Die Suchbegriffe zielten auf europäische Institutionen, Personen und laut Berichten auch 'hochrangige politische Persönlichkeiten'. Oppositionsfraktionen reichten gemeinsam Klage beim Bundesverfassungsgericht ein, weil die Bundesregierung dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Spionageaffäre wichtige Beweismittel vorenthalte. Die Bundesregierung verweigerte dem Ausschuss unter Berufung auf Staatswohlgründe und geheime Vereinbarungen mit den USA über den Umgang mit Nachrichtendienstmaterial die Einsicht in die vollständige Liste. | Ob und in welchem Umfang der BND die von der NSA übermittelten Suchbegriffe tatsächlich systematisch prüfte, bevor er sie einsetzte, ist aus dieser Quelle nicht abschließend geklärt; genau das war Gegenstand der Untersuchung. |
| BSDC-J-GER-2024-1505 Relevanz 3UNSICHTBARE-TECHNIK, STAAT | 01.01.2024 | Section-Control-Streckenradar in Niedersachsen nach Gerichtsstreit und Kalibrierungsauflagen 2024 eingestellt netzpolitik.org / rueden.de Recherche: DC Quelle öffnen → | Section Control erfasst über mehrere Kilometer verteilte Kennzeichen aller durchfahrenden Fahrzeuge, unabhängig von deren Geschwindigkeit, um daraus die Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Streckenabschnitt zu berechnen. Ein Rechtsanwalt klagte gegen das niedersächsische Pilotprojekt bei Hannover mit der Begründung, die pauschale Kennzeichenerfassung aller Fahrzeuge verletze das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung; das Verwaltungsgericht gab ihm zunächst recht und legte den Betrieb still. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg bestätigte die Rechtmäßigkeit später nach einer Nachbesserung des niedersächsischen Polizeigesetzes und erlaubte die Wiederinbetriebnahme. 2024 wurde das System dennoch endgültig abgeschaltet, offiziell wegen neuer rechtlicher Anforderungen an Mess- und Kalibrierverfahren bei verschlüsselten Daten. | Ob die endgültige Abschaltung 2024 primär technische Kalibrierungsgründe hatte oder erneut mit den ursprünglichen Datenschutzbedenken zusammenhing, lässt sich aus dieser Quelle nicht eindeutig trennen. |
| BSDC-J-KOM-2020-1506 Relevanz 3KONSUM | 01.01.2020 | Payback: Erste Plattform in Deutschland, die Online-Werbung gezielt anhand von Offline-Einkäufen aussteuert Stuttgarter Nachrichten Recherche: DC Quelle öffnen → | Jeder Scan der Payback-Karte oder jede Zahlung mit der Payback-App speichert neue Informationen zu Alter, Geschlecht, Standort und Einkaufsverhalten, einschließlich der Frage, wo Kunden am meisten Geld ausgeben. Name, Adresse und Geburtsdatum dürfen zu Werbezwecken an Partnerunternehmen weitergegeben werden, solange der Kunde nicht widerspricht; Partnerunternehmen können anhand der übermittelten Kundennummer das Kaufverhalten von Werbeempfängern mit dem von Nicht-Empfängern vergleichen, um den Werbeerfolg zu kontrollieren. Payback positioniert sich damit als erste Online-Marketingplattform in Deutschland, die gezielte Kundenwerbung auf Basis von Offline-Einkäufen anbietet. Eine KPMG-Umfrage ermittelte, dass die Sorge vor Nachverfolgung des eigenen Kaufverhaltens der wichtigste Grund war, weshalb Verbraucher auf Kundenkartenprogramme verzichten. | Wie viele Kunden dem beschriebenen Widerspruchsrecht tatsächlich aktiv widersprechen und wie hoch der Anteil der weitergegebenen Profile am Gesamtbestand ist, ist aus dieser Quelle nicht beziffert. |
| BSDC-J-FND-2023-1507 Relevanz 3MIGRATION-ASYL, STAATEN-DATENFLUESSE | 01.10.2024 | Frontex-Drohnendaten aus dem Mittelmeer gelangen an libysche Küstenwache, geflüchtete Menschen landen erneut in Lagern Human Rights Watch / medico international Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Jahr 2023 führten im Auftrag der EU-Grenzschutzagentur Frontex beauftragte Firmen 1.711 Überwachungsflüge im Mittelmeer durch, davon 243 mit unbemannten Drohnen. Seit 2022 kritisieren Seenotrettungsorganisationen wiederholt, dass mit Frontex-Drohnen von Malta aus gesammelte Informationen über Standorte von Migrantenbooten an die libysche Küstenwache weitergegeben werden, die daraufhin Boote abfängt und Menschen zurück nach Libyen bringt, wo sie erneut in Lagern misshandelt werden, aus denen sie sich zuvor freigekauft hatten. Bei der Bootskatastrophe von Messenia im Juni 2023, einem der schwersten Unglücke in der EU-Migrationsgeschichte mit rund 650 Toten, waren ebenfalls Drohnen im Einsatz. Frontex' technische Strategie für 2023–2027 sieht Investitionen von 400 Millionen Euro in Drohnen und weitere Überwachungstechnologie vor. | Eine direkte kausale Verantwortung von Frontex für einzelne Todesfälle wie bei Messenia wird in dieser Quelle nicht behauptet; kritisiert wird die Weitergabepraxis von Standortdaten an Libyen als strukturelles Problem. |
| BSDC-J-IDN-2020-1510 Relevanz 3GESELLSCHAFT, OSINT | 01.07.2020 | Nachbarschafts-App Nextdoor kämpft mit Racial-Profiling-Problem, kappt Direktverbindung zur Polizei BuzzFeed News / CBS News Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Nachbarschafts-App Nextdoor, gedacht für Themen wie Flohmärkte oder gestohlene Fahrräder, geriet in den Ruf, zu einer Plattform für Racial Profiling geworden zu sein: Nutzer posteten wiederholt Warnungen vor 'verdächtigen' Personen, oft People of Color, mit Formulierungen wie 'Dunkelhäutiger Mann bricht in Auto ein' oder 'Hispanischer Mann läuft verdächtig durch die Nachbarschaft', teils ohne jedes weitere Merkmal außer Hautfarbe. Gemeinschaftsgruppen in Oakland, Kalifornien, machten das Unternehmen auf entsprechende Beiträge aufmerksam. Nextdoor wurde zusätzlich für seine enge Zusammenarbeit mit Polizeibehörden kritisiert und entfernte im Juni 2020 die umstrittene Funktion 'Forward to Police', mit der Nutzer Beiträge direkt an die lokale Polizei weiterleiten konnten. Im August 2020 kündigte das Unternehmen eine algorithmische Lösung gegen reines Rassenprofiling in Beiträgen an, ergänzt um Bias-Schulungen für Moderatoren und die Rekrutierung weiterer Schwarzer Moderatoren. | Neun Monate nach der Ankündigung der algorithmischen Lösung bestand das Problem laut derselben Quelle weiterhin fort; die Wirksamkeit der Gegenmaßnahmen war zum Berichtszeitpunkt also nicht belegt. |
| BSDC-J-IDN-2026-1513 Relevanz 3STAAT, REGULIERUNGS-PIPELINE | 19.03.2026 | Antragloses Kindergeld ab 2027: Automatisierter Behördenabgleich löst Problem nur für die, die es am wenigsten brauchen infranken.de / Deutscher Bundestag Recherche: DC Quelle öffnen → | Ab dem 01.01.2027 soll in Deutschland ein antragsloses Kindergeld eingeführt werden, mit automatischer Auszahlung ab etwa März 2027 zunächst für Eltern, die bereits für ein älteres Kind Kindergeld beziehen. Kern des neuen Verfahrens ist ein automatisierter Datenabgleich zwischen Behörden: Nach der Geburt eines Kindes meldet das Standesamt Daten an die Meldebehörde, die sie an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) weiterleitet, welches eine Steuer-Identifikationsnummer für das Kind vergibt und die Familienkasse informiert. Der Deutsche Familienverband begrüßte den Schritt als spürbare Entlastung für Eltern. Für einen erheblichen Teil der Eltern greift die Automatik jedoch nicht, weil technische oder rechtliche Voraussetzungen fehlen: neu zugezogene Eltern ohne Steuerhistorie, Bedarfsgemeinschaften mit abweichender bürokratischer Logik, getrennt lebende Eltern bei Sorgerechtsstreit (das Melderegister kann Haushaltswechsel nach Trennung nicht automatisch auflösen) sowie im Ausland lebende Eltern, die weiterhin einen vorausgefüllten Antrag selbst einreichen müssen. | Die Reform löst das Antragsproblem primär für Eltern mit stabiler, unkomplizierter Familien- und Aufenthaltssituation; gerade Familien in komplexeren Lebenslagen bleiben laut dieser Quelle vom automatisierten Verfahren ausgeschlossen. |
| BSDC-J-IDN-2018-1516 Relevanz 3DNA-DATENBANKEN | 01.08.2018 | 23andMe verkauft Gendaten an Pharmakonzern GSK: 300 Mio. Dollar Investition für über 30 Medikamenten-Zielstrukturen NZZ / taz Recherche: DC Quelle öffnen → | Anbieter kommerzieller Gentests wie 23andMe locken Kunden mit dem Versprechen, mehr über ihre Abstammung zu erfahren, verkaufen die gewonnenen genetischen Daten jedoch zugleich an die Pharmaforschung. 2018 ging 23andMe eine großangelegte, zunächst bis mindestens 2022 angelegte Kooperation mit dem Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) ein, um auf Basis der Gendaten von 23andMe-Kunden Zielstrukturen für neuartige Medikamente zu identifizieren; GSK investierte im Zuge der Kooperation 300 Millionen US-Dollar in Unternehmensanteile von 23andMe. Zu Beginn der Zusammenarbeit hatten die Firmen acht Forschungsziele definiert, inzwischen waren es bereits mehr als dreißig. | Ob und in welcher Form einzelne 23andMe-Kunden aktiv über die Weitergabe ihrer Daten an GSK informiert wurden bzw. der Nutzung ausdrücklich zustimmen mussten, ist aus dieser Quelle nicht im Detail beschrieben. |
| BSDC-J-GER-2017-1519 Relevanz 3STAAT, BESTANDSDATENAUSKUNFT | 01.01.2017 | Berliner Polizei erhielt 2016 Handydaten aller Berliner alle elf Tage durch Funkzellenabfragen netzpolitik.org Recherche: DC Quelle öffnen → | Bei einer Funkzellenabfrage fordert die Polizei von Mobilfunkanbietern alle Verbindungsdaten an, die in einer bestimmten Funkzelle in einem festgelegten Zeitraum anfielen, unabhängig davon, ob die betroffenen Personen mit einer Straftat zu tun haben. In Berlin erhielt die Polizei binnen eines Jahres 112 Millionen Mobilfunkdatensätze durch Funkzellenabfragen, umgerechnet 32 Datensätze pro Einwohner; 2017 wurden 474 Funkzellenabfragen mit insgesamt 59 Millionen Einzeldatensätzen gemeldet. Bei jeder Abfrage geraten zwangsläufig auch unbeteiligte Personen ins Netz der Ermittler. Bundesweit gab es laut Berechnungen über 50 solcher Massenabfragen pro Tag; im ersten Halbjahr 2018 leitete allein das Bundeskriminalamt 20 Funkzellenabfragen ein. In Sachsen verdreifachte sich die Zahl der Funkzellenabfragen seit 2012. | Wie viele der erfassten unbeteiligten Personen tatsächlich informiert wurden, dass ihre Verbindungsdaten in einer Funkzellenabfrage erfasst wurden, ist aus dieser Quelle nicht belegt. |
| BSDC-J-FND-2017-1520 Relevanz 3ANGREIFER-PERSPEKTIVE, PLATTFORMMACHT | 03.03.2017 | Uber-Software 'Greyball' zeigte verdeckten Ermittlern eine Fake-App, um Regulierungsbehörden gezielt zu täuschen New York Times / Stanford Law School Recherche: DC Quelle öffnen → | Uber setzte über Jahre ein internes Softwaretool namens 'Greyball' ein, um Fahrer gezielt von potenziellen Bedrohungen fernzuhalten, darunter Ordnungsbehörden und Strafverfolger, die versuchten, Uber beim illegalen Betrieb in Städten zu erwischen, in denen der Dienst verboten oder eingeschränkt war. Das Tool identifizierte verdeckt ermittelnde Behördenmitarbeiter, die sich als Fahrgäste ausgaben, und zeigte ihnen eine gefälschte Version der App an, in der scheinbar ein Fahrzeug bestellt wurde, das jedoch nie erschien oder kurz darauf storniert wurde. Nach Enthüllung durch die New York Times im März 2017 leitete das US-Justizministerium eine strafrechtliche Untersuchung ein. Eine umfassende Untersuchung der Stadt Portland, Oregon, stellte fest, dass Uber die Software gezielt einsetzte, um 16 städtische Regulierungsbeamte bei ihrer Arbeit zu täuschen. | Der Ausgang der strafrechtlichen Untersuchung des US-Justizministeriums ist aus dieser Quelle nicht belegt. |
| BSDC-J-GER-2015-1524 Relevanz 3WEARABLES, GESUNDHEIT | 01.01.2015 | Krankenkassen-Zuschüsse für Fitness-Tracker: Gesundheitsminister warnt vor ungeschützten Gesundheitsdaten im Internet Computerwoche / Chaos Computer Club Stuttgart Recherche: DC Quelle öffnen → | Mehrere deutsche Krankenkassen bezuschussen den Kauf von Fitness-Trackern und Smartwatches im Rahmen ihrer Bonusprogramme, etwa die AOK Nordost 2015 mit 50 Euro und die Techniker Krankenkasse später mit bis zu 250 Euro. Der Chaos Computer Club Stuttgart kritisierte, Wearables seien vor allem Datensammler, auch wenn der Anreiz zu mehr Bewegung an sich begrüßenswert sei. Der damalige SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach bezeichnete den Bonus als 'fragwürdig', da Kassen damit gezielt gut gebildete, junge und gesunde Mitglieder abwerben wollten. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe mahnte, persönliche Gesundheitsdaten könnten über solche Apps ins Internet gelangen, ohne ausdrücklich geschützt zu sein; ein Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung warnte, Verbrauchern müsse bewusst sein, dass ihre Trackingdaten irgendwo gespeichert werden. | Konkrete dokumentierte Fälle, in denen über Bonusprogramme erhobene Fitnessdaten tatsächlich unautorisiert weitergegeben wurden, sind aus dieser Quelle nicht belegt; die Kritik bezieht sich auf ein strukturelles Risiko. |