Quellen-Tabelle

Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.

BSDC-IDDatumTitel & QuelleKernaussageKlartext
BSDC-S-GER-2024-2309
Relevanz 3Ransomware, Kritische-Infrastruktur, Indonesien
24.06.2024
Ransomware-Angriff auf Indonesiens Nationales Rechenzentrum
The Register / NBC News / BSSN Indonesien
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Am 20.06.2024 legte die Ransomware Brain Cipher, eine Weiterentwicklung von LockBit 3.0, das temporäre Nationale Rechenzentrum Indonesiens in Surabaya lahm. Betroffen waren mehr als 200 Regierungsbehörden, darunter Einwanderungs- und Passdienste, was zu langen Warteschlangen an Flughäfen führte. Die Angreifer forderten rund 8 Millionen Dollar, die indonesische Regierung lehnte eine Zahlung ab. Am 03.07.2024 veröffentlichte Brain Cipher unaufgefordert den Entschlüsselungscode kostenlos.

Die genaue Zahl betroffener Behörden schwankt je nach Quelle. Der genaue Anfangsvektor des Einbruchs ist nicht abschließend geklärt, Berichte verweisen auf deaktivierte Windows-Defender-Schutzfunktionen. Ob tatsächlich Daten exfiltriert wurden, ist nicht unabhängig verifiziert.

BSDC-S-FND-2024-2324
Relevanz 3Change-Healthcare-Cyberangriff, Ransomware, Gesundheitsdaten
01.05.2024
UnitedHealth-CEO Witty vor US-Kongress zu Change-Healthcare-Hack
US-Senatsausschuss für Finanzen (Senate Finance Committee)
Recherche: DC
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Am 01.05.2024 sagte UnitedHealth-CEO Andrew Witty vor dem Senate Finance Committee zum Angriff auf Change Healthcare aus und bestätigte erstmals öffentlich die Zahlung von rund 22 Millionen Dollar an BlackCat/ALPHV. Als Ursache nannte er einen extern erreichbaren Citrix-Server ohne Multi-Faktor-Authentifizierung, kompromittiert mit gestohlenen Zugangsdaten. Witty gab an, möglicherweise sei ein Drittel der US-Bevölkerung betroffen. Mehrere Senatoren, darunter Elizabeth Warren, kritisierten das Sicherheitsversagen scharf.

Die Schätzung eines Drittels der US-Bevölkerung war vorläufig, die spätere endgültige Zahl von rund 190 Millionen Betroffenen wurde in dieser Anhörung noch nicht genannt. Ob die Zahlung tatsächlich zur vollständigen Löschung der Daten führte, blieb offen.

BSDC-S-FIN-1992-2525
Relevanz 3Bankenskandal, Geldwaesche, Finanzaufsicht
01.12.1992
Der BCCI-Affair-Bericht des US-Senats zum Zusammenbruch der Bank of Credit and Commerce International
US Senate Committee on Foreign Relations
Recherche: DC
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Am 05.07.1991 schalteten Bankaufsichtsbehörden in sieben Ländern koordiniert die Bank of Credit and Commerce International (BCCI) ab. Der US-Senatsausschuss veröffentlichte im Dezember 1992 den Bericht The BCCI Affair, der dokumentiert, dass BCCI systematisch Bankaufsicht umging, gefälschte Bilanzen vorlegte und als Instrument für Geldwäsche und Waffenhandel diente, unter anderem für das Drogenkartell von Medellín. Der Schaden wird auf mehr als 10 Milliarden US-Dollar beziffert.

Die genaue Gesamthöhe des Schadens schwankt zwischen 10 und über 20 Milliarden Dollar je nach Quelle. Das Ausmaß behaupteter Verbindungen zu CIA und pakistanischem ISI blieb unklar.

BSDC-S-FIN-1995-2526
Relevanz 3Finanzkriminalitaet, Bankenaufsicht, Rogue-Trading
18.07.1995
Zusammenbruch der Barings Bank durch Händler Nick Leeson
UK Parliament / Board of Banking Supervision (Bank of England)
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Die 1762 gegründete Barings Bank brach am 26.02.1995 zusammen, nachdem Händler Nick Leeson in Singapur über Jahre unautorisierte Termingeschäfte auf den Nikkei 225 tätigte und Verluste über ein Fehlerkonto verschleierte. Die Verluste beliefen sich auf rund 827 Millionen Pfund. Barings wurde für ein Pfund von der ING Group übernommen. Leeson wurde 1995 zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt.

Ob interne Kontrollen und Vorgesetzte die Positionen früher hätten erkennen müssen, ist nicht abschließend geklärt. Der Anteil des Erdbebens von Kobe an der Eskalation bleibt umstritten.

BSDC-S-KOM-2023-2607
Relevanz 3Ueberwachungstechnologie, Suedamerika, Spyware-Handel
28.09.2023
Access Now deckt israelische Abhoertechnik im Einsatz bei bolivianischen Behoerden auf
Access Now
Recherche: DC
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Der Bericht "Buying Spying" von Access Now dokumentiert den globalen Handel mit kommerzieller Ueberwachungstechnologie und identifiziert Bolivien unter den Staaten, die Mobilfunk-Abhoer- und Ortungssysteme (u.a. IMSI-Catcher- und Interception-Technologie israelischer Anbieter wie Ability/Rayzone) beschafft haben. Die Recherche stuetzt sich auf Exportunterlagen, Firmenregister und Beschaffungsdokumente und ordnet Bolivien in ein Netzwerk aus mindestens 15 Laendern ein, die aehnliche Systeme ohne ausreichende rechtliche Kontrolle einsetzen.

Der Bericht liefert keine Einzelfallbeweise fuer konkrete Ueberwachungsopfer in Bolivien, sondern stuetzt sich auf Beschaffungs- und Exportdaten sowie Firmenverflechtungen; welche bolivianische Behoerde die Systeme in welchem Umfang tatsaechlich einsetzt, bleibt unklar.

BSDC-S-IDN-2021-2612
Relevanz 3Biometrie, Fluechtlinge, Suedasien
15.06.2021
UNHCR gab biometrische Rohingya-Daten ohne informierte Einwilligung an Myanmar weiter
Human Rights Watch
Recherche: DC
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Human Rights Watch dokumentierte, dass das UNHCR bei der Registrierung Hunderttausender Rohingya-Fluechtlinge in Bangladesch (Cox's Bazar) biometrische Daten erhob und diese im Rahmen eines Abkommens mit der bangladeschischen Regierung an Myanmar weitergab, um ein Verifizierungsverfahren fuer eine moegliche Rueckfuehrung zu unterstuetzen. Betroffene gaben laut HRW-Interviews an, nicht wirklich informiert eingewilligt zu haben.

Die genaue Zahl der tatsaechlich uebermittelten Datensaetze sowie deren konkrete Verwendung durch myanmarische Behoerden sind nicht abschliessend belegt; eine unabhaengige technische Pruefung der Datenflüsse liegt nicht vor.

BSDC-S-KOM-2022-2615
Relevanz 3Spyware, Pressefreiheit, Mittelamerika
12.01.2022
Pegasus-Spyware gegen salvadorianische Journalisten (Projekt Torogoz)
Citizen Lab / Access Now
Recherche: DC
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Citizen Lab dokumentierte gemeinsam mit Access Now, dass zwischen Juli 2020 und November 2021 mindestens 35 Geraete von Journalisten und Mitarbeitern zivilgesellschaftlicher Organisationen in El Salvador mit der NSO-Group-Software Pegasus infiziert wurden, darunter 22 Mitarbeiter des Onlinemediums El Faro. Die Regierung von Praesident Nayib Bukele uebernahm keine offizielle Verantwortung.

Citizen Lab nennt keinen direkten technischen Beweis, der die Bukele-Regierung als Auftraggeber zweifelsfrei identifiziert; die Zuordnung stuetzt sich auf Indizien, nicht auf forensisch nachgewiesene Kaeuferidentitaet.

BSDC-S-KOM-2021-2618
Relevanz 3Spyware, Nahost, Menschenrechte
24.08.2021
Bahrain: Pegasus-Spyware gegen Menschenrechtsaktivisten und Oppositionelle
Citizen Lab (University of Toronto)
Recherche: DC
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Citizen Lab dokumentierte, dass mindestens neun bahrainische Aktivisten zwischen Juni 2020 und Februar 2021 mit der Pegasus-Spyware von NSO Group infiziert wurden. Die Angriffe erfolgten über Zero-Click-Exploits (KISMET, FORCEDENTRY) gegen iPhones, teils waehrend die Betroffenen bereits Asyl in Grossbritannien hatten.

Die Zuordnung des Betreiber-Clusters zu staatlichen Stellen Bahrains stützt sich auf forensische Indizien, nicht auf ein gerichtliches Eingeständnis; nicht belegt ist, wer innerhalb der Regierung konkret die Überwachung anordnete.

BSDC-S-KOM-2021-2621
Relevanz 3Spyware, Suedostasien, Ueberwachung-Zivilgesellschaft
17.07.2022
GeckoSpy: Pegasus-Spyware gegen Thailands Demokratiebewegung
The Citizen Lab (in Kooperation mit iLaw und DigitalReach)
Recherche: DC
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Citizen Lab dokumentierte gemeinsam mit den thailändischen Organisationen iLaw und DigitalReach mindestens 30 Fälle von Aktivisten, Anwälten und Unterstützern der Demokratiebewegung, deren Smartphones zwischen Oktober 2020 und November 2021 mit der NSO-Group-Spyware Pegasus infiziert wurden. Die Infektionen fielen zeitlich mit den landesweiten pro-demokratischen Protesten gegen Premierminister Prayuth Chan-o-cha zusammen.

Der Bericht benennt keinen konkreten staatlichen Auftraggeber; er stützt sich auf forensische Indizien für Pegasus-Infektionen und den Umstand, dass Thailand nachweislich Zugang zu Pegasus hatte, ohne dies einer bestimmten Behörde formal zuzuordnen.

BSDC-S-KOM-2015-2629
Relevanz 3Kommunikationsueberwachung, Suedliches-Afrika, Staatliche-Ueberwachung
01.09.2015
Massenueberwachung der Telekommunikation in Namibia durch Telecom Namibia und NCIS
Privacy International
Recherche: DC
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Privacy International dokumentierte, wie der staatliche Telekomanbieter Telecom Namibia dem Namibia Central Intelligence Service (NCIS) direkten Zugriff auf Kommunikationsdaten und Anrufmitschnitte ermoeglichte, ohne dass eine gerichtliche Anordnung oder gesetzliche Grundlage vorlag. Betroffen waren laut den Recherchen Journalisten, Oppositionspolitiker und Aktivisten.

Der genaue Umfang der Ueberwachung und die Zahl der betroffenen Personen sind nicht abschliessend zu beziffern; er stuetzt sich stark auf Presseberichte und Insider-Aussagen, die von den Behoerden offiziell nicht bestaetigt wurden.

BSDC-S-KOM-2023-2631
Relevanz 3Ueberwachung, Gesichtserkennung, Suedosteuropa
15.12.2023
Gesichtserkennungs-Ueberwachung in Belgrad: Human-Rights-Watch-Bericht zu Huawei-Kamerasystem
Human Rights Watch
Recherche: DC
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Human Rights Watch dokumentierte in ihrem Bericht "A Digital Prisoner", dass die serbische Polizei in Belgrad ein von Huawei geliefertes Video-Ueberwachungssystem mit Gesichtserkennungs- und Kennzeichenerkennungsfunktion an rund 1.000 Standorten betreibt, obwohl der noetige Rechtsrahmen dafuer fehlt. Betroffen sind laut HRW potenziell Millionen Buerger im oeffentlichen Raum Belgrads.

Der genaue Umfang der tatsaechlichen Nutzung ist nicht vollstaendig oeffentlich belegt, da die serbischen Behoerden Transparenzanfragen groesstenteils verweigerten. Es handelt sich um ein systemisches Ueberwachungsproblem, nicht um einen einzelnen Hackerangriff.

BSDC-S-KOM-2021-2639
Relevanz 3Kommunikationsueberwachung, China-Kooperation, Suedasien
21.09.2021
Sri Lanka: Ausbau chinesischer Ueberwachungstechnologie im Zuge der Digitalisierung
Freedom House
Recherche: DC
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Der Freedom-on-the-Net-Bericht 2021 dokumentiert, dass Sri Lanka im Rahmen chinesisch finanzierter Infrastrukturprojekte zunehmend auf chinesische Ueberwachungs- und Gesichtserkennungstechnologie sowie IT-Sicherheitskooperationen mit chinesischen Staatsunternehmen setzt.

Der Bericht stuetzt sich groesstenteils auf oeffentlich verfuegbare Ausschreibungen, Presseberichte und Experteninterviews, nicht auf technische Forensik einzelner Systeme; konkrete Lieferantennamen und Vertragssummen sind nur teilweise belegt.

BSDC-S-KOM-2023-2647
Relevanz 3Internetsperre, Wahlueberwachung, Afrika
20.12.2023
Internet- und Social-Media-Sperren waehrend der Wahlen in der DR Kongo 2023
Access Now / NetBlocks
Recherche: DC
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Am Wahltag der Praesidentschafts- und Parlamentswahlen in der Demokratischen Republik Kongo am 20. Dezember 2023 kam es zu landesweiten Drosselungen und Sperrungen von Social-Media-Plattformen, dokumentiert durch Netzwerkmessungen von NetBlocks. Access Now verurteilte die Massnahme als Eingriff in die Meinungsfreiheit waehrend eines kritischen demokratischen Prozesses.

Unklar bleibt, ob die Verlangsamungen zentral von der Regierung angeordnet wurden oder teilweise auf Netzueberlastung zurueckzufuehren sind; offizielle kongolesische Stellen bestaetigten keine gezielte Anordnung.

BSDC-S-KOM-2017-2649
Relevanz 3Internetzensur, Zentralasien, Ueberwachung
15.12.2017
Turkmenistan: Ein Blick in das Internet-Schwarze-Loch
OONI (Open Observatory of Network Interference)
Recherche: DC
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OONI führte technische Messungen zur Internetzensur in Turkmenistan durch und dokumentierte, dass zahlreiche Websites landesweit blockiert werden, darunter soziale Netzwerke, unabhängige Nachrichtenseiten und VPN-Anbieter-Webseiten. Die Messungen zeigten systematisches DNS-Blocking durch den staatlichen Monopol-ISP Turkmentelecom.

Die Messmethodik erfasst nur technisch nachweisbare Blockaden zu den Messzeitpunkten, nicht die vollständige Zensurinfrastruktur oder deren rechtliche Grundlage im Land.

BSDC-S-KOM-2021-2652
Relevanz 3Spyware-Ueberwachung, Pressefreiheit, Naher-Osten
16.12.2021
Predator-Spyware gegen ägyptischen Exil-Oppositionellen Ayman Nour
Citizen Lab (University of Toronto)
Recherche: DC
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Citizen Lab dokumentierte, dass das iPhone des ägyptischen Exil-Politikers Ayman Nour zwischen 2019 und 2021 sowohl mit der Predator-Spyware der Cytrox-Allianz als auch mit NSO Groups Pegasus infiziert wurde. Ein weiterer ägyptischer Journalist wurde ebenfalls mit Predator angegriffen, was auf eine koordinierte Überwachungskampagne gegen ägyptische Dissidenten hindeutet.

Der Bericht belegt die Spyware-Infektionen technisch, kann die Auftraggeber aber nicht mit letzter Sicherheit als ägyptische Regierungsstellen identifizieren; die Zuschreibung basiert auf Netzwerk-Mustern, nicht auf direktem Beweis.

BSDC-S-KOM-2024-2655
Relevanz 3Ueberwachung, Protestrepression, Osteuropa
01.05.2024
Ueberwachung georgischer Protestierender: Handyauswertung mit Cellebrite-Technologie waehrend der "Agenten-Gesetz"-Proteste
Access Now
Recherche: DC
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Waehrend der Massenproteste 2023-2024 gegen das georgische "Agentengesetz" dokumentierte Access Now, dass georgische Sicherheitsbehoerden festgenommene Demonstrierende einschuechterten und deren Mobiltelefone beschlagnahmten, um mittels forensischer Auswertungssoftware Kontakte, Nachrichten und Standortdaten auszulesen.

Der genaue technische Nachweis stuetzt sich vor allem auf Zeugenaussagen Betroffener, nicht auf forensisch verifizierte Einzelfallberichte; eine gerichtliche Aufarbeitung oder offizielle Bestaetigung liegt nicht vor.

BSDC-S-FND-2024-2661
Relevanz 3Suedostasien, Chinesische-Investitionen, Sonderwirtschaftszonen
05.03.2024
Chinesische Ueberwachungsinfrastruktur in der Golden Triangle Sonderwirtschaftszone Laos
United States Institute of Peace (USIP)
Recherche: DC
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Der USIP-Bericht dokumentiert, wie die von der chinesischen Kings-Romans-Gruppe betriebene Golden Triangle Special Economic Zone im Norden von Laos zu einem quasi-exterritorialen Gebiet mit engmaschiger chinesischer Ueberwachungsinfrastruktur ausgebaut wurde. Die Zone diente laut Bericht als Basis fuer organisierte Kriminalitaet, Menschenhandel und Cyber-Betrugscamps.

Der Bericht stuetzt sich stark auf Interviews, Satellitenbilder und Sekundaerquellen; eine direkte Verbindung zu staatlicher chinesischer Auslandsueberwachung ist nicht eindeutig belegt.

BSDC-S-FIN-2021-2665
Relevanz 3Schuldenkrise, China-Afrika, Finanztransparenz
29.09.2021
AidData-Studie deckt verdeckte chinesische Kredite an Sambia und Angola auf
AidData (William & Mary, USA)
Recherche: DC
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Die Studie "Banking on the Belt and Road" wertete 13.427 chinesische Entwicklungsprojekte in 165 Ländern aus und zeigte, dass rund die Hälfte der chinesischen Kredite an Entwicklungsländer nicht in offiziellen Schuldenstatistiken auftauchte. Bei Sambia und Angola identifizierten die Autoren Kredite mit Sicherheiten- und Vertraulichkeitsklauseln, die eine koordinierte Umschuldung erschwerten.

Die Studie liefert aggregierte, länderübergreifende Datenbankauswertungen, keine vollständige Offenlegung einzelner Kreditverträge; die genauen Vertragsbedingungen bleiben größtenteils geheim.

BSDC-S-FND-2021-2666
Relevanz 3Internetsperre, Wahlbeobachtung, Ostafrika
13.01.2021
Ugandas landesweite Internetsperre waehrend der Praesidentschaftswahl 2021
Access Now (KeepItOn-Koalition)
Recherche: DC
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Am 12. Januar 2021, einen Tag vor der ugandischen Praesidentschaftswahl, ordnete die Regierung unter Yoweri Museveni die Sperrung von Facebook, Twitter, WhatsApp und weiteren Diensten an. Am Wahltag selbst folgte eine vollstaendige, landesweite Internetabschaltung, die mehrere Tage andauerte und Wahlbeobachter, Journalisten sowie die Opposition (Bobi Wine) massiv einschraenkte.

Die Quelle dokumentiert die Sperre gut, liefert aber keine belastbaren Zahlen zu wirtschaftlichem Schaden; Kausalzusammenhaenge zwischen der Sperre und dem konkreten Wahlausgang bleiben spekulativ.

BSDC-S-FND-2020-2669
Relevanz 3Internetsperre, Bewaffneter-Konflikt, Ostafrika
04.11.2020
Internetabschaltung in Tigray waehrend des bewaffneten Konflikts in Aethiopien
Access Now (KeepItOn-Koalition)
Recherche: DC
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Am 4. November 2020, dem Tag des Beginns der militaerischen Offensive der aethiopischen Zentralregierung gegen die Tigray Peoples Liberation Front, wurden Internet- und Telefonverbindungen in der Region Tigray vollstaendig gekappt. Die Abschaltung dauerte ueber ein Jahr an und machte es Journalisten und Hilfsorganisationen praktisch unmoeglich, unabhaengig ueber Kriegsverbrechen zu berichten.

Die genaue technische Umsetzung der Abschaltung ist aus offenen Quellen nur teilweise rekonstruierbar; das Ausmass einer gezielten Kommunikationsueberwachung neben der reinen Abschaltung laesst sich nicht belegen.

BSDC-S-FND-2024-2670
Relevanz 3Desinformation, Osteuropa, Politische-Gewalt
16.05.2024
Desinformationswelle nach dem Attentat auf Robert Fico
NewsGuard
Recherche: DC
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Nach dem Attentat auf den slowakischen Ministerpraesidenten Robert Fico am 15.05.2024 in Handlova verbreiteten sich innerhalb weniger Stunden zahlreiche unbelegte Falschbehauptungen ueber die Hintergruende der Tat, die Identitaet und angeblichen Auftraggeber des Schuetzen sowie ueber den Gesundheitszustand Ficos. NewsGuard dokumentierte mehrere konkrete, virale Falschnarrative mit prorussischer und ukraine-kritischer Stossrichtung.

Es handelt sich nicht um einen belegten Cyberangriff, sondern um ein dokumentiertes Desinformationsphaenomen; ein koordinierter staatlicher Urheber der Falschnarrative ist durch die Quelle nicht bewiesen.

BSDC-S-FND-2024-2671
Relevanz 3Internetsperre, Buergerkrieg, Afrika
07.02.2024
Sudan: Landesweiter Kommunikations-Blackout waehrend des Buergerkriegs
Access Now (#KeepItOn-Koalition)
Recherche: DC
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Ab Anfang Februar 2024 brach die Internet- und Mobilfunkverbindung in weiten Teilen Sudans zusammen, nachdem der grosse Anbieter Zain sowie weitere Provider praktisch vollstaendig offline gingen. Betroffen waren nach Angaben mehrerer Quellen rund 14 Millionen Menschen, die dadurch keinen Zugang mehr zu Nothilfe und Informationen ueber sichere Fluchtwege hatten.

Die genaue Verantwortlichkeit fuer einzelne Abschaltungen (SAF vs. RSF vs. technische Kriegsschaeden) laesst sich oft nicht eindeutig zuordnen.

BSDC-S-IDN-2017-2673
Relevanz 3Zwangsarbeit, Naher-Osten, Ueberwachung
31.03.2016
Amnesty-Bericht zur digitalen Kontrolle katarischer Arbeitsmigranten (Kafala-System)
Amnesty International
Recherche: DC
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Amnesty International dokumentierte das katarische Kafala-System, in dem Arbeitgeber Reisepaesse und Ausreisegenehmigungen von Wanderarbeitern kontrollierten, was faktisch Zwangsarbeit und lueckenlose behoerdliche wie arbeitgeberseitige Ueberwachung von Aufenthalt und Bewegung der Beschaeftigten ermoeglichte. Betroffen waren hunderttausende migrantische Bauarbeiter im Zusammenhang mit dem Bau der Fussball-WM-2022-Infrastruktur.

Der Bericht belegt systematische Kontrolle durch Passentzug, jedoch nicht den Einsatz digitaler Ueberwachungstechnologie im engeren technischen Sinn; die genaue Zahl der Betroffenen ist Schaetzung, keine amtliche Statistik.

BSDC-S-FIN-2023-2675
Relevanz 3Sanktionsumgehung, Suedsudan, Korruption
01.11.2023
Sanktionsumgehung sudsudanesischer Geschaeftsleute im Umfeld von Praesident Kiir
The Sentry
Recherche: DC
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Die NGO The Sentry dokumentiert, wie von den USA sanktionierte sudsudanesische Geschaeftsleute im inneren Zirkel von Praesident Salva Kiir ihre Sanktionen mutmasslich mittels neu gegruendeter, auf Verwandte registrierter Firmen umgehen. Diese Firmen erhielten nach der Sanktionsverhaengung Regierungsvertraege im Wert von Milliarden US-Dollar.

Die wirtschaftliche Eigentuemerschaft der genannten Firmen wird von The Sentry als "wahrscheinlich" dargestellt, nicht als gerichtsfest bewiesen; eine offizielle behoerdliche Bestaetigung liegt nicht vor.

BSDC-S-KOM-2024-2678
Relevanz 3Wahlmanipulation, Desinformation, Plattform-Governance
04.12.2024
TikTok-Manipulation und annullierte Praesidentschaftswahl in Rumaenien (Fall Calin Georgescu)
Global Witness
Recherche: DC
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Vor der ersten Runde der rumaenischen Praesidentschaftswahl im November 2024 stieg die Unterstuetzung fuer den bis dahin unbekannten pro-russischen Kandidaten Calin Georgescu innerhalb weniger Wochen von rund 5 auf 23 Prozent, begleitet von einer massiven, koordinierten TikTok-Kampagne. Rumaenische Ermittler identifizierten Zehntausende koordinierte Fake-Accounts sowie Steuerungskanaele. Das rumaenische Verfassungsgericht annullierte daraufhin am 6. Dezember 2024 das Ergebnis der ersten Wahlrunde wegen des Verdachts auf illegale auslaendische Einflussnahme.

Eine direkte, gerichtsfeste Beweiskette zu staatlichen russischen Akteuren als Auftraggeber der Kampagne ist bislang nicht oeffentlich belegt; die Zuschreibung stuetzt sich auf declassifizierte rumaenische Geheimdienstbewertungen und journalistische Recherchen, die sich teils in Details unterscheiden.