Quellen-Tabelle
Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.
| BSDC-ID | Datum | Titel & Quelle | Kernaussage | Klartext |
|---|---|---|---|---|
| BSDC-J-FIN-2023-2627 Relevanz 3Menschenhandel, Suedostasien, Anlagebetrug | 21.12.2023 | Massendeportation aus Betrugszentren in Myawaddy, Myanmar Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Zuge einer gemeinsamen chinesisch-myanmarischen Operation gegen Cyberbetrugszentren im Grenzgebiet Kokang/Myawaddy wurden bis Dezember 2023 mehr als 31.000 Verdaechtige an China ausgeliefert bzw. deportiert. Die Zentren hatten Zehntausende Menschen, viele davon Opfer von Menschenhandel, zu "Pig-Butchering"-Anlagebetrug und Romance Scams gegen Opfer weltweit gezwungen. | Die Zahl 31.000 stammt aus offiziellen chinesischen und myanmarischen Angaben und laesst sich nicht unabhaengig verifizieren; unklar bleibt, wie viele der Deportierten selbst Betrugsopfer/Zwangsarbeiter waren statt Taeter. |
| BSDC-J-IDN-2019-2628 Relevanz 3Bankensektor, Nahost, Finanzkrise | 31.12.2019 | SpiderZ-Hack der SGBL: Datenleck bei libanesischer Bank enthuellt Konten von Eliten The Daily Star / Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Ende 2019, inmitten der libanesischen Finanz- und Protestkrise, drang eine Hackergruppe, die sich "SpiderZ" nannte, in Systeme der Societe Generale de Banque au Liban (SGBL) ein und veroeffentlichte interne Kontodaten von Politikern, hochrangigen Beamten und Geschaeftsleuten als Protest gegen Korruption und Kapitalkontrollen. | Der genaue Umfang der kompromittierten Daten, die technische Angriffsmethode sowie die Identitaet der Taeter hinter "SpiderZ" wurden nie unabhaengig verifiziert oder offiziell bestaetigt. |
| BSDC-J-FIN-2020-2630 Relevanz 3Geldwaesche, Golden-Visa, Zypern | 23.08.2020 | Cyprus Papers: Goldene Pässe für Kriminelle und Hochrisikopersonen Al Jazeera Investigative Unit Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Al-Jazeera-Recherche "Cyprus Papers" veröffentlichte im August 2020 eine geleakte Liste von über 2.500 Personen, die zwischen 2017 und 2019 im Rahmen des zypriotischen "Golden Passport"-Programms die Staatsbürgerschaft gegen Investitionen ab 2 Millionen Euro erhalten hatten, darunter mutmaßlich mit Geldwäsche und Sanktionsumgehung in Verbindung stehende Personen. Die zyprische Regierung kündigte im Oktober 2020 das Ende des Programms an. | Die Recherche stützt sich auf eine geleakte, nicht unabhängig vollständig verifizierte Liste; nicht bei allen genannten Personen ist strafrechtlich belegt, dass tatsächlich Geldwäsche stattfand. |
| BSDC-J-KOM-2023-2632 Relevanz 3Spyware, Osteuropa, Pressefreiheit | 15.02.2023 | Pegasus-Spyware-Verdacht gegen slowenische Amtstraeger und Journalisten Access Now / Citizen Lab (zitiert u.a. in Necenzurirano und Politico Europe) Recherche: DC Quelle öffnen → | Recherchen von Access Now und dem investigativen slowenischen Medium Necenzurirano legten 2023 Hinweise offen, wonach die Geraete mehrerer slowenischer Amtstraeger, darunter der damalige Justizminister und Personen aus dem Umfeld des Geheimdienstes SOVA, mit der Spyware Pegasus der israelischen Firma NSO Group infiziert bzw. angegriffen worden sein sollen. Ein offizieller slowenischer Untersuchungsausschuss nahm die Vorwuerfe auf. | Wer genau die Ueberwachung angeordnet oder durchgefuehrt hat, blieb oeffentlich nicht abschliessend geklaert; NSO Group bestritt Details und verwies auf vertrauliche Kundenvereinbarungen. |
| BSDC-J-KOM-2018-2633 Relevanz 3Gesichtserkennung, China-Afrika-Kooperation, Wahlen-Simbabwe | 24.04.2018 | Gesichtserkennung von CloudWalk fuer Simbabwe: Chinesische Ueberwachungstechnologie vor den Wahlen 2018 Amy Hawkins / Quartz Africa Recherche: DC Quelle öffnen → | Anfang 2018 schloss die simbabwische Regierung ein Abkommen mit dem chinesischen Unternehmen CloudWalk Technology zur landesweiten Einfuehrung eines Gesichtserkennungssystems, offiziell fuer Sicherheits- und Grenzkontrollzwecke. Simbabwe lieferte im Gegenzug biometrische Gesichtsdaten seiner Bevoelkerung an CloudWalk, um dessen Algorithmen zu trainieren. | Die konkrete operative Nutzung des Systems waehrend der Wahlen 2018 ist journalistisch nicht im Detail dokumentiert; belegt ist primaer der Regierungsvertrag und der Datentransfer, nicht ein nachgewiesener direkter Einsatz zur Wahlmanipulation. |
| BSDC-J-KOM-2021-2636 Relevanz 3Spyware, Ostafrika, Exil-Dissidenten | 18.07.2021 | Pegasus-Spyware gegen ruandische Dissidenten und Kritiker im Exil Amnesty International / Forbidden Stories (Pegasus Project) Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Rahmen des Pegasus Project wurde Ruanda als mutmasslicher Kunde der NSO-Group-Spyware Pegasus identifiziert, mit rund 3.500 Telefonnummern von Ruandern und im Ausland lebenden Regimekritikern auf einer geleakten Zielliste. Carine Kanimba, Tochter des inhaftierten Regimekritikers Paul Rusesabagina, wurde forensisch nachweisbar mehrfach mit Pegasus infiziert. | Die Zuordnung zu Ruanda basiert auf einer geleakten Nummernliste und forensischen Befunden bei einzelnen Geraeten, nicht auf einem direkten behoerdlichen Eingestaendnis; Ruanda bestreitet die Vorwuerfe offiziell. |
| BSDC-J-IDN-2021-2637 Relevanz 3Datenleck, Suedamerika, Identitaetsdiebstahl | 14.10.2021 | RENAPER-Datenleck: Fotos und Ausweisdaten von Millionen Argentiniern im Umlauf Rest of World / Zack Whittaker (TechCrunch) Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Oktober 2021 bot ein Angreifer Ausweisfotos und persoenliche Daten von 44 Fussballspielern (darunter Lionel Messi) aus der argentinischen Regierungsdatenbank RENAPER zum Verkauf an, als Beweis fuer einen umfassenderen Zugriff auf die Datenbank mit den Identitaetsdaten praktisch aller rund 45 Millionen Einwohner Argentiniens. | Dieser Fall stammt aus 2021, nicht aus dem angefragten Zeitraum 2023-2025; ein vergleichbar dokumentierter argentinischer Regierungs-Cybervorfall speziell aus 2023-2025 liess sich nicht mit belastbaren Quellen verifizieren. |
| BSDC-J-FND-2022-2638 Relevanz 3Ransomware, Suedamerika, Bergbau | 21.10.2022 | Codelco: Ransomware-Angriff der Hive-Gruppe auf chilenischen Kupferkonzern BleepingComputer (Bill Toulas) Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Oktober 2022 bestaetigte der staatliche chilenische Kupferkonzern Codelco (weltgroesster Kupferproduzent) einen Ransomware-Angriff der Gruppe Hive. Codelco erklaerte, dass keine operativen oder produktionskritischen Systeme betroffen gewesen seien, raeumte aber ein, dass Angreifer Zugriff auf interne administrative Dateien erlangt hatten. | Nicht belegt ist der genaue Umfang der exfiltrierten Daten oder ob tatsaechlich vertrauliche Geschaeftsgeheimnisse betroffen waren; Codelco bestritt schwerwiegende Folgen, waehrend die Hive-Gruppe weitergehende Behauptungen aufstellte. |
| BSDC-J-FND-2017-2640 Relevanz 3Internetsperre, Zensur, Afrika | 17.01.2017 | Kamerun: Monatelange Internetsperre in den anglophonen Regionen 2017 Access Now / Internet Sans Frontières / BBC News Recherche: DC Quelle öffnen → | Die kamerunische Regierung schaltete am 17. Januar 2017 als Reaktion auf Proteste der englischsprachigen Minderheit das Internet ab. Die Sperre dauerte rund 94 Tage bis Ende April 2017 und betraf laut Access Now schätzungsweise 1,7 bis 5 Millionen Menschen. | Die genaue Zahl der betroffenen Nutzer und der wirtschaftliche Schaden variieren je nach Quelle, da Kamerun selbst die Sperre nie offiziell mit Zahlen belegte. |
| BSDC-J-FND-2019-2642 Relevanz 3Kritische-Infrastruktur, Malware, Suedosteuropa | 17.10.2018 | GreyEnergy-Cyberangriff auf nordmazedonischen Stromnetzbetreiber MEPSO ESET (Sicherheitsforschung) / Berichterstattung u.a. ZDNet Recherche: DC Quelle öffnen → | Die von ESET analysierte Hackergruppe GreyEnergy, die als Nachfolger der fuer den ukrainischen Stromausfall 2015/2016 verantwortlichen Gruppe BlackEnergy gilt, griff neben ukrainischen Energieversorgern auch ein Unternehmen im Energiesektor Nordmazedoniens an. ESET dokumentierte den Einsatz modularer Malware zur Spionage und Sabotage kritischer Infrastruktur, konnte aber keinen erfolgreichen Stromausfall wie 2016 in der Ukraine nachweisen. | ESET nennt das betroffene nordmazedonische Unternehmen aus Vorsicht nicht namentlich und bestaetigt keinen konkreten Sabotage-Erfolg dort; die Zuordnung zu einem staatlichen Akteur (vermutet Russland) bleibt eine Einschaetzung von Sicherheitsforschern, kein gerichtsfester Beweis. |
| BSDC-J-FIN-2024-2644 Relevanz 3Cyberbetrug, Sambia, Organisierte-Kriminalitaet | 10.04.2024 | Sambia zerschlägt chinesisch geführten Cyberbetrugsring Associated Press (AP News) Recherche: DC Quelle öffnen → | Im April 2024 hob die sambische Polizei einen von chinesischen Staatsangehörigen betriebenen Callcenter-Betrugsring in einem Wohnhaus in Lusaka aus. Festgenommen wurden 22 Personen, darunter 17 chinesische sowie sambische, kamerunische und weitere Staatsangehörige; die Gruppe soll über gefälschte Apps und Textnachrichten Zehntausende Sambier zu Online-Betrug verleitet haben. | Die genaue Opferzahl und Gesamtschadenssumme werden in der Berichterstattung nicht beziffert; die Angaben stützen sich vorrangig auf Polizeimitteilungen, deren vollständige Ermittlungsergebnisse noch ausstanden. |
| BSDC-J-KOM-2019-2645 Relevanz 3Spyware, Soeldner-Hacking, Naher-Osten | 30.01.2019 | Project Raven: Ex-NSA-Söldner hackten für die VAE Journalisten und Aktivisten im Jemen-Konflikt Reuters (Christopher Bing, Joel Schectman) Recherche: DC Quelle öffnen → | Reuters deckte auf, dass ehemalige NSA-Mitarbeiter im Rahmen des Programms "Project Raven" für die Firma DarkMatter im Auftrag der Vereinigten Arabischen Emirate arbeiteten und mit dem Tool "Karma" iPhones ohne Klick des Ziels hacken konnten. Zu den überwachten Zielen gehörten Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und Personen, die im Zusammenhang mit dem VAE-Militäreinsatz im Jemen standen. | Die Reuters-Recherche stützt sich auf Aussagen mehrerer ehemaliger Projektmitarbeiter und interne Dokumente; drei ehemalige US-Geheimdienstler bekannten sich 2021 in einem separaten DOJ-Verfahren teilweise schuldig, doch das genaue Ausmaß der Jemen-bezogenen Überwachungsziele bleibt nicht vollständig öffentlich dokumentiert. |
| BSDC-J-IDN-2020-2646 Relevanz 3Datenleck, Lateinamerika, Wahldaten | 19.02.2020 | Ungeschuetzte Datenbank legt Millionen Waehlerdaten der Dominikanischen Republik offen TechCrunch (Zack Whittaker) Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Sicherheitsforscher Anurag Sen entdeckte eine oeffentlich zugaengliche, unpassword-geschuetzte Datenbank mit personenbezogenen Daten von rund 5,3 Millionen Waehlern der Dominikanischen Republik, darunter vollstaendige Namen, Geburtsdaten, Ausweisnummern und Adressen. Die Daten stammten offenbar aus einem Datensatz im Umfeld einer Wahlkampagne und lagen ungesichert auf einem Elasticsearch-Server. | Unklar bleibt, wie lange die Datenbank oeffentlich zugaenglich war und ob Dritte vor der Entdeckung durch den Forscher bereits Daten abgegriffen haben; ein tatsaechlicher Missbrauch der Daten ist journalistisch nicht belegt. |
| BSDC-J-IDN-2019-2650 Relevanz 3Karibik, Biometrische-Daten, Datenschutzrecht | 12.04.2019 | Jamaikas Oberster Gerichtshof kippt biometrisches Identifikationsgesetz NIDS Reuters / Julian Robinson v. Attorney General of Jamaica Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Oberste Gerichtshof Jamaikas erklärte im April 2019 das National Identification and Registration Act (NIDS-Gesetz) für verfassungswidrig, das die verpflichtende Erfassung biometrischer Daten aller Bürger in einer zentralen staatlichen Datenbank vorsah. Kläger Julian Robinson argumentierte erfolgreich, das Gesetz verletze das Recht auf Privatsphäre. | Es handelt sich um ein Gerichtsverfahren zu einem geplanten Identifikationssystem, nicht um einen tatsächlichen Cyberangriff; konkrete Zahlen zu betroffenen Personen liegen nicht vor, da das System vor Vollbetrieb gestoppt wurde. |
| BSDC-J-IDN-2023-2651 Relevanz 3Datenleck, Suedasien, Behoerdenversagen | 24.05.2023 | Datenleck bei nepalesischer Arbeitsmigrationsbehoerde offenbart Daten hunderttausender Arbeitssuchender TechCrunch (Zack Whittaker) Recherche: DC Quelle öffnen → | Eine ungesicherte, oeffentlich zugaengliche Datenbank der nepalesischen Regierungsbehoerde fuer auslaendische Arbeitsvermittlung legte persoenliche Daten von mehreren hunderttausend nepalesischen Arbeitsmigranten offen, darunter Passnummern, Fotos, Adressen und Reisedaten. Die Datenbank war ohne Passwortschutz im Internet erreichbar. | Unklar bleibt, wie lange die Datenbank offen zugaenglich war und ob die Daten tatsaechlich von Dritten ausgelesen wurden; eine unabhaengige forensische Bestaetigung des Umfangs liegt nicht vor. |
| BSDC-J-KOM-2021-2653 Relevanz 3Pressefreiheit, Nicaragua, Staatliche-Repression | 29.12.2021 | Nicaragua: Beschlagnahmung der Redaktion von Confidencial und Verfolgung unabhaengiger Journalisten unter Ortega Committee to Protect Journalists (CPJ) Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Dezember 2021 stuermte die nicaraguanische Polizei die konfiszierten Redaktionsraeume des unabhaengigen Nachrichtenportals Confidencial in Managua. Chefredakteur Carlos Fernando Chamorro und weitere Journalisten mussten aus dem Land fliehen, ihnen wurde formell die Staatsangehoerigkeit aberkannt. | Der CPJ-Bericht dokumentiert Einschuechterung, Beschlagnahmung und Exil von Journalisten, belegt aber keine technische Ueberwachung im engeren Sinn. |
| BSDC-J-KOM-2021-2654 Relevanz 3Kommunikationsueberwachung, Afrika, Pressefreiheit | 19.10.2021 | Mauritius-Abhoerskandal: Geleakte Telefonmitschnitte erschuettern Regierung Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Ab 2021 wurden auf Facebook und anderen Plattformen ueber Monate hinweg hunderte heimlich aufgezeichnete private Telefongespraeche mauritischer Politiker, Beamter und Journalisten veroeffentlicht. Premierminister Jugnauth bezeichnete die Leaks als Bedrohung der nationalen Sicherheit, der Verdacht fiel auf eine illegale staatliche Ueberwachung. | Oeffentlich nicht abschliessend geklaert ist, wer konkret die Abhoermassnahmen technisch durchfuehrte; offizielle Ermittlungsergebnisse mit namentlicher Verantwortungszuweisung wurden nicht in vollem Umfang veroeffentlicht. |
| BSDC-J-FIN-2017-2656 Relevanz 3Geldwaesche, Aserbaidschan, Bankenskandal | 04.09.2017 | Aserbaidschanische Waschmaschine (Azerbaijani Laundromat) OCCRP (Organized Crime and Corruption Reporting Project) Recherche: DC Quelle öffnen → | OCCRP deckte auf, dass zwischen 2012 und 2014 rund 2,9 Milliarden US-Dollar ueber vier Briefkastenfirmen bei der estnischen Filiale der Danske Bank aus Aserbaidschan geschleust wurden. Das Geld stammte aus staatsnahen Quellen und diente unter anderem der Bestechung europaeischer Politiker sowie einer verdeckten Lobbykampagne zur Verbesserung des internationalen Images Aserbaidschans. | Die Recherche basiert auf geleakten internen Bankdaten, deren vollstaendige Herkunft und Authentizitaet nicht unabhaengig gerichtlich geprueft wurde; strafrechtliche Konsequenzen fuer die Hauptverantwortlichen in Aserbaidschan blieben weitgehend aus. |
| BSDC-J-FND-2024-2657 Relevanz 3Wahlmanipulation, Desinformation, Osteuropa | 16.10.2024 | Moldau: Aufdeckung des Shor-Netzwerks fuer Stimmenkauf vor Referendum und Praesidentschaftswahl 2024 Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Moldauische Behoerden erklaerten im Oktober 2024, ueber Beweise fuer ein grossangelegtes Stimmenkaufnetzwerk zu verfuegen, das mit dem im Exil lebenden, prorussischen Oligarchen Ilan Shor verbunden sei. Nach Behoerdenangaben sollen rund 15 Millionen US-Dollar an geschaetzte 130.000 bis 150.000 Waehler geflossen sein, um deren Stimmen beim EU-Beitritts-Referendum und der Praesidentschaftswahl zu beeinflussen. | Die genaue Gesamtsumme und Empfaengerzahl beruhen auf Schaetzungen der moldauischen Ermittlungsbehoerden und sind nicht unabhaengig extern verifiziert; Ilan Shor bestreitet die Vorwuerfe und lebt im russischen Exil. |
| BSDC-J-KOM-2023-2658 Relevanz 3Internetzensur, Westafrika, Protestueberwachung | 01.06.2023 | Internetabschaltung im Senegal waehrend der Sonko-Proteste NetBlocks / Access Now Recherche: DC Quelle öffnen → | Nach der Verurteilung des Oppositionsfuehrers Ousmane Sonko im Juni 2023 blockierte die senegalesische Regierung landesweit den mobilen Internetzugang sowie soziale Netzwerke. NetBlocks dokumentierte mehrtaegige, wiederholte Netzsperren, die mit gewaltsamen Zusammenstoessen zwischen Demonstranten und Sicherheitskraeften zusammenfielen; mindestens 16 Menschen kamen bei den Protesten ums Leben. | Die technische Messung der Netzsperren ist gut belegt, doch die genaue Kausalkette zwischen einzelnen Todesfaellen und der Kommunikationsblockade laesst sich aus dieser Quelle allein nicht rekonstruieren. |
| BSDC-J-FND-2021-2659 Relevanz 3Ransomware, Kritische-Infrastruktur, Suedafrika | 22.07.2021 | Ransomware-Angriff auf Suedafrikas Hafen- und Bahnbetreiber Transnet Reuters (Alexander Winning) Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Juli 2021 legte ein Ransomware-Angriff die IT-Systeme des staatlichen suedafrikanischen Bahn-, Hafen- und Pipelinebetreibers Transnet lahm. Betroffen waren die Containerterminals in Durban, Kapstadt, Port Elizabeth und Ngqura, wodurch der Warenumschlag in einem der wichtigsten Haefen Afrikas fuer mehrere Tage massiv gestoert wurde. | Die genaue Ransomware-Variante und die Identitaet der Angreifer wurden von Transnet nie offiziell bestaetigt; der volle wirtschaftliche Schaden sowie das Ausmass eines moeglichen Datenabflusses blieben oeffentlich ungeklaert. |
| BSDC-J-KOM-2017-2660 Relevanz 3Ueberwachungstechnologie, Suedamerika, Datenueberwachung | 14.11.2018 | ZTE-Ueberwachungsprojekt "Kandado Cubano" in Venezuela Armando.info & Reuters (Angus Berwick) Recherche: DC Quelle öffnen → | Eine Reuters-Recherche deckte auf, dass der chinesische Telekomkonzern ZTE im Auftrag der venezolanischen Regierung ein "Fatherland Card" genanntes System entwickelte, das persoenliche Daten von Millionen Buergern (medizinische Historie, Sozialleistungen, Parteizugehoerigkeit, Wahlverhalten) in einer zentralen Datenbank buendelte. ZTE-Mitarbeiter arbeiteten direkt mit venezolanischen Geheimdienstmitarbeitern zusammen. | Die Recherche stuetzt sich massgeblich auf anonyme Insider-Aussagen sowie interne Dokumente, die Reuters nicht vollstaendig oeffentlich verifizieren konnte; ZTE bestritt jede Beteiligung an Ueberwachungsfunktionen der Karte. |
| BSDC-J-KOM-2021-2662 Relevanz 3Internetsperre, Westafrika, Putsch | 05.09.2021 | Internetstoerungen in Guinea waehrend des Militaerputsches 2021 NetBlocks Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 5. September 2021 dokumentierte NetBlocks eine signifikante Verschlechterung der Internetkonnektivitaet in Guinea, zeitgleich mit einem Militaerputsch, bei dem Praesident Alpha Conde von Spezialeinheiten unter Oberst Mamadi Doumbouya gestuerzt wurde. Die Stoerungen erschwerten die unabhaengige Berichterstattung waehrend der ersten Tage des Putsches. | NetBlocks kann nicht zweifelsfrei belegen, ob die Stoerungen absichtlich durch staatliche Akteure herbeigefuehrt wurden oder Folge allgemeiner Infrastrukturausfaelle waren. |
| BSDC-J-KOM-2019-2663 Relevanz 3Ueberwachungstechnologie, China-Einfluss, Zentralasien | 27.11.2019 | Chinesische Ueberwachungstechnik im Bischkeker "Safe City"-Projekt Eurasianet Recherche: DC Quelle öffnen → | Fuer das "Safe City"-Ueberwachungsprojekt in Bischkek scheiterte zunaechst ein rund 60-Millionen-Dollar-Deal mit Huawei; stattdessen erhielten die russische Firma Vega Concern und das chinesische Unternehmen Shenzhen Sunwin Intelligent den Zuschlag. Zusaetzlich stellte der chinesische Konzern CEIEC, dessen Gesichtserkennungstechnik zuvor in Xinjiang eingesetzt wurde, Kirgisistan Gesichtserkennungssoftware kostenlos zur Verfuegung. | Genaue Vertragsdetails, der tatsaechliche Umfang des CEIEC-Zugriffs auf gesammelte Daten sowie rechtliche Schutzmechanismen fuer die Buerger bleiben laut dem Bericht selbst unklar. |
| BSDC-J-FIN-2022-2668 Relevanz 3Bergbau-Korruption, Ressourcenfluch, Mongolei | 05.12.2022 | Mongolei: Kohle-Korruptionsskandal loest Massenproteste in Ulaanbaatar aus Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Dezember 2022 gingen in Ulaanbaatar Tausende Mongolen auf die Strasse, nachdem oeffentlich geworden war, dass Kohle im Wert von schaetzungsweise 12,7 Millionen Tonnen aus dem staatlichen Bergbauunternehmen Erdenes Tavan Tolgoi bei Exporten nach China verschwunden und in dubiose Netzwerke von Beamten und Geschaeftsleuten umgeleitet worden war. | Die genaue Menge der veruntreuten Kohle sowie die vollstaendige Liste der beteiligten Akteure sind bis heute nicht abschliessend gerichtlich festgestellt. |