Quellen-Tabelle

Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.

BSDC-IDDatumTitel & QuelleKernaussageKlartext
BSDC-B-FND-2025-166
in KraftRelevanz 3F1, Masterplan
November 2025
Schätzung veröffentlicht ca. November 2025
GrapheneOS-eigene Nutzerzahlen-Schätzung (offizielle Angabe des Projekts)
GrapheneOS-Projekt selbst (offizieller Social-Media-Account), zitiert via Lemmy.World-Diskussion
Recherche: DC
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Laut einer vom GrapheneOS-Projekt selbst veröffentlichten Schätzung nähert sich die Zahl der GrapheneOS-Geräte 400.000 — basierend auf der Zahl der Geräte, die kürzliche GrapheneOS-Updates heruntergeladen haben. Manche Nutzer könnten mehrere Geräte betreiben, manche laden Updates extern herunter, aber es ist die beste verfügbare Schätzung.

Wichtige Wissenslücke aus dem ursprünglichen Arbeitsplan geschlossen: Es gibt doch eine Zahl, wenn auch nur eine Selbstschätzung des Projekts, keine unabhängig verifizierte Angabe. Rund 400.000 aktive Geräte — deutlich mehr als eine reine Nischen-Community, aber weit von Millionen entfernt. Für Blackstone-Artikel wichtig, die Herkunft der Zahl (Eigenschätzung) transparent zu machen.

BSDC-B-FND-2026-169
in KraftRelevanz 3F1, C4
04.08.2026
"Jeder achte Erwachsene in Deutschland hält Kryptowährungen" — aktuelle YouGov/BearingPoint-Umfrage
YouGov, im Auftrag von BearingPoint (Management- und Technologieberatung)
Recherche: DC
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Knapp neun Millionen Menschen in Deutschland ab 18 Jahren besitzen derzeit Kryptowährungen — 12,8% der volljährigen Bevölkerung. Weitere 4,9% haben früher besessen, sind aber ausgestiegen; 11,4% (rund 7,9 Millionen) können sich einen künftigen Kauf vorstellen. Unter aktiven Anlegern bleibt Bitcoin klarer Marktführer: 74,6% halten Bitcoin im Depot.

Sehr aktuelle, konkrete Zahl (Anfang August 2026): Etwa jeder achte erwachsene Deutsche besitzt Kryptowährungen — eine deutlich höhere Zahl als ältere Statistiken (die teils nur 4% Nutzung zeigten). Wichtig für den Masterplan-Bezug: Zeigt, dass Kryptowährungen längst kein Nischenphänomen mehr sind, sondern eine relevante Anlageklasse mit zweistelliger Beteiligungsquote — relevant für die MiCA-Regulierung (Dossier C4) und Blackstones Finanz-Kapitel.

BSDC-B-FND-2026-170
in KraftRelevanz 3F1, F2
Juli 2026
Feld enthält mehrere Jahresangaben, Originaltext prüfen
Erhebung 2025, veröffentlicht Juli 2026
Bundesbank "Zahlungsverhalten in Deutschland 2025" — Krypto-Token-Besitz als Teil der offiziellen Zahlungsverhaltensstudie
Deutsche Bundesbank
Recherche: DC
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Seit 2020 wird im Rahmen der Zahlungsverhaltensstudie nach dem Besitz von Krypto-Token gefragt. Der Anteil derjenigen, die Krypto-Token halten bzw. den Kauf geplant haben, ist gestiegen; die Verbreitung von Krypto nimmt weiterhin zu, bleibt jedoch auf einem niedrigen Niveau im Vergleich zu klassischen Zahlungsmitteln.

Wichtiger methodischer Unterschied zur vorherigen Quelle: Die Bundesbank fragt nach Krypto-*Besitz als Zahlungsmittel*-Kontext (niedrigere, aber seit 2020 kontinuierlich erhobene Zeitreihe), die BearingPoint-Studie fragt nach Krypto als *Geldanlage*. Beide Blickwinkel sind für unterschiedliche Blackstone-Kapitel relevant — Zahlungsmittel-Perspektive für Kapitel 2, Anlage-Perspektive eher am Rande.

BSDC-B-FND-2025-172
in KraftRelevanz 3F8
01.12.2025
"IT-Sicherheit auf dem digitalen Verbrauchermarkt: Fokus Passwortmanager" — BSI-eigene Vergleichsstudie
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
Recherche: DC
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Zentrale Prüffeststellung zu KeePassXC: Die Entwickler betreiben keine eigene Cloud, das Programm nutzt das offene KeePass-2-(kdbx)-Format. Bei mindestens einem anderen getesteten Passwortmanager fanden sich dagegen wesentliche Abweichungen von gängigen Empfehlungen — es würden technische Informationen an den Hersteller gesendet, die diesem Zugriff auf Passwortmanager-Inhalte erlauben könnten.

Das ist eine besonders wertvolle Quelle: eine eigene, vergleichende Testreihe der deutschen IT-Sicherheitsbehörde zu mehreren Passwortmanagern (mindestens KeePassXC, Firefox-Passwortmanager, mSecure, PassSecurium, SecureSafe u.a. laut Inhaltsverzeichnis). Nicht nur eine Einzelprüfung, sondern ein direkter, behördlich durchgeführter Vergleich — die bislang stärkste Einzelquelle für Blackstones Passwortmanager-Empfehlungen im Masterplan (Kapitel 6, Identität).

BSDC-B-FND-2026-173
in KraftRelevanz 3F8
ohne Datum
laufend aktualisiert
Bitwarden — Übersicht aller durchgeführten Audits (offizielle Compliance-Seite)
Bitwarden Inc.
Recherche: DC
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Bitwarden hat wiederholt Netzwerksicherheitsbewertungen und Penetrationstests durch Cure53 sowie separate Prüfungen durch Insight Risk Consulting durchlaufen lassen — darunter dedizierte Audits der Browser-Erweiterung, der Desktop-Anwendung, der mobilen Apps, des Web-Vaults und sogar der eigenen RustCrypto-Bibliothek. Zusätzlich wurde die Kernkryptografie von der Applied Cryptography Group der ETH Zürich unter der Annahme eines vollständig bösartigen Servers geprüft.

Bitwarden hat nicht nur einmal, sondern wiederholt und für praktisch jede einzelne Komponente (nicht nur "die App" pauschal) geprüft werden lassen — inklusive einer akademischen Kryptografie-Prüfung durch eine renommierte Universität unter einem besonders strengen Angriffsmodell. Das ist ein sehr hohes Transparenz-Niveau.

BSDC-J-FND-2026-174
in KraftRelevanz 3F8
30.04.2026
"How to Read a Password Manager Security Audit" — vergleichende Einordnung mehrerer Anbieter
Subger (Fachportal)
Recherche: DC
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Bitwarden: jährliche Audits durch mehrere Firmen. 1Password: SOC 2 Type II plus Penetrationstests. Proton Pass: vollständiger Cure53-Audit beim Launch 2023 (keine kritischen Funde, moderate Funde vor Launch behoben). NordPass: zwei Cure53-Audits plus SOC 2 Type 2 und ISO-27001-Zertifizierung. KeePassXC: community-geprüfte Open-Source-Software — kein beauftragter Third-Party-Audit, aber öffentlich einsehbarer Quellcode.

Sehr nützliche Vergleichsübersicht für den Masterplan: Zeigt auf einen Blick, welches Prüfniveau die im Masterplan genannten Passwortmanager (Bitwarden, Proton Pass, KeePassXC) jeweils haben. Wichtige Nuance: KeePassXC hat KEINEN beauftragten Audit — Sicherheit stützt sich dort auf öffentliche Code-Einsehbarkeit und Community-Prüfung, nicht auf einen bezahlten externen Bericht. Das ist ein relevanter Unterschied, den Blackstone transparent machen sollte.

BSDC-B-FND-2020-177
in KraftRelevanz 3F8, F1
04.02.2020
Kuketz-Blog-Analyse zu Threema — inkl. Cure53-Audit-Hinweis
Kuketz IT-Security Blog (renommierter deutscher Datenschutz-Blog)
Recherche: DC
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Alle Server von Threema befinden sich in der Schweiz. Clientseitig ist Threema quelloffen, wodurch eine unabhängige Überprüfung der Sicherheit möglich ist. Der letzte dokumentierte Sicherheitsaudit wurde im November 2020 von Cure53 durchgeführt, bei dem einige wenige unkritische Schwachstellen gefunden wurden. Der Autor warnt ausdrücklich: Der Blog werde oft mit der Aussage "Threema sei der sicherste Messenger" verlinkt — das sei ein verzerrtes Bild, das im Beitrag so nicht dargestellt werde.

Wichtiger Hinweis für Blackstones Ehrlichkeitsprinzip: Der Autor selbst warnt davor, seine eigene positive Einordnung zu einer Übertreibung ("der sicherste Messenger") zu verzerren. Genau die Art Selbstkorrektur, die Blackstone auch bei den eigenen Inhalten anstreben sollte — nicht "sicherster", sondern "gut geprüft, quelloffen, Schweizer Serverstandort".

BSDC-B-FND-2025-179
in KraftRelevanz 3F1
April 2025
April 2025
Signal-Präsidentin Meredith Whittaker im NZZ-Interview — offizielle Nutzerzahlen-Angabe
Meredith Whittaker (Präsidentin Signal Foundation), im Gespräch mit der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ)
Recherche: DC
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Signal erreichte laut Foundation-Präsidentin Meredith Whittaker im April 2025 zwischen 70 und 100 Millionen monatlich aktive Nutzer. Kumulierte Downloads überschritten seit dem App-Debüt 2014 die Marke von 218 Millionen. Die Organisation hat seither kein aktuelleres Update zu den monatlich aktiven Nutzern veröffentlicht.

Deutlich verlässlicher als die Threema-Zahlen aus dem vorherigen Batch: eine direkte, aktuelle (2025) Aussage der Organisationsspitze selbst, nicht nur eine Schätzung Dritter. Wichtig: Die Bandbreite (70-100 Mio.) zeigt, dass selbst Signal selbst keine exakte Zahl nennt — auch bei einer seriösen Quelle bleibt eine gewisse Unschärfe normal.

BSDC-B-FND-2025-180
in KraftRelevanz 3F1, F8
19.09.2025
Signal Technology Foundation — Finanzzahlen aus IRS Form 990
Signal Technology Foundation, offizielle US-Steuererklärung (Form 990), eingereicht September 2025
Recherche: DC
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Die Signal Technology Foundation ist eine steuerbefreite gemeinnützige Organisation (501(c)(3), Status seit Februar 2019), mit Sitz in Mountain View, Kalifornien, meldete 2024 Einnahmen von 29.413.537 US-Dollar (davon 21.843.492 Dollar aus Spenden) — ein Rückgang gegenüber 35.750.994 Dollar im Jahr 2023. Signal arbeitet ohne Werbetreibende und ohne externe Investoren.

Wichtiger Fakt für die Vertrauenswürdigkeits-Argumentation im Masterplan: Signals Finanzen sind über öffentliche US-Steuerunterlagen nachprüfbar — kein Geheimnis, sondern Behördendokument. Kein Werbegeschäft, keine Investoren, die Kontrolle über das Unternehmen beanspruchen könnten.

BSDC-B-FND-2016-181
in KraftRelevanz 3F1, F8
05.04.2016
WhatsApp-Nutzerzahl mit Signal-Protokoll seit 2016 — Kontrast zur Signal-App selbst
(Zeitangabe laut Sammelquelle, Original-Ankündigung von WhatsApp/Signal 2016)
Recherche: DC
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WhatsApp-Nutzer, die das Signal-Protokoll verwenden, seit dem 5. April 2016: mehr als eine Milliarde monatlich aktive Nutzer.

Wichtiger Kontrast-Fakt fürs Masterplan-Kapitel Kommunikation: Das zugrundeliegende Verschlüsselungs-Protokoll von Signal wird über WhatsApp von weit mehr Menschen genutzt (>1 Milliarde) als die Signal-App selbst (70-100 Millionen) — bestätigt die bereits in F8 dokumentierte wissenschaftliche Analyse des Protokolls. Wichtig für die Differenzierung "Protokoll ist bei beiden gleich sicher, der Unterschied liegt woanders" (Metadaten, Backups, Geschäftsmodell).

BSDC-B-FND-2026-183
in KraftRelevanz 3F1, F9, A1, Masterplan
11.12.2025
"A brave year for digital sovereignty: Nextcloud 2025 Wrap-Up" — offizieller Jahresrückblick mit institutionellen Referenzen
Nextcloud GmbH
Recherche: DC
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Île-de-France bietet 550.000 Studierenden und Mitarbeitenden eine souveräne Cloud-Kollaborationsplattform; das österreichische Wirtschaftsministerium und das österreichische Bundesministerium nutzen Nextcloud für sichere, souveräne Zusammenarbeit. Im selben Rückblick verlinkt Nextcloud einen eigenen Blogbeitrag mit dem Titel "The proposed EU Chat Control law is a threat to our democracy."

Sehr konkreter Beleg für "digitale Souveränität" in der Praxis, nicht nur als Konzept: Eine einzelne französische Region setzt Nextcloud für über eine halbe Million Menschen ein. Bemerkenswert und direkt relevant für Blackstone: Nextcloud selbst positioniert sich öffentlich gegen die Chatkontrolle (Dossier A1) — das Unternehmen ist also nicht nur ein neutrales Tool, sondern selbst ein Akteur in der Debatte, die Blackstone dokumentiert.

BSDC-B-FND-2026-185
in KraftRelevanz 3F1, Masterplan
14.01.2026
Feld enthält mehrere Jahresangaben, Originaltext prüfen
Kagi-Wachstumszahlen — Abonnentenzahl und tägliche Suchanfragen
Grokipedia, mit Quellenverweisen auf Kagi-eigene Angaben
Recherche: DC
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Kagi wuchs von rund 2.600 zahlenden Kunden in den ersten drei Monaten nach dem öffentlichen Start (Juni 2022) auf über 50.000 Mitglieder bis Juni 2025, darunter mehr als 5.000 Familien und knapp 200 Teams. Bis Ende 2025 stieg die Abonnentenzahl auf rund 62.921 — bei nahezu einer Million täglichen Suchanfragen Mitte 2025, ganz ohne klassisches Marketing.

Kagi ist das seltene Beispiel für ein erfolgreiches Bezahl-statt-Werbe-Geschäftsmodell im Suchmaschinenmarkt: Nutzer zahlen 5-25 Dollar im Monat, damit ihre Daten NICHT verkauft werden. Über 60.000 Menschen zahlen das inzwischen — kleine Zahl im Vergleich zu Google, aber ein funktionierender Beweis, dass das Modell trägt.

BSDC-J-FND-2026-187
in KraftRelevanz 3F1, Masterplan
01.05.2026
Vergleichende Einordnung Kagi vs. Mojeek vs. Qwant — Grad der "Unabhängigkeit"
Factually (Fachportal)
Recherche: DC
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Kagi mischt laut Dokumentation und Community-Diskussionen einen eigenen Index mit externen APIs — "privat" sollte daher eher als Grad-Frage denn als absoluter Zustand verstanden werden. Mojeek ist die einzige der drei mit einem langjährigen, wirklich unabhängigen eigenen Crawl, hat aber Nachteile bei Abdeckung und Reife der Ergebnisse. Qwant nutzt für einen Großteil seines Index Bing oder Hybrid-Metasuche.

Wichtige Nuance für Blackstones Ehrlichkeitsprinzip: Keine der gängigen "privaten" Suchmaschinen-Alternativen ist zu 100% unabhängig von den großen Anbietern — Kagi nutzt auch externe APIs, Qwant baut stark auf Bing auf. "Privat" ist eine Gradfrage, kein Alles-oder-Nichts-Zustand. Das sollte im Masterplan-Kapitel zu Browser/Suchmaschinen transparent gemacht werden, statt den Eindruck zu erwecken, diese Tools seien komplett unabhängig von Big Tech.

BSDC-B-FND-2026-188
in KraftRelevanz 3F3
ohne Datum
Stand zum Erfassungszeitpunkt: 1.025 gelistete Lecks
Have I Been Pwned — "Who's Been Pwned"-Übersicht (Live-Zähler)
Troy Hunt / Have I Been Pwned (HIBP)
Recherche: DC
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Jede in Have I Been Pwned aufgenommene Datenpanne erscheint auf dieser Seite. Zum Erfassungszeitpunkt sind 1.025 kompromittierte Websites gelistet.

Das ist die Original-Quelle selbst — direkt zählbar, live, keine Sekundärinterpretation nötig. Für Blackstone-Artikel: Bei jeder Verwendung die aktuelle Zahl direkt von dieser Seite neu abrufen, da sie sich fast täglich ändert.

BSDC-J-FND-2026-189
in KraftRelevanz 3F3, F8, Masterplan
07.06.2026
"1.000 Datenlecks in Datenbank erfasst" — Meilenstein-Einordnung mit Kontext
Börse Express (Fachmedium)
Recherche: DC
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Eine Analyse zeigte: 66% der Datensätze im DentaQuest-Leck waren bereits aus früheren Lecks bekannt — ein Beleg für die hartnäckige Wiederverwertung gestohlener Daten. Branchenexperten warnen: Das größte Risiko nach solchen Lecks ist die Wiederverwendung von Passwörtern, da automatisierte Credential-Stuffing-Angriffe geleakte Zugangsdaten nutzen, um sich unbefugt Zugang zu tausenden anderen Websites zu verschaffen.

Sehr wichtiger praktischer Fakt für den Masterplan-Abschnitt zu Passwortmanagern (Kapitel 6): Zwei Drittel der Daten in einem einzelnen aktuellen Leck waren schon vorher bekannt — zeigt, wie sich ein einziges wiederverwendetes Passwort über viele Dienste hinweg auswirken kann. Starkes, konkretes Argument für einzigartige Passwörter pro Dienst (mit Passwortmanager).

BSDC-B-FND-2026-190
in KraftRelevanz 3F3, F10
07.06.2026
"Have I Been Pwned listet 17,6 Milliarden Daten aus 1.000 Vorfällen auf" — Troy Hunts eigene Einordnung
Born's IT- und Windows-Blog, mit Zitat von Troy Hunt (HIBP-Betreiber)
Recherche: DC
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Über 17,6 Milliarden Datensätze aus 1.001 Datenlecks sind in der HIBP-Datenbank erfasst. Troy Hunt beklagt einen negativen Trend: eine immer längere Verzögerung bei der Offenlegung solcher Vorfälle. Beim Carnival-Datenleck etwa dauerte es 43 Tage von der Kenntnisnahme bis zur öffentlichen Information — Daten waren zu diesem Zeitpunkt bereits in Hacker-Foren gepostet.

Zwei einprägsame Fakten: Die schiere Größenordnung (17,6 Milliarden einzelne Datensätze — mehr als doppelt so viele wie es Menschen auf der Erde gibt) und ein wichtiges strukturelles Problem: Unternehmen brauchen oft wochenlang, um Datenlecks öffentlich zu machen — in dieser Zeit sind die Daten längst im Umlauf. Guter Beleg für "warum man nicht abwarten sollte, bis man offiziell informiert wird" (→ eigene Prüfung via HIBP empfehlen).

BSDC-B-FND-2014-192
in KraftRelevanz 3F6
27.05.2014
FTC-Bericht "Data Brokers: A Call for Transparency and Accountability" — Original-Pressemitteilung
Federal Trade Commission (US-Verbraucherschutzbehörde)
Recherche: DC
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Einer der untersuchten Datenhändler allein verfügt über Informationen zu mehr als 1,4 Milliarden Verbrauchertransaktionen und 700 Milliarden Datenelementen; ein anderer fügt seiner Datenbank monatlich mehr als 3 Milliarden neue Datenpunkte hinzu. Datenhändler sammeln Verbraucherdaten aus umfangreichen Online- und Offline-Quellen — meist ohne Wissen der Betroffenen —, darunter Kaufdaten, Social-Media-Aktivität, Garantieregistrierungen, Zeitschriften-Abos sowie religiöse und politische Zugehörigkeiten.

Das ist einer der eindrücklichsten Einzelfakten der ganzen Recherche: EIN EINZIGES Unternehmen sammelt monatlich 3 Milliarden neue Datenpunkte — und das bereits vor über zehn Jahren festgestellt, die Größenordnung dürfte seither eher gewachsen sein. Besonders alarmierend: Auch sensible Kategorien wie religiöse und politische Zugehörigkeit werden erfasst — Daten, die in Deutschland/der EU als besonders schützenswert gelten (DSGVO Art. 9).

BSDC-B-FND-2018-195
in KraftRelevanz 3F9
2018
Feld enthält mehrere Jahresangaben, Originaltext prüfen
2018 (Bericht zum Vorfall von 2017)
"ROCA Vulnerability and eID: Lessons Learned" — offizieller estnischer Behördenbericht
Estnische Information System Authority (RIA)
Recherche: DC
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Die ROCA-Schwachstelle betraf die RSA-Schlüsselerzeugung in Chips des Herstellers Infineon, der über den estnischen ID-Karten-Zulieferer Gemalto (TRÜB Baltic) auch Estland belieferte. Weltweit waren schätzungsweise mindestens eine Milliarde Chips betroffen, darunter alle estnischen ID-Karten, die seit Herbst 2014 ausgegeben wurden. Estland widerrief die betroffenen Zertifikate. Estlands 800.000 betroffene ID-Karten stellen dabei nur einen verschwindend geringen Anteil an ROCAs weltweiter Auswirkung von mindestens 1 Milliarde betroffenen Chips dar — die Infineon-Chips wurden auch in Führerscheinen, Reisepässen, Zugangskarten und anderswo eingesetzt.

Wichtige Präzisierung für Blackstones bereits vorhandenen Estland-Eintrag (aus Batch 25): Der Fehler lag nicht im estnischen System selbst, sondern in einem global verbreiteten Hardware-Chip eines einzelnen Zulieferers (Infineon) — Estland war eines von vielen betroffenen Systemen weltweit, nicht ein spezifisch estnisches Versagen. Das relativiert die Kritik am estnischen System etwas, zeigt aber gleichzeitig ein noch größeres Problem: Eine einzelne fehlerhafte Chip-Generation kann weltweit über eine Milliarde Ausweisdokumente gleichzeitig verwundbar machen.

BSDC-J-FND-2017-196
in KraftRelevanz 3F9
09.11.2017
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"Krypto-Panne bei Infineon: Estland zieht elektronische Personalausweise ein" — technische Einordnung
Elektronik Praxis (Fachmedium)
Recherche: DC
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Die Regierung Estlands entschloss sich, sämtliche der betroffenen 760.000 Zertifikate dauerhaft in ihren Systemen zurückzuziehen und zu blockieren. Der ROCA-Angriff macht es möglich, RSA-Schlüssel mit vertretbarem Aufwand aus einem teilweise bekannten öffentlichen Schlüssel herauszurechnen — theoretisch könnten damit private Schlüssel und Zertifikate einzelner Nutzer für kriminelle Zwecke erzeugt werden.

Verständliche technische Erklärung, warum der Angriff funktionierte: Ein mathematischer Fehler bei der Schlüsselerzeugung, bekannt seit 1996 (Coppersmith-Methode), wieder aktuell geworden durch eine fehlerhafte Implementierung bei Infineon. Wichtig: "theoretisch möglich" — Estland betonte, es gebe keine Hinweise auf tatsächlichen Missbrauch, blockierte aber trotzdem vorsorglich.

BSDC-S-FND-2021-197
in KraftRelevanz 3F9, B1
03.09.2021
"Vulnerability of State-Provided Electronic Identification: The Case of ROCA in Estonia" — akademische Fallstudie
Peer-reviewte akademische Publikation (Springer), basierend auf 32 semi-strukturierten Interviews mit 41 estnischen Experten
Recherche: DC
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Die Studie basiert auf einer thematischen Analyse von 32 semi-strukturierten Interviews mit 41 estnischen Experten, die eng in die Lösung des ROCA-Falls 2017 eingebunden waren, und untersucht drei Bereiche: staatliche politische Aufgaben und Verantwortlichkeiten, die Rolle der IT-Industrie bei der eID-Bereitstellung, sowie Chancen und Pflichten für Endnutzer. Die Studie schlägt einen Paradigmenwechsel im eID-Management vor, der digitale Identität als Bürgerrecht und ihre Bereitstellung als staatliche Pflicht begreift.

Das ist die wissenschaftlich fundierteste verfügbare Aufarbeitung des Falls — nicht nur "was ist passiert", sondern eine tiefgehende Analyse, wer im System eigentlich verantwortlich ist, wenn ein Zulieferer-Fehler ein ganzes staatliches System gefährdet. Der vorgeschlagene Rahmen (digitale Identität als Bürgerrecht, ihre sichere Bereitstellung als Staatspflicht) ist eine gute konzeptionelle Grundlage für Blackstones eigene Position zur EUDI-Wallet.

BSDC-B-FND-2024-199
in KraftRelevanz 3F7
26.01.2024
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"Datenschutz: Deutsche Anbieter genießen das größte Vertrauen" — Bitkom-Bürgerumfrage
Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom
Recherche: DC
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Nur rund ein Fünftel (19%) der deutschen Internetnutzer hält die eigenen Daten online für sehr oder eher sicher; 77% halten sie für eher oder sehr unsicher. Am vertrauenswürdigsten im Umgang mit persönlichen Daten erscheinen IT-Anbieter aus Deutschland, denen fast zwei Drittel (65%) sehr stark oder stark vertrauen — deutlich mehr als ausländischen Anbietern.

Wichtige, direkt für Blackstones "warum deutsche/europäische Alternativen" relevante Zahl: Deutsche Nutzer vertrauen einheimischen IT-Anbietern deutlich mehr als ausländischen — das stützt den Masterplan-Ansatz, wo möglich europäische statt US-amerikanische Tools zu empfehlen, mit einer echten Präferenz in der Bevölkerung, nicht nur als Nischenmeinung.

BSDC-B-FND-2026-200
in KraftRelevanz 3F7
Februar 2026
Feld enthält mehrere Jahresangaben, Originaltext prüfen
Erhebung 2025, veröffentlicht Februar 2026
Bitkom-Studienbericht "Datenschutz in der deutschen Wirtschaft 2026" — Volltext
Bitkom Research, repräsentative Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten
Recherche: DC
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Bei 19% der befragten Unternehmen trat in den vergangenen zwölf Monaten ein Datenschutzverstoß auf, bei weiteren 6% kam es zu mehreren Verstößen. Von den betroffenen Unternehmen berichten 51% über Bußgelder als Folge, 18% verloren dadurch Kunden. Kein einziges befragtes Unternehmen gab an, dass aus seiner Sicht kein Nachbesserungsbedarf bei der DSGVO bestehe.

Wichtige Gegenperspektive zur reinen Bürger-Sicht: Aus Unternehmenssicht ist Datenschutz mit echten, spürbaren Konsequenzen verbunden (jedes vierte befragte Unternehmen hatte einen Verstoß, davon über die Hälfte mit Bußgeld). Nützlich für Blackstone, um zu zeigen: Datenschutzrecht ist keine zahnlose Regelung, sondern hat in der Praxis Wirkung — auch wenn gleichzeitig Kritik an der Handhabung besteht (siehe nächste Quelle).

BSDC-J-FND-2025-201
in KraftRelevanz 3F7
26.05.2025
"Datenschutz ist Digitalisierungsbremse Nummer eins!" — kritische Unternehmensstimme
zm-online, mit Bezug auf Bitkom-Umfrage und Zitat des Bitkom-Präsidenten Ralf Wintergerst
Recherche: DC
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70% der befragten Unternehmen haben bereits mindestens einmal Innovationspläne aufgrund von Datenschutzvorgaben oder Rechtsunsicherheit gestoppt — ein Anstieg von 61% im Vorjahr. Bitkom-Präsident Wintergerst: "Der Datenschutz hat sich in Deutschland zur Digitalisierungsbremse Nummer eins entwickelt."

Wichtige Gegenstimme für Blackstones Ausgewogenheit: Nicht nur Bürger/Datenschützer kritisieren das System (zu wenig Schutz), auch die Wirtschaft kritisiert es — allerdings aus der entgegengesetzten Richtung (zu bürokratisch, hemmt Innovation). Für einen fairen Blackstone-Artikel wichtig zu zeigen: Die DSGVO wird von beiden Seiten kritisiert, aus unterschiedlichen, teils widersprüchlichen Gründen — das macht "einfach mehr Datenschutzgesetz" nicht automatisch zur unumstrittenen Lösung.

BSDC-B-FND-2022-203
in KraftRelevanz 3F1
08.06.2022
Feld enthält mehrere Jahresangaben, Originaltext prüfen
"Proton erreicht 70 Millionen Konten" — offizielle Meilenstein-Ankündigung
Proton AG
Recherche: DC
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Proton hat kürzlich die Marke von 70 Millionen Nutzerkonten überschritten — ein Beleg für das breite Interesse an privatsphäre-orientierter Technologie, die besser für Nutzer und Gesellschaft ist.

Wichtige Gesamtzahl für das gesamte Proton-Ökosystem (Mail, VPN, Drive, Pass zusammen, nicht nur VPN einzeln) — 70 Millionen Konten ist eine sehr überzeugende Größenordnung für den Masterplan. Wichtiger Hinweis: Das genaue Datum dieser Zahl ist bei der Recherche nicht eindeutig zu klären gewesen — vor Verwendung im Artikel direkt auf proton.me nachprüfen, um nicht versehentlich eine veraltete Zahl als aktuell darzustellen.

BSDC-B-FND-2026-204
in KraftRelevanz 3F1, Masterplan
17.03.2026
"Proton VPN end of year report 2025" — Jahresbericht mit Zensur-Kontext
Proton VPN
Recherche: DC
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Proton VPN unterstützt inzwischen neben Bargeld und Bitcoin auch Zahlungen via Monero, Litecoin, Ethereum und weitere Kryptowährungen über Partner. Die Daten von 2025 zeigen: Immer wenn Zensur zunimmt — von Internet-Shutdowns bis App-Sperren — wenden sich Menschen in beispiellosem Umfang VPNs zu, um ihre Stimme und den Zugang zu unzensierten Informationen zu schützen.

Wichtiger praktischer Fakt fürs Masterplan-Kapitel Finanzen/Zahlungsmethoden: Proton VPN akzeptiert mittlerweile sehr viele anonyme Zahlungswege — passt zu Blackstones Betonung von Zahlungs-Privatsphäre. Der Zensur-Zusammenhang ist zudem ein starker, konkreter Beleg dafür, wofür VPNs im Ernstfall tatsächlich gebraucht werden.