Quellen-Tabelle

Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.

BSDC-IDDatumTitel & QuelleKernaussageKlartext
BSDC-P-IDN-2023-2641
Relevanz 3Datenleck, Polizei, Grossbritannien-Irland
09.08.2023
PSNI-Datenleck: Namen und Dienststellen aller Polizeibediensteten versehentlich veroeffentlicht
BBC News
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Am 8. August 2023 veroeffentlichte der Police Service of Northern Ireland (PSNI) versehentlich eine Tabelle mit Nachnamen, Vornamen, Dienstgrad und Dienststelle von etwa 10.000 PSNI-Officers. Wegen der Bedrohung durch dissidente Republikaner stufte die Polizei den Vorfall als schwerwiegenden Sicherheitsvorfall ein; mehrere Betroffene mussten vorsorglich umziehen.

Details zu Taeterschaft, tatsaechlicher missbraeuchlicher Nutzung der Daten oder das endgueltige Strafmass gegen Verantwortliche sind zum Zeitpunkt dieses Berichts nicht abschliessend geklaert.

BSDC-J-FND-2019-2642
Relevanz 3Kritische-Infrastruktur, Malware, Suedosteuropa
17.10.2018
GreyEnergy-Cyberangriff auf nordmazedonischen Stromnetzbetreiber MEPSO
ESET (Sicherheitsforschung) / Berichterstattung u.a. ZDNet
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Die von ESET analysierte Hackergruppe GreyEnergy, die als Nachfolger der fuer den ukrainischen Stromausfall 2015/2016 verantwortlichen Gruppe BlackEnergy gilt, griff neben ukrainischen Energieversorgern auch ein Unternehmen im Energiesektor Nordmazedoniens an. ESET dokumentierte den Einsatz modularer Malware zur Spionage und Sabotage kritischer Infrastruktur, konnte aber keinen erfolgreichen Stromausfall wie 2016 in der Ukraine nachweisen.

ESET nennt das betroffene nordmazedonische Unternehmen aus Vorsicht nicht namentlich und bestaetigt keinen konkreten Sabotage-Erfolg dort; die Zuordnung zu einem staatlichen Akteur (vermutet Russland) bleibt eine Einschaetzung von Sicherheitsforschern, kein gerichtsfester Beweis.

BSDC-P-FND-2022-2643
Relevanz 3DDoS, Baltikum, Staatsnahe-Akteure
27.06.2022
Killnet-DDoS-Angriffswelle gegen litauische Regierungsseiten nach Kaliningrad-Transitstreit
Reuters
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Ende Juni 2022 attackierte die pro-russische Hackergruppe Killnet zahlreiche litauische Regierungs- und Unternehmenswebsites mit DDoS-Angriffen, nachdem Litauen den Bahntransit sanktionierter Güter nach Kaliningrad blockiert hatte. Laut litauischem Zentrum für nationale Cybersicherheit (NKSC) waren rund 70 Webseiten von Behörden und privaten Unternehmen betroffen.

Es handelte sich um DDoS-Angriffe, nicht um einen Datenabfluss; belastbare Beweise für eine direkte russische Staatsführung hinter Killnet fehlen, die Gruppe wird meist als staatsnah, nicht staatlich gesteuert eingeordnet.

BSDC-J-FIN-2024-2644
Relevanz 3Cyberbetrug, Sambia, Organisierte-Kriminalitaet
10.04.2024
Sambia zerschlägt chinesisch geführten Cyberbetrugsring
Associated Press (AP News)
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Im April 2024 hob die sambische Polizei einen von chinesischen Staatsangehörigen betriebenen Callcenter-Betrugsring in einem Wohnhaus in Lusaka aus. Festgenommen wurden 22 Personen, darunter 17 chinesische sowie sambische, kamerunische und weitere Staatsangehörige; die Gruppe soll über gefälschte Apps und Textnachrichten Zehntausende Sambier zu Online-Betrug verleitet haben.

Die genaue Opferzahl und Gesamtschadenssumme werden in der Berichterstattung nicht beziffert; die Angaben stützen sich vorrangig auf Polizeimitteilungen, deren vollständige Ermittlungsergebnisse noch ausstanden.

BSDC-J-KOM-2019-2645
Relevanz 3Spyware, Soeldner-Hacking, Naher-Osten
30.01.2019
Project Raven: Ex-NSA-Söldner hackten für die VAE Journalisten und Aktivisten im Jemen-Konflikt
Reuters (Christopher Bing, Joel Schectman)
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Reuters deckte auf, dass ehemalige NSA-Mitarbeiter im Rahmen des Programms "Project Raven" für die Firma DarkMatter im Auftrag der Vereinigten Arabischen Emirate arbeiteten und mit dem Tool "Karma" iPhones ohne Klick des Ziels hacken konnten. Zu den überwachten Zielen gehörten Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und Personen, die im Zusammenhang mit dem VAE-Militäreinsatz im Jemen standen.

Die Reuters-Recherche stützt sich auf Aussagen mehrerer ehemaliger Projektmitarbeiter und interne Dokumente; drei ehemalige US-Geheimdienstler bekannten sich 2021 in einem separaten DOJ-Verfahren teilweise schuldig, doch das genaue Ausmaß der Jemen-bezogenen Überwachungsziele bleibt nicht vollständig öffentlich dokumentiert.

BSDC-J-IDN-2020-2646
Relevanz 3Datenleck, Lateinamerika, Wahldaten
19.02.2020
Ungeschuetzte Datenbank legt Millionen Waehlerdaten der Dominikanischen Republik offen
TechCrunch (Zack Whittaker)
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Der Sicherheitsforscher Anurag Sen entdeckte eine oeffentlich zugaengliche, unpassword-geschuetzte Datenbank mit personenbezogenen Daten von rund 5,3 Millionen Waehlern der Dominikanischen Republik, darunter vollstaendige Namen, Geburtsdaten, Ausweisnummern und Adressen. Die Daten stammten offenbar aus einem Datensatz im Umfeld einer Wahlkampagne und lagen ungesichert auf einem Elasticsearch-Server.

Unklar bleibt, wie lange die Datenbank oeffentlich zugaenglich war und ob Dritte vor der Entdeckung durch den Forscher bereits Daten abgegriffen haben; ein tatsaechlicher Missbrauch der Daten ist journalistisch nicht belegt.

BSDC-S-KOM-2023-2647
Relevanz 3Internetsperre, Wahlueberwachung, Afrika
20.12.2023
Internet- und Social-Media-Sperren waehrend der Wahlen in der DR Kongo 2023
Access Now / NetBlocks
Recherche: DC
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Am Wahltag der Praesidentschafts- und Parlamentswahlen in der Demokratischen Republik Kongo am 20. Dezember 2023 kam es zu landesweiten Drosselungen und Sperrungen von Social-Media-Plattformen, dokumentiert durch Netzwerkmessungen von NetBlocks. Access Now verurteilte die Massnahme als Eingriff in die Meinungsfreiheit waehrend eines kritischen demokratischen Prozesses.

Unklar bleibt, ob die Verlangsamungen zentral von der Regierung angeordnet wurden oder teilweise auf Netzueberlastung zurueckzufuehren sind; offizielle kongolesische Stellen bestaetigten keine gezielte Anordnung.

BSDC-P-FIN-2023-2648
Relevanz 3Geldwaesche, Suedostasien, Bankenaufsicht
18.08.2023
Singapurs Milliarden-Geldwaescheskandal: Razzia gegen chinesisches Netzwerk
Reuters
Recherche: DC
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Im August 2023 verhaftete die singapurische Polizei zehn Personen mit fujianesisch-chinesischem Hintergrund und beschlagnahmte Vermoegenswerte im Wert von rund 1 Milliarde Singapur-Dollar, darunter Immobilien, Luxusfahrzeuge, Bargeld, Schmuck sowie Kryptowaehrungen. Es handelt sich um einen der groessten Geldwaeschefaelle in der Geschichte Singapurs.

Die genaue Herkunft der gewaschenen Gelder sowie der vollstaendige Umfang des Netzwerks ausserhalb Singapurs sind bis heute nicht abschliessend oeffentlich belegt.

BSDC-S-KOM-2017-2649
Relevanz 3Internetzensur, Zentralasien, Ueberwachung
15.12.2017
Turkmenistan: Ein Blick in das Internet-Schwarze-Loch
OONI (Open Observatory of Network Interference)
Recherche: DC
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OONI führte technische Messungen zur Internetzensur in Turkmenistan durch und dokumentierte, dass zahlreiche Websites landesweit blockiert werden, darunter soziale Netzwerke, unabhängige Nachrichtenseiten und VPN-Anbieter-Webseiten. Die Messungen zeigten systematisches DNS-Blocking durch den staatlichen Monopol-ISP Turkmentelecom.

Die Messmethodik erfasst nur technisch nachweisbare Blockaden zu den Messzeitpunkten, nicht die vollständige Zensurinfrastruktur oder deren rechtliche Grundlage im Land.

BSDC-J-IDN-2019-2650
Relevanz 3Karibik, Biometrische-Daten, Datenschutzrecht
12.04.2019
Jamaikas Oberster Gerichtshof kippt biometrisches Identifikationsgesetz NIDS
Reuters / Julian Robinson v. Attorney General of Jamaica
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Der Oberste Gerichtshof Jamaikas erklärte im April 2019 das National Identification and Registration Act (NIDS-Gesetz) für verfassungswidrig, das die verpflichtende Erfassung biometrischer Daten aller Bürger in einer zentralen staatlichen Datenbank vorsah. Kläger Julian Robinson argumentierte erfolgreich, das Gesetz verletze das Recht auf Privatsphäre.

Es handelt sich um ein Gerichtsverfahren zu einem geplanten Identifikationssystem, nicht um einen tatsächlichen Cyberangriff; konkrete Zahlen zu betroffenen Personen liegen nicht vor, da das System vor Vollbetrieb gestoppt wurde.

BSDC-J-IDN-2023-2651
Relevanz 3Datenleck, Suedasien, Behoerdenversagen
24.05.2023
Datenleck bei nepalesischer Arbeitsmigrationsbehoerde offenbart Daten hunderttausender Arbeitssuchender
TechCrunch (Zack Whittaker)
Recherche: DC
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Eine ungesicherte, oeffentlich zugaengliche Datenbank der nepalesischen Regierungsbehoerde fuer auslaendische Arbeitsvermittlung legte persoenliche Daten von mehreren hunderttausend nepalesischen Arbeitsmigranten offen, darunter Passnummern, Fotos, Adressen und Reisedaten. Die Datenbank war ohne Passwortschutz im Internet erreichbar.

Unklar bleibt, wie lange die Datenbank offen zugaenglich war und ob die Daten tatsaechlich von Dritten ausgelesen wurden; eine unabhaengige forensische Bestaetigung des Umfangs liegt nicht vor.

BSDC-S-KOM-2021-2652
Relevanz 3Spyware-Ueberwachung, Pressefreiheit, Naher-Osten
16.12.2021
Predator-Spyware gegen ägyptischen Exil-Oppositionellen Ayman Nour
Citizen Lab (University of Toronto)
Recherche: DC
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Citizen Lab dokumentierte, dass das iPhone des ägyptischen Exil-Politikers Ayman Nour zwischen 2019 und 2021 sowohl mit der Predator-Spyware der Cytrox-Allianz als auch mit NSO Groups Pegasus infiziert wurde. Ein weiterer ägyptischer Journalist wurde ebenfalls mit Predator angegriffen, was auf eine koordinierte Überwachungskampagne gegen ägyptische Dissidenten hindeutet.

Der Bericht belegt die Spyware-Infektionen technisch, kann die Auftraggeber aber nicht mit letzter Sicherheit als ägyptische Regierungsstellen identifizieren; die Zuschreibung basiert auf Netzwerk-Mustern, nicht auf direktem Beweis.

BSDC-J-KOM-2021-2653
Relevanz 3Pressefreiheit, Nicaragua, Staatliche-Repression
29.12.2021
Nicaragua: Beschlagnahmung der Redaktion von Confidencial und Verfolgung unabhaengiger Journalisten unter Ortega
Committee to Protect Journalists (CPJ)
Recherche: DC
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Im Dezember 2021 stuermte die nicaraguanische Polizei die konfiszierten Redaktionsraeume des unabhaengigen Nachrichtenportals Confidencial in Managua. Chefredakteur Carlos Fernando Chamorro und weitere Journalisten mussten aus dem Land fliehen, ihnen wurde formell die Staatsangehoerigkeit aberkannt.

Der CPJ-Bericht dokumentiert Einschuechterung, Beschlagnahmung und Exil von Journalisten, belegt aber keine technische Ueberwachung im engeren Sinn.

BSDC-J-KOM-2021-2654
Relevanz 3Kommunikationsueberwachung, Afrika, Pressefreiheit
19.10.2021
Mauritius-Abhoerskandal: Geleakte Telefonmitschnitte erschuettern Regierung
Reuters
Recherche: DC
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Ab 2021 wurden auf Facebook und anderen Plattformen ueber Monate hinweg hunderte heimlich aufgezeichnete private Telefongespraeche mauritischer Politiker, Beamter und Journalisten veroeffentlicht. Premierminister Jugnauth bezeichnete die Leaks als Bedrohung der nationalen Sicherheit, der Verdacht fiel auf eine illegale staatliche Ueberwachung.

Oeffentlich nicht abschliessend geklaert ist, wer konkret die Abhoermassnahmen technisch durchfuehrte; offizielle Ermittlungsergebnisse mit namentlicher Verantwortungszuweisung wurden nicht in vollem Umfang veroeffentlicht.

BSDC-S-KOM-2024-2655
Relevanz 3Ueberwachung, Protestrepression, Osteuropa
01.05.2024
Ueberwachung georgischer Protestierender: Handyauswertung mit Cellebrite-Technologie waehrend der "Agenten-Gesetz"-Proteste
Access Now
Recherche: DC
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Waehrend der Massenproteste 2023-2024 gegen das georgische "Agentengesetz" dokumentierte Access Now, dass georgische Sicherheitsbehoerden festgenommene Demonstrierende einschuechterten und deren Mobiltelefone beschlagnahmten, um mittels forensischer Auswertungssoftware Kontakte, Nachrichten und Standortdaten auszulesen.

Der genaue technische Nachweis stuetzt sich vor allem auf Zeugenaussagen Betroffener, nicht auf forensisch verifizierte Einzelfallberichte; eine gerichtliche Aufarbeitung oder offizielle Bestaetigung liegt nicht vor.

BSDC-J-FIN-2017-2656
Relevanz 3Geldwaesche, Aserbaidschan, Bankenskandal
04.09.2017
Aserbaidschanische Waschmaschine (Azerbaijani Laundromat)
OCCRP (Organized Crime and Corruption Reporting Project)
Recherche: DC
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OCCRP deckte auf, dass zwischen 2012 und 2014 rund 2,9 Milliarden US-Dollar ueber vier Briefkastenfirmen bei der estnischen Filiale der Danske Bank aus Aserbaidschan geschleust wurden. Das Geld stammte aus staatsnahen Quellen und diente unter anderem der Bestechung europaeischer Politiker sowie einer verdeckten Lobbykampagne zur Verbesserung des internationalen Images Aserbaidschans.

Die Recherche basiert auf geleakten internen Bankdaten, deren vollstaendige Herkunft und Authentizitaet nicht unabhaengig gerichtlich geprueft wurde; strafrechtliche Konsequenzen fuer die Hauptverantwortlichen in Aserbaidschan blieben weitgehend aus.

BSDC-J-FND-2024-2657
Relevanz 3Wahlmanipulation, Desinformation, Osteuropa
16.10.2024
Moldau: Aufdeckung des Shor-Netzwerks fuer Stimmenkauf vor Referendum und Praesidentschaftswahl 2024
Reuters
Recherche: DC
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Moldauische Behoerden erklaerten im Oktober 2024, ueber Beweise fuer ein grossangelegtes Stimmenkaufnetzwerk zu verfuegen, das mit dem im Exil lebenden, prorussischen Oligarchen Ilan Shor verbunden sei. Nach Behoerdenangaben sollen rund 15 Millionen US-Dollar an geschaetzte 130.000 bis 150.000 Waehler geflossen sein, um deren Stimmen beim EU-Beitritts-Referendum und der Praesidentschaftswahl zu beeinflussen.

Die genaue Gesamtsumme und Empfaengerzahl beruhen auf Schaetzungen der moldauischen Ermittlungsbehoerden und sind nicht unabhaengig extern verifiziert; Ilan Shor bestreitet die Vorwuerfe und lebt im russischen Exil.

BSDC-J-KOM-2023-2658
Relevanz 3Internetzensur, Westafrika, Protestueberwachung
01.06.2023
Internetabschaltung im Senegal waehrend der Sonko-Proteste
NetBlocks / Access Now
Recherche: DC
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Nach der Verurteilung des Oppositionsfuehrers Ousmane Sonko im Juni 2023 blockierte die senegalesische Regierung landesweit den mobilen Internetzugang sowie soziale Netzwerke. NetBlocks dokumentierte mehrtaegige, wiederholte Netzsperren, die mit gewaltsamen Zusammenstoessen zwischen Demonstranten und Sicherheitskraeften zusammenfielen; mindestens 16 Menschen kamen bei den Protesten ums Leben.

Die technische Messung der Netzsperren ist gut belegt, doch die genaue Kausalkette zwischen einzelnen Todesfaellen und der Kommunikationsblockade laesst sich aus dieser Quelle allein nicht rekonstruieren.

BSDC-J-FND-2021-2659
Relevanz 3Ransomware, Kritische-Infrastruktur, Suedafrika
22.07.2021
Ransomware-Angriff auf Suedafrikas Hafen- und Bahnbetreiber Transnet
Reuters (Alexander Winning)
Recherche: DC
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Im Juli 2021 legte ein Ransomware-Angriff die IT-Systeme des staatlichen suedafrikanischen Bahn-, Hafen- und Pipelinebetreibers Transnet lahm. Betroffen waren die Containerterminals in Durban, Kapstadt, Port Elizabeth und Ngqura, wodurch der Warenumschlag in einem der wichtigsten Haefen Afrikas fuer mehrere Tage massiv gestoert wurde.

Die genaue Ransomware-Variante und die Identitaet der Angreifer wurden von Transnet nie offiziell bestaetigt; der volle wirtschaftliche Schaden sowie das Ausmass eines moeglichen Datenabflusses blieben oeffentlich ungeklaert.

BSDC-J-KOM-2017-2660
Relevanz 3Ueberwachungstechnologie, Suedamerika, Datenueberwachung
14.11.2018
ZTE-Ueberwachungsprojekt "Kandado Cubano" in Venezuela
Armando.info & Reuters (Angus Berwick)
Recherche: DC
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Eine Reuters-Recherche deckte auf, dass der chinesische Telekomkonzern ZTE im Auftrag der venezolanischen Regierung ein "Fatherland Card" genanntes System entwickelte, das persoenliche Daten von Millionen Buergern (medizinische Historie, Sozialleistungen, Parteizugehoerigkeit, Wahlverhalten) in einer zentralen Datenbank buendelte. ZTE-Mitarbeiter arbeiteten direkt mit venezolanischen Geheimdienstmitarbeitern zusammen.

Die Recherche stuetzt sich massgeblich auf anonyme Insider-Aussagen sowie interne Dokumente, die Reuters nicht vollstaendig oeffentlich verifizieren konnte; ZTE bestritt jede Beteiligung an Ueberwachungsfunktionen der Karte.

BSDC-S-FND-2024-2661
Relevanz 3Suedostasien, Chinesische-Investitionen, Sonderwirtschaftszonen
05.03.2024
Chinesische Ueberwachungsinfrastruktur in der Golden Triangle Sonderwirtschaftszone Laos
United States Institute of Peace (USIP)
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Der USIP-Bericht dokumentiert, wie die von der chinesischen Kings-Romans-Gruppe betriebene Golden Triangle Special Economic Zone im Norden von Laos zu einem quasi-exterritorialen Gebiet mit engmaschiger chinesischer Ueberwachungsinfrastruktur ausgebaut wurde. Die Zone diente laut Bericht als Basis fuer organisierte Kriminalitaet, Menschenhandel und Cyber-Betrugscamps.

Der Bericht stuetzt sich stark auf Interviews, Satellitenbilder und Sekundaerquellen; eine direkte Verbindung zu staatlicher chinesischer Auslandsueberwachung ist nicht eindeutig belegt.

BSDC-J-KOM-2021-2662
Relevanz 3Internetsperre, Westafrika, Putsch
05.09.2021
Internetstoerungen in Guinea waehrend des Militaerputsches 2021
NetBlocks
Recherche: DC
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Am 5. September 2021 dokumentierte NetBlocks eine signifikante Verschlechterung der Internetkonnektivitaet in Guinea, zeitgleich mit einem Militaerputsch, bei dem Praesident Alpha Conde von Spezialeinheiten unter Oberst Mamadi Doumbouya gestuerzt wurde. Die Stoerungen erschwerten die unabhaengige Berichterstattung waehrend der ersten Tage des Putsches.

NetBlocks kann nicht zweifelsfrei belegen, ob die Stoerungen absichtlich durch staatliche Akteure herbeigefuehrt wurden oder Folge allgemeiner Infrastrukturausfaelle waren.

BSDC-J-KOM-2019-2663
Relevanz 3Ueberwachungstechnologie, China-Einfluss, Zentralasien
27.11.2019
Chinesische Ueberwachungstechnik im Bischkeker "Safe City"-Projekt
Eurasianet
Recherche: DC
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Fuer das "Safe City"-Ueberwachungsprojekt in Bischkek scheiterte zunaechst ein rund 60-Millionen-Dollar-Deal mit Huawei; stattdessen erhielten die russische Firma Vega Concern und das chinesische Unternehmen Shenzhen Sunwin Intelligent den Zuschlag. Zusaetzlich stellte der chinesische Konzern CEIEC, dessen Gesichtserkennungstechnik zuvor in Xinjiang eingesetzt wurde, Kirgisistan Gesichtserkennungssoftware kostenlos zur Verfuegung.

Genaue Vertragsdetails, der tatsaechliche Umfang des CEIEC-Zugriffs auf gesammelte Daten sowie rechtliche Schutzmechanismen fuer die Buerger bleiben laut dem Bericht selbst unklar.

BSDC-P-KOM-2022-2664
Relevanz 3Spyware, Spanien, Geheimdienst-Kontrolle
09.08.2022
Entlassung der CNI-Chefin Paz Esteban nach Pegasus-Affäre in Spanien
Reuters
Recherche: DC
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Die spanische Regierung entließ im August 2022 Paz Esteban, Direktorin des Auslandsgeheimdienstes CNI, als politische Konsequenz aus der Pegasus-Affäre, nachdem auch die Mobiltelefone von Ministerpräsident Pedro Sánchez und Verteidigungsministerin Margarita Robles infiziert worden waren. Die CNI hatte zuvor eingeräumt, in 18 der katalanischen Fälle mit richterlicher Genehmigung selbst überwacht zu haben.

Die genaue Rolle des CNI bei allen 65 dokumentierten Pegasus-Fällen ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt; zur Urheberschaft der Infektionen von Sánchez und Robles gibt es keine offizielle abschließende Zuschreibung.

BSDC-S-FIN-2021-2665
Relevanz 3Schuldenkrise, China-Afrika, Finanztransparenz
29.09.2021
AidData-Studie deckt verdeckte chinesische Kredite an Sambia und Angola auf
AidData (William & Mary, USA)
Recherche: DC
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Die Studie "Banking on the Belt and Road" wertete 13.427 chinesische Entwicklungsprojekte in 165 Ländern aus und zeigte, dass rund die Hälfte der chinesischen Kredite an Entwicklungsländer nicht in offiziellen Schuldenstatistiken auftauchte. Bei Sambia und Angola identifizierten die Autoren Kredite mit Sicherheiten- und Vertraulichkeitsklauseln, die eine koordinierte Umschuldung erschwerten.

Die Studie liefert aggregierte, länderübergreifende Datenbankauswertungen, keine vollständige Offenlegung einzelner Kreditverträge; die genauen Vertragsbedingungen bleiben größtenteils geheim.