Quellen-Tabelle

Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.

BSDC-IDDatumTitel & QuelleKernaussageKlartext
BSDC-J-GER-2019-1364
Relevanz 3SMARTHOME
10.07.2019
These Are The Real Problems Revealed By The Belgian Leak Of Google Assistant Voice Recordings
Forbes
Recherche: DC
Quelle öffnen →

2019 gab ein belgischer Google-Vertragspartner über 1.000 Google-Assistant-Sprachaufnahmen an den Sender VRT NWS weiter, rund 153 davon wurden ausgelöst, ohne dass ein Aktivierungswort gesagt wurde.

Belegt den 2019 bekannt gewordenen Leak. Betrifft eine Stichprobe niederländischsprachiger Aufnahmen aus Belgien und den Niederlanden, keine Aussage über das globale Ausmaß.

BSDC-J-GER-2019-1365
Relevanz 3SMARTHOME
26.07.2019
Siri recordings 'regularly' sent to Apple contractors for analysis, claims whistleblower
TechCrunch
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Ein Whistleblower berichtete 2019, Apple-Vertragspartner würden regelmäßig Siri-Aufnahmen mit vertraulichen medizinischen Gesprächen, Geschäftsgesprächen und intimen Momenten abhören. Apple bestätigte, unter 1 Prozent der täglichen Anfragen menschlich auszuwerten.

Belegt Whistleblower-Bericht und Apples eigene Bestätigung der Prüfquote. Apple setzte das Programm im August 2019 nach der Berichterstattung vorübergehend aus.

BSDC-J-FIN-2021-1369
Relevanz 3BANK
2021
nur Jahresangabe in der Quelle
2021
N26: Smartphone-Bank kündigt zahlreiche Konten fristlos
Handelsblatt
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Dem Handelsblatt lagen 2021 rund 40 Fälle vor, in denen N26 deutschen Kunden fristlos kündigte, mit Kündigungsschreiben, die nur pauschal auf AGB-Verstöße verwiesen, ohne den konkreten Vorwurf zu nennen.

Belegt die 40 dem Handelsblatt vorliegenden Einzelfälle. Keine Aussage über die Gesamtzahl aller N26-Kündigungen.

BSDC-J-FIN-2023-1370
Relevanz 3BANK
2023
nur Jahresangabe in der Quelle
2023
Bank kündigt ohne Grund Dein Girokonto, darf sie das?
Finanztip
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Nach ständiger BGH-Rechtsprechung können private Banken in Deutschland Girokonten grundsätzlich ohne Angabe von Gründen kündigen, was Kunden bei plötzlicher Kontosperrung rechtlich weitgehend schutzlos lässt.

Belegt die Rechtslage laut BGH-Rechtsprechung. Kein Fehlverhalten einzelner Banken, sondern eine bestehende gesetzliche Regelungslücke.

BSDC-J-FIN-2008-1371
Relevanz 3BANK
2008
nur Jahresangabe in der Quelle
2008
Commerzbank to acquire Dresdner
Business Standard
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Die Commerzbank kaufte die Dresdner Bank 2008 für rund 9,8 Mrd. Euro von der Allianz, öffentlich als strategische Fusion zweier Großbanken dargestellt.

Belegt Kaufpreis und Darstellung des Deals 2008. Die spätere Staatshilfe ist separat belegt.

BSDC-J-FIN-2009-1372
Relevanz 3BANK
2009
nur Jahresangabe in der Quelle
2009
18 Milliarden für Commerzbank: Die private Staatsbank
taz
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Der Rettungsfonds SoFFin stützte die Commerzbank ab Dezember 2008 mit stillen Einlagen von zusammen 18,2 Mrd. Euro und wurde mit gut 25 Prozent größter Einzelaktionär.

Belegt die SoFFin-Rettungssumme und den Staatsanteil. Bezieht sich auf die Rettung direkt nach der Dresdner-Bank-Übernahme.

BSDC-J-FIN-2017-1373
Relevanz 3BANK
2017
nur Jahresangabe in der Quelle
2017
Zehn Jahre Finanzkrise: Wie die IKB die Krise nach Deutschland brachte
Tagesspiegel
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Die IKB Deutsche Industriebank war im Juli 2007 die erste deutsche Bank, die in der Subprime-Krise kollabierte, die KfW musste sie mit rund 10 Mrd. Euro retten, der Bund zusätzlich mit 1,2 Mrd. Euro.

Belegt Kollaps, Rettungssumme und den späteren Verkauf der KfW-Anteile für rund 100 statt 800 Mio. Euro.

BSDC-J-FIN-2012-1376
Relevanz 3BANK
2012
nur Jahresangabe in der Quelle
2012
Zerschlagene Landesbank: Was aus den Resten der WestLB wird
WirtschaftsWoche
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Die WestLB wurde nach mehreren Rettungsversuchen zum 30.06.2012 endgültig zerschlagen, Nordrhein-Westfalen stellte allein für Personal- und Pensionskosten rund 1 Mrd. Euro zurück.

Belegt Zerschlagungsdatum und NRW-Rückstellung. Die Gesamtkosten aller Rettungsrunden seit 2008 sind hiermit nicht vollständig beziffert.

BSDC-J-FIN-2019-1379
Relevanz 3BANK
2019
nur Jahresangabe in der Quelle
2019
Rettungspaket: NordLB erhält lang ersehnte Kapitalspritze
Handelsblatt
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Nach faulen Schifffahrtskrediten einigten sich Land Niedersachsen, die Sparkassen-Finanzgruppe und Sachsen-Anhalt 2019 auf ein Rettungspaket von 3,63 Mrd. Euro für die NordLB.

Belegt die Zusammensetzung und Höhe des Rettungspakets 2019.

BSDC-J-FIN-2021-1381
Relevanz 3BANK
21.10.2021
CumEx-Files 2.0, der skandalöse Steuerbetrug geht weiter
CORRECTIV
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Cum-Ex- und Cum-Cum-Geschäfte kosteten den deutschen Staat zwischen 2000 und 2020 nach Schätzungen rund 36 Mrd. Euro, europaweit bis zu 150 Mrd. Euro.

Rechercheergebnis eines Journalistennetzwerks, keine amtliche Feststellung. Die Größenordnung deckt sich mit weiteren offiziellen Schätzungen.

BSDC-J-FIN-2024-1382
Relevanz 3BANK
2024
nur Jahresangabe in der Quelle
2024
Cum-Ex/Cum-Cum-Skandal: Versagt der Staat beim Zurückholen der Milliarden?
ZDFheute
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Bis Ende 2023 hatte der deutsche Staat vom Cum-Ex/Cum-Cum-Schaden laut Bundesfinanzministerium erst rund 200 Mio. Euro zurückgeholt, keine 1 Prozent des Gesamtschadens.

Belegt den Rückholstand zum Stichtag 31.12.2023. Weitere Rückholungen nach diesem Datum sind hiermit nicht erfasst.

BSDC-J-FIN-2024-1384
Relevanz 3BANK
2024
nur Jahresangabe in der Quelle
2024
Christian Olearius: Gericht weist Vorwürfe des Ex-Warburg-Chefs klar zurück
Handelsblatt
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Das Verfahren gegen den früheren Warburg-Mitinhaber Christian Olearius wegen mutmaßlich 14-facher schwerer Steuerhinterziehung wurde wegen dauerhafter Verhandlungsunfähigkeit eingestellt.

Eine Verfahrenseinstellung wegen Verhandlungsunfähigkeit ist kein Freispruch und keine Verurteilung.

BSDC-J-FIN-2020-1385
Relevanz 3BANK
2020
nur Jahresangabe in der Quelle
2020
HVB akzeptiert Bußgeldbescheide wegen Steuerdelikten
DAS INVESTMENT
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Die HypoVereinsbank akzeptierte Bußgeldbescheide von 9,8 sowie weiteren 19,1 Mio. Euro, weil im Cum-Ex-Komplex mehrfach Kapitalertragsteuer auf dieselben Dividenden erstattet worden war.

Belegt beide Bußgeldbescheide gegen die HypoVereinsbank getrennt voneinander.

BSDC-J-FIN-2021-1387
Relevanz 3BANK
2021
nur Jahresangabe in der Quelle
2021
Kontogebühren zurückholen: Deutsche Bank plant 300 Millionen Euro ein
t-online
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Die Deutsche Bank plante nach dem BGH-Zustimmungsfiktion-Urteil mit rund 300 Mio. Euro Rückerstattungen an Kunden für unrechtmäßig erhöhte Kontogebühren.

Eine geplante Rückstellung ist keine Aussage darüber, wie viel tatsächlich an Kunden ausgezahlt wurde.

BSDC-J-FIN-2025-1388
Relevanz 3BANK
04.02.2025
BGH: Negativzinsen auf Spareinlagen und Tagesgeld unwirksam
ZDF
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Der BGH entschied am 04.02.2025 in vier Verfahren der Verbraucherzentralen, dass Verwahrentgelte auf Giro-, Tagesgeld- und Sparkonten unzulässig waren. Zum Höchststand im Mai 2022 hatten mindestens 455 deutsche Banken solche Negativzinsen verlangt.

Belegt Urteilsdatum und die Zahl betroffener Banken zum Höchststand 2022.

BSDC-J-FIN-2016-1389
Relevanz 3BANK
2016
nur Jahresangabe in der Quelle
2016
Teures Kirch-Interview: Rolf Breuer zahlt 3,2 Millionen bei Vergleich mit Deutscher Bank
juve.de
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Im Streit um die Kirch-Pleite zahlte die Deutsche Bank 2014 einen Vergleich von 775 Mio. Euro an die Kirch-Erben, insgesamt rund 928 Mio. Euro in der Sache. Ex-Bankchef Rolf Breuer zahlte 2016 zusätzlich 3,2 Mio. Euro aus eigener Tasche.

Belegt beide Vergleichszahlungen getrennt, die der Bank 2014 und die private von Breuer 2016.

BSDC-J-FIN-2006-1390
Relevanz 3BANK
2006
nur Jahresangabe in der Quelle
2006
Victory für Ackermann und Co: Mannesmann-Prozess endet mit Freisprüchen
heise online
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Im Mannesmann-Prozess um mutmaßlich untreue Millionen-Prämien wurde das Verfahren gegen den späteren Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann 2006 gegen eine Geldauflage von 3,2 Mio. Euro eingestellt.

Eine Einstellung gegen Geldauflage nach § 153a StPO ist kein Freispruch und kein Schuldeingeständnis.

BSDC-J-FIN-2022-1392
Relevanz 3BANK
13.12.2022
BGH beendet Postbank-Übernahmestreit, Urteil zugunsten von Aktionären wird rechtskräftig
raue.com
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Der BGH entschied am 13.12.2022 zugunsten klagender Postbank-Aktionäre, dass die Deutsche Bank ihnen möglicherweise mehr als die 2010 gezahlten 25 Euro je Aktie hätte bieten müssen, weil sie schon ab Herbst 2008 faktisch die Kontrolle über die Postbank gehabt haben könnte.

Ein Grundsatzurteil zur Rechtsfrage, die konkrete Nachzahlungshöhe wurde in Folgeverfahren verhandelt.

BSDC-J-FND-2023-1395
Relevanz 3STAAT, CYBERCRIME
14.06.2023
Xplain-Hack: Play-Ransomware-Gruppe veröffentlicht gestohlene Bundesdaten im Darknet
Bundesamt für Justiz (BJ) Schweiz
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Ende Mai 2023 wurde bekannt, dass der Schweizer Software-Dienstleister Xplain Opfer eines Ransomware-Angriffs der Gruppe Play wurde. Betroffen waren Betriebsdaten der Bundesverwaltung, darunter Armee, Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit sowie Fedpol. Weil Xplain kein Lösegeld zahlte, veröffentlichten die Angreifer das gestohlene Datenpaket am 14.06.2023 im Darknet. Laut Medienberichten waren darunter vertrauliche Dokumente des Nachrichtendienstes, Adressen von Bundesratsmitgliedern sowie Sicherheitsinformationen zu ausländischen Diplomaten und Botschaften.

Die genaue Zahl der betroffenen Personendatensätze schwankt je nach Quelle (bis zu 1,3 Mio. Datensätze bzw. bis zu 425.000 Auslandschweizer laut swissinfo). Eine offizielle, abschließende Gesamtzahl der Bundesstelle liegt hier nicht vor.

BSDC-J-FND-2023-1397
Relevanz 3CYBERCRIME, MEGA-BREACH
26.10.2023
MOVEit/Cl0p-Massenhack: über 2.500 Organisationen und 66 Millionen Betroffene
Emsisoft / Wikipedia (2023 MOVEit data breach)
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Die Ransomware-Gruppe Cl0p nutzte ab dem 27.05.2023 eine Zero-Day-Schwachstelle in der Dateiübertragungssoftware MOVEit Transfer aus, um bei zahlreichen Organisationen weltweit Daten abzuziehen. Stand 24.08.2023 waren laut Emsisoft 988 Opfer bekannt; bis zum 26.10.2023 waren 2.559 Organisationen mit insgesamt 66.369.148 betroffenen Personen bestätigt. Damit gilt der Angriff als einer der größten Massen-Datendiebstähle über eine einzelne Software-Schwachstelle.

Die Opferzahlen sind kumulative Zwischenstände aus laufender Berichterstattung, keine amtlich abschließend festgestellte Endsumme; sie können je nach Quelle und Erhebungsdatum leicht abweichen.

BSDC-J-FND-2024-1398
Relevanz 3CYBERCRIME, MEGA-BREACH, FIN
12.07.2024
Snowflake-Datenleck-Welle: Ticketmaster, Santander und AT&T über kompromittierte Cloud-Konten betroffen
CNBC / Cloud Security Alliance
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Zwischen April und Juni 2024 griff die Gruppe UNC5537 gezielt Kundenkonten des Cloud-Datenanbieters Snowflake an, bei rund 165 betroffenen Organisationen, darunter Ticketmaster/Live Nation, Santander Bank, AT&T, Advance Auto Parts und Neiman Marcus. Ursache war laut Untersuchungsbericht das Fehlen einer verpflichtenden Zwei-Faktor-Authentifizierung auf Kundenkonten, kombiniert mit über die Schadsoftware Lumma Stealer entwendeten Zugangsdaten. Ticketmaster allein meldete den Verlust von Daten von 500 Millionen Nutzern. Im Oktober/November 2024 wurde ein Verdächtiger festgenommen und Anklage gegen zwei Personen erhoben.

Die Zahl von 500 Millionen betroffenen Ticketmaster-Nutzern stammt aus Unternehmensangaben in Medienberichten, nicht aus einer unabhängigen forensischen Bestätigung dieser exakten Größenordnung.

BSDC-J-FND-2024-1399
Relevanz 3CYBERCRIME, MEGA-BREACH, OSINT
09.10.2024
Data Broker National Public Data meldet nach 2,9-Milliarden-Datensätze-Leck Insolvenz an
The Record (Recorded Future News) / Cybernews
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Am 07.04.2024 bot ein Hacker unter dem Namen USDoD auf dem Kriminalmarktplatz Breached eine Datenbank mit angeblich 2,9 Milliarden Datensätzen zu US-Bürgern an (277,1 GB), darunter vollständige Namen, aktuelle und frühere Adressen, Sozialversicherungsnummern, Geburtsdaten und Telefonnummern. Der Datendiebstahl beim Data Broker National Public Data begann im Dezember 2023, der eigentliche Abfluss ab April 2024. Am 02.10.2024 meldete das Unternehmen Insolvenz an, mit geschätztem Vermögen von nur 25.000 bis 75.000 USD. Generalstaatsanwälte aus über 20 US-Bundesstaaten fordern Bußgelder, rund 20 Sammelklagen sowie FTC-Ermittlungen laufen parallel.

Die Zahl von 2,9 Milliarden Datensätzen stammt aus der Eigenangabe des Angreifers beim Verkaufsangebot, nicht aus einer unabhängigen forensischen Verifikation der exakten Datensatzmenge.

BSDC-J-IDN-2021-1400
Relevanz 3IDENTITAET, DACH
07.03.2021
Schweiz lehnt private E-ID 2021 klar ab, Staat übernimmt bei zweitem Anlauf 2025
SRF / Bundesamt für Justiz
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Am 07.03.2021 lehnte die Schweizer Stimmbevölkerung mit knapp zwei Dritteln Nein-Stimmen ein E-ID-Gesetz ab, das eine private Firma mit der Ausgabe der elektronischen Identität beauftragt hätte. Das Parlament verabschiedete am 20.12.2024 ein neues E-ID-Gesetz, bei dem der Staat die technische Infrastruktur betreibt und auf Open-Source-Komponenten setzt. Über diese zweite Vorlage stimmte die Schweiz am 28.09.2025 erneut ab, nachdem ein Referendum mit 55.344 gültigen Unterschriften zustande gekommen war.

Das Ergebnis der Abstimmung vom 28.09.2025 selbst ist aus den vorliegenden Quellen nicht mit belastbarer Zahl belegt und wird hier bewusst nicht behauptet.

BSDC-J-GER-2025-1401
Relevanz 3KI-RISIKEN, STAAT
01.07.2025
Axon Draft One: KI schreibt Polizeiberichte aus Bodycam-Audio, EFF kritisiert fehlende Prüfbarkeit
Electronic Frontier Foundation (EFF)
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Das Produkt Draft One des Bodycam-Herstellers Axon nutzt eine angepasste ChatGPT-Variante, um aus dem Audio von Bodycam-Aufnahmen automatisch Entwürfe für Polizeiberichte zu erstellen, einsatzbereit binnen fünf Minuten nach Aufnahmeende. Die EFF kritisiert, dass es keine praktikable Möglichkeit gibt zu prüfen, welche Teile eines fertigen Berichts von der KI stammen und welche ein Beamter bearbeitet hat: Der KI-Entwurf verschwindet nach der Überarbeitung spurlos. Zudem entschied sich fast jede befragte Polizeibehörde gegen die Option, Draft One für bestimmte Deliktarten zu deaktivieren; eine Behörde nutzte die Software für über 900 Berichte, von Wohlfahrtschecks bis zu Entführungs- und Körperverletzungsfällen.

Belegt ist die fehlende Nachvollziehbarkeit der KI-Textanteile am fertigen Bericht. Ob dadurch bereits konkrete Fehlurteile oder Strafverfahren beeinflusst wurden, ist aus dieser Quelle nicht belegt.

BSDC-J-KOM-2023-1403
Relevanz 3KOMMUNIKATION, STAAT
21.02.2023
Signal droht mit Rückzug aus Großbritannien wegen Online Safety Act und Verschlüsselungs-Scanning
BBC
Recherche: DC
Quelle öffnen →

Der britische Online Safety Act erhielt im Oktober 2023 königliche Zustimmung und gibt der Regulierungsbehörde Ofcom Befugnisse, Maßnahmen gegen illegale Inhalte auf Messaging-Plattformen zu verlangen, faktisch bis hin zu client-seitigem Scannen verschlüsselter Nachrichten vor deren Verschlüsselung. Signal-Präsidentin Meredith Whittaker erklärte, Signal werde Großbritannien 'absolut, zu 100 Prozent' verlassen, statt seine Verschlüsselung zu schwächen. Die britische Regierung drängt Ofcom, im Rahmen des Gesetzes Verschlüsselungs-Backdoors zu untersuchen; ein entsprechender Bericht ist für April 2026 angekündigt.

Ob Signal den Rückzug aus Großbritannien tatsächlich vollzogen hat, ist aus dieser Quelle (Stand der Ankündigung 2023, Bericht erst für April 2026 angekündigt) nicht belegt.