Quellen-Tabelle

Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.

BSDC-IDDatumTitel & QuelleKernaussageKlartext
BSDC-J-FIN-2023-2691
Relevanz 3Korruption, Infrastruktur-Sabotage, Suedafrika
24.01.2023
Eskom-Korruptionsskandal: Suedafrikas Stromversorger im Sog von Bestechung und Sabotage
Reuters / amaBhungane Centre for Investigative Journalism
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Der scheidende Eskom-CEO Andre de Ruyter erklaerte im Januar 2023, dass organisierte Kriminalitaet und korrupte Netzwerke innerhalb und ausserhalb des staatlichen Stromversorgers Eskom systematisch Kohlelieferungen und Wartungsvertraege manipulieren, was massgeblich zur Lastabwurf-Krise beitraegt. De Ruyter berichtete zudem von einem Giftanschlag auf sich selbst kurz nach seiner Ankuendigung, gegen Korruption vorzugehen.

Die Vorwuerfe stuetzen sich groesstenteils auf De Ruyters eigene Aussagen; eine juristische Aufarbeitung mit rechtskraeftigen Verurteilungen steht bislang weitgehend aus. Der Fall ist primaer ein Korruptions- und Sabotagefall, keine dokumentierte digitale Cyberattacke.

BSDC-J-FIN-2020-2692
Relevanz 3Sportswashing, Katar, FIFA-Korruption
06.04.2020
US-Justizministerium: Bestechungsvorwuerfe bei Vergabe der Fussball-WM 2022 an Katar
US Department of Justice (Eastern District of New York)
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Im April 2020 legte das US-Justizministerium eine erweiterte Anklageschrift im FIFA-Korruptionsverfahren vor, in der dargelegt wird, dass FIFA-Funktionaere Bestechungsgelder erhielten, um bei der Vergabe der WM 2018 (Russland) und WM 2022 (Katar) fuer diese Laender zu stimmen. Die Ermittler beschreiben Zahlungen in Millionenhoehe an mehrere Exekutivkomitee-Mitglieder.

Die Anklage stuetzt sich auf Aussagen kooperierender Zeugen und nicht auf ein rechtskraeftiges Urteil gegen Katar selbst; eine direkte strafrechtliche Verantwortung katarischer Offizieller wurde bislang nicht gerichtlich festgestellt.

BSDC-J-GER-2021-2693
Relevanz 3Korruption, Mittelamerika, Justizverfolgung
24.07.2021
Entlassung des Anti-Korruptions-Staatsanwalts Juan Francisco Sandoval als Nachwirkung des CICIG-Endes in Guatemala
Reuters
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Am 23. Juli 2021 entließ Guatemalas Generalstaatsanwältin Consuelo Porras den Leiter der Sonderstaatsanwaltschaft gegen Straflosigkeit (FECI), Juan Francisco Sandoval, der zuvor gegen Präsident Alejandro Giammattei sowie Wirtschafts- und Politikeliten wegen Korruption ermittelt hatte. Sandoval floh noch am selben Tag ins Exil, gut zwei Jahre nach dem erzwungenen Abzug der UN-Anti-Korruptions-Kommission CICIG.

Der Bericht dokumentiert Entlassung und Flucht Sandovals, belegt aber keine strafrechtliche Verurteilung von Porras oder Giammattei; die Einordnung als CICIG-Nachwirkung ist eine von Beobachtern hergestellte Kausalverbindung, kein juristisch festgestellter Zusammenhang.

BSDC-S-KOM-2022-2694
Relevanz 3Grenzueberwachung, Fluechtlinge, Suedosteuropa
20.12.2022
Automatisierte Grenzueberwachung an der griechisch-tuerkischen Grenze (Evros): Drohnen, Waermekameras und das System "Centaur"
Human Rights Watch
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Human Rights Watch dokumentierte, wie Griechenland an der Evros-Grenze zur Tuerkei ein System aus Waermebildkameras, Drohnen, Bewegungssensoren und dem zentral gesteuerten Ueberwachungssystem "Centaur" einsetzt, um Migranten zu erkennen, bevor illegale Zurueckweisungen erfolgen. Berichte dokumentieren zudem Todesfaelle von Fluechtlingen im Grenzgebiet im Zusammenhang mit diesen Operationen.

Die genaue technische Funktionsweise von Centaur und die exakte Verknuepfung einzelner Todesfaelle mit dem Ueberwachungssystem sind nicht vollstaendig oeffentlich dokumentiert, da griechische Behoerden Informationsanfragen wiederholt zurueckwiesen.

BSDC-J-FIN-2023-2695
Relevanz 3Goldschmuggel, Geldwaesche, Afrika
23.03.2023
Gold Mafia: Al-Jazeera-Recherche zu Goldschmuggel und Geldwäsche in Simbabwe
Al Jazeera Investigative Unit
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Eine verdeckte Undercover-Recherche von Al Jazeera deckte ein Netzwerk auf, das illegal geschürftes simbabwisches Gold im Wert von mehreren hundert Millionen US-Dollar jaehrlich nach Dubai schmuggelte und dabei Geldwaesche fuer sanktionierte Akteure organisierte. Zentrale Figur war der kenianische Geschaeftsmann Kamlesh Pattni, der Undercover-Journalisten anbot, Bargeld ueber Goldkaeufe zu waschen.

Die Recherche stuetzt sich auf verdeckte Kameraaufnahmen; die Aussagen der gefilmten Personen sind nicht gleichzusetzen mit gerichtlich festgestellten Straftaten, und nicht alle Anschuldigungen fuehrten zu Anklagen in Simbabwe selbst.

BSDC-J-FIN-2020-2696
Relevanz 3Menschenhandel, Suedasien, Zwangsarbeit
27.05.2020
Menschenhandel und Zwangsarbeit nepalesischer Wanderarbeiter am Golf
Amnesty International
Recherche: DC
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Amnesty International dokumentierte, wie nepalesische Wanderarbeiter über das Kafala-System und private Anwerbeagenturen mit illegalen Vermittlungsgebühren nach Katar gelockt wurden, verschuldet und in Zwangsarbeit auf WM-Baustellen gerieten; Pässe wurden einbehalten, Löhne teils monatelang nicht ausgezahlt.

Die Quelle konzentriert sich auf Katar und den Bausektor, nicht spezifisch auf Bhutan; belastbare Einzelfall-Strafverfahren gegen konkrete Finanzierungsnetzwerke werden nicht im Detail benannt.

BSDC-J-FIN-2020-2697
Relevanz 3Rohstoffkorruption, Bergbau, Pazifikraum
24.04.2020
Papua-Neuguinea entzieht Barrick Gold die Lizenz fuer die Porgera-Mine
Reuters
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Die Regierung von Papua-Neuguinea verweigerte im April 2020 der von Barrick Gold gefuehrten Betreibergesellschaft die Verlaengerung der Sonderabbaulizenz fuer die Porgera-Goldmine, eine der groessten Goldminen der Welt. Praesident James Marape begruendete den Schritt mit unzureichender wirtschaftlicher Beteiligung des Staates sowie Umwelt- und Sozialschaeden.

Der Artikel dokumentiert den politischen Lizenzentzug, belegt aber keine strafrechtlich festgestellte Korruption einzelner Amtstraeger; Vorwuerfe zu Umwelt- und Sozialschaeden stammen groesstenteils aus Regierungsdarstellungen.

BSDC-J-FIN-2013-2698
Relevanz 3Drogenschmuggel, Hafen-Cyberkriminalitaet, Organisierte-Kriminalitaet
21.10.2015
Hafen-Hack Antwerpen: Cyberkriminelle im Dienst des Kokainschmuggels
Joseph Cox, Motherboard/VICE
Recherche: DC
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Zwischen 2011 und 2013 schleusten von einem Drogenschmuggelring beauftragte Hacker eingeschleuste Hardware (Keylogger) und Schadsoftware in die IT-Systeme von Containerterminals im Hafen Antwerpen ein, um Freigabecodes fuer bestimmte Container abzufangen. Dadurch konnten Komplizen Container mit versteckten Kokain- und Heroinladungen vor den regulaeren Lkw-Fahrern abholen. Die belgische Polizei zerschlug den Ring nach zweijaehrigen Ermittlungen.

Der Artikel stuetzt sich stark auf einen Europol-Bericht und Gerichtsunterlagen aus Belgien, nennt aber keine genaue Zahl abgefangener Container oder einen exakten Drogenwert; die vollstaendigen Gerichtsakten sind nicht oeffentlich einsehbar.

BSDC-J-GER-2024-2699
Relevanz 3Deepfake, Suedkorea, Sexualisierte-Gewalt
30.08.2024
Suedkorea: Telegram-Deepfake-Pornografie-Skandal an Schulen und Universitaeten
BBC News
Recherche: DC
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Im August 2024 wurde in Suedkorea ein landesweiter Skandal bekannt: In Telegram-Gruppenchats tauschten Nutzer mithilfe von KI erstellte, sexualisierte Deepfake-Bilder von Mitschuelerinnen, Kolleginnen und Bekannten aus. Die Polizei leitete Ermittlungen gegen mehrere hundert Verdaechtige ein, viele davon minderjaehrig; manche Chatgruppen sollen zehntausende Mitglieder gehabt haben.

Die genaue Gesamtzahl der Taeter und Opfer sowie das Ausmass der einzelnen Chatgruppen liessen sich zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht abschliessend verifizieren, da Telegram-Gruppen oft geloescht wurden.

BSDC-P-FND-2019-2700
Relevanz 3Ransomware, Kritische-Infrastruktur, Lateinamerika
11.11.2019
Ransomware-Angriff auf Pemex: DoppelPaymer legt IT-Systeme des mexikanischen Staatskonzerns lahm
Reuters
Recherche: DC
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Im November 2019 wurde der staatliche mexikanische Oelkonzern Petroleos Mexicanos (Pemex) Ziel eines Ransomware-Angriffs mit der Schadsoftware DoppelPaymer, der landesweit IT-Systeme, Buchhaltungs- und Verwaltungscomputer lahmlegte. Die Angreifer forderten laut Medienberichten rund 4,9 Mio. US-Dollar in Bitcoin.

Die genaue Hoehe des geforderten Loesegelds sowie ob Pemex tatsaechlich zahlte, sind nicht offiziell bestaetigt; das vollstaendige Ausmass des Datenabflusses wurde nie umfassend offengelegt.

BSDC-P-FND-2022-2701
Relevanz 3Hacktivismus, Kritische-Infrastruktur, Osteuropa
24.01.2022
Cyberpartisans-Angriff auf die belarussische Eisenbahn
Reuters
Recherche: DC
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Die belarussische Hacktivisten-Gruppe Cyberpartisans erklärte im Januar 2022, sie habe Teile der IT-Systeme der staatlichen Eisenbahngesellschaft Belarusian Railways mit Ransomware verschlüsselt und Steuerungssysteme sabotiert, um den Truppentransport russischer Streitkräfte durch Belarus zu verlangsamen. Die Gruppe hatte zuvor bereits Datenbanken von Innenministerium, KGB und Polizei kompromittiert.

Die Angaben stammen im Wesentlichen von der Gruppe selbst und wurden von belarussischen Behörden nicht bestätigt; das tatsächliche Ausmaß der Störung des Zugverkehrs lässt sich unabhängig kaum verifizieren.

BSDC-J-FIN-2023-2702
Relevanz 3Ransomware, Suedostasien, Bankensektor
15.05.2023
Ransomware-Angriff auf Bank Syariah Indonesia (BSI) durch LockBit
Reuters
Recherche: DC
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Anfang Mai 2023 legte ein Ransomware-Angriff die Systeme der Bank Syariah Indonesia (BSI), der groessten islamischen Bank Indonesiens, ueber mehrere Tage lahm. Die Ransomware-Gruppe LockBit reklamierte den Angriff fuer sich und veroeffentlichte rund 1,5 Terabyte an angeblich gestohlenen Daten von rund 15 Millionen Kunden und Mitarbeitern.

Der genaue Umfang der tatsaechlich kompromittierten und missbrauchten Daten sowie die exakte technische Angriffsmethode wurden von BSI nie vollstaendig oeffentlich bestaetigt oder unabhaengig verifiziert.

BSDC-J-FND-2022-2703
Relevanz 3Ransomware, Kritische-Infrastruktur, Frankreich
21.08.2022
Ransomware-Angriff auf das Krankenhaus Corbeil-Essonnes bei Paris
Le Quotidien du Médecin / ANSSI
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In der Nacht vom 20. auf den 21. August 2022 wurde das Centre Hospitalier Sud-Francilien (CHSF) in Corbeil-Essonnes Opfer eines Ransomware-Angriffs, der das Krankenhausinformationssystem lahmlegte. Neugeborene mussten aus der Neonatologie in andere Kliniken verlegt werden. Laut einem ANSSI-Bericht wurden in Frankreich zwischen 2022 und 2023 insgesamt 30 Krankenhäuser durch Ransomware angegriffen.

Die genaue Täteridentität, die Höhe einer eventuell geforderten Lösegeldsumme sowie das exakte Ausmaß des Datenabflusses beim CHSF sind aus dieser Quelle nicht belegt.

BSDC-J-FIN-2017-2704
Relevanz 3Migration, Libyen, EU-Grenzschutz
28.08.2019
EU-finanzierte libysche Küstenwache: Kommandeur wegen Menschenschmuggels sanktioniert
Associated Press
Recherche: DC
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Die Associated Press deckte auf, dass Abd al-Rahman al-Milad ("Bija"), ein Kommandeur der von der EU trainierten und finanzierten libyschen Küstenwache, gleichzeitig ein Anführer eines Menschenschmugglernetzwerks war. Ein UN-Sicherheitsrats-Sanktionsbericht von 2017 belegte, dass seine Miliz Boote mit Migranten versenkte und Schutzgelder erpresste, während die EU-Mission Sophia seine Einheit unterstützte.

Die genaue Höhe der an al-Milads Einheit geflossenen EU-Gelder lässt sich aus öffentlichen Quellen nicht exakt beziffern, da Zahlungen über mehrere Programme liefen.

BSDC-J-FND-2022-2705
Relevanz 3Ransomware, Suedamerika, Finanzsektor
12.04.2022
Ransomware-Angriff auf die Börse von Santiago (Bolsa de Santiago)
BleepingComputer (Bill Toulas)
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Die Börse von Santiago, die wichtigste Wertpapierbörse Chiles, meldete im April 2022 einen Cyberangriff auf ihre internen Systeme. Die Ransomware-Gruppe Conti reklamierte den Angriff für sich und behauptete, interne Dokumente und Daten der Börse gestohlen zu haben. Der Handelsbetrieb wurde nach Angaben der Börse nicht unterbrochen.

Der genaue Umfang der abgeflossenen Daten sowie die technischen Details des Eindringens wurden von der Börse öffentlich nicht vollständig bestätigt; die Zuordnung zu Conti stützt sich primär auf die Selbstbezichtigung der Gruppe.

BSDC-J-FIN-2018-2706
Relevanz 3Fischereirecht, Westsahara, EU-Marokko-Abkommen
27.02.2018
EuGH-Urteil zum EU-Marokko-Fischereiabkommen und der Westsahara
Europäischer Gerichtshof (EuGH) / Reuters
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Der Europäische Gerichtshof entschied am 27. Februar 2018, dass das EU-Marokko-Fischereiabkommen nicht auf die Gewässer der von Marokko besetzten Westsahara anwendbar ist, da die saharauische Bevölkerung dem Abkommen nie zugestimmt hatte. Die Front Polisario hatte geklagt, weil EU-Fangflotten und die damit verbundenen Zahlungen faktisch marokkanischen Behörden zuflossen.

Das Urteil betrifft primär völkerrechtliche Zuständigkeit und EU-Vertragsrecht, nicht direkt Sanktionsumgehung im engeren Sinn; Details zu tatsächlichen Zahlungsflüssen an marokkanische Behörden sind in der Quelle nicht quantifiziert.

BSDC-J-FIN-2023-2707
Relevanz 3Geldwaesche, Suedamerika, Fussballtransfers
15.06.2023
Ermittlungen gegen Fußballagent Christian Bragarnik wegen Geldwäscheverdacht bei Spielertransfers
Infobae
Recherche: DC
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Die argentinische Finanzaufsicht UIF erstattete 2023 Anzeige gegen den Fußballagenten Christian Bragarnik wegen des Verdachts der Geldwäsche über Spielertransfers argentinischer Clubs. Untersucht wurden verdächtige Geldflüsse und überhöhte Ablösesummen, bei denen ein Teil der Zahlungen über Bragarniks Firmenstruktur und Strohleute geschleust worden sein soll.

Es handelt sich um eine eingeleitete Ermittlung, nicht um ein rechtskräftiges Urteil; konkrete Schuldfeststellungen sind aus der Quelle nicht ersichtlich.

BSDC-J-FIN-2020-2708
Relevanz 3Pyramidensystem, Suedostasien, Anlagebetrug
22.12.2020
Vietnam: Milliarden-Pyramidensystem "Lien Ket Viet" - Fuehrungsspitze verurteilt
Reuters
Recherche: DC
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Ein vietnamesisches Gericht verurteilte die Fuehrung des Multi-Level-Marketing-Unternehmens "Lien Ket Viet", das als Nahrungsergaenzungsmittel-Vertrieb getarnt ein Pyramidensystem betrieb. Rund 68.000 Anleger wurden um insgesamt etwa 80 Millionen US-Dollar betrogen; Firmenchef Le Xuan Giang wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der Fall stammt nicht direkt aus dem Herbalife-Umfeld, sondern betrifft ein aehnlich gelagertes MLM-Pyramidensystem in Vietnam. Ob Opfer entschaedigt wurden, bleibt offen.

BSDC-J-FIN-2021-2709
Relevanz 3Organisierte-Kriminalitaet, Balkan-Kartell, Geldwaesche
14.06.2021
US-Sanktionen gegen das Balkan-Kartell um Edin Gacanin
US-Finanzministerium (OFAC) / OCCRP
Recherche: DC
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Im Juni 2021 verhängte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen den bosnisch-österreichischen Drogenboss Edin Gacanin und sein Netzwerk, das als eines der einflussreichsten Balkan-Kartelle fuer Kokainschmuggel aus Suedamerika nach Europa gilt. Das Netzwerk soll ueber Haefen wie Antwerpen und Rotterdam mehrere Tonnen Kokain geschleust und die Gewinne ueber Immobilien und Scheinfirmen gewaschen haben.

Die genaue Menge des geschmuggelten Kokains und der Gesamtumfang der Geldwaesche sind nicht abschliessend beziffert; die OFAC-Angaben stuetzen sich auf Ermittlungsergebnisse, nicht auf ein rechtskraeftiges Urteil.

BSDC-O-FIN-2023-2710
Relevanz 3Fentanyl-Geldwaesche, Chinesische-Untergrundbanken, Kartell-Finanzierung
14.04.2023
US-Sanktionen gegen chinesisches Geldwäschenetzwerk fuer Fentanyl-Erloese (Xizhi Li)
US-Finanzministerium (OFAC)
Recherche: DC
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Das US-Finanzministerium verhaengte Sanktionen gegen Xizhi Li und ein chinesisches Geldwaeschenetzwerk, das Drogenkartellen in Mexiko half, Erloese aus dem Fentanyl-Handel in den USA zu waschen. Das Netzwerk nutzte chinesische Untergrundbanken, um Bargeld zu sammeln und ueber komplexe Transaktionsketten nach China und Mexiko zu transferieren.

Die Pressemitteilung liefert keine vollstaendigen Fallzahlen wie die genaue Gesamtsumme der gewaschenen Gelder; die Einordnung als chinesisches Netzwerk bezieht sich auf die Herkunft der Vermittler, nicht auf staatliche Beteiligung.

BSDC-J-FIN-2022-2711
Relevanz 3Staatsbankrott, Suedasien, Korruption
20.04.2022
Sri Lankas Staatsbankrott: Wie Familienherrschaft und Steuerpolitik der Rajapaksas die Krise befeuerten
Reuters
Recherche: DC
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Sri Lanka wurde im April 2022 mit rund 51 Mrd. USD Auslandsschulden erstmals in seiner Geschichte zahlungsunfähig. Als Ursachen benennt Reuters die Machtkonzentration der Familie Rajapaksa, drastische populistische Steuersenkungen 2019 und ein abruptes Verbot chemischer Düngemittel 2021, die massive Proteste (Aragalaya) auslösten.

Der Bericht dokumentiert wirtschaftspolitische Fehlentscheidungen, belegt aber keine strafrechtlich nachgewiesene persönliche Bereicherung einzelner Familienmitglieder durch konkrete Korruptionsdelikte.

BSDC-J-FIN-2020-2712
Relevanz 3Menschenhandel, Suedliches-Afrika, Zwangsarbeit-Landwirtschaft
30.01.2020
Zwangsarbeit auf Farm in Musina: Dutzende malawische Wanderarbeiter befreit
IOM Südafrika / News24
Recherche: DC
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Im Januar 2020 befreiten südafrikanische Behörden gemeinsam mit der IOM mehrere Dutzend malawische Staatsangehörige, die auf einer Farm in der Grenzregion Musina unter Bedingungen von Zwangsarbeit festgehalten wurden. Die Arbeiter waren mit falschen Versprechungen legaler Beschäftigung nach Südafrika gelockt worden und mussten ihre Pässe abgeben.

Genaue Opferzahl, Täteridentität und Ausgang etwaiger Strafverfahren sind aus der verfügbaren Presseberichterstattung nicht abschließend belegt.

BSDC-O-FIN-2021-2713
Relevanz 3Korruption, Suedasien, Geldwaesche
10.12.2021
US-Sanktionen gegen Ex-Präsident Yameen wegen MMPRC-Korruption
US-Finanzministerium (OFAC)
Recherche: DC
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Das US-Finanzministerium sanktionierte im Rahmen des Global Magnitsky Act mehrere Personen im Zusammenhang mit dem MMPRC-Skandal, aus dem zwischen 2014 und 2018 unter Ex-Präsident Abdulla Yameen rund 90 Millionen US-Dollar veruntreut wurden. Gelder aus der Verpachtung von Inselresorts wurden über Briefkastenfirmen geschleust; Yameen wurde 2019 wegen Geldwäsche verurteilt, das Urteil spaeter aufgehoben und 2022 erneuert.

Die Pressemitteilung nennt nicht Yameen selbst als sanktionierte Einzelperson, sondern beteiligte Netzwerkakteure; der veruntreute Gesamtbetrag variiert je nach Quelle.

BSDC-J-FIN-2019-2714
Relevanz 3Finanzkriminalitaet, Sudan, Rohstoffschmuggel
01.12.2019
Sudans Militaer und die RSF: Goldschmuggel als Finanzierungsquelle eines paramilitaerischen Wirtschaftsimperiums
The Sentry
Recherche: DC
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Der Bericht "Sudan's Bloody Gold" dokumentiert, wie die paramilitaerische Rapid Support Forces (RSF) unter General Mohamed Hamdan Dagalo ("Hemedti") ueber die Firma Al-Junaid Multi Activities Co. Goldminen im Darfur-Gebiet kontrolliert und Gold im Wert von geschaetzt hunderten Millionen US-Dollar jaehrlich nach Dubai verschmuggelt, um die RSF-Truppen zu finanzieren.

Exakte Exportvolumina und Dollarbetraege beruhen auf Schaetzungen von The Sentry, nicht auf offiziellen Zollstatistiken; strafrechtliche Verurteilungen einzelner Verantwortlicher liegen bislang nicht vor.

BSDC-S-FIN-2010-2715
Relevanz 3Suedostasien, Rohstoffschmuggel, Korruption
11.05.2010
Kambodschas Sandexporte: Wie eine Elite-Familie den Sandschmuggel nach Singapur kontrollierte
Global Witness
Recherche: DC
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Der Bericht "Shifting Sand" dokumentiert, wie kambodschanische Unternehmen mit Verbindungen zur Familie von Senator Ly Yong Phat jahrelang Flusssand aus der Küstenregion Koh Kong nach Singapur exportierten, obwohl ein offizielles Exportverbot bestand. Singapur importierte zwischen 2007 und 2009 Sand im Wert von mehreren zehn Millionen US-Dollar aus Kambodscha, waehrend Phnom Penh Exporte offiziell bestritt.

Der Bericht stützt sich vor allem auf Handelsstatistiken und Satellitenbilder, nicht auf interne Firmen- oder Bankunterlagen; einzelne Empfänger der Erlöse bleiben teilweise Vermutung.