Quellen-Tabelle

Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.

BSDC-IDDatumTitel & QuelleKernaussageKlartext
BSDC-P-FIN-2024-2741
Relevanz 3Staatsschulden, Westafrika, Rechnungshof
12.02.2025
Senegal: Rechnungshofbericht deckt verschleierte Staatsschulden der Vorgängerregierung auf
Reuters
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Nach Amtsantritt 2024 beauftragten Präsident Faye und Premierminister Sonko den Rechnungshof mit einer Prüfung der öffentlichen Finanzen der Vorgängerregierung unter Macky Sall. Der Bericht zeigte, dass die tatsächliche Staatsverschuldung Ende 2023 bei 99,67 Prozent des BIP lag statt der zuvor gemeldeten rund 74 Prozent; der IWF setzte daraufhin sein Kreditprogramm aus.

Der Bericht wurde von der neuen Regierung selbst in Auftrag gegeben, die ein politisches Interesse hat, die Vorgängerregierung zu belasten; eine vollständig unabhängige externe Verifikation steht aus.

BSDC-O-FIN-2024-2742
Relevanz 3Sanktionsumgehung, Gold-Sektor, Suedliches-Afrika
04.03.2024
US-Sanktionen gegen Kudakwashe Tagwirei und Zimbabwes Gold-Netzwerk
US Department of the Treasury (OFAC)
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OFAC verhängte im März 2024 Sanktionen gegen Präsident Emmerson Mnangagwa und den Geschäftsmann Kudakwashe Tagwirei wegen Korruption. Tagwirei gilt als zentrale Figur im staatlichen Goldsektor Zimbabwes über seine Verbindung zu Fidelity Printers and Refiners, das zugleich als Deckungsreserve für die goldgedeckte Währung ZiG dient.

Die Quelle belegt Sanktionen gegen Tagwirei und dessen Nähe zum Goldsektor, aber keine direkte Verbindung zwischen den Sanktionsumgehungen und der ZiG-Kryptowährung selbst.

BSDC-O-FIN-2024-2743
Relevanz 3Suedamerika, Sanktionen, Wahlbetrug
01.08.2024
US-Sanktionen gegen venezolanische Amtstraeger nach manipulierter Praesidentschaftswahl 2024
US-Finanzministerium (OFAC)
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Nach der venezolanischen Praesidentschaftswahl vom 28. Juli 2024, deren Ergebnis Nicolas Maduro trotz fehlender belastbarer Stimmenauszaehlung fuer sich beanspruchte, verhaengte OFAC Sanktionen gegen 16 mit dem Maduro-Regime verbundene Amtstraeger, darunter Mitglieder des Nationalen Wahlrats.

Die Pressemitteilung belegt keine forensische Auszaehlung der Wahlstimmen selbst; die Einschaetzung der Wahlmanipulation stuetzt sich auf Angaben der Opposition und externer Beobachter.

BSDC-J-IDN-2024-2744
Relevanz 3Datenleck, Deutschland, Politik-IT
27.02.2024
Datenleck bei IT-Dienstleister Modern Solutions betrifft Millionen Kundendaten deutscher Firmen und Organisationen
Bayerischer Rundfunk / netzpolitik.org
Recherche: DC
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Ein Rechercheverbund aus BR und netzpolitik.org deckte 2024 auf, dass der IT-Dienstleister Modern Solutions GmbH jahrelang eine ungesicherte Datenbank mit Kunden- und Bestelldaten von rund 700 Webshops und Organisationen offen im Netz stehen hatte. Unter den Kunden befanden sich auch Onlineshops mit Bezug zu politischen Parteien und Verbänden, die Merchandise- bzw. Spenden-/Bestellprozesse über die Plattform abwickelten.

Nicht belegt ist ein direkter Leak von CDU- oder SPD-Parteispenden-Datenbanken selbst; die Berichterstattung bezieht sich auf einen Drittanbieter-Dienstleister, nicht auf die Parteizentralen direkt.

BSDC-P-IDN-2025-2745
Relevanz 3KI-Datenschutz, Suedkorea, China-Datentransfer
15.02.2025
Suedkorea setzt DeepSeek-App wegen Datenschutzverstoessen aus
Reuters
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Suedkoreas Datenschutzbehoerde PIPC setzte am 15. Februar 2025 neue Downloads der chinesischen KI-App DeepSeek aus, nachdem festgestellt wurde, dass die App Nutzerdaten ohne ausreichende Einwilligung an Drittanbieter in China uebertrug. Die Aussetzung wurde im April 2025 nach Nachbesserungen wieder aufgehoben.

Der Reuters-Bericht stuetzt sich primär auf Angaben der PIPC und DeepSeek selbst; unklar bleibt, ob und in welchem Umfang bereits vor der Aussetzung gesammelte Daten geloescht oder weiterverwendet wurden.

BSDC-S-KOM-2025-2746
Relevanz 3Spyware, Pressefreiheit, Suedeuropa
31.01.2025
Paragon-Spyware gegen italienischen Journalisten Francesco Cancellato
Citizen Lab
Recherche: DC
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Citizen Lab bestätigte forensisch, dass die iPhones des italienischen Journalisten Francesco Cancellato sowie mindestens sechs weiterer Personen (u.a. Aktivisten der NGO Mediterranea Saving Humans) mit der Spyware "Graphite" des israelischen Herstellers Paragon Solutions infiziert wurden. Die italienische Regierung raeumte den Einsatz gegen Mediterranea-Aktivisten ein, bestritt aber eine Überwachung Cancellatos.

Wer konkret den Angriff auf Cancellato in Auftrag gab, blieb ungeklärt; Paragon kündigte laut Presseberichten den Vertrag mit Italien, ohne die Vorwürfe im Detail zu bestätigen.

BSDC-O-GER-2024-2747
Relevanz 3Justizirrtum, IT-Fehler, Grossbritannien
01.03.2024
Post Office (Horizon System Offences) Act 2024 – pauschale Entschädigung fuer zu Unrecht verurteilte Postmaster
UK-Regierung (Department for Business and Trade)
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Zwischen 1999 und 2015 wurden hunderte britische Postmaster aufgrund fehlerhafter Buchhaltungsdaten der Horizon-IT-Software (Fujitsu) faelschlich wegen Diebstahls, Betrugs oder Falschbuchung verurteilt. Mit dem Post Office (Horizon System Offences) Act 2024 wurden die betroffenen Verurteilungen pauschal aufgehoben; Betroffene erhalten wahlweise eine feste Entschaedigungssumme von 600.000 Pfund ohne individuelle Pruefung.

Die genaue Zahl der letztlich ausgezahlten Faelle und Gesamtsummen aendert sich laufend, da mehrere parallele Entschaedigungsprogramme noch nicht abgeschlossen sind.

BSDC-P-IDN-2023-2748
Relevanz 3Ransomware, Kanada, Mitarbeiterdaten
15.03.2023
Ransomware-Angriff auf Indigo Books & Music: Daten von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern gestohlen
CBC News
Recherche: DC
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Der kanadische Buchhändler Indigo Books & Music wurde am 8. Februar 2023 Opfer eines Ransomware-Angriffs, der den Online-Shop und die Kartenzahlung in den Filialen tagelang lahmlegte. Die Ransomware-Gruppe LockBit reklamierte den Angriff für sich und veröffentlichte gestohlene Daten im Darknet, darunter Sozialversicherungsnummern und Bankverbindungen von Mitarbeitenden.

Der genaue Umfang der veroeffentlichten Daten wurde von Indigo nicht vollstaendig oeffentlich bestaetigt; Angaben stammen teils von der Ransomware-Gruppe selbst.

BSDC-P-IDN-2023-2749
Relevanz 3Datenleck, Ostasien, Plattformbetreiber
27.11.2024
LINE-Yahoo-Datenleck: Millionen Nutzerdaten durch Angriff auf Verbindungssysteme mit Naver kompromittiert
Reuters
Recherche: DC
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Der japanische Internetkonzern LINE Yahoo meldete, dass durch einen unautorisierten Zugriff auf gemeinsam mit Naver genutzte IT-Systeme persoenliche Daten von rund 44 Millionen Nutzern kompromittiert wurden. Der Vorfall wurde erstmals im November 2023 bekannt, als ein Malware-Angriff auf einen Subunternehmer von Naver Cloud genutzt wurde.

Die genaue Zahl der Betroffenen schwankt je nach Quelle und Meldezeitpunkt, da mehrere Nachmeldungen ueber 2023-2024 erfolgten.

BSDC-J-IDN-2024-2750
Relevanz 3Drittanbieter-Risiko, Bankensektor-Schweiz, Datenleck
08.02.2024
Credit-Suisse-Mitarbeiterdaten nach Hack bei Reisedienstleister Pyramid Global Technologies im Darknet veroeffentlicht
Bleeping Computer
Recherche: DC
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Im Februar 2024 tauchten in einem Hackerforum Datensaetze auf, die als interne Unterlagen von Credit Suisse deklariert wurden, darunter Namen, Kontaktdaten und teils Reise-/Ausweisdaten von Mitarbeitenden. Die Daten stammten aus einem Angriff auf den Reise- und Hotelbuchungsdienstleister Pyramid Global Technologies, der von Credit-Suisse-Mitarbeitenden fuer Geschaeftsreisen genutzt wurde.

Die Bank selbst hat den Umfang der veroeffentlichten Datensaetze nicht im Detail bestaetigt; unklar bleibt, wie viele Personen tatsaechlich betroffen sind.

BSDC-O-GER-2021-2751
Relevanz 3Algorithmische-Diskriminierung, Niederlande, Behoerdenversagen
12.04.2021
Niederlaendische Datenschutzbehoerde verhaengt Bussgeld gegen Steuerbehoerde wegen diskriminierender Kindergeld-Algorithmen
Autoriteit Persoonsgegevens
Recherche: DC
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Die niederlaendische Datenschutzbehoerde verhaengte 2021 ein Bussgeld von 2,75 Millionen Euro gegen die Steuerbehoerde, weil beim Kinderbetreuungszuschuss (Toeslagenaffaire) jahrelang ein Risikoklassifizierungssystem betrieben wurde, das die doppelte Staatsangehoerigkeit als Risikofaktor nutzte. Etwa 26.000 Familien wurden faelschlich der Beihilfebetrug vorgeworfen; der Skandal fuehrte 2021 zum Ruecktritt der gesamten Regierung Rutte III.

Die genaue Zahl der betroffenen Familien und der finanzielle Gesamtschaden variieren je nach Quelle; die vollstaendige technische Funktionsweise des Algorithmus ist nur teilweise oeffentlich dokumentiert.

BSDC-J-FIN-2024-2752
Relevanz 3Korruption, Spanien, Oeffentliche-Auftraege
03.03.2024
Fall Koldo Garcia: Maskenkorruption um PSOE-Berater in Spanien
Newtral
Recherche: DC
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Der ehemalige Berater des spanischen Verkehrsministers Jose Luis Abalos, Koldo Garcia Izaguirre, steht im Zentrum eines Korruptionsnetzwerks, das waehrend der Corona-Pandemie ueberteuerte Masken- und Schutzausruestungsvertraege an mehrere Ministerien vermittelte. Abalos und Koldo Garcia sollen rund 2,6 Millionen Euro an Provisionen vereinbart haben; der Oberste Gerichtshof verurteilte Koldo Garcia spaeter zu 19 Jahren Haft.

Die zitierte Uebersicht stammt aus der fruehen Ermittlungsphase; Details zur Rolle einzelner Regionalregierungen sowie der vollstaendige Geldfluss blieben zunaechst unter Ermittlungsgeheimnis.

BSDC-O-FIN-2023-2753
Relevanz 3Insolvenzbetrug, Oesterreich, Untreue-Wirtschaftskriminalitaet
21.11.2023
Signa-Insolvenz: Ermittlungen und Anklagen gegen Rene Benko
Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), Oesterreich
Recherche: DC
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Der von Rene Benko gegruendete Immobilien- und Handelskonzern Signa meldete Ende November 2023 mit der Signa Holding Insolvenz an, weitere Konzerngesellschaften folgten. Die WKStA ermittelt seither gegen Benko und mehrere Ex-Manager wegen Untreue, betruegerischer Krida und schweren Betrugs; der geschaetzte Schaden wird auf teils bis rund 300 Mio. Euro beziffert. Benko wurde 2024 zeitweise in Untersuchungshaft genommen.

Es gilt die Unschuldsvermutung bis zu rechtskraeftigen Urteilen; die genaue Schadenshoehe und Verantwortung einzelner Beteiligter sind Gegenstand laufender Gerichtsverfahren in mehreren Laendern.

BSDC-O-FND-2001-2754
Relevanz 3Wirtschaftsspionage, Signals-Intelligence, Frankreich-USA
11.07.2001
Echelon-Bericht des Europaeischen Parlaments: NSA-Abhoerung zugunsten von Boeing gegen Airbus
Europaeisches Parlament (STOA-Ausschuss, Berichterstatter Gerhard Schmid)
Recherche: DC
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Der offizielle Abschlussbericht des Europaeischen Parlaments zum globalen Abhoersystem Echelon dokumentiert den Fall, wonach die NSA 1994 Kommunikation von Airbus im Rahmen eines Verhandlungspokers um einen Grossauftrag Saudi-Arabiens abgefangen und die Informationen an Boeing/McDonnell Douglas weitergegeben haben soll, der den Auftrag daraufhin gewann.

Der Bericht selbst raeumt ein, dass eine forensische, gerichtsfeste Beweisfuehrung fuer den konkreten Airbus-Fall nicht vorliegt; Frankreich hat den Fall nie strafrechtlich aufgearbeitet.

BSDC-P-FIN-2023-2755
Relevanz 3Ndrangheta, Geldwaesche, Immobilien-Spanien
01.03.2023
Europol-Operation gegen 'Ndrangheta-Geldwäsche über Immobilien in Spanien
Europol
Recherche: DC
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Im Rahmen einer gemeinsamen Ermittlung von italienischen und spanischen Behörden, koordiniert über Europol, wurde ein 'Ndrangheta-Clan zerschlagen, der Drogengelder über Investitionen in spanische Immobilien und Unternehmen wusch. Es wurden zahlreiche Festnahmen vorgenommen sowie Vermögenswerte im Millionenwert beschlagnahmt.

Die genaue Zahl der beschlagnahmten Immobilien und der Gesamtwert der Vermögenswerte sind der Pressemitteilung nicht im Detail zu entnehmen.

BSDC-J-FIN-2023-2756
Relevanz 3IT-Panne, Bankenaufsicht, Grossbritannien
20.12.2022
TSB-Bankausfall: IT-Migrationschaos und Kundenschaeden bei britischer Bank
Financial Conduct Authority (FCA) und Prudential Regulation Authority (PRA)
Recherche: DC
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TSB Bank wurde von FCA und PRA mit insgesamt 48,65 Millionen Pfund gebuesst, nachdem eine misslungene IT-Migration im April 2018 rund 1,3 Millionen Kunden ueber mehrere Wochen von ihren Konten aussperrte.

Die Buße und der Kernvorfall stammen aus 2018; ein exakt dokumentierter Fall zu Nationwide oder TSB fuer 2023/2024 liess sich nicht auffinden.

BSDC-J-FND-2023-2757
Relevanz 3Industriespionage, Halbleiterindustrie, Suedkorea-China
16.08.2023
Anklage gegen früheren Samsung-Manager wegen Chip-Technologiediebstahls für China
Reuters
Recherche: DC
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Südkoreanische Staatsanwälte klagten im August 2023 einen ehemaligen leitenden Samsung-Manager an, vertrauliche Fertigungsdaten und Blaupausen der Samsung-Chipfabrik entwendet zu haben, um in China eine nahezu identische Halbleiterfabrik aufzubauen. Der Schaden fuer Samsung wurde auf mehrere hundert Millionen US-Dollar geschätzt.

Der Ausgang des Gerichtsverfahrens ist in dieser Quelle nicht dokumentiert; TSMC ist in diesem Fall nicht direkt betroffen.

BSDC-P-FIN-2024-2758
Relevanz 3Lobbying-Korruption, EU-Parlament, Qatargate-Nachwirkungen
13.03.2024
Huawei-Lobbying-Skandal im EU-Parlament ("Huaweigate")
Reuters / Politico Europe
Recherche: DC
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Im März 2024 hob das Europaparlament die Immunität mehrerer Abgeordneter im Zuge von Ermittlungen belgischer Behörden gegen Huawei auf, dem vorgeworfen wird, EU-Abgeordnete und Mitarbeiter ueber Jahre mit Bargeldumschlaegen und Geschenken bestochen zu haben. Die Ermittlungen gelten als Nachwirkung der verschaerften Lobbyismus-Kontrollen nach dem Qatargate-Skandal.

Zum Zeitpunkt der Berichterstattung handelte es sich um Ermittlungen, nicht um rechtskraeftige Verurteilungen; Huawei bestritt oeffentlich Fehlverhalten.

BSDC-O-FIN-2024-2759
Relevanz 3Sanktionen, Rohstoffe-Afrika, Wagner-Finanzierung
30.05.2024
US-Sanktionen gegen Wagner-nahe Goldfirmen in der Zentralafrikanischen Republik
US Department of the Treasury (OFAC)
Recherche: DC
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Am 30. Mai 2024 verhängte OFAC Sanktionen gegen zwei in der Zentralafrikanischen Republik ansässige Firmen, die laut US-Regierung Wagner-Sicherheitsoperationen sowie illegalen Goldbergbau finanzieren. Eine separate Studie schätzt die seit Kriegsbeginn ueber illegalen Goldabbau erzielten Wagner-Einnahmen auf über 2,5 Milliarden US-Dollar.

Die Sanktionsmitteilung liefert keine belastbaren Detailzahlen zu Gold-Exportmengen dieser Firmen; die 2,5-Milliarden-Dollar-Schätzung ist nicht unabhängig verifiziert.

BSDC-J-FIN-2023-2760
Relevanz 3Finanzkriminalitaet, Suedasien, Marktmanipulation
24.01.2023
Hindenburg-Research-Bericht wirft Adani-Group Aktienmanipulation und Bilanzbetrug vor
Hindenburg Research
Recherche: DC
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Am 24. Januar 2023 veroeffentlichte der US-Leerverkaeufer Hindenburg Research einen Rechercheberich, der dem indischen Adani-Konzern jahrzehntelange Aktienmanipulation und Bilanzbetrug vorwarf. Die Adani-Gruppe verlor zeitweise mehr als 100 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung; der geplante Aktienverkauf im Volumen von 2,5 Milliarden Dollar wurde abgesagt.

Der Bericht stammt von einem Leerverkaeufer mit direktem finanziellem Interesse an fallenden Adani-Kursen; die zentralen Vorwuerfe wurden bis 2026 nicht abschliessend gerichtlich bestaetigt.

BSDC-P-FIN-2024-2761
Relevanz 3Bilanzbetrug, Immobilienkrise-China, Kapitalmarktaufsicht
19.03.2024
Evergrande-Bilanzbetrug: Chinas Wertpapieraufsicht verhängt Rekordstrafe
Reuters
Recherche: DC
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Die China Securities Regulatory Commission verhängte im März 2024 eine Rekordstrafe von rund 577 Millionen US-Dollar gegen die Kernfirma des Immobilienkonzerns Evergrande wegen Bilanzfälschung. Evergrande hatte die Umsatzerlöse 2019 und 2020 um insgesamt rund 78 Mrd. USD künstlich aufgebläht.

Unklar bleibt, wie viel der verhängten Geldstrafe tatsächlich eingetrieben werden konnte, da Evergrande bereits in Liquidation war.

BSDC-J-IDN-2017-2762
Relevanz 3Grossbritannien, Behoerdenversagen, Datenmanagement
30.10.2019
Grenfell Tower: Fehlendes zentrales Register gefaehrdeter Bewohner behinderte Rettung
Grenfell Tower Inquiry (Phase 1 Report)
Recherche: DC
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Der Grenfell Tower Inquiry Phase-1-Bericht stellte fest, dass die London Fire Brigade und der Kensington and Chelsea Council beim Brand vom 14. Juni 2017 ueber kein zentrales Verzeichnis verfuegten, welche Bewohner Evakuierungshilfe benoetigten. Diese fehlende Datenerfassung trug dazu bei, dass gefaehrdete Bewohner nicht gezielt evakuiert werden konnten.

Die Zuordnung zum Themenbereich Datenmanagement erfolgt sinngemaess ueber das Behoerdenversagen bei der Datenerfassung/-weitergabe, nicht ueber einen klassischen Datenleck-Fall.

BSDC-O-FIN-2021-2763
Relevanz 3Terrorismusfinanzierung, Naher-Osten, Kryptowaehrung
29.06.2021
Israelische Behoerde beschlagnahmt Krypto-Wallets zur Hamas-Terrorfinanzierung
Israel National Bureau for Counter Terror Financing (NBCTF)
Recherche: DC
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Die israelische Behoerde NBCTF beschlagnahmte im Juni 2021 dutzende Kryptowaehrungs-Wallets, ueber die Spendengelder fuer die Izz ad-Din al-Qassam-Brigaden gesammelt wurden. Die Kampagne nutzte Social-Media-Aufrufe und Bitcoin-Adressen, um internationale Spenden zu buendeln.

Die genaue Gesamtsumme der beschlagnahmten Gelder wurde nicht vollstaendig offengelegt; die Zuordnung der Wallets zur Hamas beruht auf nicht unabhaengig gerichtlich ueberprueften NBCTF-Ermittlungen.

BSDC-J-FIN-2021-2764
Relevanz 3Umweltschaeden, Oelkonzerne, Nigeria
29.01.2021
Shell haftet fuer Oelverschmutzung im Niger-Delta: Urteil des Haager Berufungsgerichts
Reuters / Gerichtshof Den Haag
Recherche: DC
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Das Berufungsgericht in Den Haag entschied, dass die Shell-Tochter SPDC fuer Oelverschmutzungen im Niger-Delta haftbar ist. Vier nigerianische Bauern und die Umweltorganisation Milieudefensie hatten seit 2008 geklagt; das Gericht ordnete Entschaedigungszahlungen an und verpflichtete Shell zum Einbau einer Lecksuchanlage.

Die genaue Hoehe der Entschaedigungssummen wurde nicht abschliessend beziffert; unklar bleibt, inwieweit von Shell angefuehrte Pipeline-Sabotage rechtlich beruecksichtigt wurde.

BSDC-P-GER-2024-2765
Relevanz 3Behoerden-IT, Justizirrtum, Vergabepraxis
09.01.2024
Fujitsu erhielt trotz Horizon-Skandal weiter britische Staatsauftraege im Milliardenwert
The Guardian
Recherche: DC
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Trotz des Horizon-Skandals, bei dem fehlerhafte Fujitsu-IT-Software zwischen 1999 und 2015 zur fehlerhaften strafrechtlichen Verfolgung von ueber 900 britischen Postamtsleitern fuehrte, erhielt Fujitsu laut Guardian-Recherche seit 1999 britische Staatsauftraege im Gesamtwert von rund 6,8 Milliarden Pfund, davon signifikante Summen noch nach Bekanntwerden der Softwarefehler.

Die genaue Zahl und der Gesamtwert der nach 2015 neu vergebenen Fujitsu-Vertraege ist nicht praezise rekonstruierbar; die 6,8-Milliarden-Zahl bezieht sich auf den gesamten Zeitraum seit 1999.