Quellen-Tabelle

Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.

BSDC-IDDatumTitel & QuelleKernaussageKlartext
BSDC-J-GER-2024-2551
Relevanz 3Staatstrojaner, BND, Pegasus-NSO-Group
07.11.2024
BND darf Pegasus-Nutzung geheim halten, Bundesverwaltungsgericht weist Klage ab
netzpolitik.org
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Das Bundesverwaltungsgericht wies am 07.11.2024 eine Klage von FragDenStaat-Journalist Arne Semsrott gegen den BND ab. Der Journalist wollte per Auskunftsanspruch erfahren, ob der BND die Spähsoftware Pegasus der NSO Group gekauft und eingesetzt hat. Das Gericht entschied, der BND dürfe diese Information verweigern, da eine Offenlegung die operative Handlungsfähigkeit beeinträchtigen könnte.

Das Urteil beweist nicht, ob der BND Pegasus tatsächlich gekauft oder eingesetzt hat, es entscheidet nur über die Auskunftspflicht. Kaufjahr und Einsatzhäufigkeit bleiben offen.

BSDC-P-FIN-2025-2552
Relevanz 3BaFin-Aufsicht, MiCAR-Regulierung, Stablecoin-Sanktion
15.04.2025
BaFin ordnet Abwicklung der Ethena GmbH und USDe-Geschäft an
BaFin
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Die BaFin ordnete am 14.04.2025 gegenüber der Ethena GmbH in Frankfurt die Abwicklung ihrer erlaubnispflichtigen Geschäfte rund um den Stablecoin USDe an. Grundlage waren Mängel in der Geschäftsorganisation, Verstöße gegen MiCAR-Vorgaben sowie unzureichende Angaben zur Kundenzahl in der EU. Bereits am 04.04.2025 hatte die BaFin ein Zwangsgeld von 600.000 Euro verhängt.

Der tatsächliche Anlegerschaden ist nicht beziffert, da die BaFin selbst von unzureichenden Unternehmensangaben zur Kundenzahl spricht. Der Ausgang der Widersprüche der Ethena GmbH war offen.

BSDC-P-FIN-2025-2553
Relevanz 3BaFin-Aufsicht, Neobank-Compliance, Geldwaescheprävention
15.12.2025
BaFin ordnet Sonderbeauftragten und Geschäftsbeschränkungen für N26 Bank SE an
BaFin
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Die BaFin verhängte am 15.12.2025 gegen die N26 Bank SE zusätzliche Eigenmittelanforderungen und Geschäftsbeschränkungen und bestellte einen Sonderbeauftragten. Grundlage waren eine Sonderprüfung, die eine nicht ordnungsgemäße Geschäftsorganisation sowie Mängel im Risiko- und Beschwerdemanagement offenlegte. Der Bank ist Neugeschäft mit Hypothekenkrediten in den Niederlanden untersagt. Bereits im März 2025 hatte die BaFin ein Bußgeld von 15.000 Euro verhängt.

Die genaue Höhe der zusätzlichen Eigenmittelanforderung wird nicht genannt. Es ist bereits der zweite Sonderbeauftragte seit 2021, warum frühere Maßnahmen nicht ausreichend wirkten, ist nicht öffentlich bewertet.

BSDC-J-IDN-2023-2554
Relevanz 3Tracking-ohne-Einwilligung, OePNV-App, TTDSG-DSGVO-Verstoss
08.05.2023
VRR-App überträgt Nutzerdaten an Google und Adjust ohne Einwilligung
Kuketz IT Security Blog
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Der Kuketz-Blog analysierte die Android-App des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr mit über 500.000 Installationen. Bereits vor jeder Einwilligung wurden Gerätedaten an Google Firebase Crashlytics und den Tracking-Dienstleister Adjust übertragen. Der Consent-Banner erschien laut Analyse erst nach den Datenübertragungen, ein Verstoß gegen Paragraf 25 Absatz 1 TTDSG und Artikel 6 Absatz 1a DSGVO.

Die Analyse untersuchte nur ein Testgerät, keine flächendeckende Messung. Eine offizielle Stellungnahme des VRR oder ein förmliches Aufsichtsverfahren ist nicht dokumentiert.

BSDC-J-FND-2025-2555
Relevanz 3Ransomware, Kritische-Infrastruktur, Slowakei
13.01.2025
Ransomware-Angriff auf slowakisches Kataster- und Grundbuchamt
The Record (Recorded Future News)
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Am 05.01.2025 wurde das slowakische Amt für Geodäsie, Kartographie und Kataster (UGKK) Ziel eines Ransomware-Angriffs, der zum landesweiten Ausfall aller Dienste des Immobilien- und Grundregisters führte. Alle Katasterämter mussten schließen, laufende Verfahren zu Immobilien wurden ausgesetzt. Landwirtschaftsminister Richard Ťaťar bezeichnete den Angriff als den bislang größten Cyberangriff in der Geschichte der Slowakei und sprach von Hinweisen auf einen Ursprung in der Ukraine.

Die Identität der Angreifer ist nicht belegt, die Angaben zu einem Ursprung in der Ukraine stammen von einem Minister ohne öffentlich vorgelegte technische Beweise. Ob und in welcher Höhe ein Lösegeld gezahlt wurde, bleibt unklar.

BSDC-P-FND-2023-2556
Relevanz 3DDoS-Angriffe, Bundesverwaltung-Schweiz, Hacktivismus
12.06.2023
DDoS-Angriffe der Gruppe NoName057(16) auf Schweizer Bundesverwaltung und Behörden
Nationales Zentrum für Cybersicherheit NCSC, Schweiz
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Am 12.06.2023 legte die prorussische Hackergruppe NoName057(16) mit DDoS-Angriffen mehrere Websites der Schweizer Bundesverwaltung sowie den Online-Auftritt der SBB lahm. Zwischen dem 07. und 19.06.2023 registrierte das NCSC insgesamt 57 erfolgreiche DDoS-Angriffe gegen Bundesstellen, Kantone und Unternehmen. Ein besonders starker Angriff erfolgte am 15.06.2023 während der Videoansprache von Präsident Selenskyj vor dem Schweizer Parlament.

Es handelt sich um DDoS-Angriffe, keinen Datendiebstahl. Die Zurechnung zur Gruppe NoName057(16) stützt sich auf deren eigene Bekennung, eine unabhängige forensische Bestätigung liegt nicht vor.

BSDC-J-KOM-2024-2557
Relevanz 3Datenleck, Staatliche-Hacker, Polizei-Niederlande
27.09.2024
Hackerangriff auf niederländische Polizei legt Kontaktdaten von 63.000 Beamten offen
NL Times
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Am 26.09.2024 wurde bekannt, dass Unbekannte in ein System der niederländischen Nationalpolizei eingedrungen waren und dienstliche Kontaktdaten von rund 63.000 Polizeibeschäftigten erbeuteten. Die Polizei stufte es als sehr wahrscheinlich ein, dass ein staatlich unterstützter Akteur hinter dem Angriff stand.

Der genaue technische Angriffsweg ist nicht dokumentiert. Die Zuschreibung an einen staatlichen Akteur wurde nur als sehr wahrscheinlich bezeichnet, nicht zweifelsfrei nachgewiesen.

BSDC-J-FND-2025-2558
Relevanz 3Staatliche-Cyberspionage, Behoerden-Hack, Belgien
27.02.2025
Mutmaßlicher chinesischer Cyberangriff auf belgischen Geheimdienst VSSE
The Record (Recorded Future News)
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Der belgische Föderalstaatsanwalt bestätigte im Februar 2025 eine im November 2023 eingeleitete Ermittlung wegen eines mutmaßlichen chinesischen Cyberangriffs auf den Inlandsgeheimdienst VSSE. Die Angreifer nutzten eine Schwachstelle in Barracuda-Networks-Software, um zwischen 2021 und 2023 rund 10 Prozent des E-Mail-Verkehrs der Behörde abzugreifen. Cybersicherheitsforscher ordnen den Angriff der Gruppe UNC4841 zu.

Die Urheberschaft Chinas ist nicht offiziell bestätigt, die Zuordnung stammt von privaten Sicherheitsforschern. Der genaue Umfang der abgeflossenen Daten bleibt unklar.

BSDC-J-FIN-2023-2559
Relevanz 3Ransomware, Datenleck-Einzelhandel, Erpressung
06.01.2024
Cactus-Ransomware-Angriff auf die schwedische Handelskette Coop
Cybernews
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Am 22.12.2023 wurde die schwedische Handelskette Coop, rund 800 Filialen, Ziel eines Ransomware-Angriffs. Die Gruppe Cactus veröffentlichte im Januar 2024 personenbezogene Daten von rund 167.000 Personen und gab an, 257 Gigabyte aus mehr als 21.000 Verzeichnissen erbeutet zu haben.

Wie die Cactus-Gruppe ursprünglich Zugang erlangte, ist nicht dokumentiert. Die Datenmenge stammt allein von der Angreiferseite und wurde von Coop nicht unabhängig bestätigt.

BSDC-P-FND-2023-2560
Relevanz 3Zero-Day-Exploit, Regierungshack, Ivanti
24.07.2023
Cyberangriff auf zwölf norwegische Regierungsministerien über Ivanti-Zero-Day
Nasjonal sikkerhetsmyndighet (NSM)
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Im Juli 2023 wurden IT-Systeme von zwölf norwegischen Regierungsministerien mittels einer Zero-Day-Schwachstelle in Ivanti Endpoint Manager Mobile angegriffen. Die norwegische Sicherheitsbehörde NSM identifizierte die Schwachstelle CVE-2023-35078, eine Authentifizierungsumgehung. Premierministeramt, Verteidigungs-, Justiz- und Außenministerium waren nicht betroffen.

Welche konkreten Daten die Angreifer abgezogen haben, ist nicht abschließend dokumentiert. Eine offizielle Zuordnung zu einer Gruppe oder einem Staat erfolgte nicht.

BSDC-J-FND-2024-2561
Relevanz 3Behoerdenleck, Italien, Ueberwachung
28.10.2024
Equalize-Skandal: Illegaler Zugriff auf italienische Behördendatenbanken
The Record (Recorded Future News)
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Die Mailänder Staatsanwaltschaft deckte im Oktober 2024 auf, dass die private Ermittlungsfirma Equalize über Jahre illegal auf italienische Behördendatenbanken zugriff, darunter das Polizeisystem SDI und die Zentralbank. Vier Personen wurden unter Hausarrest gestellt. Daten zu bis zu 800.000 Personen wurden abgefragt, betroffen waren unter anderem Präsident Sergio Mattarella und Ex-Premier Matteo Renzi.

Die Zahl von 800.000 abgefragten Personen stammt aus Staatsanwaltschaftsaussagen und ist nicht rechtskräftig bestätigt. Wie viele Amtsträger wissentlich kooperierten, ist nicht gerichtlich festgestellt.

BSDC-J-FND-2024-2562
Relevanz 3Ransomware, Behoerden-Hack, Spanien
02.12.2024
Cyberangriff auf spanische Steuerbehörde AEAT durch Gruppe Trinity
Euronews
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Am 02.12.2024 kündigte die Gruppe Trinity im Darkweb einen Angriff auf die spanische Steuerbehörde AEAT an, mit der Behauptung, über 560 Gigabyte vertrauliche Daten erbeutet zu haben. Spanische Medien berichteten von einer geforderten Lösegeldsumme von 36 Millionen Euro. Die AEAT bestätigte den Vorfall nicht offiziell und erklärte, es gebe keine Hinweise auf verschlüsselte Geräte oder tatsächliche Datenlecks.

Ob der Angriff tatsächlich stattfand, ist unklar, da die AEAT ihn nicht bestätigte. Die genannte Lösegeldsumme und Datenmenge stammen ausschließlich aus der Ankündigung der Tätergruppe und wurden von Sicherheitsexperten angezweifelt.

BSDC-P-FND-2026-2563
Relevanz 3Telekommunikation, Suedkorea, Datenleck
30.07.2026
KT-Datenleck durch illegale Femtozellen
Personal Information Protection Commission (PIPC), Südkorea
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Der südkoreanische Mobilfunkanbieter KT wurde von der Datenschutzbehörde PIPC mit einer Geldstrafe von 53,9 Milliarden Won belegt. Angreifer bauten zwischen dem 08.10.2024 und 05.09.2025 illegale Basisstationen (Femtozellen) unter Verwendung gestohlener Authentifizierungszertifikate. Dadurch wurden Telefonnummern und Gerätekennungen von 16.647 KT-Kunden abgegriffen, bei 368 Betroffenen entstand ein finanzieller Schaden von rund 240 Millionen Won.

Wie die Täter in den Besitz der Zertifikate gelangten, ist nicht vollständig geklärt. Frühere Medienberichte nannten wechselnde Zwischenzahlen der Betroffenen.

BSDC-J-FND-2024-2564
Relevanz 3Ransomware, Japan, Datenleck
05.08.2024
Ransomware-Angriff auf Kadokawa und Niconico
The Record (Recorded Future News)
Recherche: DC
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Am 08.06.2024 griff die vermutlich russisch verbundene Gruppe BlackSuit den japanischen Medienkonzern Kadokawa und die Videoplattform Niconico an. Die Angreifer drohten mit Veröffentlichung von 1,5 Terabyte Daten. Am 12.12.2024 zahlte Kadokawa umgerechnet 2,9 Millionen US-Dollar in Kryptowährung. Daten von 254.241 Personen wurden geleakt, Niconico blieb rund zwei Monate offline.

Der genaue Erstzugangsweg ist nicht offiziell bestätigt, vermutet wird Phishing. Ob die Angreifer trotz Zahlung alle Daten löschten, lässt sich nicht verifizieren.

BSDC-J-IDN-2023-2565
Relevanz 3Datenleck, Indien, Gesundheitsdaten
31.10.2023
ICMR-Datenleck: Aadhaar- und Passdaten von 815 Millionen Indern zum Verkauf
Medianama
Recherche: DC
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Am 09.10.2023 bot ein Akteur namens pwn0001 auf BreachForums 815 Millionen Datensätze mit Namen, Adressen und Aadhaar-Nummern indischer Bürger für 80.000 US-Dollar an. Die Daten stammten aus COVID-19-Testdatenbanken des Indian Council of Medical Research. Die Behörde CERT-In bestätigte die Authentizität, das ICMR erstattete Anzeige.

Wie die Angreifer Zugang zu den ICMR-Systemen erlangten, ist nicht geklärt. Die Zahl von 815 Millionen wurde nur stichprobenartig, nicht vollständig verifiziert.

BSDC-J-IDN-2024-2566
Relevanz 3Datenleck, Gesundheitsdaten, Brasilien
18.09.2024
Mutmaßlicher Megaleak der brasilianischen Gesundheitsdatenbank Datasus
databreach.com
Recherche: DC
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Mitte September 2024 bot ein Akteur im Darknet einen angeblichen Datensatz von 177,9 Millionen Zeilen aus Datasus an, der Datenbank hinter dem brasilianischen Gesundheitssystem SUS. Das 90 Gigabyte große Archiv soll Steuernummern, Namen und Gesundheitskartennummern enthalten. Die Datenschutzbehörde ANPD erhielt Löschanfragen für die hostenden Cloud-Links.

Keine brasilianische Behörde bestätigte den Vorfall offiziell. Die Zahl von 177,9 Millionen Datensätzen stammt allein von der Behauptung des Darknet-Anbieters.

BSDC-J-FND-2024-2567
Relevanz 3Ransomware, Kanada, Datenleck
28.04.2024
London-Drugs-Ransomwareangriff durch LockBit
CBC News
Recherche: DC
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Die kanadische Drogeriekette London Drugs entdeckte am 28.04.2024 einen Cyberangriff und schloss alle 79 Filialen in Westkanada bis zum 07.05.2024. LockBit forderte 25 Millionen US-Dollar Lösegeld. London Drugs zahlte nicht, woraufhin interne Mitarbeiterunterlagen veröffentlicht wurden. Kunden- oder Patientendatenbanken waren nach Unternehmensangaben nicht betroffen.

Der genaue Umfang der gestohlenen Daten ist nicht abschließend geklärt. Ob Kundendaten entgegen der Unternehmensaussage doch betroffen waren, ist nicht unabhängig verifiziert.

BSDC-J-FND-2023-2568
Relevanz 3Ransomware, Datenleck-Behoerde, Lieferkettenangriff-Software
07.04.2023
Tasmanische Regierungsbehörde Opfer von Clop-Ransomware-Angriff über GoAnywhere-Schwachstelle
ABC News (Australian Broadcasting Corporation)
Recherche: DC
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Die Gruppe Clop nutzte im März 2023 die Zero-Day-Schwachstelle CVE-2023-0669 in GoAnywhere MFT, um in Systeme der tasmanischen Regierung einzudringen. Mindestens 16.000 Dokumente mit Namen, Adressen und Bankauszügen von Schülern und Familien waren betroffen, insgesamt rund 150.000 Personen und Unternehmen in Tasmanien. Die Regierung zahlte nach eigenen Angaben kein Lösegeld.

Die genaue Gesamtzahl der geleakten Dokumente schwankt je nach Quelle. Ob tatsächlich kein Lösegeld gezahlt wurde, lässt sich extern nicht verifizieren.

BSDC-P-IDN-2024-2569
Relevanz 3Datenpanne, Oeffentliche-Verwaltung, Finnland
13.05.2024
Cyberangriff auf die Helsinkier Bildungsverwaltung
City of Helsinki
Recherche: DC
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Die Stadt Helsinki entdeckte am 30.04.2024 einen Datenschutzvorfall bei der Bildungsverwaltung. Angreifer nutzten eine ungepatchte Schwachstelle in einem Fernzugriffsserver aus. Betroffen sind potenziell mehr als 80.000 Schüler und Erziehungsberechtigte sowie sämtliche Stadtmitarbeiter. Erbeutet wurden Personenkennzeichen, Adressen, Angaben zur Schülerförderung und ärztliche Bescheinigungen. Die finnische Polizei ermittelt wegen schweren Computereinbruchs.

Warum das verfügbare Sicherheitsupdate nicht installiert wurde, ist nicht geklärt. Die genaue Zahl der betroffenen Personen bleibt vorläufig, ebenso wer hinter dem Angriff steckt.

BSDC-P-FND-2023-2570
Relevanz 3Kritische-Infrastruktur, Cyberangriff, Daenemark
14.11.2023
Koordinierter Cyberangriff auf 22 dänische Energieversorger
SektorCERT (Dänemark)
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Im Mai 2023 wurden in zwei Angriffswellen 22 dänische Energie- und Fernwärmeunternehmen kompromittiert, der bis dahin umfangreichste dokumentierte Cyberangriff auf Dänemarks kritische Infrastruktur. Die erste Welle nutzte die Zyxel-Firewall-Schwachstelle CVE-2023-28771, die zweite bis dahin unbekannte Schwachstellen und erreichte bei mehreren Unternehmen industrielle Steuerungssysteme. SektorCERT verwies auf technische Überschneidungen mit Infrastruktur der russischen GRU-Einheit Sandworm.

Eine eindeutige staatliche Urheberschaft ist nicht bewiesen, SektorCERT nennt nur technische Überschneidungen als Hinweis. Es kam letztlich zu keinem großflächigen Versorgungsausfall.

BSDC-J-FND-2023-2571
Relevanz 3Ransomware, Kritische-Infrastruktur, Portugal
29.12.2022
Ransomware-Angriff auf den Hafen von Lissabon durch LockBit
The Record (Recorded Future News)
Recherche: DC
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Am 25.12.2022 wurde die Hafenverwaltung von Lissabon, Portugals drittgrößter Hafen, Ziel eines Cyberangriffs. Die Gruppe LockBit behauptete, Finanzberichte, Verträge und Fracht- sowie Besatzungsdaten erbeutet zu haben. Die Website blieb tagelang nicht erreichbar. LockBit setzte eine Frist bis zum 18.01.2023.

Die konkrete Lösegeldforderung von rund 1,5 Millionen US-Dollar wurde nicht offiziell bestätigt. Ob operative Systeme kompromittiert wurden, blieb ungeklärt, da die Hafenbehörde dies bestritt.

BSDC-P-IDN-2024-2572
Relevanz 3Ransomware, Datenschutzverstoss, Griechenland
28.02.2024
Griechische Post ELTA: Bußgeld nach Ransomware-Angriff und Darknet-Veröffentlichung
Hellenic Data Protection Authority
Recherche: DC
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Die griechische Datenschutzbehörde verhängte am 28.02.2024 ein Bußgeld gegen HELLENIC POST SERVICES S.A. (ELTA). Grundlage waren ein Ransomware-Angriff mit Erpressung sowie eine spätere Veröffentlichung personenbezogener Daten im Darknet. Der eigentliche Cyberangriff fand bereits im März 2022 statt und legte über 2500 Computer sowie den Zahlungs- und Postbetrieb landesweit lahm. Das Bußgeld betrug 1 Prozent des Jahresumsatzes von ELTA.

Der genaue Bußgeldbetrag in Euro wird nicht beziffert. Die Anzahl betroffener Personen ist nicht dokumentiert, ebenso welche Datenkategorien im Darknet veröffentlicht wurden.

BSDC-J-KOM-2024-2573
Relevanz 3Desinformation, Staatliche-Cyberangriffe, Polen
31.05.2024
Cyberangriff auf die polnische Nachrichtenagentur PAP mit gefälschter Mobilmachungsmeldung
Polska Agencja Prasowa (PAP)
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Am 31.05.2024 wurde im Nachrichtendienst der staatlichen polnischen Nachrichtenagentur PAP zweimal eine gefälschte Eilmeldung über eine Teilmobilmachung von 200.000 Bürgern veröffentlicht. Der Inlandsgeheimdienst ABW erklärte, es handle sich mutmaßlich um einen russischen Cyberangriff über ein infiziertes Mitarbeitergerät. Premierminister Tusk bezeichnete den Vorfall als Teil einer russischen Destabilisierungsstrategie.

Die konkrete Urheberschaft ist nicht offiziell bestätigt, polnische Behörden sprachen nur von einem wahrscheinlichen russischen Angriff. Der genaue technische Ablauf wurde nicht veröffentlicht.

BSDC-P-FND-2024-2574
Relevanz 3Ransomware, Kritische-Infrastruktur, Osteuropa
12.02.2024
Ransomware-Angriff auf rumänisches Krankenhaus-IT-System Hipocrate
DNSC (Directoratul Național de Securitate Cibernetică), Rumänien
Recherche: DC
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In der Nacht vom 11. auf den 12.02.2024 wurde das rumänische Krankenhausinformationssystem Hipocrate mit Ransomware der Variante Backmydata angegriffen. Nach Angaben des DNSC waren mehr als 100 Krankenhäuser betroffen, deren Datenbanken verschlüsselt wurden, wodurch auf Papierdokumentation umgestellt werden musste.

Die genaue Anzahl tatsächlich kompromittierter Krankenhäuser ist unklar, Angaben schwankten zwischen 21 direkt infizierten und über 100 vorsorglich abgeschalteten Einrichtungen. Ob Lösegeld gezahlt wurde, ist nicht dokumentiert.

BSDC-J-FND-2023-2575
Relevanz 3Ransomware, Bildungseinrichtungen, Irland
14.02.2023
Ransomware-Angriff auf die Munster Technological University
The Irish Times
Recherche: DC
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Am Wochenende des 04./05.02.2023 wurde die Munster Technological University in Cork Ziel eines Ransomware-Angriffs. Die Gruppe ALPHV/BlackCat veröffentlichte nach verweigerter Zahlung mehr als 6 Gigabyte interner Dateien, darunter Gehaltsabrechnungen und irische Sozialversicherungsnummern. Laut Berichten von 2025 beliefen sich die Kosten für die Universität auf rund 4,2 Millionen Euro.

Wie viele Personen konkret betroffen waren, ist nicht dokumentiert. Ob MTU ein Lösegeld zahlte, wird von der Universität verneint, eine unabhängige Bestätigung liegt nicht vor.