Quellen-Tabelle
Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.
| BSDC-ID | Datum | Titel & Quelle | Kernaussage | Klartext |
|---|---|---|---|---|
| BSDC-J-FND-2022-2626 Relevanz 3Cyberangriff, Pazifikregion, Regierungsnetzwerke | 30.11.2022 | Cyberangriff auf die Regierung von Vanuatu legt Behoerden-IT wochenlang lahm ABC News (Australia) / Stephen Dziedzic Recherche: DC Quelle öffnen → | Im November 2022 wurde die Regierung des Pazifikstaats Vanuatu Ziel eines schweren Cyberangriffs, der saemtliche staatlichen Server und E-Mail-Systeme lahmlegte. Behoerden mussten wochenlang auf Papier und persoenliche Gmail-Konten ausweichen, da Server neu aufgesetzt werden mussten; Regierungswebseiten und interne Netzwerke blieben ueber einen Monat gestoert. | Die Herkunft des Angriffs wurde offiziell nicht eindeutig bestaetigt, Berichte deuteten auf ransomware-aehnliche Methoden hin. Details zu Angreifer-Identitaet und Motiv blieben unklar. |
| BSDC-J-FIN-2023-2627 Relevanz 3Menschenhandel, Suedostasien, Anlagebetrug | 21.12.2023 | Massendeportation aus Betrugszentren in Myawaddy, Myanmar Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Zuge einer gemeinsamen chinesisch-myanmarischen Operation gegen Cyberbetrugszentren im Grenzgebiet Kokang/Myawaddy wurden bis Dezember 2023 mehr als 31.000 Verdaechtige an China ausgeliefert bzw. deportiert. Die Zentren hatten Zehntausende Menschen, viele davon Opfer von Menschenhandel, zu "Pig-Butchering"-Anlagebetrug und Romance Scams gegen Opfer weltweit gezwungen. | Die Zahl 31.000 stammt aus offiziellen chinesischen und myanmarischen Angaben und laesst sich nicht unabhaengig verifizieren; unklar bleibt, wie viele der Deportierten selbst Betrugsopfer/Zwangsarbeiter waren statt Taeter. |
| BSDC-J-IDN-2019-2628 Relevanz 3Bankensektor, Nahost, Finanzkrise | 31.12.2019 | SpiderZ-Hack der SGBL: Datenleck bei libanesischer Bank enthuellt Konten von Eliten The Daily Star / Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Ende 2019, inmitten der libanesischen Finanz- und Protestkrise, drang eine Hackergruppe, die sich "SpiderZ" nannte, in Systeme der Societe Generale de Banque au Liban (SGBL) ein und veroeffentlichte interne Kontodaten von Politikern, hochrangigen Beamten und Geschaeftsleuten als Protest gegen Korruption und Kapitalkontrollen. | Der genaue Umfang der kompromittierten Daten, die technische Angriffsmethode sowie die Identitaet der Taeter hinter "SpiderZ" wurden nie unabhaengig verifiziert oder offiziell bestaetigt. |
| BSDC-S-KOM-2015-2629 Relevanz 3Kommunikationsueberwachung, Suedliches-Afrika, Staatliche-Ueberwachung | 01.09.2015 | Massenueberwachung der Telekommunikation in Namibia durch Telecom Namibia und NCIS Privacy International Recherche: DC Quelle öffnen → | Privacy International dokumentierte, wie der staatliche Telekomanbieter Telecom Namibia dem Namibia Central Intelligence Service (NCIS) direkten Zugriff auf Kommunikationsdaten und Anrufmitschnitte ermoeglichte, ohne dass eine gerichtliche Anordnung oder gesetzliche Grundlage vorlag. Betroffen waren laut den Recherchen Journalisten, Oppositionspolitiker und Aktivisten. | Der genaue Umfang der Ueberwachung und die Zahl der betroffenen Personen sind nicht abschliessend zu beziffern; er stuetzt sich stark auf Presseberichte und Insider-Aussagen, die von den Behoerden offiziell nicht bestaetigt wurden. |
| BSDC-J-FIN-2020-2630 Relevanz 3Geldwaesche, Golden-Visa, Zypern | 23.08.2020 | Cyprus Papers: Goldene Pässe für Kriminelle und Hochrisikopersonen Al Jazeera Investigative Unit Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Al-Jazeera-Recherche "Cyprus Papers" veröffentlichte im August 2020 eine geleakte Liste von über 2.500 Personen, die zwischen 2017 und 2019 im Rahmen des zypriotischen "Golden Passport"-Programms die Staatsbürgerschaft gegen Investitionen ab 2 Millionen Euro erhalten hatten, darunter mutmaßlich mit Geldwäsche und Sanktionsumgehung in Verbindung stehende Personen. Die zyprische Regierung kündigte im Oktober 2020 das Ende des Programms an. | Die Recherche stützt sich auf eine geleakte, nicht unabhängig vollständig verifizierte Liste; nicht bei allen genannten Personen ist strafrechtlich belegt, dass tatsächlich Geldwäsche stattfand. |
| BSDC-S-KOM-2023-2631 Relevanz 3Ueberwachung, Gesichtserkennung, Suedosteuropa | 15.12.2023 | Gesichtserkennungs-Ueberwachung in Belgrad: Human-Rights-Watch-Bericht zu Huawei-Kamerasystem Human Rights Watch Recherche: DC Quelle öffnen → | Human Rights Watch dokumentierte in ihrem Bericht "A Digital Prisoner", dass die serbische Polizei in Belgrad ein von Huawei geliefertes Video-Ueberwachungssystem mit Gesichtserkennungs- und Kennzeichenerkennungsfunktion an rund 1.000 Standorten betreibt, obwohl der noetige Rechtsrahmen dafuer fehlt. Betroffen sind laut HRW potenziell Millionen Buerger im oeffentlichen Raum Belgrads. | Der genaue Umfang der tatsaechlichen Nutzung ist nicht vollstaendig oeffentlich belegt, da die serbischen Behoerden Transparenzanfragen groesstenteils verweigerten. Es handelt sich um ein systemisches Ueberwachungsproblem, nicht um einen einzelnen Hackerangriff. |
| BSDC-J-KOM-2023-2632 Relevanz 3Spyware, Osteuropa, Pressefreiheit | 15.02.2023 | Pegasus-Spyware-Verdacht gegen slowenische Amtstraeger und Journalisten Access Now / Citizen Lab (zitiert u.a. in Necenzurirano und Politico Europe) Recherche: DC Quelle öffnen → | Recherchen von Access Now und dem investigativen slowenischen Medium Necenzurirano legten 2023 Hinweise offen, wonach die Geraete mehrerer slowenischer Amtstraeger, darunter der damalige Justizminister und Personen aus dem Umfeld des Geheimdienstes SOVA, mit der Spyware Pegasus der israelischen Firma NSO Group infiziert bzw. angegriffen worden sein sollen. Ein offizieller slowenischer Untersuchungsausschuss nahm die Vorwuerfe auf. | Wer genau die Ueberwachung angeordnet oder durchgefuehrt hat, blieb oeffentlich nicht abschliessend geklaert; NSO Group bestritt Details und verwies auf vertrauliche Kundenvereinbarungen. |
| BSDC-J-KOM-2018-2633 Relevanz 3Gesichtserkennung, China-Afrika-Kooperation, Wahlen-Simbabwe | 24.04.2018 | Gesichtserkennung von CloudWalk fuer Simbabwe: Chinesische Ueberwachungstechnologie vor den Wahlen 2018 Amy Hawkins / Quartz Africa Recherche: DC Quelle öffnen → | Anfang 2018 schloss die simbabwische Regierung ein Abkommen mit dem chinesischen Unternehmen CloudWalk Technology zur landesweiten Einfuehrung eines Gesichtserkennungssystems, offiziell fuer Sicherheits- und Grenzkontrollzwecke. Simbabwe lieferte im Gegenzug biometrische Gesichtsdaten seiner Bevoelkerung an CloudWalk, um dessen Algorithmen zu trainieren. | Die konkrete operative Nutzung des Systems waehrend der Wahlen 2018 ist journalistisch nicht im Detail dokumentiert; belegt ist primaer der Regierungsvertrag und der Datentransfer, nicht ein nachgewiesener direkter Einsatz zur Wahlmanipulation. |
| BSDC-P-KOM-2026-2634 Relevanz 3Spyware, Suedamerika, Pressefreiheit | 13.08.2026 | Apple-Warnung: Spyware-Angriff auf Aktivistin Gabriela Panchana in Ecuador Fundamedios / Expreso (Ecuador) Recherche: DC Quelle öffnen → | Apple benachrichtigte die ecuadorianische Politikanalystin und Antikorruptions-Aktivistin Gabriela Panchana am 13.08.2026 direkt darüber, dass ihr iPhone Ziel eines staatlich anmutenden, gezielten Spyware-Angriffs gewesen sei. Ihr Anwalt erstattete daraufhin Strafanzeige und forderte eine Untersuchung staatlicher Geheimdienstverträge. | Zum Zeitpunkt der Berichterstattung lag kein bestätigtes forensisches Ergebnis vor, welcher konkrete Spyware-Hersteller tatsächlich verantwortlich ist; die Einordnung beruht auf der Angriffsmethodik der Apple-Benachrichtigung, nicht auf einer forensischen Bestätigung durch Citizen Lab. |
| BSDC-O-IDN-2024-2635 Relevanz 3Ransomware, Suedostasien, Datenleck | 05.09.2024 | Ransomware-Angriff auf Prasarana Malaysia (RansomHub) Ministry of Digital Malaysia / Personal Data Protection Commissioner Recherche: DC Quelle öffnen → | Der staatliche malaysische Nahverkehrsbetreiber Prasarana Malaysia Berhad wurde Opfer eines Ransomware-Angriffs; die Gruppe RansomHub veroeffentlichte am 25. August 2024 gestohlene Daten im Darknet, Berichten zufolge rund 316 GB an Unternehmensdaten. Der malaysische Personal Data Protection Commissioner ordnete eine offizielle Data-Breach-Notification an. | Die offizielle Behoerdenmitteilung nennt keinen genauen Umfang oder Typ der betroffenen personenbezogenen Daten; die Zahl von 316 GB stammt aus Sekundaerquellen, nicht aus der offiziellen Erklaerung selbst. |
| BSDC-J-KOM-2021-2636 Relevanz 3Spyware, Ostafrika, Exil-Dissidenten | 18.07.2021 | Pegasus-Spyware gegen ruandische Dissidenten und Kritiker im Exil Amnesty International / Forbidden Stories (Pegasus Project) Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Rahmen des Pegasus Project wurde Ruanda als mutmasslicher Kunde der NSO-Group-Spyware Pegasus identifiziert, mit rund 3.500 Telefonnummern von Ruandern und im Ausland lebenden Regimekritikern auf einer geleakten Zielliste. Carine Kanimba, Tochter des inhaftierten Regimekritikers Paul Rusesabagina, wurde forensisch nachweisbar mehrfach mit Pegasus infiziert. | Die Zuordnung zu Ruanda basiert auf einer geleakten Nummernliste und forensischen Befunden bei einzelnen Geraeten, nicht auf einem direkten behoerdlichen Eingestaendnis; Ruanda bestreitet die Vorwuerfe offiziell. |
| BSDC-J-IDN-2021-2637 Relevanz 3Datenleck, Suedamerika, Identitaetsdiebstahl | 14.10.2021 | RENAPER-Datenleck: Fotos und Ausweisdaten von Millionen Argentiniern im Umlauf Rest of World / Zack Whittaker (TechCrunch) Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Oktober 2021 bot ein Angreifer Ausweisfotos und persoenliche Daten von 44 Fussballspielern (darunter Lionel Messi) aus der argentinischen Regierungsdatenbank RENAPER zum Verkauf an, als Beweis fuer einen umfassenderen Zugriff auf die Datenbank mit den Identitaetsdaten praktisch aller rund 45 Millionen Einwohner Argentiniens. | Dieser Fall stammt aus 2021, nicht aus dem angefragten Zeitraum 2023-2025; ein vergleichbar dokumentierter argentinischer Regierungs-Cybervorfall speziell aus 2023-2025 liess sich nicht mit belastbaren Quellen verifizieren. |
| BSDC-J-FND-2022-2638 Relevanz 3Ransomware, Suedamerika, Bergbau | 21.10.2022 | Codelco: Ransomware-Angriff der Hive-Gruppe auf chilenischen Kupferkonzern BleepingComputer (Bill Toulas) Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Oktober 2022 bestaetigte der staatliche chilenische Kupferkonzern Codelco (weltgroesster Kupferproduzent) einen Ransomware-Angriff der Gruppe Hive. Codelco erklaerte, dass keine operativen oder produktionskritischen Systeme betroffen gewesen seien, raeumte aber ein, dass Angreifer Zugriff auf interne administrative Dateien erlangt hatten. | Nicht belegt ist der genaue Umfang der exfiltrierten Daten oder ob tatsaechlich vertrauliche Geschaeftsgeheimnisse betroffen waren; Codelco bestritt schwerwiegende Folgen, waehrend die Hive-Gruppe weitergehende Behauptungen aufstellte. |
| BSDC-S-KOM-2021-2639 Relevanz 3Kommunikationsueberwachung, China-Kooperation, Suedasien | 21.09.2021 | Sri Lanka: Ausbau chinesischer Ueberwachungstechnologie im Zuge der Digitalisierung Freedom House Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Freedom-on-the-Net-Bericht 2021 dokumentiert, dass Sri Lanka im Rahmen chinesisch finanzierter Infrastrukturprojekte zunehmend auf chinesische Ueberwachungs- und Gesichtserkennungstechnologie sowie IT-Sicherheitskooperationen mit chinesischen Staatsunternehmen setzt. | Der Bericht stuetzt sich groesstenteils auf oeffentlich verfuegbare Ausschreibungen, Presseberichte und Experteninterviews, nicht auf technische Forensik einzelner Systeme; konkrete Lieferantennamen und Vertragssummen sind nur teilweise belegt. |
| BSDC-J-FND-2017-2640 Relevanz 3Internetsperre, Zensur, Afrika | 17.01.2017 | Kamerun: Monatelange Internetsperre in den anglophonen Regionen 2017 Access Now / Internet Sans Frontières / BBC News Recherche: DC Quelle öffnen → | Die kamerunische Regierung schaltete am 17. Januar 2017 als Reaktion auf Proteste der englischsprachigen Minderheit das Internet ab. Die Sperre dauerte rund 94 Tage bis Ende April 2017 und betraf laut Access Now schätzungsweise 1,7 bis 5 Millionen Menschen. | Die genaue Zahl der betroffenen Nutzer und der wirtschaftliche Schaden variieren je nach Quelle, da Kamerun selbst die Sperre nie offiziell mit Zahlen belegte. |
| BSDC-P-IDN-2023-2641 Relevanz 3Datenleck, Polizei, Grossbritannien-Irland | 09.08.2023 | PSNI-Datenleck: Namen und Dienststellen aller Polizeibediensteten versehentlich veroeffentlicht BBC News Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 8. August 2023 veroeffentlichte der Police Service of Northern Ireland (PSNI) versehentlich eine Tabelle mit Nachnamen, Vornamen, Dienstgrad und Dienststelle von etwa 10.000 PSNI-Officers. Wegen der Bedrohung durch dissidente Republikaner stufte die Polizei den Vorfall als schwerwiegenden Sicherheitsvorfall ein; mehrere Betroffene mussten vorsorglich umziehen. | Details zu Taeterschaft, tatsaechlicher missbraeuchlicher Nutzung der Daten oder das endgueltige Strafmass gegen Verantwortliche sind zum Zeitpunkt dieses Berichts nicht abschliessend geklaert. |
| BSDC-J-FND-2019-2642 Relevanz 3Kritische-Infrastruktur, Malware, Suedosteuropa | 17.10.2018 | GreyEnergy-Cyberangriff auf nordmazedonischen Stromnetzbetreiber MEPSO ESET (Sicherheitsforschung) / Berichterstattung u.a. ZDNet Recherche: DC Quelle öffnen → | Die von ESET analysierte Hackergruppe GreyEnergy, die als Nachfolger der fuer den ukrainischen Stromausfall 2015/2016 verantwortlichen Gruppe BlackEnergy gilt, griff neben ukrainischen Energieversorgern auch ein Unternehmen im Energiesektor Nordmazedoniens an. ESET dokumentierte den Einsatz modularer Malware zur Spionage und Sabotage kritischer Infrastruktur, konnte aber keinen erfolgreichen Stromausfall wie 2016 in der Ukraine nachweisen. | ESET nennt das betroffene nordmazedonische Unternehmen aus Vorsicht nicht namentlich und bestaetigt keinen konkreten Sabotage-Erfolg dort; die Zuordnung zu einem staatlichen Akteur (vermutet Russland) bleibt eine Einschaetzung von Sicherheitsforschern, kein gerichtsfester Beweis. |
| BSDC-P-FND-2022-2643 Relevanz 3DDoS, Baltikum, Staatsnahe-Akteure | 27.06.2022 | Killnet-DDoS-Angriffswelle gegen litauische Regierungsseiten nach Kaliningrad-Transitstreit Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Ende Juni 2022 attackierte die pro-russische Hackergruppe Killnet zahlreiche litauische Regierungs- und Unternehmenswebsites mit DDoS-Angriffen, nachdem Litauen den Bahntransit sanktionierter Güter nach Kaliningrad blockiert hatte. Laut litauischem Zentrum für nationale Cybersicherheit (NKSC) waren rund 70 Webseiten von Behörden und privaten Unternehmen betroffen. | Es handelte sich um DDoS-Angriffe, nicht um einen Datenabfluss; belastbare Beweise für eine direkte russische Staatsführung hinter Killnet fehlen, die Gruppe wird meist als staatsnah, nicht staatlich gesteuert eingeordnet. |
| BSDC-J-FIN-2024-2644 Relevanz 3Cyberbetrug, Sambia, Organisierte-Kriminalitaet | 10.04.2024 | Sambia zerschlägt chinesisch geführten Cyberbetrugsring Associated Press (AP News) Recherche: DC Quelle öffnen → | Im April 2024 hob die sambische Polizei einen von chinesischen Staatsangehörigen betriebenen Callcenter-Betrugsring in einem Wohnhaus in Lusaka aus. Festgenommen wurden 22 Personen, darunter 17 chinesische sowie sambische, kamerunische und weitere Staatsangehörige; die Gruppe soll über gefälschte Apps und Textnachrichten Zehntausende Sambier zu Online-Betrug verleitet haben. | Die genaue Opferzahl und Gesamtschadenssumme werden in der Berichterstattung nicht beziffert; die Angaben stützen sich vorrangig auf Polizeimitteilungen, deren vollständige Ermittlungsergebnisse noch ausstanden. |
| BSDC-J-KOM-2019-2645 Relevanz 3Spyware, Soeldner-Hacking, Naher-Osten | 30.01.2019 | Project Raven: Ex-NSA-Söldner hackten für die VAE Journalisten und Aktivisten im Jemen-Konflikt Reuters (Christopher Bing, Joel Schectman) Recherche: DC Quelle öffnen → | Reuters deckte auf, dass ehemalige NSA-Mitarbeiter im Rahmen des Programms "Project Raven" für die Firma DarkMatter im Auftrag der Vereinigten Arabischen Emirate arbeiteten und mit dem Tool "Karma" iPhones ohne Klick des Ziels hacken konnten. Zu den überwachten Zielen gehörten Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und Personen, die im Zusammenhang mit dem VAE-Militäreinsatz im Jemen standen. | Die Reuters-Recherche stützt sich auf Aussagen mehrerer ehemaliger Projektmitarbeiter und interne Dokumente; drei ehemalige US-Geheimdienstler bekannten sich 2021 in einem separaten DOJ-Verfahren teilweise schuldig, doch das genaue Ausmaß der Jemen-bezogenen Überwachungsziele bleibt nicht vollständig öffentlich dokumentiert. |
| BSDC-J-IDN-2020-2646 Relevanz 3Datenleck, Lateinamerika, Wahldaten | 19.02.2020 | Ungeschuetzte Datenbank legt Millionen Waehlerdaten der Dominikanischen Republik offen TechCrunch (Zack Whittaker) Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Sicherheitsforscher Anurag Sen entdeckte eine oeffentlich zugaengliche, unpassword-geschuetzte Datenbank mit personenbezogenen Daten von rund 5,3 Millionen Waehlern der Dominikanischen Republik, darunter vollstaendige Namen, Geburtsdaten, Ausweisnummern und Adressen. Die Daten stammten offenbar aus einem Datensatz im Umfeld einer Wahlkampagne und lagen ungesichert auf einem Elasticsearch-Server. | Unklar bleibt, wie lange die Datenbank oeffentlich zugaenglich war und ob Dritte vor der Entdeckung durch den Forscher bereits Daten abgegriffen haben; ein tatsaechlicher Missbrauch der Daten ist journalistisch nicht belegt. |
| BSDC-S-KOM-2023-2647 Relevanz 3Internetsperre, Wahlueberwachung, Afrika | 20.12.2023 | Internet- und Social-Media-Sperren waehrend der Wahlen in der DR Kongo 2023 Access Now / NetBlocks Recherche: DC Quelle öffnen → | Am Wahltag der Praesidentschafts- und Parlamentswahlen in der Demokratischen Republik Kongo am 20. Dezember 2023 kam es zu landesweiten Drosselungen und Sperrungen von Social-Media-Plattformen, dokumentiert durch Netzwerkmessungen von NetBlocks. Access Now verurteilte die Massnahme als Eingriff in die Meinungsfreiheit waehrend eines kritischen demokratischen Prozesses. | Unklar bleibt, ob die Verlangsamungen zentral von der Regierung angeordnet wurden oder teilweise auf Netzueberlastung zurueckzufuehren sind; offizielle kongolesische Stellen bestaetigten keine gezielte Anordnung. |
| BSDC-P-FIN-2023-2648 Relevanz 3Geldwaesche, Suedostasien, Bankenaufsicht | 18.08.2023 | Singapurs Milliarden-Geldwaescheskandal: Razzia gegen chinesisches Netzwerk Reuters Recherche: DC Quelle öffnen → | Im August 2023 verhaftete die singapurische Polizei zehn Personen mit fujianesisch-chinesischem Hintergrund und beschlagnahmte Vermoegenswerte im Wert von rund 1 Milliarde Singapur-Dollar, darunter Immobilien, Luxusfahrzeuge, Bargeld, Schmuck sowie Kryptowaehrungen. Es handelt sich um einen der groessten Geldwaeschefaelle in der Geschichte Singapurs. | Die genaue Herkunft der gewaschenen Gelder sowie der vollstaendige Umfang des Netzwerks ausserhalb Singapurs sind bis heute nicht abschliessend oeffentlich belegt. |
| BSDC-S-KOM-2017-2649 Relevanz 3Internetzensur, Zentralasien, Ueberwachung | 15.12.2017 | Turkmenistan: Ein Blick in das Internet-Schwarze-Loch OONI (Open Observatory of Network Interference) Recherche: DC Quelle öffnen → | OONI führte technische Messungen zur Internetzensur in Turkmenistan durch und dokumentierte, dass zahlreiche Websites landesweit blockiert werden, darunter soziale Netzwerke, unabhängige Nachrichtenseiten und VPN-Anbieter-Webseiten. Die Messungen zeigten systematisches DNS-Blocking durch den staatlichen Monopol-ISP Turkmentelecom. | Die Messmethodik erfasst nur technisch nachweisbare Blockaden zu den Messzeitpunkten, nicht die vollständige Zensurinfrastruktur oder deren rechtliche Grundlage im Land. |
| BSDC-J-IDN-2019-2650 Relevanz 3Karibik, Biometrische-Daten, Datenschutzrecht | 12.04.2019 | Jamaikas Oberster Gerichtshof kippt biometrisches Identifikationsgesetz NIDS Reuters / Julian Robinson v. Attorney General of Jamaica Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Oberste Gerichtshof Jamaikas erklärte im April 2019 das National Identification and Registration Act (NIDS-Gesetz) für verfassungswidrig, das die verpflichtende Erfassung biometrischer Daten aller Bürger in einer zentralen staatlichen Datenbank vorsah. Kläger Julian Robinson argumentierte erfolgreich, das Gesetz verletze das Recht auf Privatsphäre. | Es handelt sich um ein Gerichtsverfahren zu einem geplanten Identifikationssystem, nicht um einen tatsächlichen Cyberangriff; konkrete Zahlen zu betroffenen Personen liegen nicht vor, da das System vor Vollbetrieb gestoppt wurde. |