Quellen-Tabelle
Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.
| BSDC-ID | Datum | Titel & Quelle | Kernaussage | Klartext |
|---|---|---|---|---|
| BSDC-P-FIN-2020-2512 Relevanz 3Opioidkrise, Pharmaindustrie, Unternehmenshaftung | 21.10.2020 | Purdue Pharma bekennt sich in Opioid-Krise schuldig, 8,3-Milliarden-Dollar-Einigung mit DOJ US-Justizministerium Recherche: DC Quelle öffnen → | Das US-Justizministerium gab am 21.10.2020 bekannt, dass sich der OxyContin-Hersteller Purdue Pharma in drei Bundesanklagepunkten schuldig bekennt. Das Unternehmen wurde zu einer Geldbuße von 3,54 Milliarden Dollar sowie einer zivilrechtlichen Einigung von 2,8 Milliarden Dollar verpflichtet. Mitglieder der Sackler-Familie verpflichteten sich zur zivilrechtlichen Zahlung von 225 Millionen Dollar. | Weder Sackler-Familienmitglieder noch Purdue-Manager wurden im Rahmen dieser Einigung strafrechtlich angeklagt. Der Betrag der Familie wurde später im Insolvenzverfahren auf rund 6 Milliarden Dollar erhöht und war Gegenstand weiterer Verfahren bis zum US Supreme Court. |
| BSDC-P-FIN-2022-2513 Relevanz 3Anlegerbetrug, Medizintechnik-Skandal, Gerichtsverfahren-USA | 18.11.2022 | Elizabeth Holmes wegen Anlegerbetrugs bei Theranos verurteilt US-Justizministerium, Northern District of California Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 03.01.2022 wurde Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes in vier von elf Anklagepunkten des Betrugs schuldig gesprochen, in Punkten zur Täuschung von Patienten wurde sie freigesprochen. Am 18.11.2022 verurteilte das Gericht sie zu 135 Monaten Haft sowie zusammen mit Mitangeklagtem Ramesh Balwani zu einer Schadenswiedergutmachung von rund 452 Millionen US-Dollar. Theranos hatte behauptet, mit wenigen Tropfen Blut zahlreiche Labortests durchführen zu können, was sich als technisch unzuverlässig erwies. | Nicht gerichtlich festgestellt ist, in welchem Umfang einzelne Patienten durch fehlerhafte Testergebnisse geschädigt wurden, da diese Anklagepunkte nicht zur Verurteilung führten. Die exakte Höhe des verlorenen Anlegerkapitals wird zwischen 600 Millionen und knapp einer Milliarde Dollar unterschiedlich beziffert. |
| BSDC-P-FIN-2020-2516 Relevanz 3Finanzkriminalitaet, Korruption, Staatsfonds | 22.10.2020 | 1MDB-Skandal: Goldman Sachs zahlt 2,9 Milliarden Dollar wegen Bestechung in Malaysia U.S. Department of Justice Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 22.10.2020 einigten sich DOJ und SEC mit Goldman Sachs auf rund 2,9 Milliarden US-Dollar wegen Verstoßes gegen den Foreign Corrupt Practices Act, die größte je gezahlte FCPA-Strafe. Goldman Sachs zahlte zwischen 2009 und 2014 mehr als 1,6 Milliarden Dollar Bestechungsgelder in Malaysia und Abu Dhabi, um als Konsortialführer bei Anleiheemissionen des Staatsfonds 1MDB eingesetzt zu werden. Der ehemalige Regierungschef Najib Razak wurde 2020 wegen Korruption verurteilt. | Die genaue Gesamthöhe der aus 1MDB veruntreuten Gelder ist nicht abschließend geklärt, Schätzungen liegen bei rund 4,5 Milliarden Dollar. Der Verbleib erheblicher Teile der Gelder ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Die zentrale Figur Jho Low gilt als international per Haftbefehl gesucht. |
| BSDC-P-FIN-2016-2517 Relevanz 3Korruption, Bestechung, Lateinamerika | 21.12.2016 | Odebrecht-Korruptionsskandal: größter Bestechungsfall Lateinamerikas US-Justizministerium, Eastern District of New York Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 21.12.2016 bekannten sich der brasilianische Baukonzern Odebrecht und sein Ableger Braskem in den USA der Bestechung schuldig. Odebrecht zahlte zwischen 2001 und 2016 rund 788 Millionen US-Dollar Bestechungsgelder an Regierungsvertreter in zwölf Ländern, um mehr als 100 Bauprojekte zu erhalten. Odebrecht und Braskem einigten sich mit Behörden in den USA, Brasilien und der Schweiz auf Strafzahlungen von mindestens 3,5 Milliarden US-Dollar. | Welche einzelnen Amtsträger konkret welche Summen erhielten, ist nicht abschließend geklärt, viele nationale Verfahren begannen erst nach 2016. Wie viel der vereinbarten 3,5 Milliarden Dollar tatsächlich eingetrieben wurde, ist nicht abschließend dokumentiert. |
| BSDC-P-FIN-2018-2518 Relevanz 3Korruption, Finanzkriminalitaet, Brasilien | 27.09.2018 | Petrobras zahlt 853 Millionen Dollar wegen Bestechung im Lava-Jato-Skandal U.S. Department of Justice Recherche: DC Quelle öffnen → | Das US-Justizministerium gab am 27.09.2018 bekannt, dass der brasilianische Ölkonzern Petrobras mehr als 850 Millionen Dollar wegen Verstößen gegen den Foreign Corrupt Practices Act zahlt. Insgesamt beliefen sich die Zahlungen an DOJ, SEC, Aktionäre und brasilianische Behörden auf rund 1,78 Milliarden Dollar. Hochrangige Petrobras-Führungskräfte verlangten von Vertragspartnern Zahlungen von 1 bis 3 Prozent des Auftragswerts als Bestechungsgelder. | Die genaue Gesamtsumme der über Jahre aufgedeckten Korruption bei Petrobras ist nicht abschließend beziffert. Wie viele involvierte Politiker und Manager strafrechtlich verurteilt wurden, ist nicht dokumentiert, da zahlreiche brasilianische Verfahren später annulliert wurden. |
| BSDC-P-FIN-2008-2519 Relevanz 3Anlagebetrug, Finanzaufsicht, Ponzi-Schema | 11.12.2008 | SEC klagt Bernard Madoff wegen milliardenschweren Ponzi-Systems an U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 11.12.2008 klagte die SEC Bernard L. Madoff wegen Wertpapierbetrugs an. Madoff hatte gegenüber Mitarbeitern eingeräumt, sein Vermögensverwaltungsgeschäft sei im Kern ein Ponzi-System. Die SEC bezifferte den mutmaßlichen Schaden auf rund 50 Milliarden US-Dollar. Am 18.12.2008 fror ein Gericht Madoffs Vermögen ein. Madoff bekannte sich im März 2009 in elf Anklagepunkten schuldig und wurde zu 150 Jahren Haft verurteilt. | Die oft zitierte Zahl von 65 Milliarden Dollar bezieht sich auf fiktive Kontostände, der tatsächliche Nettoverlust der Anleger liegt nach Treuhänder-Schätzung bei 17 bis 20 Milliarden Dollar. Umstritten blieb, wie weit die SEC trotz Warnungen des Analysten Harry Markopolos bereits ab 1999 versagte. |
| BSDC-P-FIN-2009-2520 Relevanz 3Anlagebetrug, Offshore-Finanzkriminalitaet, Ponzi-Schema | 17.02.2009 | SEC-Klage gegen Allen Stanford wegen milliardenschwerem Anlagebetrug über Antigua-Offshore-Bank U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) Recherche: DC Quelle öffnen → | Die SEC erhob am 17.02.2009 Klage gegen Robert Allen Stanford und seine Stanford International Bank auf Antigua wegen eines Betrugs im Umfang von rund 8 Milliarden US-Dollar über fiktiv verzinste Einlagenzertifikate. Ein US-Gericht bestellte einen Zwangsverwalter. Stanford wurde 2012 in 13 von 14 Anklagepunkten schuldig gesprochen und zu 110 Jahren Haft verurteilt. | Die genaue Schadenshöhe für 18.000 bis 30.000 Anleger schwankt zwischen 5,5 und 8 Milliarden Dollar. Wie stark Antiguas Bankenaufsicht verstrickt war, insbesondere im Fall des 2009 getöteten Aufsichtschefs Leroy King, blieb lange offen. |
| BSDC-P-FIN-2023-2521 Relevanz 3Anlagebetrug, Elektromobilitaet, Wertpapierbetrug | 18.12.2023 | Nikola-Gründer Trevor Milton wegen Anlagebetrugs zu vier Jahren Haft verurteilt US-Justizministerium, Southern District of New York Recherche: DC Quelle öffnen → | Eine Jury sprach Trevor Milton, Gründer des Elektro-Lkw-Herstellers Nikola, im Oktober 2022 in drei von vier Anklagepunkten wegen Wertpapierbetrugs schuldig. Milton hatte zwischen November 2019 und September 2020 Investoren über den Entwicklungsstand der Nikola-Technologie getäuscht, unter anderem mit einem Werbevideo, das ein rollendes statt fahrendes Fahrzeug zeigte. Im Dezember 2023 wurde er zu vier Jahren Haft und 1 Million Dollar Geldstrafe verurteilt. | Im März 2025 begnadigte Präsident Trump Milton vollständig, wodurch die Verurteilung politisch und rechtlich aufgehoben wurde. Die exakte Höhe des Anlegerschadens ist nicht einheitlich gerichtlich festgestellt. |
| BSDC-P-FIN-2020-2522 Relevanz 3Bilanzbetrug, China, Wertpapieraufsicht | 16.12.2020 | Luckin Coffee Bilanzfälschung: SEC-Sanktionen wegen erfundener Umsätze in China U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) Recherche: DC Quelle öffnen → | Die SEC klagte Luckin Coffee wegen Wertpapierbetrugs an und einigte sich auf eine Zivilstrafe von 180 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen fälschte 2019 Umsatzzahlen um mehr als 300 Millionen US-Dollar durch fiktive Verkäufe. Der Betrug flog nach einem Short-Seller-Bericht von Muddy Waters Research am 31.01.2020 auf. Die Aktie wurde von der Nasdaq dekotiert. | Welche Führungskräfte in China strafrechtlich verfolgt wurden, ist öffentlich nur begrenzt dokumentiert. Die Rolle des Abschlussprüfers Ernst & Young wird in Quellen unterschiedlich bewertet. |
| BSDC-P-FIN-2008-2527 Relevanz 3Finanzkriminalitaet, Bankenaufsicht, Betrug-im-Finanzsektor | 24.01.2008 | Société Générale: Jérôme Kerviels Handelsverlust 2008 Société Générale Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Händler Jérôme Kerviel baute bei der Société Générale unautorisierte Positionen von rund 50 Milliarden Euro auf, obwohl sein Limit bei 125 Millionen Euro lag, und verschleierte sie durch fiktive Gegengeschäfte. Beim Auflösen der Positionen im Januar 2008 entstand ein Verlust von 4,9 Milliarden Euro. Der Cour de Cassation bestätigte 2014 seine Verurteilung. | Ob Vorgesetzte oder Kontrollabteilungen von den Positionen wussten, ist nicht abschließend geklärt. Ein Gericht reduzierte 2016 den von Kerviel geforderten Schadensersatz auf rund 1 Million Euro wegen Mitschuld der Bank. |
| BSDC-P-GER-2025-2532 Relevanz 3Chatkontrolle, Ueberwachung, EU-Gesetzgebung | 09.10.2025 | Bundestag debattiert Ablehnung der EU-Chatkontrolle Deutscher Bundestag Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 09.10.2025 debattierte der Bundestag in einer von der AfD-Fraktion beantragten Aktuellen Stunde über die geplante EU-Chatkontrolle. Die Bundesregierung signalisierte, im EU-Rat gegen eine anlasslose Chatkontrolle zu stimmen. CDU/CSU sprachen sich für Chat-Scans nur bei konkretem Verdacht aus, Grüne und SPD kritisierten die Regelung als massiven Eingriff. Ein AfD-Antrag gegen die Chatkontrolle wurde am 17.10.2025 an Ausschüsse überwiesen. | Eine formelle, verbindliche Beschlussfassung des gesamten Bundestags gegen die EU-Chatkontrolle liegt nicht vor, die Anträge wurden nur beraten und überwiesen. Wie sich Deutschland im entscheidenden EU-Ratsvotum tatsächlich verhalten wird, bleibt offen. |
| BSDC-P-IDN-2023-2533 Relevanz 3Verhaltenswerbung, DSGVO-Bussgeld, Meta | 04.01.2023 | DPC verhängt 390 Millionen Euro Bußgeld gegen Meta wegen Verhaltenswerbung Irische Datenschutzbehörde (DPC) Recherche: DC Quelle öffnen → | Die DPC verhängte am 04.01.2023 gegen Meta Ireland zwei Bußgelder, 210 Millionen Euro für Facebook und 180 Millionen Euro für Instagram, insgesamt 390 Millionen Euro. Grundlage war die Feststellung, dass Meta sich nicht auf Vertragserfüllung nach Artikel 6 Absatz 1 DSGVO stützen darf, um personalisierte Werbung zu rechtfertigen. Die Entscheidung erging nach einem verbindlichen Beschluss des EDPB, der die ursprüngliche DPC-Position verschärfte. | Dieses Bußgeld ist nicht identisch mit dem späteren 1,2-Milliarden-Euro-Bußgeld der DPC gegen Meta von Mai 2023, das sich auf Datenübermittlungen in die USA bezog. Ob Meta seine Werbepraxis vollständig auf Nutzereinwilligung umgestellt hat, ist Gegenstand weiterer Verfahren. |
| BSDC-P-KOM-2026-2534 Relevanz 3Jugendschutz, Digital-Services-Act, Plattformregulierung | 06.02.2026 | EU-Kommission stellt TikToks suchtförderndes Design vorläufig als DSA-Verstoß fest Europäische Kommission (Generaldirektion CNECT) Recherche: DC Quelle öffnen → | Die EU-Kommission stellte am 06.02.2026 vorläufig fest, dass TikTok mit suchtfördernden Designelementen wie endlosem Scrollen und Autoplay gegen den Digital Services Act verstößt. Das förmliche Verfahren war bereits im Februar 2024 eröffnet worden. Laut Kommission ignorierte TikTok Anzeichen für zwanghafte Nutzung bei Minderjährigen, bestehende Schutzmaßnahmen seien leicht zu umgehen. | Es handelt sich um eine vorläufige Feststellung, kein rechtskräftiges Bußgeld. Eine konkrete Bußgeldhöhe wurde nicht genannt, theoretisch wären nach DSA bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes möglich, dies ist aber nicht bestätigt. |
| BSDC-P-GER-2025-2536 Relevanz 3Cyberangriff-auf-Justizbehoerde, Spear-Phishing, Staatlich-gelenkte-Hacker | 19.08.2025 | Cyberangriff auf die Berliner Senatsverwaltung für Justiz Senatsverwaltung für Justiz Berlin Recherche: DC Quelle öffnen → | Im August 2025 wurde ein Computer im Leitungsbereich der Berliner Senatsverwaltung für Justiz Ziel eines gezielten Cyberangriffs. Die Angreifer gaben sich als Vertreter des Zentralrats der Juden aus, ein Mitarbeiter klickte auf einen präparierten Link. Von diesem Computer flossen Daten ab, darunter der digitale Kalender von Justizsenatorin Felor Badenberg sowie dienstliche E-Mails seit dem 01.02.2023. LKA Berlin, Verfassungsschutz und die Datenschutzbeauftragte wurden eingeschaltet. | Es handelt sich um einen Spear-Phishing-Vorfall mit Spionage-Schadsoftware, keinen Ransomware-Angriff. Die konkrete Urheberschaft, vermutet werden iranische Hacker der Gruppe Charming Kitten, ist nicht abschließend bewiesen. |
| BSDC-P-GER-2022-2537 Relevanz 3Autonomes-Fahren, DSGVO-Bussgeld, Videoueberwachung | 26.07.2022 | 1,1 Millionen Euro Bußgeld gegen Volkswagen wegen Kamera-Testfahrzeugen für autonomes Fahren Landesbeauftragter für den Datenschutz Niedersachsen Recherche: DC Quelle öffnen → | Der Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen verhängte am 26.07.2022 ein Bußgeld von 1,1 Millionen Euro gegen Volkswagen. Anlass war ein Testfahrzeug, das 2019 bei einer Verkehrskontrolle nahe Salzburg mit nicht erkennbaren Kameras zum Training eines Fahrassistenzsystems auffiel. Die Behörde stellte Verstöße gegen Informationspflichten, das Fehlen eines Auftragsverarbeitungsvertrags sowie eine fehlende Datenschutz-Folgenabschätzung fest. | Wie viele Personen tatsächlich durch die Kameraaufnahmen erfasst wurden, ist nicht belegt. Die Bewertung, dass die Forschungsfahrten selbst unproblematisch waren, stammt von der Behörde selbst und wurde nicht gerichtlich überprüft. |
| BSDC-P-FND-2026-2539 Relevanz 3KI-Regulierung, EU-AI-Act, Durchsetzung | 02.08.2026 | EU-Kommission beginnt Durchsetzung des AI Act Europäische Kommission (Generaldirektion CNECT) Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 02.08.2026 traten die Durchsetzungsbefugnisse der EU-KI-Verordnung in Kraft. Das Europäische KI-Büro und nationale Behörden können seither Auskunftsersuchen stellen, Modelle evaluieren und Bußgelder bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen. Gleichzeitig traten neue Transparenzpflichten in Kraft, wonach bestimmte KI-Systeme Nutzer über KI-Interaktion informieren müssen. | Bis zum Stand dieser Recherche existiert kein tatsächlich verhängtes, rechtskräftiges Bußgeld nach dem AI Act. Was in Kraft trat, ist die rechtliche Durchsetzungsmöglichkeit, nicht ein abgeschlossener Einzelfall. |
| BSDC-P-FIN-2024-2543 Relevanz 3Geldwaesche, Immobilien, Staatsanwaltschaft | 11.06.2024 | Geldwäscheermittlungen wegen Immobilieninvestitionen in Stuttgart eingestellt Staatsanwaltschaft Stuttgart Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Staatsanwaltschaft Stuttgart stellte Anfang Juni 2024 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Geldwäsche im Zusammenhang mit Investitionen in hochpreisige Immobilien ein. Der Verdacht bezog sich auf mutmaßlich illegale Gewinne aus betrügerischen, mit Bestechung verbundenen Logistikverträgen für US-Militär und NATO während des Afghanistankriegs. Die Einstellung erfolgte nach Paragraf 170 Absatz 2 StPO mangels hinreichenden Tatverdachts. | Die konkreten Namen der beteiligten Immobilienunternehmen und die Höhe der mutmaßlich gewaschenen Summen sind nicht dokumentiert. Die Einstellung bedeutet ausdrücklich keinen Freispruch, sondern nur unzureichende Beweise für eine Anklage. |
| BSDC-P-FIN-2024-2544 Relevanz 3Kryptowaehrung, Beschlagnahmung, Digitale-Piraterie | 15.07.2024 | LKA Sachsen beschlagnahmt und veräußert 50.000 Bitcoin, Rekordsumme für deutsche Behörden Sächsische Staatsregierung Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Januar 2024 stellte das LKA Sachsen im Rahmen von Ermittlungen gegen die Betreiber des illegalen Streamingportals movie2k.to rund 50.000 Bitcoin sicher, den größten jemals von einer deutschen Behörde beschlagnahmten Kryptowährungsbestand. Zwischen dem 19.06. und 12.07.2024 veräußerte der Freistaat Sachsen rund 49.858 Bitcoin und erzielte Erlöse von etwa 2,639 Milliarden Euro. | Ein Gericht in Leipzig stufte Teile der Vorwürfe gegen die Beschuldigten als verjährt ein, was Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Einziehung aufwirft. Wie viel der über 2,6 Milliarden Euro letztlich an Staat, Geschädigte oder Beschuldigte zurückfließt, war zum Zeitpunkt der Quelle offen. |
| BSDC-P-GER-2025-2547 Relevanz 3Cyberangriff-Hochschule, IT-Sicherheit-Bildungseinrichtung, Datenleck-Deutschland | 24.11.2025 | Cyberangriff auf die Hochschule Mainz Hochschule Mainz Recherche: DC Quelle öffnen → | Die Hochschule Mainz wurde am 24.11.2025 Ziel eines Cyberangriffs. Die IT-Systeme wurden vollständig heruntergefahren, ein Krisenstab eingesetzt. Alle E-Mail-Adressen mit der Endung hs-mainz.de waren betroffen. Möglicherweise alle vom Rechenzentrum betriebenen Windows-Geräte waren betroffen und durften danach nur noch offline genutzt werden. Der Präsenzbetrieb der Lehre wurde aufrechterhalten. | Ob und in welchem Umfang personenbezogene Daten entwendet wurden, ist nicht dokumentiert. Ob es sich um Ransomware handelte, wurde nicht bestätigt. |
| BSDC-P-GER-2024-2548 Relevanz 3Gesundheitsdaten, IT-Sicherheit, Telematikinfrastruktur | 27.12.2024 | CCC deckt gravierende Sicherheitslücken der elektronischen Patientenakte auf Chaos Computer Club (CCC) Recherche: DC Quelle öffnen → | Sicherheitsforscher des CCC demonstrierten auf dem 38C3 Ende Dezember 2024 Schwachstellen der Telematikinfrastruktur der elektronischen Patientenakte. Mit vergleichsweise geringem Aufwand ließen sich gültige Berufsausweise und Versichertenkarten Dritter beschaffen, mit denen Zugriffstoken für beliebige Patientenakten erzeugt werden konnten. Theoretisch war Zugriff auf Akten von mehr als 70 Millionen Versicherten möglich. Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte im April 2025 die Schließung der Lücke. | Nicht belegt ist, dass die Angriffswege tatsächlich von Dritten außerhalb der CCC-Forschungsgruppe genutzt wurden. Die Zahl von 70 Millionen beschreibt die theoretische Angriffsfläche, nicht tatsächlich kompromittierte Akten. |
| BSDC-P-GER-2025-2550 Relevanz 3Call-ID-Spoofing, Trickbetrug, Identitaetsmissbrauch | 03.06.2025 | Call-ID-Spoofing gegen Rentenversicherte, DRV warnt vor Trickbetrugswelle Deutsche Rentenversicherung Bund Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 03.06.2025 warnte die Deutsche Rentenversicherung Bund vor einer bundesweiten Betrugsmasche mittels Call-ID-Spoofing. Angerufene sehen durch technische Manipulation die tatsächliche Telefonnummer der Rentenversicherung. Die Anrufer geben sich als Mitarbeiter aus und drohen mit einer angeblichen Rentenpfändung, um Zahlungen auf Auslandskonten zu erwirken. | Es handelt sich nicht um ein technisches Datenleck der DRV, sondern um eine Betrugsmasche Dritter. Wie die Täter an Telefonnummern gelangen und wie viele Personen Geld verloren haben, ist nicht beziffert. |
| BSDC-P-FIN-2025-2552 Relevanz 3BaFin-Aufsicht, MiCAR-Regulierung, Stablecoin-Sanktion | 15.04.2025 | BaFin ordnet Abwicklung der Ethena GmbH und USDe-Geschäft an BaFin Recherche: DC Quelle öffnen → | Die BaFin ordnete am 14.04.2025 gegenüber der Ethena GmbH in Frankfurt die Abwicklung ihrer erlaubnispflichtigen Geschäfte rund um den Stablecoin USDe an. Grundlage waren Mängel in der Geschäftsorganisation, Verstöße gegen MiCAR-Vorgaben sowie unzureichende Angaben zur Kundenzahl in der EU. Bereits am 04.04.2025 hatte die BaFin ein Zwangsgeld von 600.000 Euro verhängt. | Der tatsächliche Anlegerschaden ist nicht beziffert, da die BaFin selbst von unzureichenden Unternehmensangaben zur Kundenzahl spricht. Der Ausgang der Widersprüche der Ethena GmbH war offen. |
| BSDC-P-FIN-2025-2553 Relevanz 3BaFin-Aufsicht, Neobank-Compliance, Geldwaescheprävention | 15.12.2025 | BaFin ordnet Sonderbeauftragten und Geschäftsbeschränkungen für N26 Bank SE an BaFin Recherche: DC Quelle öffnen → | Die BaFin verhängte am 15.12.2025 gegen die N26 Bank SE zusätzliche Eigenmittelanforderungen und Geschäftsbeschränkungen und bestellte einen Sonderbeauftragten. Grundlage waren eine Sonderprüfung, die eine nicht ordnungsgemäße Geschäftsorganisation sowie Mängel im Risiko- und Beschwerdemanagement offenlegte. Der Bank ist Neugeschäft mit Hypothekenkrediten in den Niederlanden untersagt. Bereits im März 2025 hatte die BaFin ein Bußgeld von 15.000 Euro verhängt. | Die genaue Höhe der zusätzlichen Eigenmittelanforderung wird nicht genannt. Es ist bereits der zweite Sonderbeauftragte seit 2021, warum frühere Maßnahmen nicht ausreichend wirkten, ist nicht öffentlich bewertet. |
| BSDC-P-FND-2023-2556 Relevanz 3DDoS-Angriffe, Bundesverwaltung-Schweiz, Hacktivismus | 12.06.2023 | DDoS-Angriffe der Gruppe NoName057(16) auf Schweizer Bundesverwaltung und Behörden Nationales Zentrum für Cybersicherheit NCSC, Schweiz Recherche: DC Quelle öffnen → | Am 12.06.2023 legte die prorussische Hackergruppe NoName057(16) mit DDoS-Angriffen mehrere Websites der Schweizer Bundesverwaltung sowie den Online-Auftritt der SBB lahm. Zwischen dem 07. und 19.06.2023 registrierte das NCSC insgesamt 57 erfolgreiche DDoS-Angriffe gegen Bundesstellen, Kantone und Unternehmen. Ein besonders starker Angriff erfolgte am 15.06.2023 während der Videoansprache von Präsident Selenskyj vor dem Schweizer Parlament. | Es handelt sich um DDoS-Angriffe, keinen Datendiebstahl. Die Zurechnung zur Gruppe NoName057(16) stützt sich auf deren eigene Bekennung, eine unabhängige forensische Bestätigung liegt nicht vor. |
| BSDC-P-FND-2023-2560 Relevanz 3Zero-Day-Exploit, Regierungshack, Ivanti | 24.07.2023 | Cyberangriff auf zwölf norwegische Regierungsministerien über Ivanti-Zero-Day Nasjonal sikkerhetsmyndighet (NSM) Recherche: DC Quelle öffnen → | Im Juli 2023 wurden IT-Systeme von zwölf norwegischen Regierungsministerien mittels einer Zero-Day-Schwachstelle in Ivanti Endpoint Manager Mobile angegriffen. Die norwegische Sicherheitsbehörde NSM identifizierte die Schwachstelle CVE-2023-35078, eine Authentifizierungsumgehung. Premierministeramt, Verteidigungs-, Justiz- und Außenministerium waren nicht betroffen. | Welche konkreten Daten die Angreifer abgezogen haben, ist nicht abschließend dokumentiert. Eine offizielle Zuordnung zu einer Gruppe oder einem Staat erfolgte nicht. |