Quellen-Tabelle

Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.

BSDC-IDDatumTitel & QuelleKernaussageKlartext
BSDC-S-FIN-2023-2679
Relevanz 3Menschenhandel, Suedostasien, Anlagebetrug
29.08.2023
UN-Bericht zu Menschenhandel in Betrugszentren Suedostasiens
UN-Menschenrechtsbuero (OHCHR)
Recherche: DC
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Das UN-Menschenrechtsbuero dokumentierte, dass mindestens 120.000 Menschen in Myanmar und rund 100.000 in Kambodscha in Betrugszentren zur Zwangsarbeit gezwungen wurden, viele davon durch falsche Jobangebote angelockt und anschliessend zu Anlage- und Romance-Scams gezwungen. Die Opfer stammten aus ueber 50 Laendern.

Der Bericht bezieht sich primaer auf Kambodscha und Myanmar und liefert Schaetzungen, keine verifizierten Einzelfallzahlen; die Rolle einzelner krimineller Netzwerke bleibt mangels Zugang zu den Anlagen unklar.

BSDC-S-FIN-2023-2686
Relevanz 3Sanktionsumgehung, Schattenflotte, Griechenland
14.02.2023
Griechische Reeder und die Umgehung des Ölpreisdeckels fuer russisches Rohoel
Global Witness
Recherche: DC
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Global Witness dokumentierte, dass griechische Reedereien nach der Verhaengung des G7-Preisdeckels einen erheblichen Anteil der weltweiten Verschiffungen von russischem Rohoel uebernahmen: griechisch kontrollierte Tanker transportierten im Januar 2023 rund ein Drittel der seewaertigen Rohoel-Exporte Russlands, teils mit westlicher Versicherung und Preisen ueber der 60-Dollar-Grenze.

Der Bericht stuetzt sich auf AIS-Schiffsverfolgungsdaten, die nicht in jedem Einzelfall die tatsaechlich gezahlten Preise belegen koennen; einzelne genannte Reedereien haben Vorwuerfe zurueckgewiesen.

BSDC-S-IDN-2023-2689
Relevanz 3Desinformation, Wahlmanipulation, Westafrika
17.02.2023
Desinformationskampagnen zur nigerianischen Praesidentschaftswahl 2023
BBC Africa Eye / Code for Africa
Recherche: DC
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Im Vorfeld und waehrend der nigerianischen Praesidentschaftswahl am 25. Februar 2023 dokumentierten BBC Africa Eye und Code for Africa koordinierte Desinformationskampagnen auf Twitter/X, Facebook und TikTok, die gefaelschte Videos, manipulierte Wahlbetrugs-Vorwuerfe und ethnisch aufgeladene Falschbehauptungen ueber die Kandidaten Bola Tinubu, Atiku Abubakar und Peter Obi verbreiteten. Tausende Fake-Accounts und bezahlte Influencer-Netzwerke wurden identifiziert.

Die genaue Urheberschaft einzelner Desinformationsnetzwerke ist nur teilweise belegt und stuetzt sich groesstenteils auf Analysen von Code for Africa, nicht auf gerichtsfeste Beweise; der tatsaechliche Einfluss auf das Wahlergebnis laesst sich nicht quantifizieren.

BSDC-S-KOM-2022-2694
Relevanz 3Grenzueberwachung, Fluechtlinge, Suedosteuropa
20.12.2022
Automatisierte Grenzueberwachung an der griechisch-tuerkischen Grenze (Evros): Drohnen, Waermekameras und das System "Centaur"
Human Rights Watch
Recherche: DC
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Human Rights Watch dokumentierte, wie Griechenland an der Evros-Grenze zur Tuerkei ein System aus Waermebildkameras, Drohnen, Bewegungssensoren und dem zentral gesteuerten Ueberwachungssystem "Centaur" einsetzt, um Migranten zu erkennen, bevor illegale Zurueckweisungen erfolgen. Berichte dokumentieren zudem Todesfaelle von Fluechtlingen im Grenzgebiet im Zusammenhang mit diesen Operationen.

Die genaue technische Funktionsweise von Centaur und die exakte Verknuepfung einzelner Todesfaelle mit dem Ueberwachungssystem sind nicht vollstaendig oeffentlich dokumentiert, da griechische Behoerden Informationsanfragen wiederholt zurueckwiesen.

BSDC-S-FIN-2010-2715
Relevanz 3Suedostasien, Rohstoffschmuggel, Korruption
11.05.2010
Kambodschas Sandexporte: Wie eine Elite-Familie den Sandschmuggel nach Singapur kontrollierte
Global Witness
Recherche: DC
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Der Bericht "Shifting Sand" dokumentiert, wie kambodschanische Unternehmen mit Verbindungen zur Familie von Senator Ly Yong Phat jahrelang Flusssand aus der Küstenregion Koh Kong nach Singapur exportierten, obwohl ein offizielles Exportverbot bestand. Singapur importierte zwischen 2007 und 2009 Sand im Wert von mehreren zehn Millionen US-Dollar aus Kambodscha, waehrend Phnom Penh Exporte offiziell bestritt.

Der Bericht stützt sich vor allem auf Handelsstatistiken und Satellitenbilder, nicht auf interne Firmen- oder Bankunterlagen; einzelne Empfänger der Erlöse bleiben teilweise Vermutung.

BSDC-S-KOM-2017-2723
Relevanz 3Spyware, Diaspora-Ueberwachung, Afrika
06.12.2017
Aethiopische Dissidenten im Ausland mit Cyberbit-Spyware ueberwacht
Citizen Lab
Recherche: DC
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Citizen Lab dokumentierte, dass die aethiopische Regierung die kommerzielle Spyware "PC Surveillance System" des israelischen Herstellers Cyberbit gegen im Ausland lebende aethiopische Dissidenten einsetzte, darunter Mitarbeiter des Senders ESAT. Identifiziert wurden mindestens 33 Infektionen sowie Kontrollserver in Aethiopien selbst.

Citizen Lab kann technische Kompromittierungen belegen, aber keine gerichtsfeste Beweiskette zu konkreten Anweisungen aethiopischer Regierungsstellen liefern; Cyberbit bestritt eine unrechtmaessige Nutzung.

BSDC-S-GER-2024-2733
Relevanz 3Protestrepression, Osteuropa, Ueberwachungsgesetzgebung
07.05.2024
Georgien: Gewaltsame Polizeirepression gegen Proteste gegen das "Agenten-Gesetz"
Human Rights Watch
Recherche: DC
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Im April/Mai 2024 kam es in Tiflis zu wochenlangen Massenprotesten gegen das georgische "Agenten-Gesetz". Human Rights Watch dokumentierte, dass die Bereitschaftspolizei Traenengas, Wasserwerfer und Gummigeschosse gegen ueberwiegend friedliche Demonstrierende einsetzte, zudem Schlaege gegen Protestierende und Journalisten sowie mehr als hundert Festnahmen.

Der Bericht stuetzt sich primaer auf Zeugenaussagen und Videomaterial, keine unabhaengige gerichtliche Feststellung; die Urheberschaft nächtlicher Ueberfaelle auf Aktivisten wurde nicht der Regierung direkt zugeordnet.

BSDC-S-KOM-2025-2746
Relevanz 3Spyware, Pressefreiheit, Suedeuropa
31.01.2025
Paragon-Spyware gegen italienischen Journalisten Francesco Cancellato
Citizen Lab
Recherche: DC
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Citizen Lab bestätigte forensisch, dass die iPhones des italienischen Journalisten Francesco Cancellato sowie mindestens sechs weiterer Personen (u.a. Aktivisten der NGO Mediterranea Saving Humans) mit der Spyware "Graphite" des israelischen Herstellers Paragon Solutions infiziert wurden. Die italienische Regierung raeumte den Einsatz gegen Mediterranea-Aktivisten ein, bestritt aber eine Überwachung Cancellatos.

Wer konkret den Angriff auf Cancellato in Auftrag gab, blieb ungeklärt; Paragon kündigte laut Presseberichten den Vertrag mit Italien, ohne die Vorwürfe im Detail zu bestätigen.