Quellen-Tabelle

Alle erfassten Quellen mit Kernaussage und Klartext im Volltext.

BSDC-IDDatumTitel & QuelleKernaussageKlartext
BSDC-P-FND-2022-2701
Relevanz 3Hacktivismus, Kritische-Infrastruktur, Osteuropa
24.01.2022
Cyberpartisans-Angriff auf die belarussische Eisenbahn
Reuters
Recherche: DC
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Die belarussische Hacktivisten-Gruppe Cyberpartisans erklärte im Januar 2022, sie habe Teile der IT-Systeme der staatlichen Eisenbahngesellschaft Belarusian Railways mit Ransomware verschlüsselt und Steuerungssysteme sabotiert, um den Truppentransport russischer Streitkräfte durch Belarus zu verlangsamen. Die Gruppe hatte zuvor bereits Datenbanken von Innenministerium, KGB und Polizei kompromittiert.

Die Angaben stammen im Wesentlichen von der Gruppe selbst und wurden von belarussischen Behörden nicht bestätigt; das tatsächliche Ausmaß der Störung des Zugverkehrs lässt sich unabhängig kaum verifizieren.

BSDC-J-FIN-2023-2702
Relevanz 3Ransomware, Suedostasien, Bankensektor
15.05.2023
Ransomware-Angriff auf Bank Syariah Indonesia (BSI) durch LockBit
Reuters
Recherche: DC
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Anfang Mai 2023 legte ein Ransomware-Angriff die Systeme der Bank Syariah Indonesia (BSI), der groessten islamischen Bank Indonesiens, ueber mehrere Tage lahm. Die Ransomware-Gruppe LockBit reklamierte den Angriff fuer sich und veroeffentlichte rund 1,5 Terabyte an angeblich gestohlenen Daten von rund 15 Millionen Kunden und Mitarbeitern.

Der genaue Umfang der tatsaechlich kompromittierten und missbrauchten Daten sowie die exakte technische Angriffsmethode wurden von BSI nie vollstaendig oeffentlich bestaetigt oder unabhaengig verifiziert.

BSDC-J-FND-2022-2703
Relevanz 3Ransomware, Kritische-Infrastruktur, Frankreich
21.08.2022
Ransomware-Angriff auf das Krankenhaus Corbeil-Essonnes bei Paris
Le Quotidien du Médecin / ANSSI
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In der Nacht vom 20. auf den 21. August 2022 wurde das Centre Hospitalier Sud-Francilien (CHSF) in Corbeil-Essonnes Opfer eines Ransomware-Angriffs, der das Krankenhausinformationssystem lahmlegte. Neugeborene mussten aus der Neonatologie in andere Kliniken verlegt werden. Laut einem ANSSI-Bericht wurden in Frankreich zwischen 2022 und 2023 insgesamt 30 Krankenhäuser durch Ransomware angegriffen.

Die genaue Täteridentität, die Höhe einer eventuell geforderten Lösegeldsumme sowie das exakte Ausmaß des Datenabflusses beim CHSF sind aus dieser Quelle nicht belegt.

BSDC-J-FIN-2017-2704
Relevanz 3Migration, Libyen, EU-Grenzschutz
28.08.2019
EU-finanzierte libysche Küstenwache: Kommandeur wegen Menschenschmuggels sanktioniert
Associated Press
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Die Associated Press deckte auf, dass Abd al-Rahman al-Milad ("Bija"), ein Kommandeur der von der EU trainierten und finanzierten libyschen Küstenwache, gleichzeitig ein Anführer eines Menschenschmugglernetzwerks war. Ein UN-Sicherheitsrats-Sanktionsbericht von 2017 belegte, dass seine Miliz Boote mit Migranten versenkte und Schutzgelder erpresste, während die EU-Mission Sophia seine Einheit unterstützte.

Die genaue Höhe der an al-Milads Einheit geflossenen EU-Gelder lässt sich aus öffentlichen Quellen nicht exakt beziffern, da Zahlungen über mehrere Programme liefen.

BSDC-J-FND-2022-2705
Relevanz 3Ransomware, Suedamerika, Finanzsektor
12.04.2022
Ransomware-Angriff auf die Börse von Santiago (Bolsa de Santiago)
BleepingComputer (Bill Toulas)
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Die Börse von Santiago, die wichtigste Wertpapierbörse Chiles, meldete im April 2022 einen Cyberangriff auf ihre internen Systeme. Die Ransomware-Gruppe Conti reklamierte den Angriff für sich und behauptete, interne Dokumente und Daten der Börse gestohlen zu haben. Der Handelsbetrieb wurde nach Angaben der Börse nicht unterbrochen.

Der genaue Umfang der abgeflossenen Daten sowie die technischen Details des Eindringens wurden von der Börse öffentlich nicht vollständig bestätigt; die Zuordnung zu Conti stützt sich primär auf die Selbstbezichtigung der Gruppe.

BSDC-J-FIN-2018-2706
Relevanz 3Fischereirecht, Westsahara, EU-Marokko-Abkommen
27.02.2018
EuGH-Urteil zum EU-Marokko-Fischereiabkommen und der Westsahara
Europäischer Gerichtshof (EuGH) / Reuters
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Der Europäische Gerichtshof entschied am 27. Februar 2018, dass das EU-Marokko-Fischereiabkommen nicht auf die Gewässer der von Marokko besetzten Westsahara anwendbar ist, da die saharauische Bevölkerung dem Abkommen nie zugestimmt hatte. Die Front Polisario hatte geklagt, weil EU-Fangflotten und die damit verbundenen Zahlungen faktisch marokkanischen Behörden zuflossen.

Das Urteil betrifft primär völkerrechtliche Zuständigkeit und EU-Vertragsrecht, nicht direkt Sanktionsumgehung im engeren Sinn; Details zu tatsächlichen Zahlungsflüssen an marokkanische Behörden sind in der Quelle nicht quantifiziert.

BSDC-J-FIN-2023-2707
Relevanz 3Geldwaesche, Suedamerika, Fussballtransfers
15.06.2023
Ermittlungen gegen Fußballagent Christian Bragarnik wegen Geldwäscheverdacht bei Spielertransfers
Infobae
Recherche: DC
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Die argentinische Finanzaufsicht UIF erstattete 2023 Anzeige gegen den Fußballagenten Christian Bragarnik wegen des Verdachts der Geldwäsche über Spielertransfers argentinischer Clubs. Untersucht wurden verdächtige Geldflüsse und überhöhte Ablösesummen, bei denen ein Teil der Zahlungen über Bragarniks Firmenstruktur und Strohleute geschleust worden sein soll.

Es handelt sich um eine eingeleitete Ermittlung, nicht um ein rechtskräftiges Urteil; konkrete Schuldfeststellungen sind aus der Quelle nicht ersichtlich.

BSDC-J-FIN-2020-2708
Relevanz 3Pyramidensystem, Suedostasien, Anlagebetrug
22.12.2020
Vietnam: Milliarden-Pyramidensystem "Lien Ket Viet" - Fuehrungsspitze verurteilt
Reuters
Recherche: DC
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Ein vietnamesisches Gericht verurteilte die Fuehrung des Multi-Level-Marketing-Unternehmens "Lien Ket Viet", das als Nahrungsergaenzungsmittel-Vertrieb getarnt ein Pyramidensystem betrieb. Rund 68.000 Anleger wurden um insgesamt etwa 80 Millionen US-Dollar betrogen; Firmenchef Le Xuan Giang wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der Fall stammt nicht direkt aus dem Herbalife-Umfeld, sondern betrifft ein aehnlich gelagertes MLM-Pyramidensystem in Vietnam. Ob Opfer entschaedigt wurden, bleibt offen.

BSDC-J-FIN-2021-2709
Relevanz 3Organisierte-Kriminalitaet, Balkan-Kartell, Geldwaesche
14.06.2021
US-Sanktionen gegen das Balkan-Kartell um Edin Gacanin
US-Finanzministerium (OFAC) / OCCRP
Recherche: DC
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Im Juni 2021 verhängte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen den bosnisch-österreichischen Drogenboss Edin Gacanin und sein Netzwerk, das als eines der einflussreichsten Balkan-Kartelle fuer Kokainschmuggel aus Suedamerika nach Europa gilt. Das Netzwerk soll ueber Haefen wie Antwerpen und Rotterdam mehrere Tonnen Kokain geschleust und die Gewinne ueber Immobilien und Scheinfirmen gewaschen haben.

Die genaue Menge des geschmuggelten Kokains und der Gesamtumfang der Geldwaesche sind nicht abschliessend beziffert; die OFAC-Angaben stuetzen sich auf Ermittlungsergebnisse, nicht auf ein rechtskraeftiges Urteil.

BSDC-O-FIN-2023-2710
Relevanz 3Fentanyl-Geldwaesche, Chinesische-Untergrundbanken, Kartell-Finanzierung
14.04.2023
US-Sanktionen gegen chinesisches Geldwäschenetzwerk fuer Fentanyl-Erloese (Xizhi Li)
US-Finanzministerium (OFAC)
Recherche: DC
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Das US-Finanzministerium verhaengte Sanktionen gegen Xizhi Li und ein chinesisches Geldwaeschenetzwerk, das Drogenkartellen in Mexiko half, Erloese aus dem Fentanyl-Handel in den USA zu waschen. Das Netzwerk nutzte chinesische Untergrundbanken, um Bargeld zu sammeln und ueber komplexe Transaktionsketten nach China und Mexiko zu transferieren.

Die Pressemitteilung liefert keine vollstaendigen Fallzahlen wie die genaue Gesamtsumme der gewaschenen Gelder; die Einordnung als chinesisches Netzwerk bezieht sich auf die Herkunft der Vermittler, nicht auf staatliche Beteiligung.

BSDC-J-FIN-2022-2711
Relevanz 3Staatsbankrott, Suedasien, Korruption
20.04.2022
Sri Lankas Staatsbankrott: Wie Familienherrschaft und Steuerpolitik der Rajapaksas die Krise befeuerten
Reuters
Recherche: DC
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Sri Lanka wurde im April 2022 mit rund 51 Mrd. USD Auslandsschulden erstmals in seiner Geschichte zahlungsunfähig. Als Ursachen benennt Reuters die Machtkonzentration der Familie Rajapaksa, drastische populistische Steuersenkungen 2019 und ein abruptes Verbot chemischer Düngemittel 2021, die massive Proteste (Aragalaya) auslösten.

Der Bericht dokumentiert wirtschaftspolitische Fehlentscheidungen, belegt aber keine strafrechtlich nachgewiesene persönliche Bereicherung einzelner Familienmitglieder durch konkrete Korruptionsdelikte.

BSDC-J-FIN-2020-2712
Relevanz 3Menschenhandel, Suedliches-Afrika, Zwangsarbeit-Landwirtschaft
30.01.2020
Zwangsarbeit auf Farm in Musina: Dutzende malawische Wanderarbeiter befreit
IOM Südafrika / News24
Recherche: DC
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Im Januar 2020 befreiten südafrikanische Behörden gemeinsam mit der IOM mehrere Dutzend malawische Staatsangehörige, die auf einer Farm in der Grenzregion Musina unter Bedingungen von Zwangsarbeit festgehalten wurden. Die Arbeiter waren mit falschen Versprechungen legaler Beschäftigung nach Südafrika gelockt worden und mussten ihre Pässe abgeben.

Genaue Opferzahl, Täteridentität und Ausgang etwaiger Strafverfahren sind aus der verfügbaren Presseberichterstattung nicht abschließend belegt.

BSDC-O-FIN-2021-2713
Relevanz 3Korruption, Suedasien, Geldwaesche
10.12.2021
US-Sanktionen gegen Ex-Präsident Yameen wegen MMPRC-Korruption
US-Finanzministerium (OFAC)
Recherche: DC
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Das US-Finanzministerium sanktionierte im Rahmen des Global Magnitsky Act mehrere Personen im Zusammenhang mit dem MMPRC-Skandal, aus dem zwischen 2014 und 2018 unter Ex-Präsident Abdulla Yameen rund 90 Millionen US-Dollar veruntreut wurden. Gelder aus der Verpachtung von Inselresorts wurden über Briefkastenfirmen geschleust; Yameen wurde 2019 wegen Geldwäsche verurteilt, das Urteil spaeter aufgehoben und 2022 erneuert.

Die Pressemitteilung nennt nicht Yameen selbst als sanktionierte Einzelperson, sondern beteiligte Netzwerkakteure; der veruntreute Gesamtbetrag variiert je nach Quelle.

BSDC-J-FIN-2019-2714
Relevanz 3Finanzkriminalitaet, Sudan, Rohstoffschmuggel
01.12.2019
Sudans Militaer und die RSF: Goldschmuggel als Finanzierungsquelle eines paramilitaerischen Wirtschaftsimperiums
The Sentry
Recherche: DC
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Der Bericht "Sudan's Bloody Gold" dokumentiert, wie die paramilitaerische Rapid Support Forces (RSF) unter General Mohamed Hamdan Dagalo ("Hemedti") ueber die Firma Al-Junaid Multi Activities Co. Goldminen im Darfur-Gebiet kontrolliert und Gold im Wert von geschaetzt hunderten Millionen US-Dollar jaehrlich nach Dubai verschmuggelt, um die RSF-Truppen zu finanzieren.

Exakte Exportvolumina und Dollarbetraege beruhen auf Schaetzungen von The Sentry, nicht auf offiziellen Zollstatistiken; strafrechtliche Verurteilungen einzelner Verantwortlicher liegen bislang nicht vor.

BSDC-S-FIN-2010-2715
Relevanz 3Suedostasien, Rohstoffschmuggel, Korruption
11.05.2010
Kambodschas Sandexporte: Wie eine Elite-Familie den Sandschmuggel nach Singapur kontrollierte
Global Witness
Recherche: DC
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Der Bericht "Shifting Sand" dokumentiert, wie kambodschanische Unternehmen mit Verbindungen zur Familie von Senator Ly Yong Phat jahrelang Flusssand aus der Küstenregion Koh Kong nach Singapur exportierten, obwohl ein offizielles Exportverbot bestand. Singapur importierte zwischen 2007 und 2009 Sand im Wert von mehreren zehn Millionen US-Dollar aus Kambodscha, waehrend Phnom Penh Exporte offiziell bestritt.

Der Bericht stützt sich vor allem auf Handelsstatistiken und Satellitenbilder, nicht auf interne Firmen- oder Bankunterlagen; einzelne Empfänger der Erlöse bleiben teilweise Vermutung.

BSDC-J-FIN-2013-2716
Relevanz 3Finanzkriminalitaet, Rohstoffhandel, Belgien
28.12.2013
Omega-Diamonds-Vergleich: Rekordbusse im Antwerpener Diamantenhandel
Reuters / Belgische Staatsanwaltschaft
Recherche: DC
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Der Antwerpener Diamantenhändler Omega Diamonds einigte sich Ende 2013 mit belgischen Behörden auf eine Zahlung von rund 160 Millionen Euro, um ein Strafverfahren wegen Zoll- und Steuerbetrugs sowie mutmasslicher Geldwäsche im Zusammenhang mit Diamantenimporten aus zentralafrikanischen Konfliktregionen zu beenden. Es war der bis dahin höchste aussergerichtliche Steuervergleich in der belgischen Geschichte.

Der Vergleich beendete das Verfahren ohne förmliches Schuldeingeständnis oder strafrechtliche Verurteilung einzelner Personen; die genaue Rolle israelischer Netzwerke bleibt nur skizzenhaft dokumentiert.

BSDC-P-FND-2021-2717
Relevanz 3Ransomware, Island, Lieferkettenangriff
08.06.2021
Ransomware-Angriff auf IT-Dienstleister Advania trifft norwegische Kunden
Reuters
Recherche: DC
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Im Juni 2021 wurde der isländisch-nordische IT-Dienstleister Advania Opfer eines Ransomware-Angriffs ueber eine Sicherheitsluecke in einer Kundenmanagement-Software (spaeter als Kaseya-VSA-Zulieferkette bekannt). Betroffen waren rund 850 Kunden von Advania, darunter norwegische Unternehmen und Behoerden.

Der Bericht basiert auf einer kurzen Reuters-Meldung; genaue Zahl und Art der tatsaechlich kompromittierten Daten sowie ein etwaiges Loesegeld sind darin nicht belegt.

BSDC-J-FIN-2022-2718
Relevanz 3Sanktionsumgehung, Oligarchen-Vermoegen, Offshore-Finanzkriminalitaet
15.06.2022
Malta als Fluchthafen: Wie die Jachtflagge Sanktionen gegen russische Oligarchen unterlief
OCCRP
Recherche: DC
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OCCRP-Recherchen zeigten, dass zahlreiche Superjachten sanktionierter russischer Oligarchen unter maltesischer Flagge registriert blieben, obwohl die EU seit Februar 2022 Sanktionen gegen deren Eigentümer verhängt hatte. Malta gilt neben Zypern als Flagge der Wahl fuer Superjachten wegen laxer Eigentuemerpruefung.

Nicht in jedem Einzelfall ist gerichtsfest belegt, dass die maltesische Registerbehoerde bewusst Sanktionsumgehung ermoeglichte; die Recherche stuetzt sich auf Registerdaten und Leaks, nicht auf strafrechtliche Verurteilungen.

BSDC-J-FIN-2020-2719
Relevanz 3Mobile-Money-Betrug, Ostafrika, SIM-Swapping
05.02.2021
Betrug mit mobilem Geld: SIM-Swapping und M-Pesa-Cyberkriminalität in Kenia
Reuters
Recherche: DC
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Kenianische Ermittler und Reuters berichteten Anfang 2021 über organisierte Betrugsnetzwerke, die per SIM-Swapping und Social Engineering Zugriff auf M-Pesa-Mobile-Money-Konten von Safaricom-Kunden erlangten. Täter beantragten mit gefälschten Ausweisdokumenten Ersatz-SIM-Karten der Opfer und setzten anschließend M-Pesa-PINs zurück.

Eine bundesweite Gesamtschadenssumme oder eine offizielle Fallzahl für ganz Kenia ist nicht belastbar zu beziffern; die genaue technische Vorgehensweise variiert von Fall zu Fall.

BSDC-P-FIN-2024-2720
Relevanz 3Korruption, Suedkorea, Chaebol
05.02.2024
Samsung-Erbe Lee Jae-yong im Fusionsprozess freigesprochen
NPR / Associated Press
Recherche: DC
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Ein Gericht in Seoul sprach Samsung-Electronics-Chef Lee Jae-yong am 5. Februar 2024 von Vorwürfen der Bilanzfälschung und Marktmanipulation im Zusammenhang mit der umstrittenen Fusion von Samsung C&T und Cheil Industries 2015 frei. Die Staatsanwaltschaft hatte argumentiert, die Fusion sei manipuliert worden, um Lees Kontrolle über den Konzern zu sichern.

Der Artikel dokumentiert den Freispruch, erläutert aber nicht im Detail die volle Beweisführung; die Staatsanwaltschaft konnte Berufung einlegen, der weitere Verfahrensausgang ist aus dieser Quelle allein nicht ersichtlich.

BSDC-O-FIN-2020-2721
Relevanz 3Geldwaesche, Balkan, Bankenaufsicht
07.05.2020
EU stuft Bosnien und Herzegowina als Hochrisikoland fuer Geldwaesche ein
Europaeische Kommission
Recherche: DC
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Die Europaeische Kommission nahm Bosnien und Herzegowina im Mai 2020 in die EU-Liste von Drittstaaten mit strategischen Maengeln bei der Bekaempfung von Geldwaesche auf. Grundlage war eine FATF-Bewertung, die unzureichende Aufsicht und Luecken bei der wirtschaftlichen Eigentuemertransparenz feststellte.

Die Quelle dokumentiert eine strukturelle Risikoeinstufung, nicht einen einzelnen aufgedeckten Geldwaeschefall mit konkreten Taetern und Gerichtsverfahren.

BSDC-O-FIN-2023-2722
Relevanz 3Fentanyl-Praekursoren, Kartell-Lieferkette, China-Mexiko-Handel
23.06.2023
US-Justizministerium klagt chinesische Chemieunternehmen wegen Fentanyl-Präkursor-Handels mit Sinaloa-Kartell an
U.S. Department of Justice
Recherche: DC
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Das US-Justizministerium erhob Anklage gegen mehrere in China ansässige Chemieunternehmen wegen des Vertriebs von Fentanyl-Präkursorchemikalien an mexikanische Drogenkartelle, darunter das Sinaloa-Kartell. Die Firmen boten die Chemikalien offen über Online-Kataloge an und versandten sie unter falscher Deklaration.

Die Anklage dokumentiert Einzelfälle identifizierter Firmen, belegt aber nicht das Gesamtvolumen des Präkursorhandels; viele Beschuldigte befinden sich außerhalb US-Zugriffs.

BSDC-S-KOM-2017-2723
Relevanz 3Spyware, Diaspora-Ueberwachung, Afrika
06.12.2017
Aethiopische Dissidenten im Ausland mit Cyberbit-Spyware ueberwacht
Citizen Lab
Recherche: DC
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Citizen Lab dokumentierte, dass die aethiopische Regierung die kommerzielle Spyware "PC Surveillance System" des israelischen Herstellers Cyberbit gegen im Ausland lebende aethiopische Dissidenten einsetzte, darunter Mitarbeiter des Senders ESAT. Identifiziert wurden mindestens 33 Infektionen sowie Kontrollserver in Aethiopien selbst.

Citizen Lab kann technische Kompromittierungen belegen, aber keine gerichtsfeste Beweiskette zu konkreten Anweisungen aethiopischer Regierungsstellen liefern; Cyberbit bestritt eine unrechtmaessige Nutzung.

BSDC-J-FIN-2025-2724
Relevanz 3Geldwaesche, Suedostasien, Online-Betrug
13.02.2025
Razzia im Scam-Compound KK Park an der Grenze Myanmar-Thailand
Reuters
Recherche: DC
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Im Februar 2025 begann Myanmar mit der Übergabe tausender Personen aus dem Scam-Compound-Netzwerk in Myawaddy, zu dem KK Park gehört, an thailändische Behörden. KK Park gilt als eines der größten Zentren für Online-Betrug (Pig-Butchering-Scams) in Südostasien, betrieben mit oft zwangsrekrutierten Arbeitskräften.

Die genaue Größenordnung der über KK Park gewaschenen Gelder ist nicht offiziell beziffert; der zitierte Artikel behandelt primär die Übergabe von Personen, nicht eine forensische Aufarbeitung der Geldwäschestrukturen.

BSDC-J-FND-2022-2725
Relevanz 3Spionage, Russland, Skandinavien
03.11.2022
Enttarnter russischer Spion an norwegischer Universität: Der Fall "José Assis Giammaria"
The Guardian / Reuters
Recherche: DC
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Im Oktober 2022 wurde in Tromsø, Norwegen, ein Mann verhaftet, der seit Jahren unter der falschen brasilianischen Identität "José Assis Giammaria" als Gastforscher an der Arktischen Universität Norwegens arbeitete. Der norwegische Inlandsgeheimdienst PST identifizierte ihn als mutmaßlichen "Illegalen" des russischen Militärgeheimdienstes GRU.

Die genaue Auftragslage ist öffentlich nicht im Detail belegt, da Ermittlungsunterlagen der PST vertraulich bleiben.