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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Primärquelle

BSI warnt vor Kaspersky-Virenschutzsoftware nach russischem Angriff auf die Ukraine

Das BSI warnte am 15.03.2022 auf Grundlage von § 7 BSI-Gesetz vor dem Einsatz von Virenschutzprodukten des russischen Herstellers Kaspersky. Begründet wurde dies mit dem Vorgehen russischer militärischer und nachrichtendienstlicher Kräfte im Kontext des Angriffskriegs gegen die Ukraine sowie den weitreichenden Systemberechtigungen von Antivirensoftware. Es war das erste Mal, dass die Behörde vor der gesamten Produktfamilie eines einzelnen Herstellers warnte statt vor einer konkreten Sicherheitslücke.

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)

15.03.2022

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Dass Kaspersky-Software tatsächlich für Spionage im Auftrag russischer Stellen missbraucht wurde, ist nicht belegt. Das BSI räumte ein, die Warnung beruhe auf einer Risikoeinschätzung, nicht auf einem konkreten technischen Nachweis. Kaspersky bestritt die Vorwürfe und ging rechtlich gegen die Warnung vor.

Primärquelle

Pro-russische Hackergruppe Killnet attackiert kroatische Regierungswebsites mit DDoS-Angriffen

Im März 2022 wurden mehrere Websites kroatischer Regierungsbehörden durch eine Serie von DDoS-Angriffen zeitweise lahmgelegt. Kroatische Behörden und Sicherheitsexperten ordneten die Angriffe der pro-russischen Hackergruppe Killnet zu, die im Kontext des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mehrere NATO- und EU-Staaten mit ähnlichen Attacken ins Visier nahm.

Reuters

15.03.2022

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Technische Details zu Angriffsvolumen, betroffener Infrastruktur und etwaigen tieferen Kompromittierungen bleiben unklar; ein Datenleck oder Zugriff auf sensible Systeme wurde nicht nachgewiesen.

Primärquelle

Garante-Bußgeld gegen Clearview AI wegen Gesichtserkennung

Die italienische Datenschutzbehörde Garante verhängte am 9. März 2022 ein Bußgeld von 20 Millionen Euro gegen das US-Unternehmen Clearview AI. Clearview AI hatte über 10 Milliarden Gesichtsbilder per Web Scraping gesammelt und daraus biometrische Profile erstellt, auch von Personen in Italien, ohne angemessene Rechtsgrundlage. Der Garante ordnete zusätzlich die Löschung der Daten italienischer Betroffener an, untersagte die weitere Datenerhebung und verpflichtete das Unternehmen zur Benennung eines EU-Vertreters.

Garante per la protezione dei dati personali (italienische Datenschutzbehörde)

09.03.2022

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Offen bleibt, ob und in welcher Höhe Clearview AI das Bußgeld tatsächlich gezahlt hat, da das Unternehmen keinen Sitz in der EU hat und die grenzüberschreitende Durchsetzbarkeit unklar ist. Nicht öffentlich dokumentiert ist der genaue Umfang der betroffenen italienischen Nutzerdaten sowie ob die angeordnete Löschung vollständig umgesetzt wurde.

Organisation/NGO

Klarna zahlt rund 671.000 Euro Bußgeld in Schweden wegen irreführender Datenschutzinformationen

Die schwedische Datenschutzbehörde IMY verhängte im März 2022 gegen den Zahlungsdienst Klarna ein Bußgeld von 7,5 Millionen schwedischen Kronen (rund 671.000 Euro). Klarna informierte Nutzer nicht ausreichend über Zweck und Rechtsgrundlage bestimmter Datenverarbeitungen und machte unvollständige beziehungsweise irreführende Angaben darüber, an welche Empfänger, darunter schwedische und ausländische Auskunfteien, personenbezogene Daten weitergegeben wurden. Zudem fehlten Informationen darüber, in welche Länder außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums Klarna Daten übermittelt und wie Betroffene entsprechende Auskünfte erhalten können. Während der laufenden Untersuchung änderte Klarna wiederholt seine Angaben zum Umgang mit personenbezogenen Daten. Ein Berufungsgericht in Stockholm bestätigte das ursprüngliche Bußgeld in vollem Umfang.

Integritetsskyddsmyndigheten (IMY, schwedische Datenschutzbehörde)

01.03.2022

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Die untersuchten Angaben betreffen den Stand von Frühjahr 2020; ob Klarnas Praxis inzwischen vollständig DSGVO-konform ist, ist aus dieser Quelle nicht belegt.

Journalismus

Kojima-Cyberangriff stoppt alle 14 Toyota-Werke in Japan, rund 13.000 Fahrzeuge weniger

Am 26.02.2022 entdeckte der japanische Toyota-Zulieferer Kojima Industries Corporation, Hersteller von Kunststoff- und Elektronikteilen, nach einem Fehler auf einem Dateiserver eine Virusinfektion samt englischsprachiger Drohbotschaft. Toyota Motor Corporation kündigte daraufhin an, wegen des dadurch ausgelösten Systemausfalls bei Kojima am 01.03.2022 alle 28 Fertigungslinien an allen 14 inländischen Werken in Japan für beide Schichten auszusetzen. Der eintägige Produktionsstopp kostete nach Reuters-Berechnungen rund 13.000 Fahrzeuge und betraf über gemeinsame Zulieferteile auch die mit Toyota verbundenen Marken Daihatsu und Hino. Zeitgleich meldete auch der Wasserpumpenhersteller GMB Corp, ein weiterer Toyota-Zulieferer, technische Probleme. Bereits am 02.03.2022 nahm Toyota die Produktion in der ersten Schicht wieder auf, nachdem der Datenaustausch zwischen Kojima und Toyota über ein Backup-Netzwerk wiederhergestellt worden war. Toyota rechnete zu diesem Zeitpunkt damit, dass die vollständige Systemwiederherstellung noch ein bis zwei Wochen dauern werde. Toyota-Präsident Akio Toyoda besuchte die Kojima-Zentrale rund vier Tage nach dem Vorfall. Mehrere Medien bezifferten den wirtschaftlichen Schaden aus dem eintägigen Produktionsausfall auf eine grobe Schätzung von etwa 375 Millionen US-Dollar auf Basis von Umsatz- und Absatzdaten.

Reuters

01.03.2022

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Wer für den Angriff verantwortlich war und ob es sich tatsächlich um Ransomware oder einen Emotet-Bezug handelte, war laut Reuters-Bericht zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht bestätigt; die kolportierte Schadenssumme von rund 375 Mio. US-Dollar beruht auf einer externen Hochrechnung, nicht auf einer offiziellen Toyota-Angabe.

Journalismus

Conti-Ransomware-Leaks: Interne Chatprotokolle nach Ukraine-Invasion durchgesickert

Nachdem die Conti-Ransomware-Gruppe am 25.02.2022 öffentlich ihre Unterstützung für die russische Invasion in der Ukraine erklärt hatte, leakte ein pro-ukrainischer Insider ab dem 27.02.2022 interne Chatprotokolle. Der Datensatz umfasst 393 JSON-Dateien mit 60.094 Nachrichten aus dem Zeitraum 21.01.2021 bis 27.02.2022. Zusätzlich wurden Quellcode-Bestandteile der TrickBot-Malware veröffentlicht. Die Chats zeigen, dass Conti in Scrum-artigen Sprints organisiert war.

Krebs on Security

01.03.2022

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Die Identität des Leakers ist bis heute nicht offiziell bestätigt. Die genaue Zahl von 60.094 Nachrichten stammt aus der Auswertung durch Sicherheitsforscher, nicht aus einer amtlichen forensischen Bestätigung. Unklar bleibt, wie vollständig der Leak das Kommunikationsvolumen der Gruppe abbildet.

Journalismus

Conti-Ransomware-Leaks: Ukrainischer Forscher veröffentlicht interne Chats und Quellcode

Ab dem 27.02.2022 veröffentlichte ein anonymer Account namens ContiLeaks über mehrere Tage Archive mit internen Chatnachrichten und Quellcode der Ransomware-Gruppe Conti. Die Daten stammten von einem ukrainischen Sicherheitsforscher, geleakt wurden 393 JSON-Dateien mit rund 60.000 internen Nachrichten aus dem Zeitraum Januar 2021 bis Februar 2022. Auslöser war eine öffentliche Erklärung der Conti-Gruppe, sich nach dem russischen Angriff auf die Ukraine auf die Seite Russlands zu stellen.

BleepingComputer

27.02.2022

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Die genaue Identität des Sicherheitsforschers hinter ContiLeaks wurde nie offiziell bestätigt. Wie lange der Zugriff auf die internen Systeme bereits vor der Veröffentlichung bestand, bleibt unklar.

Journalismus

Suisse-Secrets-Datenleck bei Credit Suisse

Am 20. Februar 2022 veröffentlichten die Süddeutsche Zeitung und das OCCRP mit einem Netzwerk von mehr als 150 Journalisten aus über 50 Medien die Recherche Suisse Secrets zu einem anonym zugespielten Datensatz mit Informationen zu mehr als 18.000 Konten der Credit Suisse. Die Konten waren zwischen den 1940er Jahren und der jüngeren Vergangenheit eröffnet worden und hielten laut Auswertung Vermögen von zusammen über 100 Milliarden Franken, darunter Konten mutmaßlicher Autokraten, sanktionierter Personen und krimineller Akteure. Credit Suisse wies die Vorwürfe öffentlich zurück.

OCCRP und Süddeutsche Zeitung

20.02.2022

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Wer die Daten zuspielte und deren genaue Motivation blieben unbekannt, da die Person anonym blieb. Nicht öffentlich dokumentiert ist, für wie viele der 18.000 Konten tatsächlich Fehlverhalten im juristischen Sinne nachgewiesen wurde, da Credit Suisse die Vorwürfe größtenteils bestritt. Offen blieb auch der genaue rechtliche Umgang der Schweizer Behörden mit der undichten Stelle.

Journalismus

Suisse Secrets: Datenleck enthüllt Kundendaten der Credit Suisse

Am 20.02.2022 veröffentlichte ein Journalistenkonsortium aus 48 Medien in 39 Ländern unter Federführung der Süddeutschen Zeitung und des OCCRP die Recherche Suisse Secrets. Grundlage waren Daten zu mehr als 18.000 Bankkonten der Credit Suisse mit einem Gesamtvolumen von über 100 Milliarden Schweizer Franken. Die Recherche identifizierte unter den Kontoinhabern sanktionierte Personen und mutmaßliche Kriegsverbrecher. Credit Suisse wies die Vorwürfe zurück.

Süddeutsche Zeitung / OCCRP

20.02.2022

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Die Identität der Quelle, die die Daten zuspielte, ist nicht dokumentiert. Credit Suisse stellte die Aktualität eines großen Teils der Datensätze infrage. Ob gegen einzelne Kontoinhaber strafrechtlich ermittelt wurde, ist nicht einheitlich öffentlich dokumentiert.

Journalismus

CNIL erklärt Google Analytics in Frankreich für rechtswidrig

Die französische Datenschutzbehörde CNIL stellte am 10. Februar 2022 fest, dass der Einsatz von Google Analytics gegen Art. 44 DSGVO verstößt, weil die Datenübermittlung an Google in die USA nicht ausreichend vor dem Zugriff US-amerikanischer Geheimdienste geschützt ist. Die CNIL erteilte einem französischen Website-Betreiber eine förmliche Mahnung und gab ihm einen Monat Zeit, entweder auf Google Analytics zu verzichten oder ein Tool ohne Datentransfer in die USA zu nutzen. Grundlage waren 101 Musterbeschwerden der Organisation noyb sowie das Schrems-II-Urteil des EuGH.

IAPP (International Association of Privacy Professionals)

10.02.2022

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Der Name des betroffenen Website-Betreibers wurde nicht veröffentlicht, ein Bußgeld wurde in diesem Verfahren nicht verhängt. Offen bleibt, ob der Betreiber die Frist einhielt, spätere Berichte zufolge erteilte die CNIL im April 2022 mindestens drei weiteren Betreibern ähnliche Anordnungen.

Primärquelle

Bitfinex-Hack 2016: US-Justizministerium beschlagnahmt gestohlene Bitcoin und verhaftet Ehepaar Lichtenstein/Morgan

Im August 2016 wurden bei einem Hack der Kryptobörse Bitfinex rund 119.754 Bitcoin gestohlen. Am 08.02.2022 gab das US-Justizministerium bekannt, Ilya Lichtenstein und seine Ehefrau Heather Morgan verhaftet zu haben, die Behörden beschlagnahmten dabei über 3,6 Milliarden US-Dollar in Kryptowährung. Im August 2023 bekannten sich beide schuldig, Lichtenstein räumte ein, der ursprüngliche Hacker der Bitfinex-Börse gewesen zu sein.

US-Justizministerium (DOJ)

08.02.2022

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Wie die Angreifer 2016 konkret in die Bitfinex-Systeme eindrangen, ist nicht Gegenstand dieser Pressemitteilung. Ob Lichtenstein alleiniger Täter des ursprünglichen Hacks war oder mit weiteren Personen zusammenarbeitete, ist nicht abschließend geklärt.

Primärquelle

Bitfinex-Hack: FBI beschlagnahmt gestohlene Bitcoin bei Ehepaar Lichtenstein/Morgan

Am 08.02.2022 verhaftete das FBI in Manhattan das Ehepaar Ilya Lichtenstein und Heather Morgan und beschlagnahmte rund 94.636 Bitcoin, die aus dem Bitfinex-Hack von 2016 stammten, zu diesem Zeitpunkt etwa 3,6 Milliarden US-Dollar wert. Laut Anklage hatte Lichtenstein 2016 mittels fortgeschrittener Hacking-Techniken das Netzwerk der Kryptobörse Bitfinex kompromittiert und über 2.000 betrügerische Transaktionen ausgelöst, durch die insgesamt 119.754 Bitcoin abflossen. Im August 2023 bekannten sich beide schuldig, im November 2024 wurde Lichtenstein zu fünf Jahren, Morgan zu 18 Monaten Haft verurteilt.

U.S. Department of Justice / IRS Criminal Investigation

08.02.2022

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Wie genau Lichtenstein technisch in das Bitfinex-Netzwerk eindrang, bleibt unklar, die Anklageschrift nennt nur allgemein fortgeschrittene Hacking-Tools. Der beschlagnahmte Anteil deckte nicht die gesamte Beute ab. Ob und in welchem Umfang die beschlagnahmten Bitcoin vollständig an Bitfinex zurückgehen, war Anfang 2025 noch Gegenstand eines Gerichtsverfahrens.

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