U Entry

Studienlage & Gesetzesgrundlagen

Studienlage & Gesetzesgrundlagen

Wissen. Einordnen. Selbstbestimmt entscheiden.

Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

Filter zurücksetzen

554 Treffer · Seite 26 von 47

Organisation/NGO

Suez-Rajan-Fall: Griechische Reederei Empire Navigation bekennt sich wegen Iran-Oel-Sanktionsumgehung schuldig

Die griechische Reederei Empire Navigation bekannte sich schuldig, mit dem Tanker "Suez Rajan" iranisches Rohoel unter Verstoss gegen US-Sanktionen transportiert zu haben. Die Firma stimmte einer Geldstrafe von rund 2,4 Mio. US-Dollar zu und musste rund 1 Mio. Barrel Rohoel im Wert von etwa 40 Mio. US-Dollar abliefern.

US-Justizministerium

14.09.2023

Klartext anzeigen

Die DOJ-Mitteilung belegt nicht, dass griechische Schiffsregister branchenweit an Sanktionsumgehung beteiligt sind.

Organisation/NGO

MGM/Caesars-Hack: Zehnminütiger Anruf beim IT-Helpdesk verschafft Scattered Spider Zugriff, Caesars zahlt 15 Mio. USD

Im September 2023 griff die Hackergruppe Scattered Spider (UNC3944) sowohl Caesars Entertainment (07.09.2023, Social-Engineering-Angriff auf einen IT-Drittanbieter) als auch MGM Resorts International (11.09.2023) an, Teil einer Angriffswelle gegen schätzungsweise 100 Organisationen. Die Angreifer identifizierten über LinkedIn einen MGM-Mitarbeiter, gaben sich als diese Person aus und riefen in einem zehnminütigen Telefonat beim IT-Helpdesk von MGM an, um sich Zugang zu dessen Konto zu verschaffen; dadurch erlangten sie Administratorrechte in MGMs Okta-Umgebung und nutzten schwache Mehr-Faktor-Authentifizierung aus, um die Kontrolle über den Azure-Active-Directory-Domänencontroller zu übernehmen. Am 14.09.2023 gaben die Angreifer an, 6 Terabyte Daten von beiden Unternehmen exfiltriert und anschließend BlackCat/ALPHV-Ransomware eingesetzt zu haben, was Online-Reservierungssysteme, digitale Zimmerschlüssel, Spielautomaten und Websites lahmlegte. Caesars zahlte Berichten zufolge 15 Millionen US-Dollar Lösegeld, während MGM sich stattdessen für eine Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden entschied; der Vorfall dauerte bei MGM rund zehn Tage und verursachte für das dritte Quartal 2023 einen geschätzten Verlust von 100 Millionen US-Dollar.

Fordham University Information Security / Forbes

11.09.2023

Klartext anzeigen

Ob Caesars' Lösegeldzahlung MGM als weiteres Ziel derselben Angreifer erst attraktiv machte, wird in manchen Analysen vermutet, ist aus dieser Quelle aber nicht als gesicherter Kausalzusammenhang belegt.

Organisation/NGO

It's Official: Cars Are the Worst Product Category We Have Ever Reviewed for Privacy

Mozilla untersuchte 25 Automarken und stellte allen ein Datenschutz-Warnlabel aus, da sie exzessiv personenbezogene Daten sammeln, mehrheitlich mit Dritten teilen und kaum Löschmöglichkeiten bieten.

Mozilla Foundation

06.09.2023

Klartext anzeigen

Basiert primär auf US-Datenschutzerklärungen, nicht auf technischer Fahrzeuganalyse.

Organisation/NGO

Privacy Not Included Review: Nissan

Nissan ist die am schlechtesten bewertete Marke: Die Datenschutzerklärung nennt sexuelle Aktivität, Gesundheitsdiagnosen und genetische Informationen als erhebbare Kategorien und behält sich vor, abgeleitete Profile an Datenhändler und Behörden weiterzugeben.

Mozilla Foundation

06.09.2023

Klartext anzeigen

Formulierungen aus einer breit gefassten US-Datenschutzerklärung, kein Beleg für tatsächliche Erhebung.

Organisation/NGO

Privacy Statement for Nest Products and Services

Nest-Geräte erfassen je nach Produkt Umgebungsdaten, Video-/Audioaufnahmen, ggf. Gesichtserkennungsdaten, WLAN-Zugangsdaten, IP-Adresse, optionale Standortdaten.

Google LLC (Nest)

01.09.2023

Klartext anzeigen

Herstellereigene Datenschutzerklärung. Belegt NICHT interne Datenverknüpfung mit anderen Google-Diensten.

Organisation/NGO

GEDmatch Loophole Gave Police Access to Private DNA Data

Forensische Genetik-Genealogen nutzten technische Lücke in GEDmatch für Zugriff auf DNA-Profile trotz abgelehnter Polizeisuche.

The Intercept

18.08.2023

Klartext anzeigen

Journalistische Recherche, keine gerichtliche Bestätigung aller Fälle.

Organisation/NGO

Stellungnahme "Ein digitaler Euro für alle" (vzbv zum BMF)

Der vzbv begrüßt den Vorschlag in weiten Teilen, sieht aber dringenden Verbesserungsbedarf beim Schutz der Privatsphäre bei Online-Zahlungen. Wichtig fürs Dossier: unabhängige Verbraucherschutzorganisation, weder EU-nah noch privacy-radikal — zeigt, dass Privatsphäre-Kritik am Online-Teil auch im Mainstream ankommt, nicht nur in Privacy-Kreisen.

Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)

11.08.2023

Klartext anzeigen

Der deutsche Verbraucherschutz findet die Idee grundsätzlich gut, sagt aber klar: Beim Datenschutz bei Online-Zahlungen muss noch nachgebessert werden. Das ist eine sachliche Kritik, keine Ablehnung des ganzen Projekts.

Organisation/NGO

EMV-PIN-Bypass bei kontaktlosen Kartenzahlungen: Forschung ohne belegten Girocard-Fall

Forscher der ETH Zürich stellten auf dem USENIX Security Symposium 2023 eine Arbeit vor, die zeigte, dass sich bei kontaktlosen EMV-Transaktionen von Visa, Mastercard und Maestro die PIN-Abfrage durch Manipulation von Datenfeldern umgehen lässt. Transaktionen wurden im Labor über typischen kontaktlosen PIN-Limits erfolgreich durchgeführt. Mastercard bestätigte den Erhalt der Meldung und leitete Gegenmaßnahmen ein.

USENIX Association, ETH Zürich

09.08.2023

Klartext anzeigen

Ein konkreter, dokumentierter Fall eines ausgenutzten Girocard-NFC-Exploits in Deutschland ist durch die Quellen nicht belegt, die Forschung betrifft nachweislich internationale Systeme, nicht das eigenständige deutsche Girocard-Verfahren, das seit 2012 durchgängig auf Chip und PIN basiert.

Organisation/NGO

Worldcoin: Kenia setzt Iris-Scan-Programm nach Datenschutzbedenken aus, Bayern ordnet Löschung deutscher Iris-Daten an

Das Unternehmen Worldcoin (Tools for Humanity) sammelte weltweit Iris-Scans gegen Kryptowährungs-Token, häufig von Menschen aus wirtschaftlich benachteiligten Gemeinschaften, ohne ausreichende Aufklärung darüber, was die Erfassung biometrischer Irisdaten bedeutet oder wie die Daten international verarbeitet werden. Die kenianische Datenschutzbehörde setzte das Programm am 02.08.2023 wegen unzureichenden Schutzes biometrischer Daten und fehlender Einwilligungsmechanismen aus; im Mai 2025 erklärte der High Court of Kenya den Betrieb der Plattform für illegal. In Deutschland ordnete das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) im Dezember 2024 nach einer DSGVO-Prüfung an, dass Worldcoin die in Deutschland erhobenen Irisdaten löschen muss. Weltweit haben mindestens acht Länder, von Spanien bis Indonesien, den Betrieb von Worldcoin verboten oder untersucht.

Africanews / Bayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA)

02.08.2023

Klartext anzeigen

Ob Worldcoin die BayLDA-Löschanordnung tatsächlich vollständig umsetzte, ist aus dieser Quelle nicht belegt.

Organisation/NGO

BetterHelp zahlt 7,8 Mio. USD FTC-Bußgeld für Weitergabe von Therapiedaten an Facebook, Snapchat und Pinterest

Die FTC stellte fest, dass der Online-Therapieanbieter BetterHelp zwischen 2017 und 2020 E-Mail-Adressen, IP-Adressen und Angaben aus Gesundheitsfragebögen an Facebook (Meta), Snapchat, Pinterest und Criteo zu Werbezwecken weitergab, obwohl das Unternehmen Nutzern zugesichert hatte, Gesundheitsdaten nur eingeschränkt zu verwenden. BetterHelp nutzte insbesondere die Information, dass jemand bereits in Therapie gewesen war, um Facebook zur Identifizierung ähnlicher Zielgruppen für Werbung anzuweisen, was dem Unternehmen zehntausende neue zahlende Nutzer und Millionenumsätze einbrachte. Die FTC verhängte 2023 eine Zahlung von 7,8 Millionen US-Dollar, untersagte BetterHelp die Weitergabe von Gesundheitsdaten zu Werbezwecken und ordnete Rückerstattungen an Betroffene an, die ab Mai 2024 verschickt wurden.

Federal Trade Commission (FTC)

01.07.2023

Klartext anzeigen

Die Zahl der tatsächlich individuell entschädigten Nutzer und die durchschnittliche Rückerstattungssumme sind aus dieser Quelle nicht beziffert.

Organisation/NGO

Robodebt-Skandal Australien: Fehlerhafter Sozialbetrugsalgorithmus trieb Menschen in Suizid, 2,4 Mrd. AUD Entschädigung

Das australische Regierungsprogramm Robodebt verglich automatisiert zweimonatliche Sozialleistungsdaten von Centrelink mit jährlichen Einkommensdaten der australischen Steuerbehörde, um vermeintliche Überzahlungen an Sozialleistungsempfänger zu identifizieren. Der zugrunde liegende methodische Fehler bestand darin, ein Jahreseinkommen gleichmäßig auf Monate herunterzurechnen, was für die tatsächliche zweimonatliche Einkommenssituation ungenau war. Über eine halbe Million Australier waren von dem fehlerhaften Programm betroffen, das Betroffenen Briefe mit angeblichen Schulden von teils Tausenden Dollar zustellte. Eine Regierungsuntersuchung stellte fest, dass Robodebt vulnerable Menschen weiter in Schulden trieb und mehrere Suizide verursachte. Die australische Regierung sagte zusätzlich zu bereits geleisteten Rückzahlungen eine weitere Entschädigung von 475 Millionen australischen Dollar zu; die gesamten Rückzahlungs- und Entschädigungskosten der Regierung belaufen sich damit auf 2,4 Milliarden australische Dollar.

University of Melbourne (Pursuit) / BBC

01.07.2023

Klartext anzeigen

Die genaue Zahl der durch Robodebt verursachten Suizide wird von der Regierungsuntersuchung nicht als exakte Zahl benannt, sondern als ursächlicher Faktor unter mehreren beschrieben.

Organisation/NGO

US-Justizministerium klagt chinesische Chemieunternehmen wegen Fentanyl-Präkursor-Handels mit Sinaloa-Kartell an

Das US-Justizministerium erhob Anklage gegen mehrere in China ansässige Chemieunternehmen wegen des Vertriebs von Fentanyl-Präkursorchemikalien an mexikanische Drogenkartelle, darunter das Sinaloa-Kartell. Die Firmen boten die Chemikalien offen über Online-Kataloge an und versandten sie unter falscher Deklaration.

U.S. Department of Justice

23.06.2023

Klartext anzeigen

Die Anklage dokumentiert Einzelfälle identifizierter Firmen, belegt aber nicht das Gesamtvolumen des Präkursorhandels; viele Beschuldigte befinden sich außerhalb US-Zugriffs.

← ZurückSeite 26 von 47Weiter →

Transparenz & Qualität

Alle Inhalte sind sorgfältig recherchiert, mit Quellen belegt und werden regelmäßig überprüft.

Mehr über unsere Standards

Dein Wissen. Deine Freiheit.

Nutze verlässliche Informationen, um deine eigenen Entscheidungen zu treffen – für ein selbstbestimmtes Leben.

Zur Lernakademie

Wichtiger Hinweis

Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Weiterbildung. Sie stellen keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar.

Mitglied werdenAnmelden