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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Journalismus

Databroker Files: 3,6 Milliarden Standortdatenpunkte aus Deutschland frei am Datenmarktplatz gekauft

Journalisten von netzpolitik.org und dem Bayerischen Rundfunk erwarben im Juli 2024 über den deutschen Datenmarktplatz 'Datarade' von einem US-Datenhändler einen Datensatz mit 3,6 Milliarden Standortdatenpunkten allein für Deutschland; ein weiterer Datensatz aus demselben Monat enthielt 380 Millionen Standortdatenpunkte aus 137 Ländern, verknüpft mit rund 40.000 verschiedenen Apps. Die Standortdaten stammen als Werbe-IDs aus Smartphone-Apps, die sie sammeln und zum Zweck personalisierter Werbung weiterverkaufen. Vier identifizierte Werbe-SDKs (InMobi, BidMachine, Verve HyBid, Huawei Petal Ads) sammeln heimlich Standortdaten auf Android-Geräten, indem sie Berechtigungen der Host-App erben und die Sandbox-Trennung des Betriebssystems über WLAN- und Mobilfunk-Triangulation umgehen, ohne separate Nutzereinwilligung für die Weitergabe an Werbenetzwerke einzuholen.

netzpolitik.org / Bayerischer Rundfunk

01.07.2024

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Ob und wie oft diese konkreten Datensätze tatsächlich zur Re-Identifizierung einzelner Personen genutzt wurden, ist aus dieser journalistischen Untersuchung nicht mit Einzelfällen belegt.

Journalismus

Ransomware-Angriff auf Prudential Financial

Der US-Versicherungskonzern Prudential Financial meldete einen unautorisierten Zugriff auf seine Systeme am 4. Februar 2024. Die Ransomware-Gruppe Alphv/BlackCat reklamierte den Angriff für sich. In einer im Juni 2024 aktualisierten Meldung bezifferte Prudential die Zahl betroffener Personen auf 2.556.210, deutlich mehr als die zunächst im März genannten rund 36.000. Betroffen waren Namen, Adressen sowie Führerschein- und Ausweisnummern. Prudential bot den Betroffenen zwei Jahre kostenlose Kreditüberwachung an.

SecurityWeek

01.07.2024

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Wie die Angreifer ursprünglich ins Netzwerk gelangten, ist öffentlich nicht dokumentiert. Prudential selbst hat sich nie offiziell zur Urheberschaft von Alphv/BlackCat geäußert. Unklar bleibt zudem, ob und in welchem Umfang gestohlene Daten seither missbraucht wurden.

Journalismus

Delos-Cloud: Mit Microsoft in die digitale Abhängigkeit

Delos-Co-CEO räumt ein: Souveränität nur 'mit Verfallsdatum', Betrieb bei Microsoft-Ausfall nur wenige Monate möglich.

netzpolitik.org

28.06.2024

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Häufigkeit realer US-Zugriffe nicht belegt.

Journalismus

JVA-Datenleck: Kommunikationsdaten von über 14.000 Gefangenen aus 22 Gefängnissen frei im Netz einsehbar

Über ungeschützte Programmierschnittstellen (APIs) der Firma Gerdes Communications, Teil der Telio Group, waren Kommunikationsdaten von mehr als 14.000 Gefangenen aus 22 deutschen Justizvollzugsanstalten frei im Internet zugänglich. Betroffen war die Software Prison Control Center; die zugehörige Webanwendung war vollständig ungeschützt, sodass jeder, der die entsprechende URL kannte, auf sensible Insassendaten zugreifen konnte, darunter Namen, Häftlingsnummern, Kontostände, PINs zur Telefonregistrierung sowie Verbindungsdaten. Besonders kritisch waren die Metadaten von Telefonaten mit Anwälten und Psychologen, deren Offenlegung zu sozialer Stigmatisierung der Gefangenen führen könnte. IT-Sicherheitsaktivistin Lilith Wittmann entdeckte die Sicherheitslücke und meldete sie umgehend den Behörden; 18 von 20 betroffenen Schnittstellen wurden innerhalb weniger Stunden nach der Meldung am 24.06.2024 behoben, alle 20 waren bis zum 25.06.2024 repariert oder abgeschaltet.

Lilith Wittmann / heise online

24.06.2024

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Ob die offen zugänglichen Daten vor der Meldung durch Wittmann bereits von Dritten abgegriffen und missbraucht wurden, ist aus dieser Quelle nicht belegt; die schnelle Behebung deutet auf eine verantwortungsvolle Offenlegung ohne vorherigen bekannten Missbrauch hin.

Journalismus

Chatkontrolle: EU-Rat scheitert erneut an Sperrminorität gegen Nachrichtenüberwachung

Am 20.06.2024 nahm die belgische EU-Ratspräsidentschaft die geplante Abstimmung über die CSA-Verordnung, bekannt als Chatkontrolle, kurzfristig von der Tagesordnung, weil keine ausreichende Mehrheit zustande kam. Deutschland hatte am Vortag Ablehnung erklärt, Frankreich forderte Zusicherungen zum Schutz verschlüsselter Kommunikation. Es war bereits der zweite gescheiterte Anlauf nach Spanien im Dezember 2023.

netzpolitik.org

20.06.2024

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Nicht dokumentiert ist das genaue Abstimmungsverhalten aller 27 Mitgliedstaaten, da die Abstimmung selbst nie stattfand. Offen bleibt, welche konkreten technischen Zusicherungen Frankreich forderte und ob diese je erfüllt wurden. Der grundsätzliche Kommissionsvorschlag bestand trotz der Absage fort.

Journalismus

Signal-Chefin zu Chatkontrolle: alter Wein in neuen Schläuchen

Signal-Präsidentin kritisiert belgischen EU-Ratsvorschlag als umbenanntes Client-Side-Scanning, droht mit EU-Rückzug.

netzpolitik.org / Meredith Whittaker

17.06.2024

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Zitiert interessengeleitete Position von Signal selbst.

Journalismus

Generali: BGH entscheidet über Vitality-Programm

BGH verhandelt über intransparente Kopplung von Überschussanteilen an fristgerechte Gesundheitsdaten-Übermittlung bei Generali Vitality.

Versicherungsbote.de

12.06.2024

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Konkretes Endurteil nicht belegt, nur Verhandlungstermin.

Journalismus

Truist-Bank-Datenleck 2024

Truist Bank bestätigte im Juni 2024 einen Cyberangriff, der bereits im Oktober 2023 stattgefunden hatte. Der Hacker Sp1d3r bot im Darknet Daten von rund 65.000 Truist-Mitarbeitern sowie Kundendaten wie Kontonummern und Transaktionsdetails zum Kauf an, zusammen mit dem Quellcode des telefonischen Überweisungssystems. Die Bank begann erst ab Mai 2024 mit der Benachrichtigung betroffener Kunden, rund sieben Monate nach dem eigentlichen Vorfall.

Malwarebytes Labs

12.06.2024

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Wie viele Kunden neben den 65.000 Mitarbeitern konkret betroffen waren, wurde nicht abschließend beziffert. Ob die im Darknet angebotenen Daten tatsächlich verkauft oder für Betrug missbraucht wurden, ist nicht belegt.

Journalismus

Cyberangriff auf die polnische Nachrichtenagentur PAP mit gefälschter Mobilmachungsmeldung

Am 31.05.2024 wurde im Nachrichtendienst der staatlichen polnischen Nachrichtenagentur PAP zweimal eine gefälschte Eilmeldung über eine Teilmobilmachung von 200.000 Bürgern veröffentlicht. Der Inlandsgeheimdienst ABW erklärte, es handle sich mutmaßlich um einen russischen Cyberangriff über ein infiziertes Mitarbeitergerät. Premierminister Tusk bezeichnete den Vorfall als Teil einer russischen Destabilisierungsstrategie.

Polska Agencja Prasowa (PAP)

31.05.2024

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Die konkrete Urheberschaft ist nicht offiziell bestätigt, polnische Behörden sprachen nur von einem wahrscheinlichen russischen Angriff. Der genaue technische Ablauf wurde nicht veröffentlicht.

Journalismus

Ticketmaster/Live-Nation-Datenleck in der Snowflake-Angriffswelle 2024

Live Nation meldete der US-Börsenaufsicht SEC, am 20. Mai 2024 unautorisierten Zugriff auf eine Cloud-Datenbank beim Anbieter Snowflake festgestellt zu haben, betroffen war vor allem die Tochter Ticketmaster. Die Gruppe ShinyHunters bot ab Ende Mai 2024 im Darknet-Forum BreachForums Datensätze von angeblich bis zu 560 Millionen Ticketmaster-Kunden für 500.000 US-Dollar zum Verkauf an, laut Berichten inklusive Namen, Adressen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und teilweise Zahlungsdaten.

heise online

29.05.2024

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Die Zahl von 560 Millionen betroffenen Datensätzen stammt allein von den Erpressern und wurde von Live Nation nie unabhängig bestätigt, das Unternehmen sprach in seiner SEC-Meldung nur allgemein von möglicherweise betroffenen Kundendaten. Offen bleibt, wie viele der zum Verkauf angebotenen Datensätze tatsächlich aktuell und echt sind und ob vollständige Zahlungskartennummern statt nur Hash-Werten erbeutet wurden.

Journalismus

Santander-Datenleck 2024 (Snowflake-Angriffswelle)

Santander bestätigte am 14. Mai 2024 offiziell den unbefugten Zugriff auf eine bei einem Drittanbieter gehostete Datenbank, die Teil der breiteren Snowflake-Angriffswelle war. Betroffen waren Kundendaten aus Spanien, Chile und Uruguay sowie Daten aller aktuellen und einiger ehemaliger Mitarbeiter der Gruppe weltweit. Laut Santander enthielt die Datenbank keine Transaktionsdaten und keine Zugangsdaten wie Online-Banking-Passwörter.

SecurityWeek

14.05.2024

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Die genaue Zahl der betroffenen Kunden und Mitarbeiter sowie der vollständige Umfang der gestohlenen Datenfelder wurden von Santander nicht abschließend beziffert, Medienschätzungen reichten bis zu rund 30 Millionen Kundendatensätzen. Offen blieb zudem, ob und in welcher Höhe Regulierungsbehörden Bußgelder verhängten.

Journalismus

BKA testete Gesichtserkennungssoftware mit Millionen Fahndungsfotos

Das Bundeskriminalamt stellte im Projekt EGES (Ertüchtigung des Gesichtserkennungssystems im BKA) bis 2019 rund 5 Millionen Fotos von etwa 3 Millionen Personen aus der zentralen INPOL-Datenbank bereit, um damit kommerzielle Gesichtserkennungssoftware zu testen. Die Tests führte das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung durch, ergänzt um Bilder von 147 freiwilligen Testpersonen. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz bewertete die vom BKA angeführte Rechtsgrundlage als unzureichend und die Berufung auf den Forschungsparagrafen des BKA-Gesetzes als problematisch.

netzpolitik.org (Anna Biselli)

10.05.2024

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Ob die getesteten Softwareprodukte oder Hersteller anschließend tatsächlich beschafft und im Wirkbetrieb eingesetzt wurden, ist aus dieser Quelle nicht belegt. Trotz monatelanger Verhandlungen kam laut Bericht keine Einigung zwischen BKA und Datenschutzbeauftragtem über die Rechtmäßigkeit zustande, das Verfahren blieb offen.

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