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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

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Journalismus

Vastaamo-Datenleck: Nachfolgeprozesse und Entschädigungsklagen der Patienten in Finnland

Nach dem 2020 bekannt gewordenen Hack der finnischen Psychotherapiekette Vastaamo, bei dem Patientenakten von rund 33.000 Betroffenen entwendet und teils veröffentlicht wurden, meldeten sich tausende Patienten mit Schadensersatzforderungen gegen den mittlerweile insolventen Betreiber. Ein finnisches Gericht verurteilte den Täter Julius Kivimäki im April 2024 zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und drei Monaten wegen Datenerpressung und Offenlegung von Patientendaten. Die Konkursmasse Vastaamos reichte für Entschädigungszahlungen nicht annähernd aus.

YLE News

30.10.2023

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Nicht abschließend geklärt ist, wie viele Betroffene tatsächlich eine Entschädigung erhielten, da die Insolvenzmasse begrenzt war. Die genaue Zahl der veröffentlichten Patientenakten schwankt in Berichten zwischen rund 2.000 und weit höheren Schätzungen.

Journalismus

MOVEit/Cl0p-Massenhack: über 2.500 Organisationen und 66 Millionen Betroffene

Die Ransomware-Gruppe Cl0p nutzte ab dem 27.05.2023 eine Zero-Day-Schwachstelle in der Dateiübertragungssoftware MOVEit Transfer aus, um bei zahlreichen Organisationen weltweit Daten abzuziehen. Stand 24.08.2023 waren laut Emsisoft 988 Opfer bekannt; bis zum 26.10.2023 waren 2.559 Organisationen mit insgesamt 66.369.148 betroffenen Personen bestätigt. Damit gilt der Angriff als einer der größten Massen-Datendiebstähle über eine einzelne Software-Schwachstelle.

Emsisoft / Wikipedia (2023 MOVEit data breach)

26.10.2023

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Die Opferzahlen sind kumulative Zwischenstände aus laufender Berichterstattung, keine amtlich abschließend festgestellte Endsumme; sie können je nach Quelle und Erhebungsdatum leicht abweichen.

Journalismus

Malware-Kampagne gegen armenische Regierungsstellen und Flughafen Zvartnots

Ab September 2023 wurden armenische Regierungsstellen und der Flughafen Zvartnots mit einem präparierten Word-Dokument angegriffen, das als Warnung des Sicherheitsdienstes getarnt war und die Schadsoftware AsyncRAT installierte. CyberHUB AM stuft die Täterschaft als wahrscheinlich aserbaidschanisch ein.

CyberHUB AM

25.10.2023

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Eine staatliche Beauftragung ist nicht belegt, die Zuordnung stützt sich nur auf indirekte Indizien wie einen Debug-Pfad. Genaue Opferzahlen wurden nicht beziffert.

Journalismus

Datenleck bei Trinidad und Tobagos TSTT legt Kundendaten von Telekomkunden offen

Im Oktober 2023 bestaetigte der staatliche Telekommunikationsanbieter TSTT, dass Kundendaten kompromittiert wurden, nachdem eine Hackergruppe behauptet hatte, Zugriff auf rund 76.000 Kundendatensaetze erlangt zu haben, darunter Namen, Adressen und Kontodaten.

Loop News Trinidad and Tobago / TSTT

20.10.2023

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Die genaue Zahl der betroffenen Datensaetze sowie die Identitaet der Angreifer sind nicht abschliessend forensisch bestaetigt; es handelt sich um ein staatsnahes Unternehmen, nicht direkt um eine Regierungsbehoerde.

Journalismus

Hackerangriff: Uniklinik Frankfurt vom Internet getrennt

Uniklinik Frankfurt trennte sich Oktober 2023 nach unautorisiertem Zugriff vorsorglich vom Internet, erhebliche operative Einschränkungen.

Deutsches Ärzteblatt

13.10.2023

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Frühe Berichterstattung kurz nach Vorfall.

Journalismus

Predator Files: Kasachstan in Infrastruktur der Spyware Predator identifiziert

Im Oktober 2023 identifizierte Amnesty International im Rahmen der Predator-Files-Recherche technische Infrastruktur der Spyware Predator in Kasachstan, neben Angola, Ägypten, der Mongolei, Indonesien, Madagaskar, Sudan und Vietnam. Für Kasachstan wurden lediglich technische Infrastrukturspuren festgestellt, keine konkrete aktive Überwachungskampagne.

Amnesty International Security Lab

09.10.2023

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Wer in Kasachstan Ziel der Überwachung war und ob Geräte tatsächlich infiziert wurden, ist nicht dokumentiert. Die kasachische Regierung äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.

Journalismus

23andMe-Leak: 6,9 Millionen Nutzer betroffen, jüdische und chinesische Nutzer gezielt anvisiert

Das US-Gentestunternehmen 23andMe bestätigte am 06.10.2023 einen Datendiebstahl, bei dem Angreifer mittels Credential Stuffing auf Nutzerkonten zugriffen. Direkt kompromittiert wurden nach Angaben des Unternehmens rund 14.000 Konten, etwa 0,1 Prozent der Kundenbasis. Über die Funktionen DNA Relatives und Family Tree griffen die Angreifer zusätzlich auf Profildaten von insgesamt rund 6,9 Millionen Nutzern zu, wie 23andMe am 04.12.2023 vollständig einräumte. Ein Hacker mit dem Pseudonym Golem bot am 06.10.2023 im Forum BreachForums einen Datensatz mit dem Titel Ashkenazi DNA Data of Celebrities an, der Angaben zu 999.998 Personen mit aschkenasisch jüdischer Abstammung sowie zu 100.000 Personen mit chinesischer Abstammung enthielt. Erbeutet wurden Namen, Geburtsjahre, Wohnorte, Familiennamen, Herkunftsangaben der Großeltern und ethnische Abstammungsschätzungen. 23andMe deaktivierte daraufhin vorübergehend die DNA-Relatives-Funktion und führte eine verpflichtende Zwei-Faktor-Authentifizierung ein. Im September 2024 stimmte das Unternehmen einem Vergleich in Höhe von 30 Millionen US-Dollar zu, um Sammelklagen in den USA wegen des Vorfalls beizulegen.

Jewish Telegraphic Agency (JTA)

06.10.2023

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Die Quelle belegt nicht die genaue Zahl direkt kompromittierter Konten unter den jüdischen und chinesischen Nutzern und deckt nicht die spätere Insolvenz von 23andMe sowie die überarbeiteten Vergleichssummen (unter anderem eine separate Einigung mit US-Bundesstaaten über 18 Millionen US-Dollar) ab.

Journalismus

MGM-Resorts-Ransomwareangriff: Scattered Spider legt Kassensysteme und Spielautomaten in Las Vegas lahm

Die Gruppe Scattered Spider verschaffte sich am 11.09.2023 per Social-Engineering-Anruf beim IT-Helpdesk Administratorzugriff auf die Okta- und Azure-Umgebung von MGM Resorts. Die Angreifer verschlüsselten mehr als 100 ESXi-Server mit BlackCat/ALPHV-Ransomware, wodurch Spielautomaten und Kreditkartenterminals tagelang ausfielen. Laut SEC-Mitteilung vom 05.10.2023 entstand ein geschätzter Verlust von rund 100 Millionen US-Dollar. Zusätzlich wurden persönliche Daten von Kunden mit MGM-Kontakt vor März 2019 entwendet.

BleepingComputer

06.10.2023

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Ob MGM tatsächlich kein Lösegeld zahlte, lässt sich nicht unabhängig verifizieren. Dieser Vorfall vom September 2023 ist getrennt vom früher dokumentierten MGM-Resorts-Datenleck 2019/2020 zu betrachten.

Journalismus

23andMe-Hack: Hacker veröffentlicht DNA-Daten von Millionen Nutzern nach Abstammung sortiert

Am 01.10.2023 veröffentlichte ein Hacker unter dem Pseudonym Golem im Forum BreachForums einen Datensatz mit Profildaten von rund einer Million 23andMe-Nutzern aschkenasisch-jüdischer Abstammung. Kurz darauf bot ein weiterer Nutzer einen Datensatz zu mehr als 300.000 Nutzern chinesischer Abstammung an. Insgesamt standen Profildaten von knapp 7 Millionen Nutzern zum Verkauf. 23andMe führte den Vorfall auf einen Credential-Stuffing-Angriff zurück, über den Angreifer via der Funktion DNA Relatives auch verknüpfte Profile auslesen konnten.

The Record (Recorded Future News)

06.10.2023

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Die Identität hinter dem Pseudonym Golem und ein mögliches gezieltes Motiv sind nicht abschließend geklärt. Diese Quelle behandelt ausschließlich den Datendiebstahl von Oktober 2023, nicht die spätere Insolvenz von 23andMe.

Journalismus

BKA verzichtet auf bundesweite Palantir-Gotham-Analyseplattform

Bundesinnenministerin Nancy Faeser entschied, dass ihr Ressort keine gemeinsame Bundes-VeRA-Plattform auf Basis von Palantir Gotham einführt, womit das Vorhaben für BKA und Bundespolizei beendet ist. Die bayerische Landespolizei nutzt seit 2024 bereits ein auf Gotham basierendes System namens VeRA. Das Bundesverfassungsgericht erklärte im Februar 2023 die entsprechenden Rechtsgrundlagen in Hessen und Hamburg für verfassungswidrig. Die Bundesregierung setzt stattdessen auf das Programm Polizei 2020.

heise online

05.10.2023

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Nicht dokumentiert sind konkrete Kosten oder ein Zeitplan für Polizei 2020 als Alternative. Unklar bleibt, ob andere Bundesländer außer Bayern ähnliche Systeme einsetzen. Die technische Funktionsweise von Gotham ist öffentlich nicht im Detail belegt.

Journalismus

Predator Files: Katar als Kunde der Intellexa-Spyware-Allianz identifiziert

Am 05.10.2023 veröffentlichte das EIC gemeinsam mit dem Amnesty International Security Lab die Recherche Predator Files. Sie identifizierte mindestens 25 Staaten als Käufer oder Nutzer von Intellexa-Produkten, darunter Katar, Oman, die VAE, Kenia, Singapur, Pakistan, Jordanien und Vietnam. Die Intellexa Group wurde 2018 vom ehemaligen israelischen Armeeoffizier Tal Dilian gegründet.

Amnesty International Security Lab / European Investigative Collaborations (EIC)

05.10.2023

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Ob der katarische Staat die Predator-Spyware tatsächlich gegen konkrete Ziele einsetzte, ist nicht belegt. Die Quellen weisen Katar als Kunden aus, dokumentieren aber keine bestätigten Einzelfälle von Überwachung.

Journalismus

KI-Audio-Fälschung vor slowakischer Parlamentswahl 2023

Zwei Tage vor der slowakischen Parlamentswahl am 30. September 2023 tauchte auf Facebook eine gefälschte, mittels KI-Stimmklonung erzeugte Audioaufnahme auf, die den liberalen Spitzenkandidaten Michal Šimečka beim Absprechen von Wahlbetrug zeigte. Wegen der gesetzlichen 48-Stunden-Wahlstille war eine wirksame Richtigstellung kaum möglich.

Wired (Morgan Meaker)

03.10.2023

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Der tatsächliche Einfluss des Deepfakes auf das Wahlergebnis lässt sich nicht quantifizieren; Urheberschaft und Auftraggeber der Fälschung wurden bislang nicht öffentlich ermittelt.

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