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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

Studienlage & Gesetzesgrundlagen

Wissen. Einordnen. Selbstbestimmt entscheiden.

Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

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Journalismus

Cookie-Banner der meistbesuchten Websites: Miese Tricks und fiese Klicks

Eine Analyse der 100 reichweitenstärksten deutschen Websites zeigt, dass 77% irreführende Buttons verwenden und nur 4% eine gleichberechtigte Ein-Klick-Ablehnung anbieten.

netzpolitik.org

01.09.2022

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Journalistische Stichprobenauswertung, keine peer-reviewte Studie.

Journalismus

Twilio-Breach durch die 0ktapus/Scatter-Swine-Phishing-Kampagne

Die Sicherheitsfirma Group-IB dokumentierte im Sommer 2022 eine SMS-Phishing-Kampagne gegen mehr als 130 Unternehmen, bekannt als 0ktapus beziehungsweise Scatter Swine. Am 27.07., 02.08. und 07.08.2022 fielen mindestens vier Twilio-Mitarbeiter auf gefälschte Okta-Login-Seiten herein, eingegebene Zugangsdaten wurden per Telegram-Bot in Echtzeit an die Angreifer weitergeleitet. In der Folge wurden auch Telefonnummern von 1.900 Nutzern des Messengers Signal offengelegt, da Twilio dessen SMS-Verifizierung bereitstellt.

Brian Krebs (KrebsOnSecurity)

30.08.2022

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Welche Person, Gruppe oder Nation hinter der Kampagne steckt, ist nicht öffentlich belegt. Die Gesamtzahl betroffener Organisationen wird je nach Quelle zwischen rund 130 und über 160 beziffert.

Journalismus

Sammelklage wirft Oracle vor, heimlich Dossiers über 5 Milliarden Menschen als 'weltweite Überwachungsmaschine' erstellt zu haben

Im August 2022 reichten unter anderem das Irish Council for Civil Liberties (ICCL), der Forschungsdirektor Mike Katz-Lacabe sowie die Informationswissenschaftlerin Jennifer Golbeck eine Sammelklage gegen Oracle beim US-Bezirksgericht für den Nordbezirk Kaliforniens ein. Die Klage wirft dem Softwarekonzern und seinen Ad-Tech-Tochterfirmen vor, ohne Zustimmung detaillierte Dossiers zu rund fünf Milliarden Menschen erstellt zu haben, was praktisch alle Internetnutzer weltweit abdecken würde, und diese Überwachungsdaten mit weiteren Daten aus Oracles eigenem Datenmarktplatz zu Profilen zu verknüpfen und zu verkaufen. Teile der Klagebegründung stützen sich auf eine 2016 gehaltene Präsentation von Oracle-Gründer und CTO Larry Ellison, in der er beschrieb, wie Daten gesammelt werden, damit Unternehmen das Kaufverhalten von Verbrauchern vorhersagen können.

Irish Council for Civil Liberties (ICCL) / heise online

24.08.2022

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Der Ausgang der Sammelklage ist aus dieser Quelle nicht belegt, da sie den Zeitpunkt der Klageeinreichung beschreibt.

Journalismus

Ransomware-Angriff auf das Krankenhaus Corbeil-Essonnes bei Paris

In der Nacht vom 20. auf den 21. August 2022 wurde das Centre Hospitalier Sud-Francilien (CHSF) in Corbeil-Essonnes Opfer eines Ransomware-Angriffs, der das Krankenhausinformationssystem lahmlegte. Neugeborene mussten aus der Neonatologie in andere Kliniken verlegt werden. Laut einem ANSSI-Bericht wurden in Frankreich zwischen 2022 und 2023 insgesamt 30 Krankenhäuser durch Ransomware angegriffen.

Le Quotidien du Médecin / ANSSI

21.08.2022

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Die genaue Täteridentität, die Höhe einer eventuell geforderten Lösegeldsumme sowie das exakte Ausmaß des Datenabflusses beim CHSF sind aus dieser Quelle nicht belegt.

Journalismus

Hackerparagrafen: Sicherheit für die Sicherheitsforschung

§§ 202a/202c StGB unterscheiden nicht zwischen kriminellen Hackern und ethischen Sicherheitsforschern.

netzpolitik.org

18.08.2022

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Journalistischer Bericht, Reformstand kann sich geändert haben.

Journalismus

Cellebrite verkaufte Handyknack-Technologie an Ugandas autoritäres Regime

Haaretz berichtete am 16.08.2022, dass Cellebrite Technologie zur Entsperrung von Mobiltelefonen an die ugandische Regierung unter Präsident Yoweri Museveni verkauft hat. Wenige Tage später bestätigte Uganda den Kauf. Bereits 2021 hatte Cellebrite angekündigt, Verkäufe an Russland und Belarus zu stoppen, nachdem Recherchen zeigten, dass die Technologie in Russland mehr als 26.000 Mal gegen Journalisten und Oppositionelle eingesetzt worden war.

Haaretz

16.08.2022

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Nicht dokumentiert ist, welche Exportlizenzen Israel für den Verkauf an Uganda erteilt hat. Offen bleibt, in welchem Umfang die Technologie tatsächlich gegen Oppositionelle in Uganda eingesetzt wurde. Die 2021 angekündigte Verkaufssperre für Russland wurde später durch Recherchen infrage gestellt.

Journalismus

Marriott Bonvoy 2022: Kontoübernahme kostet Kunden 100.000 Treuepunkte

Am 13.08.2022 berichtete das Reiseportal View from the Wing über den Fall eines Marriott-Bonvoy-Kunden, dessen Treuepunktekonto von Unbekannten kompromittiert wurde. Aus dem Konto des Lesers verschwanden rund 100.000 Bonvoy-Punkte, wobei weder der genaue Zeitpunkt des Zugriffs noch die konkrete Zugriffsmethode öffentlich bekannt wurden. Nach der Meldung sperrte Marriott das betroffene Konto vollständig und teilte mit, die Punkte würden erst nach Abschluss einer internen Untersuchung zurückerstattet, mit einer erwarteten Bearbeitungsdauer von rund 45 Tagen. Nach 44 Tagen wurde das Konto aus der Prüfung genommen und alle 100.000 Punkte wurden dem Kunden vollständig gutgeschrieben. Während der gesamten Untersuchungsdauer hatte der rechtmäßige Kontoinhaber keinen eigenen Zugriff mehr auf sein Konto. Der Fall reiht sich in ein 2022 vielfach dokumentiertes Muster von Bonvoy-Kontoübernahmen ein. Parallel dazu bestätigte Marriott im Juni/Juli 2022 einen separaten Sicherheitsvorfall, bei dem ein Angreifer per Social Engineering Zugriff auf den Rechner eines Mitarbeiters am BWI Airport Marriott in Maryland erlangte und rund 20 Gigabyte an Daten entwendete, was rund 300 bis 400 Personen betraf.

View from the Wing (Gary Leff)

13.08.2022

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Die Quelle belegt nur diesen dokumentierten Einzelfall; wie die Täter tatsächlich Zugang zum Bonvoy-Konto erlangten, bleibt ungeklärt. Ob gestohlene Bonvoy-Punkte systematisch im großen Stil weiterverkauft wurden, ist aus dieser Quelle nicht ersichtlich.

Journalismus

ACCC gegen Google: 60 Millionen AUD Strafe für irreführende Standortdatenerfassung

Der australische Federal Court verurteilte Google LLC am 12.08.2022 zu einer Strafzahlung von 60 Millionen australischen Dollar wegen irreführender Angaben zur Erfassung von Standortdaten auf Android-Geräten. Google suggerierte fälschlich, allein die Einstellung Standortverlauf steuere die Erfassung, sammelte aber auch bei deaktiviertem Standortverlauf weiter Daten über die standardmäßig aktivierte Einstellung Web- und App-Aktivität. Betroffen war der Zeitraum von Januar 2017 bis Dezember 2018, in dem laut ACCC rund 1,3 Millionen Google-Konten in Australien die irreführenden Anzeigen sahen. Das Verfahren wurde von der Behörde ACCC geführt, nicht als Sammelklage privater Kläger.

Australian Competition and Consumer Commission (ACCC) / Federal Court of Australia

12.08.2022

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Die Zahl von 1,3 Millionen betroffenen Konten ist eine Schätzung der ACCC, keine bestätigte Zahl tatsächlich geschädigter Nutzer. Die Strafhöhe wurde von ACCC und Google gemeinsam vorgeschlagen, nicht unabhängig richterlich neu berechnet. Google bestritt eine vorsätzliche Täuschungsabsicht.

Journalismus

Wie die Justiz ihre Gerichtsentscheidungen schwärzt

Nur ~1% aller deutschen Gerichtsentscheidungen wird veröffentlicht, uneinheitlich anonymisiert je nach Bundesland/Gericht.

Legal Tribune Online

28.07.2022

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Journalistische Recherche ohne systematische Datenerhebung.

Journalismus

Didi-Global-Datensicherheitsuntersuchung durch chinesische Cyberspace-Behörde

Zwei Tage nach dem Börsengang von Didi Global an der NYSE am 30.06.2021 eröffnete die chinesische Cyberspace Administration of China (CAC) am 02.07.2021 eine Cybersicherheitsprüfung gegen das Unternehmen und ließ die Didi-App aus allen chinesischen App-Stores entfernen. Nach einjähriger Untersuchung verhängte die CAC am 21.07.2022 eine Rekordstrafe von 8,026 Milliarden Yuan (rund 1,2 Milliarden US-Dollar) sowie persönliche Bußgelder gegen CEO Cheng Wei und Präsidentin Liu Qing. Die Behörde dokumentierte 16 Rechtsverstöße, darunter die widerrechtliche Erhebung von Gesichtserkennungsdaten, Standortdaten und Ausweisnummern über sieben Jahre seit 2015.

Stanford DigiChina Project

21.07.2022

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Nicht öffentlich dokumentiert ist der vollständige interne Entscheidungsprozess der chinesischen Führung, ob die Untersuchung primär der Datensicherheit oder der politischen Sanktionierung des eigenmächtigen New-Yorker Börsengangs diente. Offen bleibt zudem, in welchem Umfang die gesammelten Daten tatsächlich missbräuchlich verwendet wurden.

Journalismus

Conti-Ransomware-Angriff auf Costa Rica: Erster nationaler Notstand wegen Cyberangriff

Die Gruppe Conti verschaffte sich am 11.04.2022 über kompromittierte VPN-Zugangsdaten Zugang zum costa-ricanischen Finanzministerium und exfiltrierte rund 672 GB Daten, bevor sie die Systeme verschlüsselte. Der Angriff weitete sich auf mehrere Regierungsbehörden aus. Conti forderte zunächst 10, später 20 Millionen US-Dollar. Am 08.05.2022 rief Präsident Rodrigo Chaves als erstes Staatsoberhaupt weltweit wegen eines Cyberangriffs den nationalen Notstand aus.

BleepingComputer

21.07.2022

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Wie viele Regierungsbehörden konkret betroffen waren, wird unterschiedlich beziffert. Der zeitgleiche, separate Angriff der Gruppe Hive auf die Sozialversicherung CCSS ist ein eigenständiges Ereignis, das in Berichten teils vermischt wird.

Journalismus

Uber Files: ICIJ-Leak enthüllt Uber-Lobbying und Kill-Switch gegen Behörden

The Guardian und das ICIJ-Konsortium mit mehr als 40 Medienpartnern veröffentlichten am 10. Juli 2022 die Uber Files, rund 124.000 interne Dokumente aus den Jahren 2013 bis 2017. Quelle des Leaks war der frühere Uber-Cheflobbyist für Europa, den Nahen Osten und Afrika, Mark MacGann. Belegt sind geheime Treffen mit Spitzenpolitikern in Dutzenden Ländern sowie ein technischer Kill-Switch, mit dem Uber-Mitarbeiter Behörden bei Razzien gezielt den Zugriff auf Firmendaten blockierten.

ICIJ und The Guardian, mit mehr als 40 Medienpartnern

10.07.2022

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Die genaue Gesamtzahl der Dokumente und der betroffenen Länder wird in verschiedenen Berichten leicht unterschiedlich beziffert. Offen bleibt, ob und in welchem Umfang einzelne Manager oder beteiligte Amtsträger strafrechtliche Konsequenzen aus den Enthüllungen trugen. Uber räumte Fehler der früheren Führung vor 2017 ein, bestritt aber eine Fortsetzung dieser Praktiken unter dem seitdem neuen Management.

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