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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Journalismus

Costa Rica ruft nach Conti-Ransomware-Angriff erstmals nationalen Notstand aus

Ab dem 17.04.2022 griff die Ransomware-Gruppe Conti mehrere costa-ricanische Ministerien an, darunter Finanzen, Arbeit und Wissenschaft. Präsident Rodrigo Chaves erklärte am 08.05.2022 als erstes Staatsoberhaupt weltweit wegen eines Cyberangriffs den nationalen Notstand. Conti forderte zunächst 10 Millionen US-Dollar, später bis zu 20 Millionen, Costa Rica zahlte nicht. Der Zoll- und Steuerbetrieb war wochenlang gestört, kurz darauf griff die verwandte Gruppe HIVE zusätzlich das Gesundheitssystem CCSS an.

Reuters

09.05.2022

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Die genaue Gesamtzahl der kompromittierten Behördensysteme wurde nie vollständig veröffentlicht. Unklar bleibt, ob und wie viele costa-ricanische Institutionen doch inoffizielle Zahlungen leisteten. Der wirtschaftliche Gesamtschaden ist nicht abschließend beziffert, Schätzungen bewegen sich im Bereich mehrerer hundert Millionen US-Dollar.

Journalismus

Conti-Ransomware zwingt Costa Rica zu nationalem Notstand, 30 Behörden betroffen

In der Nacht zum 17.04.2022 griff die Ransomware-Gruppe Conti die Server des costa-ricanischen Finanzministeriums (Ministerio de Hacienda) an und infizierte in der Folge fast 30 Regierungsinstitutionen, darunter das Zoll- und das Steuersystem. Aus der Steuerplattform ATV wurden rund 1 Terabyte an Daten entwendet. Am 19.04.2022 forderte Conti ein Lösegeld von 10 Millionen US-Dollar, das die Regierung ablehnte; am 21.04.2022 bot die Gruppe einen Rabatt von 35 Prozent an. Am 08.05.2022 erklärte der neu vereidigte Präsident Rodrigo Chaves per Dekret den nationalen Notstand, eine der ersten derartigen Erklärungen eines Staates wegen eines Cyberangriffs. Die Regierung bezifferte die täglichen wirtschaftlichen Verluste auf rund 30 Millionen US-Dollar, der Ausfall des Zollsystems TICA soll rund 125 Millionen US-Dollar Schaden im Außenhandel verursacht haben. Das Steuersystem ATV ging erst am 13.06.2022 wieder in Betrieb, die Zollsysteme TICA und Exonet folgten am 24.06.2022. USA, Israel, Spanien und Microsoft leisteten technische Unterstützung bei der Bewältigung des Angriffs. Am 31.05.2022 legte zusätzlich die verwandte Ransomware-Gruppe Hive den Sozialversicherungsträger CCSS lahm und forderte 5 Millionen US-Dollar Lösegeld, was einen zweiten Notstand auslöste.

Wikipedia

08.05.2022

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Nicht offiziell verifiziert sind die exakte Gesamthöhe des wirtschaftlichen Schadens sowie die Behauptung, Personen in Costa Rica hätten der Conti-Gruppe intern geholfen; ob letztlich ein Lösegeld gezahlt wurde, ist ebenfalls nicht dokumentiert.

Journalismus

BahnBonus-App: Datenschutzprobleme bei der Vielfahrer-App der Deutschen Bahn

Der IT-Sicherheitsforscher Mike Kuketz dokumentierte am 05.05.2022, dass die BahnBonus-App bereits vor jeglicher Nutzereinwilligung Verbindungen zu Drittanbietern wie Adobe Analytics und Instabug in den USA aufbaute, dabei wurden Gerätekennungen und weitere Daten übertragen. Kuketz bewertete dies als Verstoß gegen das TTDSG. Die Deutsche Bahn hatte die App im Rahmen der BahnBonus-Umstellung im Juni 2022 eingeführt, deren Rollout laut heise online mit zahlreichen weiteren Fehlern verbunden war.

Kuketz IT Security Blog

05.05.2022

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Die Behauptung, ein technischer Fehler habe fremde Kundendaten anderer Nutzer sichtbar gemacht, ließ sich nicht als eigenständig dokumentierter Vorfall verifizieren. Belegt sind stattdessen Datenschutzmängel durch Tracking ohne Einwilligung. Ein Bußgeld im Zusammenhang mit einem solchen spezifischen Vorfall ist nicht dokumentiert.

Journalismus

"Sozialkredit-System: Chinas digitale Kontrolle könnte weltweit Nachahmer finden" — Wirtschaftsperspektive

Das Sozialkreditsystem betrifft nicht nur chinesische Bürger, sondern auch ausländische Unternehmen vor Ort — es liefert Daten zur Vertrauenswürdigkeit von Geschäftspartnern und wirkt damit über die Landesgrenzen hinaus. Auch deutsche Unternehmen sind erfasst.

Table.Media (China-Fachredaktion)

26.04.2022· in Kraft

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Wichtige Präzisierung: Das System betrifft nicht nur Privatpersonen, sondern auch (ausländische) Unternehmen — auch deutsche Firmen mit China-Geschäft sind faktisch dem System unterworfen. Zeigt eine globale Dimension, die über reine innenpolitische Betrachtung Chinas hinausgeht.

Journalismus

Chinesische Ueberwachungstechnologie und Einfluss auf den Salomonen nach dem Sicherheitsabkommen

Im April 2022 unterzeichneten die Salomonen und China ein Sicherheitsabkommen, das laut einem durchgesickerten Entwurf chinesischen Sicherheitskraeften erlaubt, im Land Polizei- und Ueberwachungstechnik bereitzustellen. Australien, Neuseeland und die USA aeusserten Besorgnis ueber eine dauerhafte chinesische Sicherheitspraesenz und den Ausbau chinesischer Ueberwachungsinfrastruktur im Pazifik.

The Guardian / Reuters

20.04.2022

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Die genaue Reichweite der Ueberwachungskomponente ist oeffentlich nicht belegt, da der finale Vertragstext nie vollstaendig veroeffentlicht wurde; Berichte stuetzen sich auf einen geleakten Entwurf.

Journalismus

Sri Lankas Staatsbankrott: Wie Familienherrschaft und Steuerpolitik der Rajapaksas die Krise befeuerten

Sri Lanka wurde im April 2022 mit rund 51 Mrd. USD Auslandsschulden erstmals in seiner Geschichte zahlungsunfähig. Als Ursachen benennt Reuters die Machtkonzentration der Familie Rajapaksa, drastische populistische Steuersenkungen 2019 und ein abruptes Verbot chemischer Düngemittel 2021, die massive Proteste (Aragalaya) auslösten.

Reuters

20.04.2022

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Der Bericht dokumentiert wirtschaftspolitische Fehlentscheidungen, belegt aber keine strafrechtlich nachgewiesene persönliche Bereicherung einzelner Familienmitglieder durch konkrete Korruptionsdelikte.

Journalismus

Zerschlagung von RaidForums: FBI und Partnerbehörden nehmen mutmaßlichen Betreiber fest

Am 12.04.2022 gaben US-Behörden im Rahmen von Operation TOURNIQUET die Beschlagnahme des Cybercrime-Forums RaidForums bekannt. Der mutmaßliche Gründer Diogo Santos Coelho alias Omnipotent war bereits am 31.01.2022 in Großbritannien festgenommen worden. Das seit 2015 bestehende Forum hatte mehr als 500.000 registrierte Nutzer und bot über 10 Milliarden Datensätze aus Datenlecks zum Verkauf an.

BleepingComputer

12.04.2022

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Der weitere Verlauf des Strafverfahrens gegen Coelho, insbesondere Ausgang der Auslieferung und ein mögliches Urteil, ist in dieser Quelle nicht dokumentiert.

Journalismus

Ransomware-Angriff auf die Börse von Santiago (Bolsa de Santiago)

Die Börse von Santiago, die wichtigste Wertpapierbörse Chiles, meldete im April 2022 einen Cyberangriff auf ihre internen Systeme. Die Ransomware-Gruppe Conti reklamierte den Angriff für sich und behauptete, interne Dokumente und Daten der Börse gestohlen zu haben. Der Handelsbetrieb wurde nach Angaben der Börse nicht unterbrochen.

BleepingComputer (Bill Toulas)

12.04.2022

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Der genaue Umfang der abgeflossenen Daten sowie die technischen Details des Eindringens wurden von der Börse öffentlich nicht vollständig bestätigt; die Zuordnung zu Conti stützt sich primär auf die Selbstbezichtigung der Gruppe.

Journalismus

Predator-Spyware-Skandal in Griechenland: Überwachung von Journalist und Oppositionsführer

Citizen Lab teilte dem griechischen Journalisten Thanasis Koukakis im März 2022 mit, dass sein Telefon vom 12.07. bis 24.09.2021 mit der Spyware Predator überwacht worden war, entwickelt von der nordmazedonischen Firma Cytrox. Im Juli 2022 wurde bekannt, dass auch Nikos Androulakis, Vorsitzender der Oppositionspartei PASOK-KINAL, im September 2021 mit demselben Infektionslink angegriffen wurde. Die griechische Regierung wies jede Beteiligung zurück.

Committee to Protect Journalists (CPJ)

11.04.2022

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Nicht dokumentiert ist, wer konkret hinter dem Einsatz von Predator steht. Offen ist, ob griechische Geheimdienststellen oder private Auftraggeber beteiligt waren. Bei Androulakis wurde zudem parallel eine legale Abhörmaßnahme bekannt, deren Verhältnis zum Predator-Einsatz bis heute nicht vollständig geklärt ist.

Journalismus

FinFisher-Insolvenz nach Ermittlungen wegen illegaler Spyware-Exporte

Die Münchner FinFisher-Firmengruppe meldete im Februar 2022 Insolvenz an und entließ alle 22 Mitarbeiter, nachdem die Staatsanwaltschaft München Ende 2021 einen Vermögensarrest gegen die Konten erlassen hatte. Grundlage war eine Strafanzeige von netzpolitik.org, der Gesellschaft für Freiheitsrechte, Reporter ohne Grenzen und dem ECCHR von Juli 2019 wegen mutmaßlich illegaler Exporte der Spähsoftware FinSpy ohne die seit 2015 erforderliche Genehmigung, unter anderem in die Türkei. Ende 2020 durchsuchte die Staatsanwaltschaft 15 Geschäftsräume und Privatwohnungen im Zuge der Ermittlungen.

Andre Meister, netzpolitik.org

28.03.2022

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Ob es tatsächlich zu einer Anklage oder Verurteilung kam, ist durch diese Quelle nicht belegt; der Abschluss der Ermittlungen war zum Berichtszeitpunkt nicht absehbar. Ebenfalls nicht dokumentiert sind eine Stellungnahme der Geschäftsführung zu den Vorwürfen sowie der genaue Umfang der Exporte in weitere genannte Länder wie Ägypten und Myanmar.

Journalismus

Kojima-Cyberangriff stoppt alle 14 Toyota-Werke in Japan, rund 13.000 Fahrzeuge weniger

Am 26.02.2022 entdeckte der japanische Toyota-Zulieferer Kojima Industries Corporation, Hersteller von Kunststoff- und Elektronikteilen, nach einem Fehler auf einem Dateiserver eine Virusinfektion samt englischsprachiger Drohbotschaft. Toyota Motor Corporation kündigte daraufhin an, wegen des dadurch ausgelösten Systemausfalls bei Kojima am 01.03.2022 alle 28 Fertigungslinien an allen 14 inländischen Werken in Japan für beide Schichten auszusetzen. Der eintägige Produktionsstopp kostete nach Reuters-Berechnungen rund 13.000 Fahrzeuge und betraf über gemeinsame Zulieferteile auch die mit Toyota verbundenen Marken Daihatsu und Hino. Zeitgleich meldete auch der Wasserpumpenhersteller GMB Corp, ein weiterer Toyota-Zulieferer, technische Probleme. Bereits am 02.03.2022 nahm Toyota die Produktion in der ersten Schicht wieder auf, nachdem der Datenaustausch zwischen Kojima und Toyota über ein Backup-Netzwerk wiederhergestellt worden war. Toyota rechnete zu diesem Zeitpunkt damit, dass die vollständige Systemwiederherstellung noch ein bis zwei Wochen dauern werde. Toyota-Präsident Akio Toyoda besuchte die Kojima-Zentrale rund vier Tage nach dem Vorfall. Mehrere Medien bezifferten den wirtschaftlichen Schaden aus dem eintägigen Produktionsausfall auf eine grobe Schätzung von etwa 375 Millionen US-Dollar auf Basis von Umsatz- und Absatzdaten.

Reuters

01.03.2022

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Wer für den Angriff verantwortlich war und ob es sich tatsächlich um Ransomware oder einen Emotet-Bezug handelte, war laut Reuters-Bericht zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht bestätigt; die kolportierte Schadenssumme von rund 375 Mio. US-Dollar beruht auf einer externen Hochrechnung, nicht auf einer offiziellen Toyota-Angabe.

Journalismus

Conti-Ransomware-Leaks: Interne Chatprotokolle nach Ukraine-Invasion durchgesickert

Nachdem die Conti-Ransomware-Gruppe am 25.02.2022 öffentlich ihre Unterstützung für die russische Invasion in der Ukraine erklärt hatte, leakte ein pro-ukrainischer Insider ab dem 27.02.2022 interne Chatprotokolle. Der Datensatz umfasst 393 JSON-Dateien mit 60.094 Nachrichten aus dem Zeitraum 21.01.2021 bis 27.02.2022. Zusätzlich wurden Quellcode-Bestandteile der TrickBot-Malware veröffentlicht. Die Chats zeigen, dass Conti in Scrum-artigen Sprints organisiert war.

Krebs on Security

01.03.2022

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Die Identität des Leakers ist bis heute nicht offiziell bestätigt. Die genaue Zahl von 60.094 Nachrichten stammt aus der Auswertung durch Sicherheitsforscher, nicht aus einer amtlichen forensischen Bestätigung. Unklar bleibt, wie vollständig der Leak das Kommunikationsvolumen der Gruppe abbildet.

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