U Entry

Studienlage & Gesetzesgrundlagen

Studienlage & Gesetzesgrundlagen

Wissen. Einordnen. Selbstbestimmt entscheiden.

Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

Filter zurücksetzen

1086 Treffer · Seite 52 von 91

Journalismus

Emergency bank measures during Freedom Convoy protests

Kanada fror 2022 während der Freedom-Convoy-Proteste rund 206 Bankkonten (ca. 7,8 Mio. CAD) ohne Gerichtsbeschluss ein, gestützt auf das Notstandsgesetz Emergencies Act.

CBC News

2022

Klartext anzeigen

Belegt den kanadischen Einzelfall 2022. Beweist nicht, dass Kontosperrungen ohne Gerichtsbeschluss auch in anderen Ländern ohne Notstandsrecht möglich sind.

Journalismus

Berliner Gesundheitsämter veröffentlichten regelwidrig über 4.000 E-Mail-Adressen bei Corona-Massen-E-Mails

Bei der Versendung von Massen-E-Mails an Bürger im Rahmen der Corona-Kontaktnachverfolgung kam es bei Berliner Gesundheitsämtern zu acht dokumentierten Datenschutzverstößen seit Januar 2021, bei denen E-Mail-Adressen offengelegt wurden, mit jeweils zwischen 45 und 3.100 betroffenen Personen, insgesamt über 4.000 offengelegte Adressen. Weniger als ein Drittel der 375 deutschen Gesundheitsämter nutzte die eigentlich vom Bund geförderte Software Sormas zur Kontaktnachverfolgung; der Rest arbeitete stattdessen mit Fax, Excel-Tabellen und anderen veralteten Methoden. Obwohl die Bundesregierung die Gesundheitsämter im November aufgefordert hatte, Sormas zu installieren, lief die Software bis zum 31. Dezember desselben Jahres erst in 111 von 375 Ämtern. Sormas wurde ursprünglich vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig zur Ebola-Bekämpfung entwickelt und 2020 um ein SARS-CoV-2-Modul ergänzt; zum damaligen Zeitpunkt hatte das HZI noch keine offizielle Datenschutz-Folgenabschätzung vorgelegt.

netzpolitik.org

01.01.2022

Klartext anzeigen

Die Zahl von acht dokumentierten Vorfällen bezieht sich nur auf Berlin; ob vergleichbare E-Mail-Datenlecks auch in anderen Bundesländern auftraten, ist aus dieser Quelle nicht belegt.

Journalismus

Nicaragua: Beschlagnahmung der Redaktion von Confidencial und Verfolgung unabhaengiger Journalisten unter Ortega

Im Dezember 2021 stuermte die nicaraguanische Polizei die konfiszierten Redaktionsraeume des unabhaengigen Nachrichtenportals Confidencial in Managua. Chefredakteur Carlos Fernando Chamorro und weitere Journalisten mussten aus dem Land fliehen, ihnen wurde formell die Staatsangehoerigkeit aberkannt.

Committee to Protect Journalists (CPJ)

29.12.2021

Klartext anzeigen

Der CPJ-Bericht dokumentiert Einschuechterung, Beschlagnahmung und Exil von Journalisten, belegt aber keine technische Ueberwachung im engeren Sinn.

Journalismus

Pegasus-Spyware auf dem Telefon von Jamal Khashoggis Ehefrau vor seiner Ermordung

Die Washington Post berichtete am 21.12.2021 unter Berufung auf eine forensische Analyse des Citizen-Lab-Forschers Bill Marczak, dass eine Behörde der Vereinigten Arabischen Emirate im April 2018 versuchte, die Pegasus-Spyware der NSO Group auf ein Mobiltelefon von Hanan Elatr zu installieren, der Ehefrau des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi. Fünf Monate später, am 02.10.2018, wurde Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet. Ein früherer Citizen-Lab-Bericht hatte bereits festgestellt, dass auch das Telefon von Khashoggis Vertrautem Omar Abdulaziz mit Pegasus infiziert worden war.

The Washington Post

21.12.2021

Klartext anzeigen

Ob die Installation auf Elatrs Telefon tatsächlich erfolgreich war, ist nicht abschließend belegt, Citizen Lab dokumentierte nur den Zugriffsversuch. NSO Group bestritt, dass Pegasus zur Überwachung von Elatr eingesetzt worden sei. Ein rechtlich festgestellter Kausalzusammenhang zwischen dieser Überwachung und der Ermordung besteht nicht, dokumentiert ist nur die zeitliche Nähe.

Journalismus

DSGVO-Verstoß: Norwegische Datenschützer verhängen Millionenstrafe gegen Grindr

Datatilsynet verhängte 6,5 Mio. Euro Bußgeld gegen Grindr für Weitergabe personenbezogener Daten ohne Einwilligung an Werbepartner.

heise online

15.12.2021

Klartext anzeigen

Bußgeldhöhe wurde später gerichtlich angepasst.

Journalismus

Kronos-Ransomware legt Lohnabrechnung bei über 2000 Unternehmen wochenlang lahm

Am 11. Dezember 2021 entdeckte der Softwarehersteller Ultimate Kronos Group (UKG) einen Ransomware-Angriff auf seine Kronos Private Cloud (KPC), eine separate Cloud-Umgebung für ältere Workforce-Management-Produkte. UKG informierte am 13. Dezember 2021 öffentlich über den Vorfall. Betroffen waren die Systeme UKG Workforce Central, UKG TeleStaff, Healthcare Extensions und Banking Scheduling Solutions, während UKG Pro, UKG Ready und UKG Dimensions in getrennten Umgebungen liefen und nicht betroffen waren. Nach Angaben von UKG konnte die vollständige Wiederherstellung mehrere Wochen dauern, einige Kunden meldeten erst Ende Januar 2022 wieder volle Funktionsfähigkeit. Mehr als 2000 Unternehmen weltweit nutzten die Kronos Private Cloud, darunter FedEx, PepsiCo, Tesla, Whole Foods, die New Yorker Metropolitan Transportation Authority sowie die britischen Firmen Sainsbury's und Boots. Schätzungen zufolge waren die Arbeitszeit- und Lohndaten von rund acht Millionen Beschäftigten betroffen, da die Systeme für Zeiterfassung, Dienstpläne und Lohnabrechnung ausfielen. Bei dem Angriff wurden zudem personenbezogene Daten von Mitarbeitern und deren Angehörigen entwendet. Im April 2023 stimmte UKG in einem Sammelklageverfahren vor dem US-Bundesgericht einer Zahlung von bis zu 6 Millionen US-Dollar an betroffene Beschäftigte zu.

The Register

13.12.2021

Klartext anzeigen

Aus den verfügbaren Quellen geht nicht hervor, welche Ransomware-Gruppe für den Angriff verantwortlich war und ob ein Lösegeld gezahlt wurde; auch die exakte Zahl der von der Datenexfiltration betroffenen Personen ist nicht abschließend belegt.

Journalismus

Ransomware-Angriff auf Kronos Private Cloud legt Lohn- und Zeiterfassungssysteme lahm

In der Nacht zum 11.12.2021 entdeckte der HR-Software-Anbieter UKG einen Ransomware-Angriff auf die Kronos Private Cloud. Betroffen waren UKG Workforce Central, TeleStaff, Healthcare Extensions und Banking Scheduling Solutions. Unternehmen wie Tesla, Temple University und die San Francisco Municipal Transit Authority mussten auf manuelle Prozesse für Lohnabrechnung und Zeiterfassung ausweichen.

BleepingComputer

13.12.2021

Klartext anzeigen

Der Erstzugriffsvektor war zum Zeitpunkt dieser Meldung nicht bekannt. Die tatsächliche Ausfalldauer betrug bei manchen Kunden letztlich mehrere Monate, was in dieser frühen Quelle noch nicht dokumentiert ist.

Journalismus

Life360: Familien-Tracking-App verkauft seit 2016 Standortdaten von 33 Millionen Nutzern an Datenbroker

Die als Sicherheits-App vermarktete Familien-Tracking-App Life360 verkauft laut Recherchen von The Markup, gestützt auf Aussagen zweier ehemaliger Mitarbeiter, seit 2016 Standortdaten von rund 33 Millionen Nutzern an etwa ein Dutzend Datenbroker, die sie wiederum an praktisch jeden zahlenden Kunden weitergeben, darunter auch US-Regierungsbehörden wie das Verteidigungsministerium und die Gesundheitsbehörde CDC. Firmengründer und CEO Chris Hulls bestätigte, der Datenverkauf sei fester Bestandteil des Geschäftsmodells; die Datenschutzbestimmungen der App erwähnen die Weitergabe an Dritte, werden aber laut Berichten von den meisten Nutzern nicht sorgfältig gelesen. Der CEO betonte, man verkaufe Daten nicht direkt an Regierungsstellen, um die Rechte potenzieller Angeklagter in Strafverfahren nicht zu untergraben, wich damit aber der Frage nach der Weitergabe über zwischengeschaltete Datenbroker an genau solche Stellen aus.

The Markup

07.12.2021

Klartext anzeigen

Ob und wie oft die über Umwege an Behörden gelangten Life360-Standortdaten tatsächlich in konkreten Strafverfahren verwendet wurden, ist aus dieser Quelle nicht belegt.

Journalismus

Life360 verkauft Standortdaten von 33 Millionen Nutzern an Datenhändler

Am 06.12.2021 veröffentlichte das gemeinnützige Rechercheportal The Markup eine Untersuchung, wonach die Familien-Tracking-App Life360 die präzisen Standortdaten ihrer weltweit rund 33 Millionen Nutzer an etwa ein Dutzend Datenhändler verkaufte. Zu den Käufern zählten unter anderem die Unternehmen X-Mode, Cuebiq, SafeGraph und Arity, eine Tochtergesellschaft des Versicherungskonzerns Allstate. Life360 wird von Eltern genutzt, um den Aufenthaltsort ihrer Kinder zu verfolgen, verkaufte die dabei gesammelten Standortdaten jedoch gleichzeitig weiter. Im Jahr 2020 erzielte das Unternehmen durch den Verkauf von Standortdaten rund 16 Millionen US-Dollar, was fast 20 Prozent des Jahresumsatzes entsprach. Zusätzlich erhielt Life360 rund 6 Millionen US-Dollar durch eine gesonderte Vereinbarung mit Arity. Nach Veröffentlichung der Recherche kündigte Life360 am 27.01.2022 an, den Verkauf präziser Standortdaten an die meisten der bisherigen Datenhändler einzustellen. Life360 bestätigte, seit mindestens 2016 Standortdaten an Dritte verkauft zu haben. Im April 2022 berichtete The Markup, dass US-Regulierungsbehörden nach der Recherche Informationen zu den Datenpraktiken von Life360 angefordert hatten. Im Juni 2023 wurde gegen Life360 eine Klage wegen ungerechtfertigter Bereicherung eingereicht.

The Markup

06.12.2021

Klartext anzeigen

Nicht belegt ist, wie viele der 33 Millionen Nutzer konkret von den Datenverkäufen betroffen waren und welche einzelnen Endkunden die Datenhändler mit den Rohdaten beliefert haben; der Ausgang der 2023 eingereichten Klage sowie das Ergebnis der Regulierungsanfragen waren zum Zeitpunkt der Berichterstattung offen.

Journalismus

Crime Prediction Software Promised to Be Free of Biases. New Data Shows It Perpetuates Them

Analyse von 5,9 Mio. PredPol-Vorhersagen (38 US-Behörden) zeigt systematisch häufigere Markierung nicht-weißer, einkommensschwacher Nachbarschaften.

The Markup / Gizmodo

02.12.2021

Klartext anzeigen

Belegt statistische Korrelation, keine absichtliche diskriminierende Programmierung.

Journalismus

Ransomware-Angriff auf MediaMarktSaturn durch die Hive-Gruppe

In der Nacht vom 7. auf den 8. November 2021 griff die Ransomware-Gruppe Hive die IT-Infrastruktur der MediaMarktSaturn Retail Group an und verschlüsselte nach Unternehmensangaben rund 3100 Windows-Server. Betroffen waren Filialen und nationale Gesellschaften in 13 europäischen Ländern, Kassen- und Warenwirtschaftssysteme fielen zeitweise aus, während die Online-Shops weiterliefen. Die Angreifer forderten laut späteren Medienberichten zunächst 240 Millionen US-Dollar Lösegeld, was auf rund 50 Millionen US-Dollar reduziert wurde.

heise online

08.11.2021

Klartext anzeigen

Offen bleibt, ob MediaMarktSaturn tatsächlich Lösegeld gezahlt hat und in welcher Höhe. Der genaue technische Einstiegsweg der Hive-Gruppe in das Firmennetz ist öffentlich nicht dokumentiert. Unklar blieb zum Zeitpunkt der Berichterstattung zudem, ob und in welchem Umfang die Angreifer tatsächlich Daten entwendet und veröffentlicht haben.

Journalismus

Robinhood-Datenleck: Social-Engineering-Angriff betrifft 7 Millionen Kunden

Am 03.11.2021 verschaffte sich ein Angreifer durch einen Social-Engineering-Anruf bei einem Kundendienstmitarbeiter des US-Aktienbrokers Robinhood Markets Zugang zu internen Support-Systemen. Robinhood informierte die Öffentlichkeit am 08.11.2021 in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC sowie im eigenen Unternehmensblog über den Vorfall. Nach Unternehmensangaben wurden E-Mail-Adressen von rund fünf Millionen Kunden sowie vollständige Namen von weiteren rund zwei Millionen Kunden erbeutet, insgesamt waren damit etwa 7 Millionen Nutzer betroffen. Bei einer kleineren Gruppe von etwa 310 Kunden wurden zusätzlich Geburtsdaten und Postleitzahlen offengelegt, bei rund 10 Kunden noch umfangreichere Kontoinformationen. Am 16.11.2021 ergänzte Robinhood, dass auch Telefonnummern von mehr als 4.400 Kunden gestohlen worden waren. Sozialversicherungsnummern, Bankkontonummern und Debitkartendaten waren nach Unternehmensangaben nicht betroffen, finanzielle Verluste bei Kunden wurden nicht festgestellt. Der Angreifer forderte von Robinhood eine Erpressungszahlung, ob diese geleistet wurde, machte das Unternehmen zunächst nicht öffentlich. Im Januar 2025 verhängte die SEC gegen zwei Robinhood-Broker-Dealer-Einheiten eine Strafzahlung von insgesamt 45 Millionen US-Dollar, unter anderem wegen unzureichender Datenschutz- und Identitätsschutzmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Vorfall.

heise online

03.11.2021

Klartext anzeigen

Aus der Quelle nicht abschließend belegt ist, ob und in welcher Höhe die vom Angreifer geforderte Erpressungszahlung tatsächlich geleistet wurde; auch die Identität des Angreifers und der genaue technische Ablauf des Social-Engineering-Anrufs wurden öffentlich nicht bestätigt.

← ZurückSeite 52 von 91Weiter →

Transparenz & Qualität

Alle Inhalte sind sorgfältig recherchiert, mit Quellen belegt und werden regelmäßig überprüft.

Mehr über unsere Standards

Dein Wissen. Deine Freiheit.

Nutze verlässliche Informationen, um deine eigenen Entscheidungen zu treffen – für ein selbstbestimmtes Leben.

Zur Lernakademie

Wichtiger Hinweis

Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Weiterbildung. Sie stellen keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar.

Mitglied werdenAnmelden