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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

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Journalismus

Shell haftet fuer Oelverschmutzung im Niger-Delta: Urteil des Haager Berufungsgerichts

Das Berufungsgericht in Den Haag entschied, dass die Shell-Tochter SPDC fuer Oelverschmutzungen im Niger-Delta haftbar ist. Vier nigerianische Bauern und die Umweltorganisation Milieudefensie hatten seit 2008 geklagt; das Gericht ordnete Entschaedigungszahlungen an und verpflichtete Shell zum Einbau einer Lecksuchanlage.

Reuters / Gerichtshof Den Haag

29.01.2021

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Die genaue Hoehe der Entschaedigungssummen wurde nicht abschliessend beziffert; unklar bleibt, inwieweit von Shell angefuehrte Pipeline-Sabotage rechtlich beruecksichtigt wurde.

Journalismus

Serasa-Experian-Datenleck: 220 Millionen Brasilianer im Darknet

Am 20. Januar 2021 entdeckte das brasilianische Cybersicherheitsunternehmen PSafe im Darknet einen Datensatz mit persönlichen Informationen von mehr als 220 Millionen Menschen, mehr als die Einwohnerzahl Brasiliens von rund 210 Millionen, da auch Daten Verstorbener enthalten waren. Die rund 1 Terabyte umfassenden komprimierten Dateien enthielten vollständige Namen, Geburtsdaten, Steueridentifikationsnummern (CPF), Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Gehaltsangaben, Kreditwürdigkeitsbewertungen und teilweise Gesichtsbilder. Eine zweite Datensammlung betraf rund 40 Millionen brasilianische Unternehmen samt Steuernummern (CNPJ) und geschätzten Umsätzen, zusätzlich waren Daten zu mehr als 104 Millionen Fahrzeugen samt Fahrgestellnummer, Kennzeichen und technischen Details betroffen. Wegen der Art der Daten fiel der Verdacht auf die brasilianische Auskunftei Serasa Experian, eine Tochtergesellschaft des britischen Konzerns Experian, insbesondere auf deren Datenbank des Dienstes Mosaic. Serasa Experian bestritt, dass die eigenen Systeme kompromittiert wurden, und erklärte nach einer forensischen Untersuchung durch externe Spezialisten, es gebe keine Beweise für einen Einbruch. Die Verbraucherschutzbehörden Procon-SP und Senacon sowie die brasilianische Datenschutzbehörde ANPD leiteten Untersuchungen ein und bezeichneten die Erklärungen des Unternehmens als unzureichend. Der Datenschutzexperte Bruno Bioni von Data Privacy Brasil nannte den Vorfall das größte und gefährlichste Datenleck in der Geschichte Brasiliens. Die Täter boten den vollständigen Datensatz im Darknet zum Kauf an, unter anderem für rund 40.000 US-Dollar in Bitcoin.

heise online

20.01.2021

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Aus dieser Quelle ist nicht belegt, wer konkret für das Leck verantwortlich ist oder auf welchem technischen Weg die Daten abflossen; Serasa Experian bestritt eine eigene Systemkompromittierung, ohne dass zum Berichtszeitpunkt eine andere Quelle offiziell bestätigt war, und der Ausgang der behördlichen sowie gerichtlichen Verfahren blieb offen.

Journalismus

Nitro-PDF-Leak: 77 Millionen Nutzerkonten im Darknet veröffentlicht

Im September 2020 wurde der Anbieter der PDF-Software Nitro (Nitro Software) Opfer eines Datendiebstahls. Eine 14 GB große Datenbank mit 77.159.696 Nutzerdatensätzen wurde zunächst gemeinsam mit 1 TB an Dokumenten für 80.000 US-Dollar zum Kauf angeboten. Am 20.01.2021 veröffentlichte ein Akteur, der sich der Gruppe ShinyHunters zurechnete, die vollständige Datenbank kostenlos in einem Hackerforum. Die Datensätze enthielten E-Mail-Adressen, vollständige Namen, bcrypt-gehashte Passwörter, Firmennamen, Berufsbezeichnungen, IP-Adressen sowie Titel aus mit der Software konvertierten Dokumenten. Bleeping Computer bestätigte die Echtheit der Daten anhand bekannter Nitro-Konten. Nitro Software hatte den Vorfall bereits am 21.10.2020 in einer Mitteilung an die australische Börse ASX als Sicherheitsvorfall mit geringen Auswirkungen gemeldet und erklärt, es seien keine Kundendaten betroffen gewesen, was sich im Nachhinein als unzutreffend erwies. Unter den betroffenen Organisationen, deren Mitarbeiter Nitro-Konten nutzten, wurden unter anderem Google, Apple, Microsoft, Chase und Citibank genannt. Have I Been Pwned nahm den Vorfall am 19.01.2021 mit 77,2 Millionen betroffenen Konten in seine Datenbank auf.

Bleeping Computer

20.01.2021

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Nicht belegt ist der genaue technische Einbruchsweg in die Nitro-Systeme sowie eine offizielle, detaillierte Bestätigung des Umfangs durch Nitro Software selbst, das den Vorfall zunächst herunterspielte. Auch die Identität des Täters beruht nur auf dessen eigener Behauptung im Hackerforum.

Journalismus

BaFin-Moratorium: Stadt Monheim drohen durch Greensill-Anlage 38 Millionen Euro Verlust

Die Stadt Monheim am Rhein verlor 38 Mio. Euro, weitere deutsche Kommunen wie Eschborn (35 Mio.), Wiesbaden (rund 20 Mio.) und Osnabrück (14 Mio.) verloren ebenfalls Geld bei der Greensill Bank.

Handelsblatt

2021

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Belegt die Einzelbeträge betroffener Kommunen. Kommunen legten dort wegen Negativzinsen auf normale Einlagen an.

Journalismus

Für deutsche Länder und Kommunen stehen bei der Greensill-Affäre Millionen auf dem Spiel

Rund 40 bis 50 deutsche Kommunen hatten Geld bei der Greensill Bank angelegt, der Gesamtschaden für die öffentliche Hand lag im dreistelligen Millionenbereich.

NZZ (bestätigt via Business Insider / kommunalwiki.boell.de)

2021

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Belegt die Größenordnung des kommunalen Gesamtschadens. Einzelne Quellen nennen zwischen 39 und 50 betroffene Kommunen.

Journalismus

N26: Smartphone-Bank kündigt zahlreiche Konten fristlos

Dem Handelsblatt lagen 2021 rund 40 Fälle vor, in denen N26 deutschen Kunden fristlos kündigte, mit Kündigungsschreiben, die nur pauschal auf AGB-Verstöße verwiesen, ohne den konkreten Vorwurf zu nennen.

Handelsblatt

2021

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Belegt die 40 dem Handelsblatt vorliegenden Einzelfälle. Keine Aussage über die Gesamtzahl aller N26-Kündigungen.

Journalismus

Kontogebühren zurückholen: Deutsche Bank plant 300 Millionen Euro ein

Die Deutsche Bank plante nach dem BGH-Zustimmungsfiktion-Urteil mit rund 300 Mio. Euro Rückerstattungen an Kunden für unrechtmäßig erhöhte Kontogebühren.

t-online

2021

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Eine geplante Rückstellung ist keine Aussage darüber, wie viel tatsächlich an Kunden ausgezahlt wurde.

Journalismus

rC3-Kongress: Sicherheitslücken in der Gesundheits-IT kurz vor ePA-Start

Auf dem vom Chaos Computer Club veranstalteten Remote-Kongress rC3 präsentierten Sicherheitsforscher Ende Dezember 2020 zahlreiche Schwachstellen in der deutschen Gesundheits-IT, wenige Tage vor dem geplanten Start der elektronischen Patientenakte (ePA) am 01.01.2021. Sie fanden unter anderem 29 ungeschützt im Internet erreichbare Konnektoren der Telematikinfrastruktur, unzureichend abgesicherte Server bei medizinischen Versorgungszentren und offene GUS-Boxen. Ein Forscher warnte, man hätte die ePA per Man-in-the-Middle-Angriff auslesen können, wäre sie bereits im Einsatz gewesen. Der ePA-Start erfolgte zunächst nur in wenigen Testpraxen in Berlin und Westfalen-Lippe.

heise online

30.12.2020

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Wie viele Versicherte die ePA in den ersten Monaten aktivierten, ist hier nicht dokumentiert, der Artikel entstand vor dem offiziellen Start. Ob die demonstrierten Schwachstellen die produktive ePA-Umgebung selbst betrafen oder nur angrenzende Systeme, bleibt offen. Die Vortragenden waren Sicherheitsforscher auf dem CCC-Kongress, keine offiziellen CCC-Sprecher.

Journalismus

Ransomware-Angriff auf die Funke Mediengruppe legt Zeitungsdruck lahm

Am 22.12.2020 wurde die Funke Mediengruppe Opfer eines Ransomware-Angriffs mit einem Trojaner der Doppelpaymer-Familie, derselben Schadsoftware, die im September 2020 die Düsseldorfer Uniklinik betroffen hatte. Zahlreiche Computersysteme in Redaktionen und Druckhäusern wurden bundesweit verschlüsselt, betroffen waren unter anderem WAZ, Hamburger Abendblatt und Berliner Morgenpost. Die Tageszeitungen konnten am Folgetag nur als Notausgaben erscheinen, das Unternehmen deaktivierte zudem seine Paywalls.

heise online

22.12.2020

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Ob tatsächlich ein Lösegeld gezahlt wurde, ist nicht offiziell bestätigt. Eine offizielle Feststellung, welche konkrete Tätergruppe hinter dem Angriff stand, liegt öffentlich nicht vor.

Journalismus

Vietnam: Milliarden-Pyramidensystem "Lien Ket Viet" - Fuehrungsspitze verurteilt

Ein vietnamesisches Gericht verurteilte die Fuehrung des Multi-Level-Marketing-Unternehmens "Lien Ket Viet", das als Nahrungsergaenzungsmittel-Vertrieb getarnt ein Pyramidensystem betrieb. Rund 68.000 Anleger wurden um insgesamt etwa 80 Millionen US-Dollar betrogen; Firmenchef Le Xuan Giang wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Reuters

22.12.2020

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Der Fall stammt nicht direkt aus dem Herbalife-Umfeld, sondern betrifft ein aehnlich gelagertes MLM-Pyramidensystem in Vietnam. Ob Opfer entschaedigt wurden, bleibt offen.

Journalismus

SolarWinds-Sunburst-Lieferkettenangriff

Mutmaßlich staatliche Hacker schleusten die Schadsoftware Sunburst in reguläre Updates der Netzwerkmanagement-Software Orion von SolarWinds ein. Die betroffenen Versionen wurden zwischen März und Juni 2020 an rund 18.000 Kunden verteilt, darunter US-Ministerien, das Pentagon, das Außenministerium sowie zahlreiche Fortune-500-Unternehmen. Die Sicherheitsfirma FireEye deckte den Angriff auf und dokumentierte die Kampagne unter dem Namen UNC2452.

heise online

15.12.2020

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Wie die Angreifer genau in das interne Netzwerk von SolarWinds eindrangen und den Quellcode manipulierten, ist öffentlich nicht abschließend geklärt. Offen bleibt auch, ob ein einfaches Software-Update zur vollständigen Bereinigung betroffener Systeme ausreicht. Das genaue Ausmaß der Datenabflüsse bei den einzelnen betroffenen Behörden und Unternehmen ist nicht vollständig öffentlich dokumentiert.

Journalismus

Datenleck brasilianisches Gesundheitsministerium: 243 Millionen Patientendaten offen

Nach Recherchen der Zeitung Estadão lagen monatelang Zugangsdaten zur zentralen Gesundheitsdatenbank SUS Base64-codiert im öffentlich einsehbaren Quellcode der Website des brasilianischen Gesundheitsministeriums. Dadurch waren persönliche und medizinische Daten von rund 243 Millionen Menschen, darunter auch Verstorbene, frei zugänglich, inklusive Namen, Adressen, Telefonnummern und Gesundheitsdaten.

Security Boulevard, unter Berufung auf Estadão

04.12.2020

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Aus den Berichten geht nicht hervor, ob und in welchem Umfang Dritte die offenliegenden Zugangsdaten tatsächlich zum Abruf der Datenbank genutzt haben. Auch bleibt unklar, ob eine Behörde ein Bußgeld verhängte oder wer konkret für die fehlerhafte Programmierung verantwortlich gemacht wurde.

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