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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

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Journalismus

How the U.S. Military Buys Location Data from Ordinary Apps

USSOCOM kaufte über Babel Streets Locate X und X-Mode Bewegungsdaten aus Apps wie Muslim Pro für Militäreinsätze.

VICE (Motherboard)

16.11.2020

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Beruht auf anonymen Quellen, Nutzung durch Militär teils intransparent.

Journalismus

ICO reduziert Marriott-Bußgeld wegen Corona-Pandemie von 99 auf 18,4 Millionen Pfund

Die britische Datenschutzbehörde Information Commissioner's Office (ICO) verhängte am 30.10.2020 gegen Marriott International, Inc. eine Geldbuße von 18,4 Millionen Pfund wegen Verstößen gegen die DSGVO. Ursache war ein Cyberangriff auf die Reservierungsdatenbank der Starwood Hotels, die Marriott 2016 übernommen hatte; Unbekannte hatten sich bereits seit 2014 unbemerkt Zugang zum System verschafft, entdeckt erst am 08.09.2018. Betroffen waren bis zu 339 Millionen Gästedatensätze weltweit. Die ICO warf Marriott vor, keine angemessenen technischen und organisatorischen Maßnahmen nach Artikel 5(1)(f) und Artikel 32 DSGVO getroffen zu haben. Im Juli 2019 hatte die ICO zunächst eine Geldbuße von 99.200.396 Pfund angekündigt. Als Ausgangspunkt der Berechnung setzte die Behörde 28 Millionen Pfund an, reduzierte diesen Betrag wegen der Kooperation Marriotts um 20 Prozent auf 22,4 Millionen Pfund und senkte ihn wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Hotelbranche weiter auf 18,4 Millionen Pfund. Die Buße betraf ausschließlich den Zeitraum ab Inkrafttreten der DSGVO am 25.05.2018.

Computer Weekly

30.10.2020

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Aus dieser Quelle nicht belegt ist, ob Marriott gegen den Bußgeldbescheid Rechtsmittel eingelegt hat und wie sich die Kosten des Unternehmens durch den Vorfall insgesamt bezifferten.

Journalismus

Enel-Group-Doppelangriff 2020: Snake/EKANS und Netwalker treffen italienischen Energiekonzern zweimal

Der italienische Energiekonzern Enel Group wurde 2020 zweimal von unterschiedlicher Ransomware getroffen. Am 07.06.2020 entdeckte Enel einen Angriff mit der Ransomware Snake/EKANS und erklärte, es sei zu keiner erfolgreichen Verschlüsselung gekommen. Ende Oktober 2020 wurde Enel von der Gruppe Netwalker ein zweites Mal angegriffen, die eine Lösegeldforderung von 14 Millionen US-Dollar stellte und behauptete, rund 5 Terabyte Firmendaten entwendet zu haben. Sicherheitsforscher führten beide Angriffe auf ungesicherte Remote-Desktop-Zugänge zurück.

BleepingComputer

27.10.2020

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Ob Enel tatsächlich Lösegeld gezahlt hat, ist nicht öffentlich belegt. Die Angabe von 5 Terabyte gestohlener Daten stammt allein von der Erpressergruppe selbst und wurde von Enel weder bestätigt noch widerlegt.

Journalismus

Vastaamo-Hack: Erpressung von rund 30.000 Psychotherapie-Patienten mit Therapienotizen

Der finnische Psychotherapie-Anbieter Vastaamo, mit rund 40.000 behandelten Patienten der größte private Anbieter des Landes, wurde erstmals im November 2018 gehackt; die Datenbank blieb bis März 2019 unbemerkt kompromittiert. Ursache war eine ungesicherte Datenbank ohne Verschlüsselung, deren Root-Zugang lediglich mit dem Nutzernamen und Passwort root/root gesichert war. Der Angreifer Aleksanteri (Julius) Kivimäki erbeutete Patientendaten von etwa 33.000 Personen, darunter Namen, Personenkennzeichen und detaillierte Therapienotizen. Nachdem Vastaamo eine Lösegeldforderung von 40 Bitcoin, umgerechnet rund 450.000 Euro, nicht zahlte, veröffentlichte Kivimäki ab dem 21.10.2020 Patientendaten im Darknet und schickte tausenden Patienten direkt E-Mails mit der Forderung von 200 Euro, die sich bei Nichtzahlung innerhalb von 24 Stunden auf 500 Euro erhöhte. Rund 30.000 Patienten erhielten individuelle Erpresser-Nachrichten. Vastaamo meldete infolge des Vorfalls Insolvenz an. Die finnische Datenschutzaufsicht verhängte im Dezember 2021 ein Bußgeld von 608.000 Euro gegen das Unternehmen wegen Verstößen gegen die DSGVO. Kivimäki wurde im Februar 2023 in Frankreich unter falscher Identität festgenommen und nach Finnland ausgeliefert. Am 30.04.2024 verurteilte ihn ein finnisches Bezirksgericht wegen schwerer Datenrechtsverletzung sowie rund 21.000 Fällen versuchter und 20 Fällen vollendeter schwerer Erpressung zu sechs Jahren und drei Monaten Haft.

Krebs on Security

21.10.2020

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Die genaue Zahl der individuell erpressten Patienten schwankt je nach Quelle zwischen rund 22.000 und 30.000. Der Ausgang eines späteren Berufungsverfahrens sowie tatsächlich geleistete Entschädigungen an die Betroffenen sind in dieser Quelle nicht dokumentiert.

Journalismus

Cl0p-Ransomware-Angriff auf Software AG

Die Ransomware-Gruppe Cl0p griff das in Darmstadt ansässige Softwareunternehmen Software AG am Wochenende des 03.10.2020 an. Die Angreifer forderten ein Lösegeld von 23 Millionen US-Dollar in Bitcoin und drohten mit der Veröffentlichung von rund einem Terabyte gestohlener Daten. Software AG zahlte das Lösegeld nicht, woraufhin Cl0p ab dem 09.10.2020 interne Dokumente, E-Mails und Mitarbeiterdaten veröffentlichte. Kundenseitige Cloud-Dienste blieben laut Unternehmen unberührt.

BleepingComputer

09.10.2020

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Über welchen technischen Einstiegsvektor die Angreifer eindrangen, wurde nicht öffentlich genannt. Die exakte Zahl der von den veröffentlichten Daten betroffenen Personen wurde nicht offiziell beziffert.

Journalismus

Razzia bei Staatstrojaner-Firma FinFisher wegen illegalem Software-Export in die Türkei

Das Zollkriminalamt und die Staatsanwaltschaft München I durchsuchten vom 06. bis 08.10.2020 Geschäftsräume der Firmen FinFisher, FinFisher Labs und Elaman in München wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Außenwirtschaftsgesetz. Hintergrund: Die Überwachungssoftware FinSpy soll im Sommer 2017 ohne deutsche Ausfuhrgenehmigung an die Türkei geliefert worden sein. Bereits im Juli 2019 hatten mehrere NGOs gemeinsam Strafanzeige gestellt.

netzpolitik.org

08.10.2020

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Nicht belegt ist, ob es tatsächlich zu einer rechtswidrigen Ausfuhr kam und wer konkret verantwortlich war. Der Ausgang des Ermittlungsverfahrens war zum Berichtszeitpunkt offen, es liegt kein rechtskräftiges Urteil vor. Unklar bleibt der genaue Lieferweg der Software in die Türkei.

Journalismus

Chainalysis and Integra Win $1.25 Million IRS Contract to Break Monero

IRS vergab je 625.000 USD an Chainalysis/Integra zur Deanonymisierung von Monero.

Bitcoin.com News

02.10.2020

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Erfolgreicher Abschluss nicht belegt.

Journalismus

Vastaamo-Hack: Finnische Psychotherapie-Patienten werden mit gestohlenen Sitzungsnotizen erpresst

Zwischen Ende November 2018 und März 2019 wurde der finnische Psychotherapie-Anbieter Vastaamo gehackt; die Angreifer erbeuteten die Therapieakten von rund 33.000 Patienten. Nachdem CEO Ville Tapio am 28.09.2020 erstmals vom Täter kontaktiert wurde und Behörden informierte, forderte der Erpresser zunächst 40 Bitcoin (rund 450.000 Euro) vom Unternehmen. Mitte Oktober 2020 erhielten über 33.000 Patienten direkt Droh-E-Mails mit Forderungen von 200 bis 500 Euro in Bitcoin, verbunden mit der Drohung, ihre persönlichen Daten und Therapienotizen zu veröffentlichen, darunter Angaben zu psychischer Gesundheit, Missbrauch und Suizidgedanken. Der Fall löste die größte strafrechtliche Ermittlung in der finnischen Geschichte aus und führte zu Krisengesprächen der damaligen Regierung unter Ministerpräsidentin Sanna Marin. Vastaamo meldete Insolvenz an. Der später identifizierte Täter, der Finne Aleksanteri Kivimäki, wurde in Frankreich festgenommen, nach Finnland ausgeliefert und zu über sechs Jahren Haft verurteilt.

Wikipedia / Malwarebytes Labs

01.10.2020

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Wie viele der erpressten Patienten tatsächlich zahlten, ist aus dieser Quelle nicht beziffert.

Journalismus

Keyword Warrants: US-Polizei lässt sich von Google Listen aller Nutzer geben, die nach bestimmten Begriffen suchten

Bei einem sogenannten Keyword Warrant muss Google alle Daten zu Nutzersuchen herausgeben, die bestimmte Suchbegriffe innerhalb eines festgelegten Zeitraums enthielten, unabhängig davon, ob die suchenden Personen mit einer Straftat in Verbindung stehen. Google wird nach Schätzungen jährlich mit tausenden solcher Anordnungen konfrontiert; Keyword Warrants gelten als eine der umstrittensten Durchsuchungsmaßnahmen in den USA. In einem Fall aus dem Jahr 2016 forderte die Polizei nach der Vergewaltigung einer Frau in Pennsylvania per Durchsuchungsbeschluss von Google die Herausgabe aller Nutzer, die zuvor nach der Adresse des Opfers gesucht hatten; in einer Untersuchung aus Wisconsin 2019 verlangten Behörden Informationen zu allen Nutzern, die den Namen des Opfers, zwei Schreibweisen des Namens seiner Mutter und dessen Adresse innerhalb eines bestimmten Zeitraums gesucht hatten. Kritiker warnen, dass unschuldige Personen durch dieses 'Fischen im Trüben' ins Visier von Ermittlern geraten können, ohne selbst verdächtig zu sein.

netzpolitik.org

01.10.2020

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Wie oft Keyword Warrants tatsächlich zur Verurteilung unbeteiligter Personen führten, ist aus dieser Quelle nicht mit Fallzahlen belegt; die Kritik bezieht sich auf das strukturelle Risiko der Methode.

Journalismus

Howard Wilkinsons Whistleblower-Bericht an Danske Bank über die Estland-Filiale

Ende Dezember 2013 sandte der britische Händler Howard Wilkinson eine E-Mail an die Danske-Bank-Zentrale mit dem Betreff Whistleblowing disclosure. Er beschrieb, dass Finanzberichte der Firma Lantana Trade nicht zu den hohen Transaktionsvolumen auf deren Konto bei der Estland-Filiale passten. Nach höflicher Bestätigung ohne Maßnahmen fand er 15 weitere Kunden mit vergleichbaren Auffälligkeiten und verfasste zwischen 2013 und 2014 insgesamt vier Berichte an die interne Revision.

International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ)

29.09.2020

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Nicht dokumentiert ist, wie genau die Geschäftsleitung intern auf die Berichte reagierte, interne Sitzungsprotokolle liegen nicht öffentlich vor. Die Bank reagierte öffentlich nicht, bis Wilkinsons Name 2018 durchsickerte.

Journalismus

Litauens Zentralbank kooperiert bei Danske-Bank-Geldwäscheermittlungen

Die litauische Zentralbank Lietuvos bankas erklärte, sie beobachte Informationen zur möglichen Beteiligung litauischer Finanzinstitute an Geldwäsche und arbeite mit dänischen Behörden zusammen. Hintergrund waren die FinCEN Files, laut denen zwischen 2012 und 2015 verdächtige Geldtransfers über die Danske-Bank-Filiale in Litauen abgewickelt wurden, Teil eines Spiegelgeschäfte-Systems zum Herausschleusen russischer Rubel.

LRT (Lithuanian National Radio and Television)

25.09.2020

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Nicht dokumentiert ist eine eigenständige formelle Untersuchung der Danske-Bank-Litauen-Filiale durch die litauische Zentralbank 2019. Der Hauptskandal betraf primär die estnische Filiale, die litauische Zentralbank äußerte sich nur allgemein zur Kooperation, ohne eigene Ermittlungsergebnisse oder Fallzahlen für Litauen zu nennen.

Journalismus

FinCEN Files 2020: Leak enthüllt über 2 Billionen Dollar verdächtige Banktransaktionen

Am 20.09.2020 veröffentlichten BuzzFeed News und das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) gemeinsam mit 108 weiteren Medienpartnern aus 88 Ländern die Recherche FinCEN Files. Grundlage waren mehr als 2.100 vertrauliche Verdachtsmeldungen (Suspicious Activity Reports) an die US-Finanzaufsichtsbehörde FinCEN sowie tausende weitere Dokumente aus dem Zeitraum 1999 bis 2017. Die Unterlagen zeigen über 200.000 Transaktionen im Gesamtwert von mehr als 2 Billionen US-Dollar, die Banken selbst als mutmaßlich verdächtig einstuften, aber dennoch abwickelten. Namentlich genannt wurden unter anderem JPMorgan Chase mit rund 514 Milliarden US-Dollar und die Deutsche Bank mit etwa 1,3 Billionen US-Dollar sowie einem Anteil von rund 62 Prozent aller geleakten Meldungen, zudem HSBC, Barclays, Standard Chartered und Bank of New York Mellon. Quelle der Dokumente war die frühere FinCEN-Mitarbeiterin Natalie Mayflower Sours Edwards. Mehr als 400 Journalisten werteten das Material in einer rund 16-monatigen Recherche gemeinsam aus. FinCEN kündigte am 16.09.2020, kurz vor der Veröffentlichung, eine Reform seiner Prozesse zur Geldwäschebekämpfung an. Edwards bekannte sich im Januar 2020 schuldig der unbefugten Weitergabe vertraulicher Regierungsdokumente und wurde im Juni 2021 zu sechs Monaten Haft verurteilt. Die Recherche wurde 2021 als Finalistin für den Pulitzer-Preis in der Kategorie International Reporting ausgezeichnet.

ICIJ (International Consortium of Investigative Journalists) / BuzzFeed News

20.09.2020

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Die Quelle trifft keine abschließende juristische Bewertung, ob die gemeldeten Transaktionen tatsächlich Geldwäsche darstellten, und außer der Verurteilung der Whistleblowerin sind keine strafrechtlichen Konsequenzen gegen die genannten Banken oder deren verantwortliche Mitarbeiter belegt.

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