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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Journalismus

Nachbarschafts-App Nextdoor kämpft mit Racial-Profiling-Problem, kappt Direktverbindung zur Polizei

Die Nachbarschafts-App Nextdoor, gedacht für Themen wie Flohmärkte oder gestohlene Fahrräder, geriet in den Ruf, zu einer Plattform für Racial Profiling geworden zu sein: Nutzer posteten wiederholt Warnungen vor 'verdächtigen' Personen, oft People of Color, mit Formulierungen wie 'Dunkelhäutiger Mann bricht in Auto ein' oder 'Hispanischer Mann läuft verdächtig durch die Nachbarschaft', teils ohne jedes weitere Merkmal außer Hautfarbe. Gemeinschaftsgruppen in Oakland, Kalifornien, machten das Unternehmen auf entsprechende Beiträge aufmerksam. Nextdoor wurde zusätzlich für seine enge Zusammenarbeit mit Polizeibehörden kritisiert und entfernte im Juni 2020 die umstrittene Funktion 'Forward to Police', mit der Nutzer Beiträge direkt an die lokale Polizei weiterleiten konnten. Im August 2020 kündigte das Unternehmen eine algorithmische Lösung gegen reines Rassenprofiling in Beiträgen an, ergänzt um Bias-Schulungen für Moderatoren und die Rekrutierung weiterer Schwarzer Moderatoren.

BuzzFeed News / CBS News

01.07.2020

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Neun Monate nach der Ankündigung der algorithmischen Lösung bestand das Problem laut derselben Quelle weiterhin fort; die Wirksamkeit der Gegenmaßnahmen war zum Berichtszeitpunkt also nicht belegt.

Journalismus

Wirecard-Bilanzskandal: 1,9 Milliarden Euro auf Treuhandkonten fehlen, Insolvenz

Am 18.06.2020 verweigerte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young dem DAX-Konzern Wirecard das Testat für den Jahresabschluss 2019, da für Bankguthaben in Höhe von 1,9 Milliarden Euro auf angeblichen philippinischen Treuhandkonten keine ausreichenden Nachweise vorlagen. Die kontoführenden Banken BDO Unibank und Bank of the Philippine Islands bestätigten anschließend, dass es diese Konten nie gegeben hatte. Der fehlende Betrag entsprach etwa einem Viertel der Bilanzsumme des Unternehmens. Vorstandschef Markus Braun trat am 19.06.2020 zurück und wurde am 22.07.2020 erneut verhaftet, nachdem er zuvor gegen eine Kaution von 5 Millionen Euro freigekommen war. Der frühere Finanzvorstand Jan Marsalek wurde am 22.06.2020 fristlos entlassen und ist seither mit internationalem Haftbefehl gesucht, sein Aufenthaltsort blieb ungeklärt. Am 25.06.2020 meldete Wirecard Insolvenz an, als erster DAX-Konzern in der Geschichte des Index. Der Aktienkurs brach binnen weniger Tage um mehr als zwei Drittel ein, am 24.08.2020 wurde Wirecard aus dem DAX ausgeschlossen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht geriet wegen ihrer Aufsichtspraxis in die Kritik, unter anderem wegen eines Leerverkaufsverbots vom 18.02.2019 zugunsten von Wirecard. Am 14.03.2022 erhob die Staatsanwaltschaft München I Anklage gegen Braun und zwei weitere frühere Manager wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs, Untreue und Bilanzfälschung. Der Bundestag richtete am 01.10.2020 einen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung des Aufsichtsversagens ein.

Wikipedia (deutschsprachige Ausgabe)

25.06.2020

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Aus dieser Quelle nicht abschließend belegt sind der Ausgang des seit Dezember 2022 laufenden Strafprozesses gegen Markus Braun vor dem Landgericht München I sowie der aktuelle Aufenthaltsort des weiterhin mit internationalem Haftbefehl gesuchten Jan Marsalek.

Journalismus

Wirecard-Bilanzskandal: Aufdeckung des Milliardenbetrugs und Insolvenz

Am 18.06.2020 verweigerte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY das Testat für den Jahresabschluss von Wirecard, weil sie 1,9 Milliarden Euro auf angeblichen Treuhandkonten auf den Philippinen nicht nachweisen konnte. Wirecard räumte daraufhin ein, dass dieses Geld höchstwahrscheinlich nie existiert hatte. Vorstandschef Markus Braun wurde am 22.06.2020 festgenommen, am 25.06.2020 meldete Wirecard als erstes DAX-Unternehmen der Geschichte Insolvenz an. Vorausgegangen waren jahrelange Recherchen der Financial Times unter Reporter Dan McCrum.

Fortune

25.06.2020

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Der genaue Umfang des Betrugs ist bis heute nicht abschließend gerichtlich geklärt. Der Strafprozess gegen Ex-Vorstandschef Markus Braun läuft seit Dezember 2022 am Landgericht München I und war auch im August 2026 noch nicht rechtskräftig abgeschlossen. Der ehemalige Vorstand Jan Marsalek gilt weiterhin als flüchtig.

Journalismus

Wirecard-Skandal: Die gefälschten Treuhandkonten auf den Philippinen

Im Jahresabschluss 2019 wies Wirecard rund 1,9 Milliarden Euro auf angeblichen Treuhandkonten bei den philippinischen Banken BDO Unibank und Bank of the Philippine Islands (BPI) aus. Als örtlicher Treuhänder trat der Manila-Anwalt Mark Tolentino auf. Am 18.06.2020 verweigerte Wirtschaftsprüfer EY das Testat. Am 19.06.2020 erklärten BDO und BPI öffentlich, die vorgelegten Kontobestätigungen trügen gefälschte Unterschriften und Wirecard sei nie ihr Kunde gewesen. Wirecard räumte daraufhin ein, das Geld habe wahrscheinlich nie existiert, und meldete am 25.06.2020 Insolvenz an.

GMA News Online

19.06.2020

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Ob Treuhänder Mark Tolentino wissentlich an der Fälschung mitwirkte oder selbst getäuscht wurde, ist rechtlich nicht abschließend geklärt. Im August 2022 stellte das philippinische Justizministerium die Ermittlungen gegen Tolentino und den flüchtigen Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek mangels Beweisen ein, lediglich ein BPI-Bankangestellter wurde wegen Urkundenfälschung angeklagt. Wer die Dokumente tatsächlich erstellt hat, ist mangels rechtskräftigen Urteils nicht gerichtsfest bewiesen.

Journalismus

NHS-App-Kehrtwende: Nur 4 Prozent iPhone-Erkennung führt zum Wechsel auf Apple-Google-Modell

Die britische Gesundheitsbehörde NHSX testete ab dem 05.05.2020 auf der Isle of Wight eine Bluetooth-basierte Corona-Kontaktverfolgungs-App mit zentralisiertem Datenmodell, bei dem Kontaktdaten auf einem zentralen NHS-Server gespeichert wurden. Bis zum 11.05.2020 wurde die App rund 55.000 Mal heruntergeladen. Datenschutzexperten kritisierten das zentralisierte Modell wegen des Risikos einer Ausweitung der Datennutzung und forderten stattdessen ein dezentrales Modell nach Vorbild der von Apple und Google entwickelten Exposure-Notification-Schnittstelle. Tests zeigten zudem technische Probleme: Wegen Apples Beschränkungen für Bluetooth-Hintergrundprozesse erkannte die zentralisierte App nur etwa 4 Prozent der iPhones und rund 75 Prozent der Android-Geräte zuverlässig, während das Apple-Google-Modell 99 Prozent beider Gerätetypen erfasste. Am 18.06.2020 gab Gesundheitsminister Matt Hancock bekannt, dass die Regierung das zentralisierte Modell aufgibt und künftig mit Apple und Google an einer dezentralen Lösung arbeitet. Die neue, auf der Apple-Google-Schnittstelle basierende NHS-COVID-19-App wurde am 24.09.2020 in England und Wales veröffentlicht und am ersten Tag sechs Millionen Mal heruntergeladen. Eine 2023 veröffentlichte Studie schätzte, dass die App im ersten Betriebsjahr rund eine Million Infektionsfälle und etwa 9.600 Todesfälle verhindert habe. Die App wurde am 27.04.2023 endgültig abgeschaltet.

Wikipedia (Artikel NHS COVID-19)

18.06.2020

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Aus dieser Quelle nicht belegt sind die genauen Entwicklungskosten der ursprünglichen zentralisierten App sowie die Details der internen Entscheidungsprozesse. Ebenfalls unklar bleibt, ob letztlich die technischen Bluetooth-Probleme mit iPhones oder die Datenschutzbedenken den Ausschlag für den Wechsel gaben.

Journalismus

Nintendo-Network-ID-Hack 2020: 300.000 Konten durch Credential Stuffing kompromittiert

Nintendo bestätigte am 24.04.2020 zunächst rund 160.000 kompromittierte Nintendo Network IDs durch unbefugte Anmeldungen und korrigierte die Zahl am 09.06.2020 auf insgesamt rund 300.000 betroffene Konten. Zugangsdaten wurden nach Nintendos eigener Darstellung nicht aus den eigenen Systemen, sondern anderweitig erlangt und für Fremdanmeldungen genutzt, was auf Credential Stuffing hindeutet. Bei weniger als einem Prozent der betroffenen Konten kam es zu betrügerischen Käufen, Nintendo schaltete die NNID-Anmeldemöglichkeit dauerhaft ab und erstattete betroffenen Nutzern die Kosten.

Forbes

09.06.2020

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Nintendo hat den genauen Angriffsweg nie im Detail offengelegt. Ob es sich eindeutig um Credential Stuffing, Phishing oder Brute-Force-Angriffe handelte, ist nicht offiziell bestätigt, sondern beruht auf Einschätzungen von Sicherheitsjournalisten.

Journalismus

Menschenhandel und Zwangsarbeit nepalesischer Wanderarbeiter am Golf

Amnesty International dokumentierte, wie nepalesische Wanderarbeiter über das Kafala-System und private Anwerbeagenturen mit illegalen Vermittlungsgebühren nach Katar gelockt wurden, verschuldet und in Zwangsarbeit auf WM-Baustellen gerieten; Pässe wurden einbehalten, Löhne teils monatelang nicht ausgezahlt.

Amnesty International

27.05.2020

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Die Quelle konzentriert sich auf Katar und den Bausektor, nicht spezifisch auf Bhutan; belastbare Einzelfall-Strafverfahren gegen konkrete Finanzierungsnetzwerke werden nicht im Detail benannt.

Journalismus

Siri-Whistleblower fordert EU-Untersuchung gegen Apple

Ein ehemaliger Apple-Subunternehmer-Mitarbeiter forderte eine EU-Untersuchung der Siri-Sprachauswertung, bei der Mitarbeiter täglich tausende Aufnahmen mit intimen Details anhörten.

heise online

20.05.2020

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Beruht auf Aussagen eines einzelnen Whistleblowers, keine unabhängige behördliche Bestätigung.

Journalismus

Ausland-Ausland-Fernmeldeaufklärung nach dem BND-Gesetz verstößt gegen Grundrechte

BVerfG erklärte BND-Überwachung von Ausländern im Ausland für verfassungswidrig, Verstoß gegen Art. 10 GG und Pressefreiheit.

Bundesverfassungsgericht

19.05.2020

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Pressemitteilung fasst nur Leitsätze zusammen.

Journalismus

EasyJet-Datenleck 2020: 9 Millionen Kunden, 2.208 Kreditkartendaten offengelegt

Am 19.05.2020 informierte die britische Fluggesellschaft EasyJet öffentlich über einen Cyberangriff auf ihre IT-Systeme, bei dem persönliche Daten von rund 9 Millionen Kunden abgeflossen waren. Betroffen waren E-Mail-Adressen und Reisedaten aus Buchungen im Zeitraum vom 17.10.2019 bis zum 04.03.2020. Bei 2.208 Kunden wurden zudem vollständige Kreditkartendaten einschließlich der Sicherheitscodes offengelegt. EasyJet entdeckte den Angriff Ende Januar 2020 und bezeichnete ihn als hochentwickelten Angriff. Kunden mit gestohlenen Zahlungsdaten wurden ab April 2020 informiert, die Benachrichtigung aller 9 Millionen betroffenen Kunden sollte bis zum 26.05.2020 abgeschlossen sein. EasyJet meldete den Vorfall an die britische Datenschutzbehörde ICO sowie an das National Cyber Security Centre. Passwörter und Passdaten der Kunden waren nach Angaben von EasyJet nicht betroffen. Die Kanzlei PGMBM reichte im Mai 2020 beim High Court in London eine Sammelklage mit einem möglichen Streitwert von bis zu 18 Milliarden britischen Pfund ein. Die ICO stellte ihre Untersuchung des Vorfalls im August 2023 offiziell ein und verwies dabei auf begrenzte Ressourcen der Behörde.

Wikipedia (englischsprachiger Artikel)

19.05.2020

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Aus der Quelle geht nicht hervor, ob die 2020 eingereichte Sammelklage inzwischen zu einem Urteil oder Vergleich geführt hat, und die genaue technische Ursache des Einbruchs bleibt ungeklärt.

Journalismus

Sidewalk Labs beendet Smart-City-Projekt Quayside in Toronto

Der Alphabet-Ableger Sidewalk Labs gab am 07.05.2020 die Aufgabe seines Smart-City-Projekts Quayside in Toronto bekannt, offiziell wegen wirtschaftlicher Unsicherheit durch die Covid-19-Pandemie. Dem Rückzug ging ein mehrjähriger öffentlicher Streit um die geplante Sensor- und Datensammlung voraus. Bereits 2018 trat die frühere Datenschutzbeauftragte Ontarios, Ann Cavoukian, als Beraterin zurück, da ihr zufolge keine ausreichende Anonymisierung zugesichert wurde.

The Globe and Mail

07.05.2020

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Ob die jahrelange öffentliche Kritik an der Datensammlung tatsächlich mitentscheidend für die Absage war, ist nicht offiziell bestätigt. Eine förmliche behördliche Untersuchung zu den Datenschutzvorwürfen ist nicht bekannt.

Journalismus

Citizen-Lab-Studie zu WeChat-Überwachung ausländischer Nutzerkonten

Die Studie We Chat, They Watch vom 07.05.2020 zeigt, dass Dateien und Bilder, die zwischen nicht in China registrierten WeChat-Konten ausgetauscht werden, auf politisch sensible Inhalte gescannt werden. Diese werden per Hash-Abgleich und Bild- sowie Texterkennung mit einer chinesischen Zensurdatenbank verglichen und genutzt, um das Zensursystem für in China registrierte Nutzer weiterzutrainieren. Sobald ein Bild als sensibel markiert wird, blockiert WeChat dessen Versand für alle Nutzer weltweit.

The Citizen Lab, University of Toronto

07.05.2020

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Nicht dokumentiert ist, in welchem Umfang Tencent diese Überwachung durchführt, da die Analyse serverseitig und intransparent erfolgt. Offen bleibt, ob die Daten an chinesische Behörden weitergegeben werden, die Studie liefert dafür keine direkten Beweise. Tencent bestritt Teile der Vorwürfe, ohne sich detailliert zu den technischen Befunden zu äußern.

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