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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Journalismus

Toll-Group-Doppelangriff 2020: Mailto und Nefilim infizieren bis zu 1.000 Server, 220 GB gestohlen

Der australische Logistikkonzern Toll Group wurde 2020 innerhalb weniger Monate zweimal von unterschiedlichen Ransomware-Gruppen angegriffen. Am 31.01.2020 entdeckte Toll eine Infektion mit einer neuen Variante der Ransomware Mailto, woraufhin das Unternehmen am 05.02.2020 öffentlich bekanntgab, aus Vorsicht zahlreiche IT-Systeme abgeschaltet zu haben. Nach Medienberichten waren bis zu 1.000 Server und rund 500 Unternehmensanwendungen betroffen, unter anderem das Active Directory, und aus einem Server wurden rund 220 Gigabyte Daten entwendet. Die vollständige Wiederherstellung der Kernsysteme dauerte mehr als sechs Wochen. Am 05.05.2020 schaltete Toll erneut vorsorglich IT-Systeme ab, diesmal verantwortlich war die Ransomware-Gruppe Nefilim. Die Angreifer entwendeten aktuelle und frühere Geschäftsvereinbarungen sowie Mitarbeiterdaten von mindestens einem Server. Der Ausfall des Kundenportals MyToll behinderte die Umleitung von Sendungen an alternative Abholstellen und störte den Lieferbetrieb. Toll-Geschäftsführer Thomas Knudsen entschuldigte sich öffentlich bei den Betroffenen und erklärte, das Unternehmen werde kein Lösegeld zahlen, und informierte das Australian Cyber Security Centre sowie die australische Bundespolizei.

BleepingComputer

05.05.2020

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Aus den verfügbaren Quellen ist nicht abschließend belegt, wie viele Kunden individuell betroffen waren, ob ein technischer Zusammenhang zwischen beiden Angriffen bestand und ob die von Nefilim angedrohte vollständige Veröffentlichung der gestohlenen Daten im Darknet tatsächlich umgesetzt wurde.

Journalismus

Massenangriffswelle auf FritzBox-Router: 13 Schwachstellen und Fernzugriff als Einfallstor für Botnetze

Sicherheitsforscher von Palo Alto Networks Unit 42 entdeckten eine Angriffswelle, bei der Schadsoftware Router wie die FritzBox über insgesamt 13 Schwachstellen sowie Brute-Force-Angriffe in ein Botnetz eingliederte, ebenso wie IP-Kameras und andere IoT-Geräte. Angreifer können dadurch das Heimnetz ausspähen, Bewegungsprofile erstellen oder die Geräte für DDoS-Angriffe missbrauchen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnte zusätzlich vor der komfortablen, aber riskanten Fernzugriffsfunktion, mit der die FritzBox über das Internet von außerhalb des Zuhauses erreichbar gemacht werden kann: Kriminelle durchsuchen das Internet gezielt nach FritzBoxen mit aktiviertem Fernzugriff und können bei geknacktem Passwort oder unentdeckter Sicherheitslücke vollen Zugriff auf den Router erlangen. Geräte mit eingestelltem Support gelten dabei als besonders gefährdet, da veraltete Firmware Zugriff auf Bankdaten und smarte Haushaltsgeräte im Netzwerk ermöglichen kann.

heise online / Palo Alto Networks Unit 42

01.05.2020

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Wie viele deutsche Haushalte tatsächlich von der beschriebenen Botnetz-Kampagne betroffen waren, ist aus dieser Quelle nicht mit einer Gesamtzahl belegt.

Journalismus

Papua-Neuguinea entzieht Barrick Gold die Lizenz fuer die Porgera-Mine

Die Regierung von Papua-Neuguinea verweigerte im April 2020 der von Barrick Gold gefuehrten Betreibergesellschaft die Verlaengerung der Sonderabbaulizenz fuer die Porgera-Goldmine, eine der groessten Goldminen der Welt. Praesident James Marape begruendete den Schritt mit unzureichender wirtschaftlicher Beteiligung des Staates sowie Umwelt- und Sozialschaeden.

Reuters

24.04.2020

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Der Artikel dokumentiert den politischen Lizenzentzug, belegt aber keine strafrechtlich festgestellte Korruption einzelner Amtstraeger; Vorwuerfe zu Umwelt- und Sozialschaeden stammen groesstenteils aus Regierungsdarstellungen.

Journalismus

US-Justizministerium: Bestechungsvorwuerfe bei Vergabe der Fussball-WM 2022 an Katar

Im April 2020 legte das US-Justizministerium eine erweiterte Anklageschrift im FIFA-Korruptionsverfahren vor, in der dargelegt wird, dass FIFA-Funktionaere Bestechungsgelder erhielten, um bei der Vergabe der WM 2018 (Russland) und WM 2022 (Katar) fuer diese Laender zu stimmen. Die Ermittler beschreiben Zahlungen in Millionenhoehe an mehrere Exekutivkomitee-Mitglieder.

US Department of Justice (Eastern District of New York)

06.04.2020

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Die Anklage stuetzt sich auf Aussagen kooperierender Zeugen und nicht auf ein rechtskraeftiges Urteil gegen Katar selbst; eine direkte strafrechtliche Verantwortung katarischer Offizieller wurde bislang nicht gerichtlich festgestellt.

Journalismus

Marriott-Datenleck 2020: 5,2 Millionen Gäste durch Mitarbeiter-Logins betroffen

Marriott International teilte am 31.03.2020 mit, dass Unbekannte zwischen Mitte Januar 2020 und Ende Februar 2020 auf Gästedaten von schätzungsweise 5,2 Millionen Personen zugreifen konnten. Die Angreifer nutzten dabei die Login-Daten von zwei Mitarbeitern eines Franchise-Hotels der Kette, um sich Zugang zu einer Anwendung zu verschaffen, mit der Marriott-Franchisenehmer Gästeservices verwalten. Marriott entdeckte den unautorisierten Zugriff Ende Februar 2020 und deaktivierte daraufhin die betroffenen Zugangsdaten. Zu den kompromittierten Daten gehörten Namen, Geschlecht, Geburtstag und -monat, Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Arbeitgeberangaben, Treueprogramm-Informationen einschließlich verknüpfter Fluggesellschaftskonten sowie Präferenzen zum Hotelaufenthalt. Nach Angaben des Unternehmens waren Zahlungskartendaten, Passwörter und PINs der Bonvoy-Konten, Passnummern sowie nationale Ausweis- und Führerscheinnummern nicht betroffen. Marriott setzte anschließend die Passwörter aller Bonvoy-Mitglieder zurück, informierte die betroffenen Gäste per E-Mail, richtete ein Online-Portal zur Überprüfung des eigenen Betroffenenstatus ein und bot ein Jahr kostenloses Identitätsüberwachungs-Monitoring durch Experian IdentityWorks an. Es handelte sich um den zweiten großen Datenschutzvorfall bei Marriott nach dem Starwood-Leck von 2018 mit rund 339 Millionen betroffenen Datensätzen weltweit.

heise online

31.03.2020

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Aus dieser Quelle nicht belegt sind der genaue Name des betroffenen Franchise-Hotels sowie die exakte Zahl und Identität der involvierten Täter; auch etwaige Bußgelder oder rechtliche Konsequenzen speziell für diesen 2020er-Vorfall werden hier nicht dokumentiert.

Journalismus

Weibo-Datenleck 2020: 538 Millionen Nutzerkonten im Darknet verkauft

Am 23.03.2020 wurde bekannt, dass in einem Untergrundforum ein Datensatz mit persönlichen Informationen von 538 Millionen Nutzerkonten der chinesischen Social-Media-Plattform Sina Weibo zum Kauf angeboten wurde. Der Datensatz umfasste echte Namen, Weibo-Nutzernamen, Geschlecht und Standortangaben, bei 172 Millionen der betroffenen Konten zusätzlich Mobiltelefonnummern; Passwörter waren nicht enthalten. Der Anbieter verlangte für den kompletten Datensatz 0,177 Bitcoin, zum damaligen Kurs umgerechnet rund 1.032 US-Dollar. Weibos Sicherheitsdirektorin Luo Shiyao erklärte, die Telefonnummern seien 2019 durch einen Brute-Force-Abgleich von Kontaktlisten über die Nutzersuchfunktion der Plattform gewonnen worden, weitere Profildaten seien durch automatisiertes Auslesen öffentlicher Seiten gesammelt worden; der zugrunde liegende Vorfall soll bis 2018 zurückreichen. Das Unternehmen erklärte, die genutzte Sicherheitslücke geschlossen und die Polizei eingeschaltet zu haben. Chinas Ministerium für Industrie und Informationstechnologie zitierte Weibo-Vertreter am 25.03.2020 vor und ordnete verbesserte Datenschutz- und Sicherheitsmaßnahmen sowie künftige Meldepflichten bei Sicherheitsvorfällen an. Weibo zählte zu diesem Zeitpunkt rund 516 Millionen monatlich aktive Nutzer.

Security Affairs

23.03.2020

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Die von Weibo genannte Ursachenkombination aus Brute-Force-Abgleich und Web-Scraping wurde von unabhängigen Sicherheitsforschern nicht bestätigt und teils als unvollständige Erklärung für den Umfang der Daten kritisiert. Ob chinesische Behörden gegen Weibo Bußgelder oder weitere Sanktionen verhängt haben, ist aus dieser Quelle nicht belegt.

Journalismus

Sina Weibo: 538 Millionen Nutzerdaten im Darknet, MIIT bestellt Konzern ein

Am 19. März 2020 wurde bekannt, dass im chinesischen sozialen Netzwerk Sina Weibo Datensätze von rund 538 Millionen Nutzerkonten im Darknet zum Verkauf angeboten wurden. Bei etwa 172 Millionen dieser Datensätze waren zusätzlich die mit dem jeweiligen Konto verknüpften Telefonnummern enthalten, hinzu kamen Nutzernamen, Geschlecht, Standortangaben und Followerzahlen. Passwörter und Ausweisdaten waren nach Angaben von Weibo nicht betroffen. Weibos Sicherheitsdirektor Luo Shiyao erklärte, die Telefonnummern seien 2018/2019 durch eine automatisierte Massenabfrage der Kontaktabgleich-Schnittstelle der App unrechtmäßig mit Konten verknüpft worden. Am 21. März 2020 bestellte das Büro für Netzwerksicherheitsverwaltung des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) Verantwortliche von Sina Weibo zu einem Gespräch ein. Das Ministerium verlangte, die Datenschutzrichtlinie zu überarbeiten und die Abfrage-Schnittstellen besser gegen Missbrauch abzusichern. Weibo erklärte, man habe die Sicherheitsstrategie der betroffenen Schnittstelle bereits aktualisiert.

Tencent News (news.qq.com)

21.03.2020

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Aus den verfügbaren Quellen geht nicht hervor, ob gegen Sina Weibo im Zusammenhang mit diesem konkreten Datenleck ein förmliches Bußgeld verhängt wurde, dokumentiert ist lediglich eine Ermahnung ohne bezifferte Sanktion.

Journalismus

CFIUS erzwingt Verkauf der Dating-App Grindr durch chinesischen Eigentümer Kunlun Tech

Der US-Ausschuss CFIUS stufte die vollständige Übernahme der Dating-App Grindr durch das chinesische Unternehmen Kunlun Tech als nationales Sicherheitsrisiko ein. Kunlun hatte Grindr 2016 und 2018 übernommen, ohne die Transaktion vorab prüfen zu lassen. Im Mai 2019 ordnete CFIUS die Veräußerung an, da Daten der rund 27 Millionen Nutzer wie Standort und HIV-Status potenziell dem chinesischen Staat zugänglich sein könnten. Am 06.03.2020 gab Kunlun bekannt, Grindr für rund 608 Millionen US-Dollar zu verkaufen.

TechCrunch

06.03.2020

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Ob CFIUS öffentlich belegte Beweise für einen tatsächlichen Datenzugriff durch chinesische Behörden vorlegte, ist nicht ersichtlich, CFIUS-Verfahren sind grundsätzlich vertraulich. Ob der Verkauf fristgerecht vollständig abgeschlossen wurde, geht aus diesem Artikel nicht hervor.

Journalismus

Remote-Sensing Satellites and Privacy: Why Current Regulations Will Ultimately Fail

Zahl kommerzieller Erdbeobachtungssatelliten stieg von 150 (2008) auf über 760, US-Regulierung adressiert vorrangig nationale Sicherheit statt Bürgerdatenschutz.

American University Business Law Review

März 2020

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Studentische Rechtsanalyse, spiegelt US-Recht wider.

Journalismus

Ungeschuetzte Datenbank legt Millionen Waehlerdaten der Dominikanischen Republik offen

Der Sicherheitsforscher Anurag Sen entdeckte eine oeffentlich zugaengliche, unpassword-geschuetzte Datenbank mit personenbezogenen Daten von rund 5,3 Millionen Waehlern der Dominikanischen Republik, darunter vollstaendige Namen, Geburtsdaten, Ausweisnummern und Adressen. Die Daten stammten offenbar aus einem Datensatz im Umfeld einer Wahlkampagne und lagen ungesichert auf einem Elasticsearch-Server.

TechCrunch (Zack Whittaker)

19.02.2020

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Unklar bleibt, wie lange die Datenbank oeffentlich zugaenglich war und ob Dritte vor der Entdeckung durch den Forscher bereits Daten abgegriffen haben; ein tatsaechlicher Missbrauch der Daten ist journalistisch nicht belegt.

Journalismus

Wie Ancestry und MyHeritage die DSGVO und andere Gesetze missachten

MyHeritage und Ancestry verstoßen beim deutschen Marktauftritt gegen DSGVO-Transparenzpflichten, etwa durch unverständliche Datenschutzerklärungen und fehlende deutsche Kontaktadressen.

heise online (c't Magazin)

14.02.2020

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Mehrere Jahre alt, Praktiken können sich seitdem geändert haben.

Journalismus

Gesichtserkennung am Südkreuz: Unfreiwillig in der Tagesschau

Ein ehemaliger Proband des Südkreuz-Tests erschien unbeabsichtigt in einer Tagesschau-Sendung mit seinem Testfoto, was eine Verletzung des Rechts am eigenen Bild darstellt.

netzpolitik.org

13.02.2020

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Schildert einen Einzelfall, keine systematische Untersuchung.

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