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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

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Journalismus

Maze-Ransomware erfindet die doppelte Erpressung: Fall Allied Universal

Im November 2019 griff die Maze-Ransomware-Gruppe das US-Sicherheitsunternehmen Allied Universal an und forderte 300 Bitcoin. Als das Unternehmen nicht zahlte, veröffentlichten die Angreifer rund 700 MB gestohlener Daten als Drohmittel. Dieser Fall gilt als eine der ersten dokumentierten Anwendungen der Taktik Double Extortion, die in der Folge von Gruppen wie REvil und Clop übernommen wurde.

Bleeping Computer

21.11.2019

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Nicht belegt ist die tatsächliche Gesamtmenge der gestohlenen Daten, die Behauptung von nur 10 Prozent Veröffentlichung stammt allein von den Tätern. Ob Allied Universal letztlich zahlte, ist nicht dokumentiert. Die Identität der Maze-Betreiber wurde nie offiziell festgestellt.

Journalismus

Radarfallen und rechtliche Grenzen für Kommunen bei privater Verkehrsüberwachung

Fachmedium erläutert anhand des OLG-Frankfurt-Urteils, dass Geschwindigkeitsmessungen als hoheitliche Aufgabe nicht per Leiharbeit an private Firmen übertragen werden dürfen.

KOMMUNAL

13.11.2019

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Richtet sich an kommunalpolitisches Fachpublikum, keine eigene juristische Tiefenanalyse.

Journalismus

Desjardins-Datenleck: Bestätigung von 4,2 Millionen betroffenen Mitgliedern

Die kanadische Finanzgenossenschaft Desjardins Group bestätigte am 01.11.2019, dass der im Juni 2019 bekannt gewordene Datendiebstahl durch einen Mitarbeiter tatsächlich alle 4,2 Millionen Einzelmitglieder in Quebec und Ontario betraf. Der Mitarbeiter hatte unbefugt auf geschützte Kundendaten zugegriffen und diese widerrechtlich an Dritte weitergegeben. Betroffen waren Sozialversicherungsnummern, Adressen und Angaben zu Bankgewohnheiten, nicht jedoch Passwörter oder Kontostände.

Global News

01.11.2019

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Die kanadische Datenschutzbehörde OPC korrigierte die Gesamtzahl der Betroffenen im Dezember 2020 auf rund 9,7 Millionen Personen nach oben. Ein mutmaßlicher Haupttäter wurde erst 2024 verhaftet, das Strafverfahren war noch nicht rechtskräftig abgeschlossen.

Journalismus

Grenfell Tower: Fehlendes zentrales Register gefaehrdeter Bewohner behinderte Rettung

Der Grenfell Tower Inquiry Phase-1-Bericht stellte fest, dass die London Fire Brigade und der Kensington and Chelsea Council beim Brand vom 14. Juni 2017 ueber kein zentrales Verzeichnis verfuegten, welche Bewohner Evakuierungshilfe benoetigten. Diese fehlende Datenerfassung trug dazu bei, dass gefaehrdete Bewohner nicht gezielt evakuiert werden konnten.

Grenfell Tower Inquiry (Phase 1 Report)

30.10.2019

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Die Zuordnung zum Themenbereich Datenmanagement erfolgt sinngemaess ueber das Behoerdenversagen bei der Datenerfassung/-weitergabe, nicht ueber einen klassischen Datenleck-Fall.

Journalismus

1.400 WhatsApp-Nutzer 2019 per Missed-Call-Exploit mit Pegasus infiziert

Am 29.10.2019 reichte WhatsApp beim US-Bundesgericht für den Northern District of California Klage gegen die israelische NSO Group ein. Die Klage wirft NSO Group vor, zwischen dem 29.04.2019 und dem 10.05.2019 rund 1.400 WhatsApp-Nutzer in etwa 20 Ländern mit der Spyware Pegasus infiziert zu haben. Die Angreifer nutzten dafür eine Sicherheitslücke in der VoIP-Funktion von WhatsApp, dokumentiert als CVE-2019-3568, ein Pufferüberlauf im Videoanruf-Code, der es erlaubte, durch präparierte Anrufe unbemerkt Schadcode zu übertragen, ohne dass die Betroffenen den Anruf annehmen mussten. Zu den Zielen zählten Journalisten, Menschenrechtsaktivisten, Diplomaten und Regierungsvertreter. Am 20.12.2024 entschied Richterin Phyllis Hamilton am zuständigen US-Bezirksgericht in Kalifornien, dass NSO Group gegen den Computer Fraud and Abuse Act, den California Comprehensive Computer Data Access and Fraud Act sowie gegen Vertragsbedingungen von WhatsApp verstoßen hat. Am 06.05.2025 sprach eine Geschworenenjury WhatsApp beziehungsweise dessen Mutterkonzern Meta 444.719 US-Dollar Schadenersatz sowie 167.254.000 US-Dollar Strafschadenersatz zu. Im Oktober 2025 reduzierte Richterin Hamilton den Strafschadenersatz auf rund 4 Millionen US-Dollar, verhängte zugleich aber eine dauerhafte gerichtliche Verfügung gegen NSO Group.

heise online

29.10.2019

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Aus der Quelle nicht abschließend belegt ist, ob und in welcher Höhe NSO Group die zugesprochenen Schadenersatzsummen tatsächlich gezahlt hat, da das Unternehmen Berufung eingelegt hat und der Ausgang dieses Verfahrens offen ist. Ebenfalls nicht im Detail belegt ist die vollständige Liste der betroffenen 1.400 Personen und ihrer Herkunftsländer.

Journalismus

Swedbank Estland: Geldwäscheverdacht, Kursabsturz und Führungswechsel nach SVT-Enthüllungen

Der schwedische Sender SVT enthüllte im Februar 2019, dass über Konten der estnischen Swedbank-Filiale zwischen 2007 und 2015 verdächtige Transaktionen in Milliardenhöhe abgewickelt worden sein sollen, mit Verbindungen zum Danske-Bank-Skandal. Die Aktie stürzte ab, Vorstandschefin Birgitte Bonnesen wurde kurz vor der Hauptversammlung entlassen, eine Woche später trat auch der Verwaltungsratschef zurück.

Bloomberg

01.10.2019

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Die genaue Höhe der geflossenen verdächtigen Gelder ist nicht abschließend geklärt, SVT nannte rund 5,8 Milliarden US-Dollar, diese Zahlen stammen aus journalistischer Recherche, nicht aus einem abgeschlossenen behördlichen Verfahren.

Journalismus

Malware-Angriff auf Rheinmetall Automotive stört Produktion in Brasilien, Mexiko und den USA

Ab dem Abend des 24.09.2019 legte ein Malware-Angriff die IT-Systeme mehrerer Werke der Rheinmetall-Automotive-Sparte in Brasilien, Mexiko und den USA lahm. Die Produktion an diesen Standorten war erheblich gestört. Rheinmetall bezifferte den möglichen wöchentlichen Ergebnisschaden ab der zweiten Woche auf 3 bis 4 Millionen Euro und rechnete mit einer Wiederherstellung innerhalb von zwei bis vier Wochen. Die übrigen Konzern-IT-Systeme sowie die Rüstungssparte blieben laut Unternehmensangaben unberührt.

Reuters, veröffentlicht via Euronews

27.09.2019

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Rheinmetall bestätigte weder die genaue Art der Schadsoftware noch, ob es sich um verschlüsselnde Ransomware handelte. Ein separater, ähnlich gelagerter Ransomware-Angriff auf Rheinmetall im Jahr 2020 ließ sich in der Recherche nicht verifizieren, dieser 2019er Fall ist die dokumentierte Entsprechung.

Journalismus

Kammergericht Berlin: Emotet-Trojaner legt IT neun Monate lahm, Millionenkosten

Am 20. September 2019 wurde das Berliner Kammergericht, eines der größten Oberlandesgerichte Deutschlands mit rund 150 Richterinnen und Richtern, Ziel eines Cyberangriffs mit den Schadprogrammen Emotet und Trickbot. Die Trojaner drangen über eine präparierte E-Mail in das ungesegmentierte Gerichtsnetzwerk ein und stahlen über mehrere Tage systematisch Zugangsdaten. Eine Verschlüsselung im Sinne klassischer Ransomware blieb aus, weil die Internetverbindung des Gerichts unterbrochen wurde, ein Datendiebstahl wurde jedoch bestätigt. Das Cyber Emergency Response Team von T-Systems empfahl einen kompletten Neuaufbau der Windows-Domäne und der gesamten IT-Infrastruktur. Neun Monate nach dem Angriff, im Juli 2020, war die Mehrheit der rund 150 Richterinnen und Richter weiterhin in ihrer Arbeit stark eingeschränkt. Neu verteilte Computer konnten mangels VPN-Zugang zunächst nur als Schreibmaschinen genutzt werden. Für die Beschaffung neuer Geräte und den Aufbau sicherer Zugänge wurden mehrere Millionen Euro veranschlagt, im Berliner Nachtragshaushalt waren insgesamt über 10 Millionen Euro für die IT-Wiederherstellung der Justiz eingeplant.

heise online

20.09.2019

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Der genaue Infektionsweg der ersten Schadsoftware-Mail konnte laut Berichten nicht abschließend rekonstruiert werden, und ob tatsächlich sensible Verfahrensdaten abgeflossen sind, blieb ungeklärt.

Journalismus

Zynga-Datenleck 2019: 170 Millionen Words-With-Friends-Konten kompromittiert

Der US-Spieleentwickler Zynga bestätigte am 12.09.2019 einen Datendiebstahl bei Nutzerkonten mehrerer mobiler Spiele, darunter Words With Friends, Draw Something und das eingestellte OMGPOP-Portal. Ein Hacker mit dem Pseudonym Gnosticplayers hatte sich zuvor an das Onlineportal The Hacker News gewandt und behauptet, Zugriff auf mehr als 218 Millionen Words-With-Friends-Konten zu haben. Spätere forensische Auswertungen der gestohlenen Datenbank ermittelten rund 172,9 Millionen eindeutige betroffene Konten. Betroffen waren Nutzer, die die Android- oder iOS-Version des Spiels bis zum 02.09.2019 installiert hatten. Erbeutet wurden Namen, E-Mail-Adressen, Login-IDs, mit Salt versehene SHA1-Passwort-Hashes und Passwort-Reset-Token sowie teilweise Telefonnummern, Facebook-IDs und Zynga-Konto-IDs. Zynga erklärte, Finanzinformationen seien nicht betroffen gewesen. Das Unternehmen beauftragte externe Forensikfirmen, informierte Strafverfolgungsbehörden und erzwang Passwortzurücksetzungen für betroffene Konten. Im Mai 2020 reichte die Kanzlei FeganScott im Namen betroffener Nutzer eine Sammelklage gegen Zynga wegen des Vorfalls ein.

CBS News

12.09.2019

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Die genaue Zahl der tatsächlich betroffenen Konten schwankt zwischen der ersten Hacker-Angabe von 218 Millionen und der später ermittelten Zahl von rund 172,9 Millionen, eine offizielle abschließende Bestätigung durch Zynga liegt nicht vor. Der Ausgang der 2020 eingereichten Sammelklage gegen Zynga ist aus dieser Quelle nicht belegt.

Journalismus

Ecuador-Datenleck: 20 Millionen Bürger auf ungeschütztem Server offengelegt

Das Sicherheitsforscherteam von vpnMentor unter Leitung von Noam Rotem und Ran Locar entdeckte im September 2019 einen frei zugänglichen, unverschlüsselten Elasticsearch-Server mit rund 18 Gigabyte an Datensätzen zu etwa 20 Millionen Personen. Der Server stand in Miami, Florida, und gehörte dem ecuadorianischen Beratungsunternehmen Novaestrat, das Dienstleistungen in Datenanalyse, Marketing und Softwareentwicklung anbietet. Da Ecuador zum Zeitpunkt des Vorfalls etwa 16,6 Millionen Einwohner zählte, waren rechnerisch mehr Datensätze betroffen als das Land Einwohner hat, weil auch verstorbene Personen und Kinder erfasst waren. Offengelegt wurden vollständige Namen, Geburtsdaten, nationale Identifikationsnummern (Cedula), Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Angaben zu Familienangehörigen, Arbeitgeber- und Gehaltsdaten sowie Bankkontoinformationen der Staatsbank Biess und Fahrzeugregisterdaten des Automobilverbands Aeade. Die Daten stammten offenbar aus mehreren Quellen, darunter staatliche Register, die private Bank Biess und der Automobilverband Aeade. Nach Kontaktaufnahme durch vpnMentor wurde der Server am 11.09.2019 gesichert und war nicht mehr öffentlich zugänglich. Am 16.09.2019 nahmen ecuadorianische Ermittler William Roberto G., den gesetzlichen Vertreter von Novaestrat, fest. Der Vorfall gilt als eines der größten bekannten Datenlecks Lateinamerikas gemessen an der Zahl der Betroffenen im Verhältnis zur Landesbevölkerung.

vpnMentor

11.09.2019

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Aus der vpnMentor-Quelle nicht belegt sind das genaue Datum der Erstentdeckung des offenen Servers sowie technische Details zur Ursache der Fehlkonfiguration. Ebenfalls nicht dokumentiert sind der weitere Ausgang des Ermittlungsverfahrens gegen den Novaestrat-Vertreter und eventuelle Bußgelder oder ein späteres Gerichtsurteil.

Journalismus

Toyota Boshoku Europe: CEO-Fraud mit rund 37 Millionen Dollar Schaden

Eine europäische Tochtergesellschaft von Toyota Boshoku verlor am 14.08.2019 durch einen Business-Email-Compromise-Angriff rund 4 Milliarden Yen, umgerechnet etwa 37,47 Millionen US-Dollar. Ein Mitarbeiter wurde per gefälschter E-Mail-Anweisung dazu gebracht, eine vermeintliche Lieferantenrechnung an ein von den Tätern kontrolliertes Konto zu überweisen. Toyota Boshoku bestätigte den Vorfall, leitete eine Untersuchung ein und schaltete lokale Behörden ein.

BleepingComputer

09.09.2019

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Nicht öffentlich dokumentiert sind der genaue technische Ablauf des Angriffs sowie der Name der konkret betroffenen europäischen Tochtergesellschaft. Unklar bleibt, wie viel des Geldes letztlich zurückgeholt werden konnte und ob täterseitig jemand identifiziert wurde.

Journalismus

Facebook-Telefonnummern-Leck 2019: 419 Millionen Datensätze auf ungesichertem Server

Im September 2019 wurde bekannt, dass eine Sammlung mehrerer Datenbanken mit mehr als 419 Millionen Datensätzen von Facebook-Nutzern ungeschützt auf einem MongoDB-Server erreichbar war. Die Datensätze enthielten Facebook-Nutzer-IDs und zugehörige Telefonnummern, darunter rund 133 Millionen US-Konten. Entdeckt wurde die Datenbank vom Sicherheitsforscher Sanyam Jain, der Hosting-Anbieter nahm den Server anschließend vom Netz.

TechCrunch

04.09.2019

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Wer die Datenbank betrieben und die Daten zusammengetragen hat, ist nicht geklärt. Facebook erklärte, die Daten stammten aus Scraping vor 2018, nicht aus einem Hack der eigenen Systeme. Dieser Fall ist vom separaten, erst 2021 bekannt gewordenen Facebook-Scraping-Datenleck zu unterscheiden.

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