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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Journalismus

WannaCry-Held Marcus Hutchins: keine Haft, ein Jahr Bewährung für Kronos-Trojaner

Der britische IT-Sicherheitsforscher Marcus Hutchins, bekannt unter dem Pseudonym MalwareTech, wurde am 02.08.2017 vom FBI in Las Vegas verhaftet, nachdem eine Grand Jury im Eastern District of Wisconsin ihn wegen Entwicklung und Verkauf des Banking-Trojaners Kronos sowie der Malware UPAS Kit angeklagt hatte. Hutchins war wenige Monate zuvor, im Mai 2017, bekannt geworden, weil er durch Registrierung einer Domain einen in der Ransomware WannaCry verborgenen Kill Switch aktivierte und damit deren weltweite Ausbreitung stoppte. Laut Anklage entwickelte und vertrieb er Kronos und UPAS Kit im Zeitraum von Juli 2012 bis September 2015, unter anderem über den inzwischen abgeschalteten Darknet-Marktplatz AlphaBay. Am 19.04.2019 bekannte sich Hutchins vor einem Bundesgericht in zwei von zehn Anklagepunkten schuldig. Am 26.07.2019 verurteilte Richter J. P. Stadtmueller ihn am US-Bezirksgericht in Milwaukee zu keiner weiteren Haftstrafe sowie einem Jahr Bewährung, obwohl theoretisch bis zu zehn Jahre Haft und 500.000 US-Dollar Geldstrafe möglich gewesen wären. Die Staatsanwaltschaft konnte keinen konkreten finanziellen Schaden durch Kronos nachweisen. Vor Gericht wurde der geringe belegte Schaden von Kronos den Folgen von WannaCry gegenübergestellt, das weltweit Schäden von über 8 Milliarden US-Dollar verursacht hatte. Wegen der Verurteilung darf Hutchins nicht mehr dauerhaft in die USA einreisen.

Krebs on Security

26.07.2019

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Aus der Quelle geht nicht hervor, welchen konkreten finanziellen Schaden oder wie viele Opfer der Kronos-Trojaner tatsächlich verursachte; die genannten Milliarden- und Millionenbeträge betreffen WannaCry, nicht Kronos. Ob Hutchins die vom Richter angeregte Präsidenten-Begnadigung je erhalten hat, ist nicht belegt.

Journalismus

Estimating the success of re-identifications in incomplete datasets using generative models

Ein generatives Modell zeigt, dass 99,98% der US-Bürger in jedem Datensatz mit 15 demografischen Merkmalen korrekt re-identifiziert werden könnten, selbst bei starker Unvollständigkeit.

Nature Communications (Rocher, Hendrickx, de Montjoye)

23.07.2019

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Bezieht sich auf demografische Attribute allgemein, direkt auf medizinische Datensätze übertragbar.

Journalismus

Emotional Expressions Reconsidered: Challenges to Inferring Emotion From Human Facial Movements

Auswertung von über 1.000 Studien: keine hinreichende wissenschaftliche Grundlage, aus Gesichtsbewegungen zuverlässig auf Emotionen zu schließen.

Barrett, Adolphs, Marsella, Martinez, Pollak

17.07.2019

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Bezieht sich primär auf westliche Basisemotions-Kategorien.

Journalismus

Bulgariens Steuerbehörde NRA gehackt: Daten von 5 Millionen Bürgern gestohlen

Am 15.07.2019 wurde bekannt, dass Unbekannte in die Server der bulgarischen Steuerbehörde National Revenue Agency (NAP/NRA) eingedrungen waren und personenbezogene Daten entwendet hatten. Betroffen waren nach ersten Angaben persönliche Daten sowie Steuer- und Sozialversicherungsinformationen von mehr als 5 Millionen der rund 7 Millionen registrierten Bürger und ausländischen Staatsangehörigen sowie Unternehmen, praktisch die gesamte erwachsene Bevölkerung Bulgariens. Die gestohlenen Datensätze umfassten Namen, nationale Identifikationsnummern, Adressen, Einkommens-, Steuer- und Rentenbeitragsdaten sowie Informationen zu Online-Glücksspielkonten aus dem Zeitraum 2007 bis Juni 2019. Als Angriffsmethode wurde eine SQL-Injection-Schwachstelle in einem selten genutzten Dienst zur Mehrwertsteuerrückerstattung identifiziert. Ein Täter, der sich als russischer Staatsbürger ausgab, verschickte E-Mails mit Download-Links zu den Daten an bulgarische Medien und drohte mit Veröffentlichung weiterer Datensätze. Innenminister Mladen Marinow und Finanzminister Wladislaw Goranow bestätigten den unbefugten Zugriff auf einen NAP-Server. Am 16.07.2019 nahm die Polizei in Sofia den 20-jährigen IT-Sicherheitsspezialisten Kristiyan Boykov fest, der am 18.07.2019 wieder freigelassen wurde; er bestritt die Tat. Am 28.08.2019 verhängte die bulgarische Datenschutzbehörde CPDP gegen die NRA eine Geldbuße von rund 5,1 Millionen Lewa (etwa 2,6 Millionen Euro) wegen unzureichender technischer und organisatorischer Schutzmaßnahmen.

heise online

15.07.2019

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Die genaue Zahl der betroffenen Personen schwankt je nach Quelle zwischen rund 5 Millionen und den von der Datenschutzbehörde später genannten 6.074.140 Individuen, und die tatsächliche Täterschaft des mutmaßlichen Hackers blieb ungeklärt, da die Anklage gegen Boykov später abgeschwächt wurde. Der verhängte Bußgeldbescheid gegen die NRA wurde angefochten und in zweiter Instanz wegen Verjährung des Verfahrens letztlich aufgehoben, sodass keine rechtskräftige Sanktion bestehen blieb.

Journalismus

Google employees are eavesdropping, even in your living room, VRT NWS has discovered

Anhand über 1000 geleakter Audiodateien zeigte VRT NWS, dass Google-Mitarbeiter Sprachaufnahmen abhören und 153 unbeabsichtigte Aufnahmen ohne Aktivierungswort fanden.

VRT NWS

10.07.2019

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Auswertung eines Leaks durch einen belgischen Subunternehmer-Mitarbeiter, nicht durch Google offengelegt.

Journalismus

These Are The Real Problems Revealed By The Belgian Leak Of Google Assistant Voice Recordings

2019 gab ein belgischer Google-Vertragspartner über 1.000 Google-Assistant-Sprachaufnahmen an den Sender VRT NWS weiter, rund 153 davon wurden ausgelöst, ohne dass ein Aktivierungswort gesagt wurde.

Forbes

10.07.2019

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Belegt den 2019 bekannt gewordenen Leak. Betrifft eine Stichprobe niederländischsprachiger Aufnahmen aus Belgien und den Niederlanden, keine Aussage über das globale Ausmaß.

Journalismus

VerfGH Saarland: Blitzer-Messungen ohne speicherbare Rohdaten nicht verwertbar

Der Verfassungsgerichtshof des Saarlandes entschied, dass Messergebnisse des Blitzer-Geräts Traffistar S 350 unverwertbar sind, weil das Gerät keine Rohmessdaten speichert.

Legal Tribune Online (LTO)

09.07.2019

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Bezieht sich konkret auf ein Gerätemodell und einen Landes-Verfassungsgerichtshof.

Journalismus

AMCA-Datenleck bei LabCorp und Quest Diagnostics: 20 Millionen Patientendaten betroffen

Die medizinische Inkassofirma American Medical Collection Agency wurde zwischen dem 01.08.2018 und 30.03.2019 gehackt. Betroffen waren Daten von rund 20 Millionen Patienten, darunter Name, Geburtsdatum und offene Rechnungsbeträge. Quest Diagnostics meldete 11,9 Millionen betroffene Kunden, LabCorp 7,7 Millionen. Die AMCA-Muttergesellschaft meldete am 17.06.2019 Insolvenz an.

Krebs on Security

19.06.2019

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Nicht dokumentiert ist, wie viele Betroffene tatsächlich Bankdaten preisgaben. Die technische Schwachstelle wurde nicht im Detail offengelegt. Die Identität der Angreifer ist nicht bestätigt. Die 20 Millionen sind eine Summe aus verschiedenen Kundenmeldungen, Überschneidungen sind nicht ausgeschlossen.

Journalismus

Steinhoff-Bilanzskandal: PwC-Untersuchung deckt 7,4 Milliarden Dollar fiktive Gewinne auf

Der Einzelhandelskonzern Steinhoff International räumte im Dezember 2017 Bilanzunregelmäßigkeiten ein, der Aktienkurs brach um über 90 Prozent ein. Die forensische PwC-Untersuchung ergab, dass zwischen 2009 und 2017 fiktive Transaktionen in Höhe von etwa 7,4 Milliarden US-Dollar verbucht wurden, um Verluste zu verschleiern. Als zentrale Verantwortliche gelten Ex-CEO Markus Jooste und Ex-CFO Ben la Grange.

amaBhungane Centre for Investigative Journalism

15.06.2019

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Der vollständige PwC-Bericht wurde nie veröffentlicht, nur Zusammenfassungen sind bekannt. Strafrechtliche Verurteilungen in Südafrika stehen weiterhin größtenteils aus.

Journalismus

AMCA-Datenleck 2019: 20 Millionen Patientendaten von Quest Diagnostics und LabCorp offengelegt

Zwischen dem 01.08.2018 und dem 30.03.2019 hatte ein unbekannter Angreifer unautorisierten Zugriff auf die Zahlungsseite des US-Inkassodienstleisters American Medical Collection Agency (AMCA), der Rechnungen für Labordienstleister wie Quest Diagnostics und LabCorp einzog. Quest Diagnostics gab am 03.06.2019 bekannt, dass über seinen Abrechnungsdienstleister Optum360 rund 11,9 Millionen Patientendaten betroffen waren. LabCorp meldete am 04.06.2019 rund 7,7 Millionen betroffene Patienten. Am 07.06.2019 kam mit BioReference Laboratories ein weiterer AMCA-Kunde mit rund 422.600 betroffenen Personen hinzu, wodurch die Gesamtzahl der Betroffenen auf 20.022.600 stieg. Nach damaligem Kenntnisstand von AMCA umfassten die kompromittierten Daten Namen, Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten, Behandlungsdaten, E-Mail-Adressen, Angaben zu Kostenträgern sowie teilweise Bankverbindungen, nicht jedoch Sozialversicherungsnummern, medizinische Befunde oder Passwörter. AMCA nahm die betroffene Zahlungsseite vom Netz, wechselte zu einem anderen Zahlungsdienstleister und beauftragte eine IT-Sicherheitsfirma mit der forensischen Untersuchung. Betroffenen Personen wurde eine zweijährige kostenlose Kredit- und Identitätsüberwachung angeboten. Infolge der hohen Kosten für Aufklärung und Benachrichtigung meldete AMCA im Juni 2019 Insolvenz an.

HIPAA Journal

07.06.2019

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Der Quellenartikel schloss den Zugriff auf Sozialversicherungsnummern und medizinische Befunde noch ausdrücklich aus; spätere Ermittlungen und ein 2021 geschlossener Vergleich mit 41 US-Bundesstaaten gingen dagegen von bis zu 21 Millionen Betroffenen mit teils doch kompromittierten Sozialversicherungsnummern aus, sodass der genaue Umfang der betroffenen Datenkategorien zum Zeitpunkt dieses Berichts nicht abschließend geklärt war.

Journalismus

Cum-Ex-Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln gegen die Deutsche Bank

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt seit August 2017 wegen Cum-Ex-Geschäften gegen ehemalige und aktuelle Mitarbeiter sowie Vorstandsmitglieder der Deutschen Bank. Bei Cum-Ex-Geschäften wurden Aktien rund um den Dividendenstichtag verschoben, sodass Finanzämter einmal gezahlte Kapitalertragsteuer mehrfach erstatteten. Der Gesetzgeber beendete diese Praxis 2012. Die Deutsche Bank erklärte, an organisierten Cum-Ex-Märkten weder als Leerverkäuferin noch als Erwerberin beteiligt gewesen zu sein.

Legal Tribune Online (LTO)

07.06.2019

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Die Staatsanwaltschaft Köln nennt keine konkreten Namen der beschuldigten Mitarbeiter. Die genaue Zahl der Beschuldigten sowie der Ausgang der Ermittlungen sind nicht abschließend dokumentiert. Die Deutsche Bank bestreitet eine direkte Beteiligung, was den Sachverhalt bis zu einem rechtskräftigen Abschluss als ungeklärt kennzeichnet.

Journalismus

First American Financial: 885 Millionen Dokumente ungeschützt online

Am 24.05.2019 berichtete der Sicherheitsjournalist Brian Krebs auf KrebsOnSecurity, dass die Website des US-Titelversicherers First American Financial Corp. mit Sitz in Santa Ana, Kalifornien, rund 885 Millionen Dokumente ohne jede Zugangsbeschränkung frei im Internet zugänglich gemacht hatte. Ursache war eine Webanwendung zum Dokumentenaustausch, in der einzelne Dateien über sequenziell durchnummerierte URLs abgerufen wurden; durch bloßes Ändern einer Ziffer in der Adresszeile ließ sich ohne Login oder Passwort auf beliebige weitere Dokumente zugreifen. Betroffen waren Unterlagen aus Immobilien- und Hypothekenabschlüssen, die bis ins Jahr 2003 zurückreichten, darunter Bankkontonummern und -auszüge, Hypotheken- und Steuerdokumente, Sozialversicherungsnummern, Überweisungsbelege und Führerscheinbilder. Auf die Schwachstelle aufmerksam wurde Krebs durch den Immobilienentwickler Ben Shoval, der zuvor bereits erfolglos First American kontaktiert hatte. Das Unternehmen schaltete den externen Zugriff auf die Anwendung nach der Meldung ab und bezeichnete den Vorfall als Design-Fehler, ohne die Zahl tatsächlich betroffener Datensätze oder die genaue Dauer der Verwundbarkeit zu beziffern. Die US-Börsenaufsicht SEC verhängte am 15.06.2021 wegen unzureichender Offenlegungskontrollen zur Cybersicherheit eine Strafe von 487.616 US-Dollar. Die New Yorker Finanzaufsicht NYDFS verhängte im November 2023 zusätzlich eine Strafe von 1 Million US-Dollar, ihre erste Durchsetzungsmaßnahme in diesem Bereich überhaupt.

KrebsOnSecurity (Brian Krebs)

24.05.2019

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Aus dem Artikel nicht belegt ist, wie lange die Schwachstelle exakt bestand (Webarchiv-Funde deuten auf mindestens seit März 2017 hin) und ob bzw. in welchem Umfang die frei zugänglichen Dokumente tatsächlich von Dritten missbräuchlich abgerufen oder ausgewertet wurden.

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