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Studienlage & Gesetzesgrundlagen

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Ausgewählte Studien, Behördenpapiere, Gesetze und Berichte zu digitaler Freiheit, Überwachung und finanzieller Selbstbestimmung – sorgfältig recherchiert, mit Quelle belegt und neutral aufbereitet.

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Journalismus

CLOUD Act 2018: US-Zugriff auf Auslandsdaten per Gerichtsbeschluss

Der CLOUD Act wurde am 23.03.2018 von Präsident Trump unterzeichnet. Er verpflichtet US-Technologieunternehmen, gespeicherte Nutzerdaten auf richterliche Anordnung herauszugeben, unabhängig davon, ob die Server in den USA oder im Ausland stehen. Anlass war der Rechtsstreit USA gegen Microsoft. Microsoft, Apple, Google und Facebook unterstützten die Ausarbeitung des Gesetzes, das zugleich bilaterale Abkommen für den Datenzugriff ermöglicht.

diginomica

02.04.2018

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Wie oft US-Behörden seit 2018 tatsächlich per CLOUD-Act-Anordnung auf im Ausland gespeicherte Daten zugegriffen haben, ist nicht dokumentiert. Der Konflikt mit der DSGVO ist bislang nicht abschließend gerichtlich geklärt.

Journalismus

Verordnung (EU) 2015/758 über die Typgenehmigung des bordeigenen eCall-Systems

Seit dem 31.03.2018 dürfen neue Pkw-Typen nur noch mit 112-basiertem eCall typgenehmigt werden; das System darf das Fahrzeug im Normalbetrieb nicht nachverfolgbar machen, Positionsdaten werden fortlaufend gelöscht und nur die drei letzten Positionen vorgehalten.

Europäisches Parlament und Rat der EU

31.03.2018

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Regelt nur das 112-eCall-System, nicht die herstellereigenen Zusatzdienste über dieselbe Hardware.

Journalismus

SCL Group und Wahlmanipulation in Nigeria 2007

Ein internes Werbedokument der SCL Group, Muttergesellschaft von Cambridge Analytica, wurde am 29.03.2018 vom Whistleblower Christopher Wylie an einen Ausschuss des britischen Unterhauses übergeben. Darin beschreibt SCL die eigene Arbeit für die nigerianische Regierung bei der Wahl 2007, unter anderem organisierte Antiwahl-Kundgebungen zur Wählerabschreckung in Oppositionshochburgen. Internationale Wahlbeobachter bewerteten die Wahl 2007 als eine der schlechtesten je beobachteten.

The Globe and Mail

30.03.2018

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Nicht dokumentiert ist, in welchem Umfang die von SCL beschriebenen Taktiken tatsächlich zum Wahlausgang 2007 beitrugen. Das zentrale Beweisstück ist eine unternehmenseigene Werbebroschüre, die die eigene Wirksamkeit möglicherweise überzeichnet. Eine unabhängige Verifikation durch Dritte liegt nicht vor.

Journalismus

MyFitnessPal-Datenleck: 150 Millionen Nutzerkonten bei Under Armour kompromittiert

Der Sportartikelhersteller Under Armour gab am 29.03.2018 bekannt, dass die Nutzerdaten der von ihm betriebenen Ernährungs- und Fitness-App MyFitnessPal kompromittiert wurden. Under Armour hatte MyFitnessPal 2015 übernommen. Das Unternehmen wurde am 25.03.2018 auf den unbefugten Zugriff aufmerksam, der bereits Ende Februar 2018 stattgefunden hatte. Betroffen waren rund 150 Millionen Nutzerkonten weltweit. Erbeutet wurden Nutzernamen, E-Mail-Adressen und gehashte Passwörter, wobei die Mehrheit der Passwörter mit dem Verfahren Bcrypt gesichert war, ein kleinerer Teil älterer Konten jedoch nur mit dem schwächeren SHA-1-Verfahren. Nicht betroffen waren nach Angaben von Under Armour Zahlungsdaten, Sozialversicherungsnummern und Ausweisdaten, da diese getrennt beziehungsweise über separate Zahlungsdienstleister verarbeitet wurden. Under Armour forderte betroffene Nutzer auf, ihr Passwort zu ändern und identische Passwörter auf anderen Plattformen ebenfalls zu aktualisieren. Das Unternehmen kündigte an, mit Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten und seine Sicherheitssysteme zu überprüfen. Die Aktie von Under Armour fiel nach Bekanntwerden des Vorfalls an der Börse. Der Vorfall zählte 2018 zu den größten bekannt gewordenen Datenlecks weltweit.

heise online

29.03.2018

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Aus der Quelle nicht belegt sind die Identität der Angreifer und der genaue technische Angriffsweg sowie eventuelle spätere behördliche Bußgelder oder Entschädigungszahlungen infolge des Vorfalls.

Journalismus

Cambridge-Analytica-Enthüllung: Facebook-Datenskandal durch Whistleblower Christopher Wylie

Am 17.03.2018 veröffentlichten The Observer/The Guardian und zeitgleich die New York Times auf Basis des Whistleblowers Christopher Wylie eine Enthüllung über die britische Firma Cambridge Analytica. Wylie beschrieb, wie Cambridge Analytica über die App This Is Your Digital Life des Datenwissenschaftlers Aleksandr Kogan Facebook-Daten von bis zu 87 Millionen Nutzerprofilen ohne informierte Einwilligung abgriff. Die Daten wurden für politisches Microtargeting genutzt, unter anderem für die Kampagnen von Ted Cruz und Donald Trump 2016. Facebook hatte die Datenabschöpfung bereits Ende 2015 festgestellt, Nutzer aber nicht informiert.

The Guardian/The Observer

17.03.2018

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Diese Quelle behandelt ausschließlich die journalistische Erstenthüllung vom März 2018, nicht die späteren behördlichen Verfahren wie das Bußgeld der britischen Datenschutzbehörde ICO gegen Facebook, die bereits gesondert dokumentiert sind. In welchem Umfang die Daten tatsächlich für vollständige psychografische Profilbildung genutzt wurden, wie Cambridge Analytica selbst behauptete, wurde von unabhängiger Seite angezweifelt.

Journalismus

P&R-Container-Anlagebetrug: Milliarden-Schneeballsystem mit Schiffscontainern

Die Grünwalder P&R Gruppe stoppte am 07.03.2018 die Auszahlungen an Anleger, am 24.07.2018 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Rund 54.000 Anleger hatten etwa 3,5 Milliarden Euro in Schiffscontainer investiert. Von rund 1,6 Millionen verkauften Containern existierten nur etwa 618.000 tatsächlich, das Geschäftsmodell funktionierte laut Staatsanwaltschaft seit spätestens 2007 als Schneeballsystem. Gründer Heinz Roth wurde 2018 festgenommen, starb aber im Dezember 2019 vor einem Prozess.

Handelsblatt / Wikipedia

07.03.2018

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Die genaue Schadenshöhe ist nicht gerichtlich geklärt, die Staatsanwaltschaft schätzte 1,5 bis 2 Milliarden Euro. Da Roth vor einem Strafprozess starb, kam es nie zu einem rechtskräftigen Urteil gegen ihn. Die individuellen Rückzahlungsquoten der Anleger bleiben offen.

Journalismus

Bundeshack: Cyberangriff auf das Auswärtige Amt

Angreifer drangen über einen gehackten Webserver der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung in das Regierungsnetz IVBB ein und kompromittierten mit einem dort platzierten Trojaner 17 Rechner im Auswärtigen Amt. Ein ausländischer Geheimdienst hatte die Bundesregierung am 19. Dezember 2017 gewarnt, das BSI fand die Kompromittierung Anfang Januar 2018, öffentlich bekannt wurde der Vorfall am 28. Februar 2018. Die Bundesregierung ordnete den Angriff der Gruppe Snake/Turla zu.

heise online (Stefan Krempl)

02.03.2018

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Wie genau die Angreifer letztlich Administratorrechte im Auswärtigen Amt erlangten, blieb offen. Der genaue Umfang der abgeflossenen Daten wurde nie vollständig öffentlich gemacht, laut Presseberichten sollen unter anderem sechs Dokumente mit Russland-, Ukraine- und Belarus-Bezug betroffen gewesen sein. Eine gerichtsfeste, offizielle Zuordnung zu einem staatlichen Auftraggeber erfolgte nicht.

Journalismus

Hackerangriff auf Regierungsnetz IVBB 2018 (Snake/Turla)

Im Dezember 2017 entdeckten deutsche Sicherheitsbehörden Schadsoftware im Regierungsnetz IVBB, das Kanzleramt, Ministerien und Sicherheitsbehörden verbindet. Zunächst wurde die russische Gruppe APT28 verdächtigt, spätere Ermittlungen deuteten stattdessen auf die seit 2005 aktive Gruppe Snake (auch Turla oder Uroburos genannt) hin, die weltweit Regierungsstellen angreift. Laut Ermittlern erbeuteten die Angreifer eine einstellige Anzahl von Dokumenten aus dem Referat für Russland und Osteuropa des Auswärtigen Amts.

heise online (dpa)

01.03.2018

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Wie lange die Angreifer tatsächlich Zugriff hatten, wird unterschiedlich geschätzt und reicht bis zu einem Jahr, eine belastbare Zahl fehlt. Der genaue Inhalt der entwendeten Dokumente wurde nie öffentlich gemacht und eine gerichtsfeste Zuordnung zu einem russischen Staatsauftrag gab es nicht.

Journalismus

Palantir überwachte heimlich 3.900 New-Orleans-Bürger für Predictive Policing

Das Datenanalyseunternehmen Palantir Technologies stellte der Polizeibehörde von New Orleans ab dem 23.02.2012 kostenlos ein auf sozialer Netzwerkanalyse basierendes Programm zur vorausschauenden Kriminalitätsbekämpfung zur Verfügung. Die Vereinbarung wurde über die private Stiftung NOLA for Life von Bürgermeister Mitch Landrieu abgewickelt und dadurch am regulären städtischen Vergabeverfahren und an der Kontrolle durch den Stadtrat vorbeigeführt. Das System wertete Kriminalitätsakten, Bandenzugehörigkeiten, soziale Medien und persönliche Verbindungen aus, um Personen mit hohem Risiko für Gewaltbeteiligung zu identifizieren; rund 3.900 Personen wurden auf diese Weise erfasst. Von 308 Personen, die zwischen Oktober 2012 und März 2017 zu Call-in-Gesprächen eingeladen wurden, schlossen lediglich sieben eine Berufsausbildung ab. Journalist Ali Winston deckte das Programm am 27.02.2018 auf. Ratspräsident Jason Williams erklärte, vor der Veröffentlichung nichts von der Zusammenarbeit gewusst zu haben. Der Vertrag war seit 2012 dreimal verlängert worden. Rund zwei Wochen nach der Veröffentlichung erklärte das Büro von Bürgermeister Landrieu, den Palantir-Vertrag nicht zu verlängern, wodurch das Programm im März 2018 endete.

Type Investigations / The Verge (Ali Winston)

27.02.2018

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Unklar bleibt, ob der vorübergehende Rückgang der Gewaltkriminalität in New Orleans tatsächlich auf den Einsatz der Palantir-Software zurückzuführen war. Diese Quelle belegt keine quantifizierten Angaben zum separaten Einsatz von Palantir Gotham bei ICE.

Journalismus

EuGH-Urteil zum EU-Marokko-Fischereiabkommen und der Westsahara

Der Europäische Gerichtshof entschied am 27. Februar 2018, dass das EU-Marokko-Fischereiabkommen nicht auf die Gewässer der von Marokko besetzten Westsahara anwendbar ist, da die saharauische Bevölkerung dem Abkommen nie zugestimmt hatte. Die Front Polisario hatte geklagt, weil EU-Fangflotten und die damit verbundenen Zahlungen faktisch marokkanischen Behörden zuflossen.

Europäischer Gerichtshof (EuGH) / Reuters

27.02.2018

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Das Urteil betrifft primär völkerrechtliche Zuständigkeit und EU-Vertragsrecht, nicht direkt Sanktionsumgehung im engeren Sinn; Details zu tatsächlichen Zahlungsflüssen an marokkanische Behörden sind in der Quelle nicht quantifiziert.

Journalismus

OLAF-Bericht zu Elios: EU-Foerdergelder und die Firma von Orbans Schwiegersohn

Der EU-Betrugsbekaempfungsbehoerde OLAF zufolge kam es bei einem ungarischen Strassenbeleuchtungs-Foerderprojekt der Firma Elios Innovativ zu "ernsten Unregelmaessigkeiten" bei der Vergabe; Elios wurde bis 2015 von Istvan Tiborcz, dem Schwiegersohn von Ministerpraesident Viktor Orban, mitgegruendet. OLAF empfahl Rueckforderungen im Wert von etwa 40 Millionen Euro.

Reuters (Marton Dunai, Krisztina Than)

08.02.2018

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Der OLAF-Bericht selbst wurde nie offiziell veroeffentlicht, sondern nur durchgestochen und von Journalisten zitiert; eine strafrechtliche Verurteilung von Tiborcz ist bis heute nicht erfolgt.

Journalismus

Strava-Heatmap enthüllt Umrisse geheimer Militärbasen im Irak, Afghanistan und Syrien

Im Januar 2018 entdeckte der australische Forscher Nathan Ruser beim Durchsuchen der neuen 'Global Heatmap' des Fitness-Trackers Strava, dass Jogging-Routen mitten in der syrischen Wüste aufleuchteten, exakt an den Standorten von US- und alliierten Militärbasen. Die Heatmap fasste eine Milliarde Strava-Aktivitäten und drei Billionen GPS-Datenpunkte zusammen, aufgezeichnet zwischen 2015 und September 2017. Journalisten bestätigten, dass die Tracker-Daten unbeabsichtigt Umrisse ausländischer Basen im Irak, in Afghanistan und Syrien sowie Versorgungsrouten und Patrouillenwege preisgaben. Das US-Militär kündigte an, seine Regeln zur Nutzung von Fitness-Trackern und Apps durch Soldaten zu überprüfen; Strava sagte zu, seine Datenschutzeinstellungen zu überarbeiten.

The Guardian / BBC / TechCrunch

29.01.2018

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Ob die offengelegten Standortmuster in der Folge tatsächlich für Angriffe auf die betroffenen Basen genutzt wurden, ist aus dieser Quelle nicht belegt.

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